Der Hario Buono Wasserkocher im Test

Der Hario Buono Wasserkocher im Test Ergebnis

Auf diesen Wasserkocher Test haben viele von euch sicher schon gewartet. Denn jetzt kümmern wir uns endlich mal um die Wasserkocherversion des allseits beliebten und ultrahippen Hario Buono Wasserkessels V60.

Der Hario Buono Wasserkocher erfüllt dabei im Test genau das, was ich schon in meinem Hario-Artikel festgehalten habe: den eigentlichen Job als WasserKOCHER können andere definitiv besser.

Aber wirklich kein anderer Wasserkochertyp dürfte Kaffeefans und -nerds grundsätzlich so glücklich machen wie der Hario Buono. Denn endlich müsst ihr den Zwischenschritt zwischen Wasserkocher und Wasserkessel zum perfekten Handfilter-Kaffee nicht mehr gehen.

Verpackung und Gerät im Überblick

Aber Momentchen mal: Muss ich dafür wirklich aktuell 75.58 € bei Amazon ausgeben? Genau das ist die Frage, um die sich im Test letztendlich alles dreht. Und wie die Antwort lautet, könnt ihr euch eventuell schon denken.

So habe ich getestet

Das erste Problem mit den Hario Buono Wasserkocher ist: Er fasst keinen Liter auf einmal. Das war’s also mit der Vergleichbarkeit zu den anderen Geräten im Test. Der {Severin Reisewasserkocher} hat dasselbe Problem, übrigens.

Aber da ich ja pfiffig und kein Wissenschaftler bin, habe ich die Wassermenge in diesem Fall einfach auf 0,5 Liter halbiert, auch wenn der Wasserkocher insgesamt 0,8 Liter fasst. Der Rest des Testdesigns ist jedoch gleich:

  • Ausgangstemperatur Wasser von rund 19 Grad Celsius
  • Ich messe Stromverbrauch und Kochdauer
  • Ich ermittle den Unterschied zwischen Nennleistung und tatsächlicher Leistung (an meiner Steckdose)
  • Ich messe die Wassertemperatur direkt nach dem Kochen
  • Ich messe die Wassertemperatur nach 1 Minute Standzeit bei offenem Deckel

Näheres zu den Begründungen für dieses Vorgehen verrät euch der Übersichtsartikel Wasserkocher Test 2017.

Gerade bei einer Marke wie Hario, die so sehr mit der Third Wave und der Renaissance guten Kaffees verbunden wird, finde ich, dass die Temperaturwerte besonders gut sein müssen. Schließlich kommt es bei den verschiedenen Zubereitungsmethoden auf Präzision an!

Datenblatt

EINTRAGWERT
ModellnameHario Buono Wasserkocher
HauptmaterialEdelstahl
Füllmenge max.0,8 Liter
Nennleistung900 bis 1.000 Watt
Tatsächliche Leistung*940 Watt
Kochzeit pro HALBER Liter*3.29 Minuten
Stromverbrauch*0,054 kWh
Wassertemperatur direkt nach dem Kochen*99,1 Grad
Wassertemperatur nach 1 Minute Standzeit*94,1 Grad
KalkfilterX
360 Grad-Sockel
Einhand-BedienungX
ExtrasSchwanenhalsausguss
Preis (Preis zum Kaufzeitpunkt)75.58 € (70,00 Euro)

* laut Testergebnis

Der erste Eindruck

Was soll man schon groß sagen, außer das, was in meinen Testnotizen steht: Der Hario Buono Wasserkocher ist so, wie man ihn liebt: super handlich, schön anzusehen und ein Schwanenhals-Ausguss, der richtig Bock auf ordentliches Bloomen des Kaffeemehls macht.

Schön anzusehen mit Schwanenhals

Aber wir beurteilen ihn ja nicht als Kessel, sondern als Kocher. Und da ist schon einmal der erste Kritikpunkt, dass der Deckel extra und damit keine Einhandbedienung möglich ist. Auch wackelt die Kombination Kocher-Sockel ziemlich, obwohl der Sockel selbst tiptop steht.

Der Heizsockel ist stabil

Auch in Sachen Füllstandsanzeige gilt hier Fehlanzeige. Das würde wohl die Optik killen und beim Aufgießen ist die Gesamtmenge ja erst einmal wurscht. Die präzise Aufgießerei ist außerdem der Grund, dass hier nur 0,8 Liter auf einmal möglich sind – fast schon Reisewasserkocherwerte, möchte ich meinen.

Es ist einfach unheimlich schwierig, den Hario Buono Wasserkocher als Teil der Kocher-Kategorie, nicht als eigenständiges Präzisionswerkzeug einzuschätzen. Als Kocher (!) sieht der erste Eindruck so aus:

  • Sehr überzeugender Look
  • Extrem guter Ausgießer
  • 360 Grad-Sockel
  • Viel Edelstahl

Die Gegenargumente sind aber ebenso zahlreich

  • Sehr kleine Kochmenge
  • Keine Einhandbedienung
  • Keine Füllstandsanzeige
  • Kein Kalkfilter
  • Etwas wacklig auf dem Sockel

Legen wir wiederum die Kocher-Maßstäbe zugrunde, sind um die 70 Euro für den Hario Buono bei diesen Contra-Punkten des Gerätes eigentlich eine ausgemachte Frechheit. Punkt.

Der Bosch TWK8613P Wasserkocher Styline

Der beste Wasserkocher im Test.

Gegenbeispiel: Für knapp 10 Euro weniger gibt’s beim Bosch Styline volle Funktionalität, Größe und super Werte.

