Melitta CI Touch Kaffeevollautomat im Test: Die Frage nach dem Fingerspitzengefühl

Melitta CI Touch Kaffeevollautomat im Test: Die Frage nach dem Fingerspitzengefühl Ergebnis
Veröffentlichungsdat um: 6. November 2018 von 6

Eher unbeabsichtigt haben wir für unsere aktuelle Runde im Kaffeevollautomaten Test Geräte herausgesucht, die uns mit mehr oder weniger Brimborium bei den letzten beiden IFAs in Berlin vorgestellt wurden.

Im Test zum Melitta Caffeo Barista TS Smart Kaffeevollautomaten habe ich festgehalten, dass der Hersteller hier die typischen Probleme des Vorgängers Melitta Caffeo Barista zwar nicht vollständig beseitigt, aber über die hervorragende App extrem abgemildert hat.

Hier könnt ihr den aktuellen Preis der Melitta CI Touch auf amazon.de abchecken.

Dadurch ist ein Vollautomat entstanden, dessen Neuigkeitswert gerade beim aktuellen Preis absolut nachvollziehbar ist.

Der Sprung vom altbekannten Melitta Caffeo CI, den ich für euch vor über zwei Jahren getestet habe, zum Melitta CI Touch, um den es in diesem Testbericht geht, dreht sich praktisch ausschließlich um die Definition des Wörtchens „Touch“.

Wie ihr vielleicht wisst, ist der Caffeo CI bei uns so etwas wie ein ewiger Testsieger, der die Mittelklasse-Krone im Preissegment unter 1.000 Euro immer wieder mit fliegenden Fahnen verteidigt.

Der Caffeo CI ist

  • Leise
  • Klein
  • Macht einen tollen Milchschaum
  • Hat zwei Bohnenbehälter
  • Und viele Einstellungsmöglichkeiten.

Melitta CI Touch im Test

Es wäre natürlich ein Schock gewesen, wenn das in der „neuen“ Touch-Version anders wäre. Ist es gottseidank auch nicht. Allerdings müsst ihr sehr genau überlegen, ob ihr knapp 130 Euro mehr ausgeben wollt, um euer Fingerspitzengefühl zu verbessern. Oder ob wir den Begriff „Touch“ nicht besser ignorieren sollten.

Im Testbericht erfahrt ihr, was ich meine. Und ihr erfahrt, warum ich trotz des grenzwertigen Marketinggedönses um die Melitta CI Touch immer noch davon überzeugt bin, dass ihr mit diesem Vollautomaten sehr glücklich werdet.

Wie bei allen Tests mit unmittelbaren Nachfolgegeräten gilt: Solltet ihr eine Ausführung in diesem Testbericht vermissen, findet ihr sie auf jeden Fall im Bericht zum Melitta Caffeo CI.

Der Melitta CI Touch Kaffeevollautomat im Überblick

Bevor ich euch lang und breit erkläre, was den CI Touch vom Caffeo CI unterscheidet, liefere ich euch lieber eine übersichtliche Tabelle:

EintragWertWert
NameMelitta CI Touch
Melitta Caffeo CI
Erscheinungsjahr20172010
DisplayTFT-FarbdisplayLCD-Textdisplay
Mahlwerk5-stufiges Kegelmahlwerk aus Edelstahl
3-stufiges Kegelmahlwerk aus Edelstahl
Anzahl voreingestellter Getränke
104
Anzahl Benutzerprofile44
Kapazität Bohnenbehälter in g
2 x 135
2 x 135
Bohnenauswahlmanuellmanuell
Anzahl Stufen Kaffeestärke
44
Einstellbare Wassertemperaturen33
Einstellbare Wassermenge in ml25 bis 22030 bis 220
Kapazität Wassertank in l
1,81,8
2-TassenfunktionJaJa
maximale Auslaufhöhe in cm1414
Milchschaumsystemexterner Behälter
externer Behälter
Maximaler Pumpendruck in bar
1515
BesonderheitenItalian Preparation Process, LED-Beleuchtung
Italian Preparation Process, LED-Beleuchtung
Maße in cm
47,0 x 25,5 x 34,046,7 x 25,9 x 35,2
Gewicht in kg
8,79,3
Preis zum Stichtag Test (November 2018) bei Amazon in Euro
729,00599,00

Stellt man beide Geräte nebeneinander und guckt nur mit einem Auge hin, ist es ziemlich schwer, den wirklichen technologischen Sprung zu erkennen. Sicherlich wirkt die CI Touch um einiges moderner, schlanker und wesentlich weniger kastig als der Vorgänger.

