Kaffeemühlen Test | Die besten Kaffeemühlen für Filterkaffee bis Espresso

Wenn ihr guten Kaffee trinken wollt, kommt nach der richtigen Bohne gleich die optimale Kaffeemühle. Ich teste für euch elektrische und manuelle Modelle ausgiebig. Die beste Espressomühle ist die Baratza Sette 270W, für unterwegs empfehle ich als beste Handkaffeemühle die Comandante.

Eureka Mignon Kaffeemühle

Rommelsbacher Kaffeemühle EKM 200

Comandante Kaffeemühle

Baratza Sette 270W

Graef Kaffeemühle CM 800

Baratza Encore Kaffeemühle

Tchibo elektrische Kaffeemühle

Hario Mill Skerton Handkaffeemühle

Mahlkönig Vario Home V3

Porlex Mini Handkaffeemühle

Tolle Kaffeemühle für Espresso.

Sehr solide Verarbeitung

Kaum statische Aufladung

Homogenes Mahlgut

Relativ teuer

Gut für den Einstieg in frischen Kaffee.

Ordentliches Einsteigsgerät

Hochwertiges Scheibenmahlwerk aus Stahl

Feinjustierung ist möglich

Weniger Leistung als hochpreisigere Mühlen

Mahlwerk verkantet relativ leicht

Testsieger bei den Handkaffeemühlen.

Kompakt

Schickes Design

Das schweizer Taschenmesser der Handkaffeemühlen

Relativ teuer

Meine Lieblings-Mühle für Espresso.

Einmaliges Design mit Köpfchen

Stufenlose Mahlgradeinstellung

Sehr leichte Bedienung

Guter Allrounder!

Preiswertes Einsteigermodell

Homogenes Mahlergebnis

Klein und schick

Gründliche Reinigung ist teuer

Beste Kaffeemühle für Filterkaffee und die Chemex.

Wenig statische Aufladung

Einfache Reinigung

Leicht ein- und umzustellen

Nicht für Espresso geeignet

Gut für Kaffee, nichts für Espresso.

Integrierte Waage

Verschiedene Dosiermethoden

Feinteilige Einstellbarkeit

Statische Aufladung

Nicht für Espresso (trotz Ansage)

Solide günstige Handkaffeemühle.

Günstiger Preis

Hochwertiger Look

Einfache Handhabung

Nicht bruchsicher

Zu groß für Reisen

Hervorragende Kaffeemühle.

Viele Einstellungsmöglichkeiten

Sehr gute Mahlergebnisse

Hochwertige Verarbeitung

Kein ansprechendes Design

Tolle kleine Handkaffeemühle

Robustes Edelstahlgehäuse

Sehr preiswert

Hochwertiges Keramikmahlwerk

Nicht geeignet für große Kaffeemengen

Kaffeemuehlen Uebersicht alle Muehlen mit Arne

Im Grunde müsste ich das Coffeeness-Motto „Wer Kapselkaffee trinkt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“ um einen wichtigen Fakt erweitern. Wer vorgemahlenen Kaffee trinkt, hat nämlich auch ein riesiges Problem.

Denn selbst die hochwertigste Kaffeebohne verliert schon wenige Minuten (!) nach dem Mahlen viel von ihren flüchtigen Aromen. Darum führt auch kein Weg an der Anschaffung einer ordentlichen Mühle vorbei.

Das Schwierige in dieser Kategorie:

Theoretisch müsstet ihr euch ein ganzes Arsenal an unterschiedlichen Mühlen zulegen. Denn für jede Zubereitungsmethode braucht ihr einen anderen Mahlgrad. Und nicht jedes Modell eignet sich gleichermaßen fürs Grobe und Feine. Außerdem handelt es sich um Equipment mit vielen Wenns und Abers.

Nichts an einer Mühle ist mal eben so erledigt oder gelernt. Darum werde ich im Kaffeemühlen Test auch so feinteilig und kümmere mich um die unterschiedlichsten Subkategorien.

Dabei schaue ich mir zum Beispiel auch den Unterschied zwischen einer Handkaffeemühle und einem elektrischen Modell an. Und nein, es geht nicht nur um den Stromanschluss.

Zusätzlich betrachte ich für euch, wie es um das Preis-Leistungs-Verhältnis stehen sollte und welche Rolle die Lautstärke spielt. Natürlich kommen wir auch hier auf das Thema Bauart des Mahlwerks zu sprechen – analog zu den Kaffeevollautomaten.

Ein Update dieses Ratgebers war längst überfällig, weil ich zum Beispiel mit der Baratza Sette 270W einen neuen Espresso-Favoriten gefunden habe und außerdem wieder verstärkt neue Mühlen für euch untersuchen werde.

Baratza Sette 270W Kaffeemuehle Daumen hoch

Zudem hat sich die Stiftung Warentest zum ersten Mal an diese Kategorie rangetraut. Und natürlich werde ich die frischen Testergebnisse für euch zerlegen. Ihr kennt mich – und meine „Liebe“ zu dieser Testinstanz.

Kaffeemühlen im Überblick – Bauweise, Eignung und die Frage nach dem Stromanschluss

Grundsätzlich folge ich einer klaren Überzeugung: Wenn ihr euch eine richtige Siebträgermaschine zulegt, sollte die passende Mühle mindestens genauso viel kosten und wirklich hochwertig sein. Für French Press, Handfilter und so weiter reicht auch ein günstigeres Modell. Allerdings denke ich bei “günstig” vielleicht etwas anders.

Wollt ihr es wirklich richtig machen, solltet ihr sogar zur Kaffeemaschine eine extra Mühle bestellen. Macht zwar keiner, doch es wäre konsequent.

