Siemens EQ.6 plus extraklasse & Co im Test: Kaufberatung für einen Kaffeevollautomaten-Klassiker

Ich bin Arne Preuß und kämpfe für mehr hochwertigen Kaffee.

Ob ihr ihn direkt bei Media Markt und Saturn oder online in einem Shop bestellen wollt: Es kann unfassbar lange dauern, den perfekten Siemens EQ.6 zu finden. Und das geht einzig und allein aufs Konto des Herstellers.

Ob ihr ihn direkt bei Media Markt und Saturn oder online in einem Shop bestellen wollt: Es kann unfassbar lange dauern, den perfekten Siemens EQ.6 zu finden. Und das geht einzig und allein aufs Konto des Herstellers.

In der Siemens EQ.6-Series existieren fast so viele Modellvarianten wie in meinem gesamten Kaffeevollautomaten Test. Zwischen Bezeichnungen wie Siemens EQ.6 plus Extraklasse oder Siemens EQ.6 plus s100 blickt kein Mensch mehr durch. Kommen Kombis wie TE651509DE ins Spiel, ist es endgültig vorbei.

Tatsache ist jedoch, dass es kaum einen beliebteren Vollautomaten-Klassiker gibt. Selbst viele modernere (und vielleicht bessere) Siemens Kaffeevollautomaten müssen hinter dem EQ.6 zurückstehen. Allein unter diesem Ratgeber gibt es mehr als 500 (!) Kommentare und Fragen zu diesem Kaffeevollautomaten.

Ich habe meine Review, den Preisvergleich und die Übersicht zu den Varianten der Siemens EQ.6-Series nochmal aktualisiert (Stand: Oktober 2021), damit der korrekte Kaffeevollautomat bei euch einzieht – auch wenn ihr beim leisen Keramikmahlwerk, viel Edelstahl, der einfachen Reinigung und den Kaffeespezialitäten kaum daneben greifen könnt. Schon gar nicht, wenn Black Friday-Schnäppchen vor der Tür stehen.

Wenn ihr zudem auf meine Coffeeness-Kaffeebohnen für Vollautomaten setzt, könnt ihr alles aus eurem Espresso, Latte Macchiato und Cappuccino holen. Ob der Kaffeeauslauf nun an einem Siemens EQ.6 plus s400 oder einem TE651508DE dranhängt.

Ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis

Siemens EQ. 6 Plus

Sehr gutes Gerät im Spitzensegment.

Ansprechendes Design

Leises Keramik-Scheibenmahlwerk

Leichte Reinigung

Entnehmbare Brühgruppe

Sehr guter Espresso

Milchschaum für manche zu kalt

Fülllmenge nicht stufenlos

Siemens EQ.6 Series: Worin unterscheiden sich die Vollautomaten?

Praktisch jeder Siemens Kaffeevollautomat schlägt alle anderen Marken im Lautstärkenvergleich. Der Siemens EQ.9 (selbst mit 2 Mahlwerken) ist unangefochtener Sieger, die EQ.6-Reihe kommt direkt danach.

Zwischen s400 und s700 gibt es einen funktionellen Sprung, der vor allem auf die Profile, die Getränkeliste und Komfortfeatures abzielt. Dieser Sprung kostet längst nicht mehr so viel wie früher, weshalb der Siemens EQ.6 plus s700 die bessere Wahl ist.

Als „reine“ Siemens EQ.6 plus s700 ist die beliebte Kannenfunktion nicht an Bord. Dafür greift ihr zum Siemens EQ.6 plus Extraklasse, der ein s700 mit noch mehr Funktionen ist.

Jedes (aktuelle) EQ-Modell hat seine Vor- und Nachteile. Am besten schneidet generell die EQ.9-Reihe ab, allerdings erhaltet ihr beim Kauf einer hochklassigen Siemens EQ.6 (s700 oder Extraklasse) inzwischen ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Scheinbar ein und derselbe Siemens EQ.6 wird im selben Shop häufig zu einem völlig unterschiedlichen Preis angeboten. Auch wenn farbliche Abweichungen zwischen Dark Inox (Schwarz) und Titanium (Silber) nachvollziehbar sind, ist das kein Grund, dass Modell A günstiger sein soll als Modell B.

Manchmal sieht jedoch der Milchbehälter anders aus – oder ist nicht dabei. Manchmal scheint mehr Edelstahl verbaut. Manchmal wird mit der DoubleCup-Funktion angegeben (zwei Tassen gleichzeitig), manchmal mit der Selbstreinigung.

Gerade bei der Siemens EQ.6 Series solltet ihr euch an einen vertrauenswürdigen Shop wenden und vorher einen detaillierten Vergleich machen. Wegen des ganzen Modell-Wirrwarrs ist es ziemlich einfach, euch mit einem Fake-Angebot reinzulegen.

Startet eure Recherchen am besten auf der Herstellerseite zum Siemens EQ.6. Dort ist jeder „aktuelle“ Kaffeevollautomat der Reihe aufgeführt – und ihr seht die Modellnummern, die ich für die Bewertung, den Preisvergleich und die Entscheidung zum Kauf noch besser finde.

Namen wie Siemens EQ.6 plus s400 (oder 100, 300, 700) sind wenig aussagekräftig, weil sie zum Beispiel Sondereditionen oder Farbabweichungen zwischen Metallic, Titanium und Dark Inox nicht aufgreifen und kaum zeigen, warum sie kosten, was sie kosten.

