Siemens EQ3 Test: Kaffeevollautomat mit innovativem Milchschaum-Rüssel

Ich bin Arne Preuß und kämpfe für mehr hochwertigen Kaffee.

Bevor ich begründe, warum ich den Testbericht zum vergleichsweise alten Siemens EQ.3 Kaffeevollautomat aufmöbele, will ich einen Gruß an den Siemens EQ.500 integral senden.

Der Siemens EQ 3 im Coffeness Test

Bevor ich begründe, warum ich den Testbericht zum vergleichsweise alten Siemens EQ.3 Kaffeevollautomat aufmöbele, will ich einen Gruß an den Siemens EQ.500 integral senden.

Der hat nämlich offensichtlich die gleiche grundsätzliche Zielgruppe, den gleichen (einfachen) Funktionsanspruch und ist außerdem wesentlich neuer.

Doch anstatt mit der Zeit zu gehen und euch wie anständige Konsumenten mit dem ständigen Hunger nach neuen Spielzeugen zu verhalten, ignoriert ihr aktuellere Siemens Kaffeevollautomaten und kauft den EQ3 von 2016 munter weiter.

Woran liegt’s?

Einerseits sicher an der Optik, die auf dem einzigartigen „Rüssel“ beruht, mit dem ihr Milchschaum auf besondere Weise beziehen könnt. Andererseits bestimmt auch am guten Espresso mit unseren Coffeeness-Bohnen, der einfachen Bedienung und der sinnvollen Reinigung.

Doch eines der derzeit stärksten Argumente für dieses „Auslaufmodell“ im Kaffeevollautomaten Test 2021 ist der Preis. Siemens hat nicht so richtig Lust auf Kaffeevollautomat. Es gibt keine superneuen Maschinen oder Upgrades für klassische Modelle.

Modelle wie der EQ.3 gelten daher offiziell als Auslaufware und werden bei verschiedenen Online-Händlern praktisch verschenkt – im Vergleich zum einstmaligen Siemens-Niveau.

Da wir alle Fans eines guten Preisschildes sind, will ich diesen Testbericht also noch einmal genauso aktualisieren wie meine Ausführungen zum Siemens EQ.6 und Siemens EQ.9.

Welchen Siemens EQ.3 soll (und kann) ich kaufen?

Nachdem ich noch einmal alle Versionen an Siemens-Automaten durchgegangen bin, habe ich keine Probleme mehr, eine bestimmte Serie zu identifizieren. Das hat jedoch eine Weile gedauert.

Ihr müsst nämlich nicht nur die teilweise deckungsgleichen Bezeichnungen in allen Siemens-Klassen verstehen, sondern auch unterscheiden, welcher Kaffeevollautomat noch einen offiziellen Support erhält und welcher nicht.

Die drei Klassen Siemens EQ.3, EQ.6 und EQ.9 richten sich an unterschiedliche Bedürfnisse: Der EQ.3 passt nur in kleine Haushalte mit geringem Kaffeebedarf, hat aber ein interessantes Milchschaumsystem. Der EQ.9 bietet höchste Funktionalität, die in vielen Fällen übertrieben ist. Der EQ.6 hat ein immer besseres Preis-Leistungs-Verhältnis, macht aber etwas enttäuschenden Milchschaum.

Siemens produziert hochwertige, langlebige und teilweise innovative Kaffeevollautomaten. Allerdings gibt es kaum Neuentwicklungen. Davon profitiert ihr jedoch: Die Preise sind im Sinkflug, ihr könnt sowohl beim Siemens EQ.3 als auch beim Siemens EQ.9 tolle Schnäppchen machen.

Solange es keine Herausforderungen mit Brüheinheit oder Zubereitung gibt, ist der offizielle Status zwar wurscht. Aber wenn Siemens mit seinem Automaten nichts mehr zu tun haben will, gibt es immer weniger Ersatzteile, Hilfestellungen oder ähnliches.

