French Press: Die besten Tipps 2020 für Kaffee aus der Stempelkanne

Kaffee aus der French Press liegt weder im Trend noch gibt es hier Innovationen. Gut so! Klassiker wie der Bodum Chambord Kaffeebereiter brauchen keine Updates. Ich liefere euch die ultimative Anleitung für Kaffee aus der French Press und ein paar heiße Tipps aus der Community.

French Press Arne Stempel druecken

Sobald einer „Kaffee machen!“ schreit, denken alle an den Handfilter, die Siebträgermaschine oder höchstens noch den Vollautomaten. An die arme French Press denkt keiner. Zumindest, wenn ich mich in der Specialty Coffee-Szene umsehe.

Die Gründe?

Die French Press ist unsexy.

Mit Kaffee aus der French Press lässt sich kaum Geld verdienen.

Stempelkannen wirken im Vergleich zur Sorgfalt bei Siebträger und Co wie ein Bauerntrampel.

Stimmt alles. Ist aber auch völlig falsch. Während versnobte Trendsetter Kaffee aus der French Press ignorieren, steht er bei euch hoch im Kurs. Das beweisen eure zahlreichen Kommentare, die ihr im Laufe der Jahre unter diesem Ratgeber hinterlassen habt.

Dieser Ratgeber war jedoch hornalt und enthielt ein paar Statements, die ich heute nicht mehr blind unterschreiben würde. Zum Beispiel zur Bodum French Press.

Außerdem habt ihr als Coffeeness-Community dermaßen viele kluge Tipps beigetragen, dass ich nicht anders konnte, als ein umfassendes Update zu schreiben.

Eine Sache hat sich jedoch nicht geändert: Die French Press ist eine der direktesten Zubereitungsmethoden, die es überhaupt gibt. Und eine der günstigsten. Außerdem sorgt sie für einen enormen Koffein-Kick und hängt sogar Espresso ab!

Wie das möglich ist, erfahrt ihr hier – oder in meinem Video:

Wenn ihr eh schon auf meinem YouTube-Kanal unterwegs seid, empfehle ich euch einen Blick in mein neuestes French Press-Video „Kaffee aus der French Press: Zwei Rezepte im Vergleich“. Bei meinen beiden alten Videos könnt ihr auch gern vorbeischauen (und sei es nur zum Lachen):

Die beste French Press: Bodum, Bialetti, Ikea …

Die Hälfte der Kommentarspalte unter diesem Artikel ist mit Widerworten gefüllt. Im vorherigen Ratgeber habe ich nämlich darauf bestanden, dass der Bodum Chambord Kaffeebereiter die beste French Press überhaupt ist.

Eure Einwände laufen grundsätzlich auf zwei Faktoren hinaus:

  • Das Bodum-Glas ist extrem bruchanfällig.
  • Es gibt keinen Grund, so viel Geld auszugeben.

Nachdem ich ein paar Jahre Zeit hatte, darüber nachzudenken und eure Erfahrungen zu sammeln, gebe ich euch inzwischen Recht. Dennoch ist die Chambord für mich die unangefochtene Nummer Eins und seit Jahren in meiner Küche im Einsatz.

Inzwischen habe ich auch die Bialetti French Press getestet und mir die Ikea French Press UPHETTA für derzeit rund sechs Euro genauer angeguckt. Ich gebe ehrlich zu: Bei einer French Press-Kanne kann nicht allzu viel daneben gehen.

Die Materialgüte des Glasbehälters ist der größte Problemfaktor. Und ja, da sind Bialetti und Ikea ein bisschen robuster. Ich finde es auch ein wenig frech, dass ihr für ein Ersatzglas bei Bodum 15 Euro und mehr zahlen müsst. Dass ihr das nicht investieren wollt, kann ich sehr gut verstehen.

Für mich zählt bei der Chambord und beim Klassiker Bodum CAFFETTIERA für unter 25 Euro allerdings das Gesamtpaket. Ich mag den Look, ich mag die Handhabung, ich mag die Haptik und habe mich auf diese French Press eingeschossen.

Je vertrauter ihr mit eurer Kannenversion seid, desto besser wird auch der Kaffee. Dann ist es fast wurscht, ob obendrüber Bodum, Bialetti, Ikea oder ein anderer Name steht. Ich finde nur, dass folgende Grundbedingungen erfüllt sein sollten:

  • Behälter aus hitzebeständigem Material – am besten Borosilikatglas
  • Hochwertige Details wie angenehm gestalteter Stempel
  • Benutzerfreundliche Stempeleinheit mit stabilen Sieben
  • Ein sorgfältig austariertes Gewicht, damit ihr selbstbewusst stempeln könnt
  • Ein schöner Look, damit die Kanne direkt auf dem Tisch stehen kann
  • Zerlegbarkeit in alle Bestandteile, damit die Reinigung funktioniert

Grundsätzlich halte ich es außerdem für wichtig, dass ihr die Auswahl zwischen verschiedenen Kannengrößen habt. Warum, das erfahrt ihr weiter unten. Hier geht Bodum mit sehr gutem Beispiel voran, andere Hersteller bieten nur die Standardgröße 1 Liter.

Die beste French Press mit Thermoskanne: Gibt’s die überhaupt?

Wo wir gerade bei euren Kommentaren sind: Mindestens so häufig wie Einwände zur Bodum gibt es Einwände zu meiner Aversion gegen French Press-Kannen aus Edelstahl. Diese Thermo-Versionen sollen den Kaffee unter anderem schön warmhalten, damit ihr ihn in Ruhe genießen könnt.

French Press fertigen Kaffee einschenken

Das ist grundsätzlich nicht dumm, hat aber einen Haken: Kaffee aus der French Press sollte sofort getrunken oder direkt umgekippt werden. Haltet ihr ihn warm, wird er mit jeder Minute bitterer und saurer. Auch dazu liefere ich weiter unten die Begründung.

Diese Überzeugung ist die Grundlage für meinen alten Testbericht zur Ecooe French Press, die es inzwischen nicht mehr gibt. Doch ihr findet einen Haufen andere Versionen nach dem gleichen Prinzip.

Ich habe die Ecooe nach dem Test sofort verschenkt, von den Beschenkten allerdings zwei wichtige Rückmeldungen erhalten:

  1. Eine French Press aus Edelstahl ist praktisch unverwüstlich.
  2. Sie eignet sich hervorragend zum Reisen.

Diese Argumente kann ich uneingeschränkt akzeptieren – und gebe damit meinen Widerstand gegen Thermovarianten ein wenig auf. Mir persönlich gefällt die Sache trotzdem nicht, weil ihr hier niemals seht, was ihr gerade tut.

Das hat schon zu so manchem Drück-Unfall geführt. Wenn ihr nämlich nicht richtig abschätzen könnt, ob zu viel Wasser und Kaffee in der Kanne sind, drückt ihr die Suppe manchmal zu rigoros runter und sie kommt dann postwendend wieder hoch.

French Press Le Creuset Arne

Dieses Problem hat auch der Klassiker Le Creuset Kaffeebereiter. Hier habe ich mich durchaus etwas vom tollen Look blenden lassen, der so richtig schön nach französischer Landhaus-Romantik aussieht.

Steingut ist ein interessantes Material, sehr hochwertig und schwer. Aber es braucht nach meiner Erfahrung auch ein wenig Starthilfe bei der Temperatur. Ihr solltet diese Kanne ein wenig vorwärmen, damit das Wasser beim Aufgießen nicht zu weit herunter kühlt. Das ist weder bei Glas noch Edelstahl nötig – auch wenn viele das Vorwärmen empfehlen.

Le Creuset ist außerdem ein Synonym für Angeber-Equipment, auch wenn sowohl die French Press als auch die bekannten Töpfe ausgesprochene Qualität abliefern. Die dürft ihr jedoch ordentlich bezahlen.

Wie schmeckt Kaffee aus der French Press?

Bei einer French Press handelt es sich um eine immersive Zubereitungsmethode – also um einen Vorgang, bei dem das einzelne Kaffeekorn während der gesamten Extraktion komplett im Wasser schwimmt und grundsätzlich nicht daraus entfernt wird. Das Gegenteil wären alle Filtervarianten.

Damit könnten wir diese Methode auch als direkte Zubereitung bezeichnen, was enormen Einfluss auf den typischen Kaffeestil hat: Er ist wesentlich voller und körperreicher als bei allen indirekten Methoden, spielt also die vorlautesten Charaktermerkmale am stärksten aus.

Das wiederum birgt aber auch die Gefahr, dass der French Press-Kaffee zu bitter oder zu sauer wirkt. Das passiert euch jedoch meist dann, wenn ihr Kaffeebohnen verwendet, die aromatisch sonst nicht viel zu melden haben. *Räusper*Dallmayr*hust*.

Aus all diesen Gründen ist es auch kein Wunder, dass Stempelkaffee, auf die übliche Portion hochgerechnet, vergleichsweise mehr Koffein hat als ein Espresso. Die genaue Rechnung und wissenschaftliche Messungen findet ihr in meinem großen Bericht „Wie viel Koffein ist in Deinem Kaffee?

Koffein Test French Press

Das heißt aber nicht, dass florale Feinheiten und hintergründige Nuancen in der French Press keine Chance hätten. Es kommt nur darauf an, wie ihr bei der Zubereitung ans Werk geht und welche Röstungen ihr verwendet. Darum geht es jetzt.

Kaffee aus der French Press: Die Anleitung

Auf den ersten Blick ist Kaffee aus der French Press ultraleicht: Kaffeepulver in akzeptabler Menge reintun, aufgießen, kurz warten, stempeln, trinken.

Auf den zweiten Blick wird’s auch nicht viel schwerer. Ich halte die French Press für eine jener Zubereitungsmethoden, die euch Anwendungsfehler problemlos verzeiht. Hier kommt euch die direkte Extraktion zugute, die Probleme an einem Parameter an anderer Stelle wieder ausgleicht.

Das ist auch ein Grund, warum viele von euch meine Grundsatzanleitung um ihre eigenen Ideen und Tipps erweitert haben. Mancher schafft sogar eine Form von Espresso in der French Press! Soweit es passt, habe ich diese Tipps aus der Community in den Ratgeber aufgenommen.

