Kaffee und Geschenke 2018: Das packt Coffeeness unter den Baum

Veröffentlichungsdat um: 29. November 2018 von 0

Was ist die größte Lüge des Abendlandes? Ganz einfach:

„In diesem Jahr schenken wir uns nichts.“

Wer das glaubt, wird nicht selig, sondern steht bei der Bescherung wie ein Depp da. Damit euch das nicht passiert, habe ich mal wieder in den besten Geschenkideen gewühlt, die uns in diesem Jahr so untergekommen sind.

Mir geht es dabei wie euch: Ich denke jedes Mal aufs Neue nach, was wir euch in den vergangenen Jahren schon ans Herz gelegt haben. Ich frage mich, was ich mir selbst schenken würde und für wen ich eigentlich Kaffee-Geschenke suche.

Auch der leichte Panikschweiß, der mit jedem Tag ohne definitive Geschenkidee immer stärker wird, ist mir nicht fremd. Aber keine Sorge, mit diesem Guide seid ihr jetzt bestens ausgestattet.

Quickmill Orione Arne Espresso

In diesem Jahr haben mir besonders die handlicheren, vergleichsweise günstigen und modernen Ideen gefallen, die uns Hersteller, Röster und Lieferanten vorgestellt haben. Was natürlich nicht heißt, dass ihr nicht auch hochwertige Kaffeevollautomaten oder sexy Bohnen findet, die ein bisschen mehr kosten.

Aber seien wir doch einmal ehrlich: Die ganz großen Geschenke mit dem dicken Preisschild fallen uns meist sofort ein. Die kleinen, „bescheideneren“ und persönlichen Präsente sind die eigentliche Schwierigkeit.

Geschenktipp Kaffeebohnen: Geht immer. Aber bitte richtig

Beim Thema beste Kaffeebohnen gibt es ungefähr zehn Millionen verschiedene Meinungen. Und das ist auch gut so. Schließlich gibt es auch zehn Millionen verschiedene gute Bohnen und Röstungen, die es sich zu kosten lohnt.

Ich persönlich verschenke liebend gern Kaffee zu Weihnachten. Am Anfang kam ich mir immer so ein bisschen wie die Großelterngeneration vor, für die ein goldener Klotz Jacobs Krönung unterm Tannenbaum das höchste Luxusgut war.

Ich habe aber festgestellt, dass sich viele gar nicht trauen, gute Kaffeebohnen bei kleinen Röstereien zu kaufen, weil sie einfach nicht wissen, wo sie anfangen und wonach sie suchen sollen. Wenn ihnen dann jemand gute Bohnen zu Weihnachten schenkt, finden sie danach häufig den Mut, selbst neue Röstereien zu entdecken.

Trotz aller meiner Kaffeebohnen Tests und immer neuer Varianten und Kreationen hat sich mein Favorit in all den Jahren nicht verändert: Die Tegernseer Kaffeerösterei macht einfach außergewöhnlich guten Kaffee, bei dem für mich stets jede Komponente stimmt.

Darum möchte ich euch auch die MFL Geschenkbox „The Black Pack“ ans Herz legen. Sie kostet im hauseigenen Onlineshop des Rösters aktuell 79 Euro. Das ist sicherlich kein Pappenstiel – schon gar nicht für insgesamt 1kg Kaffee. ABER ihr spart euch den Versand, der ist ab einem Bestellwert von 50€ kostenfrei. Außerdem sind das 4 unverschämt gute Kaffees. Die können auch gerne an Kaffeekenner verschenkt werden, ohne Angst vor einer Blamage – im Gegenteil, wer diese Box verschenkt ist selbst Kaffeekenner.

Kaffeebohnen zum Verschenken

Burundi Kaffee

Aber: Über den tatsächlichen Wert von Kaffee als Genussmittel habe ich schon so oft geschrieben, dass ich es an dieser Stelle nicht noch einmal verteidigen will. Und es ist Weihnachten. Und ihr bekommt eine mattschwarze, hochelegante Geschenkbox dazu. Doch was ist denn nun so besonders daran?

Nicaragua Kaffee

In der MFL-Geschenkbox stecken vier „Cup of Excellence“-Kaffees, die nach diesem Standard mit über 86 Punkten absolute Spitzenklasse sind. Ihr erhaltet Single Origins aus Ruanda, El Salvador, Nicaragua und Brasilien.

