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Cold Brew: Rezepte, Tipps und frische Ideen

Seit Cold Brew seinen Siegeszug angetreten hat, haben sich Wortspiele mit „kalter Kaffee“ komplett erledigt. Denn was früher als Gleichnis für abgestandenen und geschmacklosen Mist herhalten musste, ist heute ein wahres Hype-Getränk.

Eiskaffee mit Zitrone

Seit Cold Brew seinen Siegeszug angetreten hat, haben sich Wortspiele mit „kalter Kaffee“ komplett erledigt. Denn was früher als Gleichnis für abgestandenen und geschmacklosen Mist herhalten musste, ist heute ein wahres Hype-Getränk.

Die Kunst, Kaffee mit kaltem Wasser zu extrahieren, hat vielen gezeigt, dass Kaffee nicht immer aus der Kaffeemaschine kommen muss. Cold Brew beweist außerdem den meilenweiten Unterschied zwischen guten und schlechten Kaffeebohnen:

  • Brüht ihr schlechte Bohnen heiß auf und lasst den Kaffee kalt werden, schmeckt er ekelhaft.
  • Brüht ihr gute Kaffeebohnen heiß auf, schmeckt er kalt fast noch besser.

Wenn ihr euch bei guten Bohnen das Erhitzen gleich spart, entdeckt ihr noch völlig andere Aromen.

Zauberei? Nein, eine Frage des Handwerks! Ich habe meinen Cold Brew Guide ein wenig aufgefrischt und meine Tipps und Rezepte erweitert. Denn der nächste Sommer kommt bestimmt. Oder der nächste Blizzard. Cold Brew geht schließlich immer.

Welches Equipment brauche ich für Cold Brew?

Gute Kaffeebohnen, kaltes Wasser und ein Gefäß eurer Wahl – mehr braucht ihr für Cold Brew im Grunde nicht.

Wenn wir es ein wenig genauer nehmen, dürft ihr für Cold Brew nicht auf eine Kaffeemühle verzichten. Denn vorgemahlene Bohnen funktionieren meist aus Mahlgradgründen nicht.

Kaffeemuehlen Uebersicht mit Arne

Für typischen Cold Brew muss der Kaffee gröber als für den Handfilter, eher in Richtung French Press gemahlen werden. Der gröbere Mahlgrad hat weniger mit der benötigten Kontaktoberfläche als mit einem typischen Cold Brew-Phänomen zu tun.

Während der stundenlangen Supperei „lösen“ sich die Kaffeekörnchen zunehmend auf, werden also feiner. Darum habt ihr am Ende oft Kaffeesatz im Cold Brew-Jar, der an sehr nassen Sand erinnert. Würdet ihr euren Kaffee sehr fein mahlen, wäre diese Auflösung noch gründlicher.

Dann hättet ihr am Ende eine Lösung, in der fast alles schwimmt, was im Cold Brew-Aroma nichts zu suchen hat. Im Grunde wäre es dann ein körperreicher Espresso auf die gaaaaanz lange (und drucklose) Tour. Also irgendwie falsch.

Doch Cold Brew ist ausnehmend demokratisch. Probiert den feinen Mahlgrad gern aus. Wenn ihr darauf steht, behaltet ihr ihn bei. Ich finde, dass es nicht funktioniert.

Daher lautet auch meine Ansage: Bitte gröber mahlen! Die gute Nachricht ist, dass selbst supergünstige Einsteigermühlen mit dem groben Mahlgrad sehr gut zurechtkommen. Teuer wird euer Cold-Equipment also nicht.

Tchibo elektrische Kaffeemuehle

Als Gefäß kann ein sexy Mason Jar herhalten, ihr nutzt ein Weckglas oder nehmt irgendeine große Karaffe, die ihr abdecken könnt. Mit dem Abdecken sorgt ihr für mehr Hygiene.

Spezielle Produkte müssen also nicht sein. Aber sie lösen die Frage, wie ihr die Kaffeekrümel aus dem fertigen Cold Brew bekommt. Dafür nehmen viele den Handfilter mit entsprechendem Filterpapier.

Allerdings kann das sehr ins Material gehen. Lange aufgeweichte Kaffeekrümel verstopfen gern die Poren und ihr müsst ständig neue Papierfilter nehmen.

Mein Tipp: Stofffilter wie beim Hario Woodneck lassen sich zwischendurch problemlos auswaschen und bestehen aus einem flexiblen Material. Damit könnt ihr sie in alle möglichen Öffnungen und Gefäße hängen.

Zwei Dinge sind für guten Cold Brew allerdings wirklich entscheidend: der Faktor Zeit und das richtige Wasser.

Je nach gewünschter Extraktionsstärke sollte Cold Brew zwischen 8 und 24 Stunden ziehen. Ob ihr daraus 12 oder 16 Stunden macht, ist euch überlassen. Profis arbeiten meist nach der Regel: Wenn ihr das Kaffeemehl feiner mahlt, solltet ihr die Extraktionszeit verlängern.

Halte ich es bei der Frage nach einem Wasserfilter sonst immer mit dem Motto „Macht es oder lasst es bleiben“, muss das Wasser für Cold Brew besonders kalkfrei – also weich – sein.

Denn anders als beim Brühen habt ihr hier keinen Extraktionsbooster in Form von Wärme. Ist euer Wasser mit Kalkbestandteilen gesättigt, kann es kaum noch Kaffeearomen aufnehmen bzw. die Bohnen auch nicht richtig „aufschlüsseln“.

Wollt ihr keinen Filter benutzen, ist stilles Mineralwasser eine gute Idee – auch wenn ich sonst deutlich gegen Wasser in Flaschen plädiere.

Was macht Cold Brew aus?

Ich habe es schon immer geahnt, aber jetzt habe ich es schriftlich: Cold Brew ist eine echte Koffein-Bombe.

Projekt Koffeinkick fertige Proben nah

In meinem großen Koffein-Test 2020 mit wissenschaftlicher Unterstützung landete ein 24 Stunden-Cold-Brew mit 112 Milligramm Koffein pro 100 Milliliter auf Platz sechs, der 8 Stunden-Cold-Brew mit 95 Milligramm auf Platz acht.

Umgerechnet auf typische Cold Brew Rezepte und damit die benötigte Kaffeemenge pro Portion sieht die Sache nochmal anders aus: Bei 250 Milligramm Portionsgröße landet der 24 Stunden-Cold-Brew auf Platz eins, während der 8 Stunden-Cold-Brew den dritten Platz belegt.

Wenn ihr mehr zum Koffeingehalt von insgesamt 15 getesteten Kaffee-Getränken erfahren wollt, schaut euch auch mein Video „Wie viel Koffein enthält Kaffee?“ an:

Davon abgesehen lässt kalt extrahierter Kaffee vor allem jenen Aromen den Vortritt, die bei üblichen Zubereitungsmethoden sonst keine Chance hätten: floral-zitrische Elemente, blumige Noten, hintergründige Süße usw.

Cold Brew schmeckt auf der Zunge weniger nach Kaffee, dieser typische Geschmackseindruck entfaltet sich meist erst im Abgang. Das macht ihn so leicht und erfrischend – auch wenn wir „leicht“ in Hinblick auf das Koffein in Anführungsstriche setzen müssen.

Viele von euch berichten außerdem, dass sie Cold Brew wesentlich besser vertragen als jede andere Zubereitungsmethode.

Sage the Precision Brewer Kaffeemaschine Arne mit fertigem Kaffee

Ich schätze, das hat etwas damit zu tun, dass wir hier ohne den Kickstarter Wärme auskommen – also werden reizende Stoffe auch nicht so stark gelöst. Das ist nur eine Vermutung, scheint sich aber in eurer Erfahrung zu bestätigen.

Wie bereite ich Cold Brew zu?

Die folgenden Tipps und Ideen stammen direkt aus meinem Alltag, weil ich sehr häufig Cold Brew zubereite. Ich habe nach einigem Experimentieren ein Grundrezept etabliert, das ihr in den Parametern gern (leicht) verschieben dürft.

Cold Brew Infografik

Der Mahlgrad, das Verhältnis von Kaffee und Wasser sowie die Ziehzeit laden zum Rumprobieren ein. Auch die Kaffeebohnen solltet ihr immer mal wieder wechseln.

Solis Kaffeemuehle Kaffeemehl verschiedener Mahlgrade im Vergleich

Die Wasserqualität bzw. die Temperatur stehen jedoch nicht zur Debatte. Genauso wenig wie die Forderung, nur gute Kaffeebohnen zu benutzen und sie frisch zu mahlen! Logisch.