Mit dem Suchbegriff „Siemens TE657F03DE“findet ihr zum Beispiel direkt eines der beliebtesten Geräte (Siemens EQ.6 plus extraKlasse in Silber mit Kannenfunktion). Über TE651509DE geht es zu einem s100-Modell in Schwarz, das ich euch nicht empfehlen würde – es kann vergleichsweise viel zu wenig.

Die Preise auf der Herstellerseite könnt ihr ignorieren. Ein EQ.6 Kaffeevollautomat liegt im Durchschnitt bis zu 600 Euro (!) unter dem UVP. Das ist einer der Gründe für den dauerhaften Erfolg.

Was kann ein Siemens EQ.6 plus ExtraKlasse?

Die größte Kauf-Verwirrung stiftete Siemens mit der Einführung von „ExtraKlasse“- und „Plus“-Kaffeevollautomaten. Beide Begriffe suggerieren, dass die jeweilige Kaffeemaschine mehr kann. Das stimmt auch – ist allerdings keine Begründung für den Preis.

Alle halbwegs aktuellen Modelle tragen den Zusatz „Plus“ im Namen. Ich habe den Siemens EQ.6 zweimal getestet: einmal als s700 ohne Plus, knapp zwei Jahre später als Siemens EQ.6 plus s700. 

Das „Plus“ markiert folgende Features: 

  • Ein anständiges Tropfblech, das weniger Spritzer durchlässt
  • Mehr voreingestellte Kaffeespezialitäten (Americano und Flat White)
  • AutoMilk Clean: vollautomatische Dampfreinigung der Milchdüse nach jedem Bezug

Das sind tolle Funktionen, die jedoch inzwischen zum Standard gehören. Darum solltet ihr bei der Auswahl darauf achten, ein Plus-Modell zu kaufen. Gleiches gilt für den Zusatz „extraKlasse“.

Dieser wird für viele Siemens-Geräte verteilt und soll Sonderausstattungen markieren, die mehr kosten. Zumindest laut UVP. In der Realität sind es gerade diese Extra-Features, die das hervorragende Preis-Leistungs-Verhältnis eines Siemens EQ.6 Kaffeevollautomaten ausmachen.

Seht ihr ein Angebot für einen Siemens EQ.6 plus extraKlasse, handelt es sich theoretisch um zwei mögliche Versionen: 

  • Modellnummer TE657F09DE (Schwarz / Dark Inox)
  • Modellnummer TE657F03DE (Silber / Edelstahl)

Zu diesen Varianten gibt es oft keine Versionsnummer (s700 etc.). Allerdings ist nach meiner Erfahrung ein Siemens EQ.6 plus extraKlasse ein s700 mit noch mehr Features. Darum sage ich: Achtet auf die Nummern!

Bei diesen beiden Modellen jedenfalls könnt ihr das beste EQ.6-Schnäppchen machen. Beim Hersteller steht der UVP noch immer bei knapp 1.500 Euro (für die Extraklasse), so mancher Shop hat sie für rund 850 Euro im Programm. Dafür bekommt ihr:

  • Beleuchteter Kaffeeauslauf bzw. Tassenpodest
  • Kannenfunktion
  • Vier individuelle Benutzerprofile
  • Milchbehälter aus Edelstahl bereits im Lieferumfang enthalten 

Ähnlich wie beim Sprung von „normal“ auf „Plus“ wirken diese Features im Vergleich heute normal. Getränke speichern, personalisierte Getränke zubereiten und zwei Tassen gleichzeitig sind daher auch wichtige Rahmenfaktoren für eure Maschinenauswahl beim Siemens EQ.6.

Was wir jedoch nicht vergessen dürfen: Trotz allem sind es Oberklasse-Features, für die ihr in einem „moderneren“ Kaffeevollautomaten wesentlich mehr bezahlen müsst. Die aktuellen Preise für EQ.6-Modelle wirken dagegen wie Mittelklasse.

Siemens EQ.6 plus s100 (Modellnummer TE651209RW oder TE651509DE)

Der Siemens EQ.6 plus s100 in Schwarz („Saphirschwarz“, Modellnummer Siemens TE 651509 DE) ist ein Kaffeevollautomat um die 600 Euro, der klare Nachteile gegenüber den höheren Versionen besitzt: 

  • Milchsystem ohne Behälter
  • Druck „nur“ 15 Bar (statt 19 Bar)
  • Keine zwei Tassen gleichzeitig
  • Kein Edelstahl auf Gehäuse und Front

Siemens EQ.6 plus s300 (Modellnummer TE 653501DE)

Mit dem EQ.6 Plus-Gerät s300 (Silber und Schwarz) für um die 670 Euro holt ihr euch bereits mehr beliebte Features, müsst aber ebenso auf ein paar Oberklasse-Faktoren verzichten. Generell ist dieses Modell in Silber mit Akzenten in Schwarz zunehmend nicht mehr verfügbar.

  • Milchsystem ohne Behälter
  • Druck „nur“ 15 Bar (statt 19 Bar)
  • Zwei Tassen gleichzeitig (nur Espresso und Kaffee)
  • Kunststoff statt Edelstahl am Gehäuse 

Siemens EQ.6 plus s400 (Modellnummer TE 654509DE)

Den Siemens EQ.6 plus s400 Kaffeevollautomat bezeichne ich als „Katalogmodell“, weil er praktisch ausschließlich nur noch bei altbekannten Katalogversendern zu haben und dort im Reihenvergleich ziemlich teuer ist. Seine wichtigsten Features sind:

  • Milchbehälter aus Edelstahl bereits inklusive
  • Zwei persönliche Profile
  • Druck immer noch nur 15 Bar
  • Gehäuse aus Kunststoff in Schwarz

Siemens EQ.6 plus s500 (Modellnummer TE655503DE)

Ganz im Sinne der aufsteigenden Nummerierung ist der s500 nicht allzu weit von seinen Kollegen entfernt, nimmt aber bereits die nächsten Hürden zur Oberklasse. Der Preis liegt je nach Anbieter bei um die 700 Euro, allerdings gibt es ihn wirklich nur noch selten. 

