Diese Zubereitungsart ist der echte Klassiker: Kaffee mit dem Handfilter

Wie bei Klassikern üblich, erleben sie immer wieder eine Renaissance. Aber der Handfilter ist kein verstaubtes Relikt, er ist eine praktische Sache und liefert hervorragende Ergebnisse. Ich nutze ihn täglich. In diesem Artikel bekommt ihr eine Anleitung zur Zubereitung von Kaffee mit dem Handfilter, Tipps zur Dosierung sowie Mahlgrad und ich kann schon jetzt verraten, der Handfilter ist besser als jede Kaffeemaschine, zumindest bei Kaffeemengen unter einem Liter.

Vielen Kaffeefreunden entwickelt der Kaffee aus der French Press einen zu starken Körper und es befinden sich im Kaffee einige Partikel und ein kleiner Bodensatz – der kommt gerade bei meiner Oma überhaupt nicht gut an! Hier kommt der Vorteil der Handfiltration ins Spiel – denn es wird filtriert.

Das Ergebnis einer gelungenen Handfiltration ist klarer. Keine Kaffeepartikel, kein Bodensatz. Dafür findet allerdings eine Filtration (nicht überraschend bei einem Filter) statt. Aber der handfiltrierte Kaffee behält auch bis zum Abkühlen seinen klaren Geschmack. Wo keine Partikel rumschweben extrahiert auch nichts mehr. Der Papierfilter kommt mit dem Kaffeesatz in den Biomüll, den Porzellanfilter abspülen und fertig.

Arne mit Handfilter

Für welchen Handfilter sollte ich mich entschieden?

Handfilter Amazon

Ich nutze den Hario Kaffeefilter aus Porzellan. Den gibt es in zwei Größen. Den 01 Filter (der ist wirklich nur für eine Tasse geeignet) und den 02 Filter für 1-4 Tassen oder eine große. Ich benutze jeweils die dazugehörigen Filter (für 01 und für 02). Die sind recht teuer aber ich bin von der Qualität überzeugt. Als Alternative kann man sicher auch einen Melitta Filter benutzen aber bei denen gefallen mir die Filtertüten nicht und die Marke erinnert mich einfach zu sehr an den Geschmack von schlechtem Kaffee.

Bedienungsanleitung eines Handfilters

1. Frischen Bohnenkaffee mahlen. Auf die Dosierung kommt es natürlich auch beim Handfilter an! 8-12 g bei 120 ml Wasser. Wer eine anständige 0,5l Tasse hat, sollte es mit einem anderen Verhältnis versuchen. Am besten nicht einfach hochrechnen! Bei einem halben Liter 30 bis 38 Gramm. Einfach testen! Je mehr Kaffeepulver ihr eingebt, desto länger läuft der Kaffee durch – die Kontaktzeit ist also länger und der Kaffee kann überextrahieren. Der Kaffee sollte mittelfein gemahlen sein. Feiner als bei der French Press und gröber als Espresso.

Kaffee Mahlgrad Schaubild

2. Die Filtertüte an der Naht knicken und in den Filter einlegen.

Filter

Herzhaft mit Wasser benetzen, schwenken und auskippen. Das schwämmt Partikel aus und bewirkt, dass sich der Filter an das Porzellan ansaugt.

Filter Nass

3. Wasser nach dem Aufkochen ein paar Sekunden stehen lassen. Kaffeepulver rein. Kurz im Filter schütteln, damit sich eine ebene Oberfläche bildet. Jetzt langsam den Kaffee gleichmäßig benetzen bis er komplett feucht ist – aber er soll noch nicht im Wasser schwimmen. So lässt du ihn einen kleinen Moment ziehen. Er soll schön gleichmäßig durchweichen. Ca. 30 Sekunden. Diesen Prozess bezeichnet man als „blooming“ aber aufquellen passt auch ziemlich gut.

Kaffee Geruch

4. Jetzt langsam in kreisenden Bewegungen das restliche Wasser aufgießen, bis es kurz vor dem Rand des Filters ankommt. Jetzt aufhören. Falls noch Wasser übrig bleibt warten, bis das Wasser des ersten Durchgangs komplett durchgelaufen ist. Jetzt noch einmal nachgießen. Hat sich das Kaffeemehl an den Rändern festgesetzt, löse es mit einem gezielten Strahl aus dem Wasserkocher.

coffeeness-32

Expertentipps zum Handfilter

  • Am besten gleich in die Tasse! Den Porzellanfilter einfach auf die Tasse stellen. Vorher mit der Tasse das Wasser abmessen und aufkochen. So hast du heißeren Kaffee und ein Teil weniger für den Abwasch. Das Abmessen mit der zu befüllenden Tasse erlaubt dir angstfrei aufzugießen, weil nicht die Gefahr des Überlaufens besteht.
  • Immer den Filter durchnässen – so werden mögliche Partikel entfernt. Außerdem fügt sich der Filter so schön an die Ablaufrillen im Porzellan an.
  • Gib kein unnötiges Geld aus! Ein anständiger Porzellanfilter und gute Filtertüten reichen völlig aus, gegebenenfalls noch eine Kaffeekanne, solltest du Kaffee für mehrere Personen zubereiten. Niemand braucht einen extra Wasserkocher! Ich ahne schon dafür bekomme ich von einigen Kaffeeliebhabern Ärger. Aber „gleichmäßiger und dosierbarer Aufguss“ klappt auch aus jedem konventionellen Wasserkocher – vom Kaffeeentzug bekomme ich jedenfalls keinen Tatter.Wer ihn wegen des netten Designs doch kaufen möchte, bitte. Ich kaufe mir für die 84,69€ lieber Kaffee. Ok – noch mal dazu – ja, wir leben im Kapitalismus und es ist natürlich für die Industrie blöde, dass eine der besten Arten Kaffee zuzubereiten günstig ist – hmmm was mache ich als internationales Unternehmen da!? Einen überteuerten Wasserkocher, cool – noch drei Wochen warten und schon fangen alle an zu erzählen, der sei unerlässlich! Mein Kaffeekocher ist nicht gerade Hipster-tauglich, dafür aber mit blauen LEDs – ich bin halt ein Kind der 90er Jahre.

Häufige Fragen zum Handfilter:

Das Wasser läuft zu langsam durch?

Versuche es mit etwas gröberem Kaffeemehl!

Ich habe alles gemacht wie in der Beschreibung aber der Kaffee schmeckt trotzdem nicht!

Kaufe besseren Kaffee!

