Mar
Vier Wasser Sorten, ein Kaffee – Verkostung
Von Arne • Allgemein, Kaffee Experimente, Kaffee und Lebensmittel
Kaffee und das Wasser
Ich habe meine Erkältung überwunden und schmecke wieder. Im Barista Blog wurden schon sechs
Wässer vorgestellt. Heute teste ich diese drei und im Vergleich zum Berliner Leitungswasser.
Als Testkaffee hat ein Kaffee aus Sumatra gedient. Ungefähr vergleichbar mit diesem Kaffee.
Ist die Auswahl des Wassers wirklich entscheidend? Gleich wissen wir mehr!
Mit Berliner Leitungswasser:
Der Kaffee aus Sumatra hat einen intensiven, erdigen Geruch. Wenig Säure und einen langen vollen Abgang. Außerdem schmeckt er nach dunkler Schokolade. Er weist einen mittleren Körper auf. Im Vergleich zu den drei Sumatra-Kaffes die mit anderem Wasser zubereitet wurden, wirkt der Körper sehr gering. Im Vergleich kommt einem dieser Kaffee mit Berliner-Leitungswasser beinahe wässrig vor – was er im Grunde nicht ist.
Mit Fiji Wasser:
Jetzt ist der Sumatra immer noch intensiv, allerdings gehen die Schokoladen-Aromen in Richtung Vollmilch. Die Säure ist vergleichbar gering. Beim Körper springt einem ein großer Unterschied aus dem Gaumen ins Gehirn. Der Körper ist um ein vielfaches voller als bei der ersten Kombination. Der Kaffee ist sehr schwer, ausgewogen und einen hauch heller – im Sinne von weniger rauchigen Geschmacksspitzen. Ich habe ein seidiges Mundgefühl. Der Abgang ist intensiv und lässt mich an Waldbeeren denken.
Speyside Glenlivet
Jetzt wird es richtig interessant. Der Körper und Abgang sind mit dem Eindruck des Fiji-Wassers zu vergleichen.
Allerdings ist dieser Kaffee viel saurer. Richtig unangenehm.
Dabei habe ich alles genau gleich zubereitet, nur eben mit einem anderen Wasser.
St GEORGES
Wieder ist der Kaffee mit diesem Wasser mit den beiden vorherigen vergleichbar. Mit einem sehr vollen Körper. Allerdings ist er nicht unangenehm sauer wie der Sumatra mit dem Speyside Glenlivet. Er ist aber weniger süßlich und schokoladig als der Sumatra mit Fiji-Wasser. Insgesamt köstlich aber ein wenig gediegener und klassischer als mit dem Fiji Wasser. Sicher eine Variante, die vielen Kaffeetrinkern zusagen würde.
Resümee:
Ein interessantes Ergebnis! Eine Zusammenfassung gibt es noch mal, wenn ich diesen Kaffee noch mit den drei anderen Wässern zusammen verkostet habe. Schon jetzt kann ich sagen, es gibt Unterschiede! Ich bin auf die nächsten drei Wassersorten gespannt.
Viele Grüße,
Arne



3. March 2010 • 00:15 1 DrMcCoy schrieb
Ääähm, so wie du das hier dargestellt hast, war das kein (Doppel-)Blindtest, oder?
Wenn nicht, ist er nämlich doch ziemlich nichtssagend, es sei denn, du willst deine Vorurteile auswerten.
3. March 2010 • 00:31 2 Arne schrieb
Hallo DrMcCoy,
Naja – den verdacht verstehe ich. Ich habe auch schon festgestellt,wie leicht man sich indoktrinieren lässt.
Ich glaube entscheidend ist, dass ich viel Erfahrung habe. Kaffees habe ich schon oft “Blind” getestet und ich kenne meinen Geschmackssinn.
Ich kann beispielsweise den Körper und die Säure sowie Abgang bestimmen, ohne mich “ablenken” zu lassen.
Dazu kommt noch, dass ich Kaffee zum ersten mal mit unterschiedlichen Wässern getestet habe. Ich habe keine Erwartungen oder Vorahnungen gehabt.
Für mich war der Test aufschlussreich!
Grüße,
Arne
3. March 2010 • 00:54 3 DrMcCoy schrieb
Naja, die Tücke dabei ist ja, dass sowas unbewusst geschieht, auch wenn man viel Erfahrung hat und/oder vollkommen überzeugt von seiner Unabhängigkeit ist. Außerdem ist man eigentlich nie vollkommen frei von Vorurteilen und Erwartungen. Sehr häufig redet man sich zum Beispiel ein, dass etwas, wofür man vergleichlich viel Geld ausgegeben hat, gut sein muss.
In der Wissenschaft sind, zurecht, offene Tests in der Regel wenig wert.