Arne praesentiert stolz seinen Espresso

Die folgenden Parameter sind daher etwas (!) Interpretationssache, doch sind sie auch der Standard, mit dem ihr einen charakterstarken und typischen Kaffee aus der French Press erhaltet.

Der Mahlgrad

Neben den richtigen Kaffeebohnen halte ich den Mahlgrad für einen der wichtigsten Faktoren bei Stempelkaffee. Je feiner ihr eure Kaffeebohnen mahlt, desto größer wird die Kontaktfläche. Damit steigt die Gefahr, dass ihr den Kaffee überextrahiert und nur Bitterstoffe sowie Säuren produziert, die alle anderen Nuancen erschlagen.

Außerdem stellt ihr mit den groben Körnchen sicher, dass sie vom Sieb erwischt und runtergedrückt werden. Damit sinkt der Anteil an Kaffeekrümeln zwischen den Zähnen – übrigens einer der größten Einwände gegen French Press-Kaffee.

Die Maschen des Siebs eurer Stempeleinheit sind daher der physische Richtwert für den korrekten Mahlgrad.

Solis Kaffeemuehle Mahlgrad Vergleich

In absoluten Zahlen würden wir bei einer Mahlgradskala von 1 bis 10 bei ungefähr 8 liegen. Probiert euch aus, jede Kaffeemühle rechnet schließlich etwas anders.

Ich habe übrigens den Eindruck, dass die French Press auch deswegen nicht so stark beworben wird, weil sie nicht zum Mahlgrad von fertigem Supermarktkaffee passt. Dieser ist nämlich für die Filterkaffeemaschine optimiert, also zu fein für die Stempelkanne. Darum schmeckt Krönung aus der French Press gleich noch schlimmer.

Einige Kommentatoren haben darauf hingewiesen, dass sie auch mit sehr fein gemahlenem Pulver tolle Ergebnisse hinbekommen. Das klappt jedoch nur, wenn ihr die Ziehzeit nach unten korrigiert. Die Kaffeemenge solltet ihr auch verringern.

Die Kaffeemenge

Ich finde, dass ihr bei der Kaffeemenge für eure French Press nicht ganz so genau sein müsst. Mit einem lockeren Handgelenk oder Mutti-Dosiermethoden kommt ihr hier auch zu einem guten Ergebnis.

Allgemein lautet die Formel: 55 bis 65 Gramm Kaffeemehl auf einen Liter Wasser.

Ich nutze meist 55 Gramm, viele Hersteller und Röster empfehlen 65 Gramm. Mir ist ein 65 Gramm-Kaffee meistens zu mächtig, es fehlt an jeglicher Eleganz.

Wie schon erwähnt, gibt es Stempelkannen in verschiedenen Größen von 0,35 Liter bis zu 1,5 Liter. Auch wenn ihr nicht hundertprozentig genau sein müsst, solltet ihr den tatsächlichen Kaffeebedarf ausrechnen.

Verschieden große French Press Typen im Vergleich

Ein gehäufter Esslöffel entspricht rund 10 Gramm Kaffee, das sogenannte Kaffeelot (also der Dosierlöffel, den ihr bei vielen Filtermaschinen o.ä. dazu erhaltet) fasst zwischen 7 und 8 Gramm.

Falls euch die Rechnerei zu doof ist und ihr keine Waage nutzen wollt, habe ich für euch eine kleine Tabelle mit den üblichen Bodum-Kannengrößen zusammengestellt:

Größe Kaffeepulvermenge Zeit Mahlgrad Wasser Temperatur
0.35 L20 g 3-4 Minuten grob95°C
0.50 L28 g3-4 Minuten grob95°C
1 L55 g3-4 Minuten grob95°C
1.5 L80 g 3-4 Minuten grob95°C

Trotz aller Ungenauigkeit solltet ihr es bei der Dosierung weder stark über- noch untertreiben. Als direkte Zubereitungsmethode spiegelt die French Press zumindest diesen Parameter sehr deutlich wider – meist zum Schlechten!

Die Wassertemperatur

Die optimale Wassertemperatur für die French Press liegt bei 95 Grad. Hier solltet ihr ein bisschen strikter als bei der Dosierung oder dem Mahlgrad vorgehen.

Jedes Kaffeekörnchen hat während der gesamten Extraktion dauerhaften Kontakt zum Wasser. Die Temperatur ist daher eine wichtige Stellschraube für die Extraktionsgeschwindigkeit und -intensität.

Wasser im Zylinder

Wer keine Lust auf ein Küchen-Thermometer hat, nutzt einen Wasserkocher mit Temperaturanzeige. Oder ihr folgt der Faustformel Siedepunkt des Wassers plus 90 Sekunden Wartezeit. Das ist zwar nicht ganz genau, aber ausreichend für den Alltag.

Die Ziehzeit

Wenn ihr in allen anderen Punkten meinen Standardvorgaben folgt, beträgt die optimale Ziehzeit 4 Minuten. Wenn ihr anderen Vorgaben folgt, verändert sich die Zeit dementsprechend. Ich bin da nicht dogmatisch, sehe aber ansonsten kaum einen Grund, warum ihr den Kaffee länger oder kürzer ziehen lassen solltet.

Abschöpfen: Ja oder nein?

In vielen Ratgebern steht, dass ihr vor dem Stempeln einen Löffel nehmen und den Kaffeematsch plus Schaum abschöpfen solltet. Ich habe dazu eine positiv-gleichgültige Meinung.

Mit dem Abschöpfen stoppt ihr die Extraktion, verhindert also, dass der Kaffee zu bitter wird. Dann haben auch florale Noten eine Chance. Außerdem verringert das Abschöpfen die Gefahr, dass ihr am Ende nervige Kaffeekrümel in der Tasse habt. Drittens lässt sich das Ganze leichter stempeln.

Auf der anderen Seite lebt French Press-Kaffee von den Besonderheiten der Extraktion und Zubereitung. Auf diese Besonderheiten habt ihr alle anderen Kenngrößen vorher abgestimmt – vom Mahlgrad bis zur Füllmenge. Und deshalb halte ich es durchaus für sinnvoll, wenn ihr das Gerät so verwendet, wie es sich der Künstler gedacht hat. Also ohne Abschöpfen.

Was ich damit sagen will: Probiert beide Varianten aus. Sollte euch der Kaffee mit Abschöpfen besser schmecken oder besser bekommen, behaltet es bei. Wenn nicht, dann nicht.

In der vorherigen Version dieses Ratgebers habe ich mehrfach geschrieben, dass ich zum Abschöpfen heute keinen Metalllöffel mehr verwenden würde.

Diese Aussage hat euch zu vielen Fragen veranlasst. Die Begründung ist einfach: Metalllöffel und Glas – gerade, wenn es nicht überaus dick ist – können Scherben-Unfälle verursachen.

Praxis-Tipps für die Zubereitung

Nach den grundsätzlichen Parametern will ich euch noch ein paar Tipps an die Hand geben, mit denen ihr noch mehr aus eurem Kaffee holt oder dieselbe Kaffeebohne völlig neu kennenlernen könnt.

Mit diesem Zwischenschritt lockert ihr das Kaffeepulver auf und sorgt dafür, dass jedes Kaffeekörnchen gleichzeitig mit Wasser in Kontakt kommt. Es handelt sich also um eine grobschlächtige und fixe Variante der Pre-Infusion beim Handfilter.

Da ihr das Kaffeepulver und den fertigen Kaffee durch das Sieb nur grob voneinander trennt, extrahiert French Press Kaffee mit jeder Sekunde, die er in der Kanne verbringt, munter weiter. Deshalb gibt es auch die unterschiedlichen Kannengrößen für euren tatsächlichen Bedarf. Natürlich könnt ihr auch mehr kochen, solltet den Kaffee dann aber umschütten. Macht ihr das nicht, wird er definitiv sauer und bitter.

French Press Arne fertiger Kaffee umschuetten

Die Siebe bzw. der Stempel arbeiten geben den Widerstand des zunehmend verdichteten Kaffeepulvers an und bilden im Idealfall eine abgeschlossene Einheit mit dem Behälterrand.  Schlecht sitzende Siebe lassen viel zu viele Kaffeekrümel durch, verkanten sich oder fallen sogar ab. Alles schon passiert.

French Press Stempel im Detail

Wie ich schon erwähnte, wird dieser Tipp gern genannt. Ich mache es nicht, weil es beim Laborglas von Bodum und Co nicht notwendig ist.

Trifft der Stempel auf zu viel Widerstand, lohnt es sich, wenn ihr die Stempeleinheit noch einmal leicht nach oben zieht und dann wieder herunterdrückt. Durch das Ziehen gebt ihr dem Kaffeemehl die Chance, sich zu verteilen. Das löst Klumpen.

Laut Kommentator Udo könntet ihr den Stempel auch etwa zu Dreiviertel runterdrücken und dann die Kanne sanft schütteln. Dann sinken die Krümel durch Schwerkraft zu Boden. Joar, geht. Halte ich aber bei großen Kannen und großer Füllmenge für etwas umständlich.

Wenn euch Hersteller eine French Press mit 1 Liter versprechen, dann reden sie vom gesamten Gefäß, das nicht nur Flüssigkeit, sondern auch das Kaffeepulver aufnehmen muss. Darum erhaltet ihr stets nur rund 800 Milliliter aus dieser Gefäßgröße. Gleiches gilt in den anderen Füllmengen. Das ist keine irreführende Werbung, macht aber Kunden regelmäßig irre. Außerdem ergibt sich daraus eine andere Verwirrung.

Macht die French Press immer voll und halbiert nicht einfach die Kaffee- und Wassermenge, wenn ihr nur eine halbe Kanne wollt. Denn das funktioniert nicht ohne Taschenrechner. Eine Literkanne fasst schließlich keinen Liter Wasser, sondern einen Liter Wasser inklusive Zeug. Wenn ihr das Wasser halbiert, verändert sich aber der Zeuganteil nicht. Damit müsstet ihr bei der Kaffeemengenberechnung auch den Zeuganteil einkalkulieren. Ob ihr ihn abziehen oder draufrechnen müsstet, weiß ich nicht. Mir raucht nämlich jetzt schon der Kopf. Sparen wir uns also den Quatsch.