  • Kaffeespezialitäten plus Americano, Flat White, Kleiner Brauner
  • Pumpendruck 19 Bar
  • 2-Tassen-Funktion für alle Getränke

Überblick: Welchen Siemens EQ.6 Kaffeeautomat bestellen?

Generell gibt es keinen Siemens EQ.6 Kaffeevollautomat, den ich nicht empfehlen würde. Die Serie ist einfach hochwertig und ihr könnt sie im Vergleich zu früher günstig kaufen.

Eben weil die Preise so gesunken sind, würde ich jedoch nur weiterhin verfügbare Versionen (Stichwort Support, Software-Update und Ersatzteile) mit dem besten Funktionsumfang kaufen. Dabei hilft euch diese aktuelle Übersicht:

ModelnameModellnummernVerfügbarkeitDurchschnittlicher Preis (Oktober 2021)
Siemens EQ.6 plus s700
(Manchmal identisch mit Siemens EQ.6 plus extraKlasse)
TE657M03DE TE657509DE
TE657503DE
Hoch800
Siemens EQ.6 plus extraKlasseTE657F09DE TE657F03DEMittel750 bis 850
Siemens EQ.6 plus s 500TE655503DEGering700
Siemens EQ.6 plus s 300TE653501DEGering650
Siemens EQ.6 plus s400TE654509DEGering700
Siemens EQ.6 plus s100TE651209RW TE651509DEGering650

Beachtet erneut, dass ein Siemens EQ.6 plus extraKlasse nicht generell identisch mit dem s700 ist, aber gern mal als solcher bezeichnet wird. Der Siemens EQ.6 plus extraKlasse ist weniger verfügbar, hat aber die meisten Funktionen an Bord.

Der Vollständigkeit halber sei noch gesagt, dass der Siemens EQ.6 in seiner s700-Ausführung (ohne Plus) einen Zwilling hat: den Bosch TES60759DE Kaffeevollautomat VeroAroma 700 OneTouch von 2015. Bosch und Siemens gehören zusammen. Sollte euch der Bosch VeroAroma 700 ultragünstig über den Weg laufen, spricht grundsätzlich nichts dagegen. Aber nicht mehr viel dafür.

Der EQ.6 Kaffeevollautomat im Reihenvergleich: Was liefert Siemens noch?

Bei der Suche nach einem Siemens Kaffeevollautomat liegt es nahe, auch die anderen Reihen und Modelle der Marke genauer anzuschauen. Denn der vorteilhafte Preisverfall gilt auch für höhere und niedrigere Klassen.

Die Flaggschiff-Serie Siemens EQ.9 ist zwar schon in die Jahre gekommen, doch die verfügbaren Angebote um die 1.000 Euro bleiben im Spiegel der Leistung weiterhin eine klare Empfehlung. Espresso, Cappuccino und Latte Macchiato bleiben schließlich immer gleich.

In seiner stärksten Version (EQ.9 plus connect S700) bringt er zudem zwei Bohnenkammern mit und überzeugt zusätzlich mit zwei Mahlwerken. Mir reicht eins, aber die Vorteile liegen auf der Hand: Ihr könnt ohne Kreuzkontaminierung zwischen verschiedenen Kaffeebohnen wechseln – hell oder dunkel, mit oder ohne Koffein.

Den Siemens EQ.3 erkennt ihr am „Rüssel“, der als automatische Milchdüse ziemlich gefeiert wird. Diese Serie markiert die Einstiegsvariante teils deutlich unter 500 Euro. Ich kann sie ebenfalls empfehlen, auch wenn sich in dieser Klasse woanders mehr tut. Siehe etwa DeLonghi Dinamica.

Mit dem Siemens EQ.500 integral hat das Unternehmen seine klassische Reihung und die Liebe zur Funktionsvielfalt erstmals verlassen und sich in die Trendrichtung „einfacher Kaffeevollautomat“ aufgemacht. Damit passt der integral nicht eindeutig ins Image, ist aber keine schlechte Maschine.

Der brandneue Siemens EQ.700 (ohne 6!) ist mit Touchscreen, bis zu 30 speicherbaren Getränken, voll integriertem Milchsystem (als integral) bzw. klassischer Karaffe (als classic) und allerlei Funktionen jüngst für rund 1.400 Euro auf den Markt gekommen.

Das ist angesichts der anderen Preise natürlich eine Hausnummer, die allerdings für einen neuen Kaffeevollautomat dieser Technikklasse gerechtfertigt ist. Wenn ihr drei beliebte Siemens Kaffeevollautomaten in Action sehen wollt, könnt ihr das gern in meinem Vergleichsvideo tun.

Der EQ.6 s700 Kaffeevollautomat im Überblick: Ein stilvolles Gerät

Einen Kaffeevollautomat von Siemens erkennt ihr sofort – und fühlt euch vom hochwertigen Äußeren direkt angezogen. Egal, wieviel Edelstahl das Gerät tatsächlich mitbringt.

Wenn wir von den Kloppermaßen und dem etwas „eckigen“ Äußeren absehen, halte ich den EQ.6 s700 für ein schickes Modell – nicht so sleek wie Jura Kaffeevollautomaten, nicht so knubbelig wie Melitta, nicht so „Guck mal, was ich kann“ wie DeLonghi Kaffeevollautomaten.

