Der große Espresso Test 2019

Auf Coffeeness teste ich seit 2008 Espressobohnen. So hat dieser Kaffee-Blog angefangen und diese Tests sind immer noch ein wichtiger Teil von Coffeeness. Die Auswahl des richtigen Espressos für den Siebträger oder den Kaffeevollautomaten ist nicht immer einfach. Hier stelle ich meine Favoriten vor.

  • Langen

    Arnes Empfehlung

    Tolles Preis-Leitungs-Verhältnis

    Beständige Qualität seit Jahren

    Viele Bio Kaffees

    Keine sehr fruchtigen Kaffees

  • Quijote Kaffee

    Arnes Empfehlung

    Bestes Preis-Leistungsverhältnis

    Tolles Preis-Leistungs-Verhältnis

    Tolles Team

    Tolle Espressos

    Machmal ausverkaufte

  • Illy Espresso

    Für Supermarktbohnen relativ gut

    Zu teuer bei der Qualität

    Oft alt im Supermarkt

    Komische Werbeversprechen

Espresso Test 2019: Die Ewige Suche Nach Der Besten Bohne

Auf Coffeeness.de teste ich schon seit 2008 Espressos. Regelmäßig bekomme ich Testpakete zugeschickt und kann meinem Ruf als Feinschmecker alle Ehre machen. Auch 2019 geht es mit den Tests der besten Espressobohnen weiter. Was gibt es Schöneres, als in seinem Kaffee Blog den Shot mit der getigerten Crema zu testen. Solltet ihr nach Kaffeebohnen Tests für eure Kaffeemaschine suchen geht es hier entlang:


Was ihr hier nicht findet:

Instant-Espresso jeglicher Art, lösliche Kaffees oder Espresso-Pads sind für mich ein absolutes no-go. Die Umwelt und eure Gesundheit liegt mir viel zu sehr am Herzen, um euch mit so einem Schund zu belästigen, oder ihn euch gar zu empfehlen.

In meinen Tastings bekommt ihr Tipps, wo ihr die besten Espressos online kaufen könnt. Ich mache gerne ausführliche Testberichte mit Bewertungen.

Auch Stiftung Warentest und Ökotest testen Kaffees und Espressos, dort geht es aber in erster Linie um überall erhältliche Supermarktkaffes. Auf Coffeeness.de geht es um Edel-Espressos von den besten Röstern Deutschlands.

Im folgenden Text und auch auf ganz Coffeeness.de verwende ich den Plural „Espressos“ und nicht „Espressi“ – das ist sicher Geschmackssache.

Espressobohnen Tests

Mein Ziel ist es euch eine gute Empfehlung aus der Sicht eines Baristas zu geben. Ich helfe euch bei der Kaufentscheidung und gebe euch Tipps, wie ihr die empfohlenen Espressos zubereitet könnt.

Außerdem gebe ich euch reichlich Ideen, was besonders gut zu dem getesteten Espresso passt, ob es ein schön rauchiger Schinken oder ein aromatischer Käse ist.

Berlin ist ein Schlaraffenland für Espresso-Feinschmecker. Ich bin viel in Berlin unterwegs und schaue mir auch hier die Röster und Cafés genau an und berichte über meine Ausflüge nach Kreuzberg oder in den Prenzlauer Berg.

Arne mit Professional PLH

Welche Espressos Teste ich?

Ich teste für euch die Espressos mit dem besten Ruf. Dabei kommen mir meistens Leckereien von Kleinröstern in die Espressotasse aber ich teste auch Produkte von bekannten Marken, weil sich auch viele Kaffeeliebhaber für diese Marken interessieren.

Ob Segafredo, Illy, Lavazza, Fausto oder Alnatura, fast alle sind dabei. Sollte euch eine Marke fehlen, lasst es mich bitte wissen. Leider muss ich sagen, dass die Discounter- und Supermarktkaffees in meinen Tests meistens sehr bescheiden abschneiden, anders als bei Ökotest oder Stiftung Warentest.

Selbstverständlich teste ich nur Espressos in der ganzen Bohne, die ich frisch mahle. Fertig gemahlener Espresso kommt mir nicht ins Haus.