Viele Bodum-Interessenten haben übrigens im Zuge dieser krassen Rechnerei angemerkt, dass der Freiraum unter dem Stempel (für Zeug) bei den kleineren Bodum-Versionen genauso groß ist wie bei den größeren – und dass sich daraus Nachteile bei der Extraktion ergeben könnten.Da gehe ich halbwegs mit. Denn mit der Verdichtung kann der Stempel die Extraktion zwar nicht abbrechen, aber wesentlich verlangsamen. Darf das Kaffeemehl am Boden frei rumschwimmen, dann wird das mit dem Unterbrechen nichts. Die Folge ist schnell mal bitterer Sauerkaffee.

Wie stark sich das in der Praxis auswirkt, kann ich jedoch nicht sagen. Zumal ihr den Kaffee direkt trinken oder umschütten solltet. Ich weiß nur, dass ihr dieses Problem bei den 1-Liter-Versionen nicht habt. Andererseits ist der gleichgroße Freiraum aber ein Problem, weil ihr so natürlich keine vernünftigen Rückschlüsse auf die tatsächliche Trinkmenge tätigen könnt. Hier hilft wohl nur: Bodum fragen!

Welcher Kaffee für die French Press?

Eines meiner Lieblingssynonyme für French Press ist Kaffeedrücker – ein Wort, das man sofort knuddeln will. Diese Aussage hat zwar nichts mit den besten Kaffeebohnen für die Stempelkanne zu tun, sollte aber dennoch erwähnt werden.

Im Kaffeedrücker jedenfalls (gnihiii) gilt das Motto „What you see is what you get“. Ungeschminkter als in der French Press zeigen sich eure Kaffeebohnen nur selten. Das führt zu einem Problem:

Kaffeebohnen mit klaren Frucht- und Frischeakzenten wirken in der Stempelkanne schnell sauer. Durchsetzungsstarke Versionen mit Kakao- und Schokoelementen schmecken schnell bitter.

Coffee Circle Cerrado Kaffeebohnen

Die optimale Kaffeelösung für die French Press heißt deshalb Omniroast. Diese Universalröstungen mit mittlerer Schattierung haben sich bei allen Zubereitungsarten bewährt. Das heißt aber nicht, dass sie charakterlos wären! Aktuelle Beispiele sind etwa der Coffee Circle Cerrado oder die Omniroasts der Flying Roasters.

Mit meinen Zubereitungsstandards könnt ihr in der French Press jedoch auch Espressobohnen zum Klingen bringen. Nehmt nicht allzu dunkle Varianten und orientiert euch beim Geschmacksbild an Nuancen in Richtung Milch- statt Zartbitterschokolade.

Kommentatorin Mia geht noch einen Schritt weiter und hat einen Trick entwickelt, wie ihr in der French Press sogar Espresso-ähnlichen Kaffee hinbekommt. Auch mit dunklen Röstungen:

Sie schwört auf fein gemahlenes (!) Espressomehl, das ihr mit 8 Gramm pro Tasse und 40 Milliliter Wasser pro Tasse bei rund 95 Grad für zehn Sekunden ziehen lasst. Drückt den Stempel auf dem letzten Stück mit Schwung herunter und verteilt den Stempel-Espresso sofort.

Mich würde mächtig interessieren, ob andere damit auch so gute Erfahrungen haben!

Bei einer Sache bleibe ich jedoch auf immer und ewig bei meiner Meinung, selbst wenn ihr mich in den Kommentaren dafür köpft: Dallmayr und Co sind Mist! Nicht unbedingt, weil sie nicht schmecken. Sondern weil dieser Kaffee ein Billigprodukt ist, das auf dem Rücken der Produzenten teuer verkauft wird!

Supermarktkaffeebohnen Uebersicht

Welche Kaffeemühle für die French Press?

Klarer Fall: Wenn uns nur frische, gute Kaffeebohnen in die Kanne kommen, müssen wir sie auch frisch mahlen. Egal bei welcher Zubereitungsmethode.

Die gute Nachricht bei einer Stempelkanne ist, dass ihr für die passende Kaffeemühle wesentlich weniger Geld als etwa bei einem Siebträger-Begleiter ausgeben müsst.

Bei Mühlen ist es so: Sie beherrschen entweder grobe oder feine Mahlgrade besonders gut, selten beides. In meinen Tests hat sich herauskristallisiert, dass der Großteil der Mühlen eher fürs Grobe gedacht ist. Und das hat nichts mit dem Preis zu tun.

Solis Scala Plus Kaffeemuehle Arne Uebersicht

Grundsätzlich empfehle ich für Kaffee aus der French Press alle Mühlen, die sich in meinem Test beim Mahlgrad für Filterkaffee hervortun. Wie wir wissen, ist Filterkaffee in der Körnung nicht allzu weit von der French Press entfernt.

Ich bin ein großer Fan der Baratza Encore, habe aber auch nichts gegen die aktuelle Solis Scala Plus. Wenn ihr Handmühlen benutzen wollt, solltet ihr nur bedenken, dass ihr euch bei der üblichen Kaffeemenge für einen Liter Stempelkaffee schnell einen Wolf dreht.

Das ändert aber nichts daran, dass ich zum Beispiel die Porlex Tall Handkaffeemühle ohne Probleme empfehlen kann.

Wie reinige ich eine French Press?

Bei komplizierten Maschinen wie Vollautomaten ist die Reinigungsanleitung meist ellenlang. Bei der French Press geht sie so:

Baut das Ding komplett auseinander und reinigt alle Bestandteile entweder in der Spülmaschine oder per Hand. Trocknen lassen, zusammenbauen, fertig.

Das einzige Problem ist, die Siebeinheit wieder in der richtigen Reihenfolge zusammenzusetzen. Ich habe mir angewöhnt, bei jedem neuen Modell ein Foto von der Einheit zu machen, um die Siebe korrekt zusammenzubauen.

French Press Stempel schmutzig

Diese Abfolge solltet ihr einhalten, sonst siebt die French Press den Kaffee nicht mehr anständig aus. Üblicherweise lautet die Reihenfolge (von oben nach unten):

  1. Metallsieb mit runden Löchern
  2. Feinmaschiges Sieb
  3. Rahmen in Speichenform

Eine Frage treibt euch jedoch um: Wohin mit all dem Kaffeesatz? Und wie soll ich ihn aus dem Behälter kriegen?

Es ist keine gute Idee, einfach den Wasserhahn aufzudrehen und den Kaffeesatz in den Ausguss zu spülen. Das ist Wasserverschwendung und verstopft schnell mal den Abfluss.

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Eine perfekte Lösung habe ich noch nicht gefunden. Ich behelfe mir mit einem eigens reservierten Holzlöffel, mit dem ich den Satz in den Bioeimer pule. Das ist zwar auch nicht so richtig toll, funktioniert aber. Welche Ideen habt ihr?

Kann ich die French Press für Tee verwenden?

Könnt ihr. Ob der Stempel Kaffeekrümel oder Teekrümel zusammenpresst, ist ihm relativ wurscht. Allerdings haben Tee und Kaffee niemals etwas im gleichen Gefäß zu suchen. Denn beide hinterlassen unverwischbare Spuren. Selbst dann, wenn ihr das Gefäß rigoros schrubbt.

Darum lautet die Ansage: Wenn ihr eine Stempelkanne zum Teebereiter umfunktionieren wollt, ist sie für Kaffee für immer tabu. Andersherum gilt dasselbe.

Kann ich in der French Press Cold Brew zubereiten?

Nur zu! Cold Brew ist Kaffee, der kalt extrahiert wird. Warum sollte er dazu nicht in der French Press liegen? Euer typischer Pressen-Mahlgrad ist bereits ideal für Cold Brew, ihr müsst nur mehr Kaffeemehl verwenden. Bei einer Literkanne würde ich mit rund 80 Gramm starten.

Cold Brew mit Milch

Cold Brew aus der French Press hat außerdem den Vorteil, dass ihr euch am Ende der Kaltextraktion keine großen Gedanken über das Entfernen der Kaffeereste machen müsst. Stempel aufsetzen, runterdrücken, abgießen und zum Beispiel als Cold Brew Tonic genießen.

Die French Press ist nachhaltige Kaffee-Demokratie!

Auch wenn die Welt zum Zeitpunkt dieses Updates ganz andere Sorgen hat, sollten wir das Thema Nachhaltigkeit nicht aus den Augen verlieren. Und da macht der French Press unter den Zubereitungsmethoden für guten Kaffee keiner etwas vor.

French Press Arne erfreut

Für die Stempelkanne benötigt ihr keinerlei Verbrauchsmaterial wie Filter. Behandelt ihr sie gut, hält auch eine Bodum locker mehrere Jahre ohne Ersatzteile durch. Der Kaffee ist außerdem direkt, voll und kräftig – selbst wenn ihr etwas weniger Kaffeepulver benutzt. Ihr werdet also für den Kauf guter Bohnen zu fairen Preis mit einem rundum gelungenen Charakter belohnt.

Zudem sind die gesamten Anschaffungskosten bei der Stempelkanne abenteuerlich niedrig. Ihr braucht zwar eine Kaffeemühle, aber die muss nicht teuer sein. Einsteigerprodukte erledigen den Job ebenfalls. Ihr benötigt zudem keine teure Zubereitungsmaschine, sondern nur einen funktionierenden Wasserkocher oder Wasserkessel.

Und je nachdem, für welche French Press euer Herz schlägt, müsst ihr manchmal nicht mehr als sechs Euro für das eigentliche Gerät zahlen. Darum ist die French Press auch für den kleinen Geldbeutel geeignet, versorgt wahlweise große oder kleine Haushalte und verlangt euch bei der Zubereitung nur ein paar Kniffe ab.

Ist es da noch ein Wunder, dass ich die Stempelkanne für eines der „demokratischsten“ Geräte in meiner Zunft halte? Wie seht ihr das? Ich freue mich über viele weitere Kommentare!

