Kaffeevollautomat Test 2021: Ich hatte alle Testsieger in meiner Küche

Der einzige Ratgeber, den ihr lesen müsst.

Ich teste seit Jahren die besten Kaffeevollautomaten. Ich habe mehr als 45 Geräte der bekanntesten Hersteller komplett durchgetestet. Der beste günstige Vollautomat ist der DeLonghi Magnifica ECAM 22.110.B

DeLonghi Magnifica S ECAM 22.110.B

Philips EP2220/10 SensorTouch

Philips 5447 LatteGo

DeLonghi Dinamica ECAM 350.55.B

Melitta Caffeo Solo

Siemens EQ.6 plus s700

Siemens EQ.500 integral

Siemens EQ.9 plus connect

DeLonghi PrimaDonna

Jura Z10

Nicht der beste Vollautomat, aber der beste in seiner Klasse.

Ausnehmend günstig

Sehr kompakt

Durchdachte Details

Ohne Display

Ohne Edelstahl

Reduziert ist Philips am besten.

Einfache und intuitive Bedienung

Gute Getränketemperatur

Guter Espresso und Milchschaum

Relativ großes Bohnenfach

Pumpe etwas laut

Komplett Kunststoff

Dieser Kaffeevollautomat hört auf die Kunden!

Wesentlich leiseres Milchschaumsystem

Sehr einfache Bedienung

Feinteiliges Mahlwerk

Milchschaum recht grobporig

Oberklasse-Funktion zum Mittelklasse-Preis!

Sinnvolle Funktionsbreite

Lecker Espresso & Milchschaum

Einfache Reinigung

Plastikmief beim ersten Auspacken

Nix als Kaffee und Espresso – das aber gut!

Klein, leicht und intuitiv

Gute Einstellmöglichkeiten

Guter Kaffee und Espresso

Auffangschale sehr schnell voll

Wassertank etwas klapprig

Sehr leise und hervorragend verarbeitet. Er hat mir im Test sehr gut gefallen!

Leises Mahlwerk

Hochwertige Verarbeitung und Materialauswahl

Sehr guter Espresso

Milchschaum für manche zu kalt

Fülllmenge nicht stufenlos

Die kleinen Details machen ihn besonders.

Kluges Display-Design

Guter Milchschaum

Espresso in Ordnung

Mahlwerk etwas zu grob

Der EQ.9 s500 connect ist seinen Preis wert.

Leisestes Mahlwerk im Test

Individuelle Einstellmöglichkeiten

Sehr leichte Bedienung

In mancher Hinsicht überholt

Empfehlenswert. Wirkt robust und durchdacht.

Toller Espresso & Milchschaum

Hochwertige Fertigung

Einfach & intuitiv zu bedienen

Wassertank & Bohnenbehälter etwas zu üppig

Bohnen werden durch Tassenwärmer etwas erhitzt

Rundum gelungen mit hervorragenden Innovationen!

Sehr hochwertige Verarbeitung

Vollständig elektronisch steuerbar

Wesentlich leiseres elektronisches Mahlwerk

Kein Milchbehälter im Lieferumfang

„Cold Brew“ ist Etikettenschwindel

Vergleiche alle getesteten Kaffeevollautomaten mit meinem interaktiven Finder

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Arne mit Kaffeevollautomaten und eigenem Kaffee
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Coffeeness und Kaffeevollautomaten gehören zusammen wie guter Kaffee und Arne. Deswegen wurde es Zeit, dass dieser Ratgeber ein Update erhält, in dem ihr wirklich alle Informationen findet, die unser kleiner Blog in den letzten Jahren zusammengetragen hat.

Und das ist mein voller Ernst.

Ich habe in diesem Artikel ausführlich über die Reinigung von den pflegebedürftigen Kaffeevollautomaten berichtet. Leider liest nicht jeder Besitzer eines solchen Automaten meine Artikel, oft finden die Reinigung und Desinfektion nur mangelhaft oder gar nicht statt. Darum: Bitte kauft sie nie gebraucht. Ihr wisst nie, was ihr an Schimmel, Bakterien und anderen Mängeln mitkauft!

Viele von euch berichten immer wieder von Kaffeevollautomaten, die bis zu 17 Jahre ihren Dienst in der heimischen Küche getan haben. Und ich finde, auch neuere Maschinen in unserer Turbo-Konsumgesellschaft sollten so ein stolzes Alter erreichen können. Voraussetzung ist aber, dass ihr sie immer gut pflegt und nicht gerade ein Montagsmodell erwischt. Wenigstens (!) zehn Jahre sollten aber drin sein – bei guter Führung.

Nein. Filterkaffee und die „Druckbetankung“ des Kaffeevollautomaten schließen sich komplett aus. Wenn ihr eine brauchbare Zwischenlösung sucht, sind Kaffeemaschinen mit Mahlwerk eine gute Wahl.

Keiner. Zumindest nicht auf Knopfdruck. Denn der notwendige Mikroschaum ist bei automatischen Milchaufschäumern eher ein Glücksfall. Auch die günstigen Versionen mit Dampflanzen sind ein wenig zu schwach auf der Brust, um diese Skills perfekt umzusetzen. Darum glaube ich, dass echte Flat White-Fanatiker, die auch noch viele unterschiedliche Schaumqualitäten suchen, bei einer Siebträgermaschine besser aufgehoben sind.

Über das Thema Wasserfilter habe ich mich bei Coffeeness schon mehrfach ausgelassen. Grundsätzlich sorgt ein Wasserfilter im Vollautomaten dafür, dass ihr die Entkalkungsintervalle weiter setzen könnt. Denn der Filter reduziert die Wasserhärte auf Stufe 1. Wenn zu viel Kalk in eurer Gegend kein Problem ist, ist das fehlende Bauteil ganz sicher kein Beinbruch. Auch in kalkigen Gegenden wie Großstädten ist der Wasserfilter nicht zwingend, solange ihr das Entkalken dann regelmäßig und enger getaktet ernst nehmt. Es liegt also ein wenig daran, wie liebevoll ihr euch um die Maschine kümmern wollt.

Es wird lang, es wird ausführlich. Hier findet ihr alle Testsieger der Kaffeevollautomaten in den unterschiedlichen Kategorien, erhaltet Infos zum Aufbau und den Funktionen, erfahrt, wie ihr eure Maschine reinigt und so manchen Tipp, der in keiner Betriebsanleitung steht.

Kaffeevollautomat Testsieger – Die ewigen Drei

Egal, wie viele Geräte ich teste: Es gibt drei Maschinen in drei Preisklassen, die selbst ihre Nachfolger oder Innovationen immer wieder locker in den Schatten stellen. Diese ewigen Drei sind:

DeLonghi ECAM 22.110Melitta Caffeo CI Siemens EQ 9 Connect
Preis-Leistungs-SiegerMittelklasse-SiegerSpitzenmodell
Der beste Vollautomat unter 300€Langlebig und gut zu Reinigen Leise und großer Funktionsumfang

Günstiger Preis-Leistungssieger: DeLonghi ECAM 22.110

DeLonghi Magnifica ECAM 22.110 Kaffeevollautomat Uebersicht mit allen Getraenken und Arne

In der Einstiegsklasse geht praktisch nichts über DeLonghi. Ihr müsst zwar Abstriche bei der Funktionalität und der Leistungsfreude hinnehmen, doch für die lächerlichen Preise unter 300 Euro kann man einfach nicht mehr verlangen. In meinem Test zum DeLonghi ECAM 22.110 erfahrt ihr mehr.

Mittelklasse-Krone: Melitta Caffeo CI

Melitta Caffeo CI Kaffeevollautomat Uebersicht Arne mit fertigem Espresso

Für diesen Melitta Kaffeevollautomaten müsst ihr zwar mehr als das Doppelte ausgeben, doch dafür zeigt dieser Maßstab-Vollautomat, was bei Vollautomaten tatsächlich möglich ist. Leise, klein, schnell, toller Milchschaum, zwei Bohnenbehälter – was will man mehr? Vielleicht ein paar vernünftigere Einstellungen, aber das war es auch schon.

Einen ersten Überblick erhaltet ihr im Test zum Melitta Caffeo CI.

Rolls Royce unter den Vollautomaten: Siemens EQ 9 Connect 

Siemens EQ9 Kaffeevollautomat Uebersicht Arne mit fertigem Espresso

Auch hier hat es bisher kein Nachfolger geschafft, den Evergreen-Status des Siemens EQ9 zu toppen. Keiner ist leiser, keiner funktioneller, keiner im Gesamtergebnis so überzeugend. Zumindest für mich.

Und eine App-Steuerung gibt es noch obendrauf. Auch wenn ihr unter 1000 Euro hier gar nicht anfangen braucht: das Ding lohnt sich. Näher lernt ihr diesen Rolls Royce der Vollautomaten im Test zum Siemens EQ9 Connect kennen.

Wo wir gerade bei Preisklassen sind: Wir haben für euch ein Übersichtsvideovideo zu Kaffeevollautomaten in 2021 erstellt. Hier findet ihr einen guten Überblick der wichtigsten Vollautomaten.

Bester Kaffeevollautomat – Empfehlungen von Coffeeness

Wie wir im Laufe dieses Ratgebers noch öfter sehen werden, gibt es den ultimativen Kaffeevollautomaten, bei dem alle Kaffee-Fans feuchte Augen bekommen, nicht. Zu viele unterschiedliche Ansprüche treffen auf zu viele unterschiedliche Funktionen und Geräte.

Darum will ich euch auch einen Überblick über die grundsätzlich überzeugendsten Vollautomaten geben, die mir in den vergangenen Jahren so untergekommen sind. Ich habe versucht, die Geräte in etwa aufsteigend nach Preis (und Funktionalität) zu sortieren:

  1. DeLonghi ECAM 22.110.B Test (Preis-Leistungssieger günstige Vollautomaten)
  2. Melitta Caffeo Solo Test (alles ein bisschen fipsig, dafür schick und gut)
  3. Siemens EQ 3 Test (natürlich kann sich Siemens auch in der Einsteigerklasse behaupten)
  4. Melitta Caffeo CI Test (Testsieger Mittelklasse)
  5. Saeco Incanto Test (tolles Referenzgerät in Sachen Preis-Leistung für die Mittelklasse)
  6. Saeco Moltio Test (aktuell nur noch aus zweiter Hand erhältlich, trotzdem toll)
  7. Bosch Veroaroma 700 Test (leise & gut, wenn auch ein bisschen altmodisch)
  8. Saeco PicoBaristo Test (für den Preis überaus edel)
  9. Siemens EQ 6 Test (modern und ziemlich überzeugend)
  10. Melitta Caffeo Varianza Test (ein Nischen-Gerät mit spannender Espresso-Funktion)
  11. Miele CM 5500 Test (superschick trifft auf Miele-Zuverlässigkeit)
  12. Siemens EQ 9 Connect Test (Testsieger Oberklasse)
  13. Jura E8 Test (Auch wenn ich Jura nicht mag, dieser Vollautomat kann echt was)
  14. Saeco GranBaristo Avanti Test (ziemlich nah an Siemens)
  15. Saeco Xelsis Test (Neuheit auf der IFA 2017, macht sich prächtig)
  16. Melitta Caffeo Barista Test (Wuchtbrumme, die echt was kann)
  17. Miele CM 6350 Test (kleiner als der große Bruder, aber klasse)

Mehr als ein Problemchen habe ich mit folgenden Geräten, die ich der Vollständigkeit halber (und für euch als Wegweiser) dennoch nennen will:

Neuheiten auf Coffeeness 2020 – was ist dieses Jahr an der Kaffeevollautomaten-Front passiert?

Neu getestet haben wir:

  1. Delonghi Primadonna Soul Test (meine Empfehlung in der 1.200 Euro Preisklasse)
  2. Delonghi Maestosa Test (das Top-End-Modell von DeLonghi)
  3. Jura Z8 Test (das teuerste Jura-Modell in unserem Test)
  4. Krups Evidence Test (überraschend guter Mittelklasse-Vollautomat)
  5. Siemens EQ.500 Integral Test (ein reduzierter EQ6 mit einfacher Reinigung)
  6. Philips 5400 Serie EP5441/50 Test (leiser und mit tollem Display)
  7. Severin KV 8090 Test (eine Niete – bitte nicht kaufen)
  8. Melitta Latte Select Test (der CI Touch mit neuem Namen)
  9. Melitta Purista Test (schönes Gerät ohne Schnickschnack)
  10. Melitta Avanza Test (Melitta Purista auf Steroiden)
  11. Krups Intuition Preference+ EA875E Test (exzellenter Milchschaum und Party-LEDs)

Das ist schon eine stattliche Liste! Wir haben nicht nur die neuen Vollautomaten ausprobiert, sondern sie auch mit Geräten verglichen, die es schon länger auf dem Markt gibt. Bei so vielen Tests verfüttern wir auch ganz schön viele Bohnen an die Mahlwerke der Geräte.

Dabei achte ich darauf, dass ich bei diesen Mengen keine schlechten Produktionsbedingungen und ausbeutende Wertschöpfungsketten unterstütze. Ich greife dann immer auf meinen selbst kreierten Coffeeness-Kaffee zurück. Da weiß ich, wie er entstanden und dass er fair gehandelt ist.

Außerdem ist er auf die Maschinen abgestimmt, sodass sich das kräftige Aroma optimal entfaltet. Dadurch gewährleiste ich auch eine gute Vergleichbarkeit innerhalb meiner Tests.

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Zurück zu den Neuheiten. Es gab viele Überraschungen: Einige Hersteller haben bei ihren neuen Modellen echte Verbesserungen vorgenommen. Wie bei der Lautstärke. Andere versuchen uns bekannte Geräte unter neuem Namen unterzujubeln. Aber bei Coffeeness holen wir einfach das Vorgängermodell aus dem Lager. Dann testen und messen wir, ob es wirklich Unterschiede oder nur neue Namen gibt.

Hier habe ich eine kurze Zusammenfassung der neuen Tests von 2020 für euch:

DeLonghi Primadonna Soul

Mit dem Soul fange ich an, weil er für mich die interessanteste Neuerscheinung 2020 ist. Dieser Kaffeevollautomat bringt ein über die Software verstellbares Mahlwerk mit sich. Darauf habe ich schon seit Jahren gewartet.

DeLonghi Primadonna Soul im Coffeeness Test

PrimaDonna Soul wäre aber natürlich auch ein Name gewesen, den ich mir zu gut merken könnte… Deswegen hat DeLonghi die Produktbezeichnung „ECAM610.55.SB“ hinzugefügt. Is klar, ne.

DeLonghi hat noch viele Spielereien eingebaut, wie die „Bean-Adapt-Technology“, bei der die Soul die Einstellungen nach angegebenen Röstgrad vornimmt. Auch die „18 Getränke auf Knopfdruck“ klingen beeindruckend. Mich hat das alles wenig interessiert – Marketing ist wichtig aber ich schlürfe lieber einfach den Espresso und schaue was tatsächlich in der Tasse ankommt.

Ich empfehle diesen Kaffeevollautomat gerne, weil er die Basics gut kann und einfach zu bedienen ist. Das Konzept ist durchdacht und es macht einfach Spaß mit dem Soul zu arbeiten.

Besonders gelungen ist die Benutzerfreundlichkeit. Hier kommt alles perfekt zusammen: Das große Display, die Handy-App und das sich selbst einstellende elektronische Mahlwerk. Die Getränke werden gut. Der Espresso ist aromatisch, der Milchschaum hat eine gute Konsistenz und Temperatur. Selbst der Caffè Crema ist trinkbar (und wenn ich das sage, heißt das einiges!).

Einziger Wermutstropfen ist das Mahlwerk, das mit gemessenen 73,6 Dezibel in der Preisklasse von anderen Geräten geschlagen wird. Nichtsdestoweniger ist der DeLonghi Primadonna Soul der Vollautomat in dieser Liga, den ich mir in meine eigene Küche stellen würde.

DeLonghi Maestosa

Eines kann ich euch gleich sagen, diesen Vollautomaten aus dem Lager in unsere Küche zu schleppen macht keinen Spaß! Das ist ein Klopper mit ganzen 16,8 Kg.

Eigentlich ist der DeLonghi Maestosa ein Primadonna Soul auf Steroiden. Größer, schwerer und krasser.

DeLonghi Maestosa im Coffeeness Test

Ihr bezahlt mit 2.500 Euro das Doppelte im Vergleich zur Soul. Dafür bekommt ihr den am besten verarbeiteten Kaffeevollautomat der mir bisher untergekommen ist. Was sonst Kunstsoff ist, ist hier Edelstahl. Jede Schraube transportiert diese Wertigkeit. Das ist der einzige Kaffeevollautomat, der sich wie ein massiver Siebträger anfühlt.

Die Getränke werden hervorragend. Es ist ein extra Behälter für heiße Schokolade dabei. Mit dem habe ich sogar schon Rührei gemacht – das kann ich aber nicht zur Nachahmung empfehlen. Ansonsten bringt die Maestosa alles mit, was die Soul auch hat.

Der DeLonghi Primadonna Soul ist sicher das Gerät mit dem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis. Aber wenn euer Geldbeutel auch gerade auf Steroiden ist und ihr eine große Küche und starke Arme habt, ist der DeLonghi Maestosa ein tolles Gerät.

Jura Z8

Weil wir uns gerade in der oberen Preisklasse befinden, sage ich gleich noch was zum Jura Z8.

Wir haben in einem recht aufwändigen Video fast alle Getränke im Menü durchprobiert und waren von der Qualität der Getränke sehr angetan. Selbst der schwarze Kaffee, von dem ich aus Vollautomaten kein großer Freund bin, hat mir gut gefallen.

Jura Z8 im Coffeeness Test

Viel Schnickschnack wie die App und LEDs für den Wassertank sowie Tassenbeleuchtung sind zwar überflüssig bringen aber auch unverschämt viel Spaß.

Zu meckern hatte ich nur was bei einigen Kleinigkeiten. Der Kaffee bei der Kannenfunktion war ein wenig dünn. Was mich auch ein wenig entsetzt hatte war, dass Jura es nicht für nötig hält, bei einem Vollautomaten für 2.500 Euro einen Milchbehälter mit in den Karton zu schmeißen. Der muss zusätzlich gekauft werden.

Krups Evidence

Der Evidence wird sicher keinen Schönheitswettbewerb gewinnen. Aber er war eins der Geräte in diesem Jahr, die mich positiv überrascht haben.

Das Menü ist sehr durchdacht. Die Einschaltautomatik ist in der Preisklasse nicht selbstverständlich. Auch die Zeit, nach der sich der Krups Evidence ausschaltet, kann individuell programmiert werden.

Krups Evidence im Coffeeness Test

Es gibt die Möglichkeit einen Extrashot Espresso bei jedem Getränk hinzuzufügen. Das ist eine Funktion, die ich persönlich täglich nutzen würde. Die Temperatur des Latte Macchiatos ist mit 65 Grad Celsius genau so, wie ich es möchte.

Es gibt aber auch ein paar Nachteile: Der Espresso kann nicht auf unter 40 Milliliter eingestellt werden. Und wie immer bei Jura und Krups ist die Brühgruppe fest verbaut.

Siemens EQ.500 Integral

Mit dem Siemens EQ 500 war ich spät dran mit dem Test. Meine Community hat mich so lange terrorisiert, bis ich den Vollautomaten zum Testen bestellt habe. Es war tatsächlich spannend.

Der EQ. 500 ist günstiger als der EQ6 und EQ9 von Siemens und etwas anders konstruiert. Ihr spart zwar Geld, bekommt aber im Gegenzug mehr Kunststoff.

Siemens EQ.500 Integral im Coffeeness Test

Das Display und die Bedienung haben mir gut gefallen. Es gibt auch viele sinnvolle Einstellungsmöglichkeiten. Kleine Details wie den herausnehmbaren Kaffeepulverschacht und die Form des Wassertanks fand ich auch überraschend durchdacht. So lässt er sich sehr gut reinigen.

Auch der Innenraum das Vollautomaten lässt sich sehr einfach und komplett auswischen. Beim Thema Reinigung gibt es also die volle Punktzahl.

Der interne Milchbehälter wirkt ein wenig empfindlich. Die Milchschaumqualität war aber überraschend gut!

Neben dem Design ist auch noch die Lautstärke ein Nachteil vom EQ 500 gegenüber seinen größeren Geschwistern. Er ist einfach lauter.

Philips 5400 Serie EP5441/50

Zum ersten Mal hat mir ein Philips Gerät so richtig Spaß gemacht!

Das Bedienkonzept ergibt Sinn. Das Display ist schön und die kleinen Bildchen mit den Getränken strahlen ein warmes Licht aus.

Philips 5400 im Coffeeness Test

Ich kann Profile einstellen und Getränke programmieren. Für mich habe ich das Profil „grün“ gewählt. Für die Profile gibt es Farben und keine Namen. Mit den Getränken waren wir sehr zufrieden. Nur der Milchschaum war oben drauf etwas „blasig“, dem Geschmack hat es nicht geschadet.

Der Vollautomat macht einen sehr gut verarbeiteten Eindruck. Beim Auspacken riecht er überhaupt nicht nach Kunststoff, was mal eine positive Abwechslung ist.

Philips Milchschaum-System Update
Ich beschwere mich schon recht lange darüber, dass das Milchschaum-System bei Philips extrem laut ist. ABER siehe da – sie haben es bei den neueren Modellen leiser gemacht und es ist glücklicherweise immer noch genauso einfach zu reinigen. Ich habe sogar eine Mail bekommen, in der mir gesagt wurde, dass sie das sogar wegen meiner Kritik verbessert haben. Wir haben es uns aber nicht nur sagen lassen, sondern haben es natürlich getestet. Und im Betrieb ist das Milchsystem sehr viel leiser geworden. Von 90,4 Dezibel im Betrieb auf 71 Dezibel beim neuen Gerät. Das macht die LatteGo-Vollautomaten wirklich viel interessanter.

Philips Milchschaum-System Update

Severin KV 8090

Um es hinter uns zu bringen haben wir den Severin Vollautomaten getestet. Um es kurz zu machen – kauft ihn lieber nicht.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt einfach nicht. Es gibt fast baugleiche Geräte von Tchibo, die besser sind. Den Tchibo Esperto Caffè haben wir auch schon getestet.

Insgesamt empfehle ich aber auch hier lieber die günstigen Melitta-Geräte zu kaufen. Die machen einfach einen robusteren Eindruck.