Die italienisch Art Kaffee zu kochen, teste ich auch an Fairtrade- und Biozertifizierten Espressos, allerdings ist dies keine Voraussetzung für einen Test.

Es handelt sich eben nur um Zertifikate und es gibt Kaffeefarmen, die weit über dem Niveau dieser Regulierungen operieren aber aus Kosten- oder Zeitgründen diesen Zertifizierungsprozess noch nicht durchlaufen haben. Deswegen finde ich Modelle des direkten Handels auch so interessant.

Ich teste Espressos aus allen Anbauregionen. Äthiopien ist besonders oft vertreten.

Wie ich Espresso Tests durchführe

La Pavoni

Diese Espressomaschine nutze ich

Ich teste alle Espressos mit meiner La Pavoni Professional, eine der schönsten Espressomaschinen der Welt. Dieser Siebträger wird in Handarbeit hergestellt und die Espressozubereitung mit ihm ist ebenfalls per Handhebel durchzuführen.

Eine Handhebelmaschine ist eine Diva. Sie hat sozusagen ihren eigenen Willen und verlangt ihrem Partner alles ab, um den perfekten Shot zu ziehen. Aber wenn es gelingt, ist der Espresso unvergleichlich.

Die Anschaffung eines neuen Schlachtschiffs für die Küche ist ebenfalls schon in Planung und es wird auf ein Dualboiler-System herauslaufen. Ich liebäugele auch schon ein wenig mit einer Rocket R58 aber als Student „darf“ ich die natürlich nicht kaufen.

Espresso Mühle

Bei Kaffeemühlen habe ich Neuanschaffungsverbot, jedenfalls ist die Küche schon relativ voll. Für die Espressos im Test nutze ich eine Mazzer Mini.

Für meinen French Press und Handfilter Kaffee nutze ich eine Kaffeemühle von Kitchenaid, für diesen Zweck ist sie sehr gut geeignet und schon seit vielen Jahren treu im Einsatz. Es gibt auch einen Siebträger von Kitchenaid, von dem ich euch herzlich abrate, das Teil taugt nichts und ist zu teuer.

Fürs Camping oder zwischendurch haben wir eine Handkaffeemühe von Zassenhaus. Ich habe auch noch ein paar uralt Mühlen von Zassenhaus zu Hause, die sind aber ausrangiert und reine Deko-Objekte.

Aussehen und Geschmack – Wie teste und bewerte ich einen Espresso

Meine bestes Hilfsmittel ist das gute, alte Shot-Glas, hier sehe ich schon, wie die Beschaffenheit und Flussgeschwindigkeit des Espressos ist.

Ein guter und frischer Espresso lebt. Aber seine Lebenserwartung ist kürzer als die einer Eintagsfliege. Nachdem der Espresso gezogen wurde, verliert er schnell das, was ihn ausmacht: sein Aroma.

Der Espresso besteht aus drei Schichten: Dem Herzen, dem Körper und seiner Crema:

Ich teste Arabica Espressos ebenso wie Robusta Espressos und Mischungen aus beiden. Oft wird ein Anteil von 20-30% Robusta beigemischt, um einen volleren Körper, eine schönere Crema und mehr Aroma zu erreichen.

Selbstverständlich ist der Geschmack der getesteten Espresso entscheidend.

Espresso mit La Pavoni

Unterschied Espresso und Kaffee

Viele Menschen lieben es nach einem guten Essen eine Tasse Espresso zu trinken. Aber was unterscheidet eigentliche eine Espressobohne von einer konventionellen Kaffeebohne?

Der Unterschied von Kaffee und Espresso entsteht durch zwei, eigentlich drei Faktoren.

  • Die Röstung.
  • Die Zubereitung.
  • Was der Röster auf seine Packung schreibt.

Die Röstung

Espressos werden in der Regel stärker geröstet als Kaffees. Sie erhalten so einen tieferen Grad der Röstung, eine dunklere Farbe und einen öligen Glanz. Beim Glanz handelt es sich um die ätherischen Öle, die ab einem gewissen Röstgrad austreten.