Warum kann ich dann nicht gleich eine Filtermaschine benutzen?

Das ist einfach. Die meisten Filtermaschinen spritzen unkontrolliert, kochendes Wasser in den Filter. Dann auch nur schön in die Mitte – der Kaffee am Rand wird teilweise nicht erreicht. Es gibt eine Platte zum warmhalten. Genereller Tipp fürs ganze Leben: „Meide alle Dinge die eine Platte zum warmhalten haben“.
34 Kommentare
  • Andreas
    2 März, 2015

    Hallo Arne,

    herzlichen Dank für Deine exzellenten Anleitungen zu den verschiedenen Brühverfahren.

    Ich war auf Deinen Blog gestoßen, als ich mich zu „Aeropress“ informieren wollte.

    Echte klasse Deine Info!

    Die Aeropress finde ich „verfahrenstechnisch“ zwar interessant aber ebenso wie Du „zu Tode hässlich“.
    Mit sowas will ich bei einem Genußmittel nicht hantieren.

    Mal sehen, ob es mal sowas aus Glas geben wird.

    Darf ich Dich zum Handfiltern noch was fragen?

    Ich möchte mir bald einen Porzellanfilter anschaffen.

    Melitta schreibt auf
    http://www.melitta.de/de/Melitta-Original-Filtertueten-452,2094.html
    was von „Aromazonen“.

    Über die Höhe scheint sich also die Porenart zu verändern.

    Daraus würde folgen, dass man, wenn man eine einzige Tasse in einem „1×4“ aufbrüht ein anderes Ergebnis erzielt als in einer „1×2“.

    Sind die Aromazonen reines Marketingblabla oder denkst Du da ist was dran?

    Hintergrund der Frage:
    Grundsätzlich würde es mich reizen, nur eine oder wenige Filterhalter und Filtertütengrößen zu verwenden.
    Wärmetechnisch müsste man bei einem großen Filterhalter beim Aufbrühen nur einer einzigen Tasse sogar Vorteile gegenüber dem „passenden“ Filterhalter haben.
    Mehr Porzellan speichert mehr Wärme beim Vorwärmen.

    Herzliche Grüße,
    Andreas

  • Arne
    2 März, 2015

    Hallo Andreas,

    ich habe die Melitta Filter selber noch nicht getestet. Für mich hört sich das tatsächlich sehr nach „Marketingblabla“ an. Meine Erfahrung mit anderen Handfiltern ist, dass damit besonders gut unterschiedliche Mengen zubereitet werden können. Auf jeden Fall besser als in der Frech Press. Die Aeropress nutze ich im Alltag nicht mehr so oft. Gekauft habe ich mir gerade noch einen Drip Pot:

    Hario Drip Pot Woodneck

    Den teste ich erst seit drei Tagen bin aber schwer begeistert – der kann auf jeden Fall mit dem Handfilter mithalten. Zu einem ausführlichen Test komme ich erst später. Aber mit einem Porzellanfilter wirst sicher auch sehr glücklich – ist eine sehr tolle Sache!

    Ich werde auch mal die Poren testen 😉 glaube aber nicht das was dabei raus kommt.

    Viele Grüße aus Berlin,
    Arne

  • Claire
    12 September, 2015

    Danke Arne!
    Hab mir gerade den Hario V60 gegönnt und super leckeren Kaffe aus einer mini-Rösterei… Ich entdecke Kaffee! Sehr lecker und man schläft ja sogar gut… 🙂

    Viele Grüße aus Kiel
    Claire

  • Philemon
    13 Oktober, 2015

    Es gibt eine interessante Alternative, die wir früher immer verwendet haben: ein Goldfilter. Das ist ein Filter-Einsatz mit einer feinporigen Folie aus Metall mit einer Goldbeschichtung. Boden, Oberrand und 2 Steege aus schwarzem Kunststoff verleihen Stabilität. Dieser Filtertüten-Ersatz ist nahezu unbegrenzt wiederverwendbar. Das war auch der Grund, weshalb wir ihn damals gekauft hatten. Auskippen, kurz auswaschen und fertig
    Gold, weil es in gegensatz zu den Papiertuten garantiert geruchs- und geschmacksneutral ist – auch über längere Zeit. Natürlich will das Filter pfleglich behandelt werden, will sagen man darf nicht übermäßig ‚hamfisted‘ sein. Einzige Einschränkung! Der Kaffee darf nicht allzu fein gemahlen sein, dann gibt es u.U doch ein wenig Kaffeesatz in den Tassen.
    So’n Teil kostet nicht die Welt (20 bis 25 €) und ist auf Dauer billiger als die vielen Filtertüten. Also einfach mal ausprobieren; viel Vergnügen!

  • Arne
    13 Oktober, 2015

    Hallo Philemon,

    danke für den Hinweis und den schönen Kommentar. Ich habe so einen Goldfilter jetzt auf meine Testliste geschrieben. Wie mach ihr jetzt euren Kaffee?

    Gerade die klassischen Melitta Filter habe meiner Erfahrung nach einen Eigengeschmack den sie abgeben. Die von Hario sind besser – aber auch teurer.

    Grüße aus Berlin,
    Arne

  • Philemon
    13 Oktober, 2015

    Hallo Arne,
    schön, daß man auch einen eingefleischten Kaffee Experten wie Dir noch mal etwas Neues erzählen kann.
    Zu Deiner Frage, wie wir unseren Kaffee trinken, siehe auch mein diesbezügliches Mail. Aber zunächst habe ich als Niederländer eine aus Indonesien stammende Art des Kaffee Brühens wieder aufgegriffen: der ‚Koppie Tubruk‘. Das Geheimnis werde ich auf Deiner Seite mit den verschiedenen Zubereitungweisen verraten .

