Nivona NICR 970 CafeRomatica Test 2023: Kaffeevollautomat mit viel Potenzial

Ich bin Arne Preuß und kämpfe für mehr hochwertigen Kaffee.

Nivona Kaffeevollautomaten machen endlich das, was andere Hersteller schon eine Weile schaffen: Sie finden in der Öffentlichkeit statt. Und mit Öffentlichkeit meine ich in diesem Fall unseren Kaffeevollautomaten Test 2023. 

Nivona Kaffeevollautomaten machen endlich das, was andere Hersteller schon eine Weile schaffen: Sie finden in der Öffentlichkeit statt. Und mit Öffentlichkeit meine ich in diesem Fall unseren Kaffeevollautomaten Test 2023. 

Auch wenn die Nürnberger weiterhin auf den Fachhandel setzen, kommen sie aus ihrem Elfenbeinturm und stellen ihre tollen Geräte im schicken Design und mit einzigartigem Kaffeegeschmack mehr Bloggern und Testern zur Verfügung.

Den Nivona CafeRomatica 970 als Oberklasse-Modell für rund 1.400 Euro habe ich zwar schon vor einer Weile getestet. Ich will jedoch schauen, ob sich meine Meinung zum hochwertigen Gerät inzwischen geändert hat.

Ursprünglich war ich mit der Kaffeezubereitung absolut zufrieden, stand auf den Milchschaum und das riesige Display für alle Einstellungen. Nur die App ging mir auf die Nerven.

Also habe ich nochmal meine Kaffeebohnen rausgeholt, den Kaffeevollautomat angeschmissen und mich in dieser Review gefragt, ob der Nivona 970 Test neu bewertet werden muss.

Überzeugt mit hoher Qualität

Nivona NICR 970

Ein unterschätzter Kaffeevollautomat!

Überaus hochwertige Verarbeitung

Sehr gute Touchbedienung

Viele Einstellmöglichkeiten

Sehr guter Espresso

Mehr als guter Milchschaum

App extrem verbesserungswürdig

Der Nivona CafeRomatica 970 Titan im Überblick: Preis, App & ein NICR-Vergleich

Nivona CafeRomatica 970
Testmodell

CafeRomatica 970

Gehäusematerial

Kunststoff matt

Verfügbare Farben/Designs

Silber (Titan)

Milchschaumsystem

Automatisch (Mit Schlauch)

Lautstärke (eigene Messung)

66,4 dB

Brühgruppe herausnehmbar

Display

Touch

App

Benutzerprofile

9

Wassertank

2,2 l

Minimale Auslaufhöhe

-

Maximale Auslaufhöhe

14,0 cm

Mahlwerk

Kegelmahlwerk Edelstahl

Elektronisches Mahlwerk

Bohnenfach

270 g

Zwei Bohnenfächer

Mahlgrade

6 Stufen

Kaffeepulverfach

Kannenfunktion

Kaffeegetränke auf Knopfdruck

9

Kaffeestärke einstellbar

5 Stufen

Temperatur Kaffee einstellbar

4 Stufen

Temperatur Milchschaum einstellbar

4 Stufen

2-Tassenfunktion

Heißwasserfunktion

Heiße-Milch-Funktion

Nur Milchschaum beziehen

Wasserfiltereinsatz

Wird mitgeliefert

Gewicht

14,8 kg

Maße (Höhe x Breite x Tiefe)

36,0 x 28,0 x 50,0 cm

Sonstiges

Beleuchteter Wassertank, Flying Picture, Milchbehälter inklusive

Aktueller Preis

1.367,00 Euro

Jetzt kaufen

Als der NICR 970 auf der virtuellen IFA 2020 vorgestellt wurde, drehte sich alles um die „Flying Picture“-Funktion. Dies ist ein „Bildschirmschoner“, den ihr über die App einstellen könnt. Braucht zwar keiner, aber ein riesiges Touch-Display bietet sich für solche Spielereien ja an.