Die Stärke der Röstung hat auch Einfluss auf die chemisches Zusammensetzung der Kaffeebohne, sie verliert einen Teil ihrer Chlorogensäure. Das ist gut für die Verträglichkeit. Deswegen bekommt vielen Menschen Espresso besser als Kaffee.

Bei intensiverer Röstung geht aber auch ein höherer Wasseranteil verloren. Die Bohne verliert an Gewicht und macht Espresso teurer als Kaffee. Ich dachte immer, dass würde die Stärke der Röstung in der Industrie beeinflussen, da Wasserverlust auch die Gewinnspanne mindert. Die höheren Kosten entstehen also nicht in erster Linie durch einen höheren Energieverbrauch, sondern durch den Gewichtsverlust in der Kaffeebohne. Aber die Großrösterein haben einen Trick auf Lager. Sie setzten das Wasser nach der Röstung einfach wieder zu.

Es gibt eine Vorgabe des Gesetzgebers für die Wassermenge, die im Röstkaffee sein darf, um diesen noch als solchen bezeichnen zu dürfen. Alle Verpackungen, auf denen „Kaffee“ steht, müssen diesen Vorgaben entsprechen.

b) Röstkaffee, Kaffee: gerösteter Rohkaffee, ungemahlen oder gemahlen, mit einem Wassergehalt von höchstens 50 Gramm in einem Kilogramm.

Nachzulesen ist das in der „Verordnung über Kaffee, Kaffee- und Zichorien-Extrakte„.

Also dürfen in Kaffeebohnen bis zu 5% Wasser enthalten sein. Und jetzt Ratet mal wie viel Wasser in fast alle Supermarktkaffees ist? Genau 5%.

Wie bekommen sie diese Punktlandung hin? Das ist einfach sie bespritzen den Kaffee nach der Röstung mit kaltem Wasserdampf zum Abkühlen. In kleinen Röstereien wird mit kalter Luft gekühlt. Also kauft ihr immer Wasser mit!

Die Zubereitung

Kaffee kann mit unterschiedlichem Equipment gekocht werden. Mit einer French Press, einem Handfilter, einer AeroPress oder einem Espressokocher. Es gibt zahlloses weiteres Zubehör, mit dem Kaffee gekocht werden kann.

Ein echter Espresso kommt nur unter hohem Druck von ca. 9 Bar zustande. Das geschieht in einem Siebträger, also einer Espressomaschine. Meistens werden sie elektrisch betrieben, es gibt aber auch Handhebelmaschinen wie meine La Pavoni Professional.

Das Kaffeemehl muss mit einer hochwertigen Kaffeemühle fein gemahlen und im Sieb verdichtet werden. Das wird mit einem Tamper gemacht. Jetzt wird heißes Wasser mit Druck durch den verdichteten Kaffee gepresst. Sollte der Espresso zu grob gemahlen, oder nicht stark genug getampert worden sein, läuft er zu schnell durch.

Bei falschen Parametern der Zubereitung wird ein Espresso bitter und wässrig oder schmeckt verbrannt.

Nur so kann die für einen Espresso charakteristische Crema entstehen.

Alles ohne Crema ist auch kein Espresso.

Was der Röster auf seine Packung schreibt: Kaffee und Espresso zu rösten ist ein anspruchsvolles Handwerk. Es gibt viele unterschiedliche Style und Philosophien, wie ein Espresso geröstet werden sollte. Die tiefe der Röstung hängt davon ab, was für den Röster ein (guter) Espresso ist.

Deswegen kann es durchaus sein, dass ein Espresso eines Rösters heller ist, als der Kaffee eines anderen. Und was Massenanbieter rösten und auf ihre Ware schrieben ist noch einmal eine Sache für sich. Ob der „Espresso Mailänder Art“ von Tchibo seinen Namen verdient, werde ich in kürze testen.

Espressokocher kein echter Espresso

Dann gibt es noch den sogenannten Espressokocher, in Wirklichkeit müsste das Teil aber Kaffeekocher heißen, denn das ist, was aus ihm letztlich herauskommt.