Wenn euch nach Gucken zumute ist, empfehle ich euch mein Video „Cold Brew Kaffee Tipps | Lieber Pur oder mit Tonic?“:

Das Grundrezept

Egal, für welches meiner vorgestellten Rezepte ihr euch entscheidet, die Grundzubereitung bleibt immer gleich:

  • Mahlgrad: eher grob
  • Kaffeemenge: ca. 100 g
  • Wassermenge: 1 Liter (wirklich KALT und WEICH)
  • Ziehzeit: 12 Stunden (mein etablierter Standard)

Zudem braucht ihr einen Handfilter oder anderes Equipment zum Filtrieren und Eiswürfel zum Anrichten (wenn ihr wollt). Das Vorgehen ist denkbar einfach:

  1. Kaffee frisch grob mahlen.
  2. Kaffeemehl ins Gefäß geben, mit kaltem Wasser auffüllen.
  3. Gegebenenfalls umrühren, um den Satz zu verteilen, Gefäß verschließen oder abdecken.
  4. Bei Raumtemperatur ziehen lassen. Im Kühlschrank geht auch, dann solltet ihr den Kaffee länger ziehen lassen.
  5. Kaffee durch einen Filter klären bzw. den Filterhalter bei Cold-Brew-Gefäßen herausnehmen.
  6. Die Lösung mit Wasser aufgießen, bis ein Liter erreicht ist.

Der letzte Schritt sorgt in meinen Augen für einen optimalen Geschmackseindruck, manche mögen ihren kalten Kaffee aber auch in der reduzierten Variante. Mit diesem Grundrezept könnt ihr nun die verschiedensten Cold Brew Drinks ausprobieren.

Cold Brew Kaffee zubereiten

Für Puristen

Ihr braucht:

  • 1 sexy Tumbler und 1 gemütlichen Sessel. Pfeife und Attitüde optional,
  • 3 bis 5 Eiswürfel,
  • 300 ml Cold Brew Coffee.

Klarer Fall: Sollte euer Cold Brew in der Puristen-Variante nicht schmecken, liegt es fast immer an den Kaffeebohnen bzw. der nicht ganz passenden Aromen-Stilistik. Gegen einen einfach zu kräftigen Brew hilft etwas Wasser zur Verlängerung.

Stimmt alles, schmeckt ihr hier am besten, worum es bei Cold Brew geht. Die Aromen erinnern in ihrer Intensität und Komplexität an einen guten Whisky – der Tumbler und der Sessel verstärken den Effekt noch.

Aber Achtung, dieser Drink ist nichts für einen gemütlichen Feierabend. Der puristische Cold Brew enthält laut unserer großen Koffein-Studie bis zu 336 Milligramm Koffein (bei einer Ziehzeit von 24 Stunden). Schlafen könnt ihr danach vergessen!

Mit frischem Zitronensaft

Ihr braucht:

  • 3 bis 5 Eiswürfel,
  • 300 ml Cold Brew,
  • 20 ml Zitronensaft (frisch gepresst, bitteschön).

Was läge näher, als einem spritzigen Cold Brew zusätzlich mit echten Zitronenaromen auf die Sprünge zu helfen? Ich nutze einen Entsafter und hole mir damit auch ein wenig Schalenaroma aus der Bio-Zitrone in den Drink. Fetzt.

Cold Brew Kaffee zubereiten mit Zitrone

Hier müsst ihr euch wahrscheinlich in mehreren Anläufen an die beste Dosierung herantasten. Denn nach sauer kommt nicht lustig, sondern bläh.

Wiederum ist dieser spritzige Cold Brew kein Schlummertrunk. Selbst bei einer Ziehzeit von nur acht Stunden führt ihr eurem Körper immer noch rund 285 Milligram Koffein zu.

Mit Tonic

Ihr braucht:

  • 3 bis 5 Eiswürfel,
  • 80 ml Cold Brew,
  • 220 ml Tonic Water.

Mit diesem koffeinhaltigen Longdrink für den Sommernachmittag hat der Hype angefangen. Und er läuft und läuft und läuft. Cold Brew Tonic schlägt fast jedes andere „Erfrischungsgetränk“, weil er nicht so pappsüß ist – zumindest, wenn ihr auf Qualitäts-Tonic achtet.

Je nach Brew-Stilistik finde ich neutrale oder etwas herbere Varianten am besten. Die neutralen Tonics haben eine klare Zitrusnote, die hervorragend funktioniert. Thomas Henry liefert meinen derzeitigen Lieblings-Filler für Cold Brew.

Und NATÜRLICH dürft ihr euren Cold Brew Tonic mit Gin pimpen. Ich merke nur an, dass Alkohol, Koffein und Zucker in einem einzigen Drink extrem reinhauen.

Dann seid ihr sturzbetrunken, sturzwach und sturzhibbelig. Bei einer Ziehzeit von acht Stunden schlägt der Cold Brew hier mit 76 Milligramm Koffein zu Buche.

Noch ein Profi-Tipp: Wenn ihr zuerst Eiswürfel und Tonic und danach langsam den Cold Brew einfüllt, entstehen Schichten im Glas. Das sieht einfach super aus.

Mit Tonic für Kaffeejunkies

Ihr braucht:

  • 3 bis 5 Eiswürfel,
  • 150 ml Cold Brew,
  • 150 ml Tonic Water.

Das Tonic Water ist dazu da, den Kaffeestil stärker herauszuarbeiten. Darum lohnt es sich, probeweise die Tonic-Dosierung zu reduzieren, bis ihr beim perfekten Pegel für euren Geschmack angekommen seid.
Nur eine Anmerkung: In dieser Variante wären wir bei 142,50 Milligram Koffein (8h).

Mit Mandelmilch

An anderer Stelle habe ich bereits frech angemerkt, dass Leute ihren Kaffee nur deswegen mit Milch trinken, weil sie eigentlich keinen Kaffee mögen. Für diese Fraktion (und alle anderen) empfehle ich Cold Brew mit Mandelmilch.

Ihr könntet auch flüssige Sahne oder von mir aus Schmand ins Glas kippen: Was wir wollen, ist die samtige Süße des Milchprodukts in Kombination mit der spritzigen Frische des Kaffees.

Cold Brew Kaffee mit Mandelmilch

(Selbstgemachte) Mandelmilch finde ich persönlich am besten, weil sie dem Kaffee den Vortritt lässt und den Geschmackseindruck hervorragend ausbalanciert. Außerdem komme ich immer stärker vom Euter ab.

Bei Mandelmilch kommen wir geschmacklich irgendwo in der Nähe von Bailey’s raus – nur eben nicht süß und auch nicht alkoholisch. Das könnt ihr ändern, müsst ihr aber nicht.

Cold Brew Bulletproof Coffee

Ihr braucht:

  • 3 bis 5 Eiswürfel,
  • 300 ml Cold Brew,
  • 15 g Weidebutter,
  • 15 g Kokosöl.

Bulletproof Coffee funktioniert nicht nur heiß, sondern auch kalt. Zur Erinnerung: Hier wird Kaffee mit Weidebutter und Kokosöl gemischt und serviert. Der Hype hat sich zwar inzwischen erledigt, aber als kalte Variante finde ich Bulletproof Coffee sowieso leckerer.

Cold Brew Kaffee Bulletproof

Gebt die Zutaten (ohne Eiswürfel) in einen Standmixer und lasst sie eine schwungvolle Runde drehen. Da Butter und Kokosfett recht fest sind, kann es sich lohnen, sie vorher etwas anzuwärmen.

Für Spielkinder

Alle meine Tipps und Rezepte laufen am Ende auf eine Erkenntnis hinaus: Wenn es euch schmeckt, könnt ihr es in euren Cold Brew kippen. Und was sich im heißen Triple Moccachino Pumpkin Mint Latte tummelt, funktioniert theoretisch auch in kalt.

Oder anders gesagt, ein Cold Brew schmeckt hervorragend mit:

  • Allen säuerlichen Arten von Fruchtsaft (Apfel, Ananas, Orange)
  • Allen Nuss-Likören oder -Siruparten (inklusive Mandel, Amaretto etc.)
  • Clever komponierter Schärfe (Ingwer, Chili)
  • Jeder Variante von Milch (mit und ohne Kuh)
  • Süßlich-bitteren Spirituosen
  • SCHOKOLADE (of course!)
  • Natürlichen Süßungsmitteln (Honig, Agave, Birkenzucker usw.)
  • Salzigen Elementen (oder einfach *Salz*)
  • Sprudelndem Mineralwasser (für den salzig-säuerlichen Eindruck)

Immer öfter sehe ich Signature Drinks, die Cold Brew mit Tomatensaft zusammenkippen. Da bin ich zwar völlig raus – aber ihr seht, auch das geht!

Was ist Nitro Cold Brew?

Wo wir gerade bei Hypes sind: Nitro Cold Brew wird immer wieder als Zutat für die Signature Drinks bekannter Kaffeebars genannt und klingt nach ordentlich Aufwand und ein bisschen Angeberei.

Signature Drink Nitro Cold Brew angerichtet

Ist es auch. Nitro Cold Brew ist kalt gebrauter Kaffee, der in druckfesten Gefäßen nach der Zubereitung mit Stickstoff versetzt wird. Dabei entsteht eine Schäumfähigkeit, die stark an Guinness erinnert – ist ja auch das gleiche Grundprinzip. Darum wird Nitro oft aus Zapfanlagen ausgeschenkt.