Schlanke und Schöner

Räumen wir gleich einmal ein Problem aus dem Weg: das „Touch“ im Namen bezieht sich nicht auf eine kluge neue Touchsteuerung. Sondern schlichtweg darauf, dass ihr statt auf physische Tasten mit den voreingestellten Getränken nun auf eine ebene Glasfläche drückt. Und das ist alles.

Das Toch System

Ginge es also nur danach, wäre ich über den CI Touch ähnlich angesäuert wie über den Philips LatteGo, der nur ein (an sich hervorragender) Saeco Incanto mit neuem Preisschild ist.

Spätestens aber, wenn man die beiden Datentabellen der Melitta Caffeo CI und dem CI Touch genau vergleicht, sieht man doch, dass es bei der neueren Version einige wesentliche Verbesserungen gibt. Zu den wichtigsten gehören für mich:

  1. 5 Mahlgradstufen: Auch wenn wir bei fünf Mahlgradstufen immer noch weit von der Feinheit anständiger Kaffeemühlen entfernt sind, bringt uns jeder neue Zwischenschritt näher an das perfekte Zusammenspiel aller Komponenten bei einer Extraktion.
  2. Mindestmenge von 25 ml: Dieses scheinbare Mini-Detail ist im Endeffekt ausnehmend wichtig. Ein guter Espresso kommt nämlich nicht bei Wassermengen ab 30 ml aufwärts zustande. Viele Vollautomaten sind bei der Mindestfüllmenge allerdings nicht auf „echten“ Espresso ausgelegt. Der CI Touch jetzt schon.
  3. Maße & Gewicht: Ein bisschen höher, dafür schlanker und vor allem leichter – der Melitta CI Touch passt sich an die Anforderungen des modernen Haushalts an.

Ein Farbdisplay und noch mehr voreingestellte Getränke werden euch zwar immer als wichtiger Fortschritt in der Vollautomatenwelt verkauft. Aber ich predige euch gerne immer wieder, dass ihr diese Funktionen oder Getränke in den seltensten Fällen nutzt oder braucht.

Melitta CI Touch Display

Die Neuerungen bei dem CI

Würden die drei oben genannten Faktoren für mich wirklich als Argument ausreichen, knapp 130 Euro mehr für das Geräte-Update auf den Tisch zu packen? Ja, würden sie.

Denn die Caffeo CI, die wir als ewigen Testsieger feiern, erhält damit insbesondere in den Bereichen noch mehr Feinheiten, auf die es bei der (automatischen) Kaffeezubereitung wirklich ankommt!

Es darf aber auch nicht unter den Tisch fallen, dass von den 130 Euro Preisunterschied sicherlich auch ein ganzer Batzen für den Tasten-Mumpitz draufgeht, dem die neuere Maschine ihren Namen verdankt. Dieser Marketing-Unsinn steckt aber leider in praktisch allen „neuen“ Geräten. Schließlich brauchen die Hersteller Anreize, damit ihr eure alte gegen die Nachfolgemaschine eintauscht.

Apropos Marketing: Hinter dem Begriff „Italian Preparation Process“ verbirgt sich die Einstellung der Maschine, die dafür sorgt, dass Kaffee und Milch bei den italienischen Getränken in der richtigen Reihenfolge in die Tasse kommen. Das ist nett, aber eigentlich in vielen Fällen Standard.

Reinflog bei den Getränkebezügen

„Manual Bean Select“ bedeutet, dass ihr von Hand einstellen müsst, auf welches Bohnenfach die Maschine bei der Zubereitung zugreifen soll. Bei der Melitta Caffeo Barista TS Smart heißt das ganze „Automatic Bean Select“ und funktioniert – Überraschung – automatisch.

Viele Möglichkeiten der Einstellung

Die Melitta CI Touch einstellen

Leider scheint Melitta aktuell wenig daran gelegen, die Einstellbarkeit seiner Maschinen so intuitiv wie möglich zu gestalten. Das gilt direkt an der Caffeo Barista TS Smart und gilt auch hier bei der CI Touch.

Die Software ist nicht so richtig ausgefuchst, ihr müsst viele Knöpfe drücken und drehen, bis ihr genau die Einstellung findet, die ihr sucht. Allerdings habt ihr den Dreh relativ schnell heraus und müsst euch nur auf das „Melitta-Menü“ einlassen.

Das kann ich aber hervorragend verknusen, sobald ich meinen individuellen Arne-Espresso einstellen will und (Hurra!) eine Mindestmenge von 25 ml abrufen darf. Außerdem hat die CI Touch auch kein Problem damit, wenn ich die Kaffeestärke erst einmal aufs Maximum stelle und den Mahlgrad fein halte.