Ein Espressokocher macht keinen Espresso, dazu ist mehr Druck erforderlich (s.o.). Ein Bialetti Kocher kann das nicht, er ist mit seinen 1,5 Bar weit abgeschlagen.

Das bedeute nicht, dass er keine tollen Kaffees zubereiten kann, es bedeutet eben nur, dass er keinen Espresso macht. Demnach ist der Name der Espressokanne oder Espressokocher doch sehr wenig Zielführend.

Ich kenne den Herdkocher vom Camping und Outdoor Touren, dafür ist er gut geeignet, weil er nicht nur auf einem Ceran- oder Induktionskochfeld funktioniert, sondern auch und gerade auf einem Gasherd seine Stärken zeigen kann. Außerdem hat er ein geringes Gewicht.

Arne Espressokocher

Kann ich Espresso in der French Press zubereiten?

Espressoröstungen lassen sich häufig hervorragend in der French Press zubereiten, allerdings handelt es sich dann um einen Kaffee mit kräftiger Röstung und nicht um einen Espresso.

Die AeroPress, der Handfilter und die Kaffeepresse sind Methoden um verschiedene Kaffeevarianten zuzubereiten. Einen echten und richtigen Espresso mit Crema, bekommt ihr nur mit Hilfe eines Siebträgers und der Fähigkeit diesen zu bedienen.

Was für Espresso Varianten gibt es?

Bei einem Espresso handelt es sich um eine aus Mailand stammende Art der Kaffeezubereitung. Dabei wird heißes Wasser unter hohem Druck durch eine dunkel geröstete und fein gemahlene Kaffeebohne gedrückt.

Aber es gibt unterschiedliche Varianten diese Kaffeezubereitung.

Espresso Solo

Ein einfacher Espresso oder Espresso Solo wird mit 30ml Wasser zubereitet. Es werden 8 Gramm fein gemahlene und dunkel geröstete Espressobohnen verwendet, die mit einem Druck von ca. 9 Bar und einer Temperatur von um die 90 Grad zubereitet werden. Dabei gelangt etwa 75% des Koffeins der Kaffeebohnen in den Espresso.

Espresso aus dem Kaffeevollautomaten

Oft werden Äpfel mit Birnen verglichen. Das gilt auch für die verschieden Zubereitungsvarianten von Espresso.

Es gibt Espresso aus dem Siebträger und Espresso aus dem Kaffeevollautomat.

Diese unterscheiden sich von der Extraktion, ihrer Struktur, Geschmack und optisch. Ob es sich bei einem Espresso aus dem VA um einen „echten“ Espresso handelt ist Definitionssache. In den meisten Definitionen ist von einem sehr feinen Mahlgrad die Rede. Das können Kaffeevollautomaten nicht. Jeder von euch, der schon einen Puck – also den verdichteten Espresso – aus einem Siebträger geschlagen hat, weiß, wie hartnäckig dieser sein kann. Das würde Kaffeevollautomaten verstopfen.

Deswegen wird eine etwas gröbere Mahlung angesetzt. Diese kann zu Unterextraktion führen. Aber mit dem richtigen Espresso können auch sehr gute VA-Espressos gezogen werden, diese sind aber nicht direkt vergleichbar mit einem Espresso aus dem Siebträger. Sie sollten als eigene Zubereitungsmethode gesehen werden. Genau wie French Press Kaffee sich von Kaffee aus dem Handfilter unterscheidet.

Beachtet werden sollte:

  • VA-Espresso und Siebträger-Espresso unterscheiden sich.
  • Für die unterschiedlichen Zubereitungen sind unterschiedliche Espressobohnen geeignet.
  • VA-Espresso wird gröber gemahlen.
  • VA-Espresso hat eine hellere Crema und kann bei der Auswahl des falschen Espressos sauer werden.

VA Espresso

Doppio Espresso

Bei einem doppelten Espresso werden ca. 14 Gramm Kaffeepulver genutzt. Durch diese wird ca. 50ml Wasser gepresst.