Diese Methode rechtfertigt nicht nur den Preis für einen Kaffeedrink, sie ergibt auch Sinn. Durch die Schaumschlägerei ist Nitro ziemlich süß, ohne dass Zucker in den Kaffee gegeben werden muss. Damit werden Drinks wesentlich balancierter und leichter.

Signature Drink Nitro Cold Brew angerichtet 2

Solltet ihr auf die Idee kommen, Nitro Cold Brew zu Hause herstellen zu wollen, braucht ihr einen Sahnesyphon und Stickstoffkapseln.

Die Syphons sind in der Gastro sehr beliebt, weil sich damit alle Arten von Schäumen, Espumas und Co zaubern lassen. Allerdings kostet ein anständiger Syphon, der ausreichend Druck erzeugt, um die 100 Euro.

Was ist der Unterschied zwischen Cold Brew und Cold Drip?

„Cold Brew ist wie Bier, Cold Drip ist wie Wein“, fabulierte einmal ein Cold Drip-Anbieter beim Berlin Coffee Festival. Unrecht hat er nicht, aber ich würde nicht gleich so übertreiben.

Cold Brew als Full-Immersion-Methode ist wie ein (kalter) Kaffee aus der French Press in Zeitlupe. Das gemahlene Kaffeemehl ist während der gesamten Ziehzeit vollständig mit Wasser in Kontakt. Erst am Ende wird der Kaffee gefiltert, um keine Krümel im Glas zu haben.

Cold Drip ist eher die Zeitlupen-Variante von Filterkaffee – auch wenn Filterpapier nicht unbedingt notwendig ist. Über ein einstellbares Ventil tropft Wasser in Mini-Portionen auf das Kaffeemehl, „frisst“ sich langsam hindurch und tropft dann als fertiger Kaffee in ein Auffanggefäß.

Beem Cold Drip Fertigbau

Für eine solche Zubereitung braucht es etwas kompliziertere Apparaturen. Darum sieht zum Beispiel der Beem Cold Drip aus, als wäre er aus einem Chemielabor entflohen. Der Dripster² ist nicht so etepetete – und eignet sich sowohl als Cold Brew- als auch als Drip-Gerät.

Ähnlich wie im Vergleich von Filterkaffee und French Press extrahiert ein Dripper tatsächlich feinere Aromen als die Full-Immersion-Methode.

Darum bevorzugen viele Kenner für ihren Dripper noch hellere und blumigere Röstungen als beim Cold Brew – sie kommen mit der Tropf-Methode besser zur Geltung. Frisch, spritzig und vor allem facettenreich werden aber beide Varianten – wenn die Kaffeebohnen stimmen.

Welche Kaffeebohnen für Cold Brew?

Ihr kennt das Coffeeness-Glaubensbekenntnis: Nehmt gute Kaffeebohnen und mahlt sie frisch. Warum sollte das bei Cold Brew anders sein?

Ich persönlich bevorzuge afrikanische Kaffees, insbesondere aus Äthiopien. Für sie sind 12 Stunden Ziehzeit ideal. Denn ich habe festgestellt, dass danach die fruchtig-floralen Aromen verloren gehen und vom vorlauten „Körper“ des Kaffees zermalmt werden.

Woodgrouse Kaffeebohnen Uebersicht

Wichtig ist, dass ihr stets auf reine Arabicas ohne Robusta-Anteil setzt. Die Canephora-Bohne ist viel zu rumpelig und vordergründig, sie würde beim kalten Extrahieren alle anderen Nuancen erschlagen.

Damit fallen dunkle Espressos für Cold Brew flach. Sage ich. Andere sehen das anders. Wie gesagt: Cold Brew ist gelebte Kaffee-Demokratie.

Welche Kaffeeaufbereitung für euren Cold Brew infrage kommt, solltet ihr selbst entdecken. Tendenziell setzen die meisten Kenner eher auf trocken aufbereitete Kaffees (Naturals), weil sie mehr Süße versprechen. Aber da würde ich mich ebenfalls nie pauschal festlegen.

Was kann der Hario Cold Brew Coffee Pot?

Am Beginn meiner Kaltbrau-Manie habe ich auf ein Schraubglas und einen Handfilter gesetzt. Doch irgendwann hatte ich keine Lust mehr, nach dem Ende der Ziehzeit ewig am Cold Brew rumzufiltern. Darum habe ich mir den Hario Mizudashi Cold Brew Coffee Pot gekauft.

Hario Mizudashi Cold Brew Coffee Pot Arne

Er hat inzwischen zahlreiche Brüder und Cousins, die aber alle dasselbe machen: Euer Kaffeemehl schwimmt nicht frei im Wasser herum, sondern in einem leicht entnehmbaren Filter. Damit spart ihr euch den letzten Schritt im Cold Brew Prozess.

Das ist weder revolutionär noch besonders wichtig. Ich liebe den Pot dennoch, weil er perfekt in den Kühlschrank passt und außerdem einen Deckel hat. Da ich Cold Brew quasi wöchentlich zubereite, hat sich der Preis inzwischen mehrfach amortisiert.

Wie mache ich Cold Brew im Dripster²?

Das Doppelpack-Gerät Dripster² empfehle ich euch immer wieder, weil ich die Macher sehr sympathisch und ihr Produkt ziemlich clever finde.

Die Apparatur ist zwar nicht gerade schlank. Doch ihr müsst nur den Aufsatz umdrehen, um aus dem Cold Brew-Gefäß mit entnehmbarem Filter einen Cold Dripper mit entsprechendem Tropfventil zu machen.

Projekt Koffeinkick Dripster Uebersicht Arne

Beides funktioniert hervorragend, auch wenn die Ästheten unter euch sicher den schlanken und sexy Glaslook des Vorgängers Dripster vermissen. Der hatte aber ein paar Probleme mit der Tropfdosierung und Beständigkeit – was beim zweiten Dripster definitiv ausgeräumt wurde.

Bevor ich mir hier die Finger fusselig schreibe, verweise ich euch lieber auf mein Video, in dem ihr alle Apparate in Action sehen könnt:

Brauche ich das Brew Jar von Dripster?

Nö. So sehr ich die Dripster-Jungs mag, so reichlich egal ist ihr Brew Jar. Das ist ein Schraubglas in Mason Jar-Ästhetik mit Filter drin. Nicht mehr, nicht weniger.

Brew Jar Cold Brew Zubereiten

Das Ding kostet rund 27 Euro, wofür ihr euch aus einem günstigen Weckglas und einem Dauerfilter auch wesentlich günstigere Alternativen bauen könnt. Die Qualität und die Idee sind aber dennoch nicht verkehrt.

Was ist das Besondere an Cold Brew aus der Aeropress?

Cold Brew aus der Aeropress ist vor allem eine Empfehlung für den kleinen Haushalt. Mit dieser Variante bereitet ihr sehr konzentrierte Mini-Mengen zu und filtriert den Kaffee beim Pressen automatisch mit.

Ich weiß nicht, ob meine Erfindung namens „AeroPress Cold Brew Kolben Dings“ einzigartig auf dieser Welt ist. Aber ich mag diese Konstruktion, weil ihr damit sozusagen einen Cold Brew Espresso zaubert. Mehr dazu lest ihr im Ratgeber!

Worauf muss ich bei Cold Brew aus der French Press achten?

Die French Press ist eine praktische Gefäßempfehlung, weil ihr euch mit dem Stempel das Filtrieren sparen könnt. Zumindest theoretisch. Es liegt in der Natur der Sache, dass der Cold Brew aus der French Press mehr Schwebstoffe ins Glas bringt – das muss man mögen.

French Press Stempel herunterdruecken Arne

Der nasse „Kaffeesand“ schlüpft nun mal gern durch die Siebe der Stempelkanne. Darum ist es die beste Idee, die French Press um einen Handfilter zu ergänzen. Womit sich der Vorteil der Stempelkanne fast wieder erledigt hat. Allerdings filtert sich „vorgestempelter“ Kaffee leichter.

Was kann Cold Brew in Flaschen und Dosen?

Wo ein Hype ist, ist die Industrie meist nicht weit. Darum gibt es inzwischen fertig gebrauten Cold Brew in Dosen und Flaschen – meist mit Geschmack und allem möglichen Zeug.

Keine Überraschung: Auch Tchibo oder Starbucks sind auf den Zug aufgesprungen. In Berlin liefern zum Beispiel Goodspirits fertigen Cold Brew. Ich gebe gern zu, dass manche Fertigmischen überraschend gut schmecken. Zum Beispiel die nur in Polen erhältliche Etno Cafe-Mischung mit Orange.

