Sinbo Smoothie-Maker: Gutes Einstiegsmodell oder Sicherheitsrisiko?

Sinbo Smoothie-Maker: Gutes Einstiegsmodell oder Sicherheitsrisiko? Ergebnis

Zum ersten Mal teste ich ein Gerät der Marke Sinbo. Ich bin echt gespannt, was diese Marke so kann. Mir ist sie bisher unbekannt, was aber nicht schlecht sein muss. Angetreten ist heute der Smoothie-Maker. Der Modebegriff für Standmixer.

Ich habe ihn auf Amazon gekauft und ausführlich für euch getestet und dabei einige unschöne Sachen erlebt.

Erster Eindruck

Auf den Produktbildern sieht der Sinbo wie ein klassischer Mixer aus. Er hat eine schöne Basis aus Edelstahl und einen großen Krug. Der Krug sieht für mich aus wie ein Glaskrug, das würde mir gut gefallen.

Beim Auspacken wird dieser erste Eindruck bestätigt. Der Sockel des Mixers ist größtenteils aus Edelstahl und fühlt sich gut an. Er hat eine runde Form und mit 18 Zentimetern im Durchmesser ist er angenehm klein. 38 Zentimeter Höhe sind ebenfalls eine gute Größe. Entsprechend seiner Größe ist er ein bisschen leichter als die bisherigen Standmixer in meinem Test. Der Unterschied ist aber nicht gravierend. Bei diesen Werten sollte in jeder Küche genügend Platz für den Smoothie-Maker sein.

Der Sockel ist aus Edelstahl

An der Front des Sockels ist das Bedienfeld angebracht. In diesem Fall muss man aber eher von einem Bedienrad sprechen. Alle Funktionen werden über diesen einen Drehregler gesteuert.

Der Krug ist, wie erhofft, aus Glas. Ich mag Glas lieber als Plastik. Es ist wirkt nicht nur hochwertiger, es ist auch umweltfreundlicher und hygienischer als Kunststoff.

Der Behaelter aus Glas

Der Krug fasst 1,5 Liter Inhalt. Das ist eine mittlere Größe, verglichen mit anderen Mixern. Für zwei bis drei Personen kann man damit ausreichende Portionen herstellen. Wenn ihr Milchshakes für die ganze Party-Crew machen wollt, müsst ihr wohl mehrfach ran.

Der Krug wird von einem Gummideckel verschlossen, der einen kleinen Deckel in der Mitte hat. Durch diesen könnt ihr während des Mixens noch Zutaten nachfüllen.

Der Deckel mit einer kleinen Durchreiche zum Nachfuellen

Eine Besonderheit beim Sinbo ist der Messerblock. Diesen kann ich aus dem Krug nach unten hin lösen. Den Messerblock an sich kann ich dann nochmal in Messer und Aufsatz teilen. Das dürfte die Reinigung nachher deutlich erleichtern.

Produktdaten

EintragWert
Nennleistung600 Watt
Max. Umdrehungenk.A.
Anzahl Klingen6
Anordnung Klingensternförmig
Material BehälterGlas
Volumen Behälter*1,5 Liter
Mixstufen5
Pulse-Funktion
Smoothie-Funktion**X
Crushed Ice-Funktion***X
Reinigung in der Spülmaschine
Extras-
Ersatzteile erhältlichX
Preis in Euro0.00 €

* Maximalfüllmenge laut Hersteller

** voreingestelltes Programm mit fester Laufzeit

*** voreingestelltes-Pulse-Programm mit festen Intervallen

Was ich hier bei den Produktdaten lese, haut mich nicht vom Hocker. Es sind aber auch nicht die schlechtesten Werte, die ich beim großen Mixer-Test 2017 bisher gesehen habe. Ich würde sie einfach mal als Durchschnitt bezeichnen.

600 Watt sind ein solider Wert. Damit kann man normalerweise schöne Smoothies machen. Bei härteren Zutaten oder Eis habe ich bei vergleichbarer Stärke aber auch schon Mixer aufgeben sehen.

Eine Umdrehungszahl gibt der Hersteller nicht an. Schade, damit hätte ich zusammen mit der Watt-Zahl schon mal eine erste Einschätzung der Leistung geben können.

Die sechs Klingen sind auf drei Ebenen angebracht. Zwei Klingen zeigen nach unten und vier nach oben. Das sind gute Voraussetzungen für ein schönes Püree, da alle Zutaten erfasst werden können.

Der Sinbo arbeitet mit 6 Klingen

Über Größe und Material des Kruges habe ich mich oben schon einmal ausgelassen. Mir gefällt beides.

