Kaffee oder Tee – eine Frage des guten Geschmacks?

Veröffentlichungsdat um: 13. November 2016 von 0

Sowohl Tee als auch Kaffee sind in unserer Gesellschaft tief verwurzelt. Zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert gab es erste Kaffee- und Teehäuser, in denen die gutsituierten Damen und Herren sich trafen. Sowohl der Begriff „Kaffee“ als auch der des Tees sind aus ihren Herkunftssprachen in den deutschen Wortschatz importiert worden. Beide gelten als Genussmittel und zubereitet werden alle zwei mittels Brühverfahren. So viel zunächst mal haben Kaffee und Tee gemein. Trotzdem liegen Welten dazwischen.

Kaffee assoziieren wir oft mit einem viel schnelleren Lebensstil, als Tee. Mit Modernität, Aktivität. Tee dagegen ist so ein bisschen die Bibliothekarin unter den Heißgetränken. Etwas bieder und angestaubt. Wie der englische Graf, der in seinem hochherrschaftlichen Haus vor dem Kamin sitzt und bei einer Tasse Tee über das Leben sinniert. Zwar gibt es mit Eistees und Bubbleteas auch in die Moderne übersetzten Tee, aber ganz geheuer sind sich Kaffee- und Teetrinker gegenseitig trotzdem nicht.

Tee

Tee – sowohl der Name, wie auch das Getränk selbst – ist über die großen Handelsrouten im 17. Jahrhundert zunächst von China über Holland nach Deutschland gekommen. Mit ihm verbreitete sich peu à peu auch eine ländertypische Teekultur. Die englische Tea Time dürfte in unseren Breitengraden wohl zu den bekanntesten Teezeremonien gehören. Seinen Ursprung hat das zeremonielle Teetrinken allerdings – wie sollte es anders sein – in China.

Ist Tee besser als Kaffee?

Tee als Genussmittel

In der Zeit des Barocks bauten sich wohlhabende Familien Teehäuser in die Gartenlandschaften ihrer ausladenden Anwesen. Im 19. Jahrhundert entstanden erste Teestuben und öffentliche Salons. Vor allem Bildungsbürger und Literaten trafen sich dort und genehmigten sich das teure Getränk während sie Lesungen lauschten oder diskutierten.

Möglich, dass hier das deutsche Image des Tees seine Wurzeln hat. Literatur plus eine eingeschworene Gesellschaft aus Bildungsbürgern und reichen Familien und fertig ist das leicht versnobte Biedermeierbild. Quellen behaupten auch, dass hier das Sprichwort „Abwarten und Tee trinken“ entstanden ist.

Tee als Medizin

Eine weitere Deutung dieser Redewendung geht auf den medizinischen Gebrauch von Tee zurück, wonach man als Patient nichts tun könne, als abzuwarten und (Heilkräuter-) Tee zu trinken. Die Chinesen setzten Tee schon 200 Jahre vor Beginn der abendländischen Zeitrechnung als Heilmittel ein. Und tatsächlich sind gesundheitsfördernde Wirkstoffe im Tee mittlerweile belegt.

Wenn man den Begriff Tee etwas weiter ausdehnt, war das Getränk in so ziemlich jeder Kultur als Medizin verbreitet. Denn auch die amerikanischen Ureinwohner und afrikanische Völker brühten Wurzeln und Kräuter auf, um Krankheiten zu heilen. Studien zufolge gibt es Hinweise, wonach regelmäßiges Teetrinken vor Volkskrankheiten wie Diabetes schützen soll.

Kaffee

In etwa zeitgleich mit dem Tee, erreichten auch die ersten Kaffeebohnen das alte Europa. Die Holländer brachten ihn als erste europäische Kolonialmacht in unsere Gefilde. Dort wurde im botanischen Garten in Amsterdam sogar die erste Kaffeepflanze in Europa kultiviert. Bei uns verstaatlichte Preußenkönig Friedrich der II. die Kaffeeproduktion. Allerdings lange nachdem in den norddeutschen Hansestädten die ersten Kaffeehäuser eröffnet hatten.

Kaffeebohnen im Test

Kaffee als Genussmittel

Zwischen 1677 und 1721 entstanden überall in Deutschland, seinerzeit noch Preußen, Kaffeehäuser. In diesen entwickelte sich die deutsche Kaffeekultur, die der Dichter Voltaire als „nüchternen Rausch“ bezeichnete. Anders als in den Teehäusern, wo sich vor allem wohlhabende Damen trafen, waren die ersten Kaffeehäuser eine aristokratische Männerdomäne.

Dort löste Kaffee nach und nach das Bier als Genussmittel Nummer Eins ab. Die leistungssteigernde und konzentrationsfördernde Wirkung des Kaffees weckte Begehrlichkeiten. Das königliche Dekret, das Privatröstung verbat, haben eine Vielzahl von Schmugglern umgangen. Aber erst im 19. Jahrhundert konnten sich auch niedrigere soziale Schichten Kaffee als Genussmittel leisten.

