Kaffee Adventskalender Test 2017: Weihnachten? Das ist so 2010!

Kaffee Adventskalender Test 2017: Weihnachten? Das ist so 2010! Ergebnis

Update: 31.10.2017:

Freunde, es tut mir leid, aber das muss jetzt sein: Weihnachten steht vor der Tür! Hurra! Und ihr braucht Geschenke! Doppelhurra! Bevor wir uns zum 24. Dezember alle zu unseren Familien begeben und Streits über den richtigen Sitz des Baumschmucks vom Zaun brechen, müssen wir erst einmal Energie tanken. Viel Energie.

Und was wäre da besser geeignet als ein schicker Kaffee Adventskalender, der uns jeden Tag mit tollen Röstungen und unterschiedlichsten Bohnen überrascht?

Inzwischen haben viele Röstereien erkannt, dass diese Produktsparte (also Adventskalender an sich) perfekt ist, um neue Kunden zu gewinnen, die eigenen Produkte zu bewerben und – seien wir ehrlich – ordentlich Umsatz zu generieren.

Da ich ein Fan von Weihnachten und dem ganzen Drumherum bin, war ich natürlich Feuer und Flamme, als ich 2015 die ersten Kalender von The Coffee and Tea Company und Sonntagmorgen testen durfte. Was waren die herrlich verkitscht.

Kaffeeadventskalnder

Nun soll es Monster geben, die für Weihnachtsflitter eigentlich nichts übrighaben, die aber trotzdem bei Weihnachten an sich dabei sein wollen. Das passt es natürlich hervorragend, dass der Trend zur Über-Coolness geht.

Das sieht man auch unseren drei Testkandidaten der Kaffee Adventskalender 2017 an. Den „Weihnachtslook“ muss man da nämlich mit der Lupe suchen. Aber das macht natürlich absolut nichts, wenn der Rest des Kalenders überzeugt!

Die drei Adventskalender habe ich selbst gekauft. Und sie kommen aus allen Ecken der Kaffee-Republik. Die drei Testkandidaten sind:

  • Der Kaffee-Adventskalender von Hot Roasted Love aus Bielefeld für 49,80 Euro
  • Der Kaffee Adventskalender von Tres Cabezas aus Berlin für 69,90 Euro
  • Der Kaffee-Adventskalender von Rabenschwarz aus Schwelm für 34,90 Euro

Gleich vorweg: Der Kaffee-Adventskalender von Hot Roasted Love ist streng limitiert und leider schon ausverkauft.

ABER: Ich erhalte ein Exemplar zum Verlosen! Gewinne! Gewinne! Gewinne! Was ihr dafür tun müsst, verrate ich euch noch.

Solltet ihr leider leer ausgehen, macht das natürlich nichts. Denn ihr könnt viele der Kaffees in den Kalendern auch einzeln kaufen. Und um die geht es uns ja hauptsächlich.

Schauen wir uns an, was die drei Kaffee Adventskalender in Sachen Preis-Leistung, Look und natürlich Kaffee-Exzellenz so draufhaben.

Der Rabenschwarz Kaffee Adventskalender im Test

Die Rösterei Rabenschwarz aus Schwelm hatte ich für Coffeeness schon mehrfach am Wickel. Der Espresso im Test hatte mich durchaus überzeugt und dem Unternehmensnamen alle Ehre gemacht. Bei anderen Sorten war ich eher enttäuscht.

Witzigerweise habe ich mir für den Test ohne Vorsatz noch einmal fast die gleichen Sorten ausgesucht. Das ist prima, können wir doch so überprüfen, ob sich seit den schon länger zurückliegenden Verkostungen in Sachen Qualität etwas getan hat.

Was ist drin?

Kalender-Box mit Kaffee

Kaffeemenge24 x 40 g
Variationen8
ZubereitungHandfilter, French Press
Röstdatum-
MHD-
Extras-
Preis34,90 Euro

Mit 40 Gramm pro Tütchen kriegt ihr täglich auf jeden Fall einen guten halben Liter Kaffee aus der French Press gebacken und die Kaffeemenge ist für den Preis mehr als in Ordnung.