Brasilien Kaffee

Die Kaffees tragen das Siegel „MFL Coffee Transparency“ des Hauses, was euch beste Arbeitsbedingungen, faire Preise und eine nachhaltige Wirtschaft bei den Kaffeebauern garantiert. Das Geschmacksprofil der Kaffees ist wie ein kleiner Ritt durch die aktuell beliebtesten Nuancen zwischen cremig, fruchtig und karamellig-schokoladig.Ruanda Kaffee

Ich habe die Kaffees probiert und war absolut hin und weg. Und da Kaffee für mich den gleichen Stellenwert wie für andere Whiskey oder teurer Wein hat, wüsste ich sofort, wem ich die MFL Geschenkbox überreichen würde – denjenigen, die höchsten Genuss zu fairen Bedingungen zu schätzen wissen.

Wer es preislich nicht ganz so bunt treiben will, aber dennoch sehr viel Wert auf guten Kaffee und klare Ökonomien legt, dem seien auch die Kaffees von Wood Grouse Coffee empfohlen.

Inhaber Arno Auer habe ich persönlich kennengelernt und wir haben seine Kaffees auf dem Berlin Coffee Festival kosten dürfen. Der Clou hier: Arno gibt für jede Packung Kaffee genau an, wer wie viel vom Preis abbekommt. Er macht sich (sogar wortwörtlich) vollkommen nackig vor den Kunden. Und das verdient Respekt. Ach ja, die Kaffees sind übrigens auch eine sehr feine Sache.

An dieser Stelle schon einmal meine Frage: Welche „besonderen“ Kaffees packt ihr gerne unter den Weihnachtsbaum und warum? Meldet euch in den Kommentaren!

Trend-Tipp für den Gabentisch: Cold, Colder, Cold Brew!

Hätte ich jedes Mal, wenn 2018 die Wörtchen „Cold Brew“ oder „Cold Drip“ gefallen sind, einen Schnaps getrunken, wäre ich praktisch keinen Tag nüchtern gewesen. Die kalte, langsame Extraktion von Kaffee war zweifelsohne das Trendthema des Jahres – auch wenn der Hype schon 2017 losging.

Doch was ist eigentlich das Besondere an diesem Verfahren – und wer profitiert von Geschenken, mit denen sich Cold Brews und Cold Drips selbst machen lassen? Ganz einfach: praktisch alle! Sogar die, die eigentlich keinen Kaffee mögen.

Für einen Cold Brew müsst ihr eigentlich nichts weiter tun, als frisch gemahlene Kaffeebohnen in einem Gefäß mit kaltem Wasser anzusetzen und für ein paar Stunden ziehen zu lassen. That’s it.

Cold Brew aus der Hario

Je nach Ziehzeit erhaltet ihr einen sehr frischen, zitrusartigen Kaffee, der an Eistee erinnert, oder ein stärkeres Gemisch, das sich perfekt für die Zubereitung aller möglichen Eiskaffee-Varianten eignet.

Cold Brew Glas

Da die Extraktion besonders langsam erfolgt und ihr großen Einfluss auf das Ergebnis habt, könnt ihr beim Cold Brew hervorragend mit allen möglichen Bohnen- und Röstvariationen experimentieren. Doch insbesondere die fruchtigen Afrikaner, allen voran die äthiopischen Sorten, sind perfekt für diese Methode geeignet.

Kommen wir zum passenden Gefäß. Der Witz an guten Cold Brew-Gefäßen ist das Sieb, mit dem ihr am Ende des Extraktionsvorgangs die Kaffeekrümel von der Flüssigkeit trennen könnt.

Ihr könntet so eine Glas-Sieb-Kombination auch selbst basteln. Aber das Cold Brew Jar vom ultrasympathischen Hamburger Unternehmen Dripster (beim Glas als dripdrip geführt) hat die Entwicklungsaufgabe für euch übernommen und alle Komponenten in sehr hoher Qualität zusammengebastelt.

Cold Brew Jar kaltes Wasser

Ihr habt die Wahl zwischen zwei Glasgrößen, verschenkt auch gleich noch eine idiotensichere Anleitung und dürft euch über Rezeptideen und eine bescherungstaugliche Verpackung freuen. Und weil das BREWJAR bei Amazon jeweils unter 30 Euro zu haben ist, könnt ihr gleich alle Leute, für die ihr ein Geschenk sucht, damit erfreuen.

Solltet ihr allerdings Leute im Freundes- und Familienkreis haben, für die eine solche „Kindergarten-Methode“ nicht ausgefeilt genug ist, haben wir gleich noch den zweiten Trend und das passende Gerät parat:

Schon vor zwei Jahren haben wir euch den DRIPSTER Cold Drip Maker vorgestellt, mit dem ihr kalten Kaffee im Drip-Verfahren machen könnt. Hier schwimmt das Kaffeemehl nicht im Wasser, sondern wird kontinuierlich über ein Ventilsystem von sanften Wassertropfen durchfeuchtet und befindet sich in einem Siebeinsatz.