76 Kommentare

    Hi Arne,

    Danke für diesen Artikel. Ich besitze auch eine Edelstahl-Frenchpress aber dein Artikel motiviert schon dazu eine Glasversion zu kaufen, denn mittlerweile hab ich auch Lust auf etwas Optimierung und das ist deutlich schöner, wenn man sieht, was man tut!

    Was den ganzen Kaffeesatz angeht… Du kannst Kaffeesatz auf Beete/Erde in Gärten oder in den Wald hauen. Das ist super für die Pflanzen, da es die Humusproduktion befördert. Aber bitte nicht zu viel auf eine Stelle gleichzeitig, da es den Boden auch etwas ansäuert. Tipps vom Chemiker 😉

    Beste Grüße
    Aris

    Antworten
    Arne

    Hallo Aris,

    danke für deinen Kommentar. Ja, das ist echt cool, wenn man sieht, was man macht. Liebe Grüße Team Coffeeness

    Antworten

    Hi.
    Netz der „Rite Press“ wurde das Problem mit den Kaffeeresten recht gut gelöst finde ich.

    Antworten

    Hallo,

    Ich fand es interessant, dass du 55g für die FP auf 1L angegeben hast. Die Bedienungsanleitung bzw. ich glaube sogar irgendwo anders hier auf der Website habe ich irgend etwas von um die 65g gelesen. Ist vermutlich eine Geschmacksfrage je nach Kaffeesorte.

    Was mich aber komplett verwundert hat war die Tatsache, dass die 1L FP gar kein 1L Kaffee erzeugt sondern nur ca. 800ml bei mir jedenfalls.

    Genau dieser Umstand, dass die Kannen zwar in 0,35 – 0,5 – 1,0 – 1,5 L angegeben werden, aber wegen des Kaffeesatzes eben weniger Flüssigkeit fassen hat mich überrascht da ich eigentlich nach dem Lesen hier und allgemein von der Logik davon ausgegangen bin, dass die Kannen eben so konstruiert sind, dass sie mehr fassen, also Reserven für sen Kaffeesatz haben, sodass am Ende dann tatsächlich 1L bei rum kommen.

    Jedenfalls habe ich an anderer Stelle hier gelesen dass ca. 6,5g Kaffeemehl auf 100ml in etwa das grobe „ideal“ darstellen von dem man dann anfangen kann zu variieren. Laut Bedienungsanleitung und teilweise auch Empfehlung von den Kaffeeröstern usw. wo ich öfters 65g auf 1L gelesen habe schien mir das einleuchtend, denn dann geht es mit 6,5g auf 100ml direkt und sauber auf und man kommt auf 65g.

    Und jetzt wird es lustig… …ich habe an mir selber die ersten 5-6 Kannen gezweifelt, weil ich aus dem vermeintlichen Liter „nur“ 2 Tassen bzw. Pötte rausbekommen habe.
    Ok meine Tasse ist schon recht groß, aber sollen da wirklich 500ml rein passen?! Nie im leben…

    In einen Youtube Video habe ich gesehen, dass die die Chemax zum Befüllen auch auf die Wage stellen um Haargenau 800ml aufzugießen?

    Ist im ersten Moment komisch so viel Getue… Im Grunde habe ich anhand der Wasserskala vom Wasserkocher gearbeitet und einfach reingekippt bis voll war.

    Aber das genaue abwiegen beim aufgießen macht schon sinn im Gastro Bereich oder auch Zuhause beim Anfang, wenn man wirklich immer und immer wieder reproduzierbare Ergebnisse will.

    Ich habe mir dann aber den Spaß einmal gemacht wirklich die FP beim füllen auf die Wage zu stellen. Einfach um raus zu finden welche Füllmengen nun wirklich rein passen oder wohin der Kaffee sonst noch verdunstet (Stichwort „Agelshare“ 😀 ) und eben auch den maximalen Füllstand rauszufinden bis der ich füllen kann ohne das was rausschwappt wenn ich den Deckel samt Stempel aufsetze.

    Jedenfalls ist es mir dann wie Schuppen von den Augen gefallen:

    Die FP fasst tatsächlich nur 1L und wenn man den Platz für den Kaffeesatz abzieht bleiben rund nur 800ml Kaffee übrig. Also nix „schlau designed“… .

    Meine Tasse fasst 400ml

    Und bei meiner FP ( 1L Bodum) ist der optimale Füllgrad, wenn die Schaumkrone die Mitte des oberen Metallrings erreicht der oben das Glas festhält. Dann schwappt nichts raus wenn man den Stempel aufsetzt.

    Wie auch immer. Ich werde jetzt eher mal auf 55g gehen, denn wie gesagt gelten die 65g ja auf einen Liter und wenn in der FP nur 800ml rein passen effektiv, dann wäre 55g doch richtiger.

    Wie gesagt für mich wäre es sehr hilfreich gewesen, wenn im Artikel expliziter auf den Umstand eingegangen wäre, dass aus einer 1L FP eben effektiv nur 800ml raus kommen.

    Ist zwar total logisch im Endeffekt, aber trotzdem nicht ganz sooooo offensichtlich wie man das eigentlich meinen mag.

    Gruß

    Dennis

    Antworten

    Man kann tatsächlich auch Espressopulver nehmen, bzw. Kaffeepulver, welches sehr fein gemahlen ist.

    Mit großer Liebe zu Espresso und mit extrem kleinem Geldbeutel bin ich zu dieser Zubereitung gekommen:

    Wasser aufkochen und mit einem Schuss kaltem Wasser abgeschätzt auf 90 °C -95 °C bringen.
    Espressopulver 8 g pro Anzahl Espresso.
    Eine zu 3/4 gefüllte Espressotasse mit heißem Wasser pro gewünschter Tassenanzahl. (ca. 40 ml, ergibt etwa 30 ml pro Tasse)
    Ziehzeit 10 Sekunden
    Herunterdrucken und auf dem letzten Stück nochmal fest anpressen. Ergibt ein wenig Crema.
    Gleich auf alle Tassen verteilen, darf nicht länger ziehen.

    Schmeckt vergleichsweise gut, fast wie ein richtiger Espresso.

    Lieben Gruß,
    Mia

    Antworten

    Nirgend geht du näher auf den mahlgrad ein bzw. zeigst wenigstens mal ein paar fotos.
    Schade.

    Antworten
    Arne

    Danke für deine Anmerkung und deinen Hinweis mit den Bildern! Unter der Überschrift “Kaffeebereiter – Bedienungsanleitung” findest du, dass der Mahlgrad für eine French Press “grob” sein sollte. Liebe Grüße Team Coffeeness

    Antworten

    Vielen Dank für den tollen Beitrag!

    Eine kurze Frage: Wieso würdest Du mittlerweile nicht mehr mit einem Metalllöffel umrühren?

    Antworten

    Kleiner Tip:
    Den Kaffee nicht -wie empfohlen- umrühren-
    sondern ach dem Aufgiessen den Stempel
    herunter drücken bis ca. 5mm über dem Kaffee!
    Dann Kanne vorsichtig schütteln – der Kaffee
    sinkt auf den Boden!!
    Kurz warten und Stempel langsam (mit viel
    Gefühl !!) herunter drücken.
    Viel Freude
    wünscht Udo

    Antworten

    Ich liebe Kaffee und bin zufällig auf diesen Blog gestoßen. In diesem Artikel steht viel Wahres aber auch sehr viel Unsinn.
    Ich halte auch nicht viel von Supermarkt-Kaffee, weil er eben oft viel zu alt ist. Allerdings gibt es doch die eine oder andere nicht ganz so günstige Sorte die, wenn man eine nicht so alte und relativ „frisch“ geröstete Charge erwischt, ganz passabel schmeckt. Allerdings müssen es dann Kaffeebohnen sein, da das Pulver viel schneller an Aroma verliert.
    Deshalb Dallmayer gleich als Schund zu bezeichen finde ich doch sehr anmaßend und auch nicht unbedingt zutreffend. Geschmacklich nicht das Optimum trifft es dann schon eher. Nicht, daß ich persönlich diese Sorte trinken würde, denn ich vertrage diesen Kaffee leider gar nicht, so wie ich die meisten Supermarkt-Kaffees nicht vertrage, da sie aufgrund des Röstverfahrens zu viele Bitterstoffe enthalten und auch geschmacklich mir nicht so zusagen. Ich trinke schon lange Kaffee von kleineren Röstereien, die schonend geröstet werden, viel frischer sind als die Supermarkt-Kaffees und bei denen ich mir vor allem sortenreine Kaffees aus genau definierten Anbaugebieten kaufen kann.

    Widersprechen muß ich leider auch bei der Ikea-Stempelkanne. Die Abwertung mit einem lapidaren nichts aussagenden Satz finde ich schon frech. Ich gewinne hier auf diesem Blog den Eindruck, wie bei vielen Kaffee-Verrückten (positiv gemeint), daß nur das was unglaublich teuer ist auch gut sein kann. Das ist zwar oft der Fall aber nicht immer. Marken lassen sich Schrott oft sehr teuer bezahlen.
    Nur weil die Ikea-Stempelkanne günstig ist, ist sie noch lange nicht schlecht. Das Glas
    ist nicht so empfindlich dünn wie bei der Bodum-Kanne und Schrauben die verloren gehen können gibt es keine bei der Ikea-Stempelkanne. Auch nach langem Suchen finde ich einfach keine Schrauben, die irgendwo halb losgelöst rumhängen. Sie lässt sich, genau wie die Bodum, herrvorragend zum Reinigen auseinandernehmen. Es ist eben keine besondere Marke, doch mein Sumatra Orang Utan Kaffee scheckt aus dieser Kanne saulecker. Und das obwohl ich immer nur eine Tasse darin zubereite. Nichts ist bitter, zu säurelastig oder geschmacklich unrund. Und das sage ich als jemand der extreme Magenprobleme hat (Reflux) und eigentlich gar keinen Kaffee mehr trinken kann. Ich vertrage nur noch Kaffee aus der Stempelkanne oder Cappuccino und Espresso mit viel Druck zubereitet in einer professionellen Maschine. Bei beiden Verfahren werden die Bitterstoffe bei der Zubereitung minimiert und Öle und Fette verbleiben im Kaffee was hilft die Magenwand zu schonen. Wichtig ist hier natürlich auch ein qualitativ hochwertiger schonend gerösteter Kaffeee. Falsch ist aber, zumindest nach meiner Erfahrung, den Kaffee in der Stempelkanne 4 min ziehen zu lassen, denn dann bekommt er auch wieder zu viel Säure.
    Aber jeder wie er mag, wie es ihm schmeckt und vor allen Dingen wie am besten verträglich.
    Nicht alles was man sich als selbst ernannter Experte so zurechtlegt muß auch für andere stimmen bzw. so manches ist tatsächlich auch faktisch falsch.