  • Richard
    27 Oktober, 2015

    Guter Filterkaffee ist auch heute noch keine Selbstverständlichkeit und war jahrzehntelang verpönt. Morgens rasch die Plastik Kaffeemaschine angeworfen, mit dem tollen Me.Filterkaffe oder den von Frau Jacob*, hat zwar nicht besonders gemundet, aber galt als Wachmacher bevor man das Haus verließ.
    Meine letzte Filter Kaffemaschine hieß Philips-Gourmet mit Heißbrühverfahren und die war schon um Klassen besser als die allermeisten anderen Maschinen. Irgendwann und irgendwie hat mir dann auch nicht mehr der zubereitete Kaffee geschmeckt.
    „Handfilter“, wie altmodisch und doch zeitaufreibend, war mein Gedanke.
    Bin dann in Berlin, Wedding glaube Lindower Str. hingefahren und hab mir für 20,- Euro einen japanischen (wird schon stimmen 🙂 ) Porzellan Handfilter zugelegt.
    Wie dosiert man das Ganze nun, ohne das man jedes mal andere Ergebnisse bekommt: Kaffee sollte immer heiß verköstigt werden, auch nach der zweiten Tasse muss er für mich noch so sein wie die erste Tasse.
    Also doch Wasserkocher anwerfen. Vorher gefiltertes Wasser benutzen. Dann das Wasser umgießen in einem Messbecher Glas von WMF. Damit das Wasser nicht zu sehr abkühlt, einfach einen kleinen Porzellanteller oben drauf legen.
    Wie bleibt der Kaffee nun konstant für zwei Gläser heiß genug, denn ohne Wärmeplatte kühlt der Kaffee mir doch zu schnell ab und jede Tasse einzeln brühen ist mir dann doch zu viel an Aufwand.
    Diverse elektrische Heizkochplatten sind einfach zu groß für so eine kleine Kaffeekanne.
    Lösung für mich war eine kleine Reisekochplatte der Marke „Rommelsbacher“, die exakt so groß bzw. klein wie meine Kaffeekanne ist..
    Den Regler nur auf Stufe 1 stellen, reicht vollkommen um den Kaffe konstant auf Temperatur zu halten, ohne dass er verbrennt. Einen separaten Ein/Aus Netzstecker kann man davor schalten, weil das kleine Temperaturrad doch zu klein ist und man es doch schnell mal vergessen kann.
    Und ja, mit frischem gemahlenen Kaffeebohnen ist der fertig zubereitete Filterkaffee ein Genuß ohne Reue.
    Der Preis dafür ist einerseits, dass man excellenten Kaffee (er darf ruhig etwas teurer sein) genießen kann, allerdings ist der Aufwand gegenüber einer Maschine doch schon gewöhnungsbedürftig in dieser Zeit wo viele eigentlich keine Zeit mehr haben.
    Dafür kann man sich sein Geschmacksaroma individuell gestalten.

  • Dominik
    29 Dezember, 2015

    Ich bin auch zufällig auf die Seite gestoßen, da ich mich über den French Press infomieren wollte.

    Seit wir vor zwei Jahren aus Kostengründen einen Handfilter angeschafft haben, benutze ich nichts anderes mehr. Die Kaffeemaschine von meinen Mitbewohnern wird links liegengelassen, und selbst wenn dort schon frischer Kaffee drin ist, brühe ich mir lieber selbst einen mit dem Handfilter auf.
    Warum?
    Weil ich meinen Kaffee so trinken kann wie ich es bevorzuge. Ich mag sehr kräftigen Kaffeegeschmack mit wenig Säure, vertrage aber nicht soviel Koffein. In der Maschine wird der entweder wässrig oder haut mich gleich vom Stuhl.

    Mit dem Handfilter kann ich eine Tasse, geschmacklich genau abstimmen und das in einer Zeit in der der Kaffee aus einer Senseo Maschine gelaufen ist. Denn man kann ständig variieren und so nach einer Weile seinen perfekten Kaffee erreichen.

    Ein besseres Ergebnis erreicht man mMn nur mit einer teuren Siebträgermaschine

  • Arne
    4 Januar, 2016

    Hallo Dominik,

    danke für deinen Kommentar.

    Ich finde am Handfilter auch toll, dass der Geschmack des Kaffees schnell angepasst werden kann. Und besseren schwarzen Kaffee macht auch kein Siebträger.

    Viele Grüße,
    Arne

  • Elisabeth
    26 September, 2016

    Lieber Arne,
    ich finde Deine Seite sehr gut gemacht und sehr informativ!
    Ich filtere meinen Kaffee schon seit ca 10 Jahren mit der Hand und mit einem Porzellanfilter. Was ich noch etwas anders mache, als von Dir beschrieben:
    Ich setze den mit Filtertüte bestückten Filter auf mein Kaffeetasse und giesse erst mal heisses Wasser durch. Damit wärme ich Filter, schwemme störende Geschmacksstoffe aus dem Papier und habe meine Tasse angewärmt. Wasser auskippen und dann weiter mit Deiner Methode. Ergebnis: Perfekter Kaffee!
    ( Viele Leute haben ob meiner Methode anfangs geschmunzelt, aber Geschmack überzeugt und auch die Barista sind ja wieder dazu zurückgekehrt und viele meiner Bekannten auch)
    Liebe Grüsse
    Elisabeth

  • Nick Wien
    4 November, 2016

    Ich mache die besten Erfahrungen, seit ich wieder beim Handfilter gelandet bin, nach vielen Jahren der Untreue. Über Melitta kann ich seit den 50er Jahren (damals war der Filter-Boden flach, das „Papier“ glatt rund auf einen Alu Untersatz mit Löchern) nur Gutes sagen, heute 102 Porzellan mit Melitta Tüten für ein Häferl Kaffee.
    Eines wundert mich, dass Du es nicht erwähnst: wenn man das Wasser nach dem Kochen genau eine Minute stehen lässt, ist die Aufguss-Temperatur 95° und dass ist perfekt, um einen vollen, runden aber nicht bitter-verbrannten Geschmack zu erzielen, Probier’s!
    Danke für die tolle Seite – sehr wertvoll.

  • Cornelia
    21 Dezember, 2016

    Hallo Arne, ich filtere den Kaffee auch schon lange mit einem Hario-Filter, aber in deinem Artikel habe ich dennoch was gelernt: werde die Menge mal abwiegen und in Zukunft den Rand heruntergießen. Bis jetzt dachte ich immer, der Rand bleibt stehen, und ich gieße das Wasser in den Trichter, damit das Wasser nicht an der Seite am Kaffee vorbeiläuft (Weg des geringsten Widerstandes), sondern durch den Kaffee hindurch. Liebe Grüße nach Berlin, Cornelia

  • Albert
    15 Januar, 2017

    Vielen Dank für den Artikel. Was hälst du von Edelstahlfiltern, also wo man kann Filtertüten mehr braucht? Die gibts ja für lau beim Ali als Stainless Steel Coffee Filter Dripper.

