Der Adler AD 1225 Wasserkocher im Test

Der Adler AD 1225 Wasserkocher im Test Ergebnis

Letztes Update 30.01.2017: Dass ich einen Wasserkocher Test veranstalte, scheint für manche von euch vielleicht überflüssig zu sein. Denn so ein Ding kocht eben nur (mit) Wasser. Ich habe jedoch festgestellt, dass es zwischen einzelnen Geräten durchaus wichtige Unterschiede für den Kaffeegenuss gibt.

Und dass Wasser – nicht nur auf die Temperatur bezogen, sondern auch geschmacklich – eine große Rolle für Kaffee (und Tee) spielt, sind wir uns sicher alle einig. Sobald ihr bei euren Zubereitungsmethoden selbst Hand anlegen müsst, kommt ihr um einen guten Wasserkocher effektiv nicht herum.

Die ganze Vorgeschichte, alles Wissenswerte rund um die Geräte und die Grundlagen zu meinem Test findet ihr sehr ausführlich im Ratgebertext zum Wasserkocher Test 2017.

Günstig und schön
Adler AD 1225 Wasserkocher

Der beste Wasserkocher aus Glas im Test.

An dieser Stelle geht es um meinen Testbericht zum Adler AD 1225 Wasserkocher. Der Kocher aus Glas und Edelstahl ist ein direkter Konkurrent für den Arendo Wasserkocher Primewater (hier geht’s zum Testbericht) und ich vergleiche beide eng miteinander. Den Adler AD 1225 könnt ihr hier auf www.amazon.de kaufen.

Adler ist eine Tausendsassa-Firma und hat neben einigen Wasserkochern auch Tierschermaschinen oder Holzkitt im Angebot. Das muss erst einmal nichts heißen, allerdings werde ich immer etwas nervös, wenn ich nicht einmal eine Homepage finde.

Aber: Der Adler AD 1225 Wasserkocher kann mich doch überzeugen, auch wenn der Vorsprung vor dem Arendo-Kollegen sehr mager ist.

Noch eine wichtige Vorbemerkung: Bei Amazon gibt es diesen Glas Edelstahl Wasserkocher exclusive, der keinerlei Markenangabe mitbringt, jedoch mit dem Adler identisch zu sein scheint. Der markenlose Vertreter ist bei Kunden sehr beliebt, wohl wegen der Angabe “BPA free”.

Ich habe diesen Kocher bestellt und dann den Adler AD 1225 bekommen. Darum geht mein Testbericht nur auf jenen Kocher ein. Beim Adler ist die BPA Free-Angabe nicht vorhanden, weshalb ich diesen Aspekt in meiner Beurteilung auch außen vor lassen musste!

So habe ich getestet

Bei meinem Wasserkocher Test bin ich diesmal etwas methodischer und technischer vorgegangen, als bei Kaffeevollautomaten oder Espressomaschinen. Denn bei einem Wasserkocher ist die Zutat und das Produkt im besten Fall gleich, nur eben heißer.

Auch sind sich verschiedene Geräte sehr, sehr ähnlich, wenn es sich nicht gerade um Produkte mit vielen Zusatzfunktionen handelt. Darum habe ich mir erstens ein Küchenthermometer von Habor und zweitens ein Arendo Stromzählergerät geschnappt und mit den beiden ganz genau geguckt:

  • Die Ausgangstemperatur des Wassers aus dem Hahn lag stets bei rund 19 Grad Celsius.
  • Jeder Wasserkocher wurde immer nur mit genau einem Liter befüllt.
  • Die Kochzeit habe ich mit der Stoppuhr festgehalten.
  • Die tatsächliche Leistung und den Stromverbrauch habe ich mit dem Stromzähler mit dem überprüft.
  • Außerdem habe ich die Wassertemperatur direkt nach dem Kochen und nach einer Minute Standzeit mit offenem Deckel überprüft.

Andere Aspekte wie Sicherheit, Handling und was mir sonst noch aufgefallen ist, sind natürlich eingeflossen. Aber die Temperaturen und die technische Kontrolle waren mir wichtig, um Stromfresser zu identifizieren und Herstellerversprechen zu überprüfen.

Nach einer bekannten Barista-Faustformel erreicht Wasser aus dem Kocher nach etwa einer Minute Rumstehen mit offenem Deckel die optimale Brühtemperatur für den Handfilter oder die French Press von etwa 94 Grad – darum auch die Doppelmessung.

Der erste Eindruck

Der Adler AD 1225 Wasserkocher unterscheidet sich auf den ersten Blick kaum von den Kollegen aus der gleichen Sparte: Er besitzt einen Glaskorpus, der in einem Edelstahlsockel endet, in dem sich das flache Heizelement befindet.

Adler Glas Kocher

Im Gegensatz zum Arendo besteht der Adler-Kocher auch am Ausguss komplett aus Glas und ähnelt einer Teekanne. Der Deckel und der Griff sind aus schwarzem Kunststoff.

