Batteriebetriebener ScanPart Milchaufschäumer im Test

Batteriebetriebener ScanPart Milchaufschäumer im Test Ergebnis
Veröffentlichungsdat um: 5. Dezember 2016 von 1

Dem Geheimnis guten Milchschaums bin ich schon länger auf der Spur – wie du in meinem ausführlichen Artikel erfahren kannst. Dabei beschäftige ich mich auch mit den verschiedenen Werkzeugen, die dir für die Milchschaumzubereitung angeboten werden. Alle Information über alle getesteten Aufschäumer findet du hier: Milchaufschäumer Test.

ScanPart Milchaufschäumer

Die günstige Variante.

Während manuelle und automatische Milchaufschäumer vielleicht nicht jedem ein Begriff sind, gibt es kaum eine Küche, in der nicht mindestens ein batteriebetriebenes Exemplar herumliegt.

Der Grund ist ganz einfach: Diese Milchaufschäumer kosten nur ein paar Euro und sollen ganz gute Ergebnisse liefern. Aber stimmt das? Ich habe mir für dich den ScanPart Milchaufschäumer einmal genauer angeguckt.

Schon einmal vorweg: Naja.

Der erste Eindruck

Ein batteriebetriebener Milchaufschäumer ist im Grunde ein kleiner Quirl, der die vorher erhitzte Milch so aufpeitschen soll, dass am Ende Milchschaum entsteht.

Das ist auch beim ScanPart Milchaufschäumer nicht anders, der bei Amazon rund acht Euro kostet und damit im üblichen niedrigen Preisniveau dieser Geräte liegt.

Der erste Eindruck bei dieser Version ist allerdings wesentlich besser als bei manch anderem Produkt. Gerade superbillige Zauberstäbe, wie sie oft genannt werden, fühlen sich in der Hand viel zu leicht an, der Quirl sieht aus, als ob ihn das kleinste Lüftchen umhaut.

Der ScanPart Milchaufschäumer hingegen bringt ein angenehmes Gewicht mit, das sich durch die zwei AA-Batterien (die du zusätzlich kaufen musst) noch vergrößert. Der satinierte Griff ist ein echter Handschmeichler.

Der Quirl wackelt zwar etwas in seiner Halterung, doch muss er das auch, um im Betrieb schnell enge Kreise ziehen zu können. Insgesamt beschleicht mich also durchaus das Gefühl, hier Qualität in der Hand zu haben – für lächerliche acht Euro.

Scanpart Milchaufschäumer

Die Vorbereitung

Bevor du überhaupt ans Schäumen denken kannst, musst du die Milch erwärmen. Manche schwören zwar auf die Mikrowelle, aber davon kann ich dir nur abraten. Im Topf hast du viel besser in der Hand, wie heiß die Milch wird – und das ist für guten Milchschaum nun einmal essentiell.

Auf der Packung des ScanPart zeigen zwei eindeutige Piktogramme, dass du den Milchaufschäumer nur mit kalter Milch anwenden sollst. Ich denke, dass das eine rechtliche Absicherung ist, denn mit kalter Milch funktioniert das Schäumen schonmal gar nicht.

ScanPart empfiehlt außerdem „1,5 % low fat milk“, was sich wohl als Richtwert bei allen Milchschaumgerätebauern etabliert hat. Wenn du meinen Blog kennst, weißt du, dass ich ein Vertreter der „mehr Fett, mehr Geschmack“-Fraktion bin – also habe ich 3,9 %ige Milch genommen.

Damit wären wir aber noch immer nicht bereit fürs Schäumen. Erst einmal bringen wir die Milch im Topf auf Temperatur:

  • Rühren, rühren, rühren, sonst brennt es schnell an.
  • Leichter, weißer Dampf (kein Rauch!) zeigt an, dass du dich der Optimaltemperatur näherst.
  • Zur Not hilft ein Milchthermometer (Richtwert: 60 bis 65 Grad Celsius).

Du kannst versuchen, die erhitzte Milch im Topf zu schäumen, doch dafür hat selbst der gute ScanPart nicht genug Power. Ich habe die Milch in ein Edelstahlkännchen umgefüllt, das die Temperatur besser hält und eine hervorragende Schäum-Form hat.

Kleines Zwischenfazit: Bis wir überhaupt mit dem Schäumen loslegen können, braucht es schon einmal mehrere Arbeitsschritte und ziemlich viel Geschirr. Ich kann verstehen, wenn dich jetzt schon die Lust verlässt. Geht mir auch so.

Das Schäumen

Jetzt aber, oder? Fast. Wenn du die Batterien eingesetzt und den Quirl einmal gut gereinigt hast (Achtung, das Batteriefach darf unter keinen Umständen nass werden!) geht es los – mit einer kleinen Trockenübung.

Der Druckpunkt ist beim ScanPart Milchaufschäumer überaus angenehm und das Gerät läuft rund und mit gleichmäßigem hochtourigen Sirr-Geräusch.

Schalte den Zauberstab zunächst ein paar Mal an und aus, um ein Gefühl für den nötigen Druck und die richtige Haltung zu finden. Glaub mir, das ist wichtig.

Und jetzt geht’s wirklich los. Ich habe den Quirl unter die Milchoberfläche getaucht und dann erst eingeschaltet. Damit wollte ich Spritzer verhindern. Das klappte aber nicht so recht, weil der Quirl wie eine Furie durch die Milch jagt.
So stabil der erste Eindruck ist, so merkwürdig ist das Phänomen, dass der ScanPart beim Kontakt mit Milch anfängt zu stottern. Aus Erfahrung weiß ich, dass das bei günstigeren Modellen noch schlimmer ist und sich der ScanPart hier redliche Mühe gibt.