Ein gediegenes Äußeres ist allein kein Grund, sich immer noch mit diesem Kaffeevollautomat zu beschäftigen. Seinen Evergreen-Status begründet er unter der Haube:

  • Leises Scheibenmahlwerk aus Keramik mit 5 Stufen
  • 4 Benutzerprofile für personalisierte Getränke
  • Farbiges coffeeSelect Display mit Touch-Feeling
  • OneTouch: Ein Knopfdruck, alle Getränke vollständig gebaut
  • AromaDouble Shot: Auf Wunsch ein Extrashot Espresso für stärkeres Aroma
  • AutoMilkClean: Dampfstoß nach jedem Milchbezug 
  • SensoFlow-System: Konstante Brühtemperatur und besseres Aroma
  • iAroma-Technologie: Noch konstantere Brühtemperatur und noch besseres Aroma?

Nicht alle Marketing-Schwurbeleien ergeben Sinn oder lassen sich nachvollziehen. Aber das stört so lange nicht, wie wir hervorragende Getränke aus dem extrahohen Kaffeeauslauf (14 Zentimeter!) erhalten. Und dafür tut dieser Kaffeevollautomat einiges.

Mahlwerk: Weniger Lautstärke schafft nur ein einziger Vollautomat!

Unter allen Plus-Punkten im Siemens EQ.6 ist das Keramikmahlwerk sicher einer der wichtigsten. Kein anderes im gesamten Kaffeevollautomaten Test war bisher so leise wie eine Siemens-Scheibe.

Melitta kommt mit dem LatteSelect bei 76,7 Dezibel Maximallautstärke zwar nah ran. Der EQ.6 erreicht jedoch gerade einmal 66,8 Dezibel. Der EQ.9 sogar nur 59,6 Dezibel.

5 Mahlstufen sind in der (ursprünglichen) Preislage erwartbar, liegen aber wiederum über dem Preisdurchschnitt der heutigen Einordnung der Siemens-Modelle.

„CoffeeSelect“-Display & Bedienung: OneTouch macht noch keine Intuition

Siemens EQ.6 Display und Bedienung

Ich glaube, der Siemens EQ.500 integral wurde entwickelt, weil sich Kunden über das Display des Siemens EQ.6 aufgeregt haben. Was auf den Produktbildern groß, übersichtlich und bunt wirkt, ist in Wirklichkeit vergleichsweise fipsig.

Außerdem macht euch die Bildführung etwas irre: Getränke und Schaltflächen sind statisch angeordnet, aber das Feld in der Mitte ändert sich je nach ausgewähltem Menüpunkt. Da wird einem beim Getränke speichern oder Service-Menü durchblättern unter Garantie ein bisschen anders.

Diese Spezialität älterer Siemens Kaffeevollautomaten macht die Bedienung im Vergleich zu anderen Konzepten insgesamt weniger intuitiv. Denn ihr drückt nie dort, wo etwas passiert. Und obwohl es so wirkt, ist das Display kein Touchscreen.

Wer keine Brille braucht und sich schon mit vielen verschiedenen Bedienkonzepten der digitalisierten Welt rumgeschlagen hat, wird die Funktionalität jedoch schnell verstehen und meistern.

Lieferumfang: Wie wär’s mal mit nem Wasserfilter?!

Normalerweise verliere ich kein umfangreiches Wort zum Paketinhalt oder zum Wasserfilter. Entweder, er ist mitgeliefert oder eben nicht. Solange der Kaffeevollautomat die Möglichkeit bietet, einen Wasserfilter einzubauen, ist es mir wurscht, ob ich ihn extra kaufen muss.

Wenn wir aber davon ausgehen, in welcher Klasse Siemens EQ.6-Modelle spielen sollen, ist die Ausstattung relativ übersichtlich:

  • Teststreifen zur Bestimmung der Wasserhärte
  • Entkalkungstablette
  • Reinigungstablette
  • 5 g-Kaffeelöffel für das extra Fach für gemahlenen Kaffee
  • Milchschlauch mit Verlängerung
  • Bedienungsanleitung und Hinweise

Generell ist dieser Kaffeevollautomat eine sehr hygienische Angelegenheit. Er spült,was zu spülen ist, und zickt beim Reinigen nicht rum. Allerdings spült er mit Leitungswasser. Ist kein Wasserfilter vorhanden, sorgt das Aufheizen zu Dampf dafür, dass beim Abkühlen Kalk in den Schläuchen zurückbleibt.

Wer hier nicht durch Reinigungstabletten und Entkalker entgegengewirkt, kann schon mal in der Betriebsanleitung die Seite für Probleme aufschlagen.

Worauf ich hinaus will: Dieser Kaffeevollautomat sollte immer mit einem Wasserfilter betrieben werden. Oder ihr nutzt vorgefiltertes Wasser. Hauptsache, ihr verlasst euch nicht auf den Hahn. Das macht die Reinigung schwerer und die Maschine auf Dauer kaputt.

Selbstverständlich muss ich auch meckern, dass wir den passenden Edelstahl-Thermobehälter zum Milchaufschäumer extra dazu kaufen sollen. Das ist nicht allein bei Siemens so. Und ich kann theoretisch darauf verzichten. Aber bei einem Preis über ursprünglich 1.000 Euro halte ich das für das Mindeste.

Den Siemens EQ.6 einstellen: Holt euch die ausführliche Barista-Anleitung!

Keine Sorge, ich werde in meinen Tests nie unterschlagen, mit welchen Einstellungen ihr einer Maschine hervorragende Ergebnisse bei Kaffee, Espresso und Milch-Getränken entlockt.

