Testberichte: Unabhängig, sachlich, kompetent und mit viel Meinung

Auf Coffeeness gibt es nur echte Tests. Ich kaufe alle Produkte selbst und teste unabhängig von den Herstellern.

 

Meine Testbericht-Sammlung


Als ich vor mehr als zehn Jahren mit Coffeeness begann, ging es mir vorrangig darum, euch mit meinen Tipps zum Thema bester Kaffee zu versorgen. Denn damals ging es in Deutschland gerade erst mit der dritten Welle los und keiner hatte eine Ahnung, was guten Kaffee eigentlich ausmacht.

Inzwischen hat die Welt sichtbar dazugelernt. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass euch bei vielen Kaffees immer noch ein X für ein U vorgemacht wird und ihr (wie ich) manchmal die Kaffeeplantage nicht vor lauter Kaffeebohnen sehen könnt.

Doch es dürfte euch aufgefallen sein, dass sich meine Testberichte nicht mehr nur um die besten Kaffee- und Espressobohnen drehen, sondern inzwischen einen ganzen Haufen anderer Kategorien abdecken.

Die für euch wichtigste Kategorie ist sicherlich oft der Kaffeevollautomaten Test – schließlich ist diese Gerätewelt so beliebt wie nie. Daneben habt ihr bei Coffeeness aber auch die Wahl zwischen vielen anderen Produktgruppen:

Einige Aspekte leuchten sofort ein, bei anderen fragt ihr euch sicher erst einmal, was das mit Coffeeness zu tun hat. Dies will ich euch in diesem Ratgeber erklären.

Außerdem seht ihr hier übersichtlich zusammengefasst, wie ich und mein Team an die Arbeit gehen, welche Maßstäbe wir anlegen und warum wir dabei manchmal der gängigen Rezensenten-Meinung widersprechen.

Kurzer Blick zurück: Wie alles anfing

In einem anderen Leben habe ich mal Politik und Soziologie studiert. Doch meine Leidenschaft für Kaffee hat am Ende doch gewonnen. 2008 habe ich Coffeeness ins Leben gerufen. Die Expertise dazu habe ich mir als Barista abgeholt und nebenbei mein Wissen zu Kaffee und Maschinen in meiner Freizeit immer weiter ausgebaut.

Coffeeness war für mich eine logische Konsequenz, weil es keinen dezidierten Kaffeeblog gab und die Industrie leider ausschließlich Mist verkaufte. Dieser Teil der Geschichte hat sich bis heute nicht verändert. Aber Gott sei Dank habt ihr als Verbraucher dafür gesorgt, dass kleine, fair und transparent arbeitende Röstereien auch beim Krönungs-Käufer eine Chance haben.

Mehr als zehn Jahre nach dem Coffeeness-Start könnte man fast denken, dass wir inzwischen in einem Utopia des Kaffeegenusses leben: Die Menschen kaufen gute Kaffeebohnen von kleinen Röstereien, kümmern sich um die liebevolle Zubereitung und lassen für ihren Genuss weitaus mehr springen als früher.

So ist es leider noch nicht, aber die Zahl der „Erweckten“ nimmt täglich zu. Damit das weiterhin so bleibt, werde ich auch weiterhin mit strengem Blick auf die Qualität und die Hintergründe jeder einzelnen Testkategorie blicken. Das bin ich euch und mir schuldig.

Die grundsätzlichen Fragen in jedem Coffeeness Test

Generell macht es für mich keinen Unterschied, ob ich eine Kaffeeröstung checke oder einen Entsafter Test durchführe. Die Fragen bleiben im Kern immer gleich:

  1. Welche Qualität liefert der Hersteller nach den jeweils definierten Qualitätskriterien ab?
  2. Wie lässt sich das Produkt bedienen, verarbeiten etc.?
  3. Wie gut oder schlecht ist das Ergebnis?
  4. Stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis?
  5. Kann ein normaler Verbraucher mit diesem Produkt etwas anfangen?
  6. Lohnt sich der Kauf, lohnt er sich vielleicht oder ist davon abzuraten?

Jede dieser Fragen beantworte ich immer sehr hart und eindeutig und habe mir damit schon so manchen Hersteller zum Feind gemacht. Aber das ist mir wurscht, schließlich ist Coffeeness kein Werbeorgan für Marken, sondern eine ehrliche Plattform für euch.