Melitta Kaffeevollautomaten

Jetzt sind wir schon bei Melitta. Hier wechselt der Hersteller die Namen der Geräte mit jeder Neuerung.

So wurde aus dem Melitta Caffeo CI der Melitta CI Touch und letztlich der Melitta Latte Select. Hier macht es aber ein wenig den Eindruck als gäbe es den letzten neuen Namen nur, damit MediaMarkt sagen kann, sie verkaufen ihn exklusiv.

In unserem Test wurde deutlich, dass der Melitta CI Touch dem „neuen“ Gerät in nichts nachsteht und günstiger ist.

Melitta CI Touch im Coffeeness Test

Ähnliche Spielereien mit dem Namen haben wir bei dem Melitta Caffeo Solo (der mittlerweile in Melitta Purista umbenannt wurde) gefunden. Die tatsächlichen Neuerungen mussten wir mit der Lupe suchen.

Ebenfalls neu getestet haben wir den Melitta Avanza. Der ist wiederum eine aufgepimpte Variante des Purista: jetzt mit Milchschaum, größerem Wassertank und mehr Platz im Bohnenfach.

Aber das ist alles Marketing. Am Ende kommt es auf die Geräte an und ich habe noch keinen schlechten Vollautomaten von Melitta gesehen. Die Modelle (egal wie sie heißen) überzeugen durch grundsolide Technik, Langlebigkeit und ein nettes Design.

Aber spart gerne ein wenig Geld und kauft eines der „älteren“ Modelle!

Jetzt sind wir schon sehr gespannt, welche Kaffeevollautomaten 2021 herauskommen werden und welche echte Verbesserungen vorweisen können!

Das sind noch längst nicht alle Geräte, die wir für Coffeeness unter die Lupe genommen haben. Alle anderen waren jeweils überzeugend, aber weder besonders gut, noch besonders schlecht. Solide, wie man so schön sagt. Dazu gehören:

Jeder Kaffeevollautomaten-Test, den ich hier nur angerissen habe, wird im Laufe des Ratgebers an der einen oder anderen Stelle noch einmal ausführlicher zur Debatte stehen. Denn wie schon erwähnt, sind manche Geräte wegweisend – zum Guten und Schlechten.

Für die wirklich detaillierten Ausführungen müsst ihr natürlich jeweils in den Testberichten vorbeischauen.

Kaffeevollautomaten nach Preisklassen – Welche Hersteller, was macht den Unterschied?

Für diejenigen unter euch, die sich immer zuerst die Preisfrage stellen, klamüsere ich das Ganze noch einmal genauer nach Preisklassen auf und erkläre euch, welche Hersteller von Vollautomaten jeweils den Ton angeben, welche Maschinen die besten Funktionen fürs Geld liefern, und wofür ihr eigentlich in einer bestimmten Kategorie bezahlt.

Kaffeevollautomaten bis 300 Euro

Tatsache ist: Unter 200 Euro werdet ihr keinen Vollautomaten finden, der den Namen auch nur ansatzweise verdient. Unter 300 Euro ist es allerdings machbar. Ab und zu gibt es Angebote bei Amazon und Co, bei denen ein No-Name Produkt für rund 150 Euro angeboten wird.

Lasst die Finger davon! Ein Kaffeevollautomat ist bei näherer Betrachtung eine relativ komplizierte Maschine, die gewisse Materialstandards und Funktionsweisen benötigt. Und das gibt es nun mal nicht für weniger als 200 Euro.

Mit rund 290 Euro seid ihr aber schon gut dabei – und kommt an einem DeLonghi Kaffeevollautomaten praktisch nicht vorbei. Die Italiener haben sich im Niedrigpreissegment einen echten Namen gemacht, eben weil sie vernünftige Leistung für einen noch vernünftigeren Preis bieten. Hier könnt ihr den Testsieger auf Amazon anschauen.

DeLonghi Magnifica ECAM 22.110. Kaffeevollautomat Arne gespannt bei Espressobezug

Allerdings müsst ihr hier ganz genau hinschauen und die Tests wirklich näher betrachten. Denn zwischen Top und Flop ist die Grenze bei DeLonghi immer recht schmal. Und leider hilft euch die Serienbezeichnung auch nur bedingt weiter.

Es gibt hauptsächlich die ESAM- und die ECAM-Serie mit jeweils sehr vielen Geräten und Nummern, die sich oft nur im Detail unterscheiden. Allerdings haben meine Tests gezeigt, dass die ECAM-Reihe zumindest im unteren Preisniveau immer die bessere Wahl ist.

Kaffee für Vollautomaten by Coffeeness

Kaffee entwickelt für den Vollautomaten

Der Coffeeness Kaffee ist endlich erhältlich.

Für Latte Macchiato

Espresso, schwarzer Kaffee

Schokoladig

Frisch geröstet

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So ist der DeLonghi ECAM 22.110.B Test ein Beweis dafür, dass ihr für gerade einmal rund 290 Euro hohe Funktionalität mit gutem Espresso-Ergebnis erwarten könnt, während ich vom DeLonghi ESAM 3000.B Test mit dem gleichen Preisschild nicht derart begeistert war.

Noch schlimmer erging es dem DeLonghi ESAM 3200 Test, bei dem die Macken in der Maschine selbst die eigentlich gute Funktionalität aufgehoben haben.

Die Vorteile sehr günstiger Vollautomaten von DeLonghi sind schnell erklärt:

  • Hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis
  • Sehr einfache Handhabung
  • Keine großen Einstellungen nötig
  • Ausreichend Einstellungen möglich
  • Leicht zu reinigen

Doch irgendwo muss der Hersteller ja Abstriche machen, um seine Gewinnmarge zu erzielen. Und das zeigen die günstigsten Kaffeevollautomaten leider ebenso deutlich:

  • Sehr, sehr viel Plastik
  • Fragwürdige Optik
  • Das Mahlwerk ist bei feinen Einstellungen schnell überfordert
  • Kein Display o.ä. zur genauen Einstellungskontrolle
  • „nur“ eine Schaumlanze, keine Milchschaumsysteme

Auf diese einzelnen Punkte gehe ich im Ratgeberteil noch einmal sehr genau ein.

Aber wie sieht es mit Konkurrenz in diesem Preissegment aus? Ziemlich mau, wenn wir ehrlich sind.

Der KRUPS EA8108 Test hat gezeigt, dass man es mit Plastik und „ungefährer Leistung“ wirklich übertreiben kann und am Ende nur sehr mittelmäßigen Kaffee erhält, für den sich die Anschaffung eines Kaffeevollautomaten irgendwie nicht lohnen würde.

Krups EA8108 Kaffeevollautomat Arne und Mauricio mit allen Kaffeegetraenken

Dennoch gibt es einen klaren Gegenspieler und der heißt Melitta. Der Melitta Caffeo Solo Test war prinzipiell ein Genuss, sowohl für die Augen als auch für den Gaumen.

Das dicke Aber: Die ultraschicke Caffeo Solo verzichtet in der Einsteigervariante vollständig auf ein Milchschaumsystem – was Kaffee-Puristen nicht stören dürfte. Doch seien wir ehrlich: Der typische Vollautomaten-Fan will Milchschaum. Davon bin ich überzeugt.

Noch nicht von mir getestet, aber im Bekanntenkreis verbreitet ist der Philips 3000 Serie HD8827/01 Kaffeevollautomat (Zurzeit ist nur das Modell mit automatischem Milchschaumsystem (HD8829/90) erhältlich), der zum Beispiel bei Tchibo gepusht wird. Er hat nach Erfahrungsberichten seine Eigenheiten, beschränkt sich auf das Nötigste und ist durchaus etwas schwach auf der Brust, außerdem ist er in Sachen Lautstärke eher ein Antiheld.

Und ja, die Lautstärke wird für euch irgendwann ganz sicher zum Thema! Warum, finden wir später noch heraus.

Um einiges Besser, macht sich der Philips EP2220/10 im Test. Schaut am besten selbst vorbei, wie er dem ECAM 22.110. fast den Rang abläuft.

Grundsätzlich gilt aber: In Sachen Funktionalität stehen die günstigen Modelle der teureren Konkurrenz eigentlich kaum nach. Wenn wir mit Funktionalität „Kaffee auf Knopfdruck“ meinen. Denn dieses Kernprinzip hat tatsächlich kaum etwas mit dem Preis zu tun.

Doch bei der Optik, der Qualität der einzelnen Materialien, der Funktionsbreite und dem Grad an Spielereien müssen sich die günstigen Kleinen immer geschlagen geben. Daran lässt sich kaum etwas ändern. Mehr sage ich im Ratgeber Bester Kaffeevollautomat unter 300 Euro.

Genauer gehe ich darauf ebenso noch einmal in einem Video ein:

Kaffeevollautomaten bis 400 Euro

Sobald ihr auch nur rund 100 Euro mehr in die Hand nehmt, werdet ihr in vielen Fällen schon einmal mit optischen Verbesserungen belohnt. Zwar ist immer noch viel Plastik verbaut, doch geben sich die Hersteller hier durchaus Mühe, diese Tatsache zu verschleiern.

Der Preissprung sorgt allerdings nicht zwingend für große Meilensteine in der Technik. Meist kommt ein Element dazu, das für viele Vollautomatenkäufer wichtig ist – aus welchen Gründen auch immer.

So zeige ich euch im DeLonghi ECAM 23.420 Test die Freuden eines Displays. Oder mache euch im Philips HD8829 Test mit dem Cappuccinatore-Milchsystem vertraut.

Der DeLonghi ESAM 2900 Test ist mal wieder ein Beweis dafür, dass die Italiener auch in dieser Preisklasse fast unschlagbar in Sachen Preis-Leistung sind. Doch tatsächlich haben wir es hier schon mit einem breiteren Angeboten an Herstellern und Marken zu tun.

DeLonghi ESAM 2900 Kaffeevollautomat Espressobezug

So mischt ab hier zum Beispiel Siemens mit. Der Siemens EQ 3 Test macht schon in dieser Preisklasse deutlich, dass die EQ-Reihe selbst dann überzeugt, wenn das Gerät extrem reduziert und nur mit den notwendigsten Funktionen ausgestattet ist.

Eine Übersicht erhaltet ihr auch im Ratgeber Bester Kaffeevollautomat unter 500 Euro.

Dennoch bin ich mir grundsätzlich nicht ganz sicher, ob der Sprung von Kaffeevollautomaten für 300 Euro zu Vollautomaten für 400 Euro ausreicht. Ich bin fast der Überzeugung, dass die Unterschiede den Preissprung nicht immer rechtfertigen. Oder anders gesagt: Entweder, ihr bleibt bei Maschinen für 300 Euro, oder ihr geht gleich noch eine (Doppel-)Stufe höher.

Kaffeevollautomaten bis 600 Euro

Ab jetzt wird es wirklich interessant und vielfältig. Sowohl in Sachen Funktionalität als auch in Sachen Verarbeitung, Materialien und Leistung. Kunststoff ist zwar immer noch weit verbreitet, aber ab hier spielt Edelstahl eine immer größere Rolle.

Das sieht nicht nur schick aus, sondern macht die Maschinen auch insgesamt robuster. Zusätzlich kommen nun mehrere Gimmicks ins Spiel, die für Einstell- und Spielfreunde interessant sind. Und natürlich für alle Milchschaum-Fans.

Denn bei Kaffeevollautomaten bis 600 Euro sind integrierte, automatische Milchsysteme meist eine Selbstverständlichkeit. Meist! Denn der Testsieger in dieser Kategorie bringt für einen Preis von ganz knapp unter 600 Euro „nur“ eine Cappuccinatore (aber inkl. Milchbehälter) mit:

Dennoch hat mich der Melitta Caffeo CI Test wirklich rundum überzeugt und die Maschine setzt absolute Standards in der Mittelklasse. Sie ist ziemlich kompakt, sehr leise, recht schnell und besitzt auch noch zwei Bohnenkammern, in denen ihr unterschiedliche Bohnen (zum Beispiel mit und ohne Koffein) getrennt mahlen könnt.

Melitta Caffeo CI Kaffeevollautomat doppeltes Bohnenfach

Aber auch andere Kaffeevollautomaten können hier was. Zum Beispiel bringen sie Wasserfilter, spezielle Energiesparprogramme oder sogar Touchscreens mit. Am Ende des Tages geht es zwar um den Kaffee, aber je leichter es euch das Gerät macht, desto besser.

Wesentliche Neuerungen in diesem Preissegment gab es indes in den vergangenen Jahren kaum. Der DeLonghi ESAM 5500 Test ist zwar relativ gesehen schon hornalt, aber die Maschine ist immer noch eine ziemlich klasse Empfehlung.

Der Philips HD 8834 Test ist auch schon was her, aber der Vollautomat deswegen keinen Tag schlechter.

Auf der anderen Seite der Richterskala gibt es aber auch absolute Gurken. Und hier wird auch langsam deutlich, dass DeLonghi im Rennen mit den anderen Herstellern in diesem Preissegment schnell die Puste ausgehen kann. Der DeLonghi ESAM 3500 Test hat das ziemlich gut bewiesen.

Manche von euch wundern sich vielleicht, warum ich bis hierhin noch nicht einmal die Marke Saeco genannt habe. Sie gehört, neben Melitta und Co ganz klar zu den Platzhirschen in der Mittel- und Oberklasse.

Das hat einen simplen Grund: Mit der Saeco Incanto will ich euch ein Referenzmodell einmal genauer vorstellen, dass mich seit dem ersten Antesten auf Coffeeness immer wieder zu begeistern weiß.

Geheimtipp: Saeco Incanto

Saeco Incanto Kaffeevollautomat Uebersicht Arne mit Café Latte

Im Saeco Incanto Test ist mir persönlich klar geworden, worauf ich bei einem Vollautomaten Wert lege. Und das sind vor allem diese Punkte:

  • Viel, viel Edelstahl
  • Sehr kompakt
  • Sehr leise durch Scheibenmahlwerk aus Keramik
  • Hervorragender Preis für tollen Kaffee
  • Null Schnickschnack
  • Sehr brauchbarer Milchschaum

Dass es nicht ganz zum Testsieg im Vergleich mit dem Melitta Caffeo CI Test reicht, liegt vor allem daran, dass sich der Melitta-Automat im Jahrestest im Büro noch ein wenig besser gemacht hat und für den häufigen Dauereinsatz mit vielen Kaffeetrinkern noch einen Hauch besser geeignet ist.

Für zu Hause ist der Saeco Incanto aber ein echter Geheimtipp, den ich ruhigen Gewissens jedem empfehlen würde, der auf der Suche nach einer tollen Kombination aus Optik, Geschmack und „Flüstermodus“ ist.

Hier findet ihr den Saeco Incanto auf Amazon (Hinweis: Der Incanto ist nicht mehr erhältlich, dafür das baugleiche Modell von Philips, da Saeco von Philips aufgekauft wurde).

Kaffeevollautomaten bis 1000 Euro

Den nächsten Quantensprung in Sachen Funktionsbreite machen die Kaffeevollautomaten auf dem Weg zur 1.000er-Marke. Um die 900 Euro müsst ihr schon investieren, wenn ihr extrem hochwertige Verarbeitungen und ganz viele Einstellungsmöglichkeiten sucht.

Und hier begeben wir uns auch in eine der liebsten Arenen der Mitglieder in unserer Kaffeevollautomaten Facebook Gruppe:

  • Siemens oder Jura?

Diese Debatte wird teilweise mit extrem harten Bandagen geführt. Und ich will mich da auch an dieser Stelle nicht groß einmischen. Es sei nur so viel gesagt:

Die Schweizer von Jura haben mich in der Vergangenheit mit Pauken und Trompeten enttäuscht – siehe Jura Impressa c60 Test. Und eine fest verbaute Brühgruppe ist für mich einfach ein No-No. Außerdem tut Jura gern so, als hätten sie den Vollautomaten erfunden – und liefern dann nicht ab.

Das musste ich allerdings im Jura Z8 Test und E8 Test auf jeden Fall relativieren. Denn hier wurde wirklich mitgedacht und Jura liefert richtig ab. Leider ist auch bei diesen Modellen die Brühgruppe fest verbaut.

Jura Z8 Kaffeevollautomat Arne testen den Espresso

Siemens hingegen liefert mit seiner EQ-Reihe, die ab rund 800 Euro wirklich spannend wird, immer wieder tolle Ergebnisse, vernünftige Innovationen und einfach klasse Geräte ab. In dieser Kategorie ist der Siemens EQ 6 Test praktisch die Blaupause für diese Preisklasse.

Hier muss ich zudem erneut den Melitta Caffeo CI (Touch) Test ins Spiel bringen – und zwar als die hochwertigere Variante für rund 900 Euro. Zwar ist der Qualitätssprung vom günstigeren Modell hierhin eher marginal, doch ändert das nichts an meiner Meinung über das Gerät.

Außerdem habe ich zwei Modelle untersucht, die jeweils für sich genommen ebenfalls absolute Empfehlungen sind – obwohl sie ziemlich gegensätzlich sind:

Der Witz dabei: Die Bosch ist schon allein wegen des Herstellers überraschend, der wirklich selten eine Rolle spielt. Und sie ist baugleich mit der EQ 6, auch wenn sie ein ganz kleines bisschen komplizierter ist und irgendwie ein wenig nach Oldschool aussieht.

Die Miele CM5500 stand 2017 frisch auf der IFA und hat die meisten von euch sofort wegen ihres gelungenen Designs angesprochen. Der reduzierte Look macht sich in jeder Küche toll, auch wenn ihr dafür gleichzeitig einen etwas reduzierten Umfang hinnehmen müsst. Zwar ist alles Notwendige da, aber eben nicht so üppig, wie man in dieser Preiskategorie sonst erwartet – siehe Milchsystem.

Natürlich dürfen hier auch Melitta mit seiner kleinen Barista-Variante und Saeco mit der ebenso kleinen BaristO-Version nicht fehlen. Der Melitta Caffeo Barista Test verlief ebenso erfolgreich wie der Saeco PicoBaristo Test. Beide Maschinen sind besser, als der relativ günstige Preis erwarten lässt!

Kaffeevollautomaten ab 1000 Euro

Schon ziemlich früh in meiner Tester-Karriere wurde mir eines klar:

Wer mehr als 1.000 Euro für seinen Vollautomaten ausgibt, tut dies vor allem aus optischen Gründen. Und vielleicht, um anzugeben. Alles andere ist Lüge!

Denn einen echten technischen Quantensprung gibt es hinter der 1.000 Euro-Hürde nicht. Ja, alles ist besser verarbeitet und sieht einfach wesentlich besser aus. Und ja, ein bis zwölf Einstellungsmöglichkeiten mehr gibt es hier auch noch dazu.

Gut, ich muss zugeben, dass es in dieser Preisklasse tatsächlich ein Wunder wäre, hätten die Geräte im Test nicht überzeugt. Und im Verhältnis zwischen der Anzahl der Testgeräte und den Punktzahlen bin ich nirgendwo so freigiebig mit meinen Sternen wie hier.

Absolut volle Punktzahl gab es von mir allerdings nur für das „günstigste“ Gerät im Test. Knapp über 1.000 Euro haben mich im Miele CM 6350 Test nicht gejuckt, weil das Modell – obwohl es schon etwas älter ist – jeden Cent wert ist.

Hier könnt ihr euch den Miele CM 6350 auf Amazon anschauen.

Den Testsieger habe ich dennoch im Siemens EQ 9 Connect Test gefunden. Die fast 2.000 Euro tun zwar schon sehr viel mehr weh, aber wer aus dieser Maschine nicht seinen individuell besten Kaffee herausbekommt, ist wirklich selber schuld.

Das gilt im Grunde auch für zwei weitere Oberklasse-Geräte:

Beide Kaffeevollautomaten sind Coffeeness Evergreens. Sie machen tollen Kaffee, tollen Milchschaum, tolle Optik.

Den Saeco Xelsis Test konnten viele von euch gar nicht erwarten, nachdem sie das Gerät auf der IFA 2017 gesehen hatten. Hier gab es eine Rolle rückwärts in Sachen Digitalisierung – keine App, dafür eine sehr intuitive und feinteilige Bedienung über Touchscreen bei den beiden teureren Modellen. Hier gibt's den Xelsis auf Amazon.

Das Modell hat mich durchaus extrem überzeugt, zumal es inzwischen hier auch deutliche Preisnachlässe gibt. Das war auch mein größter Kritikpunkt, denn der Preis war bei Markteinführung schlichtweg übertrieben.

Dennoch muss ich euch den Zahn ziehen: In dieser Kategorie könnt ihr hohe Rabatte im Allgemeinen vergessen. Die Hersteller wissen nämlich, wer aus welchen Gründen diese Maschinen kauft. Hier sollen nicht Kreti und Pleti zuschlagen, sondern Leute, für die ein Vollautomat Statussymbol ist.

Und da beißt sich die Katze mal wieder selbst in den Schwanz: Vieles an den Kaffeevollautomaten über 1.000 Euro ist Budenzauber, der mit echter Kaffee-Liebe eher weniger zu tun hat. Denn ein Vollautomat bleibt immer ein Kompromiss.

Schließlich bekommt ihr für den Tausi-Schein in etwa 40 Kilogramm besten Kaffee oder eine sehr gelungene Kombination aus Espressomaschine und Kaffeemühle. Und zwar ohne Kompromisse einzugehen. Nur mal so.

Sage Oracle Touch Espressomaschine Espressobezug

Am Schluss dieser kleinen Preis-Einordnung nochmal ein Hinweis: Die momentanen Einordnungen entsprechen dem aktuellen Preisstand bei Amazon. Der kann sich durchaus ändern.

Und so manches Gerät, dass ich Anno Knipps mal getestet habe, ist heute nicht mehr erhältlich oder nur noch aus zweiter Hand zu bekommen. Auch das kann allen Vollautomaten, die ich euch hier vorstelle, passieren. Nagelt mich also nicht drauf fest, wenn es Modell A oder B plötzlich nicht mehr gibt!

Allerdings überprüfe ich in schöner Regelmäßigkeit die aktuellen Verfügbarkeiten und muss feststellen, dass bewährte Geräte erstaunlich krisenfest sind. Selbst an sich olle Kamellen sind immer noch zu haben, eben weil sich Qualität in dieser Gerätekategorie nicht jeden Tag neu erfinden lässt.

Testsieger Kaffeevollautomaten nach Kategorie

Apropos Qualität: Nachdem wir nun auf die Preiskategorien eingegangen sind, will ich euch noch ein paar Kaffeevollautomaten Testsieger in unterschiedlichen Funktionskategorien vorstellen.