Ich will dir da jetzt keinen Strick draus drehen, aber ich für meinen Teil hatte mehr erwartet, als du die Verkostung mit Kaffee angekündigt hast. Auch ein Vergleich der Inhaltsstoffe der verschiedene Wässer, und Vergleiche mit Leitungswassern unterschiedlicher Regionen (und Härtegrade) wäre interessant gewesen. Klar, bläst den Aufwand enorm auf, seh ich ein.
3. March 2010 • 01:18 4 Arne schrieb
Die Inhaltsstoffe sind, wie schon in vorherigen Beiträgen erwähnt, unter http://wasserdepot.de/index.php nachzulesen.
Außerdem ist dieser Artikel als Teil einer Serie zu sehen (wie in diesem Artikel erwähnt). Es geht noch weiter.
Ich kann auch sehr gerne alle Wässer (bis auf das Fiji Wasser – das ist getrunken) in den nächsten Test integrieren und diesen “Blind” durchführen. Selbstverständlich würde ich meinen Blog auch gerne wissenschaftlich legitimieren
Das ist eine gute Idee – so überprüfe ich die bisherigen Ergebnisse und stelle sicher mich nicht irritieren zu lassen.
Beim verglich von zwei Kaffees teste ich manchmal Bild – meistens sind die Kaffees so signifikant unterschiedlich, dass ich sie am Geruch zuordne kann.
Das Wasser bringt selbstverständlich eine neue Qualität in die Tests. Hauptziel für mich und die Leser ist es zunächst festzustellen, dass die Kaffees Unterschiede (durch die Wassersorten) aufweisen – zumindest mir ist das klar geworden
Danke für die Kommentare,
Arne
3. March 2010 • 10:53 5 miriam schrieb
glaubt man ja gar nicht, was wasser ausmachen kann. für die meisten ist ja wasser gleich wasser
5. March 2010 • 00:09 6 Bialettiuser schrieb
Ich gebe Dr Recht, an der wissenschaftlichen Objektivität fehlt es natürlich demnach auch der Beweisbarkeit. Dennoch geht es hier nicht darum. Entweder man nimmt dir das ab oder nicht. Mich würde ja auch interessieren wie du blind 3 gleiche Espressi erschmecken würdest. Bspw. wenn man dich speziell versucht in die Umwege zu leiten. Du weißt dann nur, dass mehrere Kaffees blind getestet werden. Würde Du am Ende alle 3 gleich beschreiben oder nicht? Das meine ich mit der Objektivität. Sie muss frei von jeglichen Einflüssen sein. Auch Psyche u.s.w.
Was ich mich noch Frage ist ob Du die gleichen Wässer benutzt hast, wie bei der Verkostung? Standen die Flaschen somit die ganze Zeit im Kühlschrank und hatten Sauerstoffzufuhr erlitten oder hast du hierfür neue aufgemacht? Hat sicherlich wenig Relevanz wenn es innerhalb weniger Tagen geschah.
Wie auch immer, am Ende ist Wasser sehr entscheidend und das sage ich ohne jemals so ein Test mitgemacht zu haben. Ich trinke viel Wasser und ziehe Klar Glasflaschen ohne Weichmacherspuren vor.
5. March 2010 • 00:59 7 Arne schrieb
Hallo Bialettiuser,
da ist auf jeden Fall was dran. Das ist auch keine wissenschaftliche Studie. Aber ihr habt recht und ich habe jetzt Bild verkostet. Das war spannend.
Den Artikel gibt es aber erst in 1 bis 2 Wochen. Die ersten drei Tests habe ich zusammen gemacht. Für den letzten Test hatte das Wasser ein wenig gestanden. Allerdings muss ein Wasser, dass für mich, für Kaffee infrage kommen soll, ein wenig stehen können! Übrigens bei Zimmertemperatur.
Bei Blindverkostungen kommt es auf vieles an. Kenne ich die Espressos/ Kaffees schon und wie ähnlich sind sie.
Mir geht es nicht darum Kaffees/Wässer zu Identifizieren, ich kann (und habe jetzt) Blind verkosten. Das ist sicher Akkurater. Meine Meinung nach für diesen Artikel nicht zwingend notwendig.
Danke für deinen Kommentar,
Arne
5. March 2010 • 16:41 8 Manuel schrieb
Spannend. Hast Du Dir auch schon mal den Kaffee mit einem Britta-Filter zubereitet? Ich stelle bei mir fest, wenn das Wasser aus dem Hahn kommt, schmeckt der Kaffee “härter” (also rauher) also wenn er aus dem Britta-Filter kommt (also nicht der Kaffee, sondern das für den Kaffee verwendete Wasser *lol*). Dann ist er deutlich weicher. Obwohl ja kalkhaltigeres Wasser den Geschmack besser hervorhebt… hmmm. Ich muss mal auch eine Reihe durchtesten, glaube ich.