  • Matthias
    15 Januar, 2017

    Hallo Arne, vielen Dank für die vielen guten Tests (schlägst Stiftung Warentest um Längen!). Auch ich finde, ein handgefilterter Kaffee schlägt jede Kaffeemaschine und erlaubt zudem sensibles Anpassen der Brühtechnik an die jeweilige Bohne. ABER: Die besten Erfahrungen habe ich inzwischen mit dem Clever Coffee Dripper gemacht – wer auf Porzellan steht, kann auch den von Bonavita nehmen. Da wird der Kaffee aufgegossen und bleibt im Filter stehen, wie bei einer French Press. Damit der Kaffee nicht auskühlt, gibt es einen Deckel. Nach Ablauf der gewünschten Brühzeit stellt man den Filter auf eine Tasse oder Kanne (beim Bonavita gibt es einen kleinen Hebel) – und der Kaffee läuft durch. Überflüssig zu erwähnen, dass man allein schon durch die exakte Bestimmung der Brühzeit eine große Varianz an Möglichkeiten hat. Vorteil für mich, dass ich morgens um 5 Uhr mich nicht mit halboffenen Augen um einen perfekten Aufguss (was ja echte Handarbeit ist!) bemühen muss. Wichtig: Nach dem Aufguss einmal umrühren (im Prinzip wie bei der French Press) und beim Öffnen des Ventils den Kaffeesatz am oberen Filterrand nach unten schieben (kann je nach Bohne auch entfallen). Ich nutze den Melitta Gourmet „mild“, ein Papierfilter, der durchlässiger ist und die Brühzeit verkürzt, im Gegensatz zu den „intense“. Schließlich will ich sicherstellen, dass die Brühzeit hinterher, also nach Öffnen des Ventils, nicht noch künstlisch bzw. unkontrolliert verlängert wird. Den Gourmet „intense“ kann man sich logischerweise schenken, da sich beim Clever Coffee Dripper ja die Brühzeit direkt beinflussen lässt. In meinen bescheidenen Tests fand ich die Gourmet mit den „Aromaporen“ besser als die Klassiker, die auch ich mit penetrant schlechtem Kaffee assoziere. Einziger Nachteil des Drippers: Goldfilter 1 x 4 passen natürlich auch rein, aber dann schließt der Deckel nicht mehr (info von sweetmarias)

    Vorsicht, es werden noch fleißig ältere Exemplare verkauft, die aus einem minderwertigeren Kunststoff bestehen. Das aktuelle Modell (der Hersteller hat schnell dazugelernt) ist der Clever Coffee Dripper V2, erkennbar an einem einteiligen, durchgehenden Henkel. Das ältere Modell erkennt man dagegen leicht am zweiteiligen, unterbrochenen Henkel. Es gibt noch eine kleinere Version „small“ (1×2), die aber in Deutschland leider kaum erhältlich ist.

    Alle Handfilterer in meinem Umfeld sind nach diesem Tipp auf den Clever Coffee Drpper umgestiegen. Und die Diskussion um den One-and-only-Kaffeekessel mit Schwanenhals (den es baugleich übrigens inzwischen mit integriertem Thermometer unter einem anderen Namen gibt), hat sich dann auch erledigt. Allerdings muss auch ich zugeben, nicht mit jedem Kessel gelingt ein guter Aufguss ohne zuviel/zuwenig Wasser oder ohne zu schlabbern. Ich verwende bislang den von Gastroback, ein m. E. exzellentes Gerät mit Temperarturvorwahl, allerdings unzweckmäßigem Ausguss, wie ich finde.

    Die Frage, die mich momentan beschäftigt ist, ob eine Preinfusion bei diesem Verfahren nicht genauso überflüssig ist wie bei der French Press! Interessanterweise wird bei vielen Anleitungen zum Clever Coffee Dripper noch eine Preinfusion gezeigt.

    Ich habe auf meine bevorzugten Links zum Dripper verzichtet, da ich nicht weiß ob Du das magst, und hungrige Abmahnanwälte gibt’s ja immer noch genug :-). Sende ich auf Wunsch aber gerne zu!

    Herzliche Grüße aus Neuss, Matthias

  • Arne
    15 Januar, 2017

    Hallo lieber Matthias, die Abmahnanwälte haben mich bisher noch nie belästigt. Aber weniger werde es sicher nicht. Beim „Clever Coffee Dripper“ brauchst du keine Preinfusion – wichtig ist nur (wie bei der Frech Press) das kein Pulver in Klumpen oben auf schwimmt. Es geht also eher ums Verteilen und weniger um das Vorbrühen. Danke für den bomben Kommentar, Arne

  • Rathmann Frank
    26 Januar, 2017

    Wieso muß der Filter geknickt werden

  • Gerd Hildebrandt
    5 Februar, 2017

    Hallo Arne,
    mir hat mein Kaffee bisher auch mit meiner Lidl-Kaffeemaschine, Billigfiltern, und Aldi-Kaffee gut geschmeckt. Nach dem Lesen Deiner Tipps und Tests habe ich mir eine Emsa Neo fur 15.- Euro und eine Bialetti Trend (das ist die, die Du so häßlich findest, hat aber incl. Versand nur 19, 99 Euro gekostet) French Press gekauft, je 1 Liter. Die Emsa Neo kostet soviel wie woanders ein Ersatzglas und ist einfacher im Handling als die Bialetti bei gleichem Geschmack. Dazu die Rommelsbacher EKM 200 Mühle sowie einen Microlot Fabio Carlos und einen Peru Cenfrocafe (der mit dem Lama) von Quijote Kaffee, geröstet am 30.01.2017, bei mir am 03.02.2017 (!), weil ich deren Geschäftsmodel so toll finde.
    Mit dem Microlot komme ich grob gemahlen nicht klar, ist mir auch mit 70 g/Liter nicht aromatisch und vollmundig genug. Entweder versuche ich mal eine feinere Mahlung oder es ist nicht mein Kaffee, den anderen habe ich noch nicht probiert.
    Um in der Mittagspause mal einen guten Kaffee zu trinken, gehe ich nur wenige Meter nach Röstart in Bochum , ein urgemütliches Cafe mit eigener Rösterei, wo man teils auf alten Sofas und Kaffeesäcken sitzt und phantastischen Kuchen bekommt. Nebenbei haben die ein gutes Sortiment an Utensilien (Hario, AeroPress etc. nebst Zubehör).
    Da habe ich nach guter Beratung Guatemala Antigua Los Volcanes gekauft, der bei 70 g/Liter genau mein Ding ist. Voll aromatisch, mittelkräftig mit mittlerer Säure laut Verpackung.
    Bei mir finden jetzt täglich Geschmacksexplosionen statt, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Demnächst teste ich Porzellanfilter, aus Kostengründen aber Melitta, bzw. Friesland mit Finum Filtertüten.
    Danke für deine tollen Tipps und Testberichte!!!
    Liebe Grüße aus Dortmund