Hier kann jeder von euch entscheiden, was ihm am wichtigsten ist. Außerdem lernen wir viel über die verschiedenen Faktoren, die beim Vollautomaten Kauf eine Rolle spielen sollten.

Eines könnt ihr aber wiederum vergessen: das ultimative Gerät, das alles optimal macht.

Auch wenn ihr alle klare Antworten liebt: Es kommt auf den Preis, die Design-Vorlieben, das liebste Milchschaumsystem und, und, und an.

Auch diese Liste wird ständig von mir aktualisiert und kann sich selbstverständlich ändern. Daher lohnt es sich immer mal wieder vorbeizuschauen und diese Seite zu den Favoriten hinzuzufügen.

Noch ein Tipp: Schaut auch mal in den Ratgeber Kaffeevollautomaten für zu Hause rein!

1

DeLonghi Magnifica S ECAM 22.110.B

Product

288,88 Euro

Ausnehmend günstig

Sehr kompakt

Durchdachte Details

Leicht zu reinigen

Gute Tassenergebnisse

Nicht der beste Vollautomat, aber der beste in seiner Klasse.

Jetzt bei Amazon kaufen
2

Melitta Caffeo CI

Product

699,00 Euro

Zwei Bohnenkammern

Relativ schnell

Leicht zu reinigen

Inklusive Milchbehälter

Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und durchdachte Funktionalität. Wir haben den Melitta über 1 Jahr im Büro getestet.

Jetzt bei Amazon kaufen
3

Siemens EQ.9 plus connect

Product

1.289,00 Euro

Leisestes Mahlwerk im Test

Individuelle Einstellmöglichkeiten

Sehr leichte Bedienung

Leichte Reinigung

Sehr guter Espresso

Der EQ.9 s500 connect ist seinen Preis wert.

Jetzt bei Amazon kaufen

Bester kleiner Kaffeevollautomat

Kleine Küchen und Kaffeevollautomaten müssen sich nicht ausschließen. Ein Coffeeness-Teammitglied hat so ein Ding sogar auf einer zwei Quadratmeter großen Arbeitsfläche in einer nur wenige Quadratmeter größeren Küche unter gekriegt. Dafür hat sie aber keinen richtigen Herd. Wir Kaffee-Leute setzen schon komische Prioritäten.

Grundsätzlich sind die kleinsten Vollautomaten immer in den unteren Preiskategorien zu finden. Eine wesentliche Rolle spielt dabei auch das Milchschaumsystem, das sowohl als integrierte Version als auch als Cappuccinatore immer noch mehr Platz wegnimmt. Hier findet ihr den Saeco Incanto bzw. den Nachfolger Philips 5000 auf Amazon.

Das umgeht ihr am einfachsten mit einer Milchschaumdüse, auf die viele von euch verständlicherweise keinen Bock haben. Denn das macht Arbeit und mitunter Sauerei.

Darum sollte der Milchbehälter immer nach vorne entnommen werden können und an der Front integriert sein.

Überhaupt sind Geräte, die sich komplett von vorne und oben bedienen lassen, die beste Wahl für kleine Küchen.

Ein echter Gewinner ist hier in jedem Fall der Saeco Incanto Vollautomat. So viel hochwertige Funktionalität auf so wenig Grundfläche hat praktisch kein anderes Modell im Angebot. Ein bisschen günstiger wird es mit dem Philips HD 8834, der aber auch nicht ganz so tolle Ergebnisse liefert.

Melitta Purista Kaffeevollautomat in der Uebersicht mit Arne

Der Melitta Caffeo Solo/Purista ist sogar noch etwas kleiner, nur müsst ihr hier eben komplett auf Milchschaum verzichten. Unser Kompaktklassen-Testsieger aus dem DeLonghi ECAM 22.110 Test darf natürlich ebenfalls nicht fehlen.

Ein bisschen widersprüchlich – zumindest für kleine Küchen – ist das Ergebnis im Saeco Granbaristo Avanti Test. Denn wer stellt sich bitte eine fast 1.400 Euro teure Maschine in eine ultrakleine Küche? Das ändert aber nichts daran, wie kompakt (und gut) das Gerät doch ist.

In diesem Zusammenhang ist sicher auch mein Ratgeber Kaffeevollautomaten für Singles spannend. Schließlich sind Einzelhaushalte von Natur aus eher mit kleineren Küchen gesegnet. Oder irre ich?

Bester leiser Kaffeevollautomat

Es gibt doch nichts Schöneres, als morgens vor dem allerersten Kaffee vom penetranten Gerödel des Kaffeevollautomaten in den Tag katapultiert zu werden. Nicht.

Die Lautstärke ist vielleicht nicht das entscheidende Kriterium, aber wird euch mit zunehmender Nutzung irgendwann auf die Nerven gehen.

Einen großen Anteil an der Lautstärke hat das Mahlwerk. Scheibenmahlwerke aus Keramik arbeiten leiser als Edelstahlversionen. Das ist logisch, schließlich macht Metall auf Metall ordentlich Krach. Dazu kommt jedoch, wie das Mahlwerk an sich verarbeitet ist, wie laut die Pumpe rumpelt und wie die Mechaniken insgesamt ineinander greifen.

Siemens EQ6 Kaffeevollautomat Espressobezug

Hier gab es für mich bisher zwei Testsieger: Der Siemens EQ 6 plus s700 ist wirklich überraschend leise und wird nur noch vom Siemens EQ 9 übertroffen.

Als Gegenbeispiele habe ich auch mehrere Maschinen getestet, die durchaus startenden Düsenjets gleichen. Negativ aufgefallen sind mir dabei die Jura Impressa c60 und die DeLonghi ESAM 3000.B.

Hier könnt ihr den Frieden in der WG oder in der Langschläfer-Familie auf jeden Fall vergessen. Ganz abgesehen davon, dass die Maschinen auch sonst nicht sonderlich überzeugen.

Alle anderen Modelle liegen in Sachen Dezibel-Zahl im Mittelfeld – was bedeutet, dass sie sich zwar durchaus bemerkbar machen, aber nicht gleich das ganze Haus wecken.

Bester Kaffeevollautomat Reinigung

Dieses leidige Thema muss ich immer wieder anführen, denn eine umsichtige Reinigung ist bei einem Vollautomaten Pflicht. Und das nicht nur einmal im Jahr.

Kaffeemehl ranzt schneller, als ihr Piep sagen könnt. Milch entwickelt bereits nach einem Tag fragwürdige Bakterienkulturen.

DeLonghi ECAM 22.110 Kaffeevollautomat Milchschaumduese reinigen

Darum sind Milchsysteme, die aus wenigen Komponenten bestehen, aus hygienischer Sicht meist die bessere Wahl. Die Dampfdüse hat dabei sogar die Nase vorn, weil ihr sie nach jeder Benutzung einfach „flashen“ könnt und damit Milchreste rausdrückt.

Bei allen komplizierteren Apparaten sollten sich alle Teile möglichst detailliert und einfach auseinanderbauen lassen und dann in die Spülmaschine wandern können. Das ist nicht immer der Fall.

Zweiter Punkt sind Bestandteile wie der Tresterbehälter, der Wassertank und vor allem die Brühgruppe, in der das meiste Kaffeemehl – und zwar nass – kleben bleibt. Hier kommt wieder der Battle zwischen Jura und Siemens ins Spiel.

Krups Evidence Kaffeevollautomat Tresterbehaelter

Verteidiger der Schweizer sagen, dass die Maschinen eine hervorragende Selbstreinigung mit entsprechenden Programmen besitzen. Ausbauen sei also gar nicht nötig. Ich sage: Das stimmt nur bis zu einem gewissen Punkt.

Denn Kaffeemehl kommt wirklich überall hin – auch da, wo Reinigungsdüsen nicht ansetzen können. Mal eben die Brühgruppe ausbauen und unter fließendem Wasser abspülen ist also schlichtweg die bessere und komfortablere Lösung.

Grundsätzlich lassen sich aber alle Vollautomaten inzwischen gut reinigen. Ein Sternchen darf sich hier insbesondere Miele anheften. Die einzelnen Teile sind in Sachen Spülmaschinentauglichkeit perfekt gekennzeichnet und gefühlt darf die ganze Maschine rein. Wie das aussehen kann, seht ihr im Miele CM 5500 Test.

Überhaupt machen sich die Hersteller bei ihren neuesten Kreationen besondere Gedanken um die Sauberkeit. Die Saeco Xelsis-Reihe besitzt zum Beispiel die sogenannte HygieSteam-Technologie. Dabei wird zunächst die Milchschaumdüse nach jedem Bezug automatisch und sofort gereinigt.

Das ist quasi die Weiterentwicklung des „Flashens“ einer Dampfdüse und damit eine sehr gute Idee. Blöd ist hier nur, dass das Reinigen erfolgt, während das Getränk noch unter dem Auslauf steht. HygieSteam geht aber noch weiter und besitzt eine eigene Halterung und ein Programm für die Schlauchreinigung.

Ihr müsst nichts weiter tun, als den Schlauch positionieren und den entsprechenden Knopf zu drücken. Das ist ziemlich clever. Denn jeder Arbeitsschritt, den die Maschine praktisch automatisch macht, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ihr mit eurem Vollautomaten lange glücklich werdet und immer gute Getränke erhaltet.

An dieser Stelle noch ein kleiner Tipp: Bevor ihr in den Urlaub fahrt, solltet ihr IMMER alle zur Verfügung stehenden Reinigungsprogramme durchlaufen lassen. Sonst kommt ihr zurück und habt ein schönes neues Biotop in eurem Vollautomaten gezüchtet. Und das ist keine Übertreibung.

Also noch einmal kurz: Testsieger in der Kategorie Reinigung ist Miele im Allgemeinen – sei es mit dem schon erwähnten CM 5500 oder zum Beispiel dem Miele CM 7500.

Bester Kaffeevollautomat Design

Über die Optik lässt sich wunderbar streiten, doch hässliche Plastikbuden sehen in der Küche nun einmal schlechter aus als hochwertige Edelstahlgehäuse. Unsere Gier nach schönen Dingen machen sich auch die Hersteller zunutze – und lassen sich ordentliches Design durchaus etwas kosten.

Neuester Design-Streich und aktueller Gewinner in dieser Kategorie ist zweifelsohne der Miele CM 5500. Seine minimalistische Optik in angesagten Farben bei gleichzeitig hoher Leistung ist schlichtweg gekonnt.

Miele CM5500 Kaffeevollautomat Milchschaumbezug

Wenn wir nach der Schlichtheit gehen, hat sich natürlich auch der Melitta Caffeo Solo ein Sternchen verdient, auch wenn ihr hier ohne Milchsystem leben müsst. Besser ist das beim Siemens EQ 3 gelöst.

Und ja, auch Jura macht richtig schicke Maschinen und zeigt beim Jura Z8 Kaffeevollautomaten sogar mal gleichzeitig Leistung.

Jura Z8 Kaffeevollautomat Uebersicht Getraenke mit Arne und Kaffeebezug in Kanne

Angesichts dieser Styler könnte man über meine Einstellung zum Saeco Incanto vielleicht streiten. Denn der ist nicht ganz so stromlinienförmig. Da ihr hier aber sehr viel Edelstahl auf kompakter Grundfläche mit tollen Preis-Leistungsverhältnis geboten bekommt, bleibt dieses Modell weiterhin an der Spitze.

Bester Kaffeevollautomat manuelles Milchsystem

Es soll tatsächlich Menschen geben, die sich einen Kaffeevollautomaten nur wegen der Dampflanze holen. Meistens sind das Leute, die eigentlich eine Espressomaschine wollen, aber vor dem Aufwand und dem Preis zurückschrecken.

Auch wenn die Dampflanzen an den Vollautomaten bei Weitem nicht den Wumms einer Siebträgermaschine liefern, kann man mit ein wenig Übung und einem ordentlichen Milchpitcher wirklich exzellente Schaumergebnisse erzielen.

Man muss halt nur viel selber machen – kann aber gleichzeitig auch Trend-Drinks wie Chai Latte oder Matcha Latte ohne Umwege zaubern.

Darum solltet ihr manuelle Milchschaumsysteme nicht von vornherein ausschließen – zum Beispiel, wenn ihr Kinder habt (Kakao!) oder auf Dinge wie Dirty Chai und Co steht. Denn den nötigen Espresso gibt es ja am Vollautomaten bequem auf Knopfdruck.

Dennoch sind Dampfdüsen immer ein Merkmal der Einsteigerklasse bei Vollautomaten. Schließlich widerspricht das Selberschäumen dem Faultier-Postulat der Maschinen-Kategorie. Und da geht bisher nichts über den DeLonghi ECAM 22.110.B Test.

Der kann nicht nur ausreichend Dampf machen, er liefert euch zum Mini-Preis auch noch einen sehr ordentlichen KVA-Espresso. Hier gibt es gibt es das Gerät auf Amazon.

Übrigens: Beim Siemens EQ 3 wurde das Dampflanzen-Prinzip ein wenig automatisiert. Ihr müsst sie nur in den Behälter absenken, den Rest macht die Maschine. Sehr nette Idee!

Bester Kaffeevollautomat automatisches Milchschaumsystem

Ab der Mittelklasse haben fast alle Kaffeevollautomaten ein automatisches Milchschaumsystem. Ob es direkt mit Behälter und Co in die Maschine integriert ist oder als Schlauch (Cappuccinatore) für einen extra Behälter oder die Milchtüte konzipiert ist, unterscheidet sich dabei von Gerät zu Gerät.

Beide Versionen haben ihre Vorteile: Voll integrierte Systeme machen euch vieles einfacher und manches besser als die Schlauchversion. Die lässt sich aber wesentlich einfacher reinigen und macht im Allgemeinen weniger Mühe. Gleichzeitig nimmt ein voll integriertes System weniger Platz weg.

Darum ist es auch so schwer, in dieser Kategorie einen eindeutigen Sieger zu bestimmen. Der Melitta Caffeo CI Test führt hier immer noch das Feld an, obwohl der Behälter neben der Maschine steht. Der Milchschaum ist einfach klasse – und zwar für einen vernünftigen Preis.

Melitta Caffeo CI Kaffeevollautomat Milchschaum Latte Macchiato

In einer ähnlichen Liga spielt auch der Schaum, den ich im Jura E8 Test erhalten habe – ebenfalls mit externem Milchschaum-Schlauch. Dabei muss er sich aber ganz sicher mit dem Ergebnis im Melitta Caffeo Barista Test messen, welches wirklich bemerkenswert ist.

Melitta Caffeo Barista TS Smart Kaffeevollautomat Milchschaumbezug

Bei den voll integrierten Versionen ist zum Beispiel der Saeco PicoBaristo Test ein guter Wegweiser, auch wenn das Schäumsystem aus unerfindlichen Gründen unnötig laut ist.

Bester Kaffeevollautomat Funktionsbreite

Mit dieser Kategorie meine ich all die Spielereien und Einstellungsmöglichkeiten, die euch ein Vollautomat liefert. Dazu gehören auch Gimmicks wie zwei Bohnenbehälter oder zum Beispiel die Anzahl der programmierbaren Getränke oder Geschmacksprofile.

Hier liegen der Saeco Xelsis Test und der Melitta Caffeo Barista Test ziemlich weit vorne. Dank toller App plus vielen Einstellungsmöglichkeiten gewinnt auch der Siemens EQ 9 Connect Test.

Siemens EQ9 Connect Kaffeevollautomat Display mit Getraenkeauswahl

Eine lobende Erwähnung erhält auch der Philips HD 8834 Test, der für seine Preisklasse und die kompakten Maße ziemlich abliefert. Dennoch müsst ihr für jede Spielerei, die ihr zusätzlich wollt, tiefer in die Tasche greifen.

Und ich finde, dass der Saeco Xelsis das momentan am modernsten und sinnvollsten löst – ohne App, dafür mit einem Haufen leicht einstellbarer Touchscreen-Menüs.

Bester Kaffeevollautomat fürs Büro

Update: Ich habe umglaublich viele Fragen zum Thema Vollautomat fürs Büro bekommen. Deshalb habe ich die Antworten auf diese Fragen in acht extra dem Thema gewidmeten Artikel geschrieben. Die Rubrik heißt Vollautomaten für Büro und Gastronomie.

Ich glaube, wenn es einen natürlichen Lebensraum und eine absolute Daseinsberechtigung für Kaffeevollautomaten gibt, dann ist das im Büro. Hier kann ein gutes Modell voll ausspielen, dass es mehrere Profile speichern kann, vieles (alles) automatisch macht und auch noch schnell von Cappuccino auf Latte Macchiato und umgekehrt wechseln kann.

Das Problem im Büro: kaum jemand fühlt sich verantwortlich dafür, das Gerät auch sauber zu machen. Und der Kaffeevollautomat muss auch noch relativ schnell sein, denn schließlich wollen alle in der Mittagspause an ihren Cappuccino.

Ihr ahnt es schont, Kaffeevollautomaten der günstigsten Preisklassen sind für Büros eigentlich nichts – zumindest, wenn mehr als drei Mitarbeiter am Start sind. Mit um die 600 Euro solltet ihr mindestens rechnen, um die Büro-Anforderungen zu erfüllen.

Bei uns hatte der Melitta Caffeo CI ein ganzes Jahr im Büro seinen Dienst versehen, allerdings haben wir auch nicht so viele Mitarbeiter. Auch die Siemens EQ 9 ist eine Büro-Empfehlung, weil sie in Sachen Funktionalität wirklich für viele Anwender gemacht ist und auch noch überaus fix und sauber agiert. Hier findet ihr den EQ 9 auf Amazon.

Sobald die Mitarbeiterzahl jedoch in höhere zweistellige Bereiche vordringt, würde ich euch zu einem Gastrogerät raten – vielleicht von WMF oder Nivona. Das ergibt bei sehr vielen Bezügen einfach wesentlich mehr Sinn.

Wo wir gerade (irgendwie) beim Thema sind: Natürlich könnt ihr die Kaffeevollautomaten abschreiben und von der Steuer absetzen – wie auch die Kaffeebohnen und alles Zubehör drumherum.

Die Anschaffungskosten sind abzugsfähige Betriebsausgaben. Wenn die Anschaffung des Kaffeevollautomaten unter 410 Euro netto liegt, kann er im Jahr der Anschaffung komplett abgeschrieben werden. Ist der Anschaffungspreis höher, beträgt die Abschreibungsdauer 5 Jahre.

Noch mehr zum Thema findet ihr im Ratgeber Kaffeevollautomat Büro.

Bester Kaffeevollautomat Preis-Leistung

Es klang schon mehrfach an, aber dennoch muss ich die drei Testsieger in der Einstiegs-, Mittel- und Oberklasse noch einmal extra erwähnen. Und bisher sind sie alternativlos:

Kleiner Hinweis: Oft fehlen Konkurrenten nur Kleinigkeiten, die den Testsieg bedeuten würden. Und vielleicht schwingt in meiner Auswahl auch viel Persönliches mit. Doch so ist das nun einmal mit einem Kaffeevollautomaten: Objektive Maßstäbe reichen nur bis zu einem gewissen Punkt. Der Rest ist Gefallen.

Hier findet ihr die drei Testsieger auf Amazon:

Bester Kaffeevollautomat von Melitta

Melitta will ich noch einmal gesondert bewerten, weil dieser urdeutsche Hersteller in Sachen Gerätevielfalt und spannenden Funktionen ein bisschen unter dem Radar fliegt, aber konstant tolle Ergebnisse liefert.

Denn hier haben sich die Produktentwickler jeweils sehr viele Gedanken um die Zielgruppe gemacht und versuchen, besondere Nischen-Wünsche zu erfüllen. Das mag in Verkaufszahlen zwar nicht immer funktionieren, doch verdienen die Modelle eine spezielle Betrachtung.

Diese Varianten habe ich bisher für euch unter die Lupe genommen:

Zweifelsohne der Beste dieser Vier ist der Caffeo CI, den ich zum Preis-Leistungs-Sieger der Mittelklasse gekrönt habe und ihm diese Ehre bisher auch noch nicht wieder abnehmen musste. Er setzt einfach Maßstäbe.

Der Caffeo Solo ist eine Besonderheit, weil er untypisch für Vollautomaten ohne Milchschaumsystem auskommt. Das mag viele typische KVA-Kunden abschrecken, doch ist die Idee überhaupt nicht dumm.

Denn wenn ihr euren Kaffee am liebsten Schwarz trinkt und bei Kaffeebohnen und deren Geschmack sehr penibel seid, dann macht dieses Modell alles richtig und kümmert sich wirklich exzellent darum, dass der Brühvorgang auch das Beste aus dem Rohmaterial herausholt.

Solltet ihr wirklich einmal Milchschaum vermissen, haben wir bei Coffeeness für euch viele Milchaufschäumer getestet, von denen die guten Versionen relativ wenig kosten, klein sind und den Caffeo Solo damit hervorragend ergänzen.

Die Caffeo Varianza geht in Sachen Mahlung einen eigenen Weg. Sie verbraucht in der „My Bean Select“-Version die Bohnen für jeden Kaffeebezug vollständig und mahlt dementsprechend in Einzelportionen.

Das ist deswegen spannend, weil ihr direkt hintereinander zwei verschiedene Bohnen benutzen könnt – um sie zu testen oder weil ihr mehr oder weniger Robusta in eurer Mischung ausprobieren wollt, oder oder oder. Ein klasse Einfall für die Tüftler und Experimentierfreudigen unter euch – und die Sparfüchse, die Kaffee-Verschwendung überhaupt nicht mögen.

Das Spitzenmodell Caffeo Barista hat diese Möglichkeit der Bohnenwahl auch, bringt aber noch mehr Funktionalitäten und eine hohe Digitalisierung mit vielen Einstellungsmöglichkeiten mit. Gesondert muss ich noch einmal den Milchschaum erwähnen, der mich wirklich umgehauen hat.

Ich bin mir nicht ganz sicher, warum Melitta im Allgemeinen manchmal stiefmütterlich von den Kunden behandelt wird. Vielleicht, weil die Marke doch immer noch für Kaffee aus der Filtermaschine steht. Sie schleicht sich aber in Sachen Funktionalität ziemlich gekonnt an einigen beliebteren Konkurrenten vorbei.

