Als Barista hat man es nicht immer leicht!

Ich habe gerade meine Zeit als Barista hinter der Kaffeebar resümiert und habe ein paar Dialoge rekonstruiert. Es geht jetzt nicht darum, zu sagen, alle Gäste in einem Kaffeehaus seien schrecklich, aber ich möchte euch einige der wenigen schrecklichen Höhepunkte vorstellen 😉 Weil sie einfach unterhaltsam sind. Wer will schon hören, „wir waren so nett zueinander„. Leider erinnere ich mich an die negativen Erfahrungen auch viel besser!

1. An der Getränkeausgabe:

Geht mal davon aus, dass die Getränke ordnungsgemäß gemacht sind und ich freundlich bin 😉

Ich: „Hier Ihr Cappuccino, viele Dank!

Dame (ca. 60), *böser Blick* (nimmt ihr Getränk). Sehr Laut: „Das ist kein Cappuccino!

Ich: „Oh.. das ist ein Cappuccino, so wie wir ihn hier machen. Aber ich kann Ihnen ihn sehr gerne anders zubereiten.

Dame: „Junger Mann, ich habe in meinem Leben schon viele Cappuccinos getrunken, auch in Italien und das ist keiner.

Ich: „Ok, ich mache ihn einen neuen. War ihnen der Cap…das Getränk zu leicht?

Sie: „Ja, nur Schaum. Ich will keinen Schaum. Also nur einen Löffel Schaum drüber.

Ich: „Alles klar, bestellen Sie nächstes Mal einfach eine „Kaffee Latte“, dann bekommen Sie, was sie wollen.

Sie: „Ich will aber einen Cappuccino.

Ich: “Das ist der.

Sie: „Danke!

2. Ich räume die Tische ab

Schnappe mir eine Tasse

Ich: „hat es Ihnen geschmeckt?

Dame 2 (wieder ca. 60 (…) mit denen habe ich es): „Das wollte ich noch trinken“.

Ich schaue erschrocken in die Tasse. Völlig leer und trocken.

Ich (ein wenig zu mir selbst): „die Tasse ist leer„. Und drehe sie zum Beweis um, was jetzt nicht gerade der freundlichste und beste move war).

Dame 2: „Ja, aber ich wollte das trotzdem noch trinken.“

Ich: „…Ok, darf ich Ihnen ein neues Getränk spendieren?

Dame 2: „NEIN!“

3. Wir finden im Kaffeehaus eine Handtasche:

Wie es sich gehört schauen wir (zu zweit) nach, ob ein Ausweis oder eine Adresse drin sind und um zu protokollieren was drin ist. Wow, Portemonnaie mit 2000€! Wir fragen uns wer so viel Geld mit sich rumschleppt und dann noch schafft es zu verbummeln. Ab in den Tresor.

20 Minuten Später:

Ein Mann (ca. 50 im Anzug): „Meine Frau hat hier Ihre Handtasche verloren.

Ich: „Wie ist denn der Name Ihrer Frau?

Der Mann: „Was tut das denn zur Sache, habe Sie sie gefunden oder nicht?

Ich: „Na ja, dann könnte ja jeder der beobachtet hat, wie die Tasche gefunden wurde, die Handasche abholen.

Der Mann: Jetzt sehr unfreundlich „Frau (…).

Ich: „Ok, die Namen stimmen überein, die haben wir gefunden!

Der Mann: „Gott sein dank!

Ich hole die Tasche und gebe sie ihm.

Der Mann: „Danke“ (schaut rein und findet die 2000 an ihrem Platz)“ wundert mich, dass das Geld noch da ist“, wirft uns einen bösen Blick zu und geht.

Keine Belohnung …auf die hätten wir natürlich nie bestanden, da ich solche Leistungen als guten Service ansehe, schade!

Rehabilitation alle Kaffeehausbesucher

Ich muss jetzt aber zur Rehabilitation aller Kaffeehausbesucher sagen, dass das die schlimmsten drei Fälle meiner Barista Zeit sind und dass ich auch gerade in Sachen Finderlohn das krasse Gegenteil erlebt habe!

Viele Grüße,
Arne

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