Bodum Milchaufschäumer Latteo im Test

Bodum Milchaufschäumer Latteo im Test Ergebnis
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Dieser Artikel dreht sich um den Bodum Milchaufschäumer – alle Information über die getesteten Aufschäumer findest du hier: Milchaufschäumer Test.

Von meiner heißgeliebten La Pavoni Professional Espressomaschine bis zur manuellen Kaffeemühle Comandante: Bei Kaffee bin ich ein echter Fan von Handarbeit.

Bei Milchschaum war ich allerdings bisher der Meinung, dass die Dampfdüse das einzig wahre Werkzeug ist – schon allein wegen der Power. Und dann kam der manuelle Milchaufschäumer Bodum Latteo 1446-01 um die Ecke.

Testsieger manuelle Milchaufschäumer
Bodum Milchaufschäumer

Einfach mit der Hand.

Was soll ich sagen: Trotz kleinerer Macken und Einschränkungen zaubert dieser günstige Milchaufschäumer im French Press-Look wirklich beeindruckende Ergebnisse. Im Test erfährst du alles zu diesem neuen Lieblingsprodukt aus der Kategorie „Wer hätte das gedacht?!“.

Der erste Eindruck

Beim Auspacken des Bodum Latteo 1446-01 musste ich erst einmal nachprüfen, ob ich mir nicht aus Versehen doch einen Bodum Kaffeebereiter bestellt habe. Denn die Unterschiede zwischen beiden Produkten sind eher subtil:

Der Bodum Milchaufschäumer sieht wie eine übliche French Press aus, bringt aber kein Metallgestell mit. Das wichtigste Merkmal ist das Sieb, das im Gegensatz zu den Kaffeebereitern etwas anders aufgebaut ist und keine Spiralen oder Doppelsiebe besitzt.

Der Grund ist klar: Hier sollst du nicht Kaffeemehl nach unten drücken, sondern das Sieb am Stempel schnell durch die Milch auf- und abbewegen, um Milchschaum zu machen.

Bodum selbst drückt es so aus:

„Bei einem manuellen Aufschäumer wird die Milch nicht vom Dampf zerdrückt, was einen dichteren und noch genussvolleren Schaum bereitet.“

Was haben wir gelacht. Doch abgesehen vom physikalischen Unsinn (so ein Stempel ist ja quasi der Inbegriff des Zerdrückens) – vielleicht stimmt die Sache mit dem dichten Schaum.

Der Glasbehälter mit Griff und Ausguss jedenfalls liegt gut in der Hand und hat eine gewisse Laborglasästhetik. Ein Blick auf die Bodum-Seite verrät, dass es sich um Borosilikatglas handelt. Und dieses wird tatsächlich für Labor- und Brandschutzglas eingesetzt. (In diesem Grundlagenartikel zum Thema Glas kannst du mehr dazu erfahren.)
Deckel und Sieb wiederum bestehen aus Plastik, was zwar nicht besonders hochwertig ist, in meinen Augen aber dazu dient, den Bodum Milchaufschäumer einfacher benutzen zu können.

Aktuell kannst du den Latteo bei Amazon für unter 20 Euro kaufen. Seit meinem letzten Check für den Artikel zu Milchaufschäumern hat der Latteo übrigens den ehemaligen Spitzenreiter Bialetti Tutto Crema vom Siegertreppchen auf der Bestsellerliste gestoßen.

Zwanzig Euro halte ich für einen sehr guten Preis, zumal es sich um Bodum-Qualität handelt. Das sagt natürlich erst einmal nichts darüber aus, ob der Milchschaum am Ende etwas taugt. Doch mein erster Eindruck war insgesamt schon einmal top.

Manuelle Milchaufschäumer

Die Vorbereitung

Natürlich habe ich vor der ersten Anwendung alle Teile gut gesäubert und abgetrocknet um den Latteo blitzeblank und ohne Plastik- oder Kartonrückstände zu testen.