Um überhaupt einen Überblick über die Mühlenwelt zu erhalten, solltet ihr euch mit den groben Kategorien vertraut machen. Im Allgemeinen unterscheiden wir:

Nach der Betriebsart

  • Manuell betriebene Handkaffeemühlen wie die Comandante machen zwar viel Arbeit und können nur kleine Portionen auf einmal mahlen. Dafür sind sie oft ausgewiesene Espressokönner, überall einsatzbereit und brauchen keinen Strom. Der Preis ist so eine Sache – siehe Comandante.
    Comandante C40 MK3 Nitro Blade Handkaffeemuehle Uebersicht close
  • Elektrische Kaffeemühlen nehmen euch die Arbeit ab – doch müsst ihr euch hier auf die Feinheiten des Mahlwerks verlassen. Das Angebot ist riesig, die Preisunterschiede auch. Und hier hat fast jedes Modell so sein Spezialgebiet. Für Espresso nehme ich zum Beispiel immer die Baratza Sette 270 W.

Nach dem Mahlwerk

  • Analog zu den Kaffeevollautomaten bringen kompaktere Mühlen meist ein Kegelmahlwerk aus Edelstahl mit, während es in den preislichen Oberkategorien gern ein Scheibenmahlwerk aus Keramik ist.
  • Solltet ihr irgendwo das Wort Schlagmahlwerk in einer Produktbeschreibung lesen, vergesst das Gerät sofort wieder. Schlagmahlwerk ist nur ein anderes Wort für grottenschlechte Ergebnisse und unbrauchbaren Billigschrott.

Sobald ich für euch Kaffee- oder Espressobohnen teste oder eine Maschine ohne eigenes Mahlwerk untersuche, greife ich fast reflexartig zu einer Handkaffeemühle – und dann zu meiner geliebten Comandante. Ist die gerade anderweitig im Einsatz, dürfen genauso oft die Zassenhaus Quito oder die Porlex Tall ran.

Porlex Tall Uebersicht Arne

Obwohl die drei Versionen ein höchst unterschiedliches Preisschild und jeweils ihre eigenen Macken haben, vereinen sie die gleichen Vorteile, die auch für Handkaffeemühlen allgemein gelten:

  • Einfach zu bedienen und einzustellen
  • Einfach zu reinigen
  • Schneller Wechsel zwischen Bohnen möglich
  • Kompakt und robust
  • Häufig besonders gut im feinsten Mahlgrad
  • Sehen toll im Regal aus
  • Verbrauchen weder Strom noch Nerven

Am letzten Punkt mache ich ziemlich oft fest, ob die jeweils getestete Handkurbel-Mühle eine hohe Punktzahl erreicht oder nicht. Denn mit dem Schwerpunkt der Bauteile und damit dem Kurbel-Radius und der Handhabung entscheidet sich schnell, ob ihr Modelle wie die Porlex Mini oder die Grönenberg Mühle lange benutzt oder für immer in die Ecke feuert.

Wichtig ist in jedem Fall, dass ihr die jeweils von mir empfohlene Zubereitungsmethode zur Mühle beachtet. Denn etwa die Gefu Lorenzo ist eher im French Press-Bereich mit gröberem Mahlgrad bewandert, während zum Beispiel die Zassenhaus Quito noch feiner als Espresso-fein mahlen kann.

Zassenhaus Handkaffeemuehle Quito

Grundsätzlich können zwar alle Geräte alle Zubereitungsbedürfnisse erfüllen, doch an der Homogenität der Mahlergebnisse erkennt ihr die Unterschiede deutlich. Und für eine saubere Extraktion sollte jedes Kaffeekorn nun einmal die gleiche Größe haben. Das ist pingelig, aber wichtig.

Die beste günstige Handkaffeemühle

Ich habe keine Ahnung, warum der Preisunterschied zwischen der Porlex Mini und der Tall bei Amazon durchschnittlich gerade einmal zwei Euro beträgt. Damit machen sich die Japaner ein bisschen ihre USP-Argumente kaputt.

Allein diese zwei Euro sorgen aber dafür, dass die kleinere Version für 20 Gramm Kaffeebohnen die Krone als beste günstige Handkaffeemühle erhält. Genauso gut könnten wir aber auch die Porlex Tall für 30 Gramm Kaffeebohnen krönen.

Beide Versionen beeindrucken durch ein präzises Kegelmahlwerk aus Keramik (!) und liefern sehr homogene Ergebnisse ohne übermäßiges Kurbeln.

Porlex Mini Uebersicht

Dabei sind sie echte Allrounder, die vom groben French Press-Mehl bis zu Espressofeinheiten praktisch jede Zubereitung bedienen können. Solche Rundumschläge gehen zwar etwas auf Kosten einer konstanten Homogenität, doch das kann ich bei diesem Preis problemlos verschmerzen.

Die beste teure Handkaffeemühle

Könnte ich besser reimen als „Liebe-Hiebe“, würde ich ein elegisches Gedicht auf die Comandante verfassen. Denn diese Mühle begleitet mich seit dem ersten Test durch die ganze Welt. Und das wortwörtlich, denn ich nehme sich auf jede meiner zahlreichen Reisen mit.

Bisher ist mir keine Handmühle untergekommen, die präziser in allen Mahlgraden arbeitet und so perfekt funktioniert. Auch kenne ich kein Modell, das die Bohnen schneller durchjagt. Dafür sorgt nicht zuletzt die ausgeklügelte Kraftübertragung und ein doppelt kugelgelagerter Mahlwerkantrieb. Die Bohnen sind in jedem Fall schneller gemahlen, als euer Arm müde werden kann.

Comandante C40 MK3 Handkaffeemuehle Uebersicht Arne

Das wichtigste Manko ist natürlich der Preis. Das manuelle Modell kostet fast doppelt so viel wie eine Siebträgermaschine auf Schnupperniveau. Und leider wird sie auch nicht günstiger.

