Der Severin WK 3364 Wasserkocher im Test

Der Severin WK 3364 Wasserkocher im Test Ergebnis
Veröffentlichungsdat um: 5. Februar 2017 von 1

Letztes Update: 24.01.2017: Ein großes Augenmerk bei meinem Wasserkocher Test 2017 liegt natürlich auf den Geräten, die in der Amazon Bestsellerliste für Wasserkocher aktuell den Ton angeben. Schließlich nehmen viele von euch diese Listen als Grundlage für die Kaufentscheidung.

Auf Platz 3 liegt momentan ein absoluter Klassiker unter den Küchengeräten, der Severin WK 3364 Wasserkocher aus Edelstahl. Er ist relativ günstig und zumindest theoretisch besser als ein noch billigerer Kollege aus Kunststoff.

Günstiger Wasserkocher mit viel Edelstahl!
Severin WK 3364

Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Macht nur das nötige, aber das gut!

Doch gibt es hier wenigstens ein bisschen Qualität oder stimmt nur der Preis? Im direkten Vergleich mit seinem Kollegen WMF Bueno müsst ihr beim Severin einige Abstriche hinnehmen. Aber sooo schlecht ist er wirklich nicht.

So habe ich getestet

Falls ihr schon andere Wasserkocher Tests gelesen habt, wisst ihr, dass diese Gerätesparte nur zweitrangig anhand sensorischer Merkmale getestet werden kann – ganz im Gegensatz zu Espressokochern oder auch einer French Press.

Denn Wasser bleibt hier einfach Wasser, nur eben heißer. Darum durften dieses Mal ein Küchenthermometer von Habor sowie ein Arendo Stromzählergerät ran und ich habe auch dem Severin WK 3364 ganz genau auf den Zahn gefühlt:

  • Die Wasserausgangstemperatur betrug rund 19 Grad Celsius.
  • Ich habe einen Liter gekocht.
  • Die Stoppuhr hat mir die Zeit verraten, die dafür nötig war.
  • Nennleistung und tatsächliche Wattzahl habe ich ebenfalls verglichen.
  • Auch den Stromverbrauch habe ich bei meinen Tests überprüft.
  • Die endgültige Wassertemperatur habe ich direkt nach dem Kochen und nach einer weiteren Minute Standzeit bei offenem Deckel gemessen.

Damit wollte ich herausfinden, ob die Hersteller ihre Versprechen halten, ob der Wasserkocher das Wasser auch wirklich kocht und ob die Geräte für die Faustformel taugen, dass ihr Wasser nach etwa einer Minute für verschiedene Zubereitungsmethoden bei optimaler Brühtemperatur benutzen könnt.

Der erste Eindruck

Ähnlich wie WMF ist auch Severin eine Marke, bei der ihr grundsätzlich auf gute Qualität hoffen könnt, die sich aber gefühlt auf Einsteigerniveau bewegt und weniger Wert auf Design legt.

Severin Wasserkocher mit Verpackung

Dieses Gefühl habe ich auch beim Severin WK 3364, der recht altbacken und unspektakulär aussieht. Er besteht aus einem Edelstahlkorpus mit Kunststoffgriff, -deckel und Basis. Das Heizelement ist flach und besteht ebenfalls aus Edelstahl.

So viel Edelstahl lässt hoffen, dass es mit dem Wasserkochen fix geht und ich finde den ersten Gesamteindruck eigentlich recht hochwertig – zumal das Wasser nur wenig mit Kunststoff in Berührung kommen sollte.

Der Sockel mit 360 Grad-Aufsetzfunktion ist ziemlich schwer und steht daher gut auf der Arbeitsplatte. Der Wasserkocher selbst bringt ordentlich Gewicht mit, jedoch finde ich, dass er durch die klobige Form dadurch weniger handlich wird als der Bueno.

Sockel

Dieser Eindruck wird durch den nach unten offenen Griff verstärkt – hier habe ich ein bisschen Schiss, dass ich morgens, schlaftrunken und völlig verpeilt, auch mal daneben greifen könnte.