Doch gerade zum Siemens EQ.6 Kaffeevollautomat kommen von euch seit Jahren so viele Detailfragen, dass ich sie nicht alle aufgreifen kann. Darum habe ich mir etwas ausgedacht:

Im Coffeeness-Shop könnt ihr ab sofort meinen Einstellungsratgeber für den EQ.6 bestellen – als umfangreiches PDF, als Videoanleitung oder als beides. Hier gehe ich auf die kleinsten Details ein (z.B. Kosten pro Bezug, Urlaubscheckliste), für die in einer Übersicht einfach kein Platz ist. Und exerziere alles mit meinen Coffeeness-Kaffeebohnen für Vollautomaten durch. Zwei Fliegen, eine Klappe.

Einstellungsratgeber für den EQ.6

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Mahlwerk einstellen

Zwischen Mahlkegeln aus Edelstahl und Keramik-Scheiben wie hier besteht für die Einstellung kein Unterschied, auch wenn ihr mit Keramik etwas vorsichtiger sein solltet. Sie kann nämlich schneller kaputtgehen als Edelstahl – das liegt in der Natur der Sache.

Siemens EQ.6 Mahlgrad einstellen

Stellt das Scheibenmahlwerk daher nur im laufenden Betrieb ein und achtet darauf, die Stufen einzeln bzw. gleichmäßig zu durchlaufen. Der Siemens EQ.6 ist problemlos in der Lage, die feinste von elf Stufen zu verarbeiten.

Bezieht danach ein bis zwei Espresso oder Kaffee, damit die Änderung greift. Schon bei diesen Probedurchläufen fällt euch auf, wie wunderbar leise dieses Gerät doch arbeitet. Das Pulverfach als Zusatzoption ignorieren wir wie immer.

Stärke, Menge & Temperatur einstellen

Die Einstellmöglichkeiten am Siemens EQ.6 zeigen, dass sich die Hersteller stärker um vorprogrammierten Kaffee kümmern, als auf euer Können am Kaffeeauslauf zu setzen. Die individuellen Eingriffsmöglichkeiten sind begrenzt:

  • Kaffeestärke in 3 Stufen
  • Milchmenge in 3 Stufen
  • Temperatur in 3 Stufen
  • Füllmenge in 3 Stufen 

Theoretisch wäre die Kaffeestärke, also die Dosierung, eine der wichtigsten Stellschrauben, um mehr aus euren Espressobohnen zu holen. Und hier wäre es theoretisch sinnvoll, in kleinsten Mengen zu kalkulieren, nicht nur in „wenig“, „mittel“ und „viel“.

Auch eine stufenlose Regulierbarkeit der Milchmenge wäre angebracht. Das ist bei einer neueren Maschine inzwischen öfter vorhanden. Gleiches gilt für die Füllmenge – ein Punkt, der mich wirklich nervt.

Stufenlose Regulierbarkeit halte ich für einen wichtigen Faktor bei der Abstimmung von Kaffee, Milch und Tasse. Außerdem will ich immer möglichst genau ans 25 Milliliter-Ideal für einen einfachen Espresso rankommen.

Hier gelten 35 Milliliter als kleinste Menge. Aber Siemens haut trotzdem nur 25 Milliliter raus. Das ist zwar eindeutig ein „Konstruktionsfehler“, doch fällt er zu euren Gunsten aus. 

Ansonsten bleibt euch noch die Möglichkeit, die Füllmenge direkt auf zwei Tassen gleichzeitig (DoubleCup) zu verteilen.

Die Temperatur von Kaffee, Espresso und vor allem Milchschaum aus einer Siemens-Kaffeemaschine war schon öfter Thema. Vielen von euch ist selbst die höchste Einstellung „max“ zu kalt. Ich finde sie schon zu hoch. Aber ihr könnt mit vorgewärmten Tassen gegensteuern.

Letztendlich ist das Temperaturempfinden häufig Gewöhnungssache. Ein Kaffee aus dem Handfilter oder einer klassischen Kaffeemaschine kommt euch im Vergleich zum Kaffeevollautomat immer heißer vor.

Wie ihr es von mir gewohnt seid, habe ich folgende Einstellungen am Gerät vorgenommen:

  • Kaffeestärke hoch
  • Füllmenge niedrig
  • Temperatur beim Standard belassen (ihr könnt sie auch höher stellen)

Schon bei den ersten Tests habe ich in einigen Faktoren herausgefunden, wie ihr die Maschine austricksen könnt, um mehr aus eurem Cappuccino oder Espresso zu holen. Wollt ihr zum Beispiel weniger Milchschaum, könnt ihr den Vorgang einfach abbrechen.

Kaffee & Espresso im Siemens EQ.6 Kaffeevollautomat: Das Plus lohnt sich!

Mit allen obigen Einstellungen und meinen Coffeeness-Kaffeebohnen erhalte ich auch im dritten Testdurchgang immer noch genauso überzeugende Kaffee-Ergebnisse wie die beiden Male davor. 

Gerade bei Aroma, Crema und Körper merkt ihr schnell, warum der EQ.6 so lange bei mir an der Spitze stand: Der Kaffee ist einfach überdurchschnittlich gut. 

Das „Plus“ und die „extraKlasse“ lohnen sich nach meiner Ansicht vor allem aus Gründen der Einstellbarkeit und Speicherung von Parametern. Auch der Americano ist hier eine kleine Ansage wert. 

Espresso: Schwarz, konzentriert & mit gelungener Crema

Als Coffeeness noch jung und ich voller Illusionen war, habe ich den Unterschied zwischen einem Espresso aus dem Siebträger und einem „Espresso“ aus dem Kaffeevollautomaten in jedem Testbericht bis zum Erbrechen durchexerziert. 