Melitta Caffeo Barista TS Smart Kaffeevollautomat Uebersicht aller Kaffeegetraenke mit unserem Kaffee

5 Kleiner Selbstcheck (und die Masterfrage): Brauche ich überhaupt einen Kaffeevollautomaten?

So mancher wird an dieser Stelle vermutlich mit den Augen rollen: NATÜRLICH brauche ich einen Kaffeevollautomaten, sonst wäre ich nicht hier!

Aber im Laufe meiner Arbeit habe ich immer wieder von vielen Käufern, Freunden und Bekannten gehört, dass sie am Anfang Feuer und Flamme waren, doch ihr Gerät schon nach kurzer Zeit ignoriert haben.

Gründe dafür gibt es viele: Entweder hängt der Haussegen schief, weil niemand das Ding sauber macht und es irgendwann nur noch Brühe produziert. Oder ihr dachtet zunächst, ihr würdet jeden Tag einen anderen Kaffee ausprobieren und bleibt am Ende doch beim Americano hängen.

Oder euer Modell hat ein paar Macken – Lautstärke, unvorhergesehene Fehlermeldungen, zu kleiner Auffangbehälter etc. – die euch am Ende so auf die Nerven gehen, dass ihr doch wieder zu French Press und Co übergeht.

Arne brueht Kaffee mit der French Press

Mit Einstiegspreisen von um die 300 Euro sind Kaffeevollautomaten durchaus eine Investition. Und ich finde, ihr solltet wirklich überlegen, ob sich das Geld lohnt.

Denn selbst, wenn ihr Supermarkt-Bohnen kauft (was ihr bitte nicht tut), sind diese meist teurer als die fertig gemahlenen Pulver-Briketts – und der Vollautomat futtert davon ganz schön was weg.

Ein Kaffeevollautomat verursacht also erhebliche Folgekosten – vor allem, wenn ihr es auch bei den Bohnen ernst meint. Darum empfehle ich nur denen einen Vollautomaten, die folgende Fragen (uneingeschränkt) mit Ja beantworten:

  • Gibt es bei mir viele Kaffeetrinker, die unterschiedliche Kaffeevarianten bevorzugen?
  • Bin ich bereit, mich mit den Einstellungsmöglichkeiten vertraut zu machen?
  • Bin ich bereit, in Sachen Hygiene und Reinigung diszipliniert zu sein?
  • Bin ich bereit, etwas über Kaffeebohnen und Röstungen zu lernen?
  • Bin ich bereit, mehr Geld für wirklich gute Kaffeebohnen auszugeben?
  • Will ich wirklich einen Kaffeevollautomaten (oder habe ich nur das Gefühl, dass eine Siebträgermaschine nebst Kaffeemühle einfach zu teuer ist)?

Gerade der letzte Punkt ist gar nicht so uninteressant. Denn viele versprechen sich von einem Kaffeevollautomaten einen Kaffeegenuss wie in der Kaffeebar um die Ecke. Das stimmt aber in dem Sinne gar nicht – und hat schon viele Käufer enttäuscht.

Denn ein Vollautomat ist keine Espressomaschine – egal, was euch die Hersteller weiß machen wollen. Das liegt in der Natur der Funktionsweise, die wir uns jetzt einmal sehr genau anschauen.

Ich habe für euch einmal 10 Tipps zum Kaffeevollautomat kaufen zusammengestellt, die euch bei der Masterfrage ebenfalls weiterhelfen dürften. Hier sind aber auch die Aspekte, um die wir uns nun kümmern, aufgeführt.

Arne mit fuenf Kaffeevollautomat beim Testen

Was ist ein Kaffeevollautomat?

Kaffeevollautomaten verdienen ihren Namen nur deswegen, weil sie vieles von dem, was bei einem Siebträger Handarbeit ist, automatisch erledigen. Gute Kaffeevollautomaten setzen folgende Punkte ohne euer Zutun um:

  • Kaffee mahlen (dafür braucht ihr beim Siebträger eine extra Kaffeemühle)
  • Zum Kaffeepuck verdichten (dafür braucht ihr beim Siebträger einen Tamper)
  • Den Kaffeepuck richtig positionieren (dafür braucht ihr beim Siebträger etwas Erfahrung)
  • Milch aufschäumen (dafür braucht ihr beim Siebträger VIEL Erfahrung)
  • Espresso-Getränke anständig zusammenbauen (dafür benötigt ihr sonst Barista-Fertigkeiten)
  • Kaffeepuck „entsorgen“ (das müsst ihr beim Siebträger auch selbst erledigen)
  • Maschine reinigen (das kann beim Siebträger ewig dauern)

Der Witz an dieser Automatisierung ist aber, dass ihr nur bis zu einem gewissen Punkt in die Abläufe eingreifen könnt. Und Automatisierung bedeutet auch immer Kompromiss. Gerade auf diesen Kompromiss-Aspekt gehen wir nachher noch ein.

Welche Vorteile hat ein Vollautomat?

Jeder von euch, der seinen Kaffeevollautomaten liebt, wird die Vorteile sicher sofort nennen können:

  • Er spart Zeit – und die Nerven, die sonst bei der Kaffeezubereitung manchmal draufgehen.
  • Die Bedienung ist babyeierleicht – Knöpfe drücken kann jeder.
  • Fast jeder findet hier sein Lieblingsgetränk.
  • Er nimmt meist weniger Platz weg als die Siebträger-Mühlen-Kombi.
  • Er mahlt Kaffee immer frisch (eines der Coffeeness-Gebote schlechthin).
  • Er produziert eine gute Imitation von Espresso (wofür es Druck braucht).
  • Der Preis pro Tasse ist zwar höher als bei Filterkaffee oder dem Handaufguss, dafür aber wesentlich günstiger als bei Pad- und Kapselmaschinen.*
  • Er reinigt sich im Wesentlichen automatisch.

* Ich will an dieser Stelle gar nicht lange gegen Pad- und Kapselmaschinen wettern, denn dann bekomme ich immer hohen Blutdruck. Ihr wisst ja: Wer Kapselkaffee trinkt … Tatsache ist nur, dass viele Vollautomaten-Käufer vorher eine solche Maschine besessen haben und sich irgendwann mehr Funktionalität und weniger Müll und Preis wünschen. Gratulation, ihr habt den Absprung geschafft!

Was sind die Nachteile beim Kaffeevollautomaten?

Auch wenn wir bei Coffeeness Kaffeevollautomaten aktiv nutzen – und nicht nur testen – sind wir uns doch bewusst, dass die Geräte dem Kaffee und seinen Feinheiten nicht ganz gerecht werden. Außerdem verursachen sie vor allem auf den zweiten Blick ziemlich viel Arbeit:

  • Sie müssen regelmäßig gereinigt werden (REGEL-mäßig!)
  • Die Einstellungsmöglichkeiten sehen zwar viel aus, doch sind sie begrenzter, als man denken mag. Darunter leidet die Kaffeequalität.
  • Viele Modelle sind beim Mahlen sehr laut.
  • Klassischer Bohnenkaffee gelingt im Handfilter oder der French Press tausendmal besser.
  • Ein echter Espresso ist nur aus dem Siebträgergerät zu haben. Punkt.
  • Viele Modelle bekommen nur ein Getränk auf einmal hin, nur teurere Modelle schaffen zwei.
  • Ist das Ding an irgendeiner Stelle kaputt, wird’s teuer.
  • Ist das Ding dreckiger, als es sein sollte, wird’s gesundheitsschädlich.

Ein guter Kaffeevollautomat schafft es indes, diese Nachteile möglichst auszugleichen – und genau nach diesen Modellen halten wir für euch Ausschau.

Unterschiede zur Espressomaschine

Siemens EQ9 Vollautomat und Sage Barista Express Espressomaschine im Vergleich

Ich will an dieser Stelle nicht lang und breit erklären, was eine Espressomaschine ist. Dazu erfahrt ihr mehr im Ratgeber Espressomaschinen Test.

Für uns ist im Vergleich Espressomaschine – Vollautomat nur ein Punkt besonders interessant: Die Natur des Brühvorgangs mit all seinen Faktoren.

Bei einer Siebträgermaschine wird Wasser mit ca. 90 Grad Celsius durch einen hervorragend verdichteten Kaffeepuck per Wasserdruck von 9 bar gepresst. Das Kaffeemehl muss besonders fein gemahlen sein, um den notwendigen Widerstand zu erzeugen.

Kaffee für Vollautomaten by Coffeeness

Kaffee entwickelt für den Vollautomaten

Der Coffeeness Kaffee ist endlich erhältlich.

Für Latte Macchiato

Espresso, schwarzer Kaffee

Schokoladig

Frisch geröstet

Zum Coffeeness Shop

Dieser Widerstand baut sich direkt im Siebträger auf, der naturgemäß direkt über der Tasse befestigt wird.  Durch dieses spezielle Brühverfahren entsteht ein typischer Espresso, dessen augenfälligstes Merkmal die Crema ist. Sie ist im Grunde nichts weiter als eine optische Bestätigung dafür, ob ihr den Espresso richtig zubereitet habt.

Die Kaffeevollautomaten imitieren diesen Vorgang – allerdings nicht bis ins Detail. Sie mahlen die Kaffeebohnen immer etwas gröber und der verdichtete Kaffeepuck wird im Inneren der Maschine mit Wasser beschossen – zwar auch mit Druck, aber nicht genug. Und im Grunde an der falschen Stelle.

Denn der fertige Kaffee muss von der Brühgruppe noch durch die Schläuche bis zum Auslass, unter dem eure Kaffeetasse steht. Schon diese kleinen Details sorgen dafür, dass das, was aus dem Kaffeevollautomaten kommt, am Ende kein Espresso ist.

Weil das aber den Kunden schwer zu erklären ist, haben sich die Hersteller einen Trick ausgedacht: Ganz kurz, bevor der Kaffee aus dem Auslass kommt, wird er noch einmal mit einem Quirl oder ähnlichen Tricks „aufgeschlagen“. Das erzeugt auch eine Art von Crema – die aber wiederum keine ist.

DeLonghi ECAM 23.466 Kaffeevollautomat fertiger Espresso

Denn die echte Espresso-Crema ist eine eigene Extraktionsschicht, die beim Brühen von unten nach oben „wächst“. Die falsche Crema ist nur aufgewirbelter Kaffee.

Das mag für viele von euch nach Erbsenzählerei klingen. Aber dieser Unterschied ist wirklich extrem wichtig: Der „Espresso“ aus dem Vollautomaten ist eine ganz eigene Getränke-Kategorie, die mit dem echten Espresso eher um eine Ecke verwandt ist. Sie sind sozusagen Cousins.

Den Unterschied bemerkt ihr zwar meist erst im Direktvergleich, aber dabei ist es wie mit den Macken eures Lieblingsmenschen: Habt ihr sie einmal bemerkt, könnt ihr sie nicht mehr ignorieren.

Außerdem, und das sage ich mit Nachdruck, ist eine Siebträgermaschine ein Ausdruck für Kaffee als Genuss und Ritual. Ihr müsst euch intensiv mit den einzelnen Schritten auseinandersetzen und nach und nach eure Barista-Fähigkeiten verfeinern. Mit jeder Verfeinerung kommt ihr dem perfekten Kaffee ein Stückchen näher.

Der Kaffeevollautomat ist ein Konsumgerät. Punkt. Hier zählt das Ergebnis, nicht der Weg dahin. Ihr könnt auch hier viele Dinge noch nachjustieren, doch müsst ihr euch immer den Funktionen und der Automatisierung unterordnen. Das ist in dem Sinne nicht schlimm, doch eben ein wichtiger Punkt.

Unterschiede zum Kaffeeautomaten

Das Wörtchen „voll“ grenzt auch noch eine andere Geräte-Kategorie eindeutig vom Vollautomaten ab: Ist von Kaffeeautomaten die Rede, sind damit Kaffeemaschinen mit Mahlwerk gemeint.

Krups Kaffeemaschine mit Mahlwerk im Test bei Arne

Diese sind eine ziemlich clevere Weiterentwicklung der guten alten Kaffeemaschine, denn hier werden die Bohnen immer frisch gemahlen. Ansonsten ändert sich aber nichts am System. Hier gibt es keinen Druck, keinen Milchschaum, nur guten alten Filterkaffee. Der aber wesentlich besser schmeckt als die Mischung aus Wasser und vorgemahlenem Supermarkt-Kaffee.

Apropos, dazu habe ich noch ein sehr eindeutiges Video erstellt: Supermarkt-Kaffee? Nein, danke!

Der Vorteil von Kaffeemaschinen mit Mahlwerk gegenüber Vollautomaten liegt auf der Hand: Hier produziert ihr in einem Rutsch eine große Menge Kaffee, die beim Kaffeeklatsch oder für Vieltrinker ein schlagendes Argument ist. Und einen Milchaufschäumer könnt ihr ja wiederum extra kaufen.

Zu den wichtigen Unterschieden zwischen den Maschinen-Kategorien und als kleine Entscheidungshilfe habe ich für euch auch ein Video erstellt:

Welche Getränke kann ein Kaffeevollautomat (wirklich) zubereiten?

Kommen wir zurück zur Espresso-Mogelei. Denn Hersteller von Kaffeevollautomaten versprechen euch viel, wenn der Tag lang ist. Was am Ende wirklich aus dem Auslass kommt, steht aber meist auf einem anderen Blatt.

Kaffee für Vollautomaten by Coffeeness

Kaffee entwickelt für den Vollautomaten

Der Coffeeness Kaffee ist endlich erhältlich.

Für Latte Macchiato

Espresso, schwarzer Kaffee

Schokoladig

Frisch geröstet

Zum Coffeeness Shop

Ich habe mir mal die Mühe gemacht, und die verschiedenen Kaffeevarianten auseinander klamüsert, die in den Zubereitungsmenüs angeboten werden. Hier seht ihr, was drinsteckt und was ihr dabei beachten müsst.

Nochmal der Hinweis: Wenn ich hier von Espresso rede, meine ich Vollautomaten-Espresso.

Espresso Getränke

Espresso-GetränkeWas ist drin?Im Vollautomat zubereiten?
RistrettoEin Espresso, der mit weniger Wasser zubereitet wird. Sehr stark.Ja
Espresso Ein einfacher Espresso (mit voreingestellten Füllmengen - in der Regel über 30 ml).Ja
Espresso MacchiatoEin Einzel-Shot eines doppelten Espresso mit Milchschaum.Ja
Doppio Ein doppelter Espresso.Ja
LungoEin Espresso, der mit mehr Wasser (am Auslauf) zubereitet wird, besonders mild.Ja
AmericanoEspresso (mindestens 2-3), der am Auslass mit Wasser verdünnt wird. Ein "normaler" Kaffee.Ja

Espresso Getränke mit Milch

Espresso-Getränke mit MilchWas ist drin?Im Vollautomat zubereiten?
CappuccinoEspresso und frische geschäumte Milch. Mischverhältnis: 1 zu 1 Espresso und Milchschaum.Ja, aber: Die meisten Geräte machen
keinen richtigen Cappuccino.
Caffè LatteEspresso mit heißer Milch und Milchschaum oben drauf.Ja
Latte MacchiatoHeiße Milch, heißer Milchschaum und ein Espresso oben drauf.Ja, aber: Viele Geräte erhalten nicht die richtigen Schichten mit den richtigen Proportionen.
Flat WhiteWie ein Cappuccino, aber mit weniger Schaum.Nur in der Theorie, denn die Geräte behandeln dieses empfindliche Getränk oft zu grob.

Getränke mit Kaffee

KaffeegetränkWas ist drin?Im Vollautomat zubereiten?
KaffeeKaffee aus einem Handfilter, einer Kaffeemaschine, oder einer French Fress.Nein, nicht das, was ich für Kaffee halte.
Red Eye Einfacher Espresso mit FilterkaffeeJa
Black EyeDoppelter Espresso mit FilterkaffeeJa
MilchkaffeeMilchkaffee (für einige ist es aber auch ein Caffè Latte - siehe oben)Ja
Caffè MistoFilterkaffee mit MilchschaumJa

Getränke ohne Kaffee

Getränke ohne KaffeeWas ist drin?Im Vollautomat zubereiten?
Heiße MilchWarme Milch mit oder ohne Schaum.Ja
Heißes WasserHeißes WasserJa
Chai Latte und CoGetränkepulver mit heißer Milch (mit oder ohne Schaum)Ja und nein. Nur sinnvoll bei Geräten mit Dampfdüse.

Für einige Getränke aus dem Kaffeevollautomaten habe ich eigene Ratgeber verfasst, die sich mit den Besonderheiten (und Macken) der Zubereitungsmethode auseinandersetzen:

Wenn euch diese Ratgeber gefallen, verfasse ich auch gern weitere Hilfestellungen zu anderen Kaffee-Versionen. Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

Welche Bestandteile eines Kaffeevollautomaten sind besonders wichtig?

Es dürfte einleuchten, dass bei einem so hoch automatisierten Gerät wie einem Kaffeevollautomaten die technischen Komponenten für den Kauf ebenso interessant sind wie Einstellungsmöglichkeiten, Preis und Kaffeegetränke.

Denn was unter der Haube verbaut wurde und zusammen spielt, kann am Ende über die Langlebigkeit, die Hochwertigkeit und nicht zuletzt das Ergebnis in der Tasse entscheiden. Darum will ich kurz mal etwas technisch werden und euch Herz und Motor der Kaffeevollautomaten näher vorstellen.

Mahlwerk (eingebaute Kaffeemühle)

Ich habe schon an anderer Stelle mehrfach betont, dass die Kaffeemühle der erste und vielleicht wichtigste Schritt auf dem Weg zu perfektem Kaffee ist. Nicht umsonst geben Liebhaber von gutem Kaffee für eine Mühle gerne ähnlich viel Geld aus wie für Siebträgermaschinen.

Im Vollautomaten müsst ihr nehmen was kommt, aber grundsätzlich ändert sich nichts an der Funktion und Wichtigkeit der Kaffeemühle:

  • Sie soll das Kaffeepulver homogen mahlen, um eine gleichmäßige Extraktion zu ermöglichen.
  • Sie hat einen großen Anteil daran, wie laut es bei der Kaffeezubereitung im Vollautomaten wird.
  • Sie geht meist zuerst kaputt – weil sie am stärksten beansprucht wird. Darum sollte sie extrem hochwertig sein.

Grundsätzlich unterscheiden sich die Mühlen in Vollautomaten in zwei Faktoren: dem Material und der Form der Mahlwerkzeuge.

Jura Z8 Kaffeevollautomat Bohnenfach mit Mahlgradregler und Kaffeepulverfach

Ihr könnt zwischen Keramik und Edelstahl wählen und erhaltet entweder Kegel- oder Scheibenmahlwerke.

Keramikmahlwerke stehen im Ruf, leiser zu sein. Das ist zwar nicht pauschal richtig, zeigt sich aber zum Beispiel bei den flüsterleisen Saeco Incanto und Siemens EQ 6 700 sehr eindrucksvoll. Richtig ist allerdings, dass sie nicht rosten.

In Sachen Haltbarkeit wird Keramik auch eine sehr hohe Lebenserwartung nachgesagt. Doch dabei bleibe ich skeptisch. Hier hat Stahl von Haus aus einfach die besseren Chancen. Doch sowieso ist es wichtig, wie das Mahlwerk verarbeitet ist, welche Materialqualität verbaut wurde usw.

Dennoch wird Stahl meist eher in den unteren Preiskategorien eingesetzt – und dementsprechend heftig wird ein günstiger Kaffeevollautomat beworben, wenn er doch einmal ein Keramikmahlwerk besitzt.

Fast noch wichtiger ist für mich der Unterschied zwischen einem Scheibenmahlwerk und einem Kegelmahlwerk – egal aus welchem Material.

Das Scheibenmahlwerk ist sehr weit verbreitet und besteht aus zwei aufeinander liegenden Scheiben, welche auf der Innenseite konkav geformt sind und sich an den Außenrändern annähern.

Je geringer der Abstand zwischen den Scheiben, desto feiner wird der Kaffee gemahlen. Je größer die Scheiben, desto geringer ist die Zeit, die das Mahlen beansprucht – und das hilft dem Kaffeearoma.

Scheiben sind heutzutage in sehr vielen Kaffeevollautomaten verbaut. Hier ein herausragendes Beispiel zu nennen, ist also fast unmöglich. Das gelingt uns erst, wenn wir uns die Verstellbarkeit der Scheiben angucken. Je kleinteiliger das funktioniert, desto besser.

Ein guter Vollautomat mit Scheibenmahlwerk ist dazu in der Lage, die Scheiben so nah aneinander zu schieben, dass das Kaffeemehl fast (fast!) echte Espressoqualität hat. Auch hier darf sich die Saeco Incanto wieder in den Vordergrund stellen. Doch auch Kollegen wie die Jura E8 setzen da durchaus Maßstäbe.

Das Kegelmahlwerk wiederum besteht aus zwei ineinander fassenden Teilen – einem Positiv und einem Negativ. Das benötigt weniger Platz. Kegelmahlwerke sind daher für ein geringes Platzangebot bzw. Kompakte Kaffeevollautomaten wie geschaffen. Darum erledigen sie zum Beispiel in der Melitta Caffeo CI und der Melitta Caffeo Barista einen sehr guten Job.

Ich würde mich also immer davor hüten, dem einen oder anderen Material und der einen oder anderen Form pauschal den Vorzug zu geben. Denn zum Beispiel das Kegelmahlwerk aus Edelstahl in der DeLonghi ECAM 22.110.B kann genauso viel wie das Scheibenmahlwerk aus Keramik im Saeco Xelsis SM 7580/00 – natürlich immer im Verhältnis zur sonstigen Maschine!

Viel wichtiger finde ich darum einige allgemeine Punkte, die für Mahlwerke im Vollautomaten entscheidend sind:

  • Stellt sie richtig ein.
  • Reinigt sie regelmäßig und gründlich.
  • Baut sie ruhig auch mal richtig aus. Das ist gar nicht so schwierig.
  • Mit regelmäßiger Pflege beugt ihr Defekten vor.
  • Achtet auf die Bohnen und lasst keine Steinchen o.ä. ins Bohnenfach und damit die Mühle purzeln.

Thermoblock oder Boiler?

Irgendwo muss das heiße Wasser für euren Kaffee herkommen. Und dafür ist in einem Vollautomaten immer häufiger ein sogenannter Thermoblock verantwortlich. Er liefert ca. 94 Grad heißes Wasser für die Brühgruppe und den Wasserdampf für den Milchschaum.