Der Mixer hat fünf Mix-Stufen und eine Pulse-Funktion. Das hatte ich mir beim Betrachten des Bedienfeldes schon gedacht. Dort ist alles gut übersichtlich dargestellt.

Weitere vorprogrammierte Funktionen hat der Sinbo nicht.

Alle Teile können in der Spülmaschine gereinigt werden. Das spricht mich besonders an. Ich mag das ewige Spülen nach einer tollen Küchen-Orgie nicht. Hier wird mir also Arbeit abgenommen.

Mit rund 0.00 € ist der Mixer günstig. Ich bin bei diesen günstigen Preisen immer etwas zwiegespalten. Ich habe schon gute Geräte für sehr wenig Geld getestet, aber auch schon echten Müll in dieser Preisklasse dabei gehabt.

Mal sehen, wo sich der Sinbo nach dem Test einsortiert.

Befüllen

Bevor ich den Sinbo auf seine volle Funktionsfähigkeit teste, befülle ich ihn mit meinen Test-Zutaten. Das sind ein Apfel, eine Banane, sechs Eiswürfel und Wasser.

Mit Bananen fuer den Smoothie befuellen

Ich nehme diese Zutaten aus zwei Gründen. Erstens kann der Mixer bei den unterschiedlichen Konsistenzen zeigen, ob er mit festen und flüssigen Stoffen klarkommt. Zweitens stehe ich total auf Smoothies und verbinde so gerne Arbeit und Vergnügen.

Das Befüllen durch die große Öffnung klappt gut. Beim Nachfüllen durch den kleinen Deckel muss ich etwas mehr zielen. Die Banane bleibt leicht hängen und will dann gestopft werden.

Beide Deckel lassen sich einfach verschließen und sitzen gut.

Performance

Alles ist drin, die Deckel sind zu. Jetzt kann es losgehen. Das Starten des Mixers geht einfach. Ich muss nur den Regler um eine Stufe nach rechts drehen, schon nehmen die Messer ihre Arbeit auf.

Und los gehts mit dem Mixen

Was dann passiert, ist ein echter Schock. Die Messer drehen sich noch keine zehn Sekunden und mir steigt ein deutlicher Brandgeruch in die Nase.

Ich betrachte den Mixer, kann aber keine Brandspuren entdecken. Beim Geruchstest merke ich aber sehr schnell, dass die flambierte Note vom Sockel meines Testgerätes ausgeht.

Zudem spielt mein Strom-Messgerät verrückt. Immer wenn ich den Mixer an seine Spitzenleistung treiben will, geht es aus. Oder genauer gesagt: Es verweigert die Messung. Das spricht meistens für eine Überspannung im Test-Gerät. Zur Sicherheit stelle ich den Mixer erst mal aus.

Jetzt stehe ich vor der Entscheidung, ob ich den Test abbrechen oder mit einem Feuerlöscher in Griffweite fortführen soll.

Im Dienste der Wissenschaft entscheide ich mich für letzteres. Das Mixen geht weiter und zwar sehr laut und mit schrillen Tönen.

Im Behälter passiert dagegen nicht viel. Die Zutaten werden nach außen an den Rand des Kruges gedrückt. Auch mit der Pulse-Funktion lässt sich da nix machen.

Mich stört übrigens, dass die Pulse-Funktion links vom Zustand „Aus“ liegt. Alle anderen Stufen sind rechts davon. Für mich bedeutet das, dass ich den Mix-Vorgang durch den Pulse nicht sofort verstärke, sondern erst mal den gesamten Vorgang unterbrechen muss. Auch wenn es nur ein Augenblick ist – der Prozess wird dadurch gestoppt.

Das Ergebnis dieses ersten Mix-Versuches gieße ich auf den Teller vor mir. Die Bestandteile sehen genauso aus wie vor dem Mixen, nur dass sie jetzt ordentlich gemischt sind. Das ist natürlich komplett unbefriedigend. Ich teste hier schließlich einen Mixer und keinen Shaker.

Man soll Dingen ja immer eine zweite Chance geben. Dieses Motto beherzige ich auch hier.

Für den zweiten Versuch gebe ich von allen Zutaten deutlich mehr und vor allem viel mehr Flüssigkeit hinzu.

Mit mehr Fluessigkeit funktioniert es hoffentlich

Etwas skeptisch bin ich schon, denn mehr Zutaten bedeuten auch einen höheren Anspruch an den Motor. Der hat meine Küche mittlerweile mit einem ordentlichen Flammenaroma gefüllt. Ich hoffe mal, es bleibt vorerst beim Geruch.