Dass ihr dafür in Sachen Variationen Abstriche hinnehmen müsst, ist eigentlich nicht weiter schlimm, schließlich können sich diese Variationen auf dem Papier sehen lassen:

  • Äthiopien “Yirgacheffe” (aus dem Ursprungsland des Kaffees, aus zertifiziert biologisch angebautem Rohkaffee veredelt)
  • Brasilien “Yellow Bourbon” (Rarität aus gelben Kaffeekirschen, Gold-Medaille der Deutschen Röstergilde 2014)
  • Costa Rica “Tarrazu”
  • Guatemala “Finca Santa Isabell” (aus zertifiziert biologisch angebautem Rohkaffee veredelt)
  • Honduras “Marcala” (aus zertifiziert biologisch angebautem, fair gehandeltem Rohkaffee veredelt)
  • Indien “Monsooned Malabar”
  • Kenia „Karibu“
  • Kolumbien “Medellin Supremo” (mit Ökotest-Wertung “Sehr gut”)

Das ist ein schöner Spaziergang durch die aktuelle Kaffeewelt und mit Kleinigkeiten wie dem Yellow Bourbon und dem indischen Monsooned Malabar sind auch Produkte vertreten, die mancher Kaffeeinsteiger oder -entdecker vielleicht noch nicht kennt.

Nur, dass Rabenschwarz mal wieder nichts zum Röstdatum oder der Mindesthaltbarkeit sagt, geht mir ein bisschen auf den Pinsel. Ein kurzer Blick auf die Bohnen zeigt mir aber, dass sie frisch sein sollten.

Präsentation und Design

Man kann es sich auch einfach machen: Der Kaffee Adventskalender kommt in einer schicken grauen Box zu euch, die an den Seiten genietet ist. Ihr braucht nur den Deckel abnehmen und das beiliegende Kärtchen als Rücken einstecken und fertig ist die Sache.

Das ist nicht besonders originell oder aufwendig. Aber sieht auch nicht schlecht aus.

Hätte der Rabe keine Mütze auf, wüsste man übrigens nicht, dass es sich zwingend um einen Adventskalender handelt. Das meinte ich mit: Adventskalender für Menschen, denen Weihnachten schnuppe ist.

Die Tütchen bestehen aus Kunststoff und sind leider nicht wiederverschließbar. Dafür gibt es als Info-Sticker immer einen kleinen Geschmackshinweis, der zumindest bei meinen Testkaffees durchaus stimmt.

Der Raben Kaffee-Kalender

Kaffee Test

Für den Test habe ich mir drei Sorten ausgesucht, die ich spannend bzw. sehr gut vergleichbar fand:

  • Den Äthiopien “Yirgacheffe”, weil ich den fast immer in solchen Probierpaketen teste
  • Den Indien “Monsooned Malabar”, weil ich Bock darauf hatte
  • Den Brasilien “Yellow Bourbon”, weil er so angepriesen wird

Insgesamt haben die drei Varianten alle eines gemeinsam: Als ganze Bohne oder frisch gemahlen funktionieren sie in der Nase nicht unbedingt, beziehungsweise zeigen sich sehr „In your Face“.

Nach dem Aufbrühen im Handfilter sieht die Sache allerdings ganz anders aus. Dann überzeugen sie mit einem sehr abgerundeten Geschmack, der einfach Spaß macht. Trotz des Images, der mit einem Namen wie Rabenschwarz einher geht, zeigt sich das Federvieh dabei ausgesprochen brav und nett. Schauen wir im Detail hin.

Äthiopien “Yirgacheffe”

Gerade hier bewies sich im direkten Vergleich mit dem Yirgacheffe von Tres Cabezas, was ich eben über den Rabenschwarz-Charakter schrieb. Im bohnigen Zustand war der Duft sehr zugespitzt und konzentrierte sich vor allem auf die beerig-würzigen Grundnoten, die dieser Sorte zu eigen sind. Er war schlicht ein bisschen zu viel in der Nase.

Vor einiger Zeit habe ich den Äthiopien “Yirgacheffe” schon einmal verkostet, damals sprach ich vom Geruch nach gekochten Karotten. Das würde ich jetzt nicht mehr direkt so unterschreiben, aber ein unschöner Einschlag im In Your Face-Geruch ist definitiv geblieben, den ich nicht ganz zuordnen kann.

Schon nach dem Mahlen entfaltet er sein komplexes Gerüst wesentlich breiter und differenzierter. Ein definitiver Duft nach Hagebutte macht richtig Lust darauf, ihn zu kosten. Außerdem kommen die beerigen Noten jetzt mit einer sanften Frische heraus, die ein wenig was von gemähtem Gras nach Sommerregen haben.

In der Tasse und am Gaumen zeigt sich der Rabenschwarz Äthiopien “Yirgacheffe” mit absoluter Sanftheit und einer sehr genialen Frische, der es aber nicht an Eleganz fehlt. Die Säure ist immer noch präsent, aber längst nicht mehr so überaus hyperaktiv, wie ich damals festhielt.

Der Körper ist dementsprechend auch etwas zurückgenommen, was diesen Kaffee insgesamt zu einem hervorragend trinkbaren, schlichtweg „sauberen Genuss“ macht, der nicht lange anhält, aber zu weiteren Schlucken verführt.