Darum finde ich, dass ihr die Comandante nur dann kaufen solltet, wenn ihr wie ich die ganze Zeit unterwegs seid und Kaffee überall genießen wollt. Oder wenn das Mahlen von Hand für euch auch zuhause eine meditative Angelegenheit ist.

Elektrische Kaffeemühlen im Test | Der Testsieger fürs Grobe

Sobald Stromanschlüsse und Motoren ins Spiel kommen, wird das Mühlenangebot noch unübersichtlicher und größer. Außerdem wird der Graben zwischen brauchbaren Geräten und Schrott immer tiefer.

Elektrische Mühlen sind natürlich wesentlich komfortabler in der Umsetzung, nicht aber unbedingt in der Bedienung und Präzision. Hier solltet ihr wie ein Luchs darauf achten, wofür die Mühle zu empfehlen ist. Und der Preis spielt leider oft eine entscheidende Rolle.

Nehmen wir als Beispiel die (alte) Tchibo Kaffeemühle, die baugleich mit der Severin KM 3873 ist: Trotz vieler Mahlstufen, aus denen ihr mit etwas Kreativität sogar noch mehr rausholen könnt, kriegt sie Espressofeinheit ums Verrecken nicht hin. Im gröberen Filter- und French Press-Bereich habe ich damit kaum Probleme. Ähnlich sieht es auch beim neuen Tchibo-Modell aus.

Diese Befunde gelten im Grunde auch für andere Modelle von Nivona, für die Rommelsbacher EKM 200 oder die Zassenhaus Kingston. Sie alle liegen auf einem Preisniveau weit unter 100 Euro und verschaffen euch zumindest einen sehr gelungenen Einstieg ins Thema frisch gemahlener Kaffee.

Zassenhaus Kingston Uebersicht Arne

Meine These lautet: Dieser Einstieg erfolgt weitaus häufiger mit Zubereitungsmethoden, für die es nur einen groben Mahlgrad braucht. Warum der so einfach und vergleichsweise günstig umzusetzen ist? Weil die Kegel bzw. die Scheiben nicht so ultranah zusammengebracht werden müssen – das kriegen auch günstigere Geräte hin.

Wollt ihr selbst beim einfacher zu erreichenden groben Mahlgrad keine Kompromisse eingehen, reden wir von Maschinen jenseits der 100 Euro und von Modellen wie der Mahlkönig Vario Home, der Graef CM 800 – und der Baratza Encore.

Die beste Kaffeemühle für French Press Kaffee

Man könnte meinen, dass gutes Kaffeemehl für French Press-Kaffee am einfachsten zu erreichen ist. Schließlich liegt es auf der Mahlgradskala eindeutig im groben Bereich. Hier beißt sich die Katze aber ziemlich oft in den Schwanz:

Je gröber die Kaffeekörnchen am Ende bleiben, desto deutlicher machen sich Unregelmäßigkeiten bemerkbar – nicht nur in der Extraktion, sondern auch bei so profanen Dingen wie den Krümeln, die in der Tasse landen.

Darum fallen (für mich) hier auch alle Kaffeemühlen unter 100 Euro flach und ich kröne die Baratza Encore zur besten French Press-Mühle. Sie ist ein echter Könner im groben Bereich, besitzt wenig statische Aufladung und lässt sich selbst als Laie professionell bedienen und umstellen.

Baratza Encore Uebersicht

Außerdem hat sie diesen ausgewiesenen Profi-Look, ganze 40 Mahlgrade und eine hohe Langlebigkeit. Lediglich die Lautstärke und das Übermaß an Kunststoff machen keinen Spaß. Für den Preis bei Amazon könnt ihr aber kaum mehr verlangen!

Die beste Kaffeemühle für Filterkaffee

Filterkaffee bzw. Kaffee aus der Chemex sind jene dankbaren Zubereitungsmethoden, die euch Fehler bei der Mahlung oder Mengenbemessung verzeihen. Darum kommen hier auch wesentlich mehr Geräte mit wesentlich unterschiedlicheren Preisschildern als beste Mühle infrage.

Das Medium Papierfilter gleicht so manches Problem mit der Homogenität unproblematisch aus. Grundsätzlich reden wir hier jedoch immer von einem mittelfeinen Mahlgrad.

Darum stehen mit der neuen Tchibo Mühle und der Baratza Encore auch zwei an sich ungleiche Partner nebeneinander. Die neue Tchibo-Mühle hat dabei den großen Vorteil, dass sie vergleichsweise günstig, kompakt und besonders einfach ist – und für Filterkaffeetrinker komplett ausreicht.

Tchibo elektrische Kaffeemuehle Uebersicht mit Filter

Die beste Kaffeemühle für die Bialetti

Ich finde, wir sollten viel öfter über den Espressokocher reden. Denn die uritalienische Zubereitungsmethode für starken Kaffee mit Espresso-Anleihen ist ausgesprochen unkompliziert, günstig und sehr dankbar.

In das Kaffeesieb, durch das das Wasser aus dem unteren Kannenteil nach oben in die „Kaffeekammer“ gedrückt wird, gehört Kaffeemehl mit einem Mahlgrad von mittel bis fein. Dieser sollte gröber als bei Espresso sein, jedoch stärker in diese Richtung gehen als die Filtermahlung.

Die Bialetti stellt so etwas wie einen Grenzstein für den Großteil der Mühlen dar, weil ihr benötigter Mahlgrad das höchste der Gefühle für viele Maschinen ist. Darum kann ich auch nicht anders, als erneut die Tchibo Mühle und die Baratza Encore zu nennen.

Denn auch hier gilt wieder: Top Homogenität ist in der Herdkanne eine feine Sache. Doch wenn’s mal etwas ungenauer wird, verzeiht euch die Bialetti auch das.