    Gerd

  • Richard
    11 März, 2017

    Ich antworte mal auf meinem eigenen Kommentar – Richard – 27 October, 2015
    und wusste gar nicht mehr dass ich ihn hier verfasst hatte 🙂
    Der von Hand gefilterte schmeckt mir nach wie vor. Nur eine Sache kam morgens immer wieder störend hinzu: Handarbeit, Handarbeit ist angesagt. Jeder einzelne Gang, jede Bewegung muss einzeln getätigt werden, auch wenn man nebenbei so einiges erledigt, muss man sich immer und immer wieder auf seinen Kaffee konzentrieren. Was mir letztendlich doch „to much“ wurde.
    Deshalb schaute ich nach einer elektrischen, guten Filterkaffeemaschine in einem großen Elektromarkt, vorher im Internet dann persönlich vorbei.
    Da stehen dann gefühlte 30m an Kaffeemaschinen in den Regalen und auf den Kartons. Bis man die alle theoretisch durch getestet hätte, wäre man praktisch fünfhundert Jahre alt.
    Letztendlich hab ich mich dann für eine „Melitta SignatureDeluxe“ entschieden.
    Quelle: https://www.melitta.de/de/AromaSignature-DeLuxe-818.html. Diese Maschine war in ganz Berlin nicht frei zum Kauf erhältlich und wurde innerhalb von zwei Tagen ab Lager bestellt.
    Da der Preis für eine derartige Kaffeefiltermaschine doch schon recht teuer ist, wurde mir auch seitens der Verkäuferin gesagt, dass sie diese Maschine für die Filiale (Steglitz) nicht zum Verkauf bestellen würde, da ein Absatz für den Kunden eher recht ungewöhnlich wäre und die Kunden mit dem Kauf eines Vollautomaten für über 500,-Euro eher keine Probleme damit hätten. Verkaufspsychologie in der Werbung spielt eben eine bedeutende Rolle.
    Obwohl ich sie erst ein paar Tage nutze und es hier der Handfilter Thread ist, ohne hier jetzt näher drauf einzugehen, kann ich nur sagen, dass ich den Kauf keinesfalls bereut habe und ein Test auf dieser website bestimmt durchaus interessant ist.

  • georg
    2 Mai, 2017

    hi,

    also, ich dachte hier werde ich fündig und kann mich endlich für einen „espresso kocher“ entscheiden. nachdem ich aber den french press link und dann die handfilter seite gelesen hab, hab ich mich entschieden, bei handfilter zu bleiben. so mache ich mir seit 30 jahren kaffee und eigentlich, war ich immer zufrieden. aber trotzdem danke, für die fülle an informationen und die entscheidungsfindung = )

    grüßle, g.org…

  • Jonas
    22 Mai, 2017

    Hey Arne, welche Menge verstehst du unter einer Tasse bzw. zwei wegen den Filtertüten?

    Ich bin noch auf der Suche nach einer Kaffeemühle für unter 100€ wenn es geht. Gibt es Geschmacksunterschiede zwischen einer Handmühle und einer Elektrischen?

    Unglaublich toller Blog!

    Mit freundlichen Grüßen
    Jonas

  • Micha
    6 Oktober, 2017

    Ich habe eigentlich nach einer Kaffeemaschine mit Mahlwerk für meinen Vater Ausschau gehalten (besonders wegen des Themas „Lautstärke“) und bin irgendwie hier gelandet: beim Handfilter. Das mache ich jetzt auch schon seit ca. 5 Jahren so, mir jeden Morgen bzw. Vormittag eine große Tasse manuell „herzustellen“, und siehe da, ich bin damit sogar im Trend, na sowas hehe…
    Handfiltrierung ist für mich ein Stück gelebte Entschleunigung, ein bewusstes Zeitnehmen für zelebriertes Kaffeeerlebnis. Herrlich anachronistisch. Das ist mein alltägliches Ritual und Stück Kaffee-Kultur. Es sei denn, es ist Besuch da und eine größere Menge vonnöten: eine 0815-KaMa steht hier auch noch rum. Die verstaubt allerdings die meiste Zeit einsam vor sich hin, da ich äußerst selten mehr als eine große Tasse am Stück trinke (und vertrage), und geschmacklich ist es auch ein großer Unterschied.
    Nachdem ich mich noch ein bisschen auf coffeeness umgeschaut hab, kann ich nur sagen: Gute Seite, guter Mann (Arne), Lesezeichen gesetzt.

    PS: Ich mach es genauso wie Elisabeth ein paar Posts über mir: Heisses Wasser durch den Filter in die Tasse, auskippen und los gehts. Das Anwässern vor dem Brühen hat auch noch den Vorteil, dass bei mir seitdem kein Filter mehr gerissen ist.
    Das kam vorher zwar auch nicht so oft vor, aber dennoch oft genug, dass es irgendwann ärgerlich wurde.

  • Sabine
    16 Oktober, 2017

    Hallo,

    herzlichen Dank für die informative, tolle Seite! Eine Frage: Hast Du auch Erfahrungen mit slow coffee, bei dem gar kein extra Filter eingesetzt wird, wie z.B. bei der Karlsbader oder Bayreuther Kanne (es gibt noch weitere Modelle, die so funktionieren, z.B. von Sowden)?

    Ich mag weder Papier noch Baumwolle, weil ich finde, dass das den Kaffeegeschmack doch beeinflusst. Wie siehst Du das?