Gleiches gilt wohl auch für die Mood-Filmchen, die bei jeder Zubereitung eurer Getränke abgespielt werden. Dabei wird jedes Mal ein Filterkaffee gezeigt. In einem Kaffeevollautomaten. Kann ein Kaffeevollautomat normalen Kaffee? Nein, kann er nicht.

Wenn wir von diesem Programmierer-Schluckauf absehen, bietet der Nivona CafeRomatica 970 genug Argumente, um Kunden zu begeistern:

  • Elegantes und eigenständiges Design
  • Hochwertige Verarbeitung – selbst unscheinbare Details wie der Aromaschutzdeckel auf dem Bohnenbehälter (270 Gramm) zeigt Klasse
  • Jede Einstellmöglichkeit (Kaffeetemperatur, Menge Kaffeespezialitäten etc.) ergibt Sinn und ist ausreichend feinteilig
  • Das Touch-Display findet die perfekte Mischung aus oldschool, modern und selbsterklärend
  • One-Touch-Bedienung und Steuerung ohne Bedienungsanleitung
  • „Spumatore Duo“-Milchsystem mit Milchcontainer
  • Herausnehmbare Brühgruppe und extrem leichte Reinigung
  • „Cappuccino Connaisseur“ (einstellbare Reihenfolge von Milch und Kaffee)
  • Aroma Balance System für sehr eigenständigen Nivona-Kaffeegeschmack
  • Eco-Modus, Abschaltautomatik etc.

Die einstmals von mir gehasste Nivona App steht jetzt als frische Version in den App-Stores. Doch ihr kommt auch hervorragend ohne zurecht.

Das große, übersichtliche TFT-Farbdisplay mit Touch-Funktion bietet nicht nur alle Einstellmöglichkeiten. Es ist ausgesprochen reaktionsfreudig und im Tandem mit dem Einstellrad hervorragend zu bedienen. 

Nivona NICR 970 Kaffeevollautomat Display

Günstig kaufen?

Ziehen wir die kleinen Spielereien ab, halte ich den NICR-970-Preis für absolut gerechtfertigt, weil sich der Vollautomat im Kern auf einen wesentlichen Aspekt konzentriert:

Euer Kaffee entsteht hier in einem extrem hochwertigen Gerät, von dem sich andere Hersteller noch etwas abgucken können. Nicht umsonst rufe ich zum Beispiel gern das Duell Nivona vs. Jura aus.

Sollte euch der Preis von über 1.300 Euro zu hoch sein, seid ihr beispielsweise mit den günstigeren Nivona 759, 769 und Nivona 789 hochwertig unterwegs. Nur ohne (störende) Hi-Tech. Das ändert aber nichts daran, dass etwa mein Nivona 769 Test ziemlich gut ausfällt.

Unterschied Nivona 960 & 970 Kaffeevollautomat

Zwischen dem von mir getesteten 970 und dem ebenfalls erhältlich NICR 960 besteht nur ein Unterschied: die Farbe. Der 960 ist schwarz, der 970 ist silbrig grau. Das hellere Design gefällt mir hier wesentlich besser.

Nivona 970 vs Siemens EQ.9

Siemens EQ.900 Kaffeevollautomat Uebersicht mit Cappuccino

Dieses kleine Mini-Duell ist besonders interessant, wenn wir uns den neuen Siemens EQ.900 angucken. Der hat nämlich nicht nur ein noch größeres Touch-Display, sondern auch ein elektronisches Mahlwerk.

Beide Kaffeevollautomaten kitzeln aus meinen Bohnen ein sehr besonderes Aroma hervor, wobei sich das Siemens-Gerät sogar noch um einiges moderner und ein bisschen vielseitiger präsentiert. Allerdings kostet es auch fast 1.000 Euro mehr.