Die beste Espressomühle | Alle Testsieger

Allein der Wechsel zum Begriff Espressomühle für immer noch die gleiche Maschinenkategorie zeigt, dass wir es mit einer ganz besonderen Spezies zu tun haben. Denn Espressomühlen machen keine Kompromisse in den feinsten Mahlgraden.

Wie ich schon erwähnte, braucht es gute Bauteile und eine entsprechende Mechanik, um die Kegel oder Scheiben so nah zusammenzubringen, dass die Kaffeebohnen zu einem fast feinstaubigen Pulver vermahlen werden, in dem jedes einzelne Körnchen gleich groß ist.

Denn ein Espresso aus dem Siebträger erlaubt keinerlei Ungenauigkeiten – wenn ihr die Mahlung versaut, kann euch auch die beste Espressomaschine nicht mehr retten. Darum predige ich auch immer, dass ihr der Mühle noch mehr Aufmerksamkeit schenken solltet als der Auswahl eures Siebträgers.

Und ja, das kostet. Wir fangen bei rund 120 Euro und dem Evergreen Graef CM 800 an und arbeiten uns mühelos auf das Vier- bis Fünffache für die Knallermodelle Eureka Mignon und Baratza Sette 270W. Damit sind wir noch nicht einmal ansatzweise in den Fortgeschrittenen- und Profimodellen angekommen.

Eureka Mignon Uebersicht

Muss man ein solches Gewese um den Espressomahlgrad wirklich machen? Ja, muss man. Denn sonst könntet ihr euch die Investition und die Mühen in das Handwerk des Espressomachens gleich sparen.

Gerade in diesem Bereich werde ich – analog zur Renaissance der Siebträger – demnächst wieder mehr Geräte testen. Denn spannenderweise tummeln sich hier jetzt auch Hersteller, die sonst wenig mit Mühlen zu tun haben – siehe zum Beispiel DeLonghi mit der KG.52-Reihe.

Die beste günstiges Espressomühle

Ich habe die Graef CM 800 nie offiziell getestet, erwähne sie aber seit Jahren immer wieder positiv. Das liegt daran, dass ich sie an jede Person in meinem Leben verschenke, die sich von mir eine „einfache, aber gute“ Espressomühle wünscht.

Sie ist vergleichbar mit der Baratza Encore, beherrscht aber im Gegensatz zu dieser vor allem Espresso, während sei bei gröberen Mahlgraden etwas ungenau wird. Das Kegelmahlwerk ist sicher nicht leise, aber auch nicht ultranervig.

Bei der Einstellung habt ihr die Wahl zwischen 40 Mahlgraden, von denen die feinsten so fein werden, dass sogar die Siebträgermaschine (und die Mühle) stottert. Zudem ist sie offensichtlich auf den Einsatz mit Siebträgern ausgelegt, die ihr in eine spezielle Schiene hängt und per Kontaktschalter passgenau befüllt.

Graef schreibt zwar, dass das Ding einen „Antistatik-Einsatz“ hat, doch solltet ihr darauf nichts geben. Die Mühle besitzt recht viel Kunststoff, an dem das Kaffeemehl kleben bleibt. Darum „hustet“ sie auch ständig Mehl, wenn ihr sie anklopft.

Dennoch bin ich ein Fan dieser schnieken Espressomühle für Einsteiger, auch wenn sie meilenweit von jedem Profianspruch entfernt bleibt.

Die beste Espressomühle bis 300 Euro

Gute Nachrichten für Baratza-Fans wie mich: Mit der Baratza Sette 30 AP gibt es auch eine relativ günstige Einsteigerversion der revolutionären Espressomühle im Sieben-Format. Auch hier fällt das blitzschnell gemahlene Kaffeemehl direkt in den Siebträger, ohne sich mit dem Motor arrangieren zu müssen. Die Details dazu gibt’s im Testbericht zur Baratza Sette 270W.

Baratza Sette 270W Uebersicht Muehle

Wem das zu neumodisch und fancy ist, der wird den ewigen Klassiker Eureka Mignon sicher lieben lernen. Das Ding sieht absolut retro aus und macht bei Espresso wirklich keine Kompromisse. Außerdem ist viel hochwertiger Edelstahl im Spiel, was die Aufladung empfindlich verringert. Gäbe es die Sette nicht, würde ich immer noch mit der Eureka mahlen.

Die beste teure Espressomühle

Kurz mal Budder bei die Fische: Ich kann es sehr gut verstehen, wenn ihr den Preis für die Baratza Sette 270 (W) nicht zahlen wollt. Allzu oft habt ihr dazu sowieso keine Gelegenheit, weil das Ding ständig ausverkauft ist.

Aus gutem Grund: Sauberer, gleichmäßiger und professioneller lässt es sich für rund 500 Euro für die W-Version nicht mahlen. Da könnt ihr euch mit günstigeren Modellen noch so sehr anstrengen. Auch seid ihr bei der Dosierung gleich auf dem richtigen Dampfer, weil das „W“ für eingebaute Waage steht.

All das sind Feinheiten, die ihr erst ab einem bestimmten Kenntnisstand bemerkt bzw. zu schätzen wisst. Doch dann ist es wie mit dem Filmfehler: Einmal gegenwärtig, könnt ihr sie nicht mehr ignorieren.

Solltet ihr übrigens die Gelegenheit bekommen und eine Quamar M80E oder eine Mazzer Mini Electronic A gebraucht im Topzustand finden, empfehle ich auch diese beiden hochwertigen Mühlen.

Mazzer Mini Kaffeemuehle Uebersicht Arne

Ansonsten ist dieser Preisbereich etwas dünner besiedelt, schlicht weil es schwer ist, das Preisschild für Neulinge und Preissensible zu rechtfertigen. Meist orientieren sich Fortgeschrittene dann in Maschinenbereiche, die es bei Amazon nicht zu kaufen gibt und deren Namen abseits der Coffee Community kein Schwein kennt.