Vielleicht haben die Jungs und Mädels bei Rabenschwarz noch einmal an ihrer Röstung und der Bohnenauswahl gedreht, denn der Yirgacheffe hat (bis auf den Geruch) jetzt wesentlich mehr an zeitgemäßer Vielseitigkeit zu bieten.

Indien “Monsooned Malabar”

Vor fast acht Jahren ist der Indien “Monsooned Malabar” von Rabenschwarz in meinem Test komplett durchgerauscht, sogar schlimmer als der Yirgacheffe.

Und als ich das Adventskalender-Tütchen aufgeschnitten habe, schwante mir schon wieder Übles. Erstens waren die Bohnen etwas unregelmäßig gebräunt, zweitens war der Duft wiederum recht undefiniert und brachte zu ein paar Getreide-Akzenten auch noch Spitzen von „Klärwerk“ oder „stehendes Wasser in Rohr“ mit.

Nach dem Aufbrühen hatte ich sogar einige metallische Noten in der Nase, die sich auch auf der Zunge festsetzen. Die Säure war in Ordnung, vor allem, weil sie die doch recht sanften Bitterstoffe gut ausbalancierten.

Gerade hier könnte der Gegensatz von Duft und Aroma kaum größer sein. Denn aufgebrüht funktioniert der Indien “Monsooned Malabar” wesentlich besser, als man es am Anfang vermuten mag.

Der Kaffee ist nicht besonders körperreich, nachhallend oder sticht überaus positiv und komplex heraus, er ist aber auch nicht so schlecht, wie ich ihn damals erlebt habe. Auch hier glaube ich, dass ein wenig was getan wurde, um den Kaffee besser zu machen.

Ich bin mir aber auch sicher, dass keiner von euch diesen Kaffee zur Lieblingsröstung erheben wird. Dazu hat er einfach zu viele Wenns und Abers und forderte eure Sinne mit zu vielen (undefinierten) Aromen heraus. Doch wie gesagt: Trinken kann man ihn inzwischen sehr gut.

Brasilien “Yellow Bourbon”

Die Arabica-Varietät Bourbon ist unter den Kaffeesorten keine Besonderheit, Yellow Bourbon hingegen schon etwas. Die Kaffeekirschen sind, wie der Name schon sagt, leuchtend gelb und bringen meist sehr süß-fruchtige Kaffees hervor.

Frucht ist beim Brasilien “Yellow Bourbon” von Rabenschwarz auch das bestimmende Thema in der Nase, allerdings ist das Duftaroma zu schwach, um hier wirklich Nuancen zu erkennen. Auch die typische Süße will sich nicht so recht einstellen.

Das zieht sich auch nach dem Mahlen und Aufbrühen weiter, der Kaffee ist sehr fruchtbetont und bringt recht wenig Körper mit. Dennoch ist er sehr schlürfig und hervorragend zu trinken, vor allem, weil er sich wunderbar samtig auf die Zunge legt.

Leider hat man, wie bei den anderen Testsorten auch, nicht viel vom Abgang, dazu fehlt es dem Kaffee schlichtweg an einem gut zementierten Gerüst. Auch hier kann ich nur wieder sagen: Der Kaffee ist sehr gut trinkbar, aber bleibt leider kaum im Gedächtnis.

Drei Kaffees im Test

Der Tres Cabezas Kaffee Adventskalender im Test

Friedrichshainern und Kaffeefans im Allgemeinen ist die Tres Cabezas Rösterei schon länger ein Begriff. Was anderen Röstern und Kaffeebars manchmal an Sympathie fehlt, packen die beiden Inhaber doppelt obendrauf. Vor allem merkt man hier aber unbedingte Liebe zum Kaffee. Was sich auch beim Kaffee Adventskalender zeigt.

Was ist drin?

Tres Cabezas Adventsklander

Kaffeemenge24 x 50 g
Variationen24
ZubereitungHandfilter, French Press, Kaffeemaschine Siebträger
Röstdatum-
MHD-
ExtrasSchnur zum Aufhängen, Kaffeesack
Preis69,90 Euro

Sieht der Preis auf den ersten Blick ein bisschen happig aus, relativiert sich das ganz stark, wenn ihr bedenkt, dass ihr hier 24 verschiedene (!) Single Origins (!) in einer French Press-freundlichen Menge von 50 Gramm erhaltet.

Espressoröstungen und blumige Third Waves sind gleichwertig vertreten und zu jedem Kaffee gibt es Informationen zur Herkunft und zum Anbauort. Außerdem sind die Bohnen jeweils in einem Zip-Lock Beutel verpackt, sodass ihr nicht jede Portion zwingend sofort aufbrauchen müsst.