Karacho Cold Brew aus Dosen

Doch wenn ihr nicht gerade unvorbereitet auf einer Wanderung seid und dringend Bock auf Cold Brew habt, gibt es kaum Gründe, fertigen Cold Brew zu kaufen. Ihr seht ja, wie einfach er selbst zu machen ist. Der DIY-Brew kostet wesentlich weniger, ist wesentlich weniger verarbeitet und auch noch höchst individuell.

Wenn’s euch in den Fingern juckt, könnt ihr euren Cold Brew sogar zum klassischen Eiskaffee mit Milch, Sahne und Vanilleeis hochjazzen. Solltet ihr zwar nicht, aber das ist nur meine Einstellung.

Und bitte, B-I-T-T-E lasst die Finger von Instantkaffee und dem derzeit überall grassierenden Hype um Dalgona Coffee. Die Mische aus Instantkaffee, die heiß zur Kaffeecreme aufgeschlagen und anschließend kalt oder heiß getrunken werden kann, ist eine Pest.

Warum das so ist, seht ihr auch in meinem Video:

So oder so ist Cold Brew endlich mal ein Trend mit Sinn. Weil er viel kann und dafür nichts verlangt. Weil er einfach schmeckt. Und weil er das Problem löst, wie wir Kaffee bei unerträglicher Hitze genießen können.

Ihr habt bereits fleißig kommentiert und ich freue mich über jede weitere Idee und Frage rund um Cold Brew!

54 Kommentare

    „Ist euer Wasser mit Kalkbestandteilen gesättigt, kann es kaum noch Kaffeearomen aufnehmen bzw. die Bohnen auch nicht richtig „aufschlüsseln“.“

    Recherchier das mal besser nochmal und erklär bitte, insb. welche der ~1200 Inhaltsstoffe, der zig-Aromastoffe, der 100te von Säuren des Kaffees, mit dem Kalk in Bezug auf die Sättigung des Wassers konkurrieren

    Antworten
    Arne

    Hallo Archie,

    danke für deinen Kommentar. Das ist grob und einfach erklärt. Natürlich ist der Prozess dahinter etwas umfangreicher. Aber die Aussage stimmt trotzdem. Der Kaffee schmeckt mit sehr hartem Wasser gebrüht eher fade, da die Säuren neutralisiert werden. Liebe Grüße Team Coffeeness

    Antworten

    was sonst nicht so mein Motto ist, aber bei Cold Brew schon „Höher, schneller, weiter“ so bin ich immer auf der Suche nach dem richtigen Kaffee und teste viele durch. Ich mag es eher nussig-schokoladig! Ein Barista sagte mir, das es bei Cold Brew nicht funktioniert, da der Geschmack hauptsächlich aus Robusta Bohnen stammt, die wiederum für den Cold Brew nicht geeignet sein sollen! Ist das so? Habe ich trotzdem noch Hoffnung auf einen nussigen Cold Brew?
    Ich nehme immer 11/4 Liter auf 250 Gramm und mache mir ein Konzentrat, das ist dann mit Wasser auffülle, so das ich ihn getrost bis 2 Wochen im Kühlschrank lassen kann.
    ich nutze den Kitchen Aid Cold Brew.
    Habt ihr Empfehlungen für Kaffee oder Verbesserungsvorschläge?

    Antworten
    Arne

    Hallo Puppa,

    danke für deinen Kommentar. Das ist alles Geschmackssache. Wir haben auch schon frische Robustabohnen für Cold Brew benutzt. 60 Gramm auf 1l Wasser und 24h im Kühlschrank in der French Press ziehen lassen. Total lecker! Liebe Grüße Team Coffeeness

    Antworten

    Vielen Danke für die tolle Anleitung zum Cold Brew Coffee. Wo gibt es die tollen Gläser und vor allem die Eiswürfelbereiter für diese riesigen Kugeln?

    Antworten
    Arne

    Hallo Rainer,

    danke für deinen Kommentar. Das Glas ist das Cold Brew Jar von Dripdrip und die Eiswürfelform müsstest du auf Amazon finden. Da sind wir uns gerade nicht mehr sicher. Liebe Grüße Team Coffeeness

    Antworten

    Hallo alle zusammen.

    Wie konnte ich 51 Jahre ohne diesen Blog überleben?
    Ein testbericht, 14 Tage jeden Tag hier zum Lesen und bereits genug Ideen und Impressionen für weitere 50 Jahre.

    Super Sache – weiter so.

    Gruß aus Dortmund,

    Andreas

    Antworten
    Arne

    Hallo Andreas,

    haha, das ist wirklich sehr nett und motivierend! Danke dafür :). Auf die nächsten 50 Jahre Kaffeegenuss! Liebe Grüße Team Coffeeness

    Antworten

    Klasse Beitrag zu Cold-Brew Arne!

    Ich selbst arbeite als Barista und betreibe eine Kaffee-Seite (coffeenature.de) und beschäftige mich gerade mit Cold Brew Coffee und verschiedenen Getränke-Varianten.

    Welche Cold-Brew Marke kannst du denn empfehlen?

    Liebe Grüße

    Antworten

    Hallöchen,

    danke für den tollen Blog und die interessante „Diskussion“ drum herum. Wirklich gelungen…

    Ich habe im letzten Sommer einen Cold Brew getrunken, der mich komplett vom Hocker gerissen hat. Ich habe seitdem versucht, das Rezept „nachzubauen“ und bin bei folgendem Ergebnis gelandet:

    – für 1 Glas (ca. 200 ml) –

    1/2 Glas Cold Brew
    frisch gepresster Saft einer halben Orange
    ein Schuss Amaretto
    ein guter Schuss Sahne
    mit Eiswürfeln auffüllen
    umrühren und genießen

    Zum Dekorieren eignet sich hier natürlich die klassische Orangenscheibe 🙂

    Ich verwende für meinen Cold Brew einen sehr fruchtigen Kaffee, bin aber ohnehin kein ganz großer Fan von dunklen Röstungen…
    Außerdem habe ich auch nicht immer frische Orangen oder deren Saft verfügbar – ein guter/hochwertiger Saft, ggf. mit etwas extra Eis verdünnt, geht aber ebenfalls.
    Und statt des Amaretto kann man natürlich auch Amarettosirup verwenden, wenn es lieber alkoholfrei sein soll – im Büro zum Beispiel ist das mein Standard 😉

    Liebe Grüße
    frosch

    Antworten
    Arne

    Hallo Frosch,

    danke für dein Kompliment und dein Rezept :). Liebe Grüße Team Coffeeness

    Antworten

    Hallo:)
    erstmal vielen Dank für Deine interessanten Berichte um den Cold Brew Cold Drip… usw. Du sprichst davon, dass Dir das Thema zeitlich einige Verluste bedeuten, ( also zu spät entdeckt). Was soll ich da mit meinen 60 Jahren nur sagen? Ich bin zum Kaffee gezwungener Maßen gekommen, weil es in allen meinen Kreisen üblich war, zur Feier und jedes Wochenende mit frisch aufgebrühtem Kaffee zu begehen, und es selbst Kindern nicht unbekannt war, schwach gebrühten Bohnenkaffee zu trinken. Und ich auf einem Tee oder Muckefuck (Malzkaffee) auszuweichen bestand. Der Extraaufwand wurde angemurrt, und so ließ ich mich breitschlagen und fing auch an Kaffee zu trinken, aber all das war und ist weit weit weg von Genuss gewesen. Hätte ich doch nur vor 30 Jahren davon gewusst, hätte ich mir so manchen Ekelschauer auf meinem Rücken nach dem Pflichtkaffee erspart. Zugegeben, mit Cappuccino, Mokka, Espresso wurde es schon viel leichter für mich auch einen Genusswert zu finden. Nun bin ich neugierig geworden und bin wild entsschlossen, das Cold Brew Verfahren für mich zu etablieren. Wenn ich es auch ganz bestimmt nicht mit sovielen Utensilien beginnen werde, wie Du sie vorstellst, ja ich gebe zu, so als Blitzentdeckung hätte ich mir zum 1.Testen, eine Story gewünscht, die ganz einfach da beginnt, wo jeder Anfänger steht: Denn Machen zählt und nicht das Planen. Sicher wird hier jeder Genießer laut aufschreien, ob meiner Ungerechtigkeit und Unbedarftheit, dennoch, ich bin nicht gewillt die angebrochene Packung Bohnenkaffee wegzuwerfen, nur weil sie nicht angesagt ist, und wenn ich keine Waage zur Hand habe, aller Genauigkeit zum Trotz, für meineAnsprüche reicht, es die Menge mit einem Löffel abzumessen, Und nachdem ich ungeduldig die Zeit abwartete, die Du empfiehlst, kann ich meinen (vllt missglückten First-Cold-Brew) ja immernoch mit Milch, heißem Wasser , Tonic oder was mir vor die Tasse schwappt, in eine trinkbare Abwandlung zu versetzen. Ich bin soo gespannt. Auf jedenfall nie wieder Ekelschauer weil der Kaffee bitter schmeckt. Ich hoffe, dass meine spontane Geschichte, doch hier und da einen Schmunzler weckt. Zur Aussöhnung sei gesagt, ich werde meinen WildProbieren mit ganz kleinen Mengen starten, und beim nächsten Einkauf dann beginne ich damit, es professioneller werden zu lassen. Immerhin bin ich schon 60 Jahre alt, und habe schon viel mehr Zeit verloren, was heißt, den Kaffee nicht länger anbrennen zu lassen