Kaffeemühlen für Espresso und Filterkaffee bei Stiftung Warentest

Gerade wollte ich beim Rewrite dieses Ratgebers großkotzig verkünden, dass die Stiftung Warentest zum Thema Mühlen vorsorglich die Klappe hält (weil sie keine Ahnung von nichts hat), da kommt ein knackfrischer Test auf den Markt. Im Heft 12/2019 wurden 15 Geräte untersucht, darunter auch Schlagmesser-Versionen.

Und zwar nicht zu knapp: Ganze sechs Vertreter mit Schlagmesser erzielten ein „Befriedigend“ bis „Ausreichend“. Wie schon anklang, treten wir diese Geräte gleich in die Tonne und tun so, als hätten sie nie existiert.

Mit Platz Eins – der Graef CM 800 – kann ich mich gut arrangieren. Sie hat ein „Gut“ (2,1) erhalten, wobei die Lautstärke das Ganze nach unten gezogen hat. Außerdem wurde beim Mahlen in der Stiftung ebenfalls festgestellt, dass es im gröberen Bereich etwas mehr Probleme gibt als im Feinen.

Moment mal, sollte sich die Stiftung etwa endlich mal Mühe gegeben haben und ordentlich ans Werk gegangen sein?

Naja, fast. Denn auf dem zweiten Platz („Gut“; 2,3) kommt mit der Melitta Molino für unter 50 Euro bereits ein Modell, dass ich im großen Vergleich zwar nicht verdamme, aber auch nicht richtig empfehlen kann.

Melitta Molino Arne

Es ist ein absolutes Einsteigergerät, dass euch auch noch die Portionsgrößen vorschreibt und praktisch vollständig aus Kunststoff besteht. Die StiWa testet eben immer nach dem Munde des Massenmarkts, nicht nach den Maßstäben der Kaffeewelt.

Andere halbwegs nachvollziehbare Urteile gibt es zur Rommelsbacher EKM 300. Ich habe die Rommelsbacher EKM 200 getestet und fand sie ähnlich wie die Molino okay, aber nicht hundertpro überzeugend. Das Mahlwerk hatte so seine Probleme mit den Feinheiten und dem Rundlaufen.

Rommelsbacher EKM 300 Uebersicht

Für die schon erwähnte Baratza Sette 30 gab es ein „Mangelhaft“ bei der Sicherheit. Hier wurde festgehalten, dass die Isolierung nicht ausreichend ist und ein Kurzschluss möglich wäre.

Das ist der einzige Punkt, an dem die Stiftung stets ordentlich arbeitet: Sie untersucht Aspekte, die wir normalen Tester nicht untersuchen können – mangels Equipment und Expertise. Allerdings verraten sie nicht, was das bei der Baratza genau heißt und wie groß die Gefahr ist.

Dass ihr dem Test (wie üblich) nicht zu viel Vertrauen schenken sollt, zeigt sich einmal mehr an einem wichtigen Fakt. Ein User unter dem Text zum Testdesign hatte darum gebeten, dass die StiWa die letztendlich genutzten Mahlgrade veröffentlicht. Und zwar nicht allgemein, sondern für die jeweilige Mühle.

Und die Stiftung so:

Die Optimierung des Mahlgrades hängt von vielen Faktoren ab […] Da Kaffee ein organischer Stoff ist, reagiert dieser beim Öffnen auf Luftfeuchtigkeit und mit Sauerstoff. Daher können wir keine optimalen Mahlgrade mitteilen.

Merkt ihr was? Statt einfach zu sagen „Wir haben den und den Kaffee genommen und dabei dieses und jenes gemacht“, labern sie wieder um den heißen Brei herum und der interessierte Kunde ist genauso schlau wie vorher. Der Test kann also nicht nachvollzogen werden. Soviel dazu.

Was ist beim Kauf einer Kaffeemühle zu beachten?

Anders als die Stiftung sage ich euch sehr gerne, wie ich teste, welche Kaffeebohnen ich nehme und was ihr beachten müsst. Ist ja auch kein Geheimnis.

Am wichtigsten für den Mühlenkauf ist, dass das Gerät insgesamt ein stimmiges Konzept aufweist und in der Gesamtqualität überzeugt. Darum ist eine gute und günstige Handkaffeemühle wie die Zassenhaus Quito auch problemlos mit einem stilvollen Elektrogerät wie der Eureka Mignon vergleichbar – und genauso empfehlenswert.

Nimmt man das Konzept auseinander, müssen alle Mühlen idealerweise folgende Punkte erfüllen:

  • Der Mahlgrad lässt sich stufenlos verstellen
  • In der Mühle verbleibt nach dem Mahlen kein/wenig Kaffeemehl
  • Jedes einzelne Körnchen ist homogen und uniform
  • Motor und Mahlwerk heizen das Kaffeepulver nicht auf
  • Es gibt kaum/keine statische Aufladung
  • Die Mühle ist sicher, hochwertig und langlebig
  • Die Einstellungen sind logisch, nachvollziehbar und einfach umsetzbar

Ihr merkt vielleicht schon, dass man diese Forderungen einer Mühle nicht unbedingt ansieht. Das macht es ja so schwer, als Laie nicht auf die falschen Faktoren zu schielen – etwa auf den Preis.

Zumindest bei den angebotenen Mahlstufen könnt ihr euch relativ klar entscheiden, zumal mit steigender Wahlfreiheit ziemlich häufig auch die gesamte Produktqualität exponentiell zunimmt. Schaut außerdem darauf, dass als Hauptmaterial Edelstahl angegeben ist.

Baratza Sette 270W Mahlgrad einstellen

Das verringert die statische Aufladung und senkt gleichzeitig die Problematik, dass Bohnenreste von der vorherigen Mahlung in der Maschine verbleiben – Kunststoff „klebt“ nämlich wesentlich besser.