Hier ist der Überraschungseffekt also den ganzen Advent über hoch. Auch in Sachen Anbaugebiete und Herkunft erwartet euch hier reichlich Abwechslung. Costa Rica ist naturgemäß am häufigsten dabei, weil Tres Cabezas enge Beziehungen zur Sonora Farm in Costa Rica unterhält.

Aber von da aus geht es einmal durch die gesamte Welt. Neben dem schon fast unvermeidlichen Yirgacheffe aus Äthiopien (den ich der Vergleichbarkeit halber auch zum Test herangezogen habe), gibt es Angebote aus Indien, Guatemala, Kenia, Burundi (!), Sumatra und Brasilien, Kolumbien.

Dazu gibt es zwei der Signature Espresso der Rösterei.

Auch hier fehlen wieder die wichtigen Zahlen zum Thema Rösttag und Haltbarkeit. Aber auch hier gehe ich (ähnlich wie bei Rabenschwarz) davon aus, dass euch die Jungs keine ollen Bohnen andrehen.

Präsentation und Design

DIY-Attitüde wird bei Tres Cabezas großgeschrieben. Alle Tütchen sind gelocht und ihr könnt sie an der beigelegten Schnur auffädeln, der Kaffeesack im Paket kann als Hintergrund oder für andere Deko-Ideen herhalten. Oder als Fotohintergrund für diesen Test. Einfach und effektiv, würde ich auch hier sagen.

Auch hier: Drei Kaffeebohne im Test

Kaffee Test

Beim Tres Cabezas Kaffee Adventskalender habe ich folgende drei Varianten ausgewählt:

  • Den Äthiopien Yirgacheffe Aricha (of course)
  • Den Wild at Heart Perfect Espresso (wegen Signature)
  • Den Guatemala Cup of Excellence Finca La Esperanza (blind herausgezogen)

So viel vorweg: Alle drei Kaffees zeigten schon beim Öffnen der Packung, dass hier echte Könner in Sachen Bohnenauswahl und Röstung am Werk sind. Alle drei Sorten hatten einen eigenständigen Charakter und irgendein Detail, das sofort Lust aufs Probieren machte.

Äthiopien Yirgacheffe Aricha

Während der Rabenschwarz Yirgacheffe die Nase eher irritierte, zeigte der Äthiopien Yirgacheffe Aricha von Tres Cabezas sofort, warum diese Sorte so beliebt ist: Fruchtige Kirschnoten, ein paar Blumen, ein bisschen Holzwürze im Untergeschoss und noch einige andere Noten, die man schwer beschreiben kann.

Aufgegossen entfaltet sich eine sehr lebendig-präsente Säure, die aber schlichtweg elegant ist und damit hervorragend funktioniert. Der Körper ist rund und der Nachhall entsprechend angenehm.

Bitterstoffe sind hier eher eine Fußnote – bzw. so gut in den Rest eingebunden, dass sie dem Kaffee seine Breite verleihen, ohne ihn zu sehr in eine bestimmte Richtung zu drängen.

Der Äthiopien Yirgacheffe Aricha von Tres Cabezas funktioniert in jeder Hinsicht und zeigt sich so, wie man es von einem Äthiopischen Kaffee im Allgemeinen und von einem Yirgacheffe im Besonderen erwarten können sollte.

Guatemala Cup of Excellence Finca La Esperanza

Die Farm La Esperanza in Guatemala unter der Federführung von Heleodoro de Jesús Villatoro López hat sich schon mehrfach die Auszeichnung „Cup of Excellence“ verdient, die von der Alliance for Coffee Excellence (ACE) vergeben wird.

Und der Guatemala Cup of Excellence Finca La Esperanza von Tres Cabezas beweist eindrucksvoll, warum das so ist. Dieser Kaffee ist (bisher) mein absoluter Favorit im Kaffee Adventskalender Test, weil er eine überaus breite Palette an Aromen anbietet und seine Versprechen in jeder Hinsicht erfüllt.

Alles bestimmendes Bild und der wirklich beste Vergleich ist „Yogurette“. Das Duft- und Aromengerüst ist genauso wie der Schokoriegel aufgebaut: Süßer Schmelz trifft auf Schokoladennoten, trifft auf Praline, trifft auf Fruchtakzente.

Schon beim Schnüffeln an der Bohne wird klar, dass dieser Kaffee in der Tasse auf jeden Fall breitbeinig daher kommen wird.