Die Einhand-Bedienproblematik löst der Severin mit einem Hebelschalter am Deckel, was an sich prima ist. Wer hier allerdings zu schwungvoll ans Werk geht, könnte sich heiße Wasserspritzer einfangen.

Deckel wirkt gefährlich

Die Ausgießtülle ist völliger Blödsinn, weil sie ultraflach ist und das Wasser dadurch wie ein Wasserfall aus dem Kocher kommt. Dosieren? Fehlanzeige. Auch hat der Severin keinen Kalkfilter, woran selbst der billigste Kocher, der Clatronic WK 3445 gedacht hat.

Wenn ihr in Gegenden mit stark kalkhaltigen Wasser wohnt (also praktisch überall in Deutschland), kommt ihr um einen Brita Wasserfilter nicht herum, wenn ihr guten Kaffee wollt und trotzdem auf den Severin setzt.

Gelungen ist hingegen die sehr, sehr große Öffnung, die außerdem freien Blick auf die Füllskala von 0,5 bis 1,5 Liter im Inneren gewährt. Diese Umstände sind bei einem Wasserkocher aus Edelstahl nötig, weil die Metalloberfläche nur funktioniert, wenn sie nahtlos gefertigt wurde.

Der WMF BUENO hatte hier einen bescheuerten Einfall und die Anzeige erstens unter den Griff bugsiert und zweitens ein Fallrohr mit Verschmutzungspotential im Inneren installiert. Da ist eine simple, eingestanzte Skala wie beim Severin schon cleverer.

Severin Wasserkocher

Unter all diesen Voraussetzungen scheint der aktuelle Amazon-Preis von rund 26 Euro auf jeden Fall ein Schnäppchen zu sein, denn die Pro- und Contra-Liste für den ersten Eindruck sieht nicht schlecht aus:

Das gefällt mir auf den ersten Blick

  • 360 Grad Sockel.
  • gute Verarbeitung.
  • standstabil.
  • guter Sockel.
  • relativ wenig Kunststoff.
  • flaches Heizelement.
  • große Öffnung.
  • Einhand-Bedienung möglich.

Das gefällt mir weniger auf den ersten Blick

  • grobe Füllskala.
  • unten offener Griff.
  • Schnappmechanik für Deckel birgt Spritzgefahr.
  • Deckelmechanik relativ schwer.
  • bisschen klobig und damit schlechtere Gewichtsverteilung.
  • KEIN Kalkfilter.
  • blödsinnig geformter Ausgießer.

An dieser Stelle hat der Severin WK 336 für mich einen Vorsprung gegenüber dem WMF BUENO, weil er definitiv bequemer zu handhaben und mit etwas weniger Blödsinn ausgestattet ist. Doch loben wir den Tag nicht vor dem Abend, sondern schalten ihn lieber erst einmal ein.

Der Severin WK 3364 Wasserkocher im Einsatz

Sonst habe ich den Kocher und die Stoppuhr gestartet und Notizen gemacht, bis das Wasser kochte. Beim Severin habe ich etwa eine Minute lang mein Ohr an den Kocher gehalten. Denn er gibt keinen Mucks von sich. Null. Hätte es die rote Kontrollleuchte nicht gegeben, hätte ich auf kaputt getippt.

Einschalten

Ich erwähne das nur, weil der BUENO im Gegensatz dazu einen Höllenlärm veranstaltet hat und die Geräuschkulisse offensichtlich weder was mit dem Preis, noch mit dem Kochermaterial zu tun hat.

Beim Severin ist der Neugeräte-Geruch beim Kochen ziemlich präsent und ich rate wiederum dazu, mehrmals ein paar Kochvorgänge durchzuführen, bevor ihr das Wasser wirklich trinkt.

Nun aber ans Eingemachte und damit zu den technischen Werten:

  • Die Nennleistung beträgt schon magere 1.800 Watt, die tatsächliche Leistung liegt nur bei 1.650 Watt.
  • Direkt nach dem Kochen beträgt die Wassertemperatur 98,9 Grad Celsius.
  • Nach einer Minute sind es 95,0 Grad Celsius.
  • Für das Kochen hat der Severin miese 4.10 Minuten gebraucht.
  • Dabei hat er 0,114 kWh verballert.