Espresso Macchiato

Während bei einem Latte Macchiato Milch und Milchschaum vom Espresso Shot befleckt werden (daher der Name), ist es bei einem Espresso Macchiato genau umgekehrt. Hier wird der Espresso von ein wenig Michschaum befleckt. Einige mögen auch einen zusätzlichen Schuss heiße Milch. Aber der Espressoanteil sollte immer über 50% bleiben, sonst handelt es sich nicht mehr um einen Espresso Macchiato.

Ristretto

Es handelt sich bei einem Ristretto sozusagen um einen kurzen Espresso, der mit der gleichen Kaffeepulvermenge wie ein Espresso zubereitet, durch den aber nur die Hälfte des Wasser gepresst wird.

Der Extraktionprozess wird sozusagen nach der Hälfte abgebrochen. Das bedeuten aber, das ein Ristretto mehr als ein halber Espresso ist, denn in der esten Hälfte der Extraktion werden besonders viele Aromen abgegeben.

Der Ristretto ist besonders dunkel und erinnert mit seinen Aromen an edle 100% Schokolade.

Außerdem ist die chemische Zusammensetzung unterschiedlich. Es gibt in Kaffee und Espresso Komponenten, die sich bei der Zubereitung lösen. Dabei spielen Druck, Temperatur und Zeit eine Rolle.

Hier ist der Faktor Zeit anders als bei einem Espresso, also handelt es sich auch um eine andere Lösung.

Kaffee Lungo

Ein Kaffee Lungo ist ein Espresso, durch den die doppelte Menge Wasser beim Bezug mit dem Siebträger gelaufen ist. Das heißt die gleiche Espressobohnenmenge wird unter Druck mit mehr heißem Wasser durchpresst. Sozusagen das Gegenteil von einem Ristretto.

Caffè americano

Beim Caffé Americano wird der Espresso, in der Regel mindesten ein doppelter, auf herkömmlichem Weg bezogen und anschließend mit heißem Wasser verdünnt. Man bekommt so ein Getränk mit einem relativ geringen Körper und einem langen rauchigen Abgang.

Espresso auf Eis

Einfach und lecker. Die Zubereitung funktioniert genau wie bei einem einfachen oder doppelten Espresso, nur lässt man diesen auf einen Eiswürfel laufen. Bitte nicht zu viel Eiswürfel verwenden – das verwässert das Ergebnis. Genau der richtige Shot für heiße Sommertage.

Entkoffeinierter Espresso

Genau wie bei Kaffeebohnen gibt es auch entkoffeinierte Espressos. Es gibt Menschen, die wollen manchmal oder immer die koffeinfreie Variante eines Espresso trinken, weil sie befürchten sonst nicht gut schlafen zu können, während der Schwangerschaft oder der Annahme, dies sei gesünder.

Warum auch immer diese Entscheidung fällt, es gilt das gleiche wie beim Kaffee und Espresso im allgemeinen:

„Es gibt gute und es gibt schlechte entkoffeinierte Espressos“.

Allerdings gehen die verschiedenen Methoden zur Entkoffeinierung nicht spurlos an den Bohne vorbei, ein Teil des Aromas geht verloren.

Es ist zwar richtig, dass das Koffein keinen Einfluss auf den Geschmack hat, die Verfahren zur Entkoffeinierung aber sehr wohl.

In der EU darf ein Kaffee oder Espresso mit der Aufschrift „entkoffeiniert“ höchstens 0,1% Koffein enthalten. In anderen Ländern gibt es andere Schwellenwerte.

Es gibt verschieden Methoden Kaffeebohnen zu entkoffeinieren:

Direct method

Die Kaffeebohnen werden in heißem Wasser eingeweicht. Anschließend wird Dichlormethan, Methylenchlorid oder Ethylacetat hinzugegeben. Die Chemikalien klingen schon ein wenig unheimlich.

Enthylacetat ist reizend und Dichlormethan steht im Ruf gesundheitsschädlich zu sein.

Aber sie haben einen geringen Siedepunkt von knapp unter 40 Grad und deswegen dürfte nach der Röstung von ihnen nichts mehr übrig sein.