Das Problem dabei ist nur, dass dieses Gezicke sofort auf den Milchschaum geht, der anfängt Blasen zu schlagen, statt Schaum zu bilden.

Du kannst mit einer ruhigen Hand etwas gegensteuern und solltest so lange das Gerät in der Mitte des Behälters halten, bis der Wirbel um den Quirl langsam dicker und träger wird.

Aufschäumen

Batterie Milchaufschäumer Test

Batterie Milchaufschäumer Milchschaum

Das Schäumergebnis

Sagen wir es so: Für acht Euro kannst du wirklich nicht mehr verlangen. Der Schaum ist zwar recht unregelmäßig, aber durchaus brauchbar.

Er ist weder so kompakt wie beim von mir getesteten automatischen Milchaufschäumer von Severin, noch so elegant wie beim manuellen Bodum Latteo.

Er ist vollkommen akzeptabel, wenn du am Anfang einfach nur ein leicht schäumiges Mundgefühl suchst und deiner Milch im Kaffee ein bisschen mehr Volumen verleihen willst.

Mit ein bisschen Übung wird der Schaum nach und nach besser, doch ein perfekter Cappuccino oder ein Latte nach Maß entstehen trotzdem nicht.

Noch ein Wort zur Schäummenge: Theoretisch kannst du so viel Milch auf einmal mit dem ScanPart bearbeiten, wie du möchtest. Allerdings müsstest du dann jede Portion einzeln in ein brauchbares, relativ engwandiges Gefäß umfüllen, das zum Schäumen einfach besser geeignet ist als der Topf.

Außerhalb der Wertung: Was kann der ScanPart noch?

Ich finde, dass der ScanPart Milchaufschäumer trotz seiner Schwächen im Milchschaumsegment dennoch eine ziemlich gute Ergänzung für die Küche ist. Denn mit dem furiosen kleinen Quirl kannst du alles Mögliche anstellen.

Zum Unterrühren von Schokopulver, Chai oder sonstwas ist er genauso gut geeignet, wie zum fixen Auflockern einer glatten Soße oder zum Anschlagen von Eiweiß und Sahne. Du solltest nur immer dafür sorgen, dass nichts spritzt – zum Beispiel mit einem Geschirrhandtuch.

Bei den Milchalternativen kommt es immer darauf an, für welches Pflanzenprodukt du dich entscheidest. Soja schäumt sowieso wie Hölle, doch wird sie mit dem ScanPart auch nur löcherig. Hafer ist okay, während du dich bei anderen Varianten eher umsonst bemühst.

Batterie Milchaufschäumer erfahrungen

Milchaufschäumer Cappuccino

Die Reinigung

Mit der Reinigung habe ich so meine Schwierigkeiten. Denn du musst immer höllisch aufpassen, dass der Korpus nicht mit Wasser in Berührung kommt. Zwar gibt es Modelle, bei denen du den Quirl abnehmen kannst, das kostet allerdings auch mehr.

Um all die Rillen am Rührkopf wirklich sauber zu kriegen, habe ich den ScanPart ins Abwaschwasser gehalten und angeschaltet. Das schäumt dann schön, doch musst du den Quirl danach noch einmal unter fließendem Wasser abspülen und dann gut abtrocknen.

Mein Fazit: Lohnt sich der ScanPart Milchaufschäumer?

Es gibt einige Argumente, die für den ScanPart Milchaufschäumer sprechen:

  • günstiger Preis
  • überaus kompakt
  • griffiger und hochwertiger als manch anderes Gerät
  • toller Küchenhelfer

Sind wir jedoch streng und schauen auch auf die Milchschaumbereitung, sieht die Sache schon etwas anders aus:

  • Batterien werden benötigt
  • spritzt eigentlich immer
  • mehrere Arbeitsschritte und viel (Koch-)geschirr notwendig
  • umständliche Reinigung (wegen des Korpus)
  • braucht Übung und deine Aufmerksamkeit
  • Der Milchschaum ist (bei Ungeübten) eher ein Schäumchen

Wenn dich nur alle Jubeljahre mal die Lust auf Milchschaum packt und du kein Problem mit ein wenig Aufwand hast, dann ist der ScanPart Milchaufschäumer durchaus eine korrekte Wahl. Du solltest aber keine Traumergebnisse erwarten.

ScanPart Milchaufschäumer

Die günstige Variante.

Der niedrige Preis und die anderen Anwendungsmöglichkeiten sprechen dafür, sich batteriebetriebene Milchaufschäumer genauer anzugucken. Dennoch würde ich einem manuellen Milchaufschäumer den Vorzug geben – wenn schon keine Dampfdüse im Haus ist.

Alle Information über alle getesteten Aufschäumer findet du hier: Milchaufschäumer Test.

Hast du eigene Erfahrungen mit dem ScanPart? Dann hinterlasse mir gern einen Kommentar!

1 Kommentar
  • Sonja Breitkreuz
    20 April, 2017

    Zu den batteriebetriebenen Milchaufschäumern möchte ich zwei Dinge anmerken:

    1. Die Reinigung des Quirls geht super einfach: den Quirl über Nacht in eine Tasse Wasser mit 1 Tablette Corega Tabs stellen. Am Morgen ist alles blitzsauber – auch wenn die Spiralen vorher durch zu heiße Milch verklebt waren.

    2. Ich bin ein Fan von den batteriebetriebenen Geräten. Leider habe ich noch keines gefunden, welches sich mit aufladbaren Akkus betreiben läßt. Diese sind minimal dicker als die “normalen” Batterien und passen leider nicht in die vorhandenen Batteriefächer.
    Ich habe daher einen enormen Verschleiß an nicht aufladbaren Batterien. Mein Appell an alle Hersteller: bitte die Batteriefächer ein kleines bisschen größer!!!!

Ich freue mich über deinen Kommentar

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