Wo andere Milchaufschäumer wie der automatische Induktionskollege Severin SM 3582 mit einer dicken Betriebsanleitung zu dir kommen, fasst sich der Latteo überaus kurz.

Laut Anleitung sollst du die Milch bis zum Maximalstrich auffüllen, den Glasbehälter ohne Deckel auf eine Herdplatte stellen, die Milch erhitzen und anschließend den Deckel aufsetzen. Dann heißt es

„Bringen Sie die Milch mit Auf- und Ab-Bewegungen zum Schäumen, bis sich das Volumen der Milch verdoppelt hat.“

Hier steht nichts zur empfohlenen Milchart. Auf der Bodum-Seite selbst wird wieder die überall verbreitete „eiskalte fettfreie oder fettarme Milch“ angepriesen – die ich natürlich ignoriert habe.

Mit einer angenehm vollfetten 3,9%igen Wiesenmilch hat der Schaum einfach mehr Geschmack – also habe ich diese bis zum Eichstrich eingefüllt.

Dieser liegt trotz des recht großen Kannenvolumens von 800 ml nur bei mageren 250 ml. Der große Luftraum ist dafür gedacht, dem Stempel beim Schäumen einen anständigen Aktionsradius einzuräumen.

250 ml – womit du gerade mal einen großen Milchkaffee zustande bringst – sind zwar mehr als bei manch anderer Milchschäumalternative, allerdings zeigt sich hier die erste Grenze des Bodum Latteo 1446-01: Mehr als zwei Tässchen auf einmal bekommst du damit nicht hin.

Bei einer kleinen Pump-Trockenübung habe ich außerdem festgestellt, dass du dir immer ein rutschfestes Plätzchen in der Küche suchen solltest – sonst führt die Glaskanne bei all dem fanatischen Gepumpe irgendwann ein Eigenleben.

Der hübsche Korkuntersetzer, wie er auf dem Produktbild bei Amazon zu sehen ist, gehört leider nicht zur Standardausrüstung. Macht aber nix, Korkuntersetzer gibt es zum Beispiel bei unserem Lieblingsmöbelhaus aus Schweden für ‘n Appel und ‘n Ei.

Manuelle Milchaufschäumer Erfahrungen

Die Anwendung

Die Tatsache, dass du die Milch gleich im Schäumer erhitzen kannst, finde ich als alter Abwaschmuffel natürlich hervorragend. Die Sache hat nur einen Haken:

Wenn du eine Induktionsplatte besitzt, musst du den Umweg über den Topf gehen.

Zwar wird in so manchem Online-Test gern behauptet, dass der Bodum Latteo 1446-01 Milchaufschäumer induktionsgeeignet ist, doch das hektische Gepiepe meiner Platte hat mir das Gegenteil bewiesen.

Sei’s drum, so schwer ist das Erhitzen von Milch im Topf auch nicht, wenn du folgende Tipps beachtest:

  • Durchsichtiger, weißer Dampf zeigt dir, dass die Milch die Optimaltemperatur von etwa 65 Grad erreicht hat.
  • Wenn du die Milch gerade noch mit dem Finger anfassen kannst, ist sie fertig. Ansonsten hilft dir ein günstiges Milchthermometer.
  • Durch ständiges Rühren verhinderst du die so gefürchtete Milchkruste.

Diese Vorgaben gelten natürlich auch, wenn du die Milch direkt im Latteo erwärmst.

Und nun der Moment der Wahrheit: Behälter von der Platte nehmen, Deckel drauf … ja, und jetzt? Weil Bodum keine weiteren Angaben zur Geschwindigkeit oder Eintauchtiefe gemacht hat, habe ich mich daran orientiert, was viele machen würden: einfach drauflos pumpen.

Du musst den Latteo schon gut festhalten, und auch den Deckel ein wenig absichern, denn die Milch schwappt im Glas, als gäbe es kein Morgen. Bei rund 40 Stößen habe ich aufgehört zu zählen, aber ich bin mir sicher, dass hier sowieso jeder auf einen anderen Wert kommt.