Dem Faktor „Hitzeentwicklung“ könnt ihr euch oft über Umwege nähern. Eine Kaffeemühle, die was auf sich hält, gibt eine Mahlleistung an. Bei der Baratza Sette 270 W beträgt sie zwischen 3,5 und 5,5 g/sek.

Je größer die Grammzahl vor der Maßeinheit, desto schneller fällt das Kaffeepulver in den Siebträger oder Auffangbehälter. Und damit wird kürzer an den Bohnen rumgemahlen, es kommt also zu weniger Reibungshitze.

Diese entsteht natürlich auch bei den manuellen Mühlen, wofür in vielen Fällen die Länge und Beschaffenheit der Kurbel verantwortlich ist.

Wenn diese doof konzipiert wurde, braucht ihr ewig, um eine anständige Umdrehung hinzukriegen und das Mahlwerk in Schwung zu halten. Und dann rödelt ihr auch lange am Mahlgut rum, das sich immer weiter erhitzt.

Oft hilft schon ein Blick auf die Produktbilder, auch wenn die letzte Instanz in Sachen Kurbelfreude bei manuellen Mühlen immer der Praxistest ist. Auf den Bildern seht ihr jedoch zum Beispiel, ob die Kurbel einen guten Handgriff hat und ein paar „Rundungen“ aufweist, die für bequemes Mahlen sorgen.

Das ist schwer zu erklären. Schaut euch mal die Kurbel der Comandante und vergleichsweise der Hario Small an. Ihr seht deutliche Unterschiede am „Griffknubbel“ sowie an der Kurbellänge und -form im Verhältnis zum Mühlenkörper. Die offensichtlich bessere Hebelwirkung zeigt sich bei der Comandante auch ohne prüfenden Test.

Hario Small Uebersicht Arne

Welche Mahlwerke gibt es?

Kommen wir kurz noch einmal zur Mahlwerkfrage und warum sie wichtig ist. Sie wirkt direkt auf unsere Forderung nach einer geringen Hitzeentwicklung beim Mahlen. Grundsätzlich gelten hier die gleichen Anforderungen und Materialansprüche, die ich immer wieder im Zusammenhang mit Kaffeevollautomaten predige. Trotzdem schauen wir noch einmal genauer hin.

Die Funktionsweise dieser Mahlwerke ist relativ selbsterklärend. Zwei Scheiben werden je nach Mahlgradeinstellung aufeinander zu oder voneinander weg bewegt und zermahlen die Kaffeebohnen zwischen sich.

Eine der konkaven Mahlscheiben wird meistens durch einen Motor angetrieben, die andere ist fixiert. Das Kaffeepulver wird durch Zentrifugalkräfte nach außen transportiert, dabei immer feiner und dann ausgeworfen.

Diese Bauweise steht bei Profis hoch in der Gunst, weil sie bei entsprechender Qualität der Bauteile und Verarbeitung für sehr homogene Ergebnisse mit niedriger Hitzeentwicklung sorgt. Dafür ist jedoch entscheidend:

  • Welchen Durchmesser die Scheiben haben
  • Und wie viele Umdrehungen diese Scheiben pro Minute hinkriegen

Größere Mahlscheiben erhitzen sich langsamer und schaffen mehr Kaffeebohnen auf einmal. Würden sie dabei langsam vor sich hin rotieren, hätte das aber keinen Sinn. Daraus ergibt sich auch der Nachteil: Mühlen mit Scheibenmahlwerk müssen größer sein – zumindest, wenn sie per Motor angetrieben werden.

Kegelmahlwerke machen nicht viel anders als Scheibenversionen. Allerdings sind hier zwei Kegelformen als Positiv und Negativ zugange. Die Kaffeebohnen fallen direkt nach unten, wenn sie die Kegelform vom breiten zum schmalen Ende durchlaufen.

Kegelmahlwerke sind kompakter und damit in sehr vielen Mühlen der unteren Preisklasse sowie bei zahlreichen Handversionen zu finden. Die besondere Form steht im Ruf, weniger Geschwindigkeit zum guten Mahlen zu benötigen, was die Hitzeentwicklung herabsetzt.

Das kann stimmen, muss es aber sicher nicht. Denn ein lahmarschiger Motor und ein minderwertiges Kegelmahlwerk bringen eben immer noch minderwertige Ergebnisse. Aber: Der Motor muss nicht ganz so hochwertig sein wie bei Scheiben, daher auch oft die Preisunterschiede.

Kegelmahlwerke haben aufgrund ihrer Bauweise häufiger (in Motorversionen) das Problem, dass ihr sie nicht stufenlos verstellen könnt. Andersherum schaffen Kegelmahlwerke viel öfter den Espresso-Grad, weil die Bohnen die gesamte „Länge“ der Kegel durchlaufen und so oft feiner gemahlen werden als in einer minderwertigen Scheibe.

An meinen Einschränkungen seht ihr aber auch, dass die Mahlwerksform allein absolut nichts über die Mahlqualität aussagt. Das Konzept aus Mahlwerk, Motor und Mühlenaufbau muss eben stimmen.

Genauso oft wie über die Form wird über die Materialien von Mahlwerken in Kaffeemühlen philosophiert. Ihr kennt meine Einstellung: Pauschal ist Edelstahl nicht schlechter als Keramik, auch wenn das Metall seine Nachteile hat.

Denn Metall ist immer erhitzungsfreudig. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Kegel oder Scheiben aus Stahl schnell mit ihrer Mahlarbeit fertig sind. Andererseits mag ich die stoische Robustheit von Stahl. Die Lautstärke dieses Materials ist tendenziell höher – doch je nach Isolierung merkt ihr das nicht unbedingt. Es kommt ja auch auf den Klang der Lautstärke an.