KategorieEintrag
HerstellerSiemens
NameEQ.3
ArtKaffeevollautomat
Brühgruppe herausnehmbarJa
GehäusematerialEdelstahl
MilchschaumsystemAutomatisch (Integriert)
DisplayJa
AppNein
BenutzerprofileNein
Wassertank1,4 l
Maximale Auslaufhöhe13 cm
MahlwerkScheibenmahlwerk Keramik
Bohnenfach250 g
Zwei Bohnenfächer/-kammernNein
Mahlgrade5 Stufen
KaffeepulverfachNein
KannenfunktionNein
Kaffeegetränke auf KnopfdruckEspresso, Caffe Crema, Cappuccino, Latte Macchiato
Temperatur Kaffee einstellbarNein
Temperatur Milch(-schaum) einstellbarNein
2-Tassen-FunktionJa
HeißwasserfunktionNein
Heiße-Milch-FunktionJa
Nur Milchschaum beziehenJa
WasserfiltereinsatzJa (wird mitgeliefert)
Gewicht7,3 kg
Maße (Höhe x Breite x Tiefe)37,8 x 24,7 x 42,0 cm

Trotzdem finde ich, dass es sich nicht lohnt, immer die neueste Maschine zu kaufen. Die ältesten Möhren müssen es dann aber auch nicht sein. Diese haben meist ein recht altbackenes Verständnis der gesamten Kaffeezubereitung.

Deshalb ist es sich auch langsam nicht mehr zeitgemäß auf EQ.3-Geräte zu setzen, die Bezeichnungen wie s300 oder s500 tragen. Damit wird der Funktionsumfang aufsteigend markiert. In höheren Klassen wie beim Siemens EQ.6 oder EQ.9 erscheint das logisch.

Beim Siemens EQ.3 ist es angesichts der reduzierten Funktionalität offensichtlich etwas sinnlos, einen s300 oder s500 zu führen. Darum gibt es auf offizieller Ebene nur noch drei Ausführungen des Siemens EQ3:

  1. EQ.300 extraKlasse Schwarz TI355F09DE (UVP 749 Euro)
  2. EQ.300 Silber TI353501DE (UVP 679 Euro)
  3. EQ.300 Schwarz TI351509DE (UVP 639 Euro)

In einigen Shops (manche seriös, andere dubios) werden auch folgende Maschinen aufgeführt:

  • EQ.3 s100 Schwarz TI301509DE
  • EQ.3 s100 Schwarz TI30A509DE
  • EQ.300 TI351209RW
  • EQ.3 s300 TI313519DE
  • EQ.3 s300 grau TI303503DE
  • EQ.3 s500 Edelstahl TI305506DE

Im Sinne der Aktualität und Vergleichbarkeit tun wir einfach so, als hätte es die Versionen mit s300, s500 usw. nie gegeben. Zwar entsprechen sie vom Wassertank über das Mahlwerk bis zur Bedienung den gleichen Grundvoraussetzungen, aber den besten Preis erzielt ihr anders:

Das „funktionsstärkste“ Modell der Serie ist der EQ.300 extraKlasse in Schwarz mit der Modellnummer TI355F09DE. „Extraklasse“ steht bei Siemens für Sonderfeatures, die den Komfort im Vergleich zu „normalen“ Modellen der gleichen Serie erhöhen sollen.

Siemens EQ3 Kaffeevollautomat extraKlasse in schwarz

In diesem Fall könnt ihr mit „nur einem Tastendruck zwei Kaffeespezialitäten gleichzeitig zubereiten“ (One-Touch) und außerdem sechs (statt fünf) Kaffeestärken für maximales Aroma einstellen.

Wir werden noch sehen, dass beide Versprechen etwas hohl sind. Außerdem werden diese Features auch bei anderen offiziellen Geräten der EQ.3-Reihe angegeben. Der Vorteil oder Unterschied erschließt sich also nicht direkt.

Allerdings macht der Blick auf den Preis beim extraKlasse besonders Spaß: Während die UVP dieser Version mit 749 Euro erstens in der Mittelklasse angesiedelt und zweitens ganz schön hoch ist, liegt der durchschnittliche Preis im Handel nur noch bei etwa 380 Euro. Die Preise schwanken, es lohnt sich also etwas auf Schnäppchenjagd zu gehen.