Der Thermoblock löst den klassischen Boiler immer öfter ab, weil er schlichtweg sinnvoller ist:

  • Er heizt das Wasser schnell auf und
  • Er ist für den Dauerbetrieb geeignet
  • Er ist resistenter gegen Verkalkung
  • Er kann ziemlich genau sein, wenn es um die Wassertemperatur geht.

Schon deswegen sind Thermoblocks für Vollautomaten allgemein die bessere Wahl, auch wenn dieses Bauteil wesentlich komplizierter und damit teurer bei einer eventuellen Reparatur wird. Falls ihr mehr wissen wollt, empfehle ich euch diesen Kaffeewiki-Artikel zum Thermoblock.

Brühgruppe

Spätestens an diesem Punkt begeben wir uns in eine nicht enden wollende Diskussion: Herausnehmbare Brühgruppe, ja oder nein? Und damit auch in den Wettstreit zwischen den Fans von Jura und Siemens.

Melitta Avanza Kaffeevollautomat Bruehgruppe herausgenommen

Jura ist (genauso wie Krups) ein Verfechter der fest installierten Brühgruppe. Das Argument: Die Maschinen besitzen eine so hohe Selbstreinigungswirkung und arbeiten so ordentlich, dass niemand an diesem Herzstück jedes Kaffeevollautomaten rumfummeln sollte.

Ich habe dazu eine eigene Meinung:

Eine entnehmbare Brühgruppe ist immer von Vorteil!

Selbst ein extrem präziser Vollautomat kann einfach nicht verhindern, dass sich in den Windungen und Mechaniken der Brühgruppe Kaffee absetzt. Und eine automatische Reinigung ist nie so gründlich wie eine manuelle unter fließendem Wasser.

Außerdem sind viele von uns nicht gerade ein Vorbild in Sachen Hygiene bei Kaffeevollautomaten. Da wird die Maschine ausgereizt, selbst wenn die Anzeige schon seit Wochen um Reinigung bettelt. Das ist kein Vorwurf, sondern eine Tatsache.

Allerdings hat die fest verbaute Brühgruppe auch einen Vorteil: Ihr macht beim Rausnehmen und Einsetzen nichts kaputt. Denn viele Kaffeevollautomaten haben schon das Zeitliche gesegnet, weil der Nutzer die Brüheinheit in der falschen Position entnehmen wollte.

Merkt euch immer: Die Brühgruppe nur in der Parkposition und bei ausgeschalteter Maschine entnehmen und einsetzen. Nur dann stellt ihr sicher, dass sich nichts verhakt.

Zurück zur Herzstück-Tätigkeit. Das könnt ihr ruhig wörtlich nehmen, denn ohne Brüheinheit wäre der Kaffeevollautomat nur ein ziemlich teurer Wasserkocher mit angeschlossener Kaffeemühle. Sie übernimmt folgende Aufgaben:

  • Das frisch gemahlene Kaffeepulver fällt in die Brühkammer und wird dort im Press-Verfahren zu einem Kaffeepuck komprimiert.
  • Unter Druck wird heißes Wasser durch diesen Puck gepresst, der Kaffee wird extrahiert und landet über ein Schlauch- und Pumpensystem in der Tasse.
  • Die Brühgruppe gibt den vorher fest verankerten Puck frei und lässt ihn in den Auffangbehälter fallen.

Hier ist also sehr viel Mechanik im Spiel, die natürlich umso länger hält, je hochwertiger die Materialien sind. (Langlebiger) Kunststoff ist zwar meistens die Hauptkomponente, doch je mehr Edelstahl im Einsatz ist, desto besser. Vor allem an den Scharnieren und Schienen solltet ihr danach Ausschau halten!

Siemens EQ9 Kaffeevollautomat Bruehgruppe herausgenommen

Cappuccinatore & Milchschaum-System

Alle integrierten Milchschaum-Systeme sind im Grunde nichts weiter als clever eingebaute Cappuccinatoren. Dabei handelt es sich um einen mehr oder weniger hochwertigen Schlauch, der Milch ansaugt und mit Wasserdampf aufschäumt.

Ob die Milch direkt aus der Milchtüte oder einem Behälter gesaugt wird, ist in vielen Fällen eine Kostenfrage. Allerdings stellt sich in unseren Tests immer wieder heraus, dass die simplen Cappuccinatore-Systeme in mehrfacher Hinsicht die Nase vorn haben:

  • Sie lassen sich wesentlich einfacher & hygienischer reinigen
  • Sie erlauben euch einfache Wechsel zwischen verschiedenen Milcharten
  • Sie senken häufig den Platzbedarf der Maschine und sind flexibler

Toll zu sehen ist das zum Beispiel im Jura E8 Test oder beim Miele CM 5500 Test. Allerdings gibt es wirklich nur wenige Maschinen, die das mit dem automatischen Schäumen nicht so perfekt hinbekommen.

Melitta Avanza Kaffeevollautomat Milchschaum von Cappuccinatore beziehen

Hier schauen die Hersteller sehr genau hin, eben weil sie wissen, dass ein Vollautomaten-Käufer in den meisten Fällen zuerst nach dem Milchschaum-System fragt.

Noch ein Wörtchen zum anderen Ende der Schäumer-Skala, dem manuellen Milchschaum-System in Form einer Dampflanze. Dieses Ding kommt fast ausschließlich für günstige Kaffeevollautomaten zum Einsatz. Siehe dazu zum Beispiel den DeLonghi ECAM 22.110.B Test oder Philips EP2220/10 SensorTouch Test.

Philips EP2220/10 Kaffeevollautomat Milch mit Schaumlanze aufschaeumen

Der Grund: Ein VOLLautomat soll gefälligst alles alleine machen, auch die Milch. Wer weniger investiert, muss selbst Hand anlegen. Ich hatte aber weiter oben schon einmal erwähnt, dass ich persönlich ein großer Fan der manuellen Methode bin.

Denn hier habt ihr nicht nur alles im Griff und könnt eure Latte Art-Skills erweitern, die Dampflanzen können auch mit einem Knopfdruck perfekt gereinigt werden. Das muss einem die Cappuccinatore erstmal nachmachen.

Pumpe

Mit der Pumpe und damit ultimativ dem Brühdruck bei Kaffeevollautomaten verhält es sich wie mit der Pixelzahl bei Digitalkameras: Die Hersteller texten euch mit enormen Zahlen zu, die in der Realität eigentlich gar keine Bedeutung haben. Genau deswegen gehe ich darauf noch einmal ein.

Bei Kameras reden die Werber von 20 Megapixeln und mehr, die euch aber nur interessieren sollten, wenn ihr das Bild anschließend auf eine Hauswand projizieren wollt. Bei Vollautomaten wird mit einer Druckleistung von bis zu 15 Bar geworben, die ebenfalls doller klingt, als sie ist.

Jeder halbwegs versierte Kaffeetrinker hat im Hinterkopf, dass ein perfekter Espresso einen Druck von rund 9 Bar benötigt. Und keinen Deut mehr! Das wiederum heißt auch, dass die 12,15 oder 19 Bar, die eine Vollautomaten-Pumpe aufbauen kann, gar nicht nötig werden.

Außerdem heißt eine hohe Pumpenleistung nichts, solange das fest getamperte Kaffeemehl in einem sehr feinen Mahlgrad nicht auch den entsprechenden Widerstand aufbauen kann. Und das ist bei den meisten Vollautomaten baulich leider unmöglich. Bei Espressomaschinen und den Handgriffen, die ihr drumherum erledigt, sieht das schon anders aus.

Darum ist es auch völlig (!) egal, dass zum Beispiel im Siemens EQ 6 Test 15 bar Druck erreicht werden sollen, und bei den teureren 700er-Modellen sogar 19 bar drin sind. Nichts davon spricht für oder gegen die Kaffeequalität.

Siemens EQ6 Kaffeevollautomat Espressobezug

Was lernen wir daraus? Die Pumpe ist zwar wichtig, aber noch wichtiger sind die Mühle und die Brüheinheit bei einem Vollautomaten.

Bedienung, Display und Touchscreen

Kommen wir vom Innenleben zu den Äußerlichkeiten. Ganz gleich, wie viele Funktionen und Zubereitungsmöglichkeiten euer Kaffeevollautomat hat – jede einzelne Einstellung muss sich leicht und intuitiv abrufen lassen.

Je mehr ihr für euren Kaffeevollautomaten ausgebt, desto schicker wird die Bedienung umgesetzt. Und digitaler wird die Angelegenheit auch noch. Sehr schön zu sehen ist der aktuelle Stand der Dinge im Saeco Xelsis Test.

Die Modellreihe bringt einen vergleichsweise riesigen Touchscreen mit, auf dem ihr nach Herzenslust alle Einstellungen vornehmen könnt – dem „Coffee Equalizer“ sei dank. Nun hat aber nicht jeder Lust, sich erst einmal durch die ganzen Menüs zu wühlen, um zu seinem Kaffee zu kommen.

Darum finde ich auch simple Tasten ohne Display oder Schnickschnack nicht weniger schlecht. Hauptsache ist immer, dass ihr nach ein paar Grundeinstellungen sofort und ohne Fragezeichen loslegen könnt – ob mit oder ohne App, ob mit oder ohne Bildchen. Hier macht der Siemens EQ500 im Test einen großartigen Job!

Siemens EQ500 Kaffeevollautomat Bedienfeld und Display mit großen Symbolen

Ich mache immer den „Betriebsanleitungstest“: Bekomme ich einen optimal eingestellten Espresso und Latte Macchiato aus dem Ding, ohne auch nur einmal in die Anleitung geschaut zu haben? Dann bin ich zufrieden.

Darum würde ich auch niemals eher zum Display-Modell als zur günstigen Tastenversion raten – weil es einfach nicht nötig ist, wenn der Rest stimmt. Auch wenn ich zum Beispiel im Siemens EQ 9 Connect Test besonders viel Spaß mit der App und den Einstellungen hatte. Aber ich bin ja auch ein Spielkind.

Andererseits komme ich auch super mit der Leuchttastenfraktion klar, solange das Geblinke Sinn ergibt. Und auch da sind viele günstige Geräte erstaunlich präzise. Hier verweise ich zum Beispiel auf den Philips HD 8829 Test, der den Morsecode sehr gut darstellt.

Wassertank

Ich habe schon oft gehört, dass ein guter Wassertank mit einem großen Wassertank gleichgesetzt wird. Da wären wir wieder bei der Megapixel-Falle. Frisches Leitungswasser ist die Grundlage für einen guten Kaffee, weil wir den Sauerstoff und die Zusammensetzung direkt aus dem Hahn (oder Filter) benötigen.

Extra große Wassertanks lassen aber das Wasser alt und muffig werden, wenn ihr es darin parkt. Zwar muss der große Tank nicht voll befüllt werden, aber die meisten von uns denken sich „wenn, dann richtig!“

Melitta Wassertank Vergleich Avanza und Purista

So oder so: Jeder Kaffeevollautomaten-Nutzer sollte seinen Wassertank regelmäßig ausspülen, durchtrocknen lassen und ihn erst dann wieder befüllen. Sonst habt ihr irgendwann einen Tank, der stinkt – dann bleibt nur der Neukauf.

Bei immer mehr Modellen darf der Tank auch in die Spülmaschine. Dann würde ich ihn allerdings nach dem Spülvorgang noch einmal manuell abduschen, um eventuelle Reinigungsmittelrückstände zu entfernen. Vorbildlich ist hier zum Beispiel Miele, die das mit der Spülmaschineneignung sehr ernst nehmen.

„Unverzichtbare“ Features

Unter diesem Punkt will ich ein paar Details nennen, die mir in meinen Vollautomatentests immer wieder ins Auge fallen und manchmal richtiggehend nerven. Schaut beim Kaffeevollautomatenkauf hier also noch einmal genauer hin:

  • Große Auffangschale – ist sie voll, streikt die Maschine. Und ständig auskippen müssen nervt.
  • Großer Auffangbehälter – gleiche Hausnummer wie die Auffangschale.
  • Perfekt verstellbarer Auslauf mit entsprechender Höhe – ganz wichtig für Latte Gläser! Endgegner in meinen Tests ist immer das Ikea-Glas, das rund 14 Zentimeter Auslaufhöhe braucht.
  • Optimales Bohnenfach – nicht zu groß, nicht zu klein. Analog zum Wassertank. Möglichst mit blickdichtem Deckel (Stichwort Aromaverlust durch Lichteinwirkung bei Kaffeebohnen).
  • Verstellen des Mahlgrads ohne Werkzeug – darauf gehe ich später noch genauer ein.
  • Tassenwärmer: Warme Tassen sorgen für warmen Kaffee. Is klar!

Die 2-fach-Features

Viele von euch fragen mich immer wieder nach einigen Punkten, bei denen es darum geht, wie flexibel und gleichzeitig haushaltsfreundlich der Vollautomat ist. Zwei Punkte begegnen uns immer wieder:

  • Doppeltes Bohnenfach
  • 2 Getränke gleichzeitig

Der erste Faktor ist für alle interessant, bei denen es zu Hause immer wieder Knatsch darum gibt, welche Bohne von welchem Haushaltsmitglied bevorzugt wird. Ein getrenntes Bohnenfach mit zwei Kammern ist zum Beispiel auch dann toll, wenn ihr zwischen koffeinhaltigen und entkoffeinierten Bohnen wechseln wollt.

DeLonghi Maestosa Kaffeevollautomat zwei Bohnenfaecher mit zwei Mahlwerken

Kleine Notiz am Rande: Gerade auf dem entkoffeinierten Gebiet hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan. Auch kleine Röstereien bieten inzwischen tolle Röstungen ohne Hallo-Wach-Effekt an. Ich werde demnächst noch mehr davon testen, weil ich die Fortschritte wirklich bemerkenswert finde.

Zurück zu den Automaten: Ein getrenntes Bohnenfach oder gar zwei Bohnenkammern habe ich zum Beispiel im Melitta Caffeo Barista Test genauer unter die Lupe genommen. Überhaupt ist Melitta hier spitze, wie zum Beispiel auch der Melitta Caffeo CI Test beweist. Mehr dazu sage ich weiter unten noch einmal.

Die „Zwei Getränke gleichzeitig“-Funktion ist für viele Mehrpersonen-Haushalte jedoch die wichtigere. Schließlich soll Vati nicht warten müssen, während Mutti ihren Latte Macchiato zubereitet.

Diese Funktion ist meist ein Merkmal der höherpreisigen Modelle. Gute Wegweiser findet ihr zum Beispiel im Saeco Xelsis Test. Ich persönlich sehe dieses Features als nicht ganz so unverzichtbar an, denn Hauptsache ist, dass der Vollautomat jedes Getränk mit Hingabe zaubert.

Wasserfilter ja oder nein?

Der Wasserfilter wird uns im Laufe des Artikels noch sehr oft beschäftigen. An dieser Stelle sei nur so viel gesagt: Er ist weniger wichtig, als ihr vielleicht denkt. Außerdem ist ein Wasserfilter nur eine Möglichkeit, um den Entkalkungsaufwand zu senken.

Ich habe mal ein Video dazu verfasst, damit ihr einen Überblick erhaltet:

Was kann (und sollte) ich bei einem Kaffeevollautomaten einstellen?

Ein Kaffeevollautomat kann nur richtig funktionieren, wenn ihr ihn richtig kalibriert – ganz egal, in welcher Preisklasse. Es gibt einiges zu beachten und die Einstellung beginnt schon, bevor ihr am Gerät rumfummelt. Denn auch mit den Bohnen, dem Wasser und der Milch habt ihr großen Einfluss auf das Ergebnis.

Darum erkläre ich die wichtigsten Einstellungen und Vorbereitungen im Folgenden einmal genauer. Denn mir ist wichtig, dass ihr die bestmöglichen Ergebnisse aus jedem Kaffeevollautomaten holt.

Die Wasserhärte einstellen

Wenn ihr die Wasserhärte an eurem Kaffeevollautomaten einstellt – was schon bei günstigeren Modellen funktioniert – verändert ihr nicht die Beschaffenheit des Wassers. Vielmehr sorgt ihr dafür, dass die Maschine früher oder später nach Entkalkung schreit.

Je härter euer Wasser ist, desto mehr Kalk löst sich bei jedem Heizvorgang. Die Einstellung des Härtegrades erfolgt meistens über 3 oder 4 Stufen. Wobei das 4-Stufenmodell in Deutschland 2007 vom 3-Stufenmodell abgelöst wurde. Deswegen sind auf neuen Kaffeevollautomaten auch nur 3 Stufen zu finden.

Es wird unterschieden in:

Stufe Härtebereich
Millimol Calciumcarbonat
je Liter
Grad deutscher HärteWie oft entkalken?
1Weichweniger als 1,5weniger als 8,4 °dHSelten (ca. alle 3 Monate)
2 Mittel
1,5 bis 2,5 8,4 bis 14 °dH
Mittel (ca. alle 2 Monate)
3Hartmehr als 2,5mehr als 14 °dHOft (ca. alle 4-6 Wochen)

Welche Härte euer Wasser hat, könnt ihr über eine schnelle Online-Abfrage bei den jeweiligen Wasserwerken erfragen. In Berlin sind dies natürlich die Berliner Wasserbetriebe.

Zum Thema Kalk und Wasser – auch im Zusammenhang mit Brita Wasserfiltern – habe ich mich auf Coffeeness schon erschöpfend ausgelassen. Unter anderem findet ihr mehr Informationen hier:

Grundsätzlich kann ich euch nur dazu raten, die Erinnerungsautomatik des Geräts ein bisschen enger zu takten, als ihr auf de nersten Blick für nötig haltet. Denn öfter entkalken schadet ganz bestimmt nicht. Nie oder selten entkalken ist gerade in Großstädten der Tod jedes Vollautomaten. Und der Tod des Kaffeegeschmacks.

Den Mahlgrad einstellen

Über den Mahlgrad reguliert ihr praktisch alle wichtigen Komponenten für die Extraktion der jeweiligen Kaffee-Aromen. Grundsätzlich gilt: je feiner, desto Espresso.

Allerdings variieren die Einstellungsmöglichkeiten – und der Einstellungskomfort bei den unterschiedlichen Kaffeevollautomaten erheblich. Ganz schlimm wird es, wenn ihr gar nichts verstellen könnt.

Krups EA8108 Kaffeevollautomat Mahlgrad verstellen am Raedchen

Im Idealfall habt ihr nicht nur viele Mahlgradstufen zur Verfügung, das Ganze lässt sich sogar stufenlos verändern. Aber auch das ist wieder eine Frage des Preises. Richtig klasse fand ich die Mahlgradeinstellungen zum Beispiel mal wieder im Melitta Caffeo CI Test.

Vollkommen beknackt war hingegen im Saeco Moltio Test, dass ihr einen Sechskantschlüssel braucht, um am Mahlwerk rumzufummeln. Schwachsinn! Einfache Dreheinstellungen über möglichst eindeutige Rädchen sind das A und O!

Noch ein Hinweis für Neulinge: Je feiner der Mahlgrad werden soll, desto geringer muss die Zahl sein! Andersherum gilt das Gegenteil.

Spätestens hier zeigt sich übrigens, ob das Zusammenspiel aus Mahlwerk, Pumpe und Brüheinheit wirklich funktioniert. Denn die feinstmögliche Espresso-Einstellung ist für manche Kaffeevollautomaten ein Endgegner.

Dann streikt die Maschine, weil das Wasser nicht durch den Kaffeepuck kommt oder weil sich der Kaffeesatz schon vor dem Brühen irgendwo festsetzt. Wie das Ganze NICHT aussehen sollte, erfahrt ihr zum Beispiel im DeLonghi ESAM 3200 Test. Zusammengefasst müsst ihr euch merken:

Je feiner das Kaffeepulver ist, desto größer ist der benötigte Druck und desto intensiver wird das Aroma des gezogenen Espressos.

Die Kaffeepulvermenge einstellen

Natürlich hat nicht nur die Mahlung, sondern auch die Menge des gemahlenen Kaffees Einfluss auf den Espresso oder Kaffee aus einem Kaffeevollautomaten. Je mehr Kaffeepulver, desto mehr Druck wird aufgewendet und desto intensiver wird der Geschmack.

Weil euch viele Hersteller nicht mit Feinheiten verwirren wollen, setzen sie meist auf die recht einfache Bohnen-Skala – je mehr Bohnen ihr einstellt, desto mehr Kaffeepulver wird zubereitet. Ganz wichtig ist diese Kaffeemenge im Zusammenspiel mit der Mahlung, denn hier kommt es häufig zu Kombinationsfehlern:

  • Läuft der Kaffee zu schnell durch und wird wässrig, könnte das an einer zu groben Mahlung mit zu geringer Kaffeemenge liegen.
  • Erhaltet ihr Teer, schaut auf die zu feine Mahlung mit zu hoher Kaffeemenge.

Hier müsst ihr euch am Anfang ein wenig ans Optimum heranfummeln – und dabei kommt euch ein übersichtliches Display mit idiotensicherer Menü-Führung wieder zu Hilfe. Schaut zum Beispiel mal in den Saeco Xelsis Test, um zu sehen, was ich meine.

Saeco Xelsis Kaffeevollautomat Display

Die Wassermenge einstellen

Erst mit der Wassermenge wird der Dreiklang für gute Kaffee-Voraussetzungen wirklich erfüllt. Denn je mehr oder weniger Wasser ihr verwendet, desto konzentrierter oder milder wird der Kaffee.

Gerade die Wassermenge ist bei vielen Vollautomaten für mich häufig ein Ärgernis. Denn statt einen anständigen Espresso zu produzieren, der ungefähr 28 bis 30 Milliliter Füllmenge in die Tasse bringt, sollt ihr 40 Milliliter-Espresso trinken. Und im Worst-Case-Szenario könnt ihr das auch nicht ändern.

Melitta Avanza Kaffeevollautomat Espressobezug

Höherpreisige Varianten sind da meist schon netter – und verstecken diese Einstellung hinter dem Begriff „Tassengröße“. Diesen Punkt schaue ich mir tatsächlich meist als erstes für Espresso an und reguliere hier rigoros runter.

Übrigens: Wenn ihr erstmal das perfekte Zusammenspiel aus Wassermenge, Mahlgrad und Kaffeemenge ausgeknobelt habt und den optimalen VA-Espresso erhaltet, würde ich an dieser Einstellung nur in Ausnahmefällen etwas ändern.