Espresso Bezug aus der CI Touch

Crema aus dem CI Touch

Das war bei der Barista TS Smart anders, die mich plötzlich mit einem riesigen Kaffeepuck überrumpelt hat. Aber in schönster Melitta-Manier hat auch die CI Touch ein paar herstellertypische Macken:

  • Die Maximalfüllmenge liegt bei 220 ml, womit ihr große Gläser nicht voll bekommt. Da hilft nur die 2-Tassenfunktion.
  • Im Schnellmenü lassen sich Kaffee- und Milchmenge nur im Tandem einstellen. Für das Verstellen der Einzelkomponenten müsst ihr euch tief ins Menü begeben.

Das ist nervig, aber verschmerzbar, solange ich die wesentlichen Einstellungen für einen guten KVA-Espresso am Ende finde. Und die finde ich!

Espresso und Milchschaum aus der Melitta CI Touch

Nicht umsonst stand die Melitta Caffeo CI bei uns monatelang im alten Büro und wurde täglich und ständig benutzt: Der Kaffee aus der CI-Reihe schmeckt hervorragend. Ich würde sogar behaupten, dass der Espresso mit dem neuen Feintuning der CI Touch noch besser gelingt.

Milchbehälter

Bezug des Milchschaums aus dem CI

Auch der Milchschaum ist eine feine Sache, obwohl er auf den Produktfotos ein wenig merkwürdig geschichtet erscheint. Er bewegt sich irgendwo zwischen recht fest und recht sämig. Die Maschine ist außerdem sehr bemüht darin, unterschiedliche Schaumkonsistenzen für unterschiedliche Getränke abzurufen. Und das klappt erstaunlich gut.

Getränke aus dem CI Touch von Melitta im Test

Doch der reine Espresso ist hier wirklich das Getränk, was mich wieder an meine Liebe zur Caffeo CI erinnert hat. Voll, rund, tolle Crema und dank besserer Einstellungen noch aromatischer. Mjam.

Mit den zwei Bohnenkammern seid ihr natürlich bestens ausgerüstet, um mal so richtig auf Kaffee-Entdeckungsreise zu gehen. Passt nur auf, dass ihr vor dem Betrieb checkt, ob die richtige Kammer angewählt ist.

Die Reinigung der Melitta CI Touch

Auf eines ist bei Melitta immer Verlass: die einfache Reinigung. Auch die CI Touch verfügt über die „Easy Steam Cleaning“-Funktion. Dies bedeutet, dass ihr den Milchschaumschlauch in eine Halterung an der Abtropfschale stecken könnt, die Funktion auslöst und dann wird das Ding ordentlich mit heißem Wasser durchgespült.

Reinigung Milchschlauch

Allerdings ist die Abtropfschale ein wenig klein, weshalb sie relativ häufig ausgeleert werden muss. Das ist aber nicht schlimm, da ihr so praktisch automatisch gezwungen werdet, eure Maschine sauber(er) zu halten.

Reinigung Schale

Ansonsten sind auch hier die üblichen Reinigungsprogramme an Bord. Melitta fragt euch, ob ihr sie nach der Nutzung ausführen wollt oder nicht, statt einfach loszulegen. Tut euch selbst den Gefallen und habt immer ein kleines Auffanggefäß neben der Maschine parat und gönnt euch die regelmäßige (Mini-)Reinigung zusätzlich zum zwangsläufigen Großreinemachen und Entkalken.

Reinigung Trester Behälter

Über die Vorteile einer entnehmbaren Brühgruppe muss ich euch sicher längst nichts mehr erzählen. Melitta verbaut praktisch die gleiche Version wie viele andere große Markenhersteller.

Reinigung der Brühgruppe

Obwohl sie aus Kunststoff besteht, wirkt sie sehr hochwertig und robust. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ihr sie pfleglich behandeln und nachfetten solltet. Und noch einmal der Hinweis:

Wer die Brühgruppe täglich abspült, hat länger was vom Maschinenleben!

Mein Fazit

Ursprünglich hatte ich mir vorgenommen, euch statt der Melitta CI Touch das Vorgängermodell Melitta Caffeo CI zu empfehlen. Der Grund war einfach, dass ich nicht eingesehen habe, warum ich für ein paar plane Glastasten gleich wesentlich mehr Geld auf den Tisch packen sollte.

Aber nach meinem Test und reichlicher Überlegung finde ich doch, dass die neue Touch ein wirklich gelungenes Update ist. Allerdings in (wichtigen) Feinheiten, die absolut nichts mit dem Versprechen im Namen zu tun haben.

Erst, wenn man hinter das Marketinggedöns schaut, erkennt man den Wert von mehr Mahlstufen, geringerer Mindestfüllmenge und einer schmaleren, leichteren Maschine.