Der EQ.300 in Silber mit der Modellnummer TI353501DE wird bei einem UVP von 679 Euro für ungefähr 450 Euro verkauft. Ihr versteht sicher, worauf ich hinaus will:

Mit dem Super-Extraklasse-Special-Modell wird aus einem Kaffeevollautomat, den ich in der ersten Testrunde noch als Mittelklasse-Gerät einordnen musste, plötzlich ein Einstiegsklassen-Schnapper.

Und dass wir es wirklich mit einem Schnapper zu tun haben, seht ihr nicht nur im Preisvergleich.

Wenn ihr das gesparte Geld sinnvoll investieren wollt, solltet ihr direkt mit den richtigen Kaffeebohnen anfangen.

Siemens EQ3 Kaffeevollautomat im Überblick: Solider Eindruck, markante Zubereitung

Auch wenn wir bei einem Kaffeevollautomat immer auf die inneren Werte schielen, muss uns das Gerät auf dem Markt erst einmal ins Auge fallen. Da sticht der EQ3 mit seinem markanten Mittelrüssel sofort heraus.

Siemens EQ3 Kaffeevollautomat auf der IFA wird der Ruessel ausprobiert

Dieser Rüssel ist eine halbautomatische Milchschaumlanze, auf die wir später noch ausführlich eingehen. Schon mal soviel: Es macht Spaß, damit einen Cappuccino zu machen – auch wenn ihr etwas mehr als bei jedem automatischen System tun müsst.

Ansonsten können wir bei Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten von einer soliden Grundausstattung sprechen:

  • coffeeDirect Display – Symbole, beschriftete Tasten und klarer Text für einfache Bedienung
  • Espresso, Kaffee, Cappuccino, Latte Macchiato und heiße Milch vorprogrammiert (Heißwasserbezug nicht möglich!)
  • Keramikmahlwerk mit fünf Stufen
  • 2 Tassen-Funktion für schwarzen Kaffee
  • Bohnenbehälter mit 250 Gramm
  • Wassertank mit 1,4 Liter (Wasserfilter separat erhältlich)
  • Gehäuse aus Kunststoff

Ich weiß von euch, dass einige dieser Details erst mit diesen Werten an Bord sind, seitdem aus dem ganzen s300-Durcheinander die „Reinform“ EQ.300 geworden ist. Das ist für mich noch ein Grund mehr, nur die „neuesten“ Automaten in Betracht zu ziehen.

Denn abgesehen vom Innovationswert des Rüssels (der damals schon einmal bei einer wenig erfolgreichen Maschine von Krups aufgetaucht ist), liefert der EQ3 nichts, was seinen früheren Preis gerechtfertigt hätte. Zumindest nicht übermäßig.

Betrachten wir aber das Preisschild zum Zeitpunkt dieses Berichts und setzen ausschließlich auf modernere Versionen ohne s300 und Co, darf sich der Siemens EQ.3 plötzlich eine sehr viel bessere Preis-Leistungs-Bewertung abholen.

Die begrenzte Leistungsfähigkeit zeigt jedoch auch deutlich, dass dieser Kaffeevollautomat höchstens etwas für Singles, Paare oder Haushalte mit einem sehr überschaubaren Kaffeekonsum ist.

Für jeden Latte Macchiato oder Cappuccino braucht ihr hier nämlich etwas länger.

Display und Bedienung

Ich bin ein Fan davon, einen Kaffeevollautomat ohne Bedienungsanleitung einstellen zu können. Auch sollte jede Fehlermeldung selbsterklärend sein, sodass ich die Probleme direkt am Gerät beheben könnte.

Bei einem simplen Modell wie dem EQ3 gelingt das überdurchschnittlich gut. Das gesamte Bedienkonzept ist so selbsterklärend, dass ihr theoretisch nur den Bohnenbehälter füllen müsst und direkt mit der Zubereitung loslegen könnt. Machen wir natürlich nicht – erst kaufen, dann reinigen, danach einstellen, dann zubereiten!

Die einzige „Hürde“ (für Anfänger) ist das Einstellen des Mahlwerks und vielleicht das erstmalige Entnehmen und Einsetzen der Brüheinheit.