Und es stimmt: Ein überaus komplexer Körper wird von einer sehr angenehmen Säure begleitet und das Ganze hat einen enormen Schmelz, der sich wunderbar auf die Zunge legt. Der Nachhall ist dementsprechend lang, auch wenn ihr sowieso Bock habt, direkt noch einen Schluck zu nehmen.

Ich bin mir sicher, dass dieser Kaffee auch als Cappuccino oder Flat White seine Fans finden wird, eben weil hier alles zusammenkommt, was Freunde des Naschens so lieben.

Ich bin fast ein bisschen traurig, dass dieser Kaffee im Tres Cabezas Adventskalender nur einmal vorhanden ist. Ich will mehr!

Wild at Heart Perfect Espresso

Ein bisschen unfair ist es schon, einen Espresso in den Vergleich aufzunehmen, wenn wir vorher nur Filtervarianten angeschaut haben. Sei’s drum, Tres Cabezas bietet euch zur Adventszeit eine breite Abwechslung, also sollte das auch im Test auftauchen.

In meinen Testnotizen zum Wild at Heart Perfect Espresso, der eine Hausblend aus verschiedenen Herkunftsländern ist, stehen zwei wichtige Bemerkungen: “Süße!!!” und „Schoko-Malz-Karamell-Geil“.

Das könnte man so stehen lassen, denn anders lässt sich das dichte Gerüst des Wilden kaum besser zusammenfassen. Dazu müsst ihr in eurer Vorstellungskraft noch ein bisschen Getreide addieren und zärtliche Früchte hinzunehmen, schon seid ihr auf der richtigen Spur.

Auch in der Tasse fällt sofort die Schoki-Kraft auf, die mit ordentlich Wumms (aber nicht zu sehr), den Mund in Anspruch nimmt. Die Bitterstoffe harmonieren mit diesem Stil hervorragend und selbst die gewisse Grundsäure, die hier mitspielt, funktioniert problemlos.

Ich kann gut nachvollziehen, warum diese Mischung eine Signature Blend ist. Hier zeigen Tres Cabezas die gesamte Bandbreite an aktuell beliebten Kaffee-Aromen, die mit ausnehmender Lebendigkeit einfach Spaß machen.

Und: Schon diese drei Mischungen zeigen, dass der Kaffee Adventskalender für wirklich jeden Geschmack etwas parat hat. Wobei ich mir sicher bin, dass die blumigen Röstungen auch ausgesprochene Dunkel-Fans überzeugen können. Und anders herum.

Welcher Kaffee Adventskalender im Test gewinnt?

Solange der Hot Roasted Love-Kaffee Adventskalender noch nicht ausgeliefert und in meiner Testküche angekommen ist, heißt der Sieger Tres Cabezas Kaffee Adventskalender. Er ist einfach in jeder Hinsicht hochwertig und durchdacht.

Allein die drei Teströstungen machen unfassbar Lust auf mehr und auch Details wie der Kaffeesack, die Zip-Lock-Beutel, die Schnur zum Aufhängen zeigen, dass ihr hier für euer Geld wirklich etwas bekommt.

Welcher ist der Bessere?

Auch wenn der Kalender praktisch doppelt so viel wie der Rabenschwarz-Kollege kostet, fühlt ihr euch am 24. Dezember garantiert nicht um euer Geld betrogen. Eher habt ihr neue Favoriten gefunden, die ihr auf jeden Fall nachbestellt.

Nun heißt das aber nicht, dass der Rabenschwarz Adventskalender Schrott ist. Auch er liefert das, was sein Preisschild verspricht. Alles eine Nummer kleiner, alles nicht ganz so abwechslungsreich und mit nicht ganz so guten Noten in Sachen Kaffee Test.

Es ist ein bisschen schade, dass die drei Röstungen auf den ersten Schnüff etwas abschrecken, denn in der Tasse funktionieren sie wirklich gut. Es fehlt ihnen nicht an Charakter, auch wenn dieser nicht ganz so eindeutig ist, wie man sich das vielleicht wünschen würde.

Ich werde die restlichen Portionen aus dem Rabenschwarz Kalender auf jeden Fall zubereiten, eben weil es wunderbare, zärtliche (und recht günstige) Mischungen für den abwechslungsreichen Alltag sind.

Gerade der Yirgacheffe gefällt mir ob seiner Lebendigkeit und Frische wesentlich besser als früher und hier freue ich mich wirklich, dass ich noch zwei Portionen mehr im Advent trinken darf.

Mit dem Rabenschwarz Kaffee Adventskalender macht ihr Einsteigern in die Kaffeewelt auf jeden Fall eine große Freude. Kenner, die auch die kleinsten Unterschiede schmecken und es bei der Auswahl ganz genau nehmen, solltet ihr allerdings lieber mit dem Tres Cabezas Kaffee Adventskalender überraschen.

