Gaggia Anima Prestige Test 2022: Ein Klassiker in Neuauflage

Ich bin Arne Preuß und kämpfe für mehr hochwertigen Kaffee.

Wenn ich in einen Kaffeevollautomat teste, interessieren mich vor allem der Espresso und ob das Modell einen fluffigen Milchschaum produzieren kann. Internationale Verkaufsrechte und Marketingstrategien führen bei mir eher zu Augenrollen und Schulterzucken.

Wenn ich in einen Kaffeevollautomat teste, interessieren mich vor allem der Espresso und ob das Modell einen fluffigen Milchschaum produzieren kann. Internationale Verkaufsrechte und Marketingstrategien führen bei mir eher zu Augenrollen und Schulterzucken.

Aber manchmal lohnt sich ein zweiter Blick – zum Beispiel, wenn es um den Gaggia Anima Prestige geht. Nach zahlreichen Empfehlungen von euch habe ich die Marke Gaggia nun endlich in meinen Kaffeevollautomat Test 2022 aufgenommen. Der Anima Prestige war bislang nur in den USA erhältlich und wagt jetzt den Sprung nach Europa.

Trotzdem treffe ich bei dem Modell auch zwei alte Bekannte, denn die Gaggia Maschine könnte glatt als Zwilling des Philips 5000 LatteGo bzw. des Saeco Incanto durchgehen. Interessant ist, dass beide Modelle eigentlich kalter Kaffee sind und mit dem Philips 3200 LatteGo und Saeco PicoBaristo ein längst überfälliges Update bekommen haben. 

Die Verwandtschaft zwischen den Modellen von Gaggia, Philips und Saeco ist einfach zu erklären: Gaggia gehört zur Saeco-Gruppe, die wiederum von Philips aufgekauft wurde.

Die Frage ist also: Ist der Gaggia Anima Prestige einfach nur eine Neuauflage der älteren Geräte oder kann er mich von seiner Notwendigkeit auf dem europäischen Markt überzeugen? 

Bevor ich mich in den Praxistest stürze, verschaffe ich mir erstmal einen Überblick, welche Features und Einstellungen der Anima auf dem Papier zu bieten hat.

Gaggia Anima Prestige im Überblick: Kaffeevollautomat in Edelstahl-Optik

Was mir am Gaggia Anima Prestige auf den ersten Blick positiv auffällt, ist die aufgeräumte Edelstahl-Front. Allerdings hätte ich für einen Preis von rund 800 US-Dollar auch keine reine Plastikbude erwartet. Die silberne Farbe ist auf jeden Fall ein Klassiker und wirkt edel.

Mit seinen Maßen von 22 x 43 x 34 Zentimetern und einem Gewicht von 8,7 Kilogramm ist das Modell sowieso schon ziemlich kompakt. Noch platzsparender wird der Vollautomat durch die mitgelieferte Karaffe für Milch, die ihr auf dem Abtropfgitter platziert. Für weniger Schlauchsalat und Kleckern neben der Maschine gibt’s schonmal einen Daumen nach oben von mir.

The Gaggia Anima Prestige Front Close Up

Übersichtlich und ein bisschen oldschool wirkt die Kombi aus dem Display und den One-Touch-Tasten für verschiedene Getränke:

  • Espresso
  • Espresso Lungo
  • Cappuccino
  • Latte Macchiato

Außerdem könnt ihr über zwei weitere Tasten das Menü anwählen und die Stärke für euren Kaffee einstellen. Einen Touchscreen hat das Modell jedoch nicht zu bieten.

Als Zubehör enthält das Gesamtpaket obendrein noch einen Messlöffel, einen Schlüssel für die Mahlgrad-Einstellungen und ein Fläschchen mit Öl für die Brühgruppe.

Funktionen: One-Touch-Getränke & Keramikmahlwerk als Basisausstattung

Ein Blick in die Produktinformationen verrät mir, dass der Gaggia Anima Prestige genau die Features im Angebot hat, die ich als Grundausstattung bei einem Vollautomaten dieser „Price Class“ erwarte:

  • LC-Display mit Direktwahltasten für 4 Kaffee- & Milchgetränke
  • Milchschaum & Heißwasserfunktion über Menü anwählbar
  • Keramikmahlwerk & Optiaroma-Feature (d.h. Kaffeestärke in 5 Stufen)
  • Kaffeetemperatur in 3 Stufen einstellbar
  • Milchsystem & 0,5 Liter Milch-Behälter
  • Kaffeeauslauf verstellbar auf 11 bis 15 Zentimeter
  • 1,8 Liter Wassertank & 250 Gramm Bohnenbehälter
  • Wasserfilter & automatisches Reinigungsprogramm

Eine Pre-Brewing- oder Vorbrühfunktion, wie ich sie bei anderen Modellen wie im Gaggia Magenta Milk Test gesehen habe, hat der Anima Prestige augenscheinlich nicht in petto. Auch individuelle Nutzerprofile wie z.B. beim Gaggia Cadorna Prestige sucht ihr vergebens. 

Ob der Espresso mich in Zubereitung, Crema und Geschmack wirklich überzeugen kann, wird sich zeigen, sobald ich den Anima Prestige mit meinen Kaffeebohnen für Vollautomaten gefüttert habe. 