Das coffeeDirect Display und die Tasten für Espresso, Caffe Creme, Cappuccino, Latte Macchiato und „Milk“ (Milchschaum) sind auf der abgeschrägten oberen Geräte-Kante untergebracht.

Siemens EQ3 Kaffeevollautomat Bedienung Menue oben

Wer sein Display groß, bunt und detailliert liebt, wird hier vielleicht etwas Schwierigkeiten haben. Die Schrift im Display mit Text und Kaffeebohnen-Anzeige für die Kaffeestärke ist etwas fipsig. Symbole wie „2 Tassen“ sind dennoch leicht identifizierbar.

Mahlwerk

Wer nur dem Siemens EQ.3 zuhört, wird nicht unbedingt verstehen, warum dieser Hersteller für das leiseste Mahlwerk im gesamten Kaffeevollautomaten Test steht.

Gegen die flüsterleisen Scheiben von EQ6 und insbesondere Siemens EQ.9 kommt die Dreiervariante nicht an. Allerdings liegt auch dieses Mahlwerk unter Klassendurchschnitt und nervt nicht.

Ein Scheibenmahlwerk aus Keramik wäre in der ursprünglichen Preisklasse des EQ3 ein erwartbares Merkmal gewesen – im aktuellen Niveau ist es das nicht. Ihr könnt es aber als Zubehör bzw. Ersatzteil bestellen. Auch wenn ich glaube, dass nur wenige ihren Kaffeevollautomat derart reparieren.

Keramik ist nicht zwingend besser als der übliche Edelstahl im Kegelmahlwerk der Preisklasse, zumal es hauptsächlich darauf ankommt, mit welchen Mahlgraden die Maschine umgehen kann. Fünf Mahlgrade wie hier sind vollkommen ausreichend, wenn auch keine Garantie für ein extra feines Ergebnis.

Getränke

Diesen Punkt muss ich kurz noch einmal extra ansprechen, weil ich finde, dass die Siemens-Werbung hier verwirrt: Auch wenn es so klingt, als könntet ihr etwa Latte und Cappu auf Knopfdruck im Doppelpack zubereiten, ist das Quatsch.

Denn der Milchschaumrüssel muss stets in das Gefäß gehängt werden, in dem gerade das Getränk entsteht. Also gibt es bei zwei Tassen notwendigerweise manuelle Zwischenschritte. Es stimmt jedoch, dass auf Wunsch zwei Espressi oder Caffe Creme aus dem Doppelauslass kommen.

Image

Den Siemens EQ3 einstellen

Wenn Bedienung und Funktionsumfang überschaubar sind, sollten auch das Ein- und Umstellen keine Herausforderung darstellen. In dieser Hinsicht präsentiert sich der Siemens EQ3 von seiner besten Seite. Verstellt den Mahlgrad im Betrieb und justiert die gewünschte Getränkemenge einfach während des Bezugs. Alles läuft so, wie wir es uns wünschen.

Mit dem feinsten Mahlgrad seid ihr bei diesem Kaffeevollautomat bestens bedient, auch wenn bei einem Blick auf den Kaffeepuck deutlich wird, dass „fein“ hier nicht so fein meint wie in den höheren Klassen.

Ansonsten habt ihr bei jedem Getränk Einfluss auf die Wassermenge, die Kaffeestärke und die Dauer des Milchaufschäumens. Die Einstellung der Wassermenge passiert einfach über einen Tastendruck, wenn die gewünschte Menge durchgelaufen ist.

Siemens wirbt mit dem sogenannten SensoFlow-System, das eine stabile Brühtemperatur und damit „maximales Aroma“ garantieren soll. Ob und wie sich das auf das tatsächliche Ergebnis auswirkt, kann der Laie nicht sagen. Zumal wir nicht wissen, wie es ohne wäre.

Ich erwähne das nur, weil ich gerade bei Siemens finde, dass sie es mit ihren Wortschöpfungen und Bullshitmarketing-Anflügen gern mal übertreiben. Bis ihr ein komisches Konzept auf seine tatsächliche Leistungsfähigkeit abgeklopft habt, habt ihr mitunter eine Geräteversion gekauft, die nur toll klingt.

