Der Severin WK 3644 Reise-Wasserkocher im Test

Der Severin WK 3644 Reise-Wasserkocher im Test Ergebnis
Veröffentlichungsdat um: 19. Oktober 2017 von 0

Bisher haben wir in unserem Wasserkocher Test 2018 eine besondere Kategorie mehr oder minder vorsätzlich vernachlässigt: die Reisewasserkocher. Und das, obwohl ich auch auf Reisen immer alles mitnehmen will, was ich für exzellenten Kaffee aus dem Handfilter brauche.

Nun holen wir das einmal mit einem besonders günstigen Exemplar nach: dem Severin WK 3644 Reise-Wasserkocher. Der erfüllt theoretisch alle Voraussetzungen für ein kompaktes Unterwegs-Gerät. Doch dafür müsst ihr auch einige Abstriche hinnehmen.

Perfekter Reisewasserkocher

Letztendlich darf man die Testergebnisse mit den anderen Geräten im Test sicher nicht direkt vergleichen. Vor allem, was die Leistung und die Kochdauer betrifft. Zumal ihr nur lächerliche 12.99 € bei Amazon hinlegen müsst.

Die Frage in diesem Testbericht sollte daher lauten: Welche Abstriche sind auf Reisen okay? Welche nicht? Und welche Faktoren solltet ihr beim Gerätekauf in dieser Kategorie beachten? Finden wir es heraus!

So habe ich getestet

Wie schon beim ähnlich Füllmengen-schwachen Hario Buono Wasserkocher musste ich auch hier meinen Testaufbau etwas anpassen. Schließlich ist beim Severin bei 0,5 Liter Schluss. Also sieht das grundsätzliche Testdesign so aus:

  • Kochmenge 0,5 Liter statt wie üblich 1 Liter
  • Ausgangstemperatur Wasser von rund 19 Grad Celsius
  • Messen Stromverbrauch und Kochdauer
  • Unterschied zwischen Nennleistung und tatsächlicher Leistung (an meiner Steckdose)
  • Wassertemperatur direkt nach dem Kochen
  • Wassertemperatur nach 1 Minute Standzeit bei offenem Deckel

Näheres zu diesem Vorgehen erfahrt ihr im Übersichtsartikel Wasserkocher Test 2018. Man könnte argumentieren, dass es bei einem Reisewasserkocher gar nicht so sehr auf die technischen Details ankommt. Hauptsache, das Wasser ist heiß und macht Kaffee.

Aber: Erstens soll mein Test Vergleichbarkeit über alle Kategorien hinweg herstellen. Zweitens sehe ich nicht ein, warum ich unterwegs Abstriche bei den Idealvorraussetzungen für guten Kaffeegenuss machen sollte. Nennt mich einen Geek. Aber das ist schließlich die Grundlage von Coffeeness!

Datenblatt

EINTRAGWERT
ModellnameSeverin WK 3644 Reise-Wasserkocher
HauptmaterialKunststoff
Füllmenge max.0,5 Liter
Nennleistung650 Watt
Tatsächliche Leistung*564 Watt
Kochzeit pro HALBER Liter*5.54 Minuten
Stromverbrauch*0,055 kWh
Wassertemperatur direkt nach dem Kochen*98,6 Grad
Wassertemperatur nach 1 Minute Standzeit*95,6 Grad
Kalkfilter
360 Grad-SockelX
Einhand-BedienungX
Extras2 Tassen + Löffel,
Spannung umstellbar
Preis (Preis zum Kaufzeitpunkt)12.99 (13,99 Euro)

* laut Testergebnis

Der erste Eindruck

Severin ist in jeder meiner Testkategorien irgendwann einmal dabei. Und zwar meistens mit einer guten bis sehr Querschnittsleistung. Das gilt zum Beispiel sowohl für den Severin SM 9684 Milchaufschäumer als auch für die Severin KM 3873 Kaffeemühle.

Auch als Kaffeemaschine macht die Marke eine gute Figur und den großen Severin WK 3364 Wasserkocher hat garantiert jeder von uns schon einmal in irgendeiner Küche gesehen.

Günstiger Wasserkocher mit viel Edelstahl!
Severin WK 3364

Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Macht nur das nötige, aber das gut!