Den Glasausguss finde ich einerseits ziemlich gut, da das Wasser so beim Ausgießen kaum mit Kunststoff in Berührung kommt. Warum mir das wichtig ist, erfahrt ihr ausführlich im Begleittext. Andererseits könnte so eine zarte Tülle natürlich schnell einmal kaputtgehen – Punktabzug.

Der Adler Wasserkocher kostet rund 28 Euro und damit knapp zehn Euro weniger als der Arendo. In der Amazon Bestsellerliste für Wasserkocher werdet ihr ihn nicht finden (oder habe ich ihn übersehen?) – was nichts heißen muss, wenn es um die Qualität geht.

Das Gerät liegt gut in der Hand und der wichtige Kalkfilter ist hier an Scharnieren am Deckel befestigt. Das macht das Putzen im Inneren des Kochers aber nicht gerade leichter, denn irgendwie ist er immer im Weg.

Auch hat er keine Ersatzfilter im Angebot wie der Arendo, was schade aber eben auch nicht Standard ist. Dafür ist der Adler-Filter größer und etwas feiner.

Insgesamt ist der Adler bauchiger als der Konkurrent, sieht aber vom Gesamteindruck her etwas schicker aus – was natürlich Geschmackssache bleibt.

Der kabelgebundene Sockel des Adlers ist eher leicht und besitzt eine 360 Grad-Funktion. Ihr könnt den Behälter also aufsetzen, wie ihr lustig seid. Zwar finde ich auch diesen Sockel etwas zu leicht, doch ist er schwerer als der Sockel des Mitstreiters im Test.

Sockel des Kochers
Linkshänder freuen sich über die beidseitige Füllskala, die beim Arendo leider vergessen wurde. Auch hier müsst ihr mindestens 0,5 Liter und könnt höchstens 1,7 Liter Wasser auf einmal kochen. Die Skala ist leider wieder etwas grob, dafür aber eindeutig.

Der Kocher ist auf die Einhand-Bedienung ausgelegt und besitzt einen entsprechenden Deckel-Öffnungsknopf am oberen Griffrand. Darunter befindet sich der Ein-Aus-Schalter.

Deckel des Kochers Knopf

Erfreulich: Der Deckel rummst nicht so auf, sondern geht relativ langsam nach oben – ein guter Schutz gegen heiße Wasserspritzer.

Fassen wir meinen ersten Eindruck kurz zusammen:

Vorteile

  • 360 Grad Sockel.
  • gutes Gewicht.
  • gute Verarbeitung.
  • standstabil.
  • gut geformter Ausgießer aus Glas.
  • wenig Kunststoff.
  • großer, feinporiger Kalkfilter.
  • flaches Heizelement.
  • Einhand-Bedienung möglich.
  • beidseitige Füllskala.
  • Deckel geht relativ sanft auf.

Nachteile

  • grobe Füllskala.
  • Ausgießer könnte kaputtgehen.
  • Deckel aus Kunststoff.
  • Basisstation zu leicht.

Wenn ihr euch den Adler AD 1225 und den Arendo Primewater im direkten Vergleich anschaut, hat der Adler zumindest äußerlich einige, wenn auch kleine Vorteile gegenüber dem anderen Wasserkocher.

Besonders wichtig sind für mich der Glasausgießer und der langsame Deckel – und das bekommt ihr zum günstigeren Preis.

Der Adler AD 1225 Wasserkocher im Einsatz

Der ekelhafte Eiergestank beim ersten Kochen mit dem Arendo hat mich völlig fertig gemacht. Darum habe ich mich beim Adler auf etwas Ähnliches eingestellt. Aber hier blieb meine Nase vollkommen ruhig. Das mag sowohl am wenigen Kunststoff, als auch an einer besseren Materialqualität liegen.

Die Anzeige der Füllmenge

Dennoch: Lasst den Kocher stets erst ein paar Mal durchnuddeln, bis ihr die erste Portion Wasser trinkt. Das entfernt Rückstände, Staub u.ä.

led_blau_wasserkocher_test

Auch den Adler AD 1225 Wasserkocher habe ich natürlich auf seine technischen Werte hin untersucht. Dabei ist herausgekommen:

  • Die Nennleistung beträgt 2.000 Watt, effektiv dümpelt er bei rund 1.800 Watt herum.
  • Nach dem Kochen beträgt die Wassertemperatur 99,1 Grad Celsius.
  • Nach einer Minute sind es Handfilter-freundliche 94,2 Grad Celsius.
  • Für das Kochen musste der Adler aufgrund seiner grundsätzlich geringeren Leistung 3.50 Minuten laufen.
  • Dabei hat er 0,117 kWh verbraucht.

Die Werte aller getesteten Geräte findet ihr im Vergleich im Ratgeber-Text. Für den Adler selbst ließen sich die Zahlen in mehrfacher Hinsicht interpretieren:

  • Selbst wenn ich Messfehler, unterschiedliche lokale Voraussetzungen und sonst etwas berücksichtige, ist es ziemlich deutlich, dass die Hersteller bei ihren Wattzahlen tricksen. Mit „nur“ 200 Watt Abweichung ist der Adler da noch verträglich unterwegs. Beim Camry CR 1242 Test waren es sogar rund freche 700!
  • Anständig kochend heißes Wasser fast direkt am Siedepunkt sollte man von einem Wasserkocher schon erwarten dürfen – hier gibt es aber oft Abweichungen.
  • Dass das Wasser nach nur einer Minute so weit abgefallen ist, ist einerseits natürlich prima – schneller zum Kaffee! Andererseits spricht das erst einmal gegen eine gute Isolierung.