    Antworten

    Hallo Arne,

    löst die Espro Press die auch von Dir so geliebte French Press ab? Wäre doch nur logisch oder? Ich würde mir vermutlich keine „normale“ FP mehr kaufen.

    Was meinst Du? Ist ein Test, ggf. gar ein Vergleich absehbar?

    LG Frank

    Antworten

    Hallo, habe in dem schönen You Tube Video u.a. den schönen Wasserkessel bewundert. Gibt es solch einen auch für 1,5 Liter Fassungsvermögen? Habe gegoogelt und bin nicht fündig geworden ;( In den nächsten Tagen bekomme ich nämlich meinen erste French Press von Bodum 1,5 Liter geliefert, da wir viele Personen sind!
    Wünsche schöne Sommertage mit viel gutem Kaffee!
    LG v.
    Sigi aus Neumünster 🙂

    Antworten

    Hallo Arne,

    Lieben dank für die ausführliche Beschreibung.

    Wie ist das mit dem Abschöpfen gemeint?
    Top 1. Kaffee mit dem Wasser verführen.
    Top 2. Die Kanne bis oben auffüllen.
    Top 3. ??? Denn Kaffe, mit einem Löffel, sofort abschöpfen???

    Was passiert dann mit den kleineren Partikeln? Es ist dann wahrscheinlich nicht mehr notwendig den Stempel runter zu drücken!?

    Die Frage habe ich, da ich eine kleine Kaffeerösterei besuche und mein Kaffee daher bezieh. Allerdings ist der Kaffee bitter (trotz grober Mahlung und 3 Min. Ziehzeit. Das haben mir auch die Gäste bestätigt. Der Kaffee kommt aus Honduras und wird mit einer leichten Säure bezeichnet.
    Meine Zubereitung: 60g Kaffee, grobe Mahlung, 3 Min. Brühzeit

    Wäre sehr cool, wenn du da eine Idee hättest. Was man anders machen kann.

    Vielen Dank und liebe grüße aus NRW
    Miguel

    Antworten

    Tolle Seite – gratuliere Arne!
    So etwas habe ich schon lange gesucht.
    Als Kaffee-Freak lote ich immer gerne andere & neue Facetten und Möglichkeiten aus und/oder lasse mich sehr gerne zu Kaffee-Experimenten inspirieren.
    Auch wenn ich bereits vorher vielleicht nicht ganz schlecht in Bezug auf Hardware und KnowHow sortiert war, habe ich durch deine Seite (von dir und den Gast-Kommentaren) noch viel mich bereicherndes dazugelernt.
    Nun gelingt endlich auch der French Press bei mir!
    Nun habe ich denn auch meine längst angefressene Alu- gegen eine Edelstahl-Espressokanne ausgetauscht!
    Nun habe ich endlich DEN richtigen Wasserkessel und DEN richtigen Handfilter!
    Nun habe ich auch noch eine zweite (Hand)mühle zur Erhöhung der Flexibilität angeschafft.
    Nun habe ich sogar einen Dripster!
    Grüße und Dank
    Burkhard, der sich gerade wieder auf den Weg nach Wien zur nächsten Kaffeehaus-Exkursion macht – dieses Mal unter dem Aspekt „Third Wave“.

    Antworten

    Hey,

    alles klar danke 😉
    Dann werd ich das mal ausprobieren

    LG

    Markus

    Antworten

    Hey 🙂

    super Artikel. Eine Frage zu dem Absatz: „Kalt gebrühter Kaffee aus der Pressstempelkanne“ Abschnitt: „Jetzt gießt ihr mit kaltem gefilterten Kaffee auf.“
    Gießt du hier wirklich mit kalt gefiltertem Kaffee auf oder soll dass kalt gefiltertes Wasser heißen? 🙂
    Vielen Dank schonmal.

    LG und weiter so

    Markus

    Antworten
    Arne

    Hallo Markus, das soll Wasser heißen. 🙂

    Antworten

    Lieber Arne,
    Dank für den schönen Blog, auf den ich gestossen bin, weil ich nach „Karlsbader Tasse“ gesucht habe.
    Solltest du vllt auch mal testen.
    So, jetzt zum eigentlichen:
    Du schreibst die Thermoversion einer french press sei unnütz…find ich gar nicht und das aus folgendem Grund:
    Wir sind Viel- und Fernreiser.
    Was man da in Hotels…auch in sehr guten an Kaffee angeboten bekommt…
    Die Plörre taugt stellenweise nicht mal zum kalfatern von Booten!
    Ich hab immer einen Reisewasserkocher, einen Vorrat an Kaffee und meine Thermofrench von Emsa dabei. ..die geht nämlich nicht kaputt! Egal aus welcher Höhe mein Koffer aus dem Flieger fällt.
    Ein weiterer Vorteil ist, dass Mr. Right gerne länger schläft und ich dann schon mal ein Käffchen trinken kann, bis der Herr sich aus den Laken geschält hat 😀
    Gruss Nanne aus Berlin

    Antworten

    Danke für die vielen guten Tipps.
    Bin dir dankbar wenn du mich in deine Newsletter Kartei aufnehmen kannst.
    FG
    Max

    Antworten

    Hallo Arne ,
    Sag mal ,warum empfehlt Bodum ,auf die kanne geschrieben,kein Metal zu benutzen ,zum Umruhren sondern Plastic oder Hölz ?
    Nirgendwo habe ich Antwort gefunden , die Konkurenz lasst per video …normalen Löfel schauen !
    LG aus Berlin ,zum Voll ….geil T-Shirt hast du an ….kann „Man “ sagen ….wenn du Lust hast treffen wir uns zu Kaffé trinken …French-press ,of course !

    Bruno , Franzosiche Bauer im Exil !

    Antworten

    Ich habe mir die Tests zu den Kaffeemaschinen mit Mahlwerk angesehen. Ich fand sie sehr gut vorgeführt und man kann sich genau informieren. Ich habe aber meine Fühler nach der Kitchen Aid Siphon Kaffeemaschine ausgestreckt. Leider gibt es dazu noch keine genauen Infos wie gut oder nicht gut diese Maschine ist. Haben sie diese Maschine getestet. Ihre Meinung würde mir helfen.

    Antworten

    P.S.:
    Ich beutze auch die doppelwandigen aus Edelstahl, einfach weil ich das teure Nachkaufen des Glases leid georden war. Den Kaffe befreie ich aus diesen aberv trotzdem recht schnell und habe dafür eine Kaffeekanne aus Porzellan.

    Ich arbeitete in einem Labor, da sind die Gläser exakt in den Maßen wie bei den Marken-French Presses, aber dickwandiger und viel billiger, trotz der ‚Laborpreise‘.

    Fazit: Bodum Preise für die Gläser sind Fantasie-Abzockerpreise und das Glas ist von der Wandstärke einfach auf Verschkleiß hin designt, sonst könnte man ja einfach die Gläser nehmen, welche die Laborindustrie zu billigen Preisen liefert. Lasst Euch nicht verarschen!

    Antworten

    Also, ich benutze eine French Press für Espressobohnen, weil diese weniger Koffeein haben als die normalen Kaffeebohnen (da sie stärker geröstet werden und dabei die Drogenmoleküle stärker zerstört/abgebaut werden).

    Ich benutze eine Handmühle! Das wäre evtl. ein Thema für Euch. Warum? Weil ich weniger von diesen Elektroschrott-Mühlen abhängig sein möchte und das Handmahlen auch etwas meditatives hat.

    Ich mahle fein, weil das Kaffeebohnen spart. Die Extraktionszeit ist daher sehr kurz (nicht 3-4 Minuten sondern eher 60-90 Sekunden).

    Ich bekomme nicht viel Crema aber der Kaffee schmeckt bei eitem bsser als jeder Filterkaffee und ist auch nicht so stark koffeiniert.

    D.h. ich mache alles anders als Du und bekomme trotzdem einen guten Kaffee, wie auch immer der jetzt genannt wird 🙂

    Antworten

    Hallo und guten Abend, Arne,

    in Folge eines Tipps einer Kollegin habe ich heute zum Thema „Aeropress“ recherchiert und Deine Seite gefunden. Chapeau! Ich bin von dem hohen Grad Deiner durchweg freundlichen und sehr kompetenten Beiträge schwer beeindruckt! Und kam dann beim Lesen eher von Höckscken auf Stöckscken als zum Aeropress – der ist mir doch zu fummelig, vielleicht noch fürs Büro…

    Seit über 20 Jahren gebrauche ich (immerhin) nur noch Kaffeebereiter in Verbindung mit täglichem Mahlen und kann das Heißgetränk aus Maschinen seit dem weder riechen noch trinken. Mit dem Modell bin ich eigentlich ganz zufrieden.

    Ich wollte auf meine uralte, orangefarbene Krups-Kaffeemühle (ja, ja, Schlagwerk) eigentlich nichts kommen lassen. Ich durfte sie 1995 aus der Wohnung meiner Oma (im Hohenzollerndamm!) übernehmen und musste sie nur 1x reparieren lassen. Deine Ausführungen zur korrekten Zubereitung des Kaffees haben mir allerdings klar gemacht, dass hier warenkundlich angewandte Physik – wenn ich das so nennen darf – eine wichtige Rolle spielt. Sprich: Wenn ich die Bohne mit der Krups quäle, ist der Kaffee für die Katz.

    ich werde also eine erschwingliche, neue Mühle anschaffen. Die Bohnen muss ich auch noch überarbeiten. Ich bin über Tchibo nie hinausgekommen…. Das hat auch mit meiner Kaufkraft zu tun: Wir sind meist zu zweit und verbrauchen täglich zwischen 70 und 100 Gramm.
    Nun meine Frage: Kannst mir Röster empfehlen, die Bohnen bis max. 25 € pro Kilo anbieten? Die Seite von Quijote habe ich schon gespeichert.