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Zwar finde ich nicht, dass die Touch die Melitta Caffeo CI von ihrem Mittelklasse-Thron stößt. Dazu bietet sie zu wenige eigene Kaufargumente. Damit ist auch klar, dass es keinen Grund gibt, das Update zu kaufen, wenn ihr schon von der Caffeo CI begeistert seid.

Kaffeepulverfach

Wenn ihr aber auf der Suche nach einem überaus vernünftigen Mittelklasse-Vollautomaten deutlich unter 1.000 Euro seid, wüsste ich nicht, warum es nicht die Melitta werden sollte. Lediglich das beknackt komplizierte Menü könnte nerven.

Aber wie schon beim Melitta Caffeo Barista TS Smart Kaffeevollautomaten muss ich auch hier festhalten: Wenn ihr euch einmal durch die Einstellungen durchgefrickelt und eure perfekte Einstellung gefunden habt, gibt es im Regelfall kaum einen Grund, diese ständig zu verändern.

Im Grunde ist das also wieder Umstieg auf ein neues Betriebssystem, das am Anfang auch immer nervt.

Was haltet ihr von meiner Einschätzung? Ich freue mich auf die Kommentare!

6 Kommentare
  • Sebastian
    6 November, 2018

    Moin Arne,

    klasse test. Da ich mir die Caffeo CI vorallem aufgrund deines Tests zugelegt habe, war ich gespannt was du nun über den Nachfolger schreibst. Mich verspürt es nicht zu wechseln, aber mein KVA ist auch erst 1,5 Jahre alt. Aber was ich fragen muss zu:
    Der Caffeo CI ist

    Leise <–???

    Wirklich? Dann muss ich ne "defekte" haben. Das Mahlwerk ist wirklich laut. Die Nivona bei uns in der Firma ist dagegen flüsterleise.

    Ist es denn normal oder nur normal in der Preisklasse der CI?

  • Steven
    6 November, 2018

    Hallo Arne,
    super Testbericht mal wieder 🙂
    Ich stehe vor der großen Frage: Kaufe ich mir die Siemens EQ6 Plus s300/s700 oder die Melitta CI Touch? Zu was würdest du mir raten?

  • Roland
    6 November, 2018

    Toller Bericht!

  • Dirk
    6 November, 2018

    Hallo Arne,

    danke für den Test, auch wenn er mir gar nicht mehr viel hilft – denn ich habe am letzten Wochenende zugeschlagen und die CI Touch für 650€ gekauft. Der Test bestätigt mich in meiner Begeisterung für das Gerät, ich bin bis jetzt sehr zufrieden. Ich hatte nach 18 Jahren mit einer Jura Impressa S90 etwas Angst, dass sie geschmacklich da nicht rankommt. Aber ganz im Gegenteil. Der Espresso ist eindeutig besser.
    Etwas gehadert habe ich zunächst mit der geringen Milchmenge, aber da hast du mir bereits netterweise bei Twitter geholfen. Mit der 2-Tassenfunktion lässt sich das gut umgehen.
    Die Menüs finde ich auch etwas umständlich, aber nach etwas Eingewöhnung geht es schon.

    Toller Vollautomat, toller Test und vor allem ein ganz toller Blog. Ohne euch und den Test der Caffeo CI wäre ich nicht auf Melitta gekommen.
    Nun werde ich mal eure Espresso-Empfehlungen durchprobieren. Den Yirga Santos kenne ich bereits umd finde ihn auch super.

    Viele Grüße,
    Dirk

  • Anne
    8 November, 2018

    Hallo Arne, ich werde noch wahnsinnig auf der Suche nach DEM KVA für mich. Eigentlich war ich vom Melitta CI Touch überzeugt, dann habe ich aber heute den Miele CM 6350 für 850€ entdeckt, das ist ja ein gutes Angebot, den hatte ich bisher immer als zu teuer ausgeblendet. Oder doch lieber Siemens EQ 6 700… oder Saeco Xelsis…???
    Wenn alle vier das selbe kosten würden, welchen würdest du empfehlen?
    Vielen vielen Dank und schöne Grüße,
    Anne

  • JANIK
    15 November, 2018

    Hallo Arno meine Melitta caffeo ci seit 05.2012 und 19139 tassen ist kaputt gegangen ,kommt keine kaffee raus also irgendwelche filter oder sonst ist vieleicht zu werde nächste tage mir das anschauen ,wie waren sehr zufrieden ,ich möchte wenn kaufen etwas dieses richtung also 800 euro und ,Melitta ?hast du da welches empfehlung?
    DANKE
    MfG Kristof

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