Der Arendo Primewater Wasserkocher im Test

Der Arendo Primewater Wasserkocher im Test Ergebnis
Veröffentlichungsdat um: 5. Februar 2017 von 0

Letztes Update: 05.02.2017: Eines der wichtigsten Gebote guten Kaffees lautet: Du sollst gutes Wasser mit der richtigen Temperatur verwenden. Und das kommt bei manuellen nun einmal meistens aus dem Wasserkocher.

Darum habe ich mich für euch dem großen Wasserkocher Test 2017 gestellt und viele verschiedene Geräte genau unter die Lupe genommen.

Warum ich mir diese Mühe gemacht habe und warum ein Wasserkocher wichtiger ist, als ihr vielleicht denkt, lest ihr in meinem ausführlichen Begleittext.

Glaswasserkocher sind momentan ziemlich angesagt, weshalb ich in dieser Kategorie auch zwei Geräte genau unter die Lupe genommen habe. In diesem Testbericht geht es um den Arendo Wasserkocher Primewater. Den Testbericht zum Adler Wasserkocher findet ihr hier.

Arendo besitzt nur eine Facebook-Page, scheint aber europaweit tätig zu sein und ist auch bei Amazon mit vielen Produkten rund um den Haushalt vertreten. Die Geräte haben alle ziemlich gute Bewertungen und ich wollte einmal schauen, was dahinter steht.

Schöner Glas Wasserkocher
Arendo Primewater Wasserkocher

Ansonsten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

So viel vorweg: Der Arendo Wasserkocher aus Glas und Edelstahl ist keine schlechte Investition. Aber sicher auch nicht die beste auf dem Gebiet. Hier könnt ihr euch den Arendo Primewater Wasserkocher auf www.amazon.de anschauen.

So habe ich getestet

Ein Wasserkocher Test ist insofern schwierig, als dass die Geräte bei ihren Funktionen und Leistungen erstens ziemlich eindeutig sind und zweitens nah beieinander liegen. Denn ein Wasserkocher soll schließlich nichts Anderes können als Wasser zu kochen.

Darum habe ich für meinen Wasserkocher Test so etwas wie ein Labor in meiner Küche errichtet, um den Geräten ganz genau auf den Zahn zu fühlen. Dabei habe ich die technischen Werte genauso überprüft wie die Handhabung und die Anwendung.

Wie auch seine Kollegen musste sich der Arendo Primewater folgenden Grundbedingungen stellen:

  • Die Ausgangstemperatur des Wassers lag bei rund 19 Grad Celsius (aus dem Wasserhahn).
  • Ich habe genau 1 Liter aufgekocht.
  • Ich habe die Kochzeit mit der Stoppuhr gemessen.
  • und die Nennleistung sowie den Stromverbrauch mit dem Arendo Stromverbrauchszähler überprüft.
  • Danach habe ich die Wassertemperatur direkt nach dem Kochen und nach einer Minute Standzeit mit offenem Deckel überprüft.

Kaffee-Fans wissen: Die Wassertemperatur muss zur Zubereitungsmethode passen und ein niedriger Stromverbrauch ist immer ein gutes Argument für alle, die oft und gern (Kaffee) kochen.

Nach einer Faustformel sollte man das Wasser im Kocher immer eine Minute stehen lassen, um es zum Beispiel auf die optimale Brühtemperatur für den Handfilter oder die French Press zu bringen. Diese beträgt etwa 94 Grad.

Der erste Eindruck

Der Arendo Wasserkocher Primewater steht in der Amazon Bestsellerliste für Wasserkocher aktuell auf Platz 11. Davor und danach gibt es ähnliche Wasserkocher aus Glas, die sich alle in einem ähnlichen Preisrahmen bewegen.

Arendo Wasserkocher mit Verpackung

Mit seinen rund 38 Euro ist er als weder ein Schnäppchen, noch überteuert. Beim Auspacken fällt der Primewater zuerst durch sein angenehmes Gewicht auf und sieht rumdum gut verarbeitet aus.

Besonders gut finde ich, dass ein ganzer Satz an Ersatz-Kalkfiltern aus der Packung purzelt, denn gerade in Gegenden mit stark kalkhaltigem Wasser (also fast überall in Deutschland) geben die Siebe schnell ihren Geist auf.

Diese Filter sind zwar nicht besonders groß und auch nicht ultrafein – aber dennoch gut, dass sie da sind.

Wie viele seiner Kollegen besitzt der Primewater einen Glaskorpus, der in einem glatten Edelstahlboden zum Wasserkochen endet. Glas ist theoretisch vollkommen geschmacksneutral und gibt keine Bestandteile ans Wasser ab – ihr könnt also auf pures Wasservergnügen hoffen.