Meine aktuelle Lieblingsmühle, die Baratza Sette 270W, hat ein Kegelmahlwerk aus Edelstahl. Soviel also zum vermeintlich minderwertigen Material.

Baratza Sette 270W Kaffeemehl

Hersteller kriegen stets Schnappatmung vor Stolz, wenn sie euch ein Keramikmahlwerk anbieten. Warum eigentlich? Keramik klingt erstens eleganter und damit hochwertiger als schnöder Stahl. Zweitens ist Keramik an sich ein extrem hartes, glattes und neutrales Material. Damit also theoretisch sehr nett zum Bohnenaroma und gut für ein schnelles Mahlerergebnis.

Das stimmt auch alles. Aber Keramik ist genauso paradox wie ein Diamant: Der ist auch so hart, dass er Glas schneiden kann, aber so brüchig, dass er beim Runterfallen zerschellt. Trifft nun ein sehr harter Fremdkörper auf ein Keramikmahlwerk, kann da schnell mal etwas abplatzen. Das hatte ich schon – mit einem unbemerkten Stein in meinen Kaffeebohnen.

Ich habe aber absolut nichts gegen Keramikmahlwerke – sehe nur keinen Grund, sie über Edelstahlversionen zu stellen.

Nur der Vollständigkeit halber will ich noch einmal kurz auf die Version Schlagmesser eingehen, von der die Stiftung Warentest so angetan ist und die euch im unteren Preissegment am häufigsten begegnet.

Ein schönes Beispiel, wie man Mühlen nicht ernst nehmen kann, ist die Caso Design Coffee Flavour Mühle – die ich natürlich nicht verlinke, weil ich sie wirklich keinem empfehlen kann.

Ein Schlag“mahlwerk“ funktioniert wie ein Standmixer – bzw. handelt es sich um nichts anderes. Auf einem Messerblock drehen zwei Messer, die je nach Größe des Behälters die Kaffeebohnen im Zufallsprinzip erwischen.

Bosch SilentMixx Pro Standmixer Klingen

Einige Teile werden pulverisiert, andere bleiben grob. Wie ich einigen Kommentaren entnehmen konnte, gibt es wirklich Menschen, die ihren Kaffee und Pfeffer mit der gleichen Mühle mahlen. Das ist der Punkt, an dem ich aufgebe.

Bei meinen Eltern flog tatsächlich noch ein altes Modell aus dem Haushalt meiner Oma herum. Krups Type309. Eines muss man den Teilen lassen, sie sind anscheinend unzerstörbar. Ich gehe davon aus, dass diese “Kaffeemühle“ schon eine Handvoll Jahrzehnte auf dem Propeller hat.

Die Kaffeemühle richtig einstellen

In einem Punkt gebe ich der Stiftung recht: Theoretisch müsstet ihr eure Kaffeemühle jedes Mal neu kalibrieren, wenn ihr eine neue Tüte Kaffee- oder Espressobohnen anfangt.

Das klingt überzogen, doch schon kleinste Unterschiede im Röstgrad oder der Bohnenoberfläche sorgen dafür, dass das fertige Kaffeepulver anders aussieht.

Das merkt ihr zum Beispiel daran, dass die neue Kaffeemischung plötzlich langsamer oder schneller aus der Mühle fällt – bei ansonsten gleicher Einstellung. Sie wird tatsächlich gröber oder feiner, ohne dass ihr was geändert hättet.

Nicht nur aus diesem Grund besitze ich mehrere Kaffeemühlen – ich habe einfach keine Lust, jedes Mal alles säubern und neu einstellen zu müssen. Wie sehr ihr dabei ins Detail geht, ist wahrscheinlich eine Ermessens-, Platz- und Geldfrage und hat vermutlich auch viel mit eurer Experimentierfreude zu tun.

Solltet ihr aber zum Beispiel genauso oft Espresso aus dem Siebträger wie einen Kaffee aus der French Press trinken, sind zwei Mühlen fast unverzichtbar.

Wollt ihr nicht gleich in die Vollen gehen, würde ich für die French Press-Bohnen eine Handmühle empfehlen und den Siebträger komfortabel mit der elektrischen Mühle befüllen. So mache ich es meist auch in meinen Bohnentests.

Und findet unbedingt einen (visuellen) Weg, euch die halbwegs optimalen Einstellungen für eine bestimmte Zubereitungsart zu merken. Denn der Ring oder das Rad an der Mühle sind schnell mal gedankenverloren verstellt – und dann geht die Einstellerei ohne Foto oder Markierung wieder von vorne los. Ist mir alles schon passiert!

Solis Barista Gran Gusto Espressomaschine Kaffeemehl Siebtraeger

Für die Optimierung des Mahlgrads müsst ihr euch natürlich besonders viel Zeit nehmen. Hier gibt es unterschiedliche Herangehensweisen für unterschiedliche Zubereitungsmethoden, da wir ja auch unterschiedliches Kaffeepulver benötigen.

Noch ein Hinweis für alle Mühlen mit Motor:

Verstellt den Mahlgrad immer im Betrieb und bedenkt, dass diese neue Einstellung erst einmal „greifen“ muss. Erst nach mehreren Bezügen seht ihr einen Unterschied bei der Geschwindigkeit und Körnung des Kaffeemehls. Verlasst euch hier auch auf euer Auge – der Wechsel ist selbst bei Feinheiten kaum zu übersehen.

Es ist zwar nervig, aber unausweichlich: Ob die Mühle wirklich richtig steht, seht ihr, wenn …. der Kaffee in der Tasse landet und ihr gekostet habt. Beim Espresso ist die Crema natürlich ein wunderbarer Wegweiser. Und bei Filterkaffee oder French Press?