Findet stattdessen immer heraus, welchen Einfluss ihr auf den Kaffee habt und wie ihr die wichtigsten Parameter der Zubereitung optimieren könnt. Alles andere ist nur preistreibendes Herstellergewäsch. Nehmt das hin und schaut lieber darauf, was der Espresso wirklich sagt.

Espresso & Kaffee: Gut, nicht überragend

Normalerweise schraube ich die Kaffeestärke aufs Maximum, um einen extravollen Körper in die Tassen zu bringen. Das klappt beim Siemens EQ3 leider nicht wie gewünscht.

Auf der höchsten Stufe fängt das Gerät an zu stottern, der Espresso kommt nur zögerlich aus dem Auslass und hat keine Crema. All das sind Zeichen für eine falsche Extraktion und vor allem ein Beweis, dass die Brühgruppe das gemahlene Kaffeemehl nicht mehr aufnehmen und verdichten kann.

Die Kaffeestärke über die bekannte Bohnenskala ist schließlich nichts anderes als die verwendete Menge an Kaffeemehl pro Shot.

Auf Stufe 3 (von fünf oder sechs) funktioniert die Extraktion im Siemens EQ3 am besten. Wie ich weiter oben schon sagte: Wozu wird mir noch eine weitere Stufe angedreht, wenn der Automat damit nicht klarkommt?

Bester Kaffee für den Siemens EQ.3

Coffeeness Kaffee für Vollautomaten Siemens EQ.3

Wir haben einen Kaffee extra für Kaffeevollautomaten entwickelt. Er ist hervorragend geeignet für alle Getränke aus dem Siemens EQ3. Das haben wir selbst getestet. So gelingen Espresso, schwarzer Kaffee und Latte Macchiato. Hier geht es zu unserem Shop für unseren Kaffeevollautomaten Kaffee.

Denn mit altem und schlechtem Kaffee bringen auch die besten Einstellungen nichts. Nur wer oben was Gutes reinkippt, bekommt auch unten was Gutes raus!

Kaffee für Vollautomaten by Coffeeness

Kaffee entwickelt für den Vollautomaten

Bester Kaffee für den Siemens EQ3.

Für Latte Macchiato

Espresso, schwarzer Kaffee

Schokoladig

Frisch geröstet

Zum Coffeeness Shop

Das sind die richtigen Einstellungen für unseren Kaffee mit dem Siemens EQ.3:

  • Das Mahlwerk auf die niedrigste Stufe stellen (fein).
  • Achtung! Bitte nur bei laufendem Mahlwerk verstellen!
  • Den Espresso stelle ich mit 25 ml ein, die Kaffeestärke auf die mittlere Stufe (3).
  • Hinweis: Es dauert 1–2 Getränke, bis die neuen Einstellung richtig zu schmecken sind.

Das ist kein Exklusivproblem von Siemens, fällt aber auch hier unangenehm ins Auge. Auf Stufe 3 jedenfalls erhalten wir ein volles Ergebnis, auch wenn ich nicht von einem herausragenden Kaffee sprechen würde.

Er ist lecker, trinkbar und angenehm aromatisch. Doch gerade im Vergleich mit den höheren Siemens-Klassen gibt es noch geschmackliche Verbesserungsmöglichkeiten. Früher hätte mich das mehr gestört. Wenn wir das jetzige Preisniveau wieder ins Spiel bringen, ist das Ergebnis dann doch rundum überzeugend.

Den Caffe Crema – ob nun einzeln oder doppelt – müsst ihr hier grundsätzlich hinnehmen, wie er ist. Also dünner, als wir guten Kaffee aus dem Handfilter oder der Melittamaschine kennen.

Denn dieser Kaffeevollautomat hat keine Heißwasser-Option. Für einen ausbalancierteren Americano müsstet ihr also einen Espresso beziehen und anschließend den Wasserkocher bemühen.

Je nachdem, wie euer Geschmack gepolt ist, lohnt sich dieser zusätzliche Schritt auf jeden Fall. Wenn es euch bei Schwarzkaffee-Varianten in rauen Mengen vor allem um den Koffeinkick geht, dann werdet ihr die leichte Wässrigkeit der EQ.3-Version absolut nicht bemerken.