Beim Siemens EQ.6 bin ich sogar so weit gegangen, dass ich den wesentlichen Unterschied (Mahlgrad) im Bildbeweis festgehalten habe. Das Mahlwerk des EQ.6 musste gegen das (schlechtere) Mahlwerk des Krups EA 8808 antreten (warum auch immer) und sich gegen eine echte Kaffeemühle für Espresso bewähren (wie fies). 

Das Foto werde ich auch weiterhin in diesem Testbericht belassen, weil es ziemlich gut zusammenfasst, warum wir aufhören sollten, Kaffee aus dem Vollautomaten mit dem Siebträger zu vergleichen: 

Kaffeemehl Vergleich

Eine gute Kaffeemühle mahlt Espresso fein und homogen. Sie kostet aber faktisch genauso viel wie ein typischer Kaffeevollautomat. Ohne Maschine. Ein hochwertiges Mahlwerk wie im Siemens-Modell mahlt aber wenigstens deutlich feiner als die Krups-Krücke.

Das ist auch der Grund, warum der Espresso aus dem Siemens EQ.6 nicht nur für einen Vollautomaten, sondern generell so überzeugend ist. Mal abgesehen vom Quatsch mit der Füllmenge macht Siemens hier vor, warum sie in der Oberliga spielen.

Kaffee: Mehr Ideen im Siemens EQ.6 plus s700

Es ist komplett egal, wie ein Modell seine Varianten von schwarzem Kaffee bezeichnet oder zu unterscheiden versucht. Am Ende kommt immer eine eher wässrige Angelegenheit heraus. Die gleiche Menge Kaffeemehl, die wir sonst für einen konzentrierten Espresso verwenden, wird hier mit mehr Wasser traktiert. Klingt unlogisch? Eben! 

Siemens (s700) ist hier ein wenig cleverer unterwegs und verarbeitet bei extrastarken Geschmackswünschen mit dem AromaDouble Shot zweimal Kaffeepulver. Das funktioniert ganz gut – obwohl ich weiterhin kein Fan des schiefen Aromas sein werde. Zumal der Kaffeevollautomat selbst eine bessere Lösung an Bord hat. 

Americano: Auch ein guter Grund für den Siemens EQ.6 plus Extraklasse?

Den Cafe Americano will ich in diesem Zusammenhang extra erwähnen. Einerseits ist er eines der Getränke, dem die EQ.6-Reihe den „Plus“-Zusatz verdankt und das auch für den Siemens EQ.6 Plus Extraklasse spricht. Andererseits rate ich euch immer wieder, einen Americano zu beziehen, statt auf programmierte Varianten von schwarzem Kaffee zu setzen. 

Statt den sauber extrahierten Espresso zu verwässern und aromatisch in die falsche Richtung zu schieben, bezieht ihr einen Americano, bei dem ein Espresso fertig gebrüht und anschließend mit heißem Wasser verlängert wird. 

Dann wird der Geschmack wie mit einem Nudelholz etwas in die Breite gewalzt, aber nicht zusätzlich extrahiert. Hat ein Kaffeevollautomat diese Funktion an Bord, macht es euch das leichter, sich an diese Zubereitung zu gewöhnen. 

Beim EQ.6 plus s700 solltet ihr den Americano mit einem doppelten Espresso und der Füllmenge „groß“ beziehen. Dann ist die Einstellung ideal. Ist euch die Crema wichtig, könnt ihr es manuell lösen und erst das heiße Wasser und anschließend den doppelten Espresso beziehen. 

Milchschaum: Was ist denn nun mit der Temperatur?

Bringt ein Gerät „nur“ einen Cappuccinatore mit, war das sonst eher ein Zeichen für einen etwas rumpeligen Milchschaum. Das hat sich inzwischen deutlich geändert, wie ihr zum Beispiel im Ratgeber Latte Macchiato im Kaffeevollautomat erfahrt.

Der Siemens EQ.6 ist jedoch zweifelsfrei ein Vertreter der „alten Ordnung“: Das System aus externem Schlauch, den ihr in einen Milchbehälter eurer Wahl hängt, hat zwar Vorteile für die Reinigung und die Handhabung. Für den Schaum selbst ist es nicht unbedingt die beste Wahl. 

Der EQ.6 macht zwar einen guten Milchschaum. Allerdings fließt dieser nicht hundertprozentig gleichmäßig und hinterlässt damit auf der Oberfläche einige größere Blasen. 

Spätestens hier wird deutlich, dass wir es mit einem Gerät aus einer Generation zu tun haben, bei der Cappuccino, Latte Macchiato usw. noch nicht so kritisch beäugt wurden wie heute. 

Noch vor ein paar Jahren war es schon der Hammer, überhaupt einen Cappuccino in den eigenen vier Wänden machen zu können, ohne eine Siebträgermaschine zu besitzen. Das diskutiere ich ausführlicher im Ratgeber Cappuccino im Kaffeevollautomat aus.

Davon abgesehen sind sowohl die Schäummenge als auch Konsistenz und Temperatur vollkommen in Ordnung. Zumindest für mich.

Siemens EQ.6 Cappuccino nah

Denn zu kalter Milchschaum ist einer der größten Kritikpunkte, die ihr immer wieder an einer Maschine von Siemens äußert. 

Ich empfinde eine Schaumtemperatur von rund 60 Grad Celsius als ideal. Ihr bekommt Frostbeulen. Dagegen könnt ihr am Gerät nur wenig machen. Vorgewärmte Tassen sind eine Möglichkeit. Ansonsten? Kein Plan.