„Dichlormethan dient als Abbeizmittel für Lacke, Entfettungsmittel und Extraktionsmittel für Koffein sowie als Lösungsmittel für Harze, Fette, Kunststoffe und Bitumen. Außerdem wird es als Kältemittel in Kühlaggregaten eingesetzt.“, sagt Wikipedia.

Dieser Entkoffeinierungsprozess ist:

  • Günstig
  • Mit viel Chemie
  • Schlecht für den Geschmack
  • Praktisch, weil das Koffein weiterverarbeitet werden kann

Swiss Water® Process

Diese Methode wurde von der Swiss Water Decaffeinated Coffee Company entwickelt und vermarktet.

Auch bei diese Methode werden die ungerösteten Espressobohnen in heißem Wasser aufgeweicht. So werden alle in der Bohne befindlichen Bestandteile extrahiert und im Wasser gelöst. Auch das Koffein und Aroma der Kaffeebohnen. Das “aromatisierte” Wasser (“green coffee extract (GCE)”) läuft jetzt durch einen Aktivkohlefilter, durch den alle Koffeinmoleküle ausgefiltert werden.

Dieser Prozess wird so lange wiederholt bis die Kaffees oder Espressos koffeinfrei sind.

Dieser Entkoffeinierungsprozess ist:

  • Aufwändig
  • Teurer
  • Mit hohem Kaffeeverbrauch verbunden
  • Schlecht für den Geschmack
  • Dafür verantwortlich, dass das Koffein nicht genutzt werden kann

Kohlenstoffdioxid-Verfahren

Dieses Verfahren kommt ohne den Entsatz von Chemie aus. Dabei werden Kaffeebohnen, die mit Hilfe von Wasserdampf eingeweicht wurden, unter einem Druck von 73 bis 300 Bar mit überkritischem CO2 gespült und somit das Koffein in der fluiden Phase gelöst.

Dieses Verfahren wird von vielen Kennern geschätzt, weil es auf Chemie verzichtet.

Leider wirkt sich auch dieser Entkoffeinierungsprozess negativ auf den Geschmack der Kaffees und Espressos aus.

Geschmack von entkoffeinierten Espressos

Klar ist, wer seine Kaffees oder Espressos ohne Kaffein genießen will, muss abstriche beim Geschmack in Kauf nehmen. Ich habe schon viele Espressos ohne Koffein getestet und kann euch sagen, es gibt riesige Unterschiede.

37 Kommentare

    Hallo, habe Dich gerade im Netz gefunden und bin beeindruckt von Deiner Arbeit. Ich selbst, trinke erst seit ca. 6 Jahren Kaffee und überwiegend Espresso. Hört sich im ersten Moment doof an, aber ich bin schon 41 Jahr und habe vor meinem 35. keinen Kaffee getrunken. Ich habe eine Verpackungsfirma (www.jochem-verpackungen.de) und hatte das Glück Herrn Krebs kennen zu lernen. Er ist der Gründer von MariaSole Kaffee. Er hatte ein Verpackungsproblem und so haben wir uns kennen gelernt. Von ihm lernte ich auch das Espresso trinken. Da es auf dem Markt soviel unterschiedlichen Kaffee gibt, habe ich vor ein paar Jahren beschlossen meinen eigenen Kaffee rösten zu lassen. So entstand die Firma KAFFEE OLE (www.kaffee-ole.de). Da mir Deine Filmchen sehr gefallen, hätte ich die Bitte, ob Du auch mal unseren Kaffee probieren willst. Dazu würde ich veranlassen, dass wir Dir von jeder Sorte (Espresso / Crema und Espresso Bio) Proben schicken. Würde mich echt interessieren was Du davon hältst. Hauptsächlich verkaufen wir den Kaffee im Freundeskreis und da sagt man, er sei sehr aromatisch 🙂
    Doch das sind Freunde und kaufen auch immer wieder, trotzdem denke ich, wird man hier nicht richtig beurteilen.

    Also wenn Du Lust hast, melde Dich einfach und wir besprechen alles weitere!