Deshalb gilt: Ich kaufe mir die Kaffees und Geräte immer selbst und lasse mich nicht kaufen. Sollte uns ein Hersteller etwas zur Verfügung stellen, sage ich das im Testbericht deutlich – auch wenn dies meine Meinung nicht beeinflusst.

So mancher Produzent wollte mir schon Bedingungen diktieren, die aber untragbar sind. Wer uns etwas zur Verfügung stellt, muss damit rechnen, dass ich Murks auch deutlich als Murks kennzeichne. Schließlich kann man Qualität (oder ihr Fehlen) nicht schönreden.

Das Thema Qualität zieht sich als stärkster roter Faden durch alle meine Berichte – genauso wie mein Hass auf alles Industrielle und Marketinggehype. Viel zu oft muss ich feststellen, dass die Hersteller hinter sexy Slogans und großen Worten Luftnummern verstecken, die völlig überteuert und im Grunde nur Schrott sind.

Im Folgenden will ich euch für die unterschiedlichen Kategorien erklären, worauf es mir ankommt. Natürlich ist Coffeeness ein Work in Progress und wächst ständig. Ich freue mich wie immer sehr darauf, dass ihr mir Vorschläge und Wünsche zu möglichen Tests schickt. Ihr könnt mich hier in den Kommentaren, auf Youtube, auf Instagram und auch in unserer äußerst sympathischen Facebook-Kaffeevollautomaten-Gruppe erreichen.

Kaffeebohnen und Espresso: Warum Geschmack im Test die zweite Geige spielt

Als ich mit der Testerei anfing, war ich besonders von Cupping-Berichten genervt, die sich hauptsächlich an Profis richteten. Da wurde mit Fachbegriffen um sich geschmissen, dass kein Normalo etwas verstanden hat.

Wie soll denn die Allgemeinheit etwas vom besten Kaffee lernen, wenn Dinge wie Honey Processing die Aufbereitung oder der Unterschied zwischen Arabica und Robusta einfach vorausgesetzt werden?

Genauso unverständlich war für mich, dass niemand bei den Herkunftsorten erklärte, warum man etwa einen Äthiopier schon auf den ersten Schluck von einem Brasilianer unterscheiden kann. Und wenn wir es ganz rudimentär sehen, fehlte sogar eine Erklärung für den Unterschied von Kaffee- und Espressobohnen.

All das drösele ich in jedem meiner Tests auf und versuche, die Hintergründe zu den wichtigsten Fakten gleich mitzuliefern. Nicht immer werde ich dabei ausschweifend, aber wenn es um besondere Aufbereitungen oder Sorten geht, könnt ihr euch auf klare Ansagen verlassen.

Für jeden Espresso- und Kaffeetest spielen stets diese Komponenten eine gleichwertige Rolle:

  1. Generelle Einordnung: Bohne, Herkunft, Varietät, Preis, Zubereitungsempfehlung etc.
  2. Bohnenbild: Gleichmäßigkeit, Intaktheit, Farbe, Oberflächenstruktur
  3. Geruch: Beschreibung der wichtigsten und auffälligsten Aspekte
  4. Geschmack & Säure: Milde vs. Kraft, Auffälliges und Besonderes
  5. Körper und Mundgefühl: Fülle, Trockenheit auf der Zunge (Adstringenz), Samtigkeit, Wucht etc.
  6. Abgang: Was bleibt nach dem Trinken zurück?

Wie ihr sehen könnt, ist der Geschmack nur eine Geige in einem ganzen Orchester – und sicher nicht die erste. Das ergibt auch Sinn, schließlich ist Geschmack eine höchst subtile Angelegenheit und wird von vielen Leuten verschieden interpretiert.

Darum verlege ich mich auf manchmal rumpelnde Sprachbilder und abenteuerliche Vergleiche, die euch einen Eindruck davon liefern sollen, was ich beim Testen empfinde. In der Gesamtheit ergibt sich so ein grundsätzlicher Hinweis darauf, was ihr von einem Kaffee erwarten dürft – und was nicht.

Zudem lege ich auch immer drei wichtige Maßstäbe an, die bei allen Kaffee- und Espressobohnen Tests ausgeführt werden:

  1. Wie transparent ist der Hersteller?
  2. Welche Zubereitungsmethode habe ich zum Test gewählt und was sind die Parameter?
  3. Für wen empfehle ich diesen Kaffee, in welcher Zubereitung zeigt er seine besten Seiten?