Cappuccino & Latte Macchiato

Ein Latte Macchiato ist eine dreischichtige Angelegenheit, ein Cappuccino eine zweischichtige – zumindest, wenn wir es aufs Wesentliche runterbrechen. Für den s700 scheint das alles eine Suppe zu sein. Denn diese beiden Milchschaum-Getränke könnt ihr im Glas kaum unterscheiden.

Dieses Problem hat so mancher Kaffeevollautomat. Doch solange Temperatur und Schaumqualität stimmen, sind Namen und Bezeichnungen fast nur Schall und Rauch. In beiden Faktoren liefert die Milchdüse bzw. der externe Cappuccinatore ordentliche Ergebnisse ab. Wie gesagt, für meinen Geschmack. 

Flat White

Als ich den Siemens EQ.6 Plus s700 das erste Mal getestet habe, war der Flat White als hippe Variante von Cappuccino gerade der heißeste Scheiß auf dem Kaffeemarkt. Plötzlich wollte jeder Kaffeevollautomat dieses Getränk mit Mikroschaum und zarter Cremigkeit zubereiten können.

Typischerweise können sie das nie. Denn praktisch jedes Milchschaumsystem ist darauf ausgelegt, möglichst stabilen Schaum zu erzeugen, der mit fließfähiger Mikro-Eleganz in einem Flat White nix zu tun hat. Diesen Mikroschaum brauchen wir, damit sich Espresso, Milch und Milchschaum zu einer Einheit verbinden.

Der s700 bekommt das weder atemberaubend noch mustergültig, aber wesentlich überzeugender als manch andere Kaffeemaschine hin. 

Welche Kaffeebohnen für den Siemens EQ.6?

Wirklich jeder Vollautomat hat einen bestimmten „Charakter“ bei der Verarbeitung, der aus ein und derselben Röstung höchst unterschiedliche Aromen herauskitzelt. Generell gilt natürlich eine Maxime:

Nehmt anständige Kaffeebohnen oder spart euch den Aufwand gleich ganz! 

Bester Kaffee für den Siemens EQ.6

Coffeeness Kaffee für Vollautomaten Bester Kaffee für den Siemens EQ.6

Wir haben einen Kaffee extra für Kaffeevollautomaten entwickelt – auch für alle Getränke aus dem Siemens EQ.6. Wir haben getestet: Espresso, schwarzer Kaffee und Cappuccino erhalten eine dichte Schoko-Note. Hier geht es zu unserem Shop.

Auf den Kaffee kommt es an: Kippt ihr oben was Gutes rein, kommt unten was Gutes raus!

Kaffee für Vollautomaten by Coffeeness

Kaffee entwickelt für den Vollautomaten

Bester Kaffee für den Siemens EQ.6.

Für Latte Macchiato

Espresso, schwarzer Kaffee

Schokoladig-nussig

Frisch geröstet

Zum Coffeeness Shop

Das sind die richtigen Einstellungen für unseren Kaffee mit dem Siemens EQ.6: 

  • Stellt das Mahlwerk auf den Mahlgrad 1 (von 5)
  • Achtung: Bitte immer nur bei laufendem Mahlwerk verstellen
  • Bezieht einen Espresso mit 35 ml, einen Kaffee mit 120 ml
  • Stellt die Kaffeestärke auf Stufe 3 (von 3 Stufen)

Das Thema „Arabica vs. Robusta“ (bzw. eine Mischung aus beidem) hat sich inzwischen komplett erledigt. Ihr braucht keine Robustabohnen mehr, um eine anständige Crema auf dem Kaffee zu erhalten.

Nichts geändert hat sich an der Empfehlung, dass ihr euch für den Siemens EQ.6 bei Espressoröstungen (im Gegensatz zu Filterröstungen) umschauen solltet. Diese dürfen gern etwas heller sein, als wir es früher gewohnt waren, sollten aber weiterhin ein eher klassisches Aroma mit Noten von Schokolade, Kakao und Karamell mitbringen.

Ich habe mich in einem intensiven Bohnen-Check extra mit dem besten Kaffee für den Siemens EQ.6 auseinandergesetzt. Allgemeine Tipps findet ihr im Ratgeber „Bester Kaffee für Vollautomaten: Gibt es einen geheimen Bohnencode?“.

Siemens EQ.6 reinigen: Am richtigen Ende zickig

An meiner Einstellung zur Reinigung eines Kaffeevollautomaten hat sich nie etwas geändert: Alles, was Kontakt zu Milch oder Kaffeepulver hat, sollte sich einfach entnehmen und säubern lassen. 

Die Maschine muss dafür sorgen, dass euch die tägliche Reinigung in Fleisch und Blut übergeht. 

Das ist hier zweifelsfrei der Fall. Die Brühgruppe lässt sich vorbildlich ausbauen und genauso einfach abspülen. Da ihr nur einen Milchschlauch habt, der auch noch über die vollautomatische Dampfreinigung verfügt, ist auch dieser Schritt kein Problem. 

Entkalken & Wasserfilter

Der fehlende Wasserfilter macht es gerade in Großstädten unumgänglich, dass ihr die Maschine öfter entkalkt und reinigen müsst. Selbst, wenn ihr den Filter als Zubehör nachträglich einsetzt, würde ich das Gerät mindestens einmal monatlich von Kalk befreien.

Siemens hat einen Deal mit Brita und bietet euch einen Brita Intenza Wasserfilter für rund acht Euro an. Die Erfahrung vieler Rezensenten zeigt, dass ihr mit einem Filter rund 300 Tassen weit kommt. 