    Egal wie, mach weiter so sehr toller Block

    MfG
    Alex

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    hallo, sehr informative seite, toll… habe eine micro casa von elektra und es ist eine traumhafte maschine
    benütze ettli espresso ist auch super.
    beste grüße tobias brenner

    Antworten
    Arne

    Hallo Tobias,

    danke für deinen Kommentar. Stimmt, das sind beides Schönheiten 🙂

    Antworten

    Hallo Arne Preuß,

    auch ich habe Ihren interessanten Beitrag hier im Netz gelesen. Sehr informativ, und Kaffeefreunde wird es freuen, diese pasablen Tipps zu lesen bzw. zu nutzen.
    Nun … ich gehöre eher zu den Liebhaberinnen des koffeinfreien Kaffees. Nicht aus gesundheitlichen Gründen – da bin ich froh drüber. Nein, ich habe einfach nichts am Hut mit dem sogenannten „normalen“ Kaffee (aber schon immer nicht). Wobei er ja meist fantaschtisch duftet, vor allem bei der Zubereitung.
    Mein Mann mag die „normale“ Version besonders gerne (wir nutzen eine Kaffeemaschine für Pads und gemahlene Bohnen).
    Meine Frage nun: Wenn Sie bereits mehrere Marken – auch des koffeinfreien Kaffees – probierten, haben Sie einen Tipp für mich, welche Sorte koffeinfreier Espresso Sie ggf. begeistern konnte? Ich weiß, alles ist sowieso Geschmackssache. Denno … da bin ich offen für Neues.
    Eine Voraussetzung ist: Die Bohnen dürfen nicht auf chemischer Basis entkoffeiniert sein!! Ganz böse, wenn angeblich auch unschädlich … da muss ich eher müde lächeln. Habe mich deshalb von verschiedenen Kaffeeanbietern verabschiedet, da selbige mit chemischen Lösungsmitteln den armen Bohnen zu Leibe rücken.

    Freue mich auf Ihre Antwort.

    Wünsche Ihnen eine gute Zeit … und angenehme Kaffeepausen!

    Mit besten Grüßen

    Monika
    Berlin, Prenzlauer Berg

    Antworten
    Arne

    Hallo Monika, danke für deinen Kommentar. Mit entkoffeiniertem Kaffee und Espresso habe ich mich leider schon länger nicht mehr beschäftigt. Das ist aber eine gute Idee! Ich werde auch wieder entkoffeinierte Bohnen testen. Bei den meisten Verfahren kommt Dichlormethan oder Ethylacetat zum Einsatz. Ich verstehe dein Umbehagen gut. Ich glaube es gibt eine Methode bei der nur CO2 genutzt wird. Ich werde ein paar Sorten testen. Gut für die Bohnen und den Geschmack sind die Methoden alle nicht. Viele Grüße aus der Langhansstr. 😉 Arne

    Antworten

    Hallo Arne,

    super Blog 🙂 Ich bin seit einiger Zeit stolze Besitzerin einer Pavoni und auf der Suche nach einer anständigen Gebrauchsanleitung 😉 auf deiner Seite gelandet. Deine Anleitungen haben mir schon sehr viel Generve und graue Haare erspart 😀
    Wäre eigentlich alles gut, hab nen richtig guten Espresso gefunden (nach gefühlten 1000 kg Testbohnen…), die Maschine macht auch, was ich will. Nur bekomm ich oft leider keine oder nur wenig Crema… Der Espresso schmeckt aber. Ich tamper was das Zeug hält, meine Bohnen sind frisch und hochwertig und die Kaffeemühle ist ebenfalls hochwertig. Nun hab ich den Doppelauslauf am Siebträger in Verdacht.. Könnte das sein? Ferndiagnosen sind natürlich nicht ganz so einfach, aber vielleicht hast du ja den ein oder anderen Tipp 😀