    Liebe Grüße
    Sabine

  • Arne
    16 Oktober, 2017

    Hallo Sabine, klar: Kaffee aus der Karlsbader Kanne. Filter haben auf jeden Fall einen Einfluss auf den Geschmack. Eine Karlsbader Kanne ist super. Aber ich arbeite auch sehr gerne mit guten Handfiltern. Permanentfilter wären für dich eventuell auch interessant. Beste Grüße, Arne

  • Johannes
    21 November, 2017

    Danke gute Tipps!
    Ich brühe meinen Kaffee schon seit Jahren im Porzelanfilter direkt in die Tasse – das ist eine schöne Zeremonie und schmeckt um Meilen besser. Selbst wenn der Kaffee danach in der Tasse kalt wird schmeckt er noch gut.
    Das ausspülen des Filters kannte ich noch nicht. Jedoch ist mir aufgefallen dass der Filter schon einen Einfluß auf den Geschmack hat – zumindest bilde ich mir das ein. Vielleicht liegt es an der Zellstruktur des Papiers die je nach Marke mehr oder weniger dicht ist. Auf jeden Fall verwende ich für unterschiedliche Kaffees auch jeweils andere Filtermarken.
    Das Blooming mache ich genauso, in dem Moment tropft noch nicht viel in die Tasse. Sobald der Kaffee völlig feucht ist gieße ich auf bis das Wasser ca 1cm im Filter über dem Pulver steht. Sobald sich das Wasser bis zum Pulver setzt wiederhole ich das.
    Ein kleiner Tipp wenn man 2 Tassen brühen möchte mit einem Filteraufguß: Die erste Tasse ca 1/3tel füllen, dann den Filter auf die zweite Tasse und die komplett aufgießen, dann die restlichen 2/3tel der ersten Tasse aufgießen. Ich habe das nicht wissenschaftlich belegt, aber es kommt schon mal vor dass ich Besuch habe und es schneller gehen muss. Ich denke mir einfach der meiste Geschmack sitzt am Anfang im Pulver, eine gute Portion kommt im Mittelteil (der geht in die zweite Tasse) und danach kommt ein immer noch gut schmeckender Rest der zusammen mit dem intensiven Teil des Anfangs die erste Tasse bildet.
    Ich verwende übrigens einen handelsüblichen 4er Filter aus den 80ern. Porzelan altert ja nicht. Die Filter sind bei mir alle braun und kommen aus dem Supermarkt. Zum Hippster tauge ich also nicht. Aber schmecke tuts trotzdem.

  • oliver
    15 Januar, 2018

    Moin zusammen,

    es ist also wieder soweit: ein neues Kapitel im Buch „Dinge die die Welt nicht braucht“: nach Brexit, Trump und Jamaika-Koalition jetzt also Baronesse…pardon Coffeeness.

    Nicht jede Idee die vorher noch niemand hatte, muss zwangsläufig eine gute sein !
    😉
    Ich habe selten eine so pauschale, inhaltlich fragwürdige und auf Werbemittel schielende Seite gesehen.

    Vollautomaten wohin das Auge reicht – ab 200,00 € mit 5 Sternen…das finde ich ähnlich wertvoll auf Amazon-Rezensionen. Wenn man Kaffeemaschinen ein Jahr im Büro benutzt, wird nicht zwangsläufig ein Test daraus ! Geschmack ist Geschmacksache ? Hammer ! Bitte macht Euch ein eigenes Bild der versch. Kaffeesorten – sogar unser altbekannter Tizio (Aldi) kann zu einem guten Espresso werden.

    Aber egal….Hauptsache es gibt ein Gewinnspiel !

    Erstaunlich wie viele Portraits unser Hübscher hier auf seiner Seite unterbringt.

    Warum ich das hier so schreibe ? Weil hier auf der Seite nichts anderes passiert. Pauschales Herumgehacke auf den „Großen“, gepaart mit wahllos eingestreuten Halbwahrheiten und tollen Tests !

    Einer meiner Favoriten ist aber der Testbericht der LaPavoni (Handhebel). Das Bild des „guten“ Espressos…..ein Traum.

    Natürlich wirkt es wenig souverän sich hier so zu äußern, aber manchmal geht es nicht anders. Und nein ich werde diese jetzt nicht aufzählen oder korrigieren – ich habe nämlich selbst keine Ahnung….der große Vorteil vom „worldwideweb“ 😉

    Der Vorteil vom Filtration ist, dass hier filtriert wird !
    Danke !

  • Michael
    20 Januar, 2018

    das ist ja alles ganz super. Wir haben einen großen MelittaFilter, leider nur 1 Loch unten, Durchlauf dauert sehr lang. Dann haben wir noch einen Rifipa-Porzellanfilter(DDR),
    da fehlt das flache Filterpapier mit 100mm Ǿ. Kannst du mir sagen, wo ich das noch beziehen kann?

  • Peter Fehre
    21 Januar, 2018

    Hallo Arne,
    gibt es die T-Shirts mit der Aufschrift
    Wer Kapsel-Kaffee trinkt hat die ….
    zu kaufen ?
    MfG
    Peter

  • Harald Thielking
    17 Februar, 2018

    Hallo Oliver: also – als Leser -, ich finde Deinen schriftlichen Fußtritt zwar gut formuliert, aber zu gehässig. Und auch ein bißchen „I’m soo special…!“ – schwingt da mit, nicht wahr?

    Gegen ehrliche Zusammenarbeit mit Herstellern und pauschale -also nicht im Einzelfall aufragsgebundene – Werbezuwendungen (Bestechung) ist doch grundsätzlich nichts einzuwenden. So eine Netzseite macht viel Arbeit und kostet Zeit, die bekanntlich auch Geld ist. Sie ist gut gemacht und ich habe nicht den Eindruck, daß der Mann sich dafür von der Industrie bezahlen läßt, daß er seine Besucher für dumm verkauft, bzw. ihnen minderwertige Fabrikate mit getürkten fünf Sternen schmackhaft zu machen versucht. Gut, er testet u.a. auch teure Kaffeemaschinen, – sagt aber ganz klar, daß er persönlich das preisgünstigere Handmade-Verfahren mit Papierfiltern bevorzugt.

    Da habe ich wahrlich schlimmeres an allerlei dreisten sogenannten „Testseiten“im Netz gesehen!

    Was mir höchstens auffällt – aber nicht nur auf dieser Seite -, ist die gute Bewertung dieser einigermaßen neuen Ein-Loch Filterhalter und passenen Spezialtüten der Firma Hario. Das ist auffällig weit auf zahllosen Seiten verbreitet!

    Ob dahinter ein Werbefeldzug des Herstellers steht, oder das Produkt jeweils überzeugt hat läßt sich nicht ohne weiteres feststellen. Auf einigen Seiten – meist solchen, die selber von bekannten Kaffee-Unternehmen betrieben werden -, ist indes ziemlich klar, daß ein Auftragsverhältnis, bzw. ein Vertrag auf Gegenseitigkeit bestehen dürfte („Ich werbe für dein Produkt – und du für meins.“). Ebenso, daß es sich nicht gerade um objektive Bewertungen oder „Empfehlungen“ handelt. Falls welche abgegeben werden und es nicht bloß bei „product-placement“ bleibt (nicht weiter kommentierte Verwendung, hier bestimmter Filter, auf Bildern oder in Videos). Das andererseits heutzutage für einen neuen – übrigens japanischen – Hersteller, der im europäischen Markt Fuß fassen und expandieren will, nicht mehr ungewöhnlich oder illegal ist.