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    Arne

    Hallo Chaosomi,

    danke für deine tolle Geschichte. Durchaus hat diese ein paar Schmunzler ausgelöst ;). Wir wünschen dir ganz viel Spaß auf deiner Kaffee-Entdeckungsreise und deine Cold-Brew-Zubereitung. Liebe Grüße Team Coffeeness

    Antworten

    Hallo Team Coffeeness, dankeschön für die nette Antwort. Es sind ja nun einige Tage ins Land gegangen und ich würde gerne mein Ergebnis des spontanen Tests mitteilen. Es versteht sich dass ich nichts hier in Frage stellen möchte. Ich kann aber trotz berechtigter Kritik an Massenröstung und schlechten Materialien wie Plastik, vorerst nicht sofort auf Klasse umsetzen. An Weihnachten bekam ich massenweise Kaffee und dazu eine Cremessomaschine geschenkt. Ohjee das mir wo ich kein Fan vom Kaffeetrinken bin, sondern diesen lediglich als (zweifelhaften)Muntermacher am Morgen trinken mag, wenn mir denn nach Kaffee ist (und das konnte Monate dauern). meine bessere Hälfte besteht auf Cappucino, ganz anspruchslos, Hauptsache mit Liebe, sind alle Ausgangsmaterialienegal gewesen.
    Nun habe ich ihn mit Cold Brew-Experiment überrascht, und je mehr er davon trank um so höher wurde das Lob und die Begeisterung. Also bereits mit handelsüblicher Massenware lässt sich ein gut trinkbarer Cold Brew herstellen und daraus Cappucino zaubern, und vor allem ist er immer parat an heißen Tagen kalt, an kalten Tagen heiß. Ich enthalte mich ob des Geschmacks der Stimme, da mir ein Vergleich mit den von Euch empfohlenen Kaffees fehlt. So ermutigt, habe ich mich dran gemacht und habe die Kapseln aufgeschnitten und den Kaffee für Cold Brew, Experiment zwo verwendet, und ein kratziger Ristretto wurde ein vollmundiger
    köstlicher Trank, der sehrgut zu Tonic passt. Ich verwende allerdings wegen meiner angeschlagenen Gesundheit und des blinden Immunsystems vorsichthalber abgekochtes und vollständig abgekühltes Leitungswasser, kann dazu aber auch nichts nachteiliges sagen. Es wird wohl so kommen, dass ich außer Haus keinen Kaffee mehr trinken werde, es sei denn es ist Cold Brew, oder diese Drippster-variante. Ich bin mir ziemlich sicher, ohne jedoch Zahlen anführen zu wollen, dass Cold Brew wesentlich mehr Coffein enthält, welches dem Körper aber deutlich verträglicher ist, vielleicht eil die Säure fehlt, ich kann nur vermuten. Ich kann Cold Brew früh mittags und abends trinken, ohne mich durch das Coffein gestört zu fühlen, wobei ich richtig starkem Kaffee oder Mokka und Mokkaähnlichem Espresso 1-2x am Tag immer der üblichen Plempe von Ganztagskaffeetrinkern vorzog. Nach 17 Uhr musste ich Kaffee immer meiden,(fiel mir nie schwer, weil ich nie Fan von Kaffee war), da ich dann immer schlaflos durch die Nacht wanderte). Jetzt muss ich da aufpassen, weil mich der volle Geschmack des Cold Brew immer wieder zu einem Genuss verführt. Mal sehen wie sich das weiterentwickelt…..

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    Normalerweise bin ich ja auf diesen Seiten nur um mir Informationen, Tipps und Kniffe einzuholen…
    Dein gelungen n1cer Beitrag hat es echt geschafft, dass ich deinen Post genussvoll & doch komplett lesen musste :3
    Good Job Mister(!) 😉
    … aber auch dass ich mich dazu verpflichtet fühle, dir für deine informative & lockere Art ein dickes Thumbs-up-Feedback zu hinterlassen

    Von daher: Danke dafür, Daumen Hoch & weiter so Monsieur 😉

    Liebste Grüße aus Essen,
    Die Kamy

    Antworten
    Arne

    Hallo Kamy,

    vielen Dank für das tolle Feedback!! Genau sowas gibt uns Kraft und Energie noch viel mehr abliefern zu wollen ;). Liebe Grüße Team Coffeeness

    Antworten

    Hallöchen…

    Ich ahbe ein paar Kaffeebohnen die aromatisiert sind (Haselnsus z.B.)

    Kann man damit auch Cold-Brewen?

    Antworten
    Arne

    Hallo Rafael, das kann du versuchen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass es gut schmecken wird! Beste Grüße

    Antworten

    Hallo Arne,
    nur eine kurze Nebenbemerkung: to brew kann mit brühen oder brauen (wie beim Bier) übersetzt werden. Brew wird übersetzt mit Gebräu. Damit ist cold brew dann auch kein vermeintlicher Widerspruch mehr.
    Danke für den Artikel.
    Astrid

    Antworten

    Wie lange kann ich den fertigen
    Cold Brew aufbewahren?

    Antworten

    …kann man den cold brew auch mit espresso machen??? und wenn ja, sollte man das verhältnis pulver-wasser ändern???
    thanx…janet

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    Hallo Arne,

    “für Supermarktkaffees haben die “Privat Kaffees” von Tchibo eine erstaunlich gute Qualität.”

    Genaus dieselbe Erfahrung habe ich auch gemacht und deswegen einfach mal eine Email an Tchibo geschickt und nach dem Röstdatum gefragt. Zuerst kam eine sehr freundliche Antwort, in der man mir mitteilte, man habe meine Frage an die zuständige Fachabteilung weitergereicht und würde mir in Kürze das Röstdatum nennen. Später bin ich dann aber leider von dieser Fachabteilung mit den Worten abgespeist worden, dass man mir das Röstdatum leider nicht nennen könne, da es sich um ein “Betriebsgeheimnis” handele. Mit anderen Worten: der Kaffee war ALT. Geschmeckt hatte er aber wirklich gut, das Aroma war toll. Und das bei altem Supermarkt-Kaffee. Wie macht Tchibo das bloß?

    Mal eine Frage zur Haltbarkeit: Wieso darf Cold Brew nur bis zu 10 Tage in den Kühlschrank? Ich hatte meinen schon mal einen ganzen Monat drin und hab den tatsächlich noch aufgebraucht, da er geschmeckt hat wie immer. Schlecht werden kann doch da eigentlich nichts, oder? Es handelt sich ja um ein Konzentrat und bei einem ganzen Liter trinkt man da ja schon eine Weile dran.

    Liebe Grüße,
    Anja

    Antworten

    Hallo Arne,
    vielen Dank für den tollen Artikel und das Video!
    Ich habe gestern meinen ersten Aufguss gewagt. Heute morgen, nach 10 Stunden Ziehzeit, sah der Kaffee noch recht „dünn“ aus. Kannst du mir sagen, welche Stufe du bei der Hario Mühle benutzt? So richtige Stufen gibt es ja nicht, aber ich zähle als Stufe immer eine Aussparung. Ich habe mit Stufe 15 gemahlen, was wahrscheinlich zu grob war. Ich lasse den Kaffee mal noch bis heute Abend ziehen, mal sehen wie „dick“ er noch wird.

    Gruß
    Robert

    Antworten

    Hallo Arne,
    Danke aus verschiedenen Gründen, erstens: Schmeckt einfach wunderbar, die Arbeit an der Zubereitung ist bereits ein Zen und macht viel Spaß. Aber vielleicht wichtiger: Ich hatte einen SOOR- Mundpilz und musste mit strenger Diät auf fast alles verzichten, damit dieser schrecklich schnell wuchernde Hefepilz nicht sofort wieder sprießt – und da gab es unterschiedliche Meinungen über (normal gebrühten) ungesüßten Kaffee, manche sagten, ja, kann man bei SOOR trinken, andere meinten, bloß die Finger weg, sonst schäumst Du im Mund wie ein Feuerlöscher. Mir geschah letzteres :), aber dann habe ich mich an Cold Brew gewagt, mit 14 Stunden Ziehzeit – das wunderbare Ergebnis: Mit Eiswürfeln und OHNE Milch und Süße jeglicher Art KEINERLEI zusätzlicher Ärger mit dem Pilz, auch nicht bei ’ner ganzen Kanne am Sommerabend. Inzwischen geht’s mir auch wieder besser, und es warten mehrere experimentelle Aufgüsse – auf Dein Wohl!

