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Kaffee Experimente -Zeit 1.1-
Von Arne • Kaffee Experimente
Gestern habe ich schon mit der Extraktionszeit von 2 und 4 Minuten angefangen. Jetzt geht es mit 6 und 8 Minuten und mit dem Fazit weiter. Der verwendete Kaffee ist der„Yirgacheffe Special“ den ich hier schon ausführlich vorgestellt habe.
6 Minuten
Geruch:
Der Geruch ist einfacher geworden. Die fruchtigen und beerigen Nuancen sind einer dunkleren Schokolade Note gewichen.
Säure
Die Säure ist geringer als nach 4 Minuten. Nicht so beißend wie nach 2 Minuten. Sie ist ein wenig nichtssagend.
Körper und Mundgefühl
Die Eindrücke aus dem Geruchserlebnis bestätigen sich. Der Kaffee wirkt sehr schwer. Weniger Komplex. Der Körper wird noch voller. Er wirkt leicht übersättigt.
Abgang:
Der Abgang ist mit dem nach 4 Minuten gezogenen Kaffee vergleichbar aber weniger lebendig und deutlich bitterer.
8 Minuten
Geruch:
Der Geruch hat jede Komplexität verloren. Er hat generell einen sehr schwachen Geruch. Irgendwie hat mich der Geruch mehr an schwarzen Tee als an Kaffee erinnert.
Säure
Nach 8 Minuten hat der Kaffee keine lebendige Säure mehr, er ist sauer.
Körper und Mundgefühl
Der Körper ist ein wenig geringer als nach 6 Minuten, er ist vergleichbar mit dem Körper nach 4 Minuten. Die Zitrusnoten bringen keine interessante Bewegung sondern wirken sauer. Die Komplexität ist einem alles erstickendem Getreidegeschmack gewichen.
Abgang:
Intensiv und lang. Geprägt von dem sauren Geschmack und den „Getreidenoten“
Resümee:
Bei diesem ersten Test hat sich mein Standardwert bei der Zeit als gut erwiesen. Mit Abstand das beste Ergebnis hatte ich nach 4 Minuten. Besonders interessant fand ich die Schwankungen in der Intensität des Geruchs. Bei Säure, Körper und Geruch kann ich sagen, dass die Entwicklung nicht konstant in eine Richtung geht, sondern deutlich komplexer und nicht vorhersehbar ist.
| Yirgacheffe Special | Geruch | Säure | Körper/ Mundgefühl | Abgang |
| 2 Minuten | Zitrone | intensiv, unharmonisch | schwacher Körper, aufdringlich, | schnell, säurebestimmt |
| 4 Minuten | Komplex, Waldbeere, Rhabarber | lebending Säure, prickelnd | voll, unami, bergamotte | weich, schokoladig, prickelnd |
| 6 Minuten | einfach, dunkel, schokoladig, nichtssagend | weniger Säure als bei 4 Min. | voll, schwer, übersättigt | so lange wie bei 4 Minuten aber weniger lebendig und leicht bitter |
| 8 Minuten | Komplexität ist nicht mehr vorhanden. | keine lebendige Säure mehr, er ist sauer. | ein wenig geringer als nach 6 Minuten | Sauer, Getreidegeschmack |
Zubereitungstipp
Ich habe gerade auf der Maskal Seite einen Zubereitungstipp entdeckt:
Zubereitungs-Tipp vom Deutschen Barista Meister 2008, Thomas Schiessl, für die perfekte Zubereitung des Yirgacheffe Special:
Den “Yirgacheffe Special” habe ich in der French Press zubereitet. Auf 1l Wasser (92°C) habe ich 68g Kaffeemehl verwendet und den Kaffee 3 min ziehen lassen. So entwickelt er sich für meinen Geschmack am Besten.
Das probiere ich doch bei Gelegenheit gleich aus! Ich bin gespannt auf welche Empfehlung ich nach den Experimenten komme und wie diese von der Empfehlung von Thomas Schiessl abweicht oder nicht.
Viele Grüße,
Arne


24. August 2009 • 18:12 1 Hans Langenbahn schrieb
Hallo Arne,
super! Das ist etwas, was dem Kaffee-Liebhaber absolut was bringt!
Viele Grüße,
Hans
25. August 2009 • 12:37 2 Johannes schrieb
Thomas Liebe (Schweizer Baristameister 2008) giesst seine French Press Kaffees immer mit 94 Grad auf – das ist sein Standartwert.
Was nun richtig ist, wissen nur die Kaffeegötter, oder?
Johannes
25. August 2009 • 13:01 3 Arne schrieb
Hallo Johannes,
da ist natürlich was dran. Ich denke, dass „immer“ kann nicht richtig sein. Jeder Kaffee will anders zubereitet werden. Ich werde einfach viel ausprobieren, denn das ist der Schlüssel zur richtigen Zubereitung.
Gruß Arne
25. August 2009 • 17:15 4 Sinuslift schrieb
wow.. wusste nicht das es so viele verschiedene arten gibt kaffee zu kochen… man lernt immer was dazu
25. August 2009 • 17:22 5 Arne schrieb
Hey, warte die nächsten “Experimente” ab. In einer Stunde gibt es das nächst. Es gibt noch viel mehr Arten
Gruß,
Arne
27. August 2009 • 22:31 6 Tom Schiessl schrieb
Hallo Arne,
schöner und zumindest bei 4 Minuten ein leckerer Test
.
Meine Empfehlungen sind immer nur als Grundlage gedacht, um dann selbst auch noch weiter zu experementieren. Ich denke, dass es beim Kaffee kein absolut geben kann, alles ist relativ. Das sensorische Empfinden ist ja auch nicht immer konstant.
Hast du die gleichen Parameter wie in deiner ersten Beschreibung des Kaffees auch für diesen Test genommen?
Weiter ein gutes Verkosten!
Beste Grüße
Tom
27. August 2009 • 23:02 7 Arne schrieb
Hallo Tom,
vielen Dank für den Kommentar! Die Parameter waren die gleichen! Du hast natürlich vollkommen Recht, das sensorische Empfinden ist sehr unterschiedlich. Ich habe manchmal das Gefühl bei mir von Tag zu Tag
. Ausprobieren macht einfach Spaß, und bringt einen weiter.
Wie kommst du denn auf so ein Ergebnis? „1l Wasser (92°C) habe ich 68g Kaffeemehl verwendet und den Kaffee 3 min ziehen lassen“. Wie oft musst du „pressen“ um das (für dich ideale) raus zu bekommen?
Viele Grüße,
Arne