Jedenfalls habe ich das Auf und Ab so lange durchgezogen, bis das Milchvolumen tatsächlich doppelt so groß war.

Noch ein Wort zu dem Quatsch, den Bodum auf seiner Produktseite empfiehlt:

„Für beste Ergebnisse verwenden Sie eiskalte fettfreie oder fettarme Milch und stellen anschließend den Glasbehälter mit der aufgeschäumten Milch kurz in die Mikrowelle. Fertig ist ihr perfekter warmer Milchschaum.“

Ich glaube, hier handelt es sich um einen Ausdrucksfehler, denn wer käme bitte auf die Idee, Milchschaum in die Mikrowelle zu stellen? Aber auch vom Erwärmen der Milch in der Mikrowelle vor dem Schäumen kann ich nur abraten: zu heiß, zu unsicher, zu schlechter Geschmack.

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Das Ergebnis

Ungefähr bei Stoß 25 habe ich mich gefragt, wie aus dieser Sauerei jemals Milchschaum entstehen soll. Doch als ich den Deckel abgenommen habe, erwartete mich doch eine Überraschung:

Glänzender, porenfreier Milchschaum, bei dem sogar ein Latte Art-Künstler auf den ersten Blick feuchte Augen bekommen würde.

Wie von Bodum empfohlen, habe ich die Milch noch kurz stehen lassen, damit sich der Schaum setzen kann. Aber ich habe nur wenige Sekunden statt der angegebenen Minute gewartet und die Kanne in feinster Barista-Manier noch ein wenig geschwenkt.

Das Festklopfen konnte ich mir jedoch sparen, denn es gab wirklich keine Luftbläschen, die ich hätte vertreiben müssen.

Ein befreundeter Barista hat einmal zu mir gesagt „Löffel – Das L steht für Loser“, allerdings ist die Bodum-Kanne zu groß, um das Milchschaumkunstwerk anständig in eine Tasse zu befördern. Also musste doch der Löffel herhalten.

Ein kleiner Milchsee blieb auf dem Boden zurück. Doch ich denke, dass mit zunehmender Pump-Expertise auch dieser Rest verschwinden kann.

Außerhalb der Wertung: Was kann der manuelle Bodum Latteo Milchaufschäumer noch?

Manuelle Milchaufschäumer im Test Wie wird der Milchschaum - Bodum Manuelle Milchaufschäumer Quallität Latte Art

So ein hübsches Bodumkännchen verführt natürlich dazu, dem Hersteller ein Schnippchen zu schlagen und sie als French Press einzusetzen. Ich kann dir aber versichern, dass dich das Ergebnis nicht erfreuen würde. Der Milchschäumer ist eben nur für Milchschaum gedacht.

Wenn du lieber ein Tässchen heiße Schokolade oder Chai damit machen willst, ist das kein Problem – nur wird das Getränk nicht ganz so perfekt. Denn anständige heiße Schokolade braucht ein bisschen mehr Temperatur und auch wegen der Zucker- und Kakaopartikel schäumt es eher suboptimal.

Anders sieht die Sache bei den Getreide- und Nussalternativen aus. Hier musst du dich nur an meine üblichen Tipps für die besten Milchalternativen halten:

  • Sojamilch schäumt wie verrückt, aber auch sehr löchrig.
  • Hafer bietet lecker nussige Ergebnisse, jedoch mit mehr Poren.
  • Kokos und Reis kannst du vergessen.
  • Dinkel eignet sich mittelprächtig.
  • Mandel ist äußerst widerspenstig.

Die Reinigung

Dazu muss ich nicht viel sagen: Stecke einfach beide Milchschäumerteile in die Spülmaschine und fertig ist die Sache. Da es sich hier nur um ein einzelnes, recht glattes Sieb handelt, musst du auch nichts auseinanderschrauben. Das ginge beim Bodum Latteo 1446-01 sowieso nicht.

Mein Fazit: Für wen eignet sich der manuelle Bodum Milchaufschäumer?