    Der Kaffee sollte zum Pressen geeignet sein, ist für den Hausgebrauch gedacht und sollte eher mild und säurearm sein.
    Über eine Antwort von Dir – bei Gelegenheit – würde ich mich sehr freuen!
    Mit freundlichen Grüßen
    Susanne

    Antworten

    hallo + grüezi zäme,

    {[@ Friedel & die bösen Bitterstoffe: Versuchs mal mit „cold brew“! Da erhältst du den gesündesten, unbittersten Caffee, den Du Dir vorstellen kannst. Obwohl unsre amerikanischen Freunde drauf abfahren, eine wirklich tolle Sache! … auch in Bezug auf „slow up“! ]}

    Nochmals hallo ihr Alle;
    Langsam sollte ich’s mir aufschreiben, auf was alles zu achten ist!

    … wie ist das aber mit dr Wasser Temperatur: wie lange lasse ich den Wasserkocher denn stehen, bis ich die 95° C erhalte (mein Fieberthermometer geht nicht so hoch.)

    Herzlichst
    Alxy

    Antworten

    Diese Seite ist eine einzige Offenbarung – was ich hier in den letzten Tagen über Kaffee gelesen und gelernt habe (praktischerweise habe ich gerade Urlaub *grins*), zeigt mir wieviel man doch (mitunter über Jahrzehnte) falsch machen kann….

    Ich war eigtl. immer der Wenigkaffeetrinker (bei warmen Getränken schlägt mein Herz bislang für Grünen Tee), aber eine gute Tasse hat schon was. Aber was ist „gut“- solange man das nicht weiß, ist man mit dem zufrieden was man in der Gastronomie/beim Italiener bekommt.
    Daheim habe ich zu 90 % Filterkaffee (ja, den „bösen“ Dallmeyer Prodomo auch) aus der Maschine getrunken, bei einer meiner früheren Freundinnen kam ich aber schon vor Jahren mit Keramikfilter und Frenchpress in Berührung – und Beides war weit besser als 90 % dessen, was ich bisher kannte. Nach unserer Trennung geriet aber so einiges in Vergessenheit – so auch die Art der Kaffeezubereitung 😉

    Und jetzt durch deinen Blog, habe ich mich doch tats. wieder an den guten Kaffee aus der French Press erinnert, mir zunächst gestern mal so ein Billigteil vom Ikea geholt – und siehe da, dank deiner „Anleitung“ hat es super geklappt. Der Kaffee – selbst aus diesem 5 Euro Teil schmeckt einfach um Klassen besser als meine bisherigen Filterkaffees !
    Da ich noch eine alte Kaffeemühle hatte (haben meine Kinder irgendwann aus Paris mitgebracht, keine Ahnung wie die heißt) habe ich mir auch frische (?) Bohnen geholt (vorerst auch aus dem Supermarkt/Tchibo) und so gehe ich jetzt ganz langsam immer einen Schritt weiter. S.h. demnächst Bohnen einer kleiner Rösterei, dann evtl. eine etwas bequemere Kaffeemühle usw usw.

    Es macht einfach Spaß sich durch deine Seite durch zu lesen (von „arbeiten“ will ich da bewußt nicht reden), ich lerne dabei, probiere Neues aus und der Kaffee wird immer besser. Auch wenn ich immer noch zusätzlich Kaffekapseln verwende (und ehrlich gesagt gibt es auch da gute und weniger gute Sorten – und speziell beim Espresso, ist es so, dass ich mich noch scheue, mir die Zeit/Kosten/Lernerei an zu tun – um das zu erreichen, was im Kapselbereich so einfach zu haben ist)) u. auch gel. weiter verwenden werde (denn praktisch ist das schon), so bin ich doch „auf dem richtigen Weg“ zum bewussteren Kaffee genießen.

    Das größte Kompliment was ich dir machen kann, ist zw. den Zeilen ja schon zu lesen – wenn man sich freiwillig, über Tage in eine „fremde“ Materie einarbeitet (um das Wort jetzt doch einmal zu „mißbrauchen) und dabei auch noch jede Menge Spaß dabei hat, dann ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass du mit deiner Seite einfach eine ganz tolle Arbeit geleistet hast und hoffentlich auch weiter leisten wirst !

    Antworten

    Hallo,
    ich habe mir nun alles durchgelesen und das was für mich wichtig ist kopiert damit ich mir dies ausdrucken kann.
    Ich bin begeistert und möchte meinen Kaffee nur noch so oder ander per Hand gefiltert trinken. Aber alles der reihe nach.
    Nun werde ich noch die vielen Kommentare hier lesen müssen und ich hoffe sie helfen mir weiter.
    Ich stehe nämlich vor einem mittelschweren Problem. Seit genau drei Tagen beschäftige und probiere ich French Press. Bin begeistert auch wenn es noch nicht so klappt wie ich es mir wünsche.
    Nun steht aber ein runder Geburtstag am Sonntag an und ich möchte eigentlich auf keien Fall mehr die noch vorhandene Kaffeemachiene raus holen. Fühle mich aber mit French Press noch sehr unsicher. Vor allem da ich mir dann jetzt sofort eine 1,5L French Press Kanne zu legen muss und dazu eine entsprechende Termoskanne.
    Ich könnte eine Entscheidungshilfe brauche!

    Gruß Kerstin

    Antworten

    Du schreibst „Das richtet sich vor allem an alle, die noch Dallmayr Prodomo oder ähnlichen Supermarkt-Schund trinken…“

    Ich kaufe direkt im Hause Dallmayr den Kaffee ein und bin nicht der Meinung, dass es sich um Schund handelt.

    Antworten

    Moin Arne.

    Ich bin durch Zufall auf die Seite gestoßen. Gefällt mir er super.

    Ich wollte mir eigentlich erst einen Vollautomaten zulegen, was sich aber nicht lohnt.
    Daher haben wir uns entschieden eine French Press zu kaufen. Der Kaffee schmeckt auch richtig gut.

    Was etwas „Aufwand“ oder umständlich ist, ist den Kaffeesatz zu entsorgen.
    Gibt es da nicht einen Trick, damit das etwas komfortabler geht?

    Kannst du mir da einen Rat geben?

    Gruß René

    Antworten

    Den Kaffeesatz aus meiner Bodum FP kippe ich schon immer in den Ausguss des Küchenwaschbeckens. Ich wohne seit 29 Jahren in dieser Wohnung, da ist noch NIE etwas verstopft, trotz 3 x 0,35l Kaffee täglich! 😉
    (Ok, manchmal wandert auch etwas Satz zu meinen Pflanzen.)

    Antworten
    Arne

    Hallo lieber Thomas, das ist natürlich eine gute Frage. Du kannst es genau wie beschrieben machen. Du solltest den Kaffee dann aber genau so grob mahlen wie für die French Press. Es geht auch feiner aber dann solltest du den Kaffee schneller umschütten. Wenn du das Pulver einfach auf den Boden sinken lässt hättest du einen Cowboy Coffee – der wird aber auch recht fein gemahlen.

    Ich hoffe das hilft schon, sonst einfach weiter fragen!

    Viele Grüße aus Berlin,
    Arne

    Antworten

    Hallo! Ich habe eine grundsätzliche Frenchpress-Frage… naja, aber eigentlich geht es um eine Alternative zu Frenchpress…

    Ich will mir jeden morgen nur eine Tasse Kaffee zubereiten und deswegen nicht unsere große Frenchpress-Kanne in Betrieb nehmen. Könnte ich nicht grundsätzlich auch den Kaffee in einer kleinen Kanne (oder anderen Tasse) überbrühen, dort ziehen lassen und dann einfach durch ein feines Sieb in meine Tasse schütten? Der Effekt wäre doch eigentlich der gleiche, oder?! Mutige Frage an einen Frenchpress-Fan …

    Antworten

    Hallo Arne,

    „Niemals mehr zubereiten als man trinkt.“

    um das Nachziehen des Kaffees zu verhindern, fülle ich den Rest einfach in eine Thermoskanne.
    Der schmeckt dann 10 Minuten später, wenn man mit dem ersten Becher durch ist, so gut wie der vorherige.

    Keine Ahnung, ob dieser Hinweis in den Kommentaren gegeben wurde, war mir „to long to read“.

    Grüße
    Nils

    Antworten
    Arne

    Hallo Ute,

    danke für deinen Kommentar. Das stimmt, der Kaffeesatz saugt sich immer fest. Ich mache das immer mit einem Esslöffel und spüle dann aus (das verbraucht wie du sagt aber Wasser).

    Eine andere Idee ist es, den Kaffeesatz vor dem runterdrücken abzuschöpfen (auch mit einem Löffel). Dann wird der Kaffee etwas weniger stark aber des Kaffeesatz ist nicht so hartnäckig.

    Welche French Press hast du dir geholt?

    Viele Grüße,
    Arne

    Antworten

    Ich bin seit gestern Besitzer einer Edelstahl French Press 1 l. Nun fiel mir ziemlich gleich auf, das die Reinigung, sprich Beseitigung des Kaffeesatzes erheblich aufwendiger ist, als gedacht. In die Spüle kippen sollte tunlichst vermieden werden. Also in einen seperaten Behälter, wie zuvor die Filtertüten. Aber wie, ohne die ganze Küche mit Satz zu bespritzen und dann zum Ausspülen noch jede Menge unnützes Wasser zu verjubeln.
    Wasser nachfüllen und durch ein Sieb gießen? Wäre schön, wenn Jemand einen Tipp hat.
    Danke
    Ute

    Antworten
    Arne

    Hallo Christian,

    ich meine die Bodum Presse auf dem ersten Foto im Artikel. Die hat eine Gesamtfüllmenge von 0,35 aber weil der Stempel und das Kaffeemehl auch Volumen einnehmen bleiben ca. 0,2L für den Kaffee (wahrscheinlich ein wenig mehr).