Erst, wenn alle diese Komponenten abgearbeitet sind, erlaube ich mir ein Urteil über das Preis-Leistungs-Verhältnis. Denn ein hochpreisiger Kaffee ist einfach nur teuer, wenn er Murks erzählt, Murks abliefert und nur Marketing macht.

Der gleiche Preis kann aber schon wieder günstig sein, wenn ihr es mit einer sensationellen Röstung, einem rigoros transparenten Herstellungs- und Beschaffungsprozess und einem genialen Eindruck in der Tasse zu tun bekommt.

Die Faustformel „was teuer ist, ist gut“ gilt also insbesondere in der Bohnenwelt überhaupt nicht. Deshalb ist es zum Beispiel nachvollziehbar, dass der hervorragende „günstigere“ Wood Grouse Coffee Bestnoten erhält, während ich den schlichtweg überteuerten Zombie Kaffee mit Pauken und Trompeten in die Tonne getreten habe.

Siebträgermaschinen Test: Meine Liebe, euer Zögern

Ich will jetzt mal ganz ehrlich sein: Ginge es nach mir, würde jeder von euch eine Siebträgermaschine statt eines Kaffeevollautomaten zu Hause haben. Aber ich kann gut verstehen, dass sich die meisten an die etwas komplizierten Geräte mit Profianspruch nicht herantrauen.

Denn während ihr bei einem Vollautomaten nur auf den Knopf drücken müsst, müsst ihr euch beim Siebträger intensiv mit den Komponenten eines guten Espresso auseinandersetzen, die Maschine genau kennenlernen, eine extra Kaffeemühle kaufen und, und, und …

Wer sich diese Mühe macht, wird allerdings nicht nur mit einem „echten Espresso“ (im Vergleich zum KVA-Espresso), sondern auch mit der Quintessenz vieler angesagter Coffee Drinks – vom Flat White bis zum Black Eye – belohnt.

Außerdem bin ich der Überzeugung, dass die intensive Beschäftigung mit einer Siebträgermaschine der schnellste Weg zu mehr Kaffee-Expertise ist. Denn wenn ihr euch einmal mit Dingen wie Mahlgrad, Brühtemperatur, Druck und Co auseinandergesetzt habt, ist zum Beispiel die Zubereitung von Kaffee im Handfilter nur noch ein Kinderspiel.

Tatsache ist aber auch, dass es echte Profiqualität, die man von einer Siebträgermaschine verlangen können sollte, leider auch nur zum gewissen Preis gibt. Und es bleibt die Sturheit der Nutzer. Deswegen dämmert hier gerade auch eine neue Kaffeemaschinenkategorie herauf:

Auftritt für die „halbautomatische Siebträgermaschine“, die irgendwo zwischen Espressomaschine und Vollautomat residiert. Und wie die Sage Oracle Touch zeigt, kann das ganz hervorragend klappen. Trotzdem gehören für mich zwei ganz andere Modelle in die ewige Bestenliste der Siebträgermaschinen:

Diese Kategorie habe ich in letzter Zeit etwas vernachlässigt, aber ich garantiere euch, dass sich das ganz bald wieder ändern wird. Welche Qualitätskriterien sind hier entscheidend? Hauptsächlich konzentriere ich mich auf folgende Aspekte:

  1. Wie leicht lässt sich die Siebträgermaschine einstellen und benutzen?
  2. Wie gut sind die Werkseinstellungen für den Espresso – und wie weit kann ich mich an das gewünschte Ideal heranregeln?
  3. Welche besonderen Ideen setzt die Maschine um?
  4. Wie ist das Preis-Leistungs-Verhältnis?
  5. Wie viel Wissen wird euch abverlangt?

Auch hier könnte ich jedes Mal lang und breit über Thermoblöcke oder Ein- und Mehrkreiser labern. Und auch hier würde das wieder kein Schwein interessieren. Denn viel wichtiger ist doch, ob ihr für eure Ambitionen belohnt werdet, wenn ihr von einem Kaffeevollautomaten auf den Siebträger umsteigt.

Kaffeemühlen Test: Ohne geht’s nicht

Die Kategorie Kaffeemühlen ist einer meiner heimlichen Favoriten bei meiner ganzen Testerei. Denn ohne eine gute Kaffeemühle kann es keinen guten Kaffee geben!