    Lucius

    Antworten

    Hey, interessanter Artikel, vielen Dank dafür!
    Ich trinke sehr, sehr gerne Kaffee, habe aber leider wegen Magen Problemen in den letzten Monaten vollständig darauf verzichtet. Ich würde liebend gerne mal wieder einen Kaffee genießen und wüsste daher gerne, ob jemand aus eigener Erfahrung etwas zur Magen Verträglichkeit des Cold brew Kaffees sagen kann?
    Kann man für die Zubereitung auch lavazza Arabica Espresso Pulver nehmen?
    Grüße

    Antworten

    Hi babelfish,
    hast Du es schon mal mit einer „magenmilden“ Sorte probiert — ich brühe meinen Kaffee (Handfilter) außerdem schon seit einer ganzen Weile konsequent mit 1-2 Kapseln Kardamom im Kaffeemehl – und bilde mir ein, dass er dadurch wesentlich bekömmlicher wird.
    Kardamom kommt auch in einer kleinen Menge in meinen Cold Brew, bzw. ich verwende Kardamom eigentlich in jeder möglichen Art der Zubereitung.
    Vielleicht hilft es…

    Antworten

    Hallo babelfish,

    ich kann hier aus eigener Erfahrung sprechen. „Normal“ gebrühten Kaffee – also egal ob Filter oder Espresso – habe ich noch nie gut vertragen. Ich habe mir zu Besuch immer nur (aus Höflichkeit) eine halbe Tasse voll einschenken lassen und sie mit Milch aufgefüllt. Ich musste aber nebenbei dann immer recht viel Wasser dazu trinken. Mein Magen hat es sonst nicht vertragen und ich musste nach einiger Zeit gegrummel in der Magengegend recht schnell auf der Toilette verschwinden.

    Mit Cold Brew habe ich diese Probleme nicht. Da kann ich ohne Probleme an heißen Tagen auch mal 2-3 große Becher Kaffee mit wenig Milch trinken, ohne dass sich mein Magen meldet. Ich habe mich aber auch in einer Kaffeerösterei, in der ich immer meine Bohnen hole, beraten lassen und mir einen kraftvollen Kaffee mit möglichst wenig Säure empfehlen lassen. Die Rösterrei hat mir verschiedene Sorten in 100g Probiergröße frisch (auf gröbster Stufe) gemahlen verkauft, sodass ich mir selbst ein Bild machen konnte.
    Einige der Sorten haben ich besser vertragen als andere. Aber alle waren (im Cold-Brew-Verfahren zubereitet) um ein Vielfaches erträglicher (für meinen Magen) als jeder heiß gebrühte Kaffee, den ich jemals getrunken hatte.

    Beste Grüße,
    Carsten

    Antworten

    Toll geschrieben und macht echt Laune, das mal auszuprobieren. ich habe mir heute extra noch so einen Plastikfilteraufsatz gekauft. Eigentlich wollte ich den Kaffee ja nur in so einer French Press machen, aber wenn er sich wirklich so auflöst, wie du sagst, dann will ich ihn echt noch zusätzlich filtern können. Eins verstehe ich aber nicht: Warum heißt es, man soll grob gemahlenen Kaffee dafür nehmen? Wenn er sich eh total auflöst, sollte der Mahlgrad doch egal sein?!

    Antworten

    Hallo Arne,

    ich hätte da mal eine kleine Frage, auch auf die Gefahr hin, dass sich dir die Nackenhaare aufstellen. 😉 Ich bin sonst kein Kaffeetrinker aber den Cold Brew als Basis für Eiskaffee finde ich toll. Jetzt zu meiner Frage. Ist das auch mit Malzkaffee möglich? Ich weiß, dass es sich dabei ja eigentlich nicht um Kaffee handelt aber mein Sohn (10) liebt das Zeug und liebäugelt nun mit meinem Eiskaffee 😀 Aber für den ist er mir noch zu jung. Vielleicht kannst du mir ja einen Tipp geben.

    Liebe Grüße
    Tine

    Antworten

    @Arne zum Thema Koffeingehalt

    Cold Brew „PH-Wert von 6,31 und 40mg Koffein pro 100g Kaffee, während der andere Filterlkaffee einen ph- Wert von 5,48 und 61 mg Koffein aufwies.“ (Wechselberger, Johanna. Filterkaffee. Braumüller-Verlag, Ẃien, 2013. S.123.

    Antworten

    Hallo Arne,

    herzlichen Dank für den informativen Artikel – und auch die guten Erklärvideos. Nach deinem Artikel hab ich ich endlich mal an Coldbrew getraut und es hat sich gelohnt.

    Als kleiner Tipp:
    Ich hatte keine Frenchpress zur Hand und wollte nicht nur zum Ausprobieren eine anschaffen. Also habe ich meinen Handmilchaufschäumer genommen (also die, die man auf den Herd stellt, nicht diese billigen batteriebetriebenen Vibratoren) und den Coldbrew darin angesetzt, wie mit der Frenchpress den Kaffee runtergedrückt und anschließend durch einen Kaffeefilter (der Klassiker von Melitta) gefiltert. Da das Sieb des Milchaufschäumers sehr fein ist, war der Coldbrew vorher schon recht sedimentfrei und das Filtern war unkompliziert und schnell.

    Liebe Grüße
    Bene

    Antworten

    @Jörg, @Tim,

    wie viel davon falsch oder richtig ist, ist im Grunde genommen egal. Ziel ist ja nicht die maximalmögliche Koffeinextraktion zu erreichen, sondern den Gehalt in dem Gebräu zu quantifizieren, das man im Alltag zubereitet. Die wenigsten werden ihren Kaffee vom Wind schaukelnd ziehen lassen.

    @Arne

    Um den Koffeingehalt zu ermitteln, muss dieses erst möglichst spezifisch von allen anderen Naturstoffen abgetrennt werden. Das ist kein Ding der Unmöglichkeit, erfordert aber je nach Methode eine mehr oder weniger umfangreiche Laborausstattung. Wahrscheinlich wird man als Privatperson spätestens an den Chemikalien scheitern. Möglich und sinnvoll wären die Dünnschichtchromatographie (DC) im Labormaßstab oder die Flüssigkeitschromatographie (HPLC) als ausgewachsene instrumentell-analytische Methode. Wenn du es wirklich so genau wissen willst, musst du dir wohl jemanden suchen, der Zugang zu einem Labor, Zeit und Lust hat sich der Sache mal anzunehmen oder abwarten bis Cold-brew-Kaffee so in der Öffentlichkeit angekommen ist, dass sich erste große Labore damit beschäftigen.

    Antworten

    @Arne:

    Die Löslichkeit von Coffein wird bei steigender Temperatur sehr viel besser. Wikipedia gibt den Unterscheid von Raumtemperatur zu 80 °C mit ca. 200 mg zu 1800 mg pro 0,1 L an.

    Wie lange der Cold Brew braucht um dieselbe Coffeinmenge zu extrahieren lässt sich daraus leider nicht berechnen. Praktikable Möglichkeiten das zu testen fallen mir spontan auch nicht ein, da Kaffee als Naturstoff ein hochkomplexes Stoffgemisch ist, so dass Vorhersagen kaum möglich sind. Vielleicht kannst du ja ein Institut für Lebensmittelchemie oder ein Institut für analytische Chemie für die Fragestellung begeistern… 😉

    @Jörg:

    Da geht ganz schön viel Halbwissen durcheinander 😉

    Das Lösen von Kaffeesäure und Coffein ist reine Physik, die Erhöhung der Temperatur beeinflußt es daher nicht wie in der von dir beschriebenen Rechnung. Aber was richtig ist, dass sich die Stoffe bei höheren Temperaturen sehr viel besser und schneller in Wasser lösen.

    Kaffeesäure steht auch in keinem Zusammenhang zu Braunkohle, Moorwasser oder der Farbe der Erde. Auch die von dir beschriebene Kondensation spielt in wässriger Lösung ganz sicher keinerleit Rolle, da beliebig viel Wasser für die Rückreaktion zur Verfügung steht („Hydrolyse“).

    Es ist einfach nur falsch Kaffeesäure eiweißähnliche Strukturen haben soll.
    Auch wenn Kaffeesäure und Coffein Komplexbildner sein können, so bilden sie zusammen keinen Komplex. Diese bestehen aus neben dem Komplexbildnern nämlich immer zusätzlich aus einem Metall(kationen).

    Und tatsächlich sind im Kaffee ganz sicher Unmengen gleicher Kaffeesäuremoleküle. Diese können sich maximal in ihrer Isotopenzusammensetzung unterscheiden, welche (näherungsweise) keinerlei Einfluss auf das hier beschreibene hat. Ein kurzes Überschlagen wie viele einzelne Kaffesäuremoleküle in einer Tasse laut Wikipedia sind: 25-75 mg. Das macht 83 Trillionen bis 250 Trillionen Moleküle. Und das ist keine Übertreibung.