Habt ihr noch Fragen oder Wünsche? Dann schreibt mir einen Kommentar!


Das ist der Test von 2015


 Leider wird es den Sonntagmorgen.com Kaffee Adventskalender nicht mehr geben. Aber es wird gemunkelt, dass Coffee Circle 2017 einen Kaffee Adventskalender auf den Markt bringt. Das wird natürlich spannend und den werde ich selbstverständlich testen!

Ich habe vor ein paar Wochen schon geschrieben, dass ich die Idee eines Kaffee-Adventskalenders mit ganzen Bohnen interessant finde. Auf amazon.de gibt es zwei Kalender dieser Art. Das schreit natürlich nach einem Kaffee-Adventskalender Test und Vergleich.

Mir wurden netterweise beide Kalender zum Test zur Verfügung gestellt — vielen Dank dafür. Ich trinke gerne und viel Kaffee, aber bei 2 mal 24 Kaffees konnte ich jetzt nicht alles vor Weihnachten testen. Deswegen habe ich exemplarisch drei Kaffees zum Vergleich ausgewählt. Einen Kaffee aus Kenia, einen aus Äthiopien und einen Kaffee aus Brasilen. Diese Regionen waren in beiden Kalendern vertreten.

Kaffee Kalender

Kaffee Adventskalender Test 2015

Es geht mir natürlich vor allem um die Qualität der Kaffees. Deswegen werde ich die Kaffees aus den jeweiligen Anbauregionen direkt vergleichen. Zunächst ein paar oberflächliche Kommentare. Also zur Verarbeitung und Beschaffenheit der Kalender.

Design und Verarbeitung

Die Kalender bestehen beide aus Pappe und haben  24 Türchen (Überraschung). Der Sonntagmorgen-Kalender ist ein wenig kompakter und wirkt deswegen schwerer und stabiler. Auch die inneren Papp-Begrenzungen sind doppellagig und wirken hochwertiger als bei seinem Gegenüber.

Der Sonntagmorgen Kaffee-Adventskalender von innen:

Kaffeekalender von innen Sonntagmorgen

Der The Coffee and Tea Company Kalender von innen:

Kaffeekalender von innen I

Ich muss zugeben, dass ich ein wenig auf Weihnachtskitsch stehe. Hier werde ich bei beiden Kalendern nicht enttäuscht. Der “The Coffee and Tea Company Kalender” zeig sich klassisch-kitschig mit Weihnachtsmann, Tannenbaum und Geschenkehaufen. Ich hoffe, ich bekomme in diesem Jahr auch so einen Geschenkehaufen. Der Sonntagmorgenkalender ist kitschig-modern und erinnert mich an die Weihnachtspromotion von Starbucks (ich hoffe, dass trifft nicht auch auf den Kaffee zu). Mit kaffeetrinkendem Bären, frechem Fuchs und Weihnachtslandschaft.

Wenn ich das Design, Verarbeitung und Haptik zusammennehme, geht der erste Punkt an Sonntagmorgen.

Die 24 Türchen

Kaffee, Kaffee, Kaffee… 48 Türchen mit Kaffee; an beide Kandidaten gehen 100 Punkte. Aber schauen wir genauer hin. Es sind jeweils 24 mal 40g Kaffeebohnen.

In dem The Coffee and Tea Company Kalender verbirgt  sich hinter jeder Tür ein anderer Kaffee.

Kaffee Sorten Kalender

Das ist natürlich eine stolze Leistung. Kaffees aus verschiedenen Anbauregionen wie Guatemala, Kolumbien, Tansania und vielen mehr. Es sind auch 4 Espressoröstungen dabei, davon ist einer entkoffeiniert. Dafür sollte natürlich im Idealfall eine Espressomaschine vorhanden sein. Auch auf die Gefahr hin, dass ich jetzt ein wenig spoile, ein Kopi Luwak (Katzenkaffee) ist auch dabei und es gibt bekanntlich viele Menschen, die den auch probieren wollen. Es sind auch 4 aromatisierte Weihnachtskaffees dabei, mit Mandel, Vanille und Schokolade-Rum. Darauf stehe ich überhaupt nicht, auf Coffeeness habe ich das Motto etabliert:

guter Kaffee kommt ohne künstliche Aromen aus 

Im Test:

  • Kaffee aus Kenia
  • Kaffee aus Äthiopien
  • Kaffee aus Brasilien

In dem Sonntagmorgen-Kalender ist die Kaffeeauswahl kleiner. Es gibt nur 8 verschiedene Kaffees und die kommen jeweils 3 mal vor.