Denn wenn der Espresso ohne Zusatz klasse ist, ist er auch die optimale Grundlage für alle anderen Getränke, die der Kaffeevollautomat zubereiten kann! Denn jeder einzelne Drink basiert auf dem VA-Espresso. Ausnahmslos.

Die Temperatur einstellen

Falls es euch der Vollautomat erlaubt, solltet ihr auch die Temperatur des Brühvorgangs im Verhältnis zu den restlichen Einstellungen optimieren. Um die 90 Grad Celsius am Siebträger sind bei einem Espresso optimal, aber hier haben wir ja etwas andere Voraussetzungen.

Schaut einfach mal bei den ersten Bezügen, auf welcher Temperatur der Vollautomat operiert. Regelt diese im Zweifelsfall einen Hauch runter!

Bei der Milch ist die Einstellbarkeit häufiger. Hier könnten wir ewige Diskussionen zur besten Temperatur führen. Fakt ist: Über 65 Grad Celsius wird das Geschmacksprofil der Milch erheblich verändert.

Temperatur von Milch und Milchschaum messen

Auch wenn das vielen von euch zu kalt ist – bleibt wenigstens in der Nähe für ordentlichen Milchschaum.

Das Reinigungsprogramm einstellen

Ähnlich wie das Entkalkerprogramm ist auch das Reinigungsprogramm häufig einstellbar: Hier ist die Pedanterie noch wichtiger, denn mit dem Reinigungsvorgang holt ihr den ganzen „Schlamm“, der sich in der Maschine bei jedem Bezug ansammelt, aus all den kleinen Windungen und Schläuchen.

Zusätzlich habt ihr täglich noch mehrere manuelle Reinigungsaufgaben, wenn euch euer Kaffeeautomat lieb und teuer ist:

  • Auffangbehälter, Auffangschale und Wassertank abspülen und reinigen.
  • Milchschaum-System täglich säubern.
  • Brühgruppe raus und unter fließendem Wasser abspülen. Über Nacht trocknen lassen.

Wenn ihr diese Routine einmal verinnerlicht habt, dauert das Ganze nur wenige Minuten. Es bringt euch aber auf der Haltbarkeits-Skala Jahre!

Die Bohnen „einstellen“: Welche Kaffeebohnen sind für Vollautomaten die besten?

Coffeeness Kaffee fuer Vollautomaten DeLonghi PrimaDonna Soul

Auch wenn ich keine direkten Empfehlungen aussprechen will, weil jeder Kaffeetrinker andere Vorlieben hat, will ich an dieser Stelle doch noch einmal die Coffeeness-Gebote predigen:

  • Nehmt gute Kaffeebohnen!
  • Nehmt Kaffeebohnen aus kleinen Röstereien!
  • Finger weg vom Supermarkt-Kaffee. Egal, was er verspricht!
  • Traut euch Experimentierfreude zu!

Ich persönlich kippe zum Beispiel neben meinem selbst entwickelten Kaffee mit Vorliebe den Yirga Santos Espresso von Coffee Circle in meine Vollautomaten. Der hat einfach einen wundervollen Körper und gelingt schon bei wenigen Einstellungen hervorragend. Auch Quijote Kaffee liefert tolle Ergebnisse.

Kaffee für Vollautomaten by Coffeeness

Kaffee entwickelt für den Vollautomaten

Der Coffeeness Kaffee ist endlich erhältlich.

Für Latte Macchiato

Espresso, schwarzer Kaffee

Schokoladig

Frisch geröstet

Zum Coffeeness Shop

Grundsätzlich würde ich immer sagen, dass etwas dunklere Röstungen mit ordentlich Profil die bessere Wahl im Vollautomaten sind. Für sehr blumige Nuancen ist der Handfilter die bessere Entscheidung.

Gleichzeitig ist ein Espresso, der im Siebträger hervorragende Ergebnisse liefert, nicht zwingend optimal für einen Kaffeevollautomaten geeignet. Die dort verwendeten Espressos neigen im Vollautomaten zur Unterextraktion und können schnell sauer werden.

Einen kleinen Rundumschlag zum Thema liefert der Ratgeberartikel Kaffee für Vollautomaten.

Die Milch „einstellen“: Welche Milch ist für Kaffeevollautomaten geeignet?

Bei Kuh-Varianten ist es grundsätzlich wurscht, welche Fettstufe ihr für den Milchschaum aus dem Vollautomaten wählt. Je mehr Fett enthalten ist, desto cremiger und präsenter wird der Schaum. Komplett sparen könnt ihr euch deswegen auch Milch-Angebote, auf denen was von optimalem Fettgehalt für Latte Art oder ein bescheuerter Barista-Claim steht. Das ist Werbung!

Bei pflanzlichen Alternativen wird die Sache aber etwas tricky, da hier das Verhältnis von Fett- und Eiweißmolekülen mitunter sehr suboptimal ist. Das gilt zum Beispiel für Reismilch, die praktisch überhaupt nicht schäumt.

Jura Z8 Kaffeevollautomat Milchschaumsystem mit Milchalternativen

Soja ist der Schäum-King der Pflanzenwelt, ist aber auch ziemlich grobschlächtig und immer noch nicht vollkommen unbedenklich (Stichwort hormonelle Auswirkungen). Kokos- oder Mandelmilch aus dem Tetrapack machen einzeln keine gute Figur, als Mischung klappt das schon besser.

Selbstgemachte Nussmilch schäumt übrigens ziemlich toll. Ihr müsst nur darauf achten, dass die Milch wirklich frisch ist und sich nicht wieder im Behälter in feste und flüssige Bestandteile trennt.

Ums Ausprobieren kommt ihr hier also nicht herum. Beachtet außerdem, dass manche Automaten mit Cappuccinatore beim Wechsel der Milchsorten manchmal nachjustiert werden müssen.

Die wichtigsten Hersteller von Kaffeevollautomaten

Der Markt für Kaffeevollautomaten ist groß und unübersichtlich. Das wissen wir bei Coffeeness nur allzu genau. Es gibt viele bekannte und einige weniger bekannte Hersteller. Diese zahlreichen Anbieter von Vollautomaten haben dann zumeist viele Untermodelle, die sich in Preis, Leistungsangebot sowie der Verarbeitung unterscheiden. Da soll mal einer durchsteigen.

Was uns immer wieder verwundert: Preis und Qualität haben eigentlich nichts miteinander zu tun. Es gibt erstaunlich teure Geräte, bei denen die Verarbeitungsqualität unter aller Kanone ist. Und dann gibt es wieder sehr günstige Geräte, bei denen die Professionalität beeindruckt.

Im Folgenden will ich euch der Vollständigkeit halber die wichtigsten Hersteller und ihre Besonderheiten noch einmal vorstellen. Wo möglich, sage ich auch etwas zu den kryptischen Typenbezeichnungen und gebe euch Tipps, worauf ihr bei den Marken schauen müsst.

DeLonghi

DeLonghi ist jedem ein Begriff, der günstige Kaffeevollautomaten sucht. Denn wenn es um die Präsenz und Verbreitung in diesem Preissegment geht, sind die Italiener praktisch unschlagbar. Gerade Vollautomaten im Bereich um 300 Euro werden von DeLonghi extrem erfolgreich verkauft.

Laut Eigendarstellung stieg der Umsatz im Jahr 2017 um mehr al 5,5 Prozent, in die aber auch die Marken Braun und Kenwood hinein gezählt werden müssen. Insgesamt geistert bei den Vollautomaten ein Marktanteil von rund 38 Prozent durchs Netz, wobei die Zahlen schon etwas älter sind.

Zumindest auf der IFA 2017 hatte ich aber den Eindruck, dass das Unternehmen gerade über den Erfolg bei Einsteigern gar nicht so glücklich ist. Wir haben die Pressetante zu diesem Image befragt, und sie verwies fast roboterhaft auf die PrimaDonna-Serie, die im Mittel- und Hochpreissegment zuhause ist.

Mein Eindruck dieser Maschinen ist bisher eher achselzuckend, denn die PrimaDonna Class macht nichts besser als die Kollegen aus der Luxusklasse. In den günstigen Gefilden liegt aber die wirkliche Stärke des Unternehmens:

Denn hier erhaltet ihr teilweise top Ergebnisse zum lächerlichen Preis. Allerdings ist der Unterschied zwischen Top oder Flop meist schon zwischen Vorgänger, Nachfolger oder Produktvariante enorm. Es bringt euch absolut nichts, euch darauf zu verlassen, dass ein Gerät X super abgeschlossen hat. Bei der Version X1 kann das schon wieder ganz anders aussehen.

Grundsätzlich sind alle ECAM-Serien für den niedrigsten Preis zu haben, während die ESAM-Geräte einen auf Mittelklasse machen. Aber auch da ist Platz nach oben und unten.

Empfehlenswert sind von meiner Seite aus folgende Geräte:

Eine teilweise nur akzeptable Performance haben bisher bei Coffeeness folgende Geräte abgeliefert:

Ich habe mir noch einmal die Mühe gemacht, die DeLonghi ESAM- und ECAM Geräte zu vergleichen. Dabei lautet ebenfalls wieder die Quintessenz: Wenn ihr eure Ansprüche runterschraubt, werdet ihr mit einer DeLonghi enorm glücklich – solange ihr das richtige Modell wählt.

Was das ganz genau heißt, erfahrt ihr im Vergleichsratgeber DeLonghi Kaffeevollautomat!

Krups

Von Krups habe ich mich innerlich inzwischen etwas verabschiedet. Die Marke des französischen Konzerns Groupe SEB ist zwar ein deutsches Unternehmen aus Solingen, hat es aber anscheinend nicht so mit Wertarbeit. Krups Kaffeevollautomaten gehören eindeutig in die Einstiegsklasse und sind damit direkter Konkurrent von DeLonghi.

Allerdings setzt Krups dabei immer eher Ramsch-Duftmarken, wie zum Beispiel mein KRUPS EA8108 Test zeigt. Für das Geld ist durchaus mehr drin! Außerdem kann man bei den Billigbuden die Brühgruppe nicht entfernen.

Was bei hochpreisigen Maschinen von Jura vielleicht noch zu rechtfertigen ist, ist bei diesen sehr gering-qualitativen Modellen der Tod.

Update: Mittlerweile habe ich mir den Krups Intuition Preference und den Krups Evidence im Test vorgeknüpft. Hier hat Krups allerlei Arbeit geleistet und geht nun Richtung simples Design und tolle Bedienbarkeit. Auch die Getränkequalität zumindest dieser Automaten ist sehr solide und im Krups Intution Preference Testbericht gab es eine große Überraschung.

Miele

Die Ostwestfalen von Miele gehören zum deutschen Markenverständnis genauso dazu wie Melitta. Melitta macht Kaffeemaschinen, Miele alles andere – so in etwa lautet der Tenor.

Meine Eltern haben hohe Anschaffungskosten für Trockner, Waschmaschine und Co immer damit gerechtfertigt, dass die Geräte dann aber auch bis zum Armageddon halten.

Die Preise sind auch bei Kaffeevollautomaten im Vergleich zum Marktangebot relativ hoch. Insbesondere die in der Küchenzeile einbaubaren Kaffeevollautomaten von Miele sind zu stolzen Preisen von mehreren tausend Euro erhältlich.

Miele CM5500 Kaffeevollautomat Milchschaumbezug

Der Schwerpunkt der Kaffeevollautomaten liegt dabei eindeutig beim Design: viel hochwertiger Edelstahl und wenig Kunststoff gehören hier zum Selbstverständnis. Die (aktuelle) Krone des Ganzen ist der Miele CM 5500, der wirklich mega-schick und sehr Millennial-freundlich aussieht.

Aber auch der ältere Miele CM 6350 Test oder der Miele CM 7500 Test zeigen, dass der Look nicht auf Kosten der Leistungsfähigkeit geht.

Im Gegenteil: Miele Kaffeevollautomaten sind extrem solide, sehr zuverlässig und liefern tolle Ergebnisse. Egal, wie alt die Bude im Vergleich zur Konkurrenz sein mag.

Darum würde ich an eurer Stelle scharf nachdenken, wenn einmal ein Miele CM-Automat im Angebot ist. Viel falsch machen könnt ihr hier nicht. Nur euer Portemonnaie ist danach sehr viel leichter.

WMF

Die Kaffeevollautomaten von WMF kennen viele aus der Gastronomie und Hotellerie. Das sind dann oft recht große und teure Geräte, die eine hohe Anzahl an Tassen in kurzer Zeit produzieren können.

Aber auch für zu Hause und somit den Consumer-Markt produziert WMF Kaffeevollautomaten. Diese sind hochpreisig und fangen ab ca. 1.000 Euro an. Die Bewertungen dieser Kaffeemaschinen sind recht durchwachsen, weshalb ich bisher noch keinen näheren Blick auf diese Geräte geworfen habe.

Das Unternehmen der Melonenbällchenmacher hat in meinen Augen sowieso auf ganz anderen Gebieten eine Daseinsberechtigung – sei es als Fabrikant für Wasserkocher, Milchaufschäumer oder eine simple Kaffeemaschine.

WMF wurde 1853 von Daniel Straub und den Schweizer-Brüdern in einem verschlafenen Örtchen namens Geislingen an der Steige in Baden-Württemberg gegründet und erarbeitet heute als Gruppe stramme Milliardenumsätze pro Jahr.

Melitta

Melitta Caffeo CI vs CI Touch vs Latte Select Kaffeevollautomat

Melitta aus Minden macht Kaffee schon seit 1908 zum Genuss, seit Firmengründerin Melitta Benz die geniale Idee mit dem Kaffeefilter für Filterkaffee hatte. Daraus ist in mehr als 110 Jahren eine Gesellschaft mit über 4.000 Mitarbeitern und Milliardenumsatz geworden. Doch das Heile-Welt-Mutti-Image hat das Unternehmen dennoch nie abgelegt – was gerade in Hinblick auf Kaffee natürlich ziemlich schlau ist.

Da ich mich weiter oben schon ausführlich mit dem Thema beste Kaffeevollautomaten von Melitta auseinander gesetzt habe, will ich an dieser Stelle nur noch einmal einige Dinge festhalten.

Die bisherigen Vollautomaten im Test waren jeweils eine gelungene Klasse für sich. Hier nochmal die Auflistung:

Das Preis-Leistungsverhältnis ist immer sehr gut bis herausragend, das Design ist sehr augenfreundlich und die Bedienung ist ebenfalls klasse.

Ich finde, dass Melitta es sehr gut geschafft hat, seine Markendominanz aus dem Bereich Filterkaffeemaschinen clever für den Durchschnittskäufer von Vollautomaten zu übersetzen.

Bosch

Bosch ist ein deutsches Unternehmen, das bereits 1886 gegründet wurde. Die größten Umsätze macht das weltweit operierende Unternehmen heute als Zulieferer für die Automobilindustrie. Oft kommt eine Diskussion über die Rolle des Unternehmens während des Nationalsozialismus auf. Wenn’s euch interessiert, könnt ihr dazu einen Zeit-Artikel lesen.

Davon abgesehen sollte uns auch die Selbstbeweihräucherung des Unternehmens zum Thema Kaffeevollautomaten von Bosch interessieren. Früher hieß es auf der Website:

Für meisterliche Kaffeekreationen braucht es viele Jahre Erfahrung. Oder die Barista-Technologie von Bosch.

Darüber habe ich mich vor einigen Jahren lustig gemacht und die Frage gestellt, was denn bitte eine Barista-Technologie sein soll. Inzwischen scheint dieser Mumpitz auch bei Bosch sauer aufgestoßen zu sein, denn jetzt redet man von Kaffee wie vom Barista.

Zumindest der Bosch Veroaroma 700 Test zeigt, dass die Geräte ab 500 Euro aufwärts in vielen Zügen dieses Versprechen einlösen. Aber auch sie können den Menschen ganz sicher nicht ersetzen.

Bosch ist als Marke bei Coffeeness nur deswegen so gering vertreten, weil die Geräte baugleich mit Siemens sind. Und Siemens interessiert Kunden schlichtweg brennender.

Siemens

Siemens Kaffeevollautomaten sind Dauergast bei Coffeeness. Bisher habe ich mir folgende Geräte sehr genau angeguckt und ziehe sie immer wieder als Referenz heran:

Alle diese Geräte des 1847 in Berlin gegründeten Unternehmens sind für sich genommen extrem überzeugend. Vor allem, wenn es um die Funktionalität und leichte Bedienung geht, macht Siemens niemand so schnell etwas vor.

Die Preise fangen im mittleren Preissegment an und arbeiten sich gemütlich bis in die 2.000er-Gefilde hoch. Ob das nötig ist, sei erst einmal dahingestellt. Fest steht aber, dass ihr euch für den Preis sicher nicht verarscht fühlen werdet, denn die Maschinen leisten auch viel.

Jura

Die Schweizer Firma Jura hat in ihrer Vergangenheit auch mal was anderes gemacht als Kaffeevollautomaten zu bauen. Aber heute ist Jura der Inbegriff für hochpreisige Kaffeevollautomaten.

Eine Serie in der Preisklasse von 300 Euro wird bewusst nicht aufgelegt, um das gute und hochwertige Image des Schweizer Unternehmens nicht anzukratzen. Blablü.

Bei den Jura Maschinen wird außerdem gern hervorgehoben, dass sie im Vergleich zu Konkurrenzprodukten leise im Betrieb sind. Und so sauber, dass man die Brühgruppe gar nicht herausnehmen muss. Jura selbst nennt seine Geräte gerne Edelvollautomat.

Jura und Coffeeness verbindet so etwas wie eine Hassliebe. Der Jura Impressa c60 Test war eine echte Katastrophe. Und ich habe aufgrund vieler Quereleien mit der Marketingabteilung eine Weile lang aus Bockigkeit keinen Automaten von Jura getestet.

Ihr seid mir aber so lange aufs Dach gestiegen, bis ich den aktuellen Streich Jura E8 und Jura Z8 genauer unter die Lupe genommen habe. Und hier muss ich sagen, dass der Preis absolut gerechtfertigt und die Maschinen wirklich toll sind

Jura E8 Kaffeevollautomat Uebersicht mit Arne

Dennoch werde ich persönlich sicher kein Jura-Fan, gerade wegen der Brühgruppe und den etwas übertriebenen Image-Preisen. Eine Übersicht über diese Marke findet ihr im Ratgeber Jura Kaffeevollautomaten.

Philips / Saeco

Philips hat das Unternehmen Saeco 2009 gekauft und beide Marken gehören deswegen zusammen. Allerdings ist die Trennlinie sehr scharf. Philips ist für die Einsteiger- und Mittelklassevarianten zuständig, zum Beispiel ersichtlich hier:

Gerade was Mahlwerk und Technik betrifft, stecken in den Philips-Geräten dennoch Saeco-Komponenten, auch wenn diese Marke für das Mittel- und hochpreisige Segment zuständig ist:

Saeco spielt auf Coffeeness deshalb so eine große Rolle, weil die Marke nicht nur echte Referenzprodukte im Angebot hat, sondern sich immer wieder Neuerungen einfallen lässt, die den Markt bzw. die Käufer sehr erfreuen. Siehe zum Beispiel der „Coffee Equalizer“ in der Xelsis-Reihe.

Nivona

Die Marke Nivona gibt es seit 2005 und hat sich vor allem in der Gastro-Szene einen Namen gemacht. Sie ist eine Schöpfung von drei Nürnberger Unternehmern, doch der eigentliche Hersteller ist das Unternehmen Eugster/Frismag, das in der Schweiz zu Hause ist und dort an drei Standorten sowie in China und Portugal produziert.

Eugster/Frismag spielt eine größere Rolle auf dem Markt der Espresso- und Kaffeemaschinen, als der kaum bekannte Firmenname vermuten lässt. Es stellt in seinen Fabriken nämlich auch für Jura, Melitta und Miele Kaffeevollautomaten her. Also quasi als Zulieferer.

Nivona ist bei Coffeeness sträflich unterrepräsentiert. Ich weiß. Und ihr werft mir das zurecht vor. Ich gelobe Besserung! Aber: mit Miele-Maschinen teste ich eine wesentlich bekanntere Marke im etwa baugleichen Zustand zu etwas günstigeren Preisen immer wieder!

Bis ich meinem Versprechen nachkomme, verweise ich auch auf meinen Ratgeberartikel zu Nivona Kaffeevollautomaten mit allen weiteren Infos.

Kaffeevollautomaten mit besonderen Funktionen

Ich habe mich dazu entschlossen, einige „besondere“ Funktionen, die ich weiter oben schon einmal angerissen habe, noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Der Grund ist simpel: Ihr habt dazu immer wieder sehr viele Fragen oder sucht einen besonderen Kaffeevollautomaten, der nicht nur nach Schema F funktioniert.

Kaffeevollautomaten mit zwei Bohnenbehältern

Im Gegensatz zum Fach für vorgemahlenes Kaffeepulver, dass viele Kaffeevollautomaten unsinnigerweise am Start haben, ist der doppelte Bohnenbehälter eine klasse Erfindung. Siehe entkoffeinierte und koffeinhaltige Bohnen.

Um Missverständnisse zu vermeiden, will ich kurz den Unterschied zwischen Bohnenfach, Bohnenbehälter und Bohnenkammer erklären. Ein Bohnenfach ist das gleiche wie ein Bohnenbehälter. Der eigentliche Unterschied liegt bei der Bohnenkammer.

Meist befinden sich zwei Kammern in einem Behälter bzw. Fach. Ein Einsatz trennt die beiden Bohnensorten, die aber immer in ein und dasselbe Mahlwerk fallen. Je nach Auswahl öffnet der Vollautomat jedoch nur die eine oder andere Kammer.

Anders sieht die Sache aus, wenn ihr nicht nur zwei Kammern, sondern zwei vollkommen getrennte Behälter habt. Dann sind durchaus auch zwei Mahlwerke möglich. Aber das sind eher teure Ausnahmen.

Auf Coffeeness haben wir schon mehrere Exemplare mit zwei Kammern und einem Mahlwerk unter die Lupe genommen, die wirklich überzeugend waren.

Die Melitta Caffeo CI als Mittelklasse-Testsieger hat einen Bohnenbehälter mit luftdichtem Deckel (bravo!). Dieser ist in der Mitte mit einer Wand in zwei Kammern geteilt. Das Kegelmahlwerk sitzt zentral unter dem Bohnenfach.

Welcher Kaffee im Vollautomat gemahlen soll, stellt ihr mit einem Schalter vorne am Behälter ein. Einfach umstellen und schon ist die nicht gewünschte Kammer verschlossen. Das Problem dabei ist nur, dass sich im Mahlwerk immer noch Reste der anderen Bohnen befinden. Das ist fast unvermeidlich.