Silichio Kaffee aus dem Dripster

Die passende Apparatur erinnert stark an den Chemieunterricht – hat dabei aber einen ausnehmend modernen Look. Damals hatte ich ein bisschen an Kleinigkeiten rumgemeckert, die die Hamburger sich offensichtlich zu Herzen genommen haben.

Denn jetzt gibt es den Dripster2, der einen Gießgriff, ein besseres Ventil und wirklich passende Deckel hat. Der Look ist zwar nicht mehr ganz so sleek, aber die verbesserte Version liefert euch einfachere und köstlichere Ergebnisse. Auch hier sind rund 50 Euro bei Amazon absolut nicht zu viel verlangt, denn ihr erhalten ein mehr als hochwertiges Teil.

Dripster 2

Aber ist so eine Apparatur überhaupt nötig, wenn man schon ein Cold Brew Jar hat? Jein. Grundsätzlich handelt es sich aber um zwei unterschiedliche Verfahren.

Cold Drip Coffee ist noch wesentlich feiner in seiner Aromenpalette und damit noch besser für Kaffeesorten geeignet, die euch im Heißbrühverfahren vielleicht zu „sauer“ oder zu „blümchenartig“ oder einfach nicht wummsig genug sind.

Dripster II im Test von Barista Arne

Und ich garantiere euch: Die fertigen Getränke übertrumpfen jede überzuckerte kalte Kaffeemischung oder Eistee-Variante aus der Supermarktflasche und sorgen insbesondere im Sommer für den richtigen Koffeinkick ohne Schweißausbrüche.

Dripster II Filter

Und von den ganzen Kaffee-Cocktails, die es dank Cold-Verfahren in die Trendcharts geschafft haben, wollen wir gar nicht erst anfangen.

Geschenktipp Kaffeevollautomaten: Vorbereitung ist alles!

Wer einen Kaffeevollautomaten verschenken will, sollte vorher sehr genau recherchieren – nicht nur in unseren Bewertungen zu den Kaffeevollautomaten Tests. Sondern vor allem bei den Beschenkten.

Vergesst einfach einmal alle Herstellerversprechen und (scheinbaren) Vorteile einer bestimmten Maschine und fragt euch lieber: Was will der Beschenkte damit machen? Wieviel Platz hat er in seiner Küche? Könnte er mit so einem Gerät umgehen? Welche Kaffeevarianten trinkt er am liebsten? Wieviel Technik muss es wirklich sein?

Habt ihr hierauf Antworten herausgekitzelt, stellt ihr meistens fest, dass die schönsten, teuersten, neuesten und klügsten Kaffeevollautomaten vielleicht gar nicht die richtigen Maschinen sind.

Von den Neuerungen, die ich in diesem Jahr getestet habe, empfehle ich folgende Kaffeevollautomaten für ganze bestimmte Empfänger:

  1. DeLonghi Dinamica ECAM 350.55 B für rund 540 Euro bei Amazon

DeLonghi hat mich in diesem Jahr am meisten überrascht. Denn die Italiener haben ihren Anspruch, auch abseits der Einsteigerklasse für Furore zu sorgen, bisher tatsächlich erfüllt. Die Dinamica ist für mich ein neuer Maßstab in der Mittelklasse. Ihr erhaltet Leistung, die es sonst nur in der Oberklasse gibt, zum ausnehmend vernünftigen Preis.

Dinamica von Delonghi im Test

Das größte Argument ist das einstellbare Milchschaumsystem, das neben sehr vielen Mahlgraden und einer hervorragenden Programmierbarkeit überzeugt.

Das bedeutet, dass die Dinamica besonders für Latte-Fans und Co gedacht ist, die es beim Milchschaum besonders individuell mögen. Der Nachteil ist hier nur, dass ihr für 500 Euro auch recht viel Kunststoff bekommt. Aber ganz ehrlich: Besser könnt ihr bei diesem Preis kaum fahren.

  1. Nivona CafeRomatica 769 für rund 800 Euro bei Amazon

Nivona hat mit diesem Bestseller zwar das Rad nicht neu erfunden, ist aber in Sachen intuitive Bedienung und sinnvolle Funktionalität praktisch Spitzenreiter. Diesen Vollautomaten würde ich für Menschen empfehlen, denen es auf ein „sophisticated“ Design, eine hochwertige Ausstattung und vor allem eine Bedienung ohne Herausforderung ankommt.

Ich stelle mir immer ein etwas angegrautes, elegantes Ehepaar vor, dass Smartphones immer noch nicht traut, aber nichts gegen Technik hat. Das mag ein Klischee sein, stimmt aber irgendwie trotzdem.