Doch der Kannenbauch wird zwar ziemlich warm, aber nicht ultraheiß. Ich würde eher darauf tippen, dass die größere Öffnung der Kanne für den starken Temperaturabfall sorgt.

Der größte Unterschied zwischen Arendo und Adler liegt in der Kochzeit, die aufgrund einer geringeren Leistung (der Arendo besitzt nominal 2.200 Watt) zustande kommt.
Auch der daraus resultierende höhere Verbrauch (Arendo: 0,107 kWh) spricht erst einmal gegen den Adler.

Glas muss entkalkt werden

Auch dieser hat eine schicke LED-Leuchte, die beim Wasserkochen für hübsche Effekte und Zen-Ansichten sorgt und schaltet sich automatisch ab. Er hat nach etwa zwei Minuten noch einmal „nachgeklickt“. Dies ist ein akustisches Signal dafür, dass der Kocher wieder benutzt werden darf.

Der Deckel geht, wie gesagt, schön langsam auf und das Ausgießen mit der kleinen, zarten Tülle ist ein echtes Träumchen – Dosieren geht damit ziemlich gut.

Gerade beim Adler AD 1225 Wasserkocher ist ein Blick auf meine PROs und CONTRAs ziemlich wichtig, weil hier die Details die Musik machen:

  • annehmbare technische Werte (für den Preis).
  • Selbstabschaltung.
  • gut sichtbare LED Beleuchtung.
  • ordentliche Isolierung.
  • Das Wasser wird wirklich heiß.
  • keine Geruchsentwicklung.
  • guter Temperaturabfall für schnellen Wassergebrauch.
  • langsame Öffnung des Deckels.
  • sehr gutes Ausgießen.
  • Nennleistung entspricht nicht der tatsächlichen Leistung
  • höherer Stromverbrauch
  • längere Kochzeit

Die Reinigung

Wie mit dem Arendo kommt ihr beim Adler um eine häufigere Polier-Session nicht herum, sonst ist der Look hinüber. Wie schon erwähnt, ist der Kalkfilter am Deckel zwar immer ein bisschen im Weg, aber die größere Öffnung macht das Putzen tendenziell trotzdem leichter.

Hier habe ich jedoch wieder Schiss, dass ich dabei den zarten Glasrand irgendwie beschädigen könnte. Die Angst mag unbegründet sein oder ist einfach ein Risiko, das man sich mit einem Wasserkocher aus Glas nun einmal ins Haus holt.

Nach dem ersten Kochen haben sich, wie bei viele anderen Kochern auch, leider auch hier gleich hartnäckige kleine Kalkflecken am Edelstahlboden abgesetzt – ein Zeichen für eine etwas geringere Stahlqualität und eine Aufforderung an euch, öfter mal zu Essig oder Zitronensäure zu greifen.

Mein Fazit: Testsieger bei den Glas-Wasserkochern

Angenommen, ich hätte als Glaskocher-Fan nur den Arendo Primewater und den Adler AD 1225 Wasserkocher zur Auswahl – ich würde mich für den Adler entscheiden.

Das Auskippen klappt gut

Zwar muss ich hier für zehn Euro weniger ein paar Abstriche hinnehmen, vor allem, was die Leistung betrifft. Aber einige Vorteile stehen dabei für mich im Vordergrund:

  • sehr wenig Kunststoff.
  • bequemes Handling.
  • insgesamt stabiler als der Arendo.
  • sehr schönes Dosieren.
  • langsame Öffnung des Deckels.
  • leichteres Reinigen (auch wenn der Edelstahl etwas schlechter ist).

Da ich in der Kategorie Wasserkocher aus Glas nur diese beiden Geräte gegeneinander habe antreten lassen, küre ich hiermit den Adler AD 1225 zum Testsieger. Den Adler AD 1225 könnt ihr hier auf www.amazon.de kaufen.

Und wie seht ihr das? Kennt ihr den Adler oder den Arendo oder habt sogar ein paar Vorschläge für noch bessere Geräte? Sagt’s mir gerne im Kommentar!

1 Kommentar
  • Isabelle
    19 Mai, 2017

    Super interessante Testberichte!
    Mich interessieren Glaswasserkocher auch schon lange, wenn meiner kaputt geht, wirds als nächstes Glas. Vorher ersetzen möchte ich nicht gerne, ist ja irgendwie auch nicht nachhaltig 😉

    Kennst du den Glaswasserkocher von WMF?
    Den finde ich sehr interessant, da er 3000 W hat (ich bin sehr ungeduldig :D)
    Ist allerdings auch etwas hochpreisiger 😉

    Viele Grüße
    Isabelle

Ich freue mich über deinen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.