(Die Werte aller getesteten Geräte findet ihr im Vergleich im Ratgeber-Text: Wasserkocher Test)

Wie erwartet, rächt sich der niedrige Preis spätestens beim Können eines Wasserkochers. Die sehr lange Kochzeit ergibt sich aus der niedrigen Leistung, allerdings ist dafür der Verbrauch mehr als im Rahmen.

Ausschenken

Hier liegt der Bueno eindeutig und glasklar vorne und schlägt außerdem die meisten anderen Wasserkocher ebenfalls.

Bei einer so riesigen Öffnung hätte ich eigentlich erwartet, dass die Temperatur stärker fällt. Allerdings scheint der Severin besser isoliert zu sein als der WMF-Kollege.

Zwar solltet ihr NIEMALS an den Korpus kommen, wenn der Severin in Betrieb ist. Denn dieser wird wirklich heiß! Aber gefühlt wird er nicht ganz so heiß wie die Höllenmaschine namens BUENO.

Wenn ihr den Dreh mit dem Schnappdeckel erst einmal raus habt, ist auch das vorsichtige Öffnen nicht mehr so schwierig. Allerdings bleibt der Deckel nicht von allein offen.

Schauen wir uns die Betriebs-Fakten für den Severin WK 3364 im Überblick an:

  • Selbstabschaltung.
  • Kontrollleuchte.
  • vertretbarer Stromverbrauch.
  • leichte Isolierung (?)
  • Nennleistung entspricht nicht der tatsächlichen Leistung.
  • Verbrennungsgefahr!
  • Deckel schwergängig – ebenfalls Verletzungsgefahr!
  • lange Kochzeit.
  • kein kochendes Wasser.
  • Kunststoffgeruch.

Da ich hier Wasserkocher und nicht Wasserwärmer oder Wasserbefüllgeräte teste, sollte es an dieser Stelle einleuchten, warum der eher beknackte BUENO im direkten Vergleich dann doch gewonnen hat: Der Severin ist einfach zu tranig und für uns Kaffee- und Teefans nur eine bedingt gute Idee.

Die Reinigung

Einen zusätzlichen Pluspunkt kann sich der Severin dann doch noch abholen. Die Reinigung geht ruckizucki und ist absolut easy: Deckel aufklappen, einmal wischen, voila! Hier zeigt sich, warum eine große Öffnung und eine nahtlose Edelstahlfertigung dann doch eine gute Idee sind.

Mein Fazit: Was taugt der Severin WK 3364 Wasserkocher?

Sagen wir mal so: Hätte der Severin WK 3364 bei diesem Klasse-Preis auch Top-Werte, wäre er absoluter Testsieger in meinem Wasserkocher Test geworden. Er ist praktisch, eindeutig und ohne Schickschnack. Doch der WMF Bueno leistet einfach mehr.

Günstiger Wasserkocher mit viel Edelstahl!
Severin WK 3364

Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Macht nur das nötige, aber das gut!

Ich empfehle den Severin, wenn ihr eher weniger Wasser kocht und nicht so viel Geld ausgeben wollt. Außerdem solltet ihr KEINE Kinder oder Haustiere haben. Denn Edelstahl Wasserkocher können ohne Isolierung für schlimme Verbrennungen sorgen!

Diese Sicherheitsbedenken sind natürlich keine Kleinigkeit und schon deshalb tendiere ich zu Wasserkochern mit Glas. Allerdings gibt es auch Wasserkocher aus Edelstahl mit Extra-Isolierung. Nur so ein Tipp.

Verratet mir doch gerne, was ihr zum einem Test sagt und stellt mir gern eure Fragen. Wo? Natürlich im Kommentar.

1 Kommentar
  • Michael Dörsching
    4 Januar, 2018

    Hallo
    Ihr macht n guten Job!
    Sehr ausführlich und locker beschrieben … macht Laune zu lesen bzw. zu schauen!

    Weiter so!!

Ich freue mich über deinen Kommentar

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