Milchschaum aus dem Siemens EQ.3: Toller Rüssel!

Es nervt zwar etwas, auf dem Preis herumzureiten, aber er gibt bei einer aktuellen Einordnung des Siemens EQ3 nun einmal den Ausschlag. Das gilt auch für das Milchsystem und damit den klugen Rüssel.

Siemens EQ3 Kaffeevollautomat Milch aufschaeumen

Denken wir über den EQ3 nämlich nicht als Mittelklasse-Automat, sondern als Einstiegsklassen-Vertreter nach, wirkt das Milchsystem gleich noch einmal so clever. Das geht nämlich so:

Normalerweise müsst ihr bei einem Kaffeevollautomat mit Schaumlanze einen Milchpitcher in einem bestimmten Winkel unter die Lanze halten. Diese in einem ebenso genauen Winkel in die Milch tauchen, den Dampf aufdrehen und bestimmte Bewegungen ausführen, damit anständiger Milchschaum entsteht.

Beim EQ.3 kippt ihr etwas Milch in eine Tasse oder ein Glas, stellt das Gefäß unter den Rüssel und taucht ihn ein. Drückt dann den Knopf für Cappuccino, Latte Macchiato oder Schaum und lasst das Gerät machen.

Da sich der Auslauf für den Kaffee ebenfalls direkt in der Mitte befindet, müsst ihr weder eure Tasse umstellen noch eine Ahnung vom Milchaufschäumen haben.

Anschließend muss die Lanze natürlich gereinigt werden. Doch sie besteht nur aus zwei kleinen Bauteilen. Also ist das viel weniger Aufwand als bei einem System mit Milchbehälter und Schlauch.

Je nach Taste bzw. Getränk ist eine andere Schäumdauer voreingestellt, die sich nach den geschätzten durchschnittlichen Getränkemengen richtet. Damit lässt sich hervorragend spielen. Genauso wie mit der Füllmenge in der Tasse.

Selbst nach zig Kaffeevollautomaten Tests bin ich von dieser Idee immer noch genauso begeistert wie beim ersten Ausprobieren.

Hinzu kommt nämlich, dass der Milchschaum sehr gelungen ist. Er wird „automatisch“ recht fest, was für Latte und Cappuccino super ist. Auch hat er eine sehr gute Temperatur. Milchalternativen für Kaffeevollautomaten kommen hier ebenfalls groß raus.

Wenn ihr wolltet, könntet ihr den Bezug vorzeitig unterbrechen und so mit der Konsistenz und Fließfähigkeit spielen. Das schließt wieder den Kreis zur normalen Milchlanze, auch wenn es hier etwas komplizierter als im totalen Manuell-Modus ist.

Reinigung und Pflege: Was hat er denn?!

Er lässt sich nicht einschalten, die Brüheinheit klemmt, die Firmware spinnt – in manchen Foren scheint es so, als wäre der EQ.3 der fehlerbehaftetste Vollautomat der Welt. Ich habe ihn nun schon ein paar Jahre und hole ihn für verschiedene Vergleiche und Testvideos in meinem YouTube Channel immer mal wieder heraus. Er hat noch nie rumgezickt.

Siemens EQ3 Test: Kaffeevollautomat Wassertank

Vielleicht liegt es daran, dass ich in Sachen Pflege und Reinigung ein wenig übervorsichtig bin und engere Reinigungsintervalle für alle Bestandteile setze. Oder es gibt mehr Montagsgeräte als in anderen Serien.

Denn generell könnt ihr diesen Kaffeevollautomat wirklich einfach säubern. Das beginnt schon beim klugen Rüssel:

Nehmt ihn aus der Halterung, trennt Hülle und Innenstück, wascht sie bequem und gründlich unter dem Wasserhahn oder in der Spülmaschine. Auch Gitter und Blech der Auffangschale sowie der Tresterbehälter sind spülmaschinenfest.