Besonders bei Unverträglichkeiten gegen Koffein kann das schnell unangenehm werden. Darum solltet ihr immer einen Espresso beziehen, nachdem ihr die Kammer gewechselt habt. So könnt ihr sicher sein, dass der nächste Bezug zu 100 Prozent aus den ausgewählten Bohnen besteht.

Das hat die Melitta Caffeo Barista schon wesentlich besser gelöst, weil portionsweise gemahlen wird. Das heißt, dass nur so viele Bohnen ins Mahlwerk rutschen, wie für eine Portion benötigt werden. So könnt ihr euch den Zwischenbezug sparen.

Zusätzlich gibt es hier die Automatic Bean Select, also die automatische Bohnenauswahl. Nach welchen Kriterien das Fach ausgewählt wird, ist im Deckel des Bohnenbehälters markiert. Dabei ist eine Kammer für hellere Röstungen, eine Kammer für dunklere Röstungen vorgesehen. Selbstverständlich könnt ihr den Vollautomaten austricksen, indem ihr in beide Fächer Espresso Röstungen füllt. So mache ich es!

Falls ihr euch für eine koffeinfreie Bohnenkammer entscheidet, wählt einfach manuell, aus welcher der beiden der Caffeo Barista die Bohnen für den Espresso beziehen soll. Die manuelle Kammerwahl ist nämlich trotz automatischer Selektion möglich. Danke, Melitta.

Sinnvoller ist es dennoch, dass die Bohnenbehälter komplett getrennt sind und auch zwei eigene Mahlwerke erhalten. Auftritt für den EQ9 s700 Test.

Das ist nicht nur für Kaffee-Fans mit Koffeinunverträglichkeiten perfekt. Dadurch vermischen sich weder Bohnen noch Mahlreste. Außerdem könnt ihr hier den Mahlgrad für jedes Mahlwerk individuell einstellen.

Besonders praktisch ist, dass ihr den präferierten Bohnenbehälter eurem Lieblingsgetränk zuweisen und als Zubereitungsprofil speichern könnt. Das Display führt euch hervorragend durch die Einstellungen. Wenn ihr mal Besuch habt und keine eurer gespeicherten Kaffee-Profile passt, könnt ihr Mahlgrad und Bohnenbehälter zudem einmalig manuell auswählen.

Der vielfach nur noch als Secondhand-Version erhältliche Saeco Moltio sei an dieser Stelle auch noch erwähnt, weil er noch eine dritte Möglichkeit anbietet. Hier könnt ihr nämlich das komplette Bohnenfach auswechseln.

Das ist nicht nur für die Reinigung ganz praktisch. Das vereinfacht euch auch die Lagerung der Bohnen. Nehmen wir an, ihr fahrt in den Urlaub und wollt in der Zwischenzeit die Kaffeebohnen sachgemäß lagern.

Dann entfernt ihr einfach den Bohnenbehälter und schüttet die Bohnen um. Auch für den Wechsel eurer Kaffeebohnen ist das eine ganz gute Zwischenlösung. Noch einfacher ist es, wenn ihr euch einfach ein zweites Bohnenfach kauft. Das gibt es als Ersatzteil bei Saeco.

Kaffeevollautomaten mit App-Steuerung

Das Thema Digitalisierung und Smart Kitchen wird auch bei Kaffeevollautomaten immer größer. Allerdings nicht immer so, wie wir uns das vorstellen. Denn der PR-Mensch von Saeco hatte auf der IFA 2017 betont, dass die App-Steuerung nicht unbedingt die letzte Instanz in Sachen Digitalisierung ist.

Darum spart sich die Saeco Xelsis auch die Apperei und stellt lieber einen sehr großen Touchscreen zur Verfügung. Dumm ist das nicht. Schließlich müsst ihr auch bei einer App-Maschine immer noch zum Gerät latschen und die Tasse drunter stellen. Und wenn ihr eh schonmal da seid, könnt ihr den Rest auch gleich noch erledigen. So denkt zumindest Saeco.

Andere Hersteller versuchen sich dennoch an Apps, die alle über das Display möglichen Einstellungen auf ein Tablet oder Handy per App übertragen. Damit könnt ihr dann euren Latte bequem von der Couch zusammen fummeln.

Dass das nur ein nettes Gimmick ist, mit dem absolute Technikfreaks abgeholt werden sollen, ist auch den Herstellern klar. Nicht umsonst gibt es meist eine Modellvariante des Vollautomaten mit und eine ohne App. Für die Anbindung zum Smartphone müsst ihr über den Daumen meist noch 200 Euro mehr bezahlen.

Grundsätzlich habe ich gegen die Apps meist nichts einzuwenden, denn sie sind bei praktisch allen Herstellern sehr gut gemacht und intuitiv aufgebaut.

Und: So eine App sorgt dafür, dass ihr euch mit der Leistungsfähigkeit eures Vollautomaten wirklich auseinandersetzt. Und zwar gemütlich von der Couch aus. Besonders gut gefallen mir folgende Faktoren der Apps:

  • Einfachere Einstellung der Getränke
  • Einschalten des Geräts (aus dem Bett)
  • Direkter Zugriff auf die Bedienungsanleitung
  • Einfache Einstellung zur Wartung und Wasserhärte
  • Einfacher Kontakt zum Kundenservice

Auf der anderen Seite müsst ihr folgende Faktoren berücksichtigen:

  • Apps sind Datensammler für die Hersteller. Kaffeetrinker sind nämlich eine sehr lukrative Ziel- und Werbegruppe.
  • Ultrawichtige Aspekte wie den Mahlgrad könnt ihr damit nicht verstellen.
  • Apps tun so, als müsstet ihr alle smarten Küchengeräte von einem Hersteller kaufen. Kann man machen. Aber was habt ihr davon, wenn euer Herd mit dem Vollautomaten redet?
  • Apps bieten euch nur Reiniger etc. von ihrer Marke an. Ein Klick und schon bestellt. Drittanbieter sind aber günstiger!

So oder so: Mit der Leistungsfähigkeit und der Güte von Vollautomaten hat die App absolut nichts zu tun. Aber einen kleinen Überblick über die aktuell brauchbarsten Versionen mit App-Steuerung will ich euch trotzdem geben:

Saeco GranBaristo Avanti mit App-Steuerung

Der Saeco GranBaristo Avanti war der erste breitenverfügbare Kaffeevollautomat, der sich per App steuern ließ. Im Grunde ist er die Luxusversion des „vernünftigeren“ Saeco Incanto.

Obwohl schon einige Zeit seit dem Launch vergangen ist, kostet der GranBaristo immer noch stramme 1.350 Euro. Dafür erhaltet ihr aber nicht nur die App, sondern auch einen rundum hochwertigen Vollautomaten – der sogar noch ausnehmend kompakt ist.

Die App mit Namen “Saeco Avanti” ist sehr gut gemacht und hilft euch zum Beispiel dabei, die Espresso- und Milchmengen sehr genau zu verstellen. Auch zur Betriebsanleitung und den Hilfe-Optionen dringt ihr schnell vor.

Siemens EQ 9 Connect Kaffeevollautomat

Mal ganz abgesehen davon, dass der Siemens EQ 9 Test auch ohne App hervorragende Ergebnisse erzielt hätte, ist die App „Home Connect“ ebenfalls eine sehr überzeugende Erfindung. Zumindest in Sachen Design ist sie bisher unübertroffen.

Ziemlich clever ist die Idee, dass ihr bestimmte Getränke aus der „coffeeWorld“ ausschließlich über die App programmieren könnt, was natürlich dazu verführt, die Steuerung auch zu benutzen.

In der “EQ.9 connect coffeePlaylist” könnt ihr Getränke der Reihe nach programmieren. Das dürfte schnell in die Hose gehen, wenn ihr mal vergesst, die Tasse zu wechseln.

Krups Latte Smart EA 860E

Den mit Bluetooth-Funktion habe ich nur auf der IFA 2016 getestet, fand aber die „Latte Smart“-App eine ziemlich kluge Idee. Denn hier könnt ihr über die App und per Drag&Drop das Display des Vollautomaten verändern und an eure Wünsche anpassen. Ansonsten nimmt sich die Funktionalität zu den Apps der teureren Geräte nichts.

Jura Z6 mit App-Steuerung

Bei dem Jura Z6 kann ein Bluetooth-Sender “Smart Connect” angeschlossen werden, um die Kommunikation zwischen Handy, Tablet und Kaffeevollautomaten zu ermöglichen. Die Einstellungsmöglichkeiten weichen im Grunde nicht von den anderen ab.

Mehr kann ich euch zum 2.600 Euro (!) Gerät nicht sagen, denn Jura ist kein Fan von unabhängigen Tests. Und so dringend wollte ich diese Maschine nun auch wieder nicht testen.

DeLonghi Coffee Link App

Auch DeLonghi stellt jetzt Kaffeevollautomaten mit App-Anbindung her. So beispielsweise den DeLonghi Elite ECAM 656.75.MS. Dabei handelt es sich um hochpreisige Geräte. Die App macht einen guten Eindruck und funktioniert einwandfrei. Wir haben das Ganze auf der IFA 2016 getestet. Über die App ist eine unbegrenzte Personalisierung möglich.

Einbaukaffeevollautomaten

Diese Sonder-Rubrik stelle ich bei Coffeeness bewusst nicht vor, weil sie viele von euch sicher gar nicht näher interessiert. Denn Einbaukaffeevollautomaten sind eine Klasse für sich, die nur bei Kunden eine Rolle spielt, für die Einheitlichkeit das oberste Gebot ist.

Der Vollständigkeit halber gehören sie hier dennoch dazu. Ich habe schließlich den ultimativen Ratgeber versprochen.

Die Vorteile von Einbaukaffeevollautomaten leuchten schnell ein:

  • Sie sparen Platz.
  • Sie sehen gut aus (hochwertig und mit viel Edelstahl).
  • Sie passen zur restlichen Küche.
  • Sie haben einen festen Wasseranschluss.

Dadurch müsst ihr noch nicht einmal den Wassertank nachfüllen und habt fast unbegrenzten Bezugsspaß. Die Nachteile liegen aber ebenso auf der Hand:

  • Sie sind teuer.
  • Sie kosten euch bei Defekten viel Geld. Denn Ersatzteile sind meist nur schwer zu haben.
  • Sie sind fest verbaut.

Die großen Marken wie WMF, Miele, Siemens, Bosch, Neff und AEG bieten Einbaumodelle an. Es gibt auch sehr besondere Versionen auf Gastro-Niveau. Aber unter 1.000 Euro geht auf jeden Fall gar nichts. Aus Erfahrungsberichten weiß ich zudem, dass viele Käufer mit ihrem Einbaukaffeevollautomaten nicht zufrieden sind.

Und ihn wieder los zu werden, ist besonders schwierig. Er ist ja eingebaut. Deswegen würde ich jedem, der sich noch nicht entschieden hat, die deutlich günstigere “mobile” Alternative empfehlen. Auch hier gibt es schicke und platzsparende Modelle

Was sagt Stiftung Warentest über Kaffeevollautomaten?

Zu Stiftung Warentest habe ich ein durchaus gespaltenes Verhältnis und sobald ich mich mit einem Thema gut auskenne, fallen mir bei den Tests die doch recht oberflächliche Bewertung und das fehlende Expertenwissen auf.

Nichtsdestotrotz kaufe ich mir gelegentlich auch Testberichte online, weil ich hier im Gegensatz zu vielen Internetseiten unabhängige Berichterstattung erwarte. Nun ja, meistens werde ich aus vielen Gründen enttäuscht.

Eine meiner neuesten Enttäuschungen habe ich im Artikel Stiftung Warentest testet Kaffee und Kaffeevollautomaten – Fail?! Luft gemacht. Ein bisschen älter, aber nicht weniger wahr, ist der Artikel Stiftung Warentest – trainierte Kaffeeprüfer sind keine Kaffeegourmets.

An dieser Stelle möchte ich nur noch einmal auf die Kaffeevollautomaten von Stiftung Warentest eingehen, um euch zu zeigen, warum ihr diese Testurteile mit Vorsicht genießen solltet.

Der aktuellste Kaffeevollautomaten Test von Stiftung Warentest erschien im November 2017 und hat das vollständige Test-Sortiment auf ganze 56 Geräte erhöht. Aber Achtung: Hier werden sowohl Vollautomaten als auch Siebträgermaschinen als „Espressomaschinen“ zusammengefasst.

Warum das Quatsch ist, wisst ihr inzwischen ja. Ein Vollautomat macht keinen Espresso, sondern eine VA-Espresso. Vollkommen andere Kiste. Diese schlechte Verallgemeinerung ist mir auch schon im Test 2013 sauer aufgestoßen, als die Schreiber sagten:

Wer Handarbeit nicht scheut, bekommt seinen Espresso aber auch günstiger. Mit einem Espressokocher von Bialetti zum Beispiel (Stiftung Warentest 12/2013: S. 60).

Der Mensch, der das geschrieben hat, hat leider keine Ahnung und zusätzlich jegliche Recherche gescheut. Es reicht tatsächlich schon aus, den Wikipedia-Artikel dazu zu lesen, in dem es heißt:

Der (nur in Deutschland verbreitete) Name Espressokanne ist irreführend, weil mit ihr kein Espresso hergestellt werden kann: Die Kanne erzeugt maximal einen Druck von etwa 1,5 bar, zur Zubereitung eines Espresso wird dagegen ein Brühdruck von etwa 9,0 bar benötigt, wie er von Espressomaschinen erzeugt wird. ( Wikipedia: Espressokanne).

Noch besser informiert ist natürlich jeder, der meinen Artikel über den Espressokocher von Bialetti gelesen hat. Im weiteren Verlauf des Tests stellt Stiftung Warentest zwar noch richtig, dass es sich um keinen echten Espresso handelt. Dieser käme jedoch einem echten Espresso aber “recht nah” (vgl. Stiftung Warentest 12/2013: S. 63). Stimmt immer noch nicht.

Ein Espressokocher macht keinen Espresso, er kocht eine Variante von schwarzem Kaffee!

Zurück zur aktuellen Testerei. Gewonnen haben hier die Jura E8 und die Jura J6 (beide mit 1,9). Zumindest gegen die Erstere kann ich grundsätzlich nichts sagen – außer, dass eine fest verbaute Brühgruppe für mich immer Punktabzug bedeutet.

Das Einsteigermodell im DeLonghi ECAM 22.110.B Test (bei uns Preis-Leistungs-Sieger in der günstigen Klasse) erhält die Gesamtbeurteilung 2,5. Dazwischen finden sich viele Modelle, die wir bei Coffeeness schon sehr gut kennen.

Auf den letzten Plätzen in der Gesamtschau tummeln sich eine Krups, eine DeLonghi PrimaDonna und die Jura Impressa C5.

Grundsätzlich beurteilt Stiftung Warentest nach 7 Kategorien:

  • Sensorische Beurteilung 35%
  • Technische Prüfung 25%
  • Handhabung 20%
  • Zuverlässigkeit (???)
  • Sicherheit 5%

Die vorher immer genutzte Kategorie Stromverbrauch wurde durch Umwelteigenschaften (10%) und Schadstoffe (5%) ersetzt. Der Stromverbrauch spielt in den Umwelteigenschaften eine Rolle.

Gerade der Punkt Zuverlässigkeit wird leider nicht erklärt (zumindest habe ich im von mir gekauften Testbericht nichts gefunden). Der stammt aber definitiv aus den älteren Tests. Dennoch würde ich gern wissen, warum er rausgefallen ist und wie er sich zusammensetzt.

Am grundsätzlichen Testdesign hat sich nichts geändert: Getestet wird mit einem Espresso von Illy, also einem Supermarkt-Espresso des oberen Preissegments. Das vernichtende Testurteil zu dieser Plörre könnt ihr in meinem Illy Espresso Testbericht nachlesen.

Schon deswegen traue ich der sensorischen Beurteilung nicht über den Weg. Aber sie macht den Großteil der Bewertung aus!

Auch zur Handhabung habe ich eine Meinung: Hier wurden „fünf erfahrene Nutzer (Frauen und Männer unterschiedlichen Alters)“ herangezogen. Und was ist mit den Neulingen, für die so ein Test eigentlich da ist?

Einzig bei den technischen Aspekten Schadstoffe, Umwelteigenschaft, Sicherheit und technische Prüfung finde ich die Einschätzungen der Testerinstanz sehr hilfreich. Ansonsten bleibe ich dabei: die Stiftung Warentest hat leider überhaupt keine Ahnung von Kaffee!

Wie testet Coffeeness Kaffeevollautomaten?

Solltet ihr euch fragen, warum unsere Tests bei Coffeeness so anders sind als bei anderen Testinstanzen, findet ihr hier alle Antworten. Für uns lautet die Quintessenz: Transparent und anwenderfreundlich muss es sein. Darum achten wir auf viele Dinge, die bei „offiziellen“ Tests meist zu kurz kommen.

Auf die Espressobohne kommt es an – und auf den Endgegner

DeLonghi ECAM 22.110 Kaffeevollautomat mit Arne und Kaffee fuer Vollautomaten

Ich teste ausschließlich mit guten, frischen Espressobohnen kleiner Röstereien. Die aktuelle Röstung nenne ich meist dazu, da ich keine feste Vorliebe habe. Das hat sich natürlich geändert, seitdem wir unseren eigenen Kaffee für Vollautomaten haben.

Denn die Handhebelmaschine ist für mich praktisch der Gegenentwurf zum Vollautomaten. Hier müsst ihr wirklich alles alleine machen. Und wenn eine sehr komplizierte Handhebelmaschine einen tollen Espresso schafft, muss das ein Vollautomat auf seine Weise schon tausendmal hinkriegen.

Auf die Milch kommt es an

Ich bin eigentlich als Purist bekannt und trinke meinen Kaffee und Espresso meistens ohne Milch. Aber auch ich liebe einen guten Cappuccino, Cafè Latte oder einen Flat White. Und ihr habt immer ausgiebig gemeckert, dass ich bei meinen Tests die Milchgetränke vergesse und nur auf dem nackten Espresso rumreite. Recht habt ihr! In jedem Fall teste ich nur mit frischer Vollmilch, die ordentlich Fett mitbringt.

Die wichtigsten Testfragen

Kern jedes Tests ist natürlich, was am Ende aus dem Automaten raus kommt und wie wir dazu gelangen. Darum stehen immer wieder die selben Fragen im Mittelpunkt:

Die Liste wird immer länger. Cappuccino ist out, Flat White und Ristretto gehören jetzt zum guten Ton. Ob jedes der Getränke auch seinen Namen verdient, teste ich mehr oder minder ausführlich. Die Ansprüche gehen weit auseinander, aber perfekt sind die Ergebnisse in den seltensten Fällen.

Für mich ist die Qualität des gezogenen Espressos bei einem Kaffeevollautomaten das wichtigste Kriterium. Ohne einen guten Espresso gibt es keinen guten Cappuccino, keinen guten Caffè Latte, es gibt überhaupt kein brauchbares Getränk aus einem Kaffeevollautomaten. Höchstens heißes Wasser.

Praktisch deckungsgleich zu jedem anderen Espresso-Test untersuche ich je VA-Espresso:

  • die Beschaffenheit der Crema
  • die Temperatur
  • den Geschmack

Dabei sind natürlich die verschiedenen Einstellmöglichkeiten wichtig. Wie und mit welchen Abstufungen kann der Mahlgrad geändert werden? Habe ich Einfluss auf die Temperatur? Kann ich die Durchlaufgeschwindigkeit direkt oder indirekt verändern?

Neben dem Espresso ist die Qualität des Milchschaums entscheidend. Es sollte homogen und fein sein. Die Milch darf nicht zu heiß werden, weil sie sonst denaturiert und nicht mehr schmeckt. Die Beschaffenheit des Milchschaums ist bei den meisten Kaffeevollautomaten die größte Schwäche oder herausragende Stärke. Deswegen bin ich auf die Milch und den Milchschaum immer besonders gespannt.

Achtung! Jetzt wird es ein wenig oberflächlich. Ich schaue mir natürlich auch die Verarbeitung des Materials an und bewerte das Aussehen der Maschinen nach meinem Geschmack.

Ich finde Plastik generell weniger schön als massive Edelstahlverkleidungen. Aber ich finde auch, dass ein Kaffeevollautomat nicht zu riesig sein darf. Das optische Gesamtpaket muss einfach stimmen.

In diesem Artikel gebe ich später noch detaillierte Tipps zu Reinigung von Kaffeevollautomaten. Aber wie leicht machen es einem die Hersteller von Vollautomaten?

Ein wichtiger Punkt ist dabei für mich, ob die Brühgruppe zur täglichen Reinigung entnommen werden kann.

Außerdem: Wie funktionieren die Reinigungsprogramme und wie einfach lässt sich die Maschine insgesamt putzen und desinfizieren? Auch wenn andere Faktoren manchmal interessanter scheinen:

Noch einmal der Hinweis: Die Hygiene ist bei Kaffeevollautomaten eines der wichtigsten Testkriterien!

Die Usability, also die Einfachheit der Bedienung eines Kaffeeautomaten, ist gerade für dieses Konzept wichtig. Jeder soll schließlich in der Lage sein, sich ein Getränk zuzubereiten, ohne die Bedienungsanleitung gelesen zu haben.

Ob das klappt, ist so eine Sache: Wie intuitiv funktionieren die Bedienungsoberflächen (Knöpfe oder Display)? Wie leicht können Getränke ausgewählt werden? Wie leicht können Wasser oder Bohne nachgefüllt und wie kann der Auffangbehälter für den Kaffeesatz geleert werden?

Neben eher praktischen Befunden geht es in meinen Vollautomaten Tests natürlich auch um knallharte technische Fakten:

  • Welches Mahlwerk wurde verbaut? Wie arbeitet es? Welche Einstellstufen?
  • Wie funktioniert die Filtration des Wassers?
  • Welche Brühgruppe wurde verbaut und lässt sie sich entnehmen?
  • Welche Pumpe wurde verbaut und wieviel Druck baut diese auf?
  • Wie groß ist das Display und hat es einen Touchscreen?
  • Welches Volumen hat der Wassertank?