Und der Hario Buono WasserKESSEL kostet ebenfalls „nur“ um die 35 Euro und kann ebenso günstiger all das, was am WasserKOCHER ein Vorteil ist. Mmmhh…….

Der Hario Buono Wasserkocher im Einsatz

Bei einem Rundum-Sorglospaket aus Edelstahl mit kleiner Füllmenge und dafür recht ordentlicher Leistung hätte ich eigentlich erwartet, dass der Hario Buono Wasserkocher abgeht wie eine gewisse Katze. Nun, seht selbst und vergesst nicht, wir haben es hier mit 0,5 Liter Füllmenge zu tun!

  • Die Nennleistung wird vorbildlich als Mittelwert zwischen 900 und 1.000 Watt angegeben. Ebenso vorbildlich liegt die tatsächliche Leistung genau in der Range bei 940 Watt.
  • Die Kochzeit betrug 3.29 Minuten
  • Der Verbrauch lag dabei bei 0,054 kWh
  • Die Temperatur direkt nach dem Kochen: 99,1 Grad Celsius
  • Nach einer Minute Standzeit mit offenem Deckel waren es 94,1 Grad Celsius

Über drei Minuten für einen halben Liter Wasser sind bei einem anständigen Kocher eigentlich kompletter Quatsch. Man könnte meinen, das Wasser würde zum Kochen massiert oder so. Der Verbrauch ist dabei im Verhältnis moderat (bei einem Liter würde es auf 0,108 kWh hinauslaufen, 0,100 kWh ist ein sehr guter Durchschnittswert).

Die 99,1 Grad Celsius bei der Kochtemperatur sind sehr präzise, aber der Temperaturabfall ist wirklich enorm. Ich weiß auch, wo die Wärme hingeht: Die sickert durch den Edelstahl nach draußen. Will heißen: Der Hario Buono wird wirklich sehr heiß und es besteht Verbrennungsgefahr!

Wird sehr heiß

Da bringt es auch nicht mehr viel, dass der Kocher sehr leise ist (selbst im Endspurt) und der Deckel leichter aufgeht, als es in der Trockenübung den Anschein hat. Auch das völlige (!) Fehlen jeglichen Neugeräte-Geruchs ist nur ein schwacher Trost. Obwohl es für Qualität spricht.

Schauen wir uns die Übersicht dieses kleinen Desasters noch einmal an:

Positiv

  • Nennleistung entspricht tatsächlicher Leistung
  • Selbstabschaltung
  • keine Geruchentwicklung
  • Deckel relativ problemlos zu öffnen

Negativ

  • viel zu lange Kochzeit für wenig Wasser
  • wird sehr heiß

Was würdet ihr sagen, wenn ein anderes Gerät als ein Hario Buono diese Werte hätte? Auf den Müll damit, oder? Genau das ist das Dilemma hier. Denn spätestens beim Ausgießen zeigt sich wieder, worum es bei diesem Typus eigentlich geht:

Das Ausgießen macht riesen Spaß

Das macht so viel Spaß und ist so präzise, dass man selbst beim Wegkippen der ersten Kochladung ins Waschbecken sofort in die Blooming-Kreisbewegung verfällt – und damit gar nicht mehr aufhören will.

Die Reinigung

Zwar ist es nicht ganz einfach, durch die kleine Deckelöffnung den Wasserkocher zu reinigen, aber das ist zumindest in den ersten Durchgängen auch eigentlich nicht nötig. Denn der Hario Buono glänzt von innen fast wie vor der ersten Benutzung. Ablagerungen gibt es keine. Kann das noch was am Testergebnis ändern?

Mein Fazit: Was kann der Hario Buono Wasserkocher?

Eines ist klar: Hario hat hier versucht, ein Erfolgskonzept auf eine andere Produktkategorie zu übertragen und ist dabei kläglich gescheitert. Denn der Hario Buono taugt als Wasserkocher nicht einmal halb so viel wie als Wasserkessel.

Daran zeigt sich, dass es eben nicht reicht, einfach eine Heizplatte unter das bekannte Gerät zu schrauben, doppelt so viel Geld zu verlangen und dann darauf zu spekulieren, dass das Produkt schon vom Hario-Hype profitieren wird.

Darum schließe ich mich auch den Amazon-Rezensionen an, die von „teurem Blech aus Übersee“ oder davon reden, dass das Ding nicht hält, was es verspricht.

Eleganter Deckel

Mein Tipp lautet daher: Kauft euch einen anständigen Wasserkocher und eine Schwanenhalskanne extra. Die muss nicht einmal von Hario sein, genug Alternativen hat der Hype ja inzwischen hervorgebracht.

Und in unserem Wasserkocher Test findet ihr andere Geräte, die auch hübsch sind und ordentlich was leisten. Beispiele wären der (wer hätte das gedacht!) {Russell Hobbs Retro Wasserkocher} oder auch der schnuckelige Klarstein Aquavita Wasserkocher.

Design Wasserkocher!
Klarstein Aquavita

Gutes Preis-Design-Verhältnis und ohne Kunstoff.

Und wenn euch Looks zumindest beim Wasserkochen schnuppe sind, könnt ihr fast zu jedem anderen Gerät im Test greifen und seid damit wesentlich besser bedient als beim Hario Buono Wasserkocher. Schade eigentlich, ich hatte mich so auf den Test gefreut.

Und was meint ihr? Könntet ihr wenig Leistung verknusen, wenn ihr dafür auf den Zwischenschritt vom Kocher zum Kessel verzichten könntet? Lasst es uns in den Kommentaren ausdiskutieren!

Nicht so schüchtern. Ich freue mich von dir zu hören.

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