Das Ergebnis des zweiten Tests ist wesentlich besser. Gut, schlimmer hätte es auch nicht mehr werden können. Die fertige Masse ist halbwegs ordentlich püriert, wenn auch noch einige Stückchen von den Nüssen übrig geblieben sind.

Das Ergebnis geht garantiert besser

Reinigung

Nachdem ich den zweiten Durchgang ohne offenes Feuer beenden konnte, geht es ans Reinigen des Mixers. Dazu baue ich ihn erst mal in seine Bestandteile auseinander. Diese packe ich anschließend in die Spülmaschine.

Nach einiger Zeit hole ich alle Sachen größtenteils sauber wieder heraus. In einigen Rillen des Deckels und das Aufsatzes für den Messerblock haben sich noch Reste verfangen. Diese muss ich per Hand entfernen.

Einmal mit Wasser reinigen

Ich probiere natürlich auch noch die komplette Reinigung per Hand aus. Nachdem ich den Krug noch einmal richtig schön eingesaut habe, lege ich ihn ins Spülbecken. Dort baue ich ihn auseinander und kann dann alle Teile einzeln sauber machen. Bei den Deckeln klappt das ganz gut. Einige Rillen muss ich stärker schrubben. Das hält sich aber in Grenzen.

Der Krug und der Messerblock lassen sich gut reinigen. Da ich sie in ihre Einzelteile zerlegen kann, komme ich gut in alle Ritzen. Das ist zwar immer noch mühsam, es wird aber immerhin alles sauber.

Testergebnis

Bevor ich auf die Punkte im Detail eingehe, kann ich hier eines schon festhalten. Ich rate euch dringend vom Kauf des Sinbo Smoothie-Maker ab. Ich habe den Test zwar unbeschadet überstanden. Ich bin mir aber sicher, dass das Gerät bei mehrfacher Benutzung ein extremes Brandrisiko darstellt.

Pro

  • Einfache Reinigung
  • Geringer Preis

Kontra

  • Brandgefahr
  • Schlechtes Mix-Ergebnis bei kleinen Mengen
  • Einstellung der Stufen

Die Handhabung des Sinbo erhält von mir 60 Punkte – „Ausreichend“.

Das Befüllen ist einfach und auch das Nachfüllen klappt gut. Das Einstellen der einzelnen Stufen ist eigentlich einfach. Es sei denn, ihr habt feuchte Hände. Da dies bei Mixen schon mal schnell passieren kann, gibt es hier deutlichen Abzug. Auch die Position der Pulse-Funktion auf dem Drehrad ist schlecht gewählt.

Die Mixleistung ist für mich „Befriedigend“ – 70 Punkte.

Hätte ich dem Mixer keine zweite Chance gegeben, hätte ich diesen Teil mit Null Punkten bewertet. Die Zutaten sahen nach dem ersten Mixen aus wie vorher. Mit etwas mehr Zutaten und viel mehr Flüssigkeit war das Ergebnis dann aber okay.

Beim zweiten Versuch hats einigermassen funktioniert

Die Reinigung bekommt von mir 75 Punkte – „Gut“.

Der Sinbo lässt sich gut auseinander bauen und kann dann ordentlich gereinigt werden – sowohl in der Maschine als auch per Hand. Abzüge gibt es für die Rillen und Vertiefungen in Deckel und Messerblock. Diese wurden bei keiner der beiden Reinigungsvarianten richtig sauber.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist für mich „Ungenügend“ – 10 Punkte.

Das Gerät stand kurz davor, in Flammen aufzugehen. Das kann kein Preis der Welt retten.

Einsatzgebiet

Da ich ausdrücklich vom Kauf des Sinbo abrate, gebe ich natürlich keine Empfehlung für dessen Einsatz.

Fazit

Ich versuche es mal auf bayrisch, da klingt es nicht so grob: „So a Schmarrn braucht kein Mensch.“ Anstatt Schmarrn könnt ihr auch gerne andere Worte mit Sch… nehmen.

Scherz beiseite, denn es geht hier wirklich um eure Sicherheit.

Im Messerblock ist wohl der Wurm drin

Der Geruch und die Ausschläge auf dem Messgerät während des Tests geben großen Anlass zur Sorge. Ich befürchte, dass der Standmixer eher kurz- als langfristig einen Kurzschluss oder Motorschaden haben wird. Beides kann mit einem Feuer enden und das wollt ihr wirklich nicht in der Küche haben.

Eine vernünftige Alternative zum selben Preis ist beispielsweise der Russell Hobbs Essential Standmixer.

Nicht so schüchtern. Ich freue mich von dir zu hören.

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