Mit der Präzision und Feinheit des Mahlwerks wird festgelegt, wie gleichmäßig und sauber die Extraktion ist und ob alle möglichen Aromen bei einer bestimmten Zubereitungsmethode herausgekitzelt werden.

Bei einem Kaffeevollautomaten schaue ich deswegen auch immer erst einmal auf das Mahlwerk, die einzelne Kaffeemühle ist aber für alle Siebträgerverwender und manuellen Zubereitungsmethoden unentbehrlich.

Grundsätzlich habt ihr die Qual der Wahl zwischen manuellen und elektrischen Modellen. Ich und meine Teamkollegen haben beide Varianten in der Küche zu stehen – aus gutem Grund.

Top-Handkaffeemühlen wie die Commandante werden von uns auf Reisen, beim Ausprobieren kleiner Batches und in den Kaffeebohnen Tests benutzt. Die elektrischen Versionen wie die Maßstäbe setzende Baratza Sette 270W oder die Eureka Mignon Kaffeemühle erledigen das tägliche – badumm tsss – Mahlwerk.

Zudem haben unterschiedliche Kaffeemühlen auch immer eine unterschiedliche Eignung für den feinsten Espresso-Mahlgrad. Da kann es euch schon einmal passieren, dass ihr für eure Espressobohnen eine andere Mühle nehmt als für die Kaffeebohnen.

Auch wenn ihr nicht so weit gehen wollt, ist eine (elektrische) Kaffeemühle auf Dauer eine unverzichtbare Investition. Denn frisch gemahlener Kaffee ist der einzig wahre Kaffee. Deshalb checke ich in den Tests folgende Aspekte:

  1. Wie viele Mahlstufen bzw. Mahlgradeinstellungen gibt es?
  2. Wie gleichmäßig kann gemahlen werden?
  3. Wie fein kann gemahlen werden? (Espresso-Eignung?)
  4. Macht das Krach oder ist es anstrengend?
  5. Wie lassen sich die Mühlen reinigen?
  6. Für wen ist die Kaffeemühle geeignet?
  7. Stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis?

Apropos: Als Einsteigervarianten setzen sowohl die Porlex Tall Handkaffeemühle als auch die Baratza Encore immer noch Maßstäbe. Und an deren Preisschildern seht ihr, was ihr in dieser Kategorie mindestens investieren solltet.

Kaffeemaschinen mit und ohne Mahlwerk: Futter für die Melitta-Meute

Ich kann es nicht lassen: Auch wenn in der Welt der Kaffeemaschinen zahlreiche Hersteller um eure Gunst bemüht sind, ist Melitta für mich immer noch der Inbegriff der Filterkaffeemaschine. Das liegt auch daran, dass der deutsche Hersteller hier konstant Qualität abliefert – selbst in moderaten Preisgefilden.

Die große Auswahl an Geräten ist wohl auch der Tatsache geschuldet, dass der gute alte Filterkaffee wieder absolut in ist. Und weil nicht jeder Lust hat, sich mit einem Handfilter und den Feinheiten der Zubereitung auseinander zu setzen, muss eben die Filtermaschine her.

Allerdings setzt sich hier auch ein intensiveres Qualitätsverständnis durch, was ihr nicht zuletzt an den Funktionen ablesen könnt. Diese sollen bei vielen Maschinen dafür sorgen, dass das Wasser möglichst sanft (in regulierbarer Menge) auf das Kaffeemehl trifft.

War früher eine Plastikbude für 20 Euro das Höchste der Gefühle, stehen heute in immer mehr Küchen Kaffeemaschinen für 70 Euro und mehr. Ein gelungenes Beispiel dafür ist etwa die Philips HD 7697/90 Café Intense Filter.

Allerdings ist ein Problem immer noch nicht gelöst: Guter Kaffee aus Filterkaffeemaschinen ist mit vorgemahlenen Kaffeebohnen einfach nicht machbar. Wer es ernst mit der Kaffeequalität meint, muss also entweder eine extra Kaffeemühle bereithalten, oder er setzt auf eine noch junge Maschinenwelt:

Kaffeemaschinen mit Mahlwerk starten gerade so richtig durch, weil sie das Problem zweier getrennter Geräte lösen sollen und gleichzeitig dem faulen Kaffeenutzer – ähnlich wie beim Vollautomaten – entgegenkommen. Ihr Vorteil: Sie können genau das, was Vollautomaten nicht können: simplen Filterkaffee in rauen Mengen zubereiten.