Kaffee für Vollautomaten by Coffeeness

Kaffee entwickelt für den Vollautomaten

Bester Kaffee für den Gaggia Anima Prestige.

Für Latte Macchiato

Espresso, schwarzer Kaffee

Schokoladig

Frisch geröstet

Zum Coffeeness Shop

Praktisch ist, dass ihr für eine einfache Reinigung einige Maschinenteile entnehmen könnt:

  • Wassertank
  • Brühgruppe
  • Abtropfgitter
  • Tresterschale 

Milch-System & Milchschaum: „Milk Froth“ in Barista-Qualität?

Seid ihr Fans von Cappuccino und Latte Macchiato, könnt ihr euch eure Lieblingsgetränke mit dem per One-Touch-Funktion ziehen. Die Karaffe und das System funktionieren auf die gleiche Weise, wie auch beim Philips LatteGo. 

Ihr setzt die Karaffe direkt in die Maschine ein, sodass der Schaum über den kurzen Rüssel direkt in eure Tasse fließt. Das hat gleich zwei Vorteile: Es ist platzsparend und habt ihr noch Milch übrig, so könnt ihr den Behälter direkt in den Kühlschrank umziehen.

Der Gaggia Anima Prestige macht Milchschaum.

Der Milchschaum bekommt laut Gaggia durch das System eine extra fluffige Barista-Konsistenz und die Reinigung ohne Schlauch soll einfacher sein. Nach meinen Erfahrungen mit dem Philips LatteGo im Test bin ich gespannt, ob der Anima Prestige diese Versprechen halten kann.

Bei seinem heimlichen Drilling fand ich nicht nur den Schaum wenig überzeugend. Auch die frickelige Reinigung des Milchbehälters war, genau wie beim Saeco Incanto, eine echte Geduldsprobe – das bestätigen übrigens auch die Rezensionen der Kunden. Ob der Gaggia in die gleiche Kerbe schlägt, verrate ich euch nach meinem Praxistest.  

Im Vergleich: Eure Alternativen zum Gaggia Anima Prestige

Darf’s ein bisschen mehr oder ein bisschen weniger sein? Gaggia hat einige Geräte im Angebot, falls euch der Anima Prestige „too much“ oder „too basic“ sein sollte: 

 

Seid ihr Fans von reinen Espressomaschinen, könnten der Gaggia Velasca und der Barista Plus für euch interessant sein. Beide verzichten auf ein Milchsystem und können Espresso in allen Variationen.

Der Gaggia Accademia spielt in einer höheren Klasse als der Anima Prestige. So hat er z.B. ein TFT-Display, acht Getränke zur Auswahl und ihr könnt den Milchschaum individuell anpassen.

Der Gaggia Babila toppt den Accademia noch einmal und bietet euch 11 Getränke, personalisierte Getränke-Einstellungen sowie das „Espresso Plus System“, um das Espresso-Aroma zu justieren.

Anima Prestige, Philips 3200 LatteGo oder Saeco Picobaristo?

Wie schon erwähnt, löst der Gaggia Anima Prestige bei mir regelrechte Flashbacks zum Saeco Incanto und zum Philips LatteGo aus. Damit ihr nicht den Faden verliert, jetzt aber nochmal der Reihe nach:

  • Der Saeco Incanto ist ein Mittelklasse-Vollautomat, der zwar ein Auslaufmodell, aber ebenso langlebiger Klassiker ist. Der Philips 5000 LatteGo ist eine Neuauflage des Incanto zum höheren Preis – ein typischer Marketing-Trick, wenn ihr mich fragt.
  • Der Philips 3200 LatteGo ist hingegen ein neue Produktlinie, die vor allem endlich wesentlich leiser Milchschaum produziert, als der rumpelige 5000er.
  • Der Saeco PicoBaristo ist nochmal eine neue Kategorie mit unterschiedlich ausgestatteten Geräten, die ein echtes Update des Incanto bieten. Für weniger Geld geizt Saeco aber auch mit Funktionen – ein Minuspunkt, den z.B. DeLonghi Kaffeevollautomaten der Mittelklasse nicht haben.

Ich bin gespannt, wie ähnlich der Anima Prestige im Test seinen scheinbaren eineiigen Geschwistern letztendlich wirklich ist.

Fazit: Solide Mittelklasse-Features demnächst im Praxistest

Mein vorläufiges Fazit zum Gaggia Anima Prestige: technisch solide, gespannt bin ich auf das Milchsystem. Das Wichtigste: Wie aromatisch wird der Espresso mit meinen Kaffeebohnen im Geschmackstest? Die Features des Modells entsprechen dem, was ich von einem Gerät der Mittelklasse erwarte. 

Durch seine Ähnlichkeit zum Saeco Incanto gehe ich mit einer gewissen Erwartungshaltung in meinen Test – denn obwohl der Automat mittlerweile als Auslaufmodell gilt, hat er seinerzeit Maßstäbe in der Mittelklasse gesetzt.

Ob der Anima Prestige im Praxistest mit der harten Konkurrenz aus meinem Kaffeevollautomat Test 2022 mithalten kann, werden meine Bewertungen nach dem Praxiseinsatz zeigen.

Habt ihr den Gaggia Anima Prestige schon ausprobiert? Was sagt ihr zu Kaffee, Espresso und Milchschaum? Verratet mir eure Eindrücke in den Kommentaren!

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