Für Filterkaffee

Für Filterkaffee benötigen wir einen mittleren Mahlgrad – fangen also folgerichtig bei allen Mühlen mit sichtbarer Skala in der Mitte an.

Baratza Sette 270W Mahlgrad verstellen

Solltet ihr direkt auf dem Sweet Spot landen, seht ihr das an einem sehr körperreichen, aber nicht zu dunklen Kaffee, dessen Farbe je nach Röstung zwischen Bernstein und „geschwärztem Honig“ liegt. Bei der Filterung ist der Kaffeefluss zwar stetig, kommt aber nicht mit Schwung ins Gefäß.

Sollte das Wasser also durchrauschen, ist der Mahlgrad zu grob. Passiert auch nach dem Anfeuchten und Bloomen beim Aufgießen fast nix, ist es zu fein. Je bitterer der Kaffee aus dem Handfilter wird, desto (ungewollt) feiner ist der Mahlgrad. Bei zu viel Säure gilt Ähnliches.

Für Espresso

So einfach es ist, den optimalen Mahlgrad für Espresso in der Tasse zu sehen, so schwer ist es, ihn zu finden. Wenn wir von einem feinen Mahlgrad reden, heißt das nicht unbedingt, dass ihr eure Mühle auf die kleinstmögliche Einstellung justieren müsst.

Spätestens hier wird der Unterschied einer externen Mühle zu den Dingern, die in Vollautomaten stecken, deutlich: Da stelle ich immer auf die kleinstmögliche Variante und beschwere mich dennoch oft über zu grobe Ergebnisse.

Melitta Purista Espressobezug

Bei Kaffeemühlen seid ihr auf jeden Fall zu fein geraten, wenn das Pulver nur widerwillig und schon fast klumpig aus dem Mühlenschacht plumpst und dazwischen immer wieder große Pausen entstehen. Das ist nicht unbedingt ein gravierendes Mühlenproblem, nur könnt ihr diese Einstellung später im Siebträger vergessen.

Denn zu fein gemahlenes Pulver macht sich am Siebträger auf zweierlei Arten bemerkbar: Einerseits tröpfelt der Espresso nur sehr langsam und sehr dickflüssig in die Tasse. Andererseits ist die Crema sehr dunkel und wirkt wenig ausgeglichen. Solltet ihr kosten, werdet ihr sofort die knalligen Bitterstoffe und das völlig falsche Aromengerüst erkennen.

Bei einem zu groben Mahlgrad geht es sowohl an der Mühle als auch beim Espressobezug viel zu schnell zu. Ein sehr heller, fixer Kaffeestrahl ist ein unverrückbar deutliches Zeichen für eine Unterextraktion – und damit mit meist einen zu groben Mahlgrad. Die Crema ist kaum existent, der Kaffee ist schrecklich blass und dünn.

Noch stärker als bei anderen Zubereitungsmethoden rate ich bei der Mahlgradoptimierung für Espresso dazu, die Änderungen immer in den kleinstmöglichen Schritten vorzunehmen. Habt ihr ein stufenloses Mahlwerk, bewegt ihr den Regler nur mit einem kurzen Zucken von Daumen oder Finger – es sei denn, die Einstellung ist sowieso riesiger Quark.

Und dann beginnt ein mehrfach zu durchlaufender Kreislauf von Mahlgrad justieren – Dosierung überprüfen – Espresso beziehen – Kosten – Mahlgrad justieren …

DeLonghi ECAM 23.446.B Espresso fertig

Versteht ihr jetzt, warum ich zu mehreren Mühlen rate und beim Testen von mehreren Kaffeebohnen lieber öfter zur Handkaffeemühle greife?

Reinigung von Kaffeemühlen

Wo kein Wasser, da kein Schimmel von Kaffeeresten? Jein. Eine Kaffeemühle neigt sicherlich weniger zur Schmutzbildung als etwa eine Kaffeemaschine mit Mahlwerk oder eben der Vollautomat.

Doch Kaffeebohnen sind ölige kleine Biester. Und Öl wird mit der Zeit ranzig. Nommy.

Darum müsst ihr auch Kaffeemühlen reinigen. Doch das ist ziemlich leicht. Es gibt zwei grundsätzliche Reinigungsrituale für das Mahlwerk:

  1. Mahldurchläufe mit speziellen Reinigungsgranulaten, Reinigungsbohnen o.ä.
  2. Auseinanderbauen und Aussagen

Den zweiten Teil mache ich einmal pro Woche, weniger starke Nutzer unter euch können das Intervall auch (etwas!) vergrößern. Und es ist saueinfach, die jeweiligen Bestandteile des Mahlwerks voneinander zu trennen.

Denn eines der beiden Bauteile (Kegel oder Scheibe) ist sowieso beweglich und lässt sich nach Betriebsanleitung von Hand aus der Mühle nehmen. Ist das geschehen, könnt ihr den Rest der Mühle mit einem Staubsauger und das bewegliche Teil nochmal mit einer Zahnbürste reinigen. Das war es im Grunde schon.

Die Granulatvariante ist ziemlich beliebt, weil sie die Angst vor dem Auseinanderbauen spart. Das ist okay, allerdings finde ich die manuelle Methode günstiger. Und ich kann mir sicher sein, dass ich es wirklich gründlich mache.

Kaffeemuehle Uebersicht Handmuehlen hoch

Ziemlich oft wird der Bohnenbehälter ignoriert , in dem sich jedoch am schnellsten Öl sammelt. Je nach Schmierfilm reicht sanftes Auswischen nicht. Baut das Ding ab, lehrt es aus, putzt es von Hand mit lebensmittelechter Seife und lasst es vor dem Wiedereinsetzen gut trocknen.

Mehr gibt es zu Kaffeemühlen (für den Anfang) nicht zu wissen. Oder doch? Hinterlasst mir jederzeit einen Kommentar!

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