French Roast – Starbucks – Kaffeeverkostung – oder “toter Kaffee”

French Roast – Starbucks – Kaffeeverkostung – oder “toter Kaffee” Ergebnis
Veröffentlichungsdat um: 8. Mai 2009 von 3

“Kaffeemarathon” Test 7

Kaffeeverkostet wurde in der French Press, 55g grob gemahlener Kaffee, auf 1L Wasser und 4 Minuten ziehen lassen.

  1. Name: French Roast
  2. Starbucks French RoastArabica: 100%
  3. Shop: www.starbucks.com
  4. Aufbereitung: Gewaschen
  5. Preis pro 250g: 5,70 (Starbucks Spanien)
  6. Packungsgroße: 250g
  7. MHD: 11/06/09
  8. Zahlungsweise: Im Store
  9. Versanddauer: Direktabholung (Versand nur in den USA)
  10. Verpackung des Kaffees: Mit Aromaventil

Geruch:

Sehr rauchig. Der Geruch hat mich an frisch angezündete Holzkohle erinnert. Irgendwie hat der Kaffee trocken gerochen (kann ein Kaffee trocken riechen?…hmm ich finde, in dem Fall schon). Der Geruch ist das genaue Gegenteil von komplex, er ist nichts anderes als rauchig.

Säure:

Die Röstung hat diesem Kaffee jede Säure ausgetrieben. Er ist sehr dunkel und laut Starbucks der am stärksten geröstete Kaffee aus dem Sortiment (was einiges heißt, wie jeder weiß, der schon einmal einen Sbux Kaffee getrunken hat. Starbucks röstet nicht gerade auf Sparflamme).

Körper, Mundgefühl:

Dieser intensiv-rauchige French Roast hat einen leichten Körper. Der Eindruck vom Geruch findet sich im Mund zu 100% wieder. Der Geschmack wird  nur von Röstaromen dominiert. Röstaromen sind das einzige, was von diesem Kaffee auf der Zunge zu spüren ist. Rauchig oder besser „aschig“ und doch nicht voll. Intensiv und doch fast wässrig.

Abgang:

Der Abgang ist einfach zu beurteilen wie der ganze Kaffee. Er ist lang, rauchig und ein wenig bitter.

Pädagogisch wertvoll:

Starbucks French RoastIch habe schon öfter darauf hingewiesen, dass die Kaffeebohne vieles mitbringt, was das Aroma und den Geschmack des Kaffees prägt (fruchtig, beerig, Säure usw.). Auch die Röstung bringt Aroma und Geschmack (karamellig, nussig, rauchig ;-). Jetzt liegt es im Ermessen (oder Geschick) des Rösters, welches Verhältnis diese “Faktizität der Bohne” zum Röstaroma haben soll. Der „Frech Roast“ ist pädagogisch wertvoll, weil hier jeder lernen kann, wie Kaffee schmeckt, in dem es nur noch Röstaromen gibt und in dem nichts mehr von dem ist, was die Kaffeebohne mitbrachte.

Wo kommt der Kaffee her

Starbucks hat auf seinen Verpackungen immer eine Weltkarte, auf der ihr sehen könnt, wo der Kaffee her kommt. In diesem Fall sind alle Kontinente makiert, also denkt ihr sicher, Starbucks French Roastdass es sich um einen Blend aus allen Gebieten handelt. Das „From many lands, one blend“, führt ein auch nicht auf die richtig Spur. Lange Rede, kurzer Sinn: das stimmt nicht. Es handelt sich um einen Blend lateinamerikanischer Kaffees, diese werden extra nach „Feuerfestigkeit“ ausgesucht. Ich stelle mir jetzt die Frage, warum Starbucks so einen vermeidbahren Kennzeichnungsfeher macht.

Volumen

Wer sich fragt, warum die „Frech Roast“ Packungen im Starbucks Regal voller aussehen, als die anderen, dem sein gesagt, das bei der Röstung (laut Starbucks) 25% Gewicht verloren gehen. Das ist mehr als bei allen anderen Starbucks Kaffees. Ergo ist die Bohne leichter und die Packung praller.

Als Espresso

Der Frech Roast sieht als Espresso nicht toll aus. Sehr wenig Crema und sehr dunkel. Geschmacklich durchaus trinkbar, wenn ihr rauchige Kaffees mögt. Ich werde den Rest jetzt in meiner Espressomaschine verheizen *Holzkohle (…) Hüstel* ;-).

Beurteilung:

Mir wurde gesagt, Starbucksmitarbeiter seien angehalten diesen Kaffee starken Rauchern zu empfehlen. Das finde ich sehr lustig, nicht zuletzt, weil was dran sein kann. Also ich habe schon viele  schlechtere Kaffees getrunken. Gerade aus deutschen Supermärkten. Dieser Kaffee ist konsequent rauchig. Viele werden sagen „totgeröstet“. Das stimmt auch. Kann aber nur beabsichtig gewesen sein. Sicher sehr speziell.

Genuss ist für mich was anderes!

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Viele Grüße,

Arne

3 Kommentare
  • Manuel
    16 Mai, 2009

    Endlich mal auch etwas kritischere Töne hier 🙂 Ich bin auch recht enttäuscht von den Kaffee-Angeboten, die mittlerweile im Supermarkt von dieser Firma kommen. Die “Hausmischung” fand ich fürchterlich, dann habe ich noch 1-2 andere ausprobiert, die gingen halbwegs, aber richtig lecker ist was anderes. Mich stört halt die extreme Röstung, da muss ich dann soviel Milch reinkippen, was mir dann zuviel wird.

    Vielleicht sind die Kaffees auch einfach nicht für das Presskännchen geeigntet, wer weiß?

  • Arne
    20 Mai, 2009

    Hey, so unkritisch bin ich gar nicht ;-). Ich suche mir nur gerne Kaffees aus von denen ich auch schon erwarte, dass sie gut sind. Aber ich habe noch einige „Nieten“ hier im Schrank :-). Es gibt auch einige Kaffees der „Firma“ die ich gut finde.

    Bis auf den „Espresso Roast“ sollen alle für die Kaffeepresse geeignet sein. Ist halt ein anderes „Röstkonzept“ als du es sonst kennst. Vieles ist immer Geschmacksache, aber ich kann dich sehr gut verstehen.

    Danke für deine Kommentare!

  • Richard
    24 Juli, 2009

    Erstmal danke für diesen Beitrag! Ich kenne mich noch nicht ganz so gut aus was Kaffeesorten angeht und musste des öfteren schon den Spott eines Freundes ernten, der sich als Kaffeekenner versteht. Einen Kaffee der rauchig schmeckt hatte ich bisher allerdings noch nie zwischen die Finger bekommen 🙂 Aber der Beschreibung nach zu urteilen muss dieser Kaffee ja wirklich ekelhaft geschmeckt haben. Ich möchte mir nicht vorstellen warum sie diesen Kaffee vor allem starken Rauchern empfehlen 😀

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