Meine Kaffeemaschinen Tests zeigen in dieser Kategorie aber auch, dass es noch viel Luft nach oben gibt. Das Mahlwerk wirkt in vielen Fällen wenig abgestimmt auf den Einsatz, die Mahlqualität ist nicht immer optimal, die Geräuschkulisse zu groß und das Gerät für seine Leistung ziemlich teuer.

Hier bin ich mir aber sicher, dass noch einiges auf uns zukommen wird, eben weil die Kombi aus Mühle und Maschine eine so sinnvolle Idee ist. Die grundsätzlichen Bewertungskriterien für die Tests sind in beiden Kategorien aber zwangsläufig gleich:

  1. Wie einfach lässt sich die Kaffeemaschine bedienen?
  2. Wie sanft oder rüpelhaft funktioniert die Extraktion?
  3. Mit welcher Temperatur kommt der Kaffee in der Kanne an?
  4. Welche Sonderfunktionen für mehr Aroma etc. sind vorhanden?
  5. Wie lange braucht das Gerät, um Kaffee zu kochen?
  6. Wie lässt sich das Gerät reinigen?
  7. Stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis?

Auch wenn ich versuche, keine Pauschalurteile abzugeben, habe ich zumindest den Eindruck, dass Kaffeemaschinen mit Thermoskanne den Glasmodellen überlegen sind.

Die ewige Ausnahme von dieser Regel ist indes die Moccamaster, die für mich beste Kaffeemaschine der Welt. Denn sie macht Kaffee, der dem Handfilter in praktisch nichts nachsteht.

Milchaufschäumer: Schaumschläger aufgepasst!

Mit der Rückkehr zum Handfilter und der kleinen Renaissance des Espressokochers stellt sich natürlich auch die Frage, wie man aus einem simplen Kaffee oder Kannen-Espresso einen Milchkaffee oder eine Variante des Cappuccino machen kann.

Die kompakteste Lösung für recht wenig Geld heißt Milchaufschäumer. Bevor ich mich intensiv mit dieser Geräteklasse auseinandergesetzt und sie getestet habe, war ich immer skeptisch. Wie soll ein bisschen Induktion und Wärme guten Milchschaum machen?

Denn eigentlich braucht es dafür Wasserdampfmoleküle, die die Milchstruktur aufbrechen. Doch nachdem ich inzwischen zahlreiche Modelle unter der Lupe hatte, bin ich ein heimlicher Fan der Aufschäumer geworden.

Natürlich gibt es auch hier Totalausfälle, aber zum Beispiel Severin liefert konstant gute Qualität ab. Der beste Milchaufschäumer ist und bleibt für mich aber vorerst der Philips Senseo Milktwister.

Er kommt meiner Vorstellung von einem perfekten Mikroschaum am nächsten, ist besonders kompakt und im Vergleich zur Testauswahl preislich nur Mittelfeld. Allerdings ist er auch ein bisschen winzig, was aber in kleinen Haushalten kein Problem sein dürfte.

Bei den Milchaufschäumern checke ich immer folgende Aspekte:

  1. Wie einfach lässt er sich bedienen?
  2. Wie laut geht er an die Arbeit?
  3. Wie viel Milch kann er auf einmal aufschäumen?
  4. Welche Funktionen bringt er (zusätzlich) mit?
  5. Welche Temperatur hat die fertige Milch?
  6. Wie gründlich und einfach könnt ihr den Milchaufschäumer reinigen?
  7. Stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis?

Gerade der letzte Punkt ist so eine Sache. Es gibt hervorragende Geräte mit geringem Preisschild, aber auch hervorragende Geräte, die einen hohen Preis rechtfertigen.

Es ist ziemlich wichtig, dass ihr euch über die tatsächlich benötigte Milchschaummenge klar werdet. Denn je mehr Schaum auf einmal abgeliefert wird, desto ausladender und meist auch teurer wird die Maschine.

Ein ziemlich tolles Preis-Leistungs-Verhältnis liefert zum Beispiel der Clatronic MS 3326 ab. Ich würde aber auch wieder mehr als 100 Euro für ein Modell wie den WMF Lono Milk & Choc ausgeben. Doch dann müsste ich schon eine große Familie und eine unbedingte Liebe zum Milchschaum haben.