Wasserkocher aus Glas

Außerdem ist so ein Wasserkocher aus Glas ziemlich schick – was auch nicht zu verachten ist. Der Rand des Arendo ist allerdings in Kunststoff gefasst, was wiederum zwei Seiten hat:

Einerseits mache ich mir so weniger Sorgen darum, dass der filigrane Ausguss kaputt geht (wie das zum Beispiel im Test des Adler AD 1225 Wasserkochers der Fall war). Andererseits können in dieser Kunststoffumrandung Bestandteile enthalten sein, die sich beim Kochen herauslösen.

Wie viele moderne Wasserkocher bietet der Arendo einen kabelgebundenen Sockel, auf den ihr den Behälter in 360 Grad aufsetzen könnt. Darüber freuen sich sowohl Grobmotoriker, als auch Linkshänder, allerdings müssen diese beim Arendo leider mit einer einseitigen Füllskala leben.

Während der Behälter ziemlich schwer ist, sich aber angenehm handhaben lässt, ist der Sockel in meinen Augen viel zu leicht. Das macht die Einhand-Wasserkocherei schwierig, weil der Sockel gern wegrutscht. Habt ihr es doch geschafft, steht das Ding allerdings bombenfest auf der Arbeitsfläche.

Sockel

Die Füllskala zwingt zu einer Mindestfüllmenge von 0,5 Liter und geht bis zu 1,7 Liter. Dazwischen gibt es nur einen weiteren Strich für den Liter. Bei genaueren Füllmengen-Wünschen müsstet ihr also den Messbecher zu Hilfe nehmen. Aber wenigstens ist die Skala eindeutig (nicht wahr, Philips HD 4646/20 Wasserkocher?!).

Füllstand Anzeige

Ihr könnt den Arendo Wasserkocher problemlos einhändig bedienen, weil sich der Deckel über einen gut verarbeiteten Knopf am Kunststoffgriff öffnen lässt. Aber Achtung: Er springt mit ziemlich viel Karacho auf und könnte heißes Wasser verspritzen!

Mein erster Eindruck im Schnelldurchlauf:

Das sieht gut aus!

  • 360 Grad Sockel.
  • gutes Gewicht.
  • standstabil.
  • gut geformter Ausgießer.
  • Kalkfilter inklusive mehrfachem Ersatz.
  • flaches Heizelement.
  • Einhand-Bedienung möglich.
  • solide Verarbeitung.

Konnte auf den ersten Blick nicht überzeugen.

  • einseitige, grobe Füllskala.
  • Deckel springt zu energisch auf.
  • Basisstation zu leicht.
  • Wasser kommt beim Ausgießen mit Kunststoff in Berührung.

Der letzte Punkt ist für mich fast ein Ausschlusskriterium, weil ich einfach überhaupt kein Freund davon bin, irgendwelchen Mist in meinem Wasser zu haben, den nicht einmal ein Brita Filter entfernen könnte.

Kleines Update: Es gibt inzwischen eine neuere Modellversion, bei der der Kunststoff komplett Edelstahl gewichen ist. Das finde ich prima und ich halte es für ein Zeichen, dass ich nicht der einzige mit diesen Bedenken bin.

Der Arendo Wasserkocher Primewater im Einsatz

Im Gegensatz zu Voll-Kunststoff-Geräten verströmt der Arendo Wasserkocher keinen Kunststoffgeruch beim ersten Kochvorgang. Wohl aber eine durchdringende Note nach faulen Eiern. Wo die herkam, weiß ich nicht, ich kann nur meinen Rat wiederholen:

Blaues LED Blubbern

Kocht ein paar volle Ladungen, die ihr anschließend wegschüttet. Das spült Verunreinigungen und Produktionsrückstände aus dem Kocher. Zusätzlich helfen Essig oder Zitronensäure.

Sollte der Eier-Gestank nicht verschwinden, ist das Gerät natürlich Schrott, aber ich denke, dass hier der Neugerät-Effekt am Werke war. Falls jemand von euch das Gegenteil bestätigen kann, schreibt mir gern einen Kommentar.

Bei den technischen Messwerten hat der Arendo Wasserkocher folgendermaßen abgeschnitten:

  • Einer Nennleistung von 2.200 Watt steht eine tatsächliche Leistung laut Strommesser von 2.020 Watt gegenüber. Schon wieder einer, der seine Geräte schön schummelt.
  • Die Wassertemperatur liegt nach dem Kochen bei fast siedenden 99,6 Grad Celsius
  • Nach einer Minute sind wir bei 96,6 Grad Celsius angekommen.
  • Für das Kochen von 1 Liter Wasser hat der Arendo 3.13 Minuten gebraucht
  • Und hat dabei 0,110 kWh verbraucht.

Einen aufschlussreichen Vergleich der Werte aller Geräte findet ihr im Wasserkocher Test 2017 Begleittext. Für den Arendo selbst ist das Urteil eher mittel: Diese Werte erreicht auch ein superbilliges Gerät (wie etwa der Philips HD4646/20 Test zeigt).

