Wie verkoste ich Kaffee?

Kaffee verkosten kann jeder. Je mehr Übung man darin hat, desto detaillierter werden die Beschreibungen. Ich empfehle dringend, immer mindestens zwei Kaffees auf einmal zu verkosten. Dies erleichtert einem die Beschreibung enorm.

Geschmackswahrnehmung

Es ist schwer, abstrakte Sinneswahrnehmung zu beschreiben. Die meisten Menschen haben wenig Übung darin ihre Geschmackswahrnehmungen zu beschreiben. Die Möglichkeit des Vergleiches, erleichtert diesen Prozess. Man muss die Wahrnehmung nicht allgemein einordnen, sondern kann sie nebeneinander betrachten. Welcher der Kaffees ist stärker, voller, aromatischer, hat mehr Säure, den schnelleren Abgang und vieles mehr. Am Anfang ist es auch gut, bei seinen Verkostungen, immer einen bestimmten Kaffee mit zu vergleichen. Dieser wird dann zum Maßstab für weitere Kaffeeverkostungen. Es ist immer gut sich seine Eindrücke zu notieren. Zum einen schafft man sein eigenes Nachschlagewerk und zum anderen, wird einem bewusst, dass der „gleiche“ Kaffee nicht immer gleich schmeckt. Es ist außerdem empfehlenswert, Kaffee zu zweit oder in größeren Gruppen zu verkosten. Das meiste lernt man immer im Austausch mit anderen.

Ich habe mir vorgenommen, viele Kaffees zu verkosten. Die Ergebnisse werde ich euch hier natürlich präsentieren. Um euch darauf gut vorzubereiten werde ich in dieser Woche noch einige Artikel zum Thema „wie schmecke ich“ und „die Zunge“ veröffentlichen. In diesem Artikel geht es um die Schritte einer Kaffeeverkostungen.

Das verkosten an sich:

  1. Riechen.
  2. Schlürfen.
  3. Art und Orte der Geschmackswahrnehmung.
  4. die Beschreibung.

Geruch

riechen

1. Die olfaktorische (geruchliche) Wahrnehmung ist für „das Schmecken“ die wichtigste. Die Nase spielt bei den Informationen im Gehirn eine größere Rolle als die Zunge.

Wir nehmen den Becher mit frischem Kaffee bilden mit der Hand eine Schale und decken die Becher Oberfläche ab. Jetzt bilden wir einen Freiraum für die Nase und „riechen“ hinein. Es ist wichtig, einen tiefen (ruhig lauten) Zug durch die Nase zu nehmen. Jetzt beschreiben wir den Geruch und wenn möglich Assoziation zu anderen Lebensmitteln. Jetzt das gleiche mit dem zweiten Kaffee. Nach der Beschreibung folgt jetzt noch der Vergleich beider Gerüche der Kaffees.

Schlürfen

2. Beim Schlürfen sind zwei Dinge entscheidend. Das Erste ist, den Kaffee im Mund mit möglichst viel Sauerstoff zu verbinden und das Zweite ist es, sich nicht zu verbrennen ;-). Auch das schlürfen darf laut sein. Hier muss man jede scheu verlieren. Wichtig ist, dass der Kaffee sich im ganzen Mund und Raum verteilt. Denn man schmeckt nicht nur auf der ganzen Zunge, sondern wie beschrieben, auch mit der Nase. Durch ein intensives Schlürfen, wird auch die Wahrnehmung der Nase verstärkt, da die „Geschmacksnoten“ so zu ihr gelangen. Es folgt wieder die Beschreibung. Der zweite Durchgang. Und dann der Vergleich beider Kaffees.

3 und 4 zu diesen Themen, wo man was schmeckt und wie man diesen Geschmack beschreiben kann, wird es in den nächsten Tagen ein Extra Artikel gegeben.

Verkostungs Tipps:

  1. immer zwei Kaffees miteinander vergleichen.
  2. mache dir Notizen.
  3. bespräche die Eindrücke möglichst mit anderen Personen.
  4. beginnt bei der verkosten von Kaffees immer mit dem Kaffee der den leichtesten Körper aufweist. Wenn ihr nicht wisst welcher Kaffee das ist, beginnt mit dem, mit dem mildesten Geruch.

Diese ist eine erste kleine Anleitung eines komplizierten Themas. Wie versprochen werden weitere Artikel folgen. Es wird erklärt werden wo und wie man die Säure eines Kaffees erkennt, seinen Körper beschreibt, seiner Aroma, seinen Geschmack und sein Abgang einordnet.

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