    Antworten

    Ich habe von meinem Stiesohn kalt gebrühten Kaffee zu Weihnachten bekommen. Als Espressofan mag ich Kaffee eher stark. Dieses Konzentrat war aus 125 g Kaffeepulver. Wenn ich mal ganz ehrlich bin, es hatte 24 Stunden gezogen, und rechte für 6 Tassen.

    Das führte mich zu folgender Überlegung:
    Wenn etwas in Lösung geht, umgibt es sich mit Wassermolekülen, es ist also eine Art chemische Reaktion. Langsam ablaufende Reaktionen verdoppeln ihr Temopo ungefähr mit einer Temperatursteigerung von 5°C. Es wird mit 15 °C „gebrüht“. eine Kaffeemaschine schafft ungefähr 90 °C das gibt eine Differenz von 75°C

    75/5=15 kann man im Kopf rechen. Würden wir das Pulver in eine Kanne mit Stempel geben und darin aufbrühen würde nach 2-3 Minuten der Stemepl runtergedrückt werden.

    Da wir den Kaffee nach dem Mahlen noch einmal in den Mörser geben und richtig fein reiben, reichen 2 Minuten. Jetzt muss man aufpassen. Es sind nicht 2 Minuten mal 15, sondern 2 hoch 15 Minuten um das gleiche Ergebnis zu erreichen. Das sind dann 32768 Minuten, also ziemlich genau 546 Stunden oder 22,75 Tage.

    Weil dieser Vorgang exponentiell Verläuft, und asymtotisch gegen den Maximalwert läuft, wäre ein Versuch mit 3 Tagen nicht allzu verkehrt. Je feiner das Pulver ist, um so größer die Oberfläche. Chemie kann nur an der Oberfläche stattfinden. Deswegen würde ich vorschlagen das Mörsern unter Wasser durchzuführen. Macht man in Asien beim Herstellen von Reisnudeln oder Sake so. Dabei werden die Körner vom Kaffeemehl gedrückt und sie nehmen beim Ausdehnen Wasser auf, geben das bei der nächsten Berührung mit dem Pistil wieder ab und weil sie etwas aufgeweicht sind zerfalsern sie und werden sehr sehr fein.

    Es würde sich anbieten von diesem Ansatz alle 6 Stunden eine kleine Probe zu entnehmen, gefiltert in ein Glasröhrchen zu gießen und die Färbung zu überprüfen. Wenn sie sich nicht mehr verändert ist das Maximum erreicht.

    In der Lösung findet Chemie statt. Die Kaffeesäure ist ein Verwandter der Brankohle, des Moorwassers und der schwarzen Färmung in der Erde. Sie hat die eigenschaft bei hoher Konzentration Wasser abzuspalten und sich dabei mit einem anderen Molekül der Kaffeesäure zu verbinden, das nennt man Kondensation. Neben dem Pulver wird es dann Ablagerungen der Kaffeesäure geben. Deswengen ist häufiges Schütteln nicht verkehrt. Es gibt den Wirkstoff Coffein. Dabei handelt es sich um ein Alkaoid, also einen Organischen Stoff mit einer alkalischen Gruppe. Die Kaffeesäure hat eine weitere Eigenschaft. In ihrer Eiweisähnlichen Struktur (deswegen schimmelt kaffee, obwohl er kalorienfrei ist) kann sie nicht nur chemisch binden, sondernauch komplexieren, also einen Stoff an sich zeihen und festhalten ohne ihn zu binden. Dass passiert mit dem Coffein. Je länger die Lösung zieht um so mehr Coffein wird aus der Lösung entwendet. Die größten, nicht mehr wasserlöslichen Kaffeesäuremoleküle wird man vermutlich im Pulver finden, weil sie nicht in Lösung gegangen sind.

    Jetzt ist man im Dilemma zu kurze Zeiten sind uneffektiv, zu lange Zeiten kosten Coffein. Da Chemische Reaktionen auch in die Gegenrichtung Verlaufen, also kondensierte Kaffeesäure ich auch mal auflöst und sogar Coffein wieder freigibt. Das tolle ist, dass es vermutlich keine 2 gleichen Kaffeesäuremoleküle in dieser Lösung gibt und damit nichts exakt vorhersagbar ist.

    Der ideale Ort zur Extraktion wäre ein Gefäß, dass im Wind vor sich hin schaukelt und dem ein paar Glasmurmeln zum automatischen Umrühren beigefügt sind. Damit könnte das Kondensieren der Kaffeesäure vermieden oder behindert werden. Die Kondensation zeigt sich durch papierartige Schwebteilchen oder durch braunen Belag.

    Noch eine Variante, die bei einigen Kaffeearten zum Erfolg führen könnte. Kein Ort dieser Erde ist frei von Pilzen oder Sporen. Einige gemalene Kaffeesorten riechen beriets etwas nach Pilzen. Wenn man Glück hat könnte es sein dass auch Hefepilze darunter sind und dass der Kaffeeansatz irgendwann zu sprudeln beginnt und dann Teile der Kaffeesäure zu undefinierten Alkoholen macht. Wenn das so passieren sollte, müsste man, um Kaffeewein zu machen, vorher Zucker beimengen und das schwingende Gefäß im warmen Luftzug über der Heizung plazieren und ein Gärröhrchen aufsetzen. Klebreis, ohne denen Hefezusatz, fängt nach ca. 3 Tagen an zu gären. (Genau dann ist er fertig um Reisudeln daraus zu machen. )Wichtig dabei ist natürlich das Mahlen mit dem Mörser unter Wasser. Wenn es nicht klappt nehmt einen Tropfen Honig dazu, das habe unsere Vorfahren schon entdeckt. Wenn Ihr dann den Alkohol bei ca 30 °C im Vakuum abzieht, habt Ihr eine tolles Aroma für diverse Verwendungen.

    ich schreibe auf einem alten Hands, und bitte die Rechtschreibfehler zu entschuldigen

    Antworten

    Hast Du schon Instant-Kaffe mit Mineralwsser, kohlensäurehaltig, angesetzt ? Löst sich sofort mit Schaumbildung und kann mit Milch etc. abgeschmeckt werden.

    Antworten

    Servus,

    also ich nehm gerne 200g Kaffee auf 1 Liter für 24h (oder länger) und filter es erst grob durch ein Sieb und dann durch ein Sieb mit Küchenpapier.
    Warum so stark? Weil ich meinen cold brew gerne heiß trinke. Einen Schuss von der starken Brühe in die Tasse und dann mit heißem Wasser auffüllen. Kann sowohl mit kalten Wasser gestreckt werden, als auch heiß gemacht werden. Ein Liter hält so ein paar Tage.
    LG,
    Daniel

    Antworten

    Hey Arne,
    ich trinke just in diesem Moment mal wieder einen Kaffee mit Mandelmilch und entdecke, dass du selbst diese Variante schon probiert hast ;o) Ich bin durch Zufall darauf gekommen, weil ich komplett auf Milcheiweiß verzichten musste. Das ist zwar nicht zu vergleichen mit Milch oder Sahne, aber ich finde es trotzdem sehr stimmig.
    Nun werde ich es also auch mal „cold brewed“ versuchen. Ich bin gespannt…

    Liebe Grüße,
    Suse

    Antworten

    Super Blog! Hab auch viel Freude mit meiner Hario Mizudashi und dem Cold Brew. Sehr vollmundig. Allerdings kostet ein Liter Cold Brew ja doch mindestens 4-5 Euro, wenn man gute Bohnen verwendet. Gibt es Tipps, wie das auch günstiger geht, oder ist das nun mal der Preis des Besonderen?
    Schönen Gruß und weiter so.

    Antworten

    Hallo Martina,
    wie ist Dein Mischungsverhältnis Kaffee/Wasser.
    Welchen Kaffee hast verwendet? welchen Mahlgrad?
    Ziehzeit?

    Antworten

    Hallo…

    Danke für die tollen Rezepte!
    Eine Fragen an den Profi:
    Mein Cold Brewed Coffee wird im Kühlschrank gelagert aber nach ein paar Tagen wird er immer sehr bitter oder streng (schwer zu beschreiben). Woran kann das liegen?
    Ich führe eine Filterung über Nacht mittels Handfilter durch, mit gekauftem gemahlenen Kaffee.

    Schöne Grüsse
    Martina

    Antworten

    Hallo Arne,

    herzlichen Dank für die schöne Anleitung, habe mich nie so recht rangetraut an den Coldbrew. Nochmal ein Extrateil wollte ich nicht kaufen, aber in der French Press wird er großartig.

    Herzliche Grüße aus München

    Siglinde

    Antworten

    Hi Arne,

    danke für die Antwort. Hab mich dennoch für eine Hairo (http://amzn.to/29B6YJX) entschieden. Die größere Variante mit dem Glas. Der Vorteil bei dieser ist, dort kann man andere Gläser dran schrauben (mir wurde gesagt manche Marmeladengläser gehen, ich werd aber noch nach einer Plastikvariante für unterwegs suchen wegen des Gewichtes).