Siemens EQ3 Test: Kaffeevollautomat Schale

Etwas unpraktisch, aber unvermeidbar: Direkt nach der Nutzung ist der Rüssel noch ziemlich heiß. Ich würde mir angewöhnen, ihn zu reinigen, wenn ich das nächste Mal in der Küche bin.

Sehr praktisch und darum Klasse: Der Kaffeevollautomat lässt sich nach vorne öffnen. Ihr könnt die Frontpartie aufklappen wie eine Tür, um den Tresterbehälter oder die Brühgruppe zu entnehmen.

Für das Innere der Brühgruppe ist das Reinigungsprogramm „Calc’nClean“ zuständig, aber Siemens empfiehlt, sie zusätzlich von außen regelmäßig zu reinigen. Grundsätzlich empfehle ich das auch. Wir wissen ja, was ich von einer fest verbauten Brühgruppe halte.

Beim Nachdenken fällt mir auch auf, dass ihr bei einer fest verbauten Brühgruppe von Jura oder Krups auch nicht die Spindel fetten könnt, damit der Pressvorgang zum Kaffeepuck reibungslos funktioniert.

Dieser (seltene) Pflegeschritt ist aber unbedingt notwendig. Sonst könnt ihr das Gerät neu starten soviel ihr wollt: Klemmt da was, gibt’s keinen Kaffee. Beim Siemens könnt ihr das glücklicher einfach machen.

Eine tatsächliche Macke im Langzeittest zeigt der EQ.3 dann doch noch: Er will vergleichsweise oft entkalkt werden. Selbst wenn der Wassertank mit einem ordentlichen Wasserfilter ausgestattet und/oder euer Wasser sehr weich ist.

Damit sich das Entkalkungsprogramm immer in den richtigen Abständen zu Wort meldet, lässt sich in der Software die Wasserhärte einstellen. Hier lohnt es sich also in vielen Fällen, die Härte etwas weicher als vom Teststreifen ermittelt anzugeben. Oder ihr müsst den Kaffeevollautomat öfter entkalken, mehr Entkalker kaufen und so weiter.

Fazit zum Siemens EQ3: Origineller Kaffeevollautomat

Ohne seinen Rüssel wäre der Siemens EQ.3 Kaffeevollautomat vermutlich nur noch ein altes Gerät wie jedes andere. Auch wenn es so hochwertig und zuverlässig ist, wie wir es vonSiemens Kaffeevollautomaten gewohnt sind.

Diese Maschine ist weder schnell noch ultrafunktionsstark oder überragend leise. Muss es aber auch nicht. Insbesondere dann nicht, wenn wir die originelle Herangehensweise an das Aufschäumen mit der einfachen Reinigung und dem ordentlichen Kaffee zusammenbringen. Außerdem müssen wir unbedingt den derzeitigen Preis gegenüberstellen:

Großzügig unter 400 Euro sind für das, was euch angeboten wird, ein absolutes Schnäppchen. Es wäre deshalb verführerisch, zum Beispiel den Einstiegsklassen-Testsieger DeLonghi Magnifica ECAM 22.110.B in einer Vergleichstabelle neben den EQ.3 zu stellen.

Dann hätte der Siemens allerdings keine Chance – trotz Rüssel und Keramikmahlwerk. Oder vielleicht doch?

Gerade weil er einen anderen Weg als die üblichen Automaten geht und sich auf seine Besonderheit auch mit vollem Herzen einlässt, kann ich euch den Siemens EQ.3 trotz „Alterserscheinungen“ und sinkender Verfügbarkeit weiterhin ans Herz legen.

Sonst hätte ich ihn längst aus meinem Kaffeevollautomaten Test gekegelt. Sollten euch auch die anderen Varianten von Siemens näher interessieren, schaut euch mein aktuelles Vergleichsvideo dazu an.

Der EQ3 ist zwar nicht dabei, doch ihr erhaltet einen generellen Einblick in die Klasseneinordnung. Auch in den höheren Klassen wird das Argument Preis übrigens immer wichtiger!

Ihr kommentiert bereits fleißig und könnt es auch weiterhin tun: Wie geht es euch mit dem Siemens-Schnäppchen? Habt ihr tolle Angebote entdeckt oder würdet davon generell abraten? Lasst es uns wissen!

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