Außerhalb der Reihe: Lieferung von Kaffeevollautomaten

In praktisch allen Tests setze ich die Verpackung und Lieferung als erfüllt voraus. Solange der Kaffeevollautomat im Stück bei mir ankommt, lege ich wenig Wert auf eine aufwändige oder besonders sichere Verpackung. Was mich immer aufregt, ist überflüssiger Abfall.

Die Lieferung verdient auch keinen großen Anteil bei der Bewertung, denn mittlerweile ist die Logistik so gut geworden, dass alles schnell und fristgerecht ankommt.

Viele Leute haben allerdings Angst, ihre Espressomaschine oder ihren Kaffeevollautomaten im Winter bei Frost zu bestellen. Manchmal sind die Lieferung von DHL und anderen Logistikunternehmen komplett durchgefroren, deswegen ist es auch naheliegend, dass es Schäden in der Maschine geben könnte.

Bei neuen und unbenutzten Maschinen sehe ich keine große Gefahr. Solange noch kein Wasser in den Kreisläufen des Kaffeevollautomaten war, kann sich dieses auch nicht ausdehnen und das Innenleben beschädigen. Deswegen steht der Bestellung eines neuen Vollautomaten zu Weihnachten nichts im Weg.

Bei gebrauchten Maschinen ist das schon ein wenig anders. Hier sollte harter Frost abgewartet werden. Es ist außerdem empfehlenswert so zu bestellen, dass keine Feiertage und Sonntage zwischen der Bestellung und Lieferung liegen – an diesen kann es vorkommen, dass die Pakete ungeheizt gelagert werden. Aber auch das alles ist für meine Tests nicht entscheidend.

Kaffeevollautomaten Reinigung

Ich weiß, ich weiß. Viele von euch haben keinen Bock darauf. Doch ich wiederhole mich gerne:

Eine gute und umsichtige Pflege ist die Grundvoraussetzung für einen funktionsfähigen Kaffeevollautomaten, der auch noch guten Kaffee macht!

Deswegen solltet ihr von Anfang an darauf achten. Viele Nutzer fangen aber leider erst mit der Reinigung an, wenn etwas nicht mehr funktioniert oder nicht mehr schmeckt. Dann ist es aber zu spät!

Ich will euch an dieser Stelle keine Predigten halten, die ihr auch in der Betriebsanleitung findet. Denn die hat zumindest in diesem Punkt fast immer recht. Vielmehr will ich die wichtigsten Tipps und Fragen zur Reinigung von Kaffeevollautomaten zusammenfassend klären.

Reinigung Vollautomaten – warum so pingelig?

Philips LatteGO Kaffeevollautomat Arne reinigt das Milchschaumsystem

Hersteller empfehlen sehr unterschiedliche Rhythmen für die Reinigung. Wer seinen Kaffeevollautomaten täglich nutzt, sollte ihn mindestens wöchentlich gründlich reinigen. Und mit gründlich meine ich Durchspülen mit Reinigern PLUS das ganze Drumherum, dass ich täglich mache.

Ja, da bin ich pingelig.

Ich reinige meinen Kaffeevollautomaten jeden Tag, an dem ich ihn genutzt habe.

Aus einem ganz einfachen Grund:

Würde ich meinen Cappuccino auch aus einer Tasse trinken, die ich eine Woche nicht gewaschen habe? Nope!

Kaffeereste und Milch in einer mit Wasserdampf arbeitenden Maschine sind ideale Nährböden für Schimmel. Von geschmacksverändernden Substanzen mal ganz abgesehen.

Wer sich mal richtig ekeln will, kann sich dieses Video anschauen: Die Warheit über spezielle Kaffeevollautomaten!

Es ist zwar ultra-tendenziös und zielt darauf ab, Hersteller von Kaffeevollautomaten an den Pranger zu stellen. Ich sehe das Video aber als tolles Anschauungsmaterial dafür an, was passiert, wenn ihr euer Gerät nicht anständig pflegt.

Allerdings denke ich, dass bei einer sachgerechten und regelmäßigen Reinigung erst gar kein Schimmel entsteht. Sicherlich sind Kaffeevollautomaten für Schimmel besonders anfällig – aber wer sich mit der Wartung und Reinigung beschäftigt, kann ihn vermeiden.

Die Reinigungsprogramme von Kaffeevollautomaten sollten dabei regelmäßig genutzt werden, reichen aber nicht aus!

Reinigung der Brühgruppe

Ich baue meine Brühgruppe täglich aus, spüle sie gründlich unter heißem Wasser ab und kann mir deshalb Reinigungsmittel und Kratzen sparen. Ganz wichtig: Nicht ausbaufähige Brühgruppen sind nur dann (in Teilen) akzeptabel, wenn die Maschine drumherum hochwertig ist.

Philips 5400 LatteGo Kaffeevollautomat Bruehgruppe ausgebaut

Wer also ein Gerät mit integrierter Brühgruppe haben möchte (warum auch immer), muss mehr Geld ausgeben. Hier ist besonders auf die Qualität zu achten. Der KRUPS EA8108 Test ist ein gutes Negativ-Beispiel. Ähnliches liefert der Krups EA8808 Test.

Das heißt aber noch nicht, dass bei einer entnehmbaren Brühgruppe auch immer alles super ist. Vor allem die günstigen Versionen, zum Beispiel in einer DeLonghi ECAM sehen ziemlich nach Einwegteil aus. Viel Plastik, wenig Güte.

Das bedeutet für euch, dass Ihr beim Reinigen, Einsetzen und Herausnehmen besonders vorsichtig sein solltet, damit die Brühgruppe nicht auseinander fällt. Aber weniger reinigen solltet ihr sie dennoch nicht! Eher noch mehr, weil diese Dinger zu statischer Aufladung und einer enormen Anziehungskraft auf Vollautomaten-Murks neigen.

Für die Augenmenschen unter euch ist dieses Video interessant:

Reinigung des Bohnenbehälters

Der Bohnenbehälter wird in der Reinigungsroutine sehr gern vergessen. Aber: Kaffee- und Espressobohnen sind je nach Herkunft und Röstung unterschiedlich ölig. Dieses Öl kann sich im Behälter ansammeln und mit der Zeit ranzig werden.

Deswegen empfehle ich immer, den Bohnenbehälter nur mit wenig Kaffeebohnen zu befüllen, die schnell verbraucht werden. Das hat gleich noch mehr Vorteile:

  • eine regelmäßige Reinigung des Behälters wird möglich.
  • die Bohnen werden weniger oft erhitzt
  • Ihr könnt leichter zwischen unterschiedlichen Röstungen wechseln

Die Reinigung des Bohnenbehälters ist, sobald dieser entleert ist, einfach. Ich würde ihn nur mit einem Haushaltstuch trocken auswischen. Kaffee nimmt alle Gerüche und Geschmäcker an, deswegen würde in gerade an dieser Stelle völlig auf chemische Reinigungsmittel verzichten.

Oft habe ich Menschen (auch in der Gastronomie) schon literweise Glasreiniger (oder Schlimmeres) in die Behälter spritzen sehen – das ist für mich und jeden anderen Kaffee-Gourmet eine Katastrophe!

Reinigung des Behälters für den Kaffeesatz & die Auffangschale

Hierbei gibt es weniger Probleme. Die meisten Vollautomaten weisen darauf hin, wenn die Behälter voll sind. Je nach Modell geht das mal mehr, mal weniger fix.

Ich würde diese beiden Bauteile täglich säubern, auch wenn die Maschine noch nicht meckert. Nehmt Reinigungsmittel oder lasst es bleiben, das ist hier egal.

Eine kleine audiovisuelle Troubleshooting-Lektion habe ich in diesem Zusammenhang für euch auch schon erstellt: Viel Wasser in der Abtropfschale = Defekt? Kaffeevollautomat.

Siemens EQ9 connect Kaffeevollautomat Tresterbehaelter voll

Reinigung des Wassertanks

Hier bekommt ihr zwar keine Probleme mit Kaffeeresten, aber mit Algenbildung und anderen ekligen Dingen. Ich würde den Wassertank bei jeder Befüllung vorher einmal heiß durchspülen und abtrocknen. Danach mit frischem, kaltem Leitungswasser befüllen und los geht’s!

Siemens EQ500 Kaffeevollautomat Arne haelt Wasserbehaelter

Reinigung des Mahlwerks

Das Mahlwerk auseinanderzubauen ist meist leichter, als ihr glaubt. Per Klick- und Drehmechanismus lassen sich viele Mahlwerke zumindest in groben Teilen auseinanderbauen und damit auch gründlicher reinigen.

Die Reinigungstabletten sind eine mechanische Lösung, die aber auch wiederum nicht die Handarbeit ersetzt. Hier müsst ihr allerdings nicht täglich ran. Ein- bis zweimal monatlich bei intensiver Nutzung (in haushaltsüblichen Mengen) ist ausreichend.

Wer tiefer basteln will, riskiert, dass die Garantie futsch ist. Allerdings lohnt sich das oft sehr – solange ihr wisst, was ihr tut!

Welche Reiniger für Vollautomaten?

Macht euch das Leben nicht schwer: Nehmt die Produkte, die von den Herstellern empfohlen werden oder die günstigen Alternativen, die in der Zusammenstellung exakt dem Markenprodukt entsprechen. Denn die Hersteller wissen da ganz gut Bescheid.

Von Haushaltsmitteln würde ich grundsätzlich abraten, wenn ihr nicht genau wisst, was ihr da zusammen mischt. Denn etwa Zitronensäure ist im Wasserkocher prima, für manche Vollautomaten aber viel zu aggressiv.

Einen Überblick erhaltet ihr im Ratgeber Reinigungstabletten Kaffeevollautomat.

Außerdem habe ich eine grundsätzliche Frage schon einmal in einem Video behandelt:

Kaffeevollautomaten entkalken

Warum ihr die Wasserhärte am Vollautomaten einstellen solltet, habe ich schon bei den Einstellungsmöglichkeiten erklärt:

Immer, wenn sich die Maschine erhitzt, setzt sich Kalk aus dem Wasser ab. Je höher die Härte des Wassers, desto höher ist auch der Kalkgehalt – und umso schneller setzt sich Kalk ab, der die Leitungen und Mechaniken blockiert.

Es gibt tatsächlich (günstige) Kaffeevollautomaten ohne Entkalkungsprogramm. Hier müsst ihr anhand der Wasserhärte selbst bestimmen, wie oft ihr entkalken solltet. Meine Empfehlung ist, mindestens einmal im Monat zu entkalken.

Bei der Entkalker-Wahl gilt das Gleiche wie bei den Reinigern: Folgt den Empfehlungen der Hersteller (vor allem in der Darreichungsform) und nehmt dann gern die günstigere, aber inhaltlich identische Variante.

Mit Wasserfilter im Vollautomaten weniger entkalken?

In vielen Kaffeevollautomaten ist ein Wasserfilter eingesetzt oder kann optional eingesetzt werden. Dieser funktioniert im Grunde wie ein klassischer Brita Filter, ist aber nicht vollständig im Gerät integriert. Der Filter reduziert die Wasserhärte, also den Kalkgehalt im Wasser auf die Stufe 1.

Was bedeutet das für die Filtration und das Entkalken?

  • Bei bereits weichem Wasser ist ein Wasserfilter überflüssig.
  • Bei mittlerem und hartem Wasser wird der Kalkgehalt reduziert.
  • Ein Wasserfilter macht das Entkalken nicht überflüssig, sondern nur weniger oft nötig.
  • Egal, was der Hersteller sagt, entkalkt trotz Wasserfilter mindestens 4 mal im Jahr.

So ein Wasserfilter verlangt auch ein paar genauere Einstellungen: Sagt dem Vollautomaten, dass ihr einen Filter benutzt und ermittelt den Härtegrad des Wassers möglichst genau.

Aus Kostensicht ist so ein Wasserfilter im Vollautomaten, den ihr auch regelmäßig wechseln müsst, übrigens weitaus teuer als das regelmäßige Entkalken.

Und weil es so viele Kaffeevollautomaten kaputt gemacht hat, noch einmal in aller Deutlichkeit:

Auch mit Wasserfilter müssen Kaffeevollautomaten entkalkt werden!

Kaffeevollautomaten einfetten und ölen

Das regelmäßige Einfetten der Brühgruppe ist wichtig, damit die Press- und Brühmechanik wortwörtlich wie geschmiert läuft. Das Fett ist nicht nur für die Schienen, sondern auch für die Scharniere wichtig.

Wer täglich seine Brühgruppe reinigt, sollte sie einmal monatlich nachfetten.

Wie das geht, seht ihr meist in der Betriebsanleitung. Wichtig ist, ein Multi-Silikonfett ohne Geruchs- oder Geschmacksentwicklung zu nutzen. Also spart euch das Zeug für eure Fahrräder besser!

Ich persönlich mag das OKS 1110-100G Multi-Silikonfett NSF H1. Denn es ist auch noch schön ungiftig.

FAQ Kaffeevollautomaten – Ihr fragt, Coffeeness antwortet

Auch wenn ich nicht jeden einzelnen Kommentar von euch sofort oder überhaupt beantworte – ob auf Coffeeness.de, auf unserer Facebook-Seite, in der Facebook-Gruppe oder sonstwo –  habe ich eure regen Diskussionen und Fragen doch immer auf dem Schirm.

Darum habe ich in diesem Ratgeberartikel auch eine FAQ-Rubrik eingeführt, die ich versuche, regelmäßig zu aktualisieren.

Ich habe mich einmal durch die ganzen Kommentare und Posts gewühlt und ein paar der interessantesten Fragen rausgesucht, die entweder ganz oft vorkommen oder so einmalig sind, dass ich sie für alle beantworten will.

Das kann man so und so sehen. Ich bevorzuge eher kältere Trinktemperaturen bei Latte und Co und empfinde daher die Temperaturen bei den Siemens-Maschinen meist als optimal. Ich weiß aber auch hundertprozentig, dass Fans sehr heißer Milch mit Siemens oft Probleme haben.

Auf diese Idee haben mich Facebook-User gebracht und ein Beispiel angeführt, bei dem ihr eine Jura-Maschine für 25 Euro pro Monat erhaltet. Das klingt auf den ersten Blick sehr günstig.

Allerdings lohnt sich die Rechnerei genauso wenig (oder viel) wie bei Autos: Bis wann dauert der Vertrag, wie viele Bezüge holt ihr täglich aus der Maschine, wie viel ist die Maschine wert? Ihr merkt schon: Hier gibt es zu viele Wenns und Abers, als dass sich diese Idee für Privatleute bezahlt macht.

Für Business-Zwecke habe ich zum Thema Kaffeevollautomat leasen einen eigenen Artikel verfasst.

Das sind keine Klümpchen, sondern Flocken, die sich bilden, wenn die Milch-Alternative in Sachen Temperatur nicht mit dem Kaffee übereinstimmt. Das hat mit der besonderen Zusammensetzung der pflanzlichen Varianten zu tun.

Interessanterweise entstehen die Klümpchen meist bei Fertigmischungen mit Zucker und anderen Zusätzen. Zuckerfreie Alternativen klumpen selten bis nie.

Gerade bei selbstgemachten Milch-Alternativen ist die Gefahr relativ hoch, dass die komplizierten und filigranen Bauteile durch Schwebstoffe und Festbestandteile verstopfen. Und dann blockiert die Maschine gerne mal oder der Schaum wird kompletter Mist.

Hier haben Dampflanzen und selbst simple Cappucinatore-Systeme meist die Nase vorn, weil weniger Windungen zu durchlaufen sind. Solltet ihr dennoch Milchalternativen im Automatikmodus bevorzugen, kommt ihr um rigoroses Reinigen leider nicht herum. Der Saeco Xelsis Test zeigt euch aber ein gutes Beispiel für eine Maschine, die das ziemlich komfortabel macht.

Wenn ihr Probleme mit einer bestehenden Maschine habt, ist ein guter und günstiger externer Milchaufschäumer vermutlich die cleverere Lösung.

Der Ikea-Glas-Test ist für mich ein fester Bestandteil der Testberichte, weil ich weiß, dass viele von euch sich immer fragen, ob die eigenen Latte-Gläser auch unter den Auslauf des Kaffeevollautomaten passen.

Eine pauschale Antwort für die maximale Auslaufhöhe gibt es nicht. Einen ungefähren Richtwert liefert zum Beispiel der Siemens EQ 6 Test, bei dem 14 Zentimeter hohe Gläser kein Problem sind. Bei den günstigeren Versionen wird dieser Wert aber häufig deutlich unterschritten!

Je nach Hersteller gibt es erstaunlich viele Ersatzteile für die jeweiligen Vollautomaten bei Amazon und Co. In meinen Augen ist das auch euer Maß für die Reparatur. Lässt sich das Teil einfach ersetzen? Dann macht es, statt einen neuen Vollautomaten zu kaufen! Das gilt selbst für Dinge wie die Brühgruppe.

Sobald der Defekt tiefer geht, bin ich zweigeteilt. Bei besonders hochwertigen Vollautomaten mag sich die Reparatur durch Profis noch lohnen, aber bei den sehr günstigen Versionen mit viel Kunststoff und hohem Verschleißpotential bin ich etwas anderer Meinung.

Mein Tipp: Rechnet nie einfach den Kaufpreis gegen den Reparaturbetrag gegen, sondern bezieht die bisherige Nutzungsdauer, die Nutzungsintensität und euer Reinigungsverhalten mit ein.

An der einen oder anderen Stelle habe ich schon mehrfach erwähnt, dass ich WMF-Geräte für eine echte Gastro-Institution halte. Denn viele Backshops oder Tanken sind mit WMF Vollautomaten ausgestattet. Und da gehören sie meiner Meinung nach auch hin.

Für zu Hause sind sie im aktuellen Marktangebot einfach nicht konkurrenzfähig, das Preis-Leistungs-Verhältnis ist aus meiner Sicht schlecht. Deswegen habe ich auch noch keines der Geräte getestet. Ein älteres Beispiel: Die WMF 1000pro S sieht aus wie eine große Mikrowelle und hat keine guten Bewertungen. Für den Preis bekommt ihr bei Miele oder Siemens einfach viel mehr.

Ich weiß aber auch, dass zum Beispiel Reparatur-Profis unter euch von WMF-Modellen begeistert sind, weil sie zwei hochwertige Boiler und ein Mahlwerk bieten, das in Sachen Bezüge praktisch unschlagbar ist. Aber auch das läuft bisher für mich auf eher sehr gewerbliche Argumente hinaus, auf die wir bei Coffeeness nicht fokussieren.

Nivona ist in Sachen Image ähnlich wie WMF auf Gastro-Niveau, sogar noch ein wenig mehr. Ich nehme mir jedoch seit Jahren vor, Nivona Vollautomaten für euch zu testen. Denn in diesem Fall finde ich, dass die Übersetzung von Profi-Anspruch in den Consumer-Bereich durchaus funktioniert. Aber: Nivona-Geräte sind in vielen Teilen baugleich mit Miele-Geräten. Und die sind einfach wesentlich bekannter – und natürlich auch bei Coffeeness vertreten.

Miele, Melitta, Saeco, Philips, Krups, DeLonghi und Siemens spielen bei Coffeeness die Hauptrolle. Jura läuft gerade erst wieder an, Krups hat mich bisher in keiner Weise überzeugt, Bosch hat sich ein wenig auf dem Markt verloren.

Die Markendominanz entsteht aus einem Grund: Ihr als Kunden vertraut ihnen am meisten. Und deswegen teste ich diese Brands auch hauptsächlich. Sollte ich einmal über einen besonderen „obskuren“ Vollautomaten stolpern, oder sollten sich die Anfragen dazu häufen, dann steht dem Kaffeevollautomaten Test natürlich absolut nichts im Wege!

Ganz ehrlich: Wer Milchschaum nicht braucht und auch ansonsten sehr klare Vorstellungen von Kaffee hat, hat nur zwei Möglichkeiten: Entweder, er schaut sich einmal meinen Melitta Caffeo Solo Test bzw. Melitta Purista Test an oder stellt sich ernsthaft die Frage, ob es wirklich ein Kaffeevollautomat sein soll.

Siehe mein Selbstcheck weiter oben. Geht es wirklich um Qualität, ist zum Beispiel eine gute Espressomaschine für euch vermutlich die befriedigendere Wahl.

Ja, seit kurzem hat DeLonghi mit dem neuen Soul und dem Maestosa einen solchen Kaffeevollautomat vorgestellt. Alle Infos dazu, findet ihr in meinem Test zum DeLonghi Maestosa.

Solange ihr weder eine Krups- noch Jura-Maschine habt, könnt ihr die Brühgruppe normalerweise immer entnehmen. Ist das einmal nicht der Fall, ist sie vermutlich nicht in der Parkposition. Das passiert meist, wenn ihr einfach den Stecker zieht oder den Hauptschalter ausmacht, ohne die Maschine vorher „runter zu fahren“.

Dann hilft nur noch einschalten, am normalen Knopf (für den täglichen Betrieb) ausschalten, kurz warten. Klemmt’s dann immer noch, hilft vielleicht der Kundenservice weiter.

Müssen müsst ihr gar nichts. Ich allerdings nutze weitestgehend die Herstellerprodukte. Da muss ich mir wenigstens keine Gedanken um die Zusammensetzung machen und kann im Zweifelsfall den Richtigen zur Verantwortung ziehen.

Ein Facebook-User hat es perfekt ausgedrückt: Ich kaufe doch keine teure Maschine, um am Ende bei billigem Reiniger sinnlos zu sparen. Amen!

Denen, die eigentlich eine Siebträgermaschine wollen, sich aber das Geld (noch) nicht ans Bein binden möchten. „Wahre“ Vollautomatenkäufer suchen das Praktische und Komfortable. Und da ist ein automatisches Milchschaumsystem praktisch unersetzbar.

Meine Frage taucht hier nicht auf, was kann ich tun?

Diese FAQ-Rubrik ist natürlich ein wachsendes Gebilde. Und nicht immer kann ich euch in den Kommentaren sofort antworten. Für alle, die sich zum Beispiel die Frage stellen „Ist Modell X besser als Modell Y?“ und „Welche Maschine ist für mich die richtige“, kann ich wärmstens die Kaffeevollautomaten Facebook Gruppe empfehlen.

Hier diskutieren die User ihre Erfahrungen mit bestimmten Modellen und sind wirklich sehr engagiert. Außerdem gilt auch weiterhin: Hinterlasst mir gerne einen Kommentar! Sobald ich Antworten und neue Erkenntnisse habe, melde ich mich schleunigst und lasse besonders wichtige Fragen auch hier auftauchen. Deal?

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