Das klingt nicht viel, auch der Preis läppert sich auf Dauer. Wenn ihr also günstigere Whitelabel-Produkte nutzen wollt, kann ich das gut verstehen. Achtet nur auf die Passgenauigkeit. 

Wichtig ist, dass ihr vor der ersten Inbetriebnahme checkt, welche Wasserhärte ihr habt. Siemens ist ab Werk darauf programmiert, lieber zu hartes als zu weiches Wasser anzunehmen. Je härter das Wasser, desto enger werden die Entkalkungsintervalle. 

Viele von euch berichten, dass sie ihre Maschine überdurchschnittlich damit nervt, einen Entkalkungsvorgang zu starten. Ich selbst musste bei Bekannten diesen Fehler schon mehrmals „korrigieren“ – also die Wasserhärte weicher angeben, als es korrekt wäre. 

Wenn wir realistisch sind, ist diese Zickerei richtig. Schließlich ist jeder Entkalkungsvorgang mit einer Tiefenreinigung verbunden. Nach 50 Tassen oder so sollte die Maschine dennoch nicht streiken. Deshalb lohnt auch der Reset in den Grundeinstellungen.

Wassertank & Auffangbehälter reinigen

Ihr könnt den Wassertank von vorne links entnehmen und damit zwischen zwei Füllungen fix durchfeudeln. Ähnlich einfach handhabt ihr die Auffangschale nebst Tresterbehälter.

Siemens EQ.6 Wassertank

Die Kaffeepucks sind hier etwas feucht, was aber auch daran liegen könnte, dass sich die beiden Behälter so nah sind. 

Brüheinheit reinigen

Über die Brühgruppe habe ich im alten Testbericht lang und breit philosophiert, inzwischen wisst ihr, wie ich es damit halte: Ihr solltet sie entnehmen können, selbst wenn Krups und Jura etwas anderes sagen. 

Beim Ausbauen (Hauptschalter auf „Off“, roter Schieber nach links, rechter Schalter nach unten) merkt ihr außerdem, dass Siemens echte Qualität verbaut. Die Brühgruppe besteht zwar mehr aus Kunststoff als aus Edelstahl, ist aber hochwertig, schwer und liegt gut in der Hand. 

Siemens EQ.6 Bruehgruppe entsperren

Die Reinigungsprogramme sind bei dieser Geräteversion übrigens nicht ganz so spülfreudig wie bei vielen moderneren Automaten. Abgesehen vom Dampfstoß für den Milchaufschäumer wird zwischen zwei Bezügen nicht direkt losgespült. Das macht sich im Ablauf einfacher, ist aber nicht jedermanns Sache. Ihr könnt die Programme natürlich manuell starten. 

Siemens EQ.6 plus Extraklasse Kaffeevollautomat & seine Freunde: Die Zeiten haben sich geändert. Haben sie?

Ich habe bereits an vielen Stellen gesagt, dass ein Kaffeevollautomat in dem Sinne keine Upgrades braucht. Solange die Brühgruppe kein Murks ist und Cappuccino oder Milchkaffee schmecken, gibt es keinen Grund, stets das neueste Gerät zu besitzen. 

Ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis

Siemens EQ. 6 Plus

Sehr gutes Gerät im Spitzensegment.

Ansprechendes Design

Leises Keramik-Scheibenmahlwerk

Leichte Reinigung

Entnehmbare Brühgruppe

Sehr guter Espresso

Milchschaum für manche zu kalt

Fülllmenge nicht stufenlos

Nirgendwo stimmt das mehr als beim Siemens EQ.6 Plus Extraklasse und seinen Kollegen. Zu einem inzwischen absolut schnuckeligen Preis erhaltet ihr eine hochwertige, langlebige und funktionsfreudige Maschine. 

Sie hat vielleicht weniger moderne Spielereien an Bord. Sie setzt bewusst auf einen Milchschlauch statt auf ein hübsch integriertes System. Wen stört’s, wenn die wichtigsten Faktoren stimmen? Das tun sie: 

  1. Noch immer besitzt Siemens das leiseste Mahlwerk im gesamten Kaffeevollautomaten Test.
  2. Die Bedienung ist zwar nicht total intuitiv, aber trotz allem schnell erlernt und übersichtlich.
  3. Ihr setzt auf hochwertigen Edelstahl, nicht nur im Inneren, sondern auch außen.
  4. Mit den höheren Modellreihen könnt ihr auch zwei Tassen gleichzeitig zubereiten (DoubleCup-Funktion) und die Getränke ausreichend personalisieren.
  5. Espresso, Milchkaffee und Co schmecken sehr gut.
  6. Die Reinigung erfolgt leicht und gründlich. 

Ich kann euch aber nur raten, bei eurem Preisvergleich sehr genau auf die Modellbezeichnung und Generationen zu achten. Ultra-Auslaufmodelle wie den Siemens EQ.6 plus s100 (TE651509DE) solltet ihr ignorieren. 

Mit einem Siemens EQ.6 plus extraKlasse fahrt ihr hervorragend – schon allein, weil die so geliebte Kannenfunktion dabei ist. Auch der EQ.6 plus s700 ( Siemens TE657503) ist eine Empfehlung. Als Testsieger würde ich sie zwar alle nicht mehr zwingend beschreiben, aber das ist in diesem Fall unerheblich.

Ich bin weiterhin auf eure Erfahrungen gespannt. Wie steht ihr zu diesem „alten“ Kaffeevollautomat, was haltet ihr vom Preis, der Leistung, den Features? Welches Modell habt ihr und wie macht es sich im Langzeittest? Schreibt weiterhin fleißig Kommentare!

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