Wasserkocher: Muss man das testen? Und ob!

Manchmal braucht man ja etwas länger, bis man zu einer wichtigen Erkenntnis kommt. Jahrelang kam ich gar nicht auf die Idee, mir Wasserkocher anzugucken. Dabei ist die richtige Wassertemperatur eine der ehernen Säulen bei jeder Zubereitungsmethode!

Und mit jedem neuen Test wurde mir klarer, dass es riesige Qualitätsunterschiede bei den Modellen gibt. Dabei könnt ihr euch vor allem an einer Erkenntnis festhalten: Alle Plastikbuden für unter 20 Euro könnt ihr komplett vergessen.

Und neue Modelle, bei denen ihr die Wassertemperatur einstellen und/oder ablesen könnt, sind für ernsthafte Kaffeetrinker eine top Investition. Die Anzeigen und Einstellungen sind meist sehr präzise, wie ich im Temperaturcheck feststellen durfte. Solche Spielereien kosten zwar mehr, aber sie heben den Kaffee nun einmal auf das nächste Level. Die wichtigsten Fragen im Wasserkocher Test lauten:

  1. Welche Materialien wurden verarbeitet? Wie hoch ist der Plastikanteil?
  2. Welche Temperatur hat das Wasser beim „normalen“ Kochen?
  3. Wie lange dauert der Kochvorgang?
  4. Entsprechen die Temperaturangaben bei einstellbaren Modellen bzw. Modellen mit Anzeige der Realität?
  5. Wie steht es um Kalkablagerungen/ Filtereinrichtungen etc.?
  6. Wie ist die Handhabung?
  7. Gibt es Gesundheitsgefahren (Stichwort: heißer Korpus)?
  8. Wie ist das Preis-Leistungs-Verhältnis?

Schon an der Menge an Fragen seht ihr, dass ein Wasserkocher eine kompliziertere Angelegenheit ist als allgemein geglaubt. Deshalb ist es wenig verwunderlich, dass große Marken mit einem etwas größeren Preisschild auch abräumen können.

Das ist zum Beispiel beim Bosch Styline Wasserkocher der Fall, der einen festen Platz in meiner Küche hat. Bei den beliebten Glaswasserkochern stehe ich zum Beispiel auf den Klarstein Assam Express.

Entsafter und Standmixer: Because I can

Zugegeben, die Testkategorien Entsafter und Standmixer liegen bei einem Kaffeeblog nun wirklich nicht auf der Hand. Aber in meiner Testküche geht es mir nicht nur um den besten Kaffee, sondern auch um die Qualität aller Lebensmittel, die wir so in uns reinkippen.

Genauso häufig, wie ich die Kaffeemaschinen aller Art benutze, greife ich auch zum Mixer oder zum Entsafter. Denn Smoothies und Säfte aus dem Regal kommen mir ebenso wenig in die Tüte wie Supermarktkaffee.

Außerdem ist ein Mixer perfekt, um diverse Rezepte mit Eiskaffee umzusetzen oder den idealen Speisenbegleiter zum perfekten Kaffee zuzubereiten.

Der Entsafter ist ein Gerät, das mich schon immer interessiert hat. Und als Chef vons de Janze darf ich mir natürlich auch aussuchen, welche Geräte ich testen will 😉

 

Letztendlich geht es mir auch hier darum, dass ihr als Verbraucher nicht verschaukelt werdet und möglichst viel Leistung zum guten Preis erhaltet. Darum lauten die Fragen auch hier:

  1. Wie sinnvoll und einfach erledigt das Gerät seine Aufgabe?
  2. Wieviel Power steckt dahinter und wofür ist das Gerät wirklich geeignet?
  3. Wie hoch ist die Saftausbeute bzw. wie gut das Mixergebnis?
  4. Wie laut oder leise arbeitet das Gerät?
  5. Für welche Zielgruppe ist es geeignet und lohnt sich der Kauf?

Jetzt seid ihr gefragt: Welche Testkategorie ist bei Coffeeness noch sträflich unterrepräsentiert? Wo wünscht ihr euch mehr Präzision oder mehr Testdetails? Welche Geräte wolltet ihr schon immer in meiner Testküche wiederfinden? Hinterlasst mir einen Kommentar!

Ich freue mich über deinen Kommentar

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