  1. Melitta CI Touch für rund 729 Euro bei Amazon

Schön leise, super elegant, mörderguter Milchschaum, exzeptioneller Espresso, superviele Einstellungsmöglichkeiten: klingt wie ein perfekter Kaffeevollautomat? Finde ich auch. Und der Melitta CI Touch kommt diesem Anspruch schon ziemlich nahe.

Getränke aus dem CI Touch von Melitta im Test

Hier müsst ihr nur mit einem etwas komplizierten Menü zurechtkommen, was bedeutet, dass sich der Beschenkte mit so etwas auch auseinandersetzen muss. Wer keinen Bock auf Einstellungen hat, schmeißt hier sein Geld ein bisschen zum Fenster raus. Denn die Einstellbarkeit und Funktionalität bei tollen Ergebnissen sind bei der Melitta CI Touch die wichtigsten Verkaufsargumente.

Absolute Einsteigermaschinen, die sehr wenig kosten, haben wir in diesem Jahr nicht getestet. Aber ich denke, dass die DeLonghi Magnifica S ECAM 22.110.B für gerade einmal rund 280 Euro bei Amazon als Einsteiger-Klassiker sowieso immer noch konkurrenzlos ist.

In den Preislagen jenseits von 1.000 Euro sage ich ebenfalls Ja zu einer DeLonghi: die PrimaDonna Class ist ein sehr aktuelles, robustes und durchdachtes Spitzenmodell, an dem es kaum etwas zu meckern gibt.

Wenn ihr allgemein wissen wollt, wieviel Geld ihr 2018/2019 für einen Kaffeevollautomaten einkalkulieren solltet, habe ich einen Tipp:

Momentan seid ihr mit rund 800 Euro am besten dabei. In dieser Kategorie gibt es die meisten Neuerungen und im Grunde auch das beste Verhältnis von Preis und Leistung.

Nach Jahren der Unsicherheit seitens der Hersteller, welche Preislage bei Vollautomaten denn nun den meisten Umsatz verspricht, gibt es jetzt eindeutige Hinweise, dass der Kunde durchaus bereit ist, etwas mehr zu investieren. Geiz ist nämlich schon längst nicht mehr geil. Und darum kommen auch immer mehr Vollautomaten ab 500 Euro auf den Markt, während es bei den extrem günstigen Maschinen stagniert.

Bleib mir weg mit schnödem Mammon!

Zwar verkünde ich hier Geschenktipps für Kaffee-Fans mit einem Preisschild. Aber ich bin mir natürlich bewusst, dass man es an Weihnachten mit der Schenkerei nicht übertreiben muss.

Könnte ich basteln, würde ich meine ganze Verwandtschaft gern mit DIY-Geschenken erfreuen. Aus dem Alter, in dem man mit Makkaroni-Bildern durchgekommen ist, bin ich aber leider raus. Darum verschenke ich sehr gern meine Fähigkeiten und mein Wissen:

Statt andere mit Gerätschaften und Produkten zuzuwerfen, auf die sie keine Lust haben, zeige ich ihnen, wie man mit den Maschinen und Bohnen, die sie zu Hause haben, noch besseren Kaffee macht.

Ich setze auch gern einen Cold Brew an, fülle ihn in schicke Flaschen, beschrifte noch ein persönliches Etikett und bereite dann gemeinsam mit den Empfängern leckere Getränke zu.

Cold Brew als Geschenk

Wenn mich beim Weihnachtsessen jemand fragt, was ich von diesem oder jenen Trendprodukt halte, gebe ich eine fundierte Antwort. Wenn der Kaffeevollautomat rumzickt, werfe ich einen Blick auf die Angelegenheit und stelle das Gerät richtig ein.

Es ist so einfach, jemandem eine kleine Freude zu machen, ohne dass das Portemonnaie Stresspickel kriegt. Ihr müsst euch nur ein paar Gedanken machen, welche Rolle Kaffee im Leben der Beschenkten spielt und was diejenigen wirklich brauchen.

Nun aber genug der Philosophie. Ich wünsche euch schonmal viel Spaß beim Aussuchen und würde mich darüber freuen, wenn ihr mir einem Kommentar mit euren persönlichen Ideen hinterlasst.

PS: Alle Empfehlungen, die ich im Geschenke-Guide 2017 ausgesprochen habe, würde ich uneingeschränkt immer noch unterschreiben. Da findet ihr zum Beispiel meine Tipps für die perfekte Espressomaschine, die Erstausstattung für den Neu-Kaffeefan und zahlreiche Ideen für die Kaffeespezialisten in eurem Freundes- und Verwandtenkreis.

Nicht so schüchtern. Ich freue mich von dir zu hören.

Ich freue mich über deinen Kommentar

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