    Danke schon mal und viele Grüße aus Franken
    Kathrin

    Antworten
    Arne

    Hallo Kathrin, ich nutze einen bodenlosen Siebträger bei meiner Pavoni, aber nur weil der toll aussieht. Es liegt wahrscheinlich nicht am Doppelauslauf. Crema ist für einen guten Espresso nicht nötig und die Beschaffenheit der Crema hat auch sehr viel mit den Kaffeebohnen zu tun. Wenn der Espresso schmeckt ist es doch schon super. Das Tampern wird meistens überschätzt. Also sind die besseren „Schrauben“ der Mahlgrad und die Kaffeepulvermenge. Daran könntest du spielen. Aber versuch doch noch mal einen schönen süditalienischen Espresso mit 20-40% Robusta Anteil. Bei dem kommt die Crema wie von alleine. Sowas wie einen Espresso Yirga Santos von Coffeecircle. Den stelle ich auch bald vor. Oder alles von dunkle von Quijote Kaffee (hier habe ich über die Rösterei geschrieben). Der Espresso Yirga Santos hat aus der Pavoni bei mir so ausgesehen. Und durchgelaufen ist er auch gut. Viele Grüße aus Berlin, Arne

    Antworten

    Hallo Arne,

    ich bin selber ein großer Fan von Espresso und derzeit auf der Suche nach der ersten eigenen Siebträger Maschine. Einen Favoriten habe ich dabei schon ins Auge gefasst, muss aber gestehen, dass ich mich dafür zwar stundenlang durch das Internet gekämpft und recherchiert, aber nie mit einem echten Kenner über die Geschichte gesprochen habe.

    Das Objekt meiner Begierde wäre die (gottseidank sehr preiswerte) Bezzera Magica S MN und dazu eine Eureka Mignon Kaffeemühle.

    Kennst du diese beiden Geräte und was hältst du davon?

    Vielen Dank schon mal und ein großes Lob an deinen sehr lehrreichen Blog 🙂

    Kristian

    Antworten

    Als frei fliegender Künstler konnte ich mir mit meiner Partnerin erst vor ein paar Jahren einen günstigen Vollautomaten gönnen, mit dem wir schon sehr zufrieden sind, vor allem bestückt mit dem Kaffe einer kleinen Kafferösterei um die Ecke.
    Nun vertrage ich aus Herzhytmusgründen kein Koffein mehr, leider, und bin seitdem auf der Suche nach einem akzeptabelen entcoffeinierten Espresso. Über alle diesbezüglichen Tips und Hinweise wäre ich sehr dankbar.

    Antworten

    Hallo,

    liegen schon Tests bzgl. eines koffeinfreien Espresso vor. Kannst du eine Empfehlung geben.
    Danke und Grüße
    Peter

    Antworten
    Arne

    Hallo Peter, ich habe vor ein paar Jahren entkoffeinierte Espressos getestet. Die gibt es aber leider nicht mehr auf dem Markt. Die sind aber auf meinet Test-Liste! Viele Grüße, Arne

    Antworten

    Vielen Dank für deine ausgezeichneten Posts!
    Du es mehrmals vorkommt, wollte ich kurz darauf aufmerksam machen, dass du oft von „Wahre“ statt Ware schreibst.

    Gruß
    Jannis

    Antworten
    Arne

    Hallo Jannis, danke für den Kommentar. Ich habe versucht alle wahren Waren zu finden 😉 Viele Grüße, Arne

    Antworten

    Hallo Arne,

    ein halbes Jahr und diverse Tassen später habe ich die Diva einigermaßen gezähmt. Der Tip Espresso Yirga Santos war super, den bestell ich nun regelmäßig.

    Crema ist wirklich nicht alles, der Geschmack ist auch so hervorragend, wenns mal nicht so hinhaut 😉

    Viele Grüße
    Kathrin

    Antworten

    hallo, ich hatte heute morgen nach einem Espresso Marke „Illy“ kritisiert : Aroma wie gekochte Bohen – also ungenießbar. Dose war frisch geöffnet. Jetzt 6 Stunden später schmeckt der Espresso aus derselben dose nach „Espresso“ etwas mild aber ok für mich als Espressoanfänger- Also dies zur Ergänzung, um fair zu bleiben. Wolf Herzog

    Antworten

Ich freue mich über deinen Kommentar