  • Brasilien Fazenda Campestre –> Im Test
  • Kolumbien El Zapote
  • Äthiopien Yirgacheffe Knots Family –> Im Test
  • Sumatra Umang Gayo
  • Burundi Rugabo
  • Kenia Thirikwa Gakuyuni –> Im Test
  • Honduras COMSA
  • Indien Palthope Bison Field

Die Abwechslung im “The Coffee and Tea Company Kalender” ist deutlich größer. Aber es sind aromatisierte Kaffees dabei und dafür muss es einen Punkt Abzug geben. Deswegen komme ich bei diesem Punkt zu einem Unentschieden.

Kaffee Test I Kenia

Den habe ich mit einem Hario Handfilter zubereitet und probiert, ohne zu wissen, welche Kaffees aus welchem Kalender stammen, vielen Dank an meinen Assistenten und Kameramann Mauricio.

Die Kaffeebohnen aus beiden Kalendern sahen hervorragend aus, kein Bruch, keine anderen Defects, also Kaffeebohnen, mit denen irgendetwas nicht stimmt. Sehr schön! Die Kaffeebohnen von Sonntagmorgen sind ein wenig heller und es ist weniger Öl ausgetreten.

Eins vorab: es handelt sich bei allen getesteten Kaffees um anständige Produkte, die besser sind als jeder Supermarktkaffee, wenn ich etwas bemängele, ist das also auf relativ hohem Niveau.

kenia vs kenia

Kenia “The Coffee and Tea Company”

Kenia I

  • Geruch: Erinnert mich eher an lateinamerikanische Kaffees. Schokoladig und angenehm.
  • Körper: Voller Körper und sehr intensiv.
  • Säure: Fast keine Säure, was ich bei einem Kaffee aus Kenia aber eigentlich erwarte.
  • Mundgefühl und Geschmack: Auch beim Geschmack hätte ich jetzt eher auf Guatemala oder so getippt. Sehr rauchig und keine fruchtigen Aromen.

Kenia “Sonntagmorgen”

Kenia II

  • Geruch: Ich sitze in einem Bällebad aus Zitrusfrüchten.
  • Körper: guter Körper.
  • Säure: Ja, oh ja. Das ist eine Zitrus-Fruchtbombe.
  • Mundgefühl und Geschmack: lebendig mit viel Bewegung auf der Zunge. Mit einem frischen Abgang.

Testergebnis und Schulnote

Hier haben wir zwei Kaffees aus Kenia und beide sind sehr unterschiedlich. Der Sonntagmorgen Kaffee erfüllt die Erwartungen an einen kenianischen Kaffee besser. Er hat Säure und zwar eine krasse, nach dem Abkühlen wird sie noch intensiver. Der Coffee and Tea Company Kenia wirkt wenig lebendig und nicht so frisch, wurde aber auch gerne und anstandslos ausgetrunken.

Coffee and Tea Company Kenia: wenig Säure und er wirkt überlagert. Ansonsten angenehm.

Note: 2,8 

Sonntagmorgen Kenia: Toller Kaffee, der aber für viele zu fruchtig sein wird. Ich liebe Kaffees mit viel Wumms, aber sie sind nicht leicht zuzubereiten und können leicht übersäuern. Hier ist gut, dass ihr in dem Sonntagmorgen-Kalender 3 Zubereitungsversuche mit diesem Kaffee habt.

Note: 1,8 

Kaffee Test II Brasilien

Die beiden brasilianischen Kaffees aus den Adventskalendern habe ich in der French Press getestet.

 Kaffee Adevent Brasil

Hier ist bei beiden Kaffees ein wenig mehr Variation in der Rösttiefe. Ansonsten sehen die Bohne wieder gut aus. Die von Sonntagmorgen sind wieder heller und weniger ölig.

Brasilien “The Coffee and Tea Company”

  • Geruch: nussig fein, ein wenig rauchiger als der andere Brasilien-Kaffee
  • Körper: guter Körper
  • Säure: fast keine Säure
  • Mundgefühl und Geschmack: weich und angenehm

Brasilien  “Sonntagmorgen”

  • Geruch:  nussgig fein
  • Körper : mittler Körper
  • Säure: schöne ausdifferenzierte Säure. Gut spürbar auf den Zungenaußenseiten
  • Mundgefühl und Geschmack: weich, seidig und mild

Coffee and Tea Company Brasilien: So gut wie keine Säure, guter Geschmack und Würze. Eventuell ein wenig zu dunkel geröstet.

Note: 2,5

Sonntagmorgen Brasilien: Gute, dezente Säure, guter Geschmack und tolles Mundgefühl. Auch kalt sehr interessant.