Bei diesem Milchaufschäumer gilt, was ich bereits zu Beginn gesagt habe: Wer hätte das gedacht?! Trotz meiner anfänglichen Skepsis ist das Ergebnis mehr als überzeugend und selbst Anfänger kriegen es hin.

Die Pro-Liste fällt dementsprechend recht lang aus:

  • einfache Anwendung.
  • alle Schritte im Gerät möglich.
  • gute Handhabung (mit ein wenig Vorsicht).
  • Du kannst das Schäumergebnis selbst beeinflussen.
  • Du hast die Fortschritte durch den Glasbehälter immer im Blick.
  • kompaktes Gerät.
  • günstiger Preis für hochwertige Qualität.
  • einfache Reinigung.
  • mehr als überzeugender Milchschaum – cremig, porenfrei, fließfähig.

Auf der Contra-Seite habe ich nur einige kleine Einwände:

  • NICHT induktionsgeeignet.
  • Mit 250 ml recht begrenzte Milchschaummenge.
  • Es kann spritzen, wenn du den Deckel nicht gut festhältst.
  • Ums Extra-Erwärmen der Milch kommst du nicht herum.

Insgesamt bin ich vom manuellen Milchaufschäumer Bodum Latteo 1446-01 schwer begeistert und empfehle ihn jedem, der Lust auf Milchschaum, aber keine Lust auf Profi-Equipment hat. Hier könnt ihr ihn auf www.amazon.de bestellen.

Testsieger manuelle Milchaufschäumer
Bodum Milchaufschäumer

Einfach mit der Hand.

Ich kann mich zwar immer noch nicht von der Dampfdüse lösen, doch sollte diese den Geist aufgeben, ist der Latteo meine erste Alternative.

Ich finde übrigens auch, dass der Bodum Milchaufschäumer auf jeden Fall Lust aufs Experimentieren macht – zum Beispiel mit Fettstufen, Temperaturen, Texturen usw. Vielleicht züchtet dieser manuelle Milchaufschäumer eine ganz neue Generation Latte-Artisten heran?

Alle Information über alle getesteten Aufschäumer findet du hier: Milchaufschäumer Test.

Hast du auch schon Erfahrungen mit dem Latteo? Dann freue ich mich auf einen Kommentar!

 

4 Kommentare
  • Petra
    5 December, 2016

    Hallo, Arne,

    “Schöneren Schaum als mit der Dampfdüse kann man kaum zaubern, oder hast du schon einmal einen Latte Art-Weltmeister oder Barista mit einer Pump-Kanne hantieren sehen? Eben.”

    Ja, Dritan Alsela.
    Klappt hervorragend.

    Gruß

  • Arne
    5 December, 2016

    Hallo Petra, danke für den Hinweis 🙂 Super! Das glaube ich sofort!

    Viele Grüße,
    Arne

  • John
    13 September, 2017

    Bekomme mit meinem Latteo leider nur Bauschaum/keinen latteartfähigen Schaum hin wie im Betrag beschrieben.
    Gibt es eine spezielle Technik?

    Habe schon kürzere und längere Pumpphasen und verschiedene Milcharten ausprobiert, leider ohne Erfolg.

  • Bernhard Krug
    16 September, 2017

    ich habe Bodum und Bialetti, für mich kommen nur handbetriebene Modelle in Frage, da mM Preis Leistung am besten.

    Ich kann die Bewertung des Bodum nicht nachvollziehen, da die Reinigung sehr schwer ist, wenn die Milch mal anbrennt. Zudem kann ich die Bialetti direkt auf den Herd stellen, was bei der Bodum aus Glas nicht immer gut geht. Die Teflonbeschichtung im Bialetti sorgt dafür, dass man sie einfach und schnell per Hand reinigen kann – ich reinige Geräte zur Kaffezubereitung nicht mit der Spülmaschine bzw. mit Spülmittel. Das ist aber vermutlich eine Geschmacksfrage.

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