    Ich bevorzuge jedenfalls schon aus Tradition Melitta; außerdem sind mir die Hario-Filterhalter viel zu teuer und ich wäre außerdem an die allein passenden und ebenfalls nicht billigen Spezialtüten gebunden, die ich anders als die von Melitta in meinem Supermarkt nicht finde, sondern vermutlich extra online bestellen muß. Blöd auch, wenn sie etwa promt am Wochende oder zu Weihnachten usw. alle sind, weil man vergessen hat, rechtzeitig nachzubestellen. Was dann, – Melitta-Filter im Küchenschrank als Reserve? Fände ich irgendwie nicht fair, auch da bin ich altmodisch.

  • Harald Thielking
    17 Februar, 2018

    Nun dies noch: Ich bin hier gelandet wegen einiger Fragen zum Kaffeebrühen von Hand. Wobei ich bisher noch nirgendwo eindeutig und wirklich zufriedenstellend lesen konnte, was denn nun richtig ist!

    Also dachte ich, dann frage ich jetzt mal ganz direkt:

    1. Es heißt, das Wasser solle beim Aufgießen nicht mehr kochen, sondern nur noch 95 Grad heiß sein. Das würde man erreichen, indem man, nachdem das Wasser gekocht hat, noch eine h a l b e Minute wartet (machmal ist auch von einer ganzen Minute die Rede)

    Schön und gut, bloß was heißt „…nachdem es gekocht hat…“ genau? Ab wann zählen also die 30 Sekunden? Da geht das Rätselraten schon los:

    Ab s o f o r t nachdem ich den Kessel vom Herd genommen habe, bzw. der elektrische Wasserkocher sich ausgeschaltet hat?

    Oder erst nachdem das Wasser im Kessel /Wasserkocher nicht mehr b r o d e l t ?

    Das tut es nämlich noch ca. 15 Sekunden nach dem Ausschalten des Wasserkochers, oder im Wasserkessel wenn man ihn bereits vom Herd genommen hat und in der Hand hält. Das ist immerhin die Hälfte der empfohlenen halben Minute, da möchte man es schon genau wissen!

    Wenn ich das Brodeln nämlich noch als k o c h e n d e s Wasser (100 Grad) werte, müßte ich insgesamt eine Dreiviertelminute – statt einer halben-, warten, bis die 95 Grad erreicht sind! Oder erst nachdem das Brodeln aufgehört hat die 30 Sekunden zählen. Je nachdem was richtig ist.

    2. Nun soll man des weiteren das Kaffepulver im Filter zunächst nur anfeuchten/benetzen. „Vollständig begießen, etwa 1cm hoch…“, empfehlen hingegen Andere. Was schon wieder ein deutlicher Unterschied der Meinungen ist!

    Sodann soll das Kaffeepulver „…eine zeitlang…“ aufquellen. Erst danach zügig den Rest des heißen Wassers in Spiralen hinzugießen.

    Wenn ich sowas lese werde ich zum Elch! Wie l a n g e ist „…eine zeitlang…“??

    Manchmal wird es immerhin mitgeteilt: nämlich wieder eine halbe Minute!

    Das hieße zusammengefaßt, daß ich das Kaffeepulver zunächst mit 95 Grad heißem Wasser übergieße oder nur anfeuchte (was denn nun?) Und dann wieder eine halbe Minute warte. Aber d a n a c h , – wie ist dann die Temperatur des begossenen /befeuchteten Kaffepulvers u n d des restlichen Wassers im Wasserkocher/Kessel, das ich schließlich noch aufgieße?

    Sicher inzwischen doch weit niedriger als 95 Grad!

    Einerseits, so liest man, soll das Kaffeewasser beim Aufgießen nicht zu heiß sein, weil sonst das Kaffeepulver „verbrennt“ und sein Aroma verliert – andererseits aber auch nicht zu kalt, weil der Kaffee sonst bitter schmecken würde.

    Kann mir hier endlich Jemand genaueres sagen?

  • Julian
    13 April, 2018

    Hallo,
    @Arne, richtig cooler Blog, Junge 🙂 Ich bin dein Fan!

    Harald hat schon die richtige Richtung eingeschlagen. Guter Kaffee ist kein Zufall und erfordert schon ein gewisses Maß an Genauigkeit. Daher auch mein Kommentar.

    Bzgl. der Temperatur: Ich messe ganz einfach die Temperatur. Dann kannst du dir sicher sein, dass Du deinen Kaffee nicht verbrennst. Die Toleranz ist nach unten etwas weicher.

    Aber ich habe eine andere Frage. Man liest häufig Angaben zur Dosierung des Kaffeemehls, wie z.B. für 120 ml 12 g Kaffee und für 500 ml so 32 g.
    Ist mit dem Wasservolumen das Volumen in der fertigen Tasse (oder Kanne) gemeint, oder die anfängliche Menge im Wasserkocher? Gerade bei kleinen Mengen bleibt ja verhältnismäßig viel im Filter hängen.

    Ich bin jetzt nicht so der super Sensoriker aber ich mag es, wenn man einem guten Kaffee bei der Zubereitung den nötigen Respekt entgegenbringt 🙂

    Hab vielen Dank für Deinen super Blog, Du hast mir schon wirklich häufig geholfen.

    Viele Grüße
    Julian

  • Arne
    13 April, 2018

    Hallo Julian, danke für die tolle Rückmeldung und Deinen Kommentar. 🙂 Beste Grüße, Arne