Note: 2,2

Beide Kaffees schmecken wirklich hervorragend zu Walnüssen!

Kaffee Test III Äthiopien

Aus beiden Kalendern die dunkelsten getesteten Kaffeebohnen. Besonders schönes Bohnenbild bei dem Sonntagmorgen Äthiopien Kaffee. Ich habe noch einmal in der French Press getestet.

aethopien Advent

Äthiopien “The Coffee and Tea Company”

  • Geruch: ein wenig erdig
  • Körper: voller Körper
  • Säure: fast keine
  • Mundgefühl und Geschmack: Der erinnert mich jetzt sehr an den getesteten Kenia-Kaffee

Äthiopien “Sonntagmorgen”

  • Geruch: viele florale Armomen
  • Körper : guter Körper
  • Säure: tolle lebendige Säure
  • Mundgefühl und Geschmack: vollmundig und blumig. kräftige Säure

Bewertung nach Schulnoten

Coffee and Tea Company Äthiopien: Ich bin mir nicht sicher, ob ich diesen Kaffee im Vergleich zu dem Kenia von The Coffee and Tea Company wiederkennen würde. Das, was ich hier aus Berlin von guten Röstern und Kaffees aus Äthiopien kenne, ist was anderes.

Note: 3

Sonntagmorgen Äthiopien: Bomben Kaffee. Mit Abstand der Beste der getesteten 6 Kaffees.

Note: 1,2

Test Ergebnisse vom Adventskalender Vergleich 2015

Das war auf jeden Fall ein spannender zugegebenermaßen ein wenig anstrengender Test – Ich kann ja auch immer nichts wegkippen und habe echt zu viel Kaffee getrunken. Es handelt sich um zwei schöne Adventskalender mit hochwertigen Kaffees. Sicherlich ist die Zielgruppe unterschiedlich.

Die Entscheidung über das Design überlasse ich euch, der Sonntagmorgen Kalender ist kompakter und ein wenig hochwertiger verarbeitet.

The Coffee and Tea Company Kaffee Adventskalender

Hat in der Beurteilung der Kaffees von mir durchschnittlich eine 2,8 bekommen. Das ist über Supermarktkaffee-Niveau. Es sind aromatisierte Kaffees dabei, was alle Kaffeeliebhaber in die Flucht schlagen wird. Die Kaffes wirkten ein wenig überlagert und recht kräftig geröstet. Die Kaffees sind in der Zubereitung pflegeleicht.

Diesen Kaffeeadventskalender könnt ihr direkt bei Amazon.de bestellen. Mit Versand landet ihr bei ca. 50€

Sonntagmorgen Kaffee Adventskalender

Ich schenke Weinkennern keinen Wein, weil ich mich damit zu schlecht auskenne. Ich schenke Whiskykennern keinen Whisky, weil ich mich blamieren könnte. Diesen Kaffeeadventskalender könnt ihr gerne an Kaffeekenner verschenken. Die Kaffees habe ich im Durchschnitt mit 1,7 beurteilt, was sehr gut ist. Ich hätte nie bei einem Adventskalender so ein gutes Ergebnis erwartet. Ich stelle mir dazu eine unglaubliche logistische Herausforderung vor, so frische Kaffees so klein abzupacken und zu verschicken! Einfach toll. Allerdings habe ich natürlich auch einen sehr frühen Advent.

Ich habe gehört, dass es in ganzen Bohnen nicht so viele Kalender von Sonntagmorgen gibt, also schnell zuschlagen. Ansonsten gibt es den Kalender aber auch in einer gemahlenen Version. Aber nur für den Papierfilter! Auch bei Amazon.de für ca. 50€ oder direkt bei Sonntagmorgen, hier habt ihr den Vorteil, dass ihr euch den wunderbaren Äthiopien Yirgacheffe Knots Family gleich nochmal mit bestellen könnt.

Ich wünsche euch allen eine tolle Adventszeit!

2 Kommentare
  • ein Adventskalendergewinner
    4 November, 2017

    Hallo,
    Leider erfahre ich nicht wie ich gewinne kann.
    Wann erfahre ich dies?
    Sie schreiben, dass sie noch ein Exemplar zum Verlosen erhalten!
    Gewinne! Gewinne! Gewinne!
    Was ihr dafür tun müsst, verrate ich euch noch.

    Würde ihn sehr gern gewinnen.

  • Arne
    4 November, 2017

    Es wird ab ca. dem 20.11. ein größeres Gewinnspiel geben. Die Ankündigung wird über viele Kanäle geschehen. Auf jeden Fall über die Coffeeness-Facebook-Seite

Ich freue mich über deinen Kommentar

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