Meistens lautet mein Testurteil insgesamt: unprätentiös, praktisch veranlagt, macht was es soll und hat ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Und ich finde, dass der Severin WK 3644 Reise-Wasserkocher schon auf den ersten Blick genau diese Ansprüche erfüllt. Der kompakte Mini-Kocher besteht praktisch vollständig aus leichtem, aber hochwertigen Kunststoff und bringt im Sinne seiner Reise-Aufgabe auch keinen Extrasockel mit.

Leicht und kochwertig

Das Kabel hängt also direkt am Kocher, was höchstens bei der Reinigung und Befüllung ein bisschen problematisch ist. Denn nass sollte es natürlich nicht werden. Wenn Ihr das Ding das erste Mal auspackt, purzeln euch außerdem zwei Kunststofftassen nebst Löffeln entgegen.

Auch hier denkt Severin also wieder aufgabenorientiert. Und wenn ihr euch ein Beispiel an der Herstellerpackweise nehmt, können die Tassen, obwohl sie nicht sonderlich stabil wirken, auch länger überleben: Transportiert sie direkt im Kocher und ihnen passiert nix. Und mehr Platz im Koffer ist auch.

Sogar Becher sind mit dabei

Der Severin Reisewasserkocher ist zwar sehr kompakt und handlich, eine Einhand-Bedienung ist aber nicht möglich. Den Klick-Deckel müsst ihr manuell öffnen. Das gibt zwar Abzüge beim Komfort, ist aber wiederum kein entscheidendes Kriterium, wenn wir die Sache aus der Reise-Richtung betrachten.

Dementsprechend anders bzw. differenzierter sollten wir auch die Vor- und Nachteile beim ersten Eindruck betrachten. Denn jeder Nachteil ergibt durchaus Sinn, auch wenn das nichts daran ändert, dass der Wasserkocher von Severin wirklich für nichts anderes taugt als für Reisen. Zunächst die Vorteile:

  • Sehr kompakt und handlich
  • Spannung lässt sich umschalten und der Kocher kann damit in vielen Ländern (plus Adapter) eingesetzt werden
  • Tassen und Löffel sind dabei und lassen sich sogar direkt bruchsicher verstauen
  • Trotz Leichtigkeit hochwertiger Eindruck
  • Sehr guter Preis
  • Kalkfilter

Zu (fast) jedem Contra-Argument müssen wir noch ein Aber hinterherschicken:

  • Sehr kleine Kochmenge (ist ja auch ein Reisekocher)
  • Sehr viel Kunststoff (das Handgepäck freut sich)
  • Keine Einhandbedienung (kann man wohl auch nicht erwarten bei dem Preis und Mechanik geht unterwegs so seltener kaputt)
  • Kabel direkt am Kocher (das ist blöd für den Nässeschutz)

Ich finde übrigens, auch wenn der Vergleich sehr stark hinkt, diesen Reisewasserkocher im Preis-Leistungsverhältnis wesentlich besser als den ebenso kleinen Hario Buono Wasserkocher mit seinen 0,8 Liter. Der kann weder gut reisen, noch sonderlich viele Vorteile abseits des Hammer-Ausgusses mitbringen.

Der Deckel ist manuell

Daran zeigt sich mal wieder: Manchmal ist ein schlichtes, funktionelles und einfach uncooles Gerät wesentlich besser als ein überteuertes Hipster-Accessoire. Aber das wussten wir sicher schon vorher.

Der Severin WK 3644 Reise-Wasserkocher im Einsatz

Jetzt wird es mit einem objektiven Urteil im Sinne unseres Wasserkocher Tests durchaus ein bisschen schwierig. Denn die technischen Werte des Severin WK 3644 Reise-Wasserkocher sind in mancher Hinsicht unter aller Kanone:

  • Die Nennleistung liegt bei 650 Watt. Da ist die tatsächliche Leistung von 564 Watt gar nicht mal schlecht.
  • Für einen halben Liter braucht der Kocher aber ganze 5.54 Minuten. Das ist hochgerechnet der schlechteste Wert im ganzen Test.
  • Der Verbrauch liegt deshalb auch bei viel zu hohen 0,055 kWh
  • Die Temperatur direkt nach dem Kochen beträgt 98,6 Grad Celsius
  • Nach einer Minute Standzeit mit offenem Deckel sind noch 95,6 Grad Celsius übrig

Würden wir normale Kochermaßstäbe anlegen, wäre dieses Exemplar in jedem Fall durchgefallen. Denn die Kochzeit bei einem solch hohen Verbrauch ist für den täglichen Einsatz absolut nichts. Interessant: Die Werte befinden sich knapp unterhalb des Hario Buono, der aber wiederum eigentlich für den täglichen Einsatz gedacht ist.