    Die French Press die ich habe konnte ich gerade nicht finden. Eine ähnliche wäre diese:

    Caffettiera Kaffeebereiter

    oder für alle die es Bunt mögen:

    Bodum Kaffeebereiter

    Bei meiner ist auch noch das obere Teil aus Edelstahl – habe ich jetzt aber leider nicht mehr gefunden.

    Viele Grüße aus Berlin,
    Arne

    Antworten

    Hallo Arne,

    du schreibst in deinem Artikel „Es gibt French Presses in allen erdenklichen Größen. Von 0.2L bis 1,5L“

    könntest du mir eine 0,2L French Press empfehlen?

    Vielen Dank und beste Grüße

    Christian

    Antworten

    Schöner Artikel, ich habe ebenfalls etwas zum Thema French Press geschrieben, den bei der Verwendung ist doch so einiges zu beachten, damit der Kaffee nicht bitter und körnig schmeckt. VG Karsten

    Antworten

    Hallo Arne,

    danke für die vielen guten Tipps. Verwende seit Jahren die French Press (1 l), lasse den Kaffee bei Tchibo auch immer auf Stufe 13 mahlen, konnte aber noch etliches von dir dazu lernen.

    – Wie viel in TL ausgedrückt sind 55 g Kaffee?
    – Wie genau funktioniert das Abschöpfen?

    Da ich morgens ziemlich viel Kaffee „brauche“, gebe ich zusätzlich einen kleinen Schuß kochendes Wasser vor dem Umgießen in eine Isolierkanne. Beeinträchtigt das das Ergebnis?

    Viele Grüße, ebenfalls aus Berlin,
    Tigresa

    Antworten
    Arne

    Hallo Steven,

    danke für deinen Kommentar. Ich finde 5 Minuten gesamt Kontakt (Wasser+Kaffee) für die meisten Kaffees zu lang. Das Vorquellen ist eine Methode für den Handfilter oder Drin Pot, weil das Wasser sonst zu schnell durch läuft und unregelmäßig extrahiert. Ich würde es an deiner Stelle testen. Dann aber mit 1 + 3 Minuten.

    Ansonsten herzliche Glückwunsch zur „Kaffee Evolution“ – das höre ich sehr gerne. Zum Handfilter kannst du hier einiges von mit finden:

    https://www.coffeeness.de/barista-blog/handfilter-anleitung/

    Welchen Kaffee benutzt du?

    Viele Grüße aus Berlin,
    Arne

    Antworten

    Hallo

    In vielen Anleitungen lese ich immer, dass man die Kanne erst halb voll mit Wasser aufgießt, eine Minute ziehen lässt, das restliche Wasser auffüllt, vier Minuten ziehen lässt und dann erst das Sieb nach unten drückt.

    Wie seht oder macht ihr es? Wasser gleich komplett auffüllen oder erst halbvoll machen und die Minute vorquellen lassen?

    Liebe Grüße

    P.S. Bin nun von der Filtermaschine zur Padmaschine zum Siebträger und nun zum Aufgießen per Filter mit der Hand gewechselt. Zwischendurch mal Instant-Gesöff vom ekligen Stick (nur 9% Wasser, Rest Zucker & Chemie) zum richtigen Instant aus dem Glas.

    Nun habe ich mir eine mechanische Kaffeemühle und eine French-Press Kanne bestellt, die kommt am Montag. 🙂

    Antworten

    Vielen Dank für die hilfreichen Tipps. Bin selbst zwar seit langer Zeit Kaffeetrinker, ganz so versiert wie du bin ich allerdings nicht in dem Thema. Ich liebe frischen Kaffee aus einer klassischen Filtermaschine oder per Kaffeeautomat aber so eine French Press kommt mir nicht ins Haus. Bin einfach zu empfindlich was Kaffeepulverreste angeht. Deshalb mag ich auch keinen Mokka. Trotzdem vielen Dank für diesen Aufschlussreichen bericht darüber.

    Antworten

    Danke für die tollen Tipps bezüglich der French Press. Ich habe zu Hause neben einem Kaffeevollautomaten noch eine Kaffeepadmaschine und auch eine French Press. Ich empfinde die French Press am stilvollsten und gerade wenn Freunde zu Besuch sind, mache ich den Kaffee gern auf diese Weise. Ich habe allerdings auch schon viele Fehler gemacht und oft schmeckte der Kaffee nicht wirklich gut, ohne dass ich wusste, woran es liegen könnte. Ich werde ab jetzt alle Tipps beachten und mal schauen, ob ich damit dann immer perfekten Kaffee für die Gäste zaubern kann.

    Antworten

    Wow, dein Beitrag ist echt super interessant! 🙂 Hat sehr viel Spaß gemacht, ihn zu lesen. Danke!

    Antworten

    Ich muss sagen, dass ist mein absoluter Lieblingskaffee! Kein Kaffee schmeckt so lecker wie der aus der Kaffeepresse! Ich bin überhaupt kein Freund von diesen Kaffeemaschinen, wo man nur noch ein Pad oder eine Kapsel in den Automaten legen muss und dann angeblich seinen perfekten Kaffee hat!

    Antworten

    Hallo, Arne,

    vielen Dank für deine tolle Präsentation!

    Ich besitze seit meiner Studentenzeit in Toulouse genau die hier gezeigte Kanne, allerdings in schwarz.

    Leider habe ich sie hier in Deutschland nicht gefunden, um sie heute an meine Kinder weiter zu verschenken.

    Wo bekommt man sie bzw. kann sie bestellen?

    Vielen Dank und LG Tina

    Antworten

    Wir haben genau so eine Edelstahlkanne und ich frage mich, was man beim Herunterdrücken des Stabfilters beachten muss, damit nicht ständig ein großer Schwapp nach draußen kleckert. Das passiert quasi immer, obwohl wir das Herunterdrücken gaaaanz langsam machen.

    Weiß jemand einen Rat?

    Grüße aus LE

    Antworten

    Moinsen aus Baltrum,

    alles sehr interressant. Warum sprecht Ihr nie über Edelstahl French Press Kannen??? Was spricht dagegen?
    Gruß aus dem Meer

    Antworten

    Wirklich eine tolle kleine Anleitung. Die Frenchpress mag ich auch am liebsten, wobei ich momentan keine besitze. Aber es ist dieses Kaffee Ritual, was dabei immer besser rüber kommt – oder sehe ich das falsch? Naja nach deinem Post werde ich mal schauen, dass ich mir so schnell es geht eine Neue besorge 🙂

    Antworten

    Hallo,
    ich möchte den interessanten Artikel um vor allem einen Aspekt ergänzen, bzw. einem Punkt wiedersprechen !

    Ich lese in Bedienungsanleitungen öfter und ebenso hier wie an vielen anderen Stellen der Kaffee sollte 3-4 min in der french Press ziehen.

    Nach meinen langjährigen Erfahrungen ist das völliger Blödsinn. Der Kaffee gibt zuerst sein Aroma und seinen feinen Geschmack ab, dann aber zunehmend auch Bitterstoffe.

    Bei jeder Espressomaschine liegt die optimale Brühzeit bei ca. 25 Sek. Danach wird der Kaffee zunehmen bitter.

    So auch bei French Press, dies liegt in der Natur der Sache und ist physikalisch bedingt.

    Tatsache ist, je länger der Kaffee extraktiert wird desto mehr Bitterstoffe können sich lösen und den Geschmack beeinträchtigen.

    Ich persönlich bereite mit French Press und noch besser mit Sieb aufgebrüht den Kaffee sofort weiter, ähnlich einem Espresso.

    Nur so erhalte ich den optimalen feinen Geschmack der nicht dur Bitterstoffe maskiert wird.

    Ausserdem ist dieser Kaffe der auf diese Art zubereitet wird deutlich bekömmlicher, grade wenn man gerne viel Kaffe trinkt.

    Daher mein Tipp: Nicht auf Standard-Empfehlungen verlassen sondern selber ausprobieren. Vielleicht erlebt Ihr ja eine Überraschung 🙂

    Antworten

    Eine tolle Art und weise einen schmackhaften Kaffee zu zubereiten!
    Vor allem für menschen wie mich die sich keine Kaffeemaschine anschaffen wollen ist so eine French Press ideal.

    Antworten

    Über’s Kaffe-Netz hier rein gestolpert, kann ich auch etwas von meiner
    Erfahrung hinsichtlich French Press beitragen. Diese Art der Zubereitung
    verwende ich schon lange und früher war halt die kleine Bodum der Inbegriff der Stempelkanne, ich kannte schlicht keine andere. Und natürlich sind mir im Laufe der Jahre viele Glaseinsätze kaputt gegangen. Gerade bei den kleinen Kannen mit Metallgestell liegt das an der Konstruktion. Kalk aus dem Wasser und Kaffeekrümel lagern sich an den Kanten des Gestells zwischen Metall und Glas ab. Und mit jedem Zyklus von Aufheizen und Abkühlen drückt diese „Krümelkante“ auf das Glas und schneidet im Lauf der Zeit feine Rillen in’s Glas. Bei Kannen, die seit längerer Zeit verwendet werden, sieht man das. Und das Glas bricht häufig an dieser Stelle.
    Das Nachkaufen der Einsätze war mir irgendwann zu blöd und so kam ich auch zu anderen Kannen. Zur Zeit u.a. ein Doppelwandkanne von Randwyck, die kein Gestell braucht.

    Antworten

    Wow, da ist ja eine ganze Diskusssion entbrannt! Vielen Dank für den tollen Artikel zur French Press. Hat wirklich Spass gemacht den zu lesen und das Video zu schauen!

    Antworten

    Ich kam kürzlich wie die Jungfrau zum Kinde zu einer solchen Maschine (eine Bodum) und muss auch sagen, es ist lange her, dass ich von einem Produkt so begeistert war (Weil die Art der Zubereitung so simpel ist, kein Müll anfällt und ich zumindest bei meinem Modell genau eine Tasse auf einmal zubereiten kann).
    Bislang nehme ich allerdings immer fertigen, gemahlenen Kaffee. Obwohl er relativ fein ist, funktioniert es zufriedenstellend. Wenn sich durch den zu feinen Kaffee das Sieb zusetzen würde (was zu einem zu hohem Druck führen würde) würde ich das sicher schon durch den höheren Widerstand beim Herunterdrücken merken, nicht?