    Zugegeben etwas groß die Mühle für den Rucksack; bei der Mini-Variante war mir der Behälter aber zu klein. Da ich ja auch Cold Brew damit machen möchte, braucht man ja schon recht viel grobes Pulver. Eine Idee wäre jetzt noch ne Flasche zu finden die ggf direkt auf das Gewinde passt. Dann könnte man dort auch direkt Wasser auffüllen. (Ich lass den Satz übrigens nach ca. 12 Stunden einfach durch ein Handaufguss Sieb laufen.)

    Die Porlex hatte ich mir auch angeschaut, sah aber irgendwie aus, als lasse man die lieber zu Hause als das man die mit raus nimmt. Hätte gar nicht mal viel mehr bezahlt (gefunden für 30 Eur).

    Hab jetzt auch mal Deinen Tipp mit dem Privatkaffee ausgetestet, kann man machen, so als Drink zwischendrin. Ich hatte noch ein paar Reste vom Guatemala Espresso von quijote-kaffee.de , das hatte richtig Geschmack als Cold Brew, man merkt einfach direkt wenn ein Kaffee wirklich frisch ist.

    Liebe Grüße aus Bonn

    Robin

    Antworten

    Hi Arne,

    Hab gestern Dein Video zum Cold Brew gesehen, sehr interessant. Habs bisher immer einfach in ne Karaffe gegeben (so Mocka mässig), und dann 12 Std später durchgesiebt. Allerdings hab ich immer meine Espressobohnen verwendet, das ist schon recht kräftig, aber trotzdem sau lecker.

    Wollte mir jetzt für solche Zwecke ne Handmühle zulegen, also irgendwas was ich beim Bushcraften (im Wald unter der Hängematte) auch nutzen kann. Dachte da an dieses Miniding (Hario MSS-1B Mini). Vorteil zu Hause kann ich damit grob mahlen und muss meine „richtige“ Mühle nicht umstellen. Fluch und Seegen bei Stufenlosen Mahlgradmühlen.

    Kannst Du denn die Hario MSS-1B Mini empfehlen? Der Behälter ist ja aus Plastik, ich vermute dadurch dann auch nicht so schwer? Oder kennst Du für draußen ggf noch ne gute Alternative? So ein Teil aus Holz sieht ja geil aus, aber bei feuchtem Wetter stelle ich es mir schwierig vor.

    Liebe Grüße

    Robin

    Antworten
    Arne

    Hallo Robin, ich habe meinem Bruder zu Weihnachten einen Porlex Tall Handkaffeemühle geschenkt. Mit der ist er sehr zufrieden glaube ich. Die ist allerdings ein wenig teurer als die Hario MSS-1B Mini, hat aber ein besseres Mahlwerk und ist robuster. Holz ist für outdoor sicher keine gute Idee. Muss auf jeden Fall auch keine Comandante sein 😉

    Viele Grüße aus Berlin,
    Arne

    Antworten

    Laut dem Magazin Make soll ein „Cold Brewed Coffee“ ganz wenig Koffein enthalten, da das Koffein als auch die Säure erst bei heißen Temperaturen aus dem Kaffee gelöst werden können.

    Trotzdem vorsichtig beim genießen sein und nicht gleich literweise trinken.

    Antworten
    Arne

    Hallo Peter, danke für deinen Kommentar. Kannst du sagen ob die einen Labortest gemacht haben? Ich hätte wirklich gerne mal gemessen Zahle. Es stimmt, Koffein löst sich schneller bei höheren Temperaturen. Die Frage ist was die Zeit des Kontakts ausmacht.

    Koffein löst sich halt schon mäßig in Wasser bei 20°C… aber dann über 12 Stunden.

    Viele Grüße,
    Arne

    Antworten

    Hallo Arne,

    toll beschrieben. Ich hab mir das nach der Methode „Kaffe in kaltes Wasser und einen Tag warten“ im letzten Sommer mehrmals zubereitet. Das Ergebnis ist fantastisch. Ich trinke das Konzentrat gern mit Milch.
    Ein Problem gibt es aber doch und das ist das abseien. Dabei verbrate ich immer mehrere Papaierfilter (oder Tücher), weil die sich immer wieder mit dem feinen Mehl zusetzen und dann kein Wasser mehr durchgeht. Das Ganze ist immer eine Riesenschweinerei, die ich nur um des Ergebnisses willen in Kauf nehme. Hast du einen Tipp?

    Liebe Grüße, Silke

    Antworten
    Arne

    Hallo Silke, genau das Problem kenne ich. Meinen ersten Cold Brew habe ich in einem Weckglas gemacht und dann im Handfilter gefiltert. Das Kaffeepulver löst sehr feine Partikel über die lange Zeit im Wasser und verstopft den Filter sehr schnell. Weil mir das zu aufwändig war habe ich einfach eine French Press genutzt. In der habe ich dann sozusagen vorgefiltert aber immer noch einen Handfilter genutzt. Das war schon besser aber immer noch zu aufwändig. Seit einem Jahre habe ich einen Hario Cold Brew Coffee Pot. Ich bin noch nicht dazu gekommen über den zu schreiben. Er ist aber eine wunderbar Lösung und auf einen Schlag gibt es keine Riesenschweinerei mehr 🙂 Viele Grüße aus Berlin, Arne

    Antworten

    Hallo Silke,

    wenn auch spät, hilft diese Antwort anderen Wissbegierigen und Neueinsteigern vielleicht weiter.

    Ich habe mir in einem Teehaus einen Stofffilter geholt – man könnte ihn optisch beschreiben mit: ein Drahtbügel überzogen mit einer dünnen Socke.

    Ich benutze eine herkömmliche Teekanne, in der ich das grobe Pulver mit gefiltertem Wasser mindestens einen Tag ziehen lasse. Immer, wenn ich daran vorbeilaufe (3-4x am Tag) rühre ich es vorsichtig um – ich verspreche mir damit eine gleichmäßigeres Durchziehen des gesamten Pulvers.
    Nach der Ziehzeit gieße ich das „Pulverwasser“ in eine zweite Kanne durch den erwähnten Stofffilter. Den Stofffilter drehe ich danach einfach auf links, entleere dar nasse grobe Mahlgut zum Biomüll und spüle den Filter dann unter fließendem Wasser einfach aus. (Ab und zu sollte er dann mal in die Waschmaschine – der „Socken“ lässt sich vom Drahtbügel ziehen.)

    Natürlich bleibt ein ganz feiner Kaffeesatz übrig – der schafft es durch den Stofffilter. Hier würde es reichen, die zweite Kanne einige Stunden stehen zu lassen (damit es sich auf den Boden absetzt). Dann könnte man sie durch einen einzigen Papierfilter langsam abgießen – zum Beispiel in die erste ausgespülte Teekanne. (Die nun leere zweite Teekanne kann dann direkt für den nächsten Cold Brew hergenommen werden – und so wechseln sich beide Kannen immer ab.)

    Antworten

    Hallo Arne,

    vielen Dank für Deine schnelle Antwort!
    Wie heißt es so schön? Probieren geht über Studieren!

    LIebe Grüße nach Berlin

    Marion

    Antworten

    Hallo Arne,
    mittlerweile habe ich verschiedene Zubereitungen für Cold Brew Coffee gelesen. Bei einigen wird das komplette Wasser auf einmal zum Kaffee gegeben; bei anderen
    läuft es ganz langsam tröpfelnd durch. Dann wieder werden Eiswürfel benutzt.
    ??????????
    Jetzt habe ich die Frage an Dich: Kommt man bei allen diesen verschiedenen Möglichkeiten zum selben Ergebnis?

    LIebe Grüße

    Marion Rieke

    Antworten
    Arne

    Hallo Marion,

    es gibt „Cold Brew Coffee“ hier ist das Kaffeepulver die gesamte Zeit mit dem Wasser in Verbindung. Dann gibt es noch „Cold Drip Coffee“. Bei dieser Variante tropft das Wasser langsam durch das Kaffeepulver. Eine Variante davon ist mit Einswürfeln.

    „Cold Brew Coffee“ ist die einfachere Variante mit sehr guten Ergebnissen. Es gibt unterschiede im Geschmack, aber ich würde diese ausprobieren. Wie das geht habe ich im Artikel beschrieben.

    Viele Grüße, Arne

    Antworten

    Bei uns steht das erste Schraubglas mit Kaffee-Wasser-Mischung. Morgen gibt es dann den ersten cold brew, wahrscheinlich mit heissem Wasser aufgegossen.
    Alles Gute fürs neue Jahr und danke für die guten Tipps!
    Liebe Grüße
    Sabine

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    Tolle Informationen rund um kalten Kaffee brauen. Setze ich gleich in die Tat um.Danke

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