Öffnung

Der Eiergeruch geht mir auf den Keks und ich mag es nicht, wenn ich für etwas zahlen soll, das nicht stimmt.

Für sich betrachtet sind die Werte jedoch vollkommen im Rahmen und der Wasserkocher versüßte mir die Wartezeit mit ein bisschen LED-Lichtdisko und dem schönen Anblick von blubberndem Wasser.

Eine Abschaltautomatik gibt es auch, allerdings dachte ich zunächst, dass der Kocher diese nicht hat, weil er noch weitermachte, obwohl es schon auf voller Schubkraft blubberte. Das zeigt, dass der Arendo den Siedepunkt ernst nimmt und nicht nur in der Gegend bleiben möchte – prima, wenn ihr wirklich heißes Wasser benötigt.

Allerdings müsst ihr dann ein bisschen länger warten, bis wir bei unserer 94 Grad-Marke angekommen sind.

Der Glaskorpus wird beim Kochen ziemlich warm und ich würde ihn nicht anfassen. Verbrennungen holt man sich aber nicht, das Glas ist also recht gut isoliert. Auch bleibt der Griff vollkommen kalt.

Wie ich schon sagte: Beim Deckel aufmachen müsst ihr ein bisschen in Deckung gehen, aber ansonsten klappt das Ausgießen ganz lässig.

Schauen wir uns die Pro- und Contras für den Arendo Primewater noch einmal in der Übersicht an:

Vorteile

  • annehmbare technische Werte.
  • Selbstabschaltung.
  • gut sichtbare LED Beleuchtung.
  • ordentliche Isolierung.
  • Das Wasser wird wirklich heiß.

Nachteile

  • Nennleistung entspricht nicht der tatsächlichen Leistung.
  • Deckelöffnung ist ein kleines Sicherheitsrisiko.
  • DIESER VERDAMMTE EIERGERUCH.

Die Reinigung

Bei einem Wasserkocher aus Glas muss das Poliertuch natürlich öfter ran – sonst sieht das Ding nicht mehr lange so ätherisch und hübsch aus. Außerdem verhindert ihr so mit einem Wisch, dass sich Kalk auf dem Heizelement absetzt. Denn das senkt die Leistung und die Wasserbalance erheblich.

Wenn ihr jemanden mit besonders kleinen Händen kennt, solltet ihr ihn jedes Mal anrufen, wenn der Arendo eine Politur braucht. Denn große Hände kommen durch die Mini-Öffnung nur mit Mühe. Das Reinigen an sich ist allerdings kein Problem.

Schöner Glas Wasserkocher
Arendo Primewater Wasserkocher

Ansonsten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Den Kalkfilter könnt ihr zum Durchspülen herausnehmen und dann austauschen, wenn der Kalk die Poren sichtbar verstopfen sollte. Das Heizelement kriegt ihr übrigens mit einem Wisch wieder blitzeblank, was ein Zeichen dafür ist, dass hier guter Edelstahl eingebaut wurde.

Bei billigen Wasserkochern (oder eben überteuerten) bleiben in Gegenden mit sehr kalkhaltigem Wasser sofort keine Flecken auf dem Boden zurück, die sich praktisch eingebrannt haben. Beispiel hierfür sind sowohl der Kunststoff-Philips, als auch der Glas-Adler.

Mein Fazit: Was taugt der Arendo Wasserkocher Primewater?

Als großer Fan von Glaswasserkochern bin ich beim Arendo Wasserkocher Primewater weder enttäuscht, noch sonderlich euphorisch. Der Preis liegt im Rahmen, die Leistung ist okay und der Look stimmt auch.

Es sind eher kleine Dinge, die mich so ein bisschen gegen dieses Gerät stimmen:

  • Die Leistungswerte kriege ich auch zum halben Preis.
  • Die Werte stimmen nicht ganz.
  • Geruch (zumindest am Anfang).
  • viel zu leichter Sockel.
  • unnötiger Kunststoff.

Auf der anderen Seite stehen die Einhand-Bedienung und sehr heißes Wasser, allerdings sage ich da „Ja, und?! Das darf man von einem Wasserkocher doch wohl erwarten!”

Hier könnt ihr euch den Arendo Primewater Wasserkocher auf www.amazon.de anschauen.

Heißes Wasser ausschenken

Darum lautet mein Fazit: Kann man machen, muss man aber nicht. Testsieger in der Kategorie Wasserkocher aus Glas ist jedenfalls ein anderer.

Welche Meinung habt ihr oder kennt ihr den Arendo Primewater aus der Praxis? Hinterlasst mir gern einen Kommentar!

Nicht so schüchtern. Ich freue mich von dir zu hören.

Ich freue mich über deinen Kommentar

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