Kaffee und Tee im Überblick

 KaffeeTee
Wie viel wird produziert?ca. 527.000 Tonnen (2010)
ca. 19.400 Tonnen (2014)
Pro-Kopf-Konsum7,1 Kilo (2014)
28 Liter (2015)
Weltmarktca. 9 Milliarden Kilo (2015/16)
ca. 5 Millionen Tonnen (2013)
Größtes HandelsvolumenArabicaSchwarztee

Kaffee als Medizin

Hat Kaffee Heilkräfte? Es gibt viele die das behaupteten und glauben. Auch wenn Kaffee, anders als Tee, nie wirklich als Medizin verbreitet war.

Es wird immer viel über den Einfluss, vor allem auch von Kaffee und Tee, auf die Gesundheit gesprochen. Obwohl Metastudien (zumindest zum Kaffeekonsum) ein zunehmend positive Wirkungen vermuten, wäre ich bei dem Thema Vorsichtig. Der Einfluss auf die Gesundheit ist von Lebensmittel generell und insbesondere bei Kaffee und Tee ist schwer zu untersuchen. Außerdem kommt er natürlich auf die Kaffeesorte an. Hier eine kleine Übersicht darüber „was ich so lese“.

Bei Gesundheitsfrage am besten immer einen oder besserer mehrere Ärzte fragen!

Kaffee und die Gesundheit

  • Kaffee kann gegen Kopfschmerzen helfen.
  • Durchschnittlicher Konsum von Kaffee kann das Risiko von Schlaganfällen senken.
  • Kaffee kann einer Diabetes-Typ-2-Erkrankung vorbeugen.
  • Kaffee weitet die Gefäße, wodurch der Blutdruck und die Herzfrequenz sinken.
  • Wirkt beruhigend und konzentrationsfördernd.
  • Einige Studien deuten an, dass Kaffee vor Gefäßverkalkung schützt.
  • Sechs Tassen pro Tag sollen das Brustkrebsrisiko senken.

Tee und die Gesundheit

  • Verbessert die Symptome bei Zahnfleischerkrankungen und verhindert Karies.
  • Wirkt krebsvorbeugend.
  • Kann das Krebszellenwachstum hemmen.
  • Tee mit Milch kann das Risiko von Nierensteinen reduzieren.
  • Regelmäßig getrunken, kann Tee den Blutdruck und den Blutzuckergehalt um die Hälfte senken.
  • Besonders Grüntee fördert die Wirkung von Antibiotika.
  • Drei bis sechs Tassen täglich senken das Risiko für Herzleiden um knapp die Hälfte.

Quellen:

Fällt euch auch auf, dass sich viele gesundheitliche Vorteile von Kaffee und Tee überschneiden? Das könnte darauf zurückzuführen sein, dass die Inhaltsstoffe in Tee und Kaffee sehr ähnlich sind. Eben auch darin, wie sie in unserem Organismus wirken. Und das trinken ist natürlich generell gesund – jedenfalls von Getränken ohne Fett, Zucker und Alkohol.

So ist der Koffeingehalt im Tee fünfmal höher, als im Kaffee. Allerdings relativiert sich das durch die Zubereitungsart wieder. Und dafür hat Kaffee weit mehr Antioxidantien, als Tee.

Zusammenfassend kann ich aber sagen, dass weder Kaffee noch Tee deutlich besser oder gar schlechter für unsere Gesundheit sind. Immer von normalen, moderaten Mengen und einem gesunden Menschen ausgehend, versteht sich. Außerdem ist die Qualität und Zubereitung entscheidend.

Kaffee oder Tee – tatsächlich nur eine Frage persönlicher Vorlieben

Kaffee Blutdruck HandfilterEs sieht so aus, als wäre die Wahl zwischen Kaffee und Tee vor allem eine des ganz persönlichen Geschmacks. Weder Kaffee noch Tee haben nachweislich mehr Vor- oder Nachteile für unseren Körper. Der Eine mag den schnellen Koffeinkick des Kaffees, der andre bevorzugt die gleichmäßig konstante Koffeinabgabe von Tee. Hat vielleicht auch ein bisschen was mit dem eigenen Temperament zu tun.

Immer wieder wird aber gerade bei importierten Tees aus dem asiatischen Raum vor hoher Pestizidbelastung gewarnt. Also gilt für guten Tee das gleiche wie für guten Kaffee: Sucht Fachhandel und kleine Anbieter auf, die über Anbau, Verarbeitung und Inhaltsstoffe ihrer Produkte informiert sind. Denn egal, ob bei Tee oder Kaffee – wenn etwas den Geschmack aller trifft, dann die Qualität!

Wie ihr auf dem Foto steht, bin ich meistens am Kaffee Kochen. Ich trinke übrigens gerne Salbeitee. Wie steht ihr zu Kaffee oder Tee? Und welchen Tees mögt ihr gerne?

Nicht so schüchtern. Ich freue mich von dir zu hören.

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