Die Wassertemperatur ist guter Durchschnitt und ich finde, dass drei Grad Temperaturabfall im Gesamttest ebenfalls überzeugen. Normalerweise können wir von vier bis fünf Grad ausgehen.

Heißes Wasser für unterwegs

Schön ist auch, dass der Kocher nicht sonderlich warm wird und sich vor allem nur ein minimaler Hauch Plastikgeruch breitmacht. Das spricht für die Materialqualität. Der wirkliche Überraschungsvorteil als Reisewasserkocher liegt aber woanders:

Das Ding ist wirklich ultraleise! Ihr könntet also eurem Herzblatt im Wohnwagen oder Zimmer einen Kaffee bereiten, während es noch schläft. Hurra, Frühstück ans Bett/die Luftmatratze!

Beim Deckel müsst ihr bei voller Füllung, die sowieso fast immer erreicht wird, ein wenig aufpassen, der springt euch beim Öffnen etwas entgegen.

Wiederum gilt also, dass wir die Vor- und Nachteile in der Übersicht ein wenig anders bewerten sollten, als wir es sonst bei den Geräten tun:

Vorteile

  • Nennleistung entspricht (fast) tatsächlicher Leistung
  • Selbstabschaltung
  • keine Geruchsentwicklung
  • ultraleise
  • wird nicht heiß
  • relativ wenig Temperaturabfall

Neutral

  • viel zu lange Kochzeit für wenig Wasser
  • sehr hoher Verbrauch

Nachteile

  • Deckel springt etwas

Dass ich Verbrauch und Kochzeit als neutral einstufe, wäre sicher bei jedem anderen Wasserkocher ein Unding. Hier nehmen wir es insofern einfach hin, als dass der Kocher wesentlich seltener bei Normalo-Reisenden zum Einsatz kommt, die den Strom meist aus einer schon bezahlten Quelle beziehen.

Stromanschluss

Sobald ihr aber Dauer-Camper, Langzeitreisende oder ökonomisch langfristig denkende Urlauber seid, solltet ihr darüber nachdenken, definitiv in ein besseres und effizienteres Gerät zu investieren. Denn umweltfreundlich im Sinne von ressourcenschonend ist das Ganze natürlich nicht.

Die Reinigung

Auch hier ist Severin wieder eine kleine Überraschung gelungen. Obwohl die Deckelöffnung ultramini ist, kommen selbst Riesenhände problemlos durch. Und dann ist das Reinigen und Abtrocknen praktisch in zwei Sekunden durch. Mehr gibt’s dazu kaum zu sagen.

Mein Fazit: Was kann der Severin WK 3644 Reise-Wasserkocher?

Im Gesamturteil kann es nur zwei gleichrangige Aussagen geben: Als Wasserkocher für zuhause ist der Severin WK 3644 Reise-Wasserkocher ziemlicher Mist. Als Reisewasserkocher ist er hingegen richtig klasse und vor allem überaus durchdacht.

Sehr durchdacht

Wie lange der kleine Plastikfreund für seine paar Mark fuffzig hält, kann ich natürlich (noch) nicht beurteilen, zumal es euch auf Reisen schnell mal passieren kann, dass die Spannung zu groß ist und ihr vergesst, das umzustellen. Ich glaube aber fast, dass Dauerbetrieb in jedem Fall keine gute Idee ist.

Das nehmen wir aber einmal als gegeben für die Kategorie hin und dann macht sich der Severin auf jeden Fall eine Menge reiselustige und kaffeeliebende Freunde. In jedem Fall werde ich, wenn ihr wollt, gern noch weitere Minis für euch testen.

Ich bin mir dabei relativ sicher, dass der Severin dennoch ziemlich weit oben auf dem Treppchen landen wird. Wollt ihr mehr? Dann sagt’s mir! In den Kommentaren ist viel Platz!

Nicht so schüchtern. Ich freue mich von dir zu hören.

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