  • Steffen
    20 Juni, 2018

    Hallo Arne,
    ich bin auch zufällig auf deine Website gestoßen, als ich auf der Suche nach der perfekten Zubereitungsart eines Kaffee´s mit Handfilter war. Deine Seite und die vielen nützlichen Informationen haben mich echt weiter gebracht!
    Auf Grund deiner Empfehlung habe ich gestern meine Lieferung mit dem Hario V60 Porzellanfilter, dem Hario Servierkännchen ( Glas ) sowie den Hario Filtern erhalten und ausprobiert.
    In der Vergangenheit habe ich mit einem handelsüblichen Porzellanfilter sowie den guten Filtern der bekannten Firma, Kaffee aufgesetzt und war hier schon extrem begeistert wie gut Kaffee schmecken kann.
    Deshalb war ich auch skeptisch ob mit dem Hario System der Kaffee nochmal besser sein sollte.
    Aber allen, die ähnliche denken wie ich kann ich nur eines sagen: ES IST ECHT DER HAMMER!
    Ich hätte nie gedacht, dass ich aus einem Kaffee so viele verschiedene Aromen, Säuren, etc. schmecken kann! Ich schließe mich vielen Vor-Kommentaoren an, die berichten, dass sie nie wieder Kaffee mit einer Maschine kochen werden! Denn zeitlich bin ich mit dem Handfilter schneller, auch wenn die Arbeitsschritte mehr sind! ES LOHNT SICH!
    Lieber Arne, du hattest ja in deinem Blog die Menge an Wasser und dem Kaffeepulver als Richtwert angegeben ( und es ist klar, dass jeder für seinen Geschmack die Menge selber rausfinden muss). Du hattest ebenfalls geschrieben, dass die Verdoppelung der angegebenen Mengen nicht unbedingt ratsam ist.
    Aber welche Mengen würdest du für eine „doppelte“ Menge oder gar verminderte Menge nehmen ( aus deiner persönlichen Meinung heraus ) ??? Weiterhin bin ich zum Thema Reinigung noch nicht ganz fündig geworden. Oftmals höre ich, dass man den Filter und die Kanne mit Spülmittel und warmen Wasser reinigen kann. Andere berichten nur mit warmen Wasser die Sachen zu reinigen, da durch das Spülmittel der Geschmack bei der späteren Zubereitung verändert wird. Was ist denn nun richtig?
    Ich wünsche mir, dass du noch eine lange Zeit deine Seite weiterführst und uns viele weitere Tipps und Erfahrungen mitteilst!

    Viele Grüße

    Steffen

  • Alex
    17 August, 2018

    Hallo Arne,

    schön das es Menschen wie Dich gibt die Ihr Wissen gerne teilen und so viele super Tipps geben! Daumen hoch alle achtung, bin begeistert 😀

    Ich bin auch nach gründlicher Suche im Netz auf Deine Seite gestossen und habe nun mein Euipment mal etwas erweiter.. vorher hatte ich lediglich einen Porzelanfilter, eine 0815 Kaffemühle und halt ein normalen Topf zum Wasserkochen, hatte bisher ausgereicht.. da ich aber gerne und viel Kaffe trinke wollte ich geschmaklich mehr.. wer nicht.. und so habe ich mich erstmal belesen und dann ein paar Dinge, für nicht gerade viel Geld, gekauft. Hat sich sehr gelohnt!

    Was ich jedem emphelen kann sind eine vernünftige Kaffemühle, einen guten Wasserkocher, einen guten Filter, nicht gerade die billig Filtertüten nutzen und schließlich noch gute Kaffebohnen.

    Bei der Kaffemühle hab ich mich erstmal für eine Grönenberg entschieden. Das Mahlergebnis sowie die Verarbeitung sind recht gut und die sehr Handhabung einfach, für eine Tasse frischen Kaffe mahle ich gerade mal 30-60 Sekunden, preislich gibts die so um die 20-30 Euro. Später soll es dann aber eine Commandante werden 🙂 aber erstnal noch etwas sparen..

    Beim Wasserkocher hab ich mich für eine Hario V60 Buono entschieden, den gibts als 1,0 und 1,2 Liter Variante, bei der 1,0L habt Ihr 600ml Nutzmenge und bei der 1,2L 800ml Nutzmenge.. ich hab mir 1,2L normal zugelegt, gibts auch als Kupfer Variante aber sehr viel teurer.. Kostenpunkt liegt hier so bei 30-40 Euro, die Kupfervariante bei ca. 100-110 Euro. Die Handhabung und das Aufgießen mit dem Wasserkocher sind wirklich sehr gut für Kaffezubereitung (auch für Tee), die Verarbeitung und das Material sind top! Made in Japan halt.

    Einen Melita 1×4 Porzelan Filter hatte ich bereits aber ich hab mir auch noch den Theo Kaffezubereiter von Stelton gekauft, der ist komplett aus Steinzeug gefertigt und von der Handhabung recht einfach und optimal für meine Verhältnisse. Der Kaffee hieraus schmeckt auch sehr gut 🙂 Eine guten Porzelanfilter gibts so um die 20 Euro und die Stelton hat mich 40 Euro gekostet.

    Filtertüten nutze ich noch die Melitta, die sind geschmaklich allemal besser als die 0815 normalos. Ich werd hier aber auch mal testen ob es da auch andere Filter tun.. beim Kaffee bin ich auch gerade am herumtesten.. nachdem ich mich ja hier etwas belesen habe wollte ich mir mal guten Kaffe gönnen 😉 und hab mal beim Sitio Baixadao und Sitio Sao Sebastio zugegriffen.. WOW was für ein Geschmakerlebniss. Hab gerade den Baixadao verkostet während ich hier tipper.. werd mir wohl gleich noch eine zweite Tasse machen, ole 😀

    Zu guter letzt möchte ich noch sagen, guter Kaffe erfordert nur ein paar kleine bis mittlere Investionen, aber die Lohnen sich allemahl! Man brauch nicht viel Geld für teure Maschienen ausgeben wenn man einfach nur guten selbstgemachten Kaffee auf hohem Viveau genießen will. Und mir fällt da gerade noch ein, Wasserqualität ist auch entscheident, ein gutes Wasserfiltersystem für Zuhause kostet auch nicht gerade viel (ca. 20-30 Euro) und lohnt sich. Man filtert unötige Schadstoffe aus und reduziert den Kalkgehalt, geschmaklich eine deutliche Verbesserung.

    So das wars..

    Beste Grüsse aus Berlin
    Alex

  • Christian
    28 Oktober, 2018

    Bereite meinen Kaffee seit geraumer Zeit nur noch mit Handfilter zu.
    Ich glaube allerdings dass wir alle einem Irrtum unterliegen, was die Aufbrühtemperatur angeht. Ich vermute dass binnen weniger Sekunden die Wassertemperatur des aufgekochten Wassers im Wasserkocher deutlicher als angenommen abkühlt. Beim einschütten in den Filter gibt der Wassrstrahl sicher auch mehrere Grad Temperatur an die Umgebung ab, so dass wir es kaum ereichen können das Wasser nennenswert über 90° aufs Kaffeepulver zu gießen.
    Bisher nur Vermutung! Werde mir ein digitales Thermometer besorgen und Messungen vornehmen und dann hier berichten.

    Liebe Grüße…. Christian

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