    Antworten

    @Michael: man kann auch mit einer großen French Press eine einzelne Tasse machen – kann nur passieren, dass der Stempel nicht bis ganz nach unten geht und eine größere Menge Wasser übrig bleibt. Für mich selber hab ich deswegen die kleinere Bodum gekauft, die ist mit 0.35l ideal für eine einzelne Tasse. 🙂

    Vom Abschöpfen hab ich auch schon öfter gehört. Soll dazu dienen, dass das schwimmende Pulver beim runterdrücken nicht überextrahiert. Ich selber habe aber keinen großen Unterschied feststellen können.

    Grüße,
    Sebastian

    Antworten

    Ist es eigentlich notwendig, die French Press vollzufüllen, wie das im Artikel verlangt wird. Was ist, wenn ich nur zwei kleine Tassen zubereiten will, oder nur eine 20g Testpackung ausprobieren möchte ?
    Kann ich da nicht einfach 200ml Wasser nehmen und eben die kleinere Menge durch den Filter drücken ?
    Wobei sich die Frage stellt, ob der Stahlfilter nicht ein ordentlich Menge der 200ml „schluckt“ …

    Antworten

    Und das schöne obendrein: Die French Press-Version ist zudem umweltpolitisch mit die beste Variante der Kaffeezubereitung. Das zumindest wurde auf einem Fachkongress zum Thema CO2-Fußabdruck von Tchibo bekanntgegeben.

    Geschmacklich top. Umweltbilanz: top. Wenn jetzt nicht zu viele Kannen zerstört werden, dann passt das Ganze!

    Grüße,
    Peter

    Antworten

    Auf der Suche nach deutschsprachigen French-Press Howtos hierdrüber gestolpert. Das wichtigste beim Abschöpfen scheint mir (neben des eigentlichen Abschöpfens!) zu sein, den Kaffee vorher noch einmal gut umzurühren (3-4 mal). Es geht wirklich nur darum, die oberste Schicht und den Schaum abzuschöpfen – wie beim Cupping. Der Rest vom Kaffee sammelt sich dann ganz automatisch unten in der Kanne.
    Nach dem Abschöpfen etwas warten, dann herunterdrücken, wieder etwas warten, damit sich der Kaffeesatz, der sich trotzdem noch immer in der Kanne befindet (keine Mühle schafft es, den Kaffee homogen grob zu mahlen und kein Metallsieb ist dicht genug, um alle Kaffeepartikel mitzunehmen) absetzen kann. Vorsichtig ein- oder umgießen – je weniger Bewegung die Kanne dabei hat, desto besser.

    Das macht einerseits weniger spaß, weils‘ länger dauert, belohnt aber andererseits mit den saubersten und klarsten Tassen, die man ohne Filter so hinbekommen kann.

    lg,
    Lukas

    Antworten

    Im Barista-Blog dreht sich alles um Geschmacksfragen 😉

    Antworten

    Mich stört der inflationäre Gebrauch von „Du“ im Video. Wer schon krampfhaft auf Kumpel machen will und stur aufs Siezen verzichtet, sollte das „Du“ trotzdem nicht an jeder Ecke reinquetschen, wo das „man“ hingehört. Denn sonst hört sich der Beitrag an wie eine wörtliche Übersetzung eines englischen Textes per babelfish.

    Antworten

    Ich habe auch viele Varianten für meinen persönlich perfekten Kaffeegenuss ausprobiert und bin zum gleichen Ergebnis gekommen. Die Kaffeepresse ist nicht nur äußerst pflegeleicht, sondern darüber hinaus auch meine Siegerin in Sachen Geschmack!

    Antworten
    Arne

    @ Johannes: Ich messe die Temperatur auch nicht immer. Dafür bekommt jeder nach einigen Messungen ein gutes Gefühl.

    Ich finde die Startmenge 55g optimal. Ist aber auch nicht weit von dem angesprochenem Standard entfernt, da in die 1L French-Press auch nur 1L Volumen passt – also Kaffee + Wasser.

    Ich habe das Glück mit einer Materialwissenschaftlerin befreundet zu sein. Sie sagt das Glas vor-zu-wärmen hat keinen nennenswerten Effekt. Das werde ich Testen 🙂

    @ Jörg: Das stimmt. Gerade bei Kaffees mit einem interessanten Bouquet und sehr vollem Körper stelle ich mir den Effekt toll vor.Ich habe leider gerade keinen „sonnengetrockneten Sidamo oder Yirgacheffe“ da 😉

    Danke für die tollen Kommentare,
    Arne

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    Super, das Thema „abschöpfen oder nicht“ mal aufzugreifen. Wie war denn die Aromaentwicklung?
    Ich kann mir vorstellen, dass Abschöpfen einem körperarmen Kaffee nicht gut tut, bei einem Kaffee mit vollem Körper das Aroma sich aber ganz anders entwickelt. Probier mal sonnengetrockneten Sidamo oder Yirgacheffe mit beiden Methoden im Vergleich!

    Jörg

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    Ein Tipp hinsichtlich der 95° Brühtemperatur. Wer kein Thermometer sein eigen nennt, sollte Wasser mit dem Wasserkocher aufkochen lassen und es dann ca. 90 Sekunden stehen lassen. Dann hat das Wasser die ideale Temperatur für den Kaffee.

    Allerdings sollte man die FrenchPress vorher auch schon mal angewärmt haben (ebenfalls mit heissem Wasser), damit der Kaffee während der 4 Minuten Brühzeit nicht zu schnell kalt wird.

    Und als letztes: internationaler Standard für die FrenchPress Portionierung sind 60g Kaffee pro Liter. Allerdings, und das erwähnst Du ja auch, kann man die Kaffeemenge je nach Kaffee gerne etwas varieren.

    Johannes

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    Hei,

    bin leider nur teetrinker, würde aber doch mal gerne wissen, ich habe eine Bodumkanne für kaffee wo ich denn den Kaffee dafür online bestellen kann und welchen Mahlgrad der kaffee haben muss? Habe bisher immer hier bei tchibo in mahlgrad 13 gekauft. meine cousine in norwegen hatte aber speziellen bodumkaffee dort der viel besser schmeckte, hast du einen tipp???

    lieben gruß und vielen dank im voraus für die mühe

    maud

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    Hi Arne,

    was ich jetzt bei den amerikanischen Coffee-Geeks auf unserer Verkostungs-Karawane in Harrar/Äthiopien gesehen habe ist, dass die manchmal die aufschwimmenden Partikel vor dem Herunterdrücken abschöpfen. Der Kaffee bekommt dann einen anderen Charakter, etwas weniger Körper, etwas spritziger – zumindest war das beim mitgebrachten Tanzania Peaberry so.

    Schöne Grüße von der Karawane aus Dire Dawa.

    Jörg

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    Arne

    Danke Johannes 🙂

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    Hallo Arne, endlich liest man Dich mal wieder! Und noch alles Gute zu Deinem heutigen Geburtstag – auch wenn er schon fast vorbei ist! 😉

    Johannes

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    Arne

    Hey Heiko,

    naja, so viel wie dein Porsche auch wieder nicht. Es macht echt Sinn, genau-soviel oder mehr für die Mühle auszugeben – wenn man für die Maschine kalkuliert.

    Was macht das Leben in Gib? Und wann kommt nach Berlin?! Wir sind jetzt immer hier, also melden!

    Viele Grüße,
    Arne

    Antworten

    Du hättest ja mal ruhig die Warnung aussprechen können, das ein gutes Mahlwerk soviel wie Auto kostet. 🙁

    Beste Grüße aus Gibraltar,
    Heiko

    Antworten
    Arne

    Hallo Stefan, danke für den Kommentar. Ich habe für den Espresso eine Mazzer Mini und für die FP eine Mühle von Kitchenaid. Du hast recht, alles andere wäre mühsam. Aber für eine „FP-Mühle“ muss man, zum Glück, nicht so viel Geld ausgeben!

    Viele Grüße,
    Arne

    Antworten

    und du hast keine probleme damit den mahlgrad immere zwischen french press und espresso umzustellen? waere mir auf dauer zu muehsam….ausser du hast eine eigene muehle fuer die fp.

    Antworten
    Arne

    Hallo K. Thiebus,

    vielen Dank für den Kommentar.

    Mit dem Umkippen hast du sicher Recht. Ich habe drei verschiedene Größen von Kaffeepressen und mache immer so viel Kaffee, dass ich ihn direkt in meine Tasse oder die Tassen meiner Gäste umkippen kann. Das kommt aus gleiche raus.

    Eine zweite Portion vorzubereite ziehe ich deutlich einer Thermoskanne oder einem warmen Behältnis vor.

    Über die Geschwindigkeit beim drücken habe ich noch nicht nachgedacht. Das ist ein interessanter Punkt, an dem sicher was dran ist. Ich werde das ausprobieren.

    Ich passe auch den Mahlgarad und die Kaffee Menge und die Ziehzeit den jeweiligen Kaffees an, dass sind nur Richtwerte von denen ihr euch an das Optimum ran testen könnt.

    Viele Grüße,

    Arne

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    Hallo,

    ich würde gerne zwei Dinge ergänzen. Zum finde ich es ungeheuer wichtig, den Kaffee nach dem durchpressen sofort umzugießen, weil die zweite bis dritte Tasse sonst schon ungenießbar ist. Sich zu beeilen hilft da auch nicht und ist beim Kaffeegenießen eigentlich auch nicht der Sinn. Ich verwende hierzu eine vorgeheizte, d.h. mit heißem Wasser umgespülte, Thermoskanne. Zum anderen empfiehlt der french press Hersteller meiner Wahl, den Kaffee in (beinahe unerträglicher) Langsamkeit durchzupressen. Ich nehme momentan an, es soll so vermieden werden, dass der fein gemahlene Anteil durch den groben Anteil in den Kaffee gedrückt wird. (Nur weil man eine fixe Mahlstärke eingestellt hat, heißt das ja keineswegs, dass alle Körner gleich groß werden oder dass kein Pulver entsteht.)

    Viele Grüße
    Kim

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