Nivona CafeRomatica 970 einstellen: Umdenken & Erfahrung

Bei der Live-Programmierung eurer Lieblingsgetränke müsst ihr euch mit Eigenheiten bei Bezeichnungen, Funktionen und der „Aroma-Technologie“ arrangieren. Daran müsst ihr euch beim ersten Einrichten erst einmal gewöhnen. Ansonsten ist das Einstellen wie immer einfach.

Mahlgrad einstellen

Ihr könnt das Kegelmahlwerk 6-stufig verstellen. Der feinste Mahlgrad ist zwar immer günstig, wenn ihr das optimale Aromaprofil aus jedem Espresso holen wollt. Im NICR 970 lohnt sich die zweitfeinste Einstellung jedoch mehr.

Das Mahlwerk wird zur Abwechslung nicht über einen Knopf am Bohnenbehälter, sondern hinter der Serviceklappe in der Nähe der Brühgruppe verstellt. Sobald ihr „Play“ drückt, arbeitet das Kegelmahlwerk mit 66,4 Dezibel auf einem sehr angenehmen, gleichmäßigen Niveau.

Kaffeestärke einstellen

Ihr könnt die Kaffeestärke nicht nur über die Pulvermenge (klassische Bohnenskala 1 bis 5), sondern auch über die Durchflussgeschwindigkeit des Wassers regulieren (3 Stufen). 

Diese Aroma Pre-Select-Funktion ist die automatische Variante der Siebträger-Einflussfaktoren Mahlgrad, Menge und Verdichtung des Pucks. Im Vollautomat wird das Wasser über den Pumpendruck reguliert. Dieses Aroma Balance Systemverfügt über die drei Stufen: 

  • dynamic, 
  • constant 
  • intense

Allerdings brauchen wir dieses Preselect-Gedöns nicht. Selbst die Barista und Promoter bei Nivona nutzen ihre Geräte immer auf constant.

Bei der Pulvermenge solltet ihr euch etwas weiter nach unten orientieren. Ähnlich wie Melitta Kaffeevollautomaten jagt Nivona pro Puck mehr Kaffeepulver als üblich durch die Maschine.

Die Füllmenge meines Espresso habe ich auf 30 Milliliter reguliert. Zwar beträgt die mögliche Mindestfüllmenge 20 Milliliter, doch hier geht es nur in Zehnerschritten vorwärts. Den Normalokaffee habe ich auf 120 Milliliter hochgepegelt, die Temperatur auf „normal“ bzw. niedriger belassen.

Espresso & Kaffee: Viele Experimente für den Geschmack

Nivona NICR 970 Kaffeevollautomat Espressobezug

Auch mit meinen Bohnen zeigt sich, dass die constant-Einstellung am besten ist. Hier kommen Schokolade, Körper und Süße am besten zum Tragen. Das Aromatica-System sollte also definitiv kein Grund sein, einen Nivona Kaffeevollautomat zu kaufen.

Eine weitere Stellschraube macht die Sache sowieso stets komplizierter, die Fehleranfälligkeit bei der Extraktion steigt.

Das merkt ihr zum Beispiel bei der Kombination frischer Kaffeebohnen mit einer sehr feinen Mahlung und der Einstellung intense. Da kommt überhaupt nichts Gutes aus dem Kaffeeauslauf. Obwohl die Parameter einzeln korrekt sind und Sinn ergeben.

Zum „normalen“ Kaffee gibt es indes nicht so viel zu sagen. Er gelingt prima, hier werden Extraktionsfehler schon durch die Füllmenge kaschiert.

Bester Kaffee für den Nivona CafeRomatica NICR 970

Coffeeness Kaffee für Vollautomaten Bester Kaffee für den Nivona CafeRomatica NICR 970

Wir haben einen Kaffee extra für Kaffeevollautomaten entwickelt – auch für alle Getränke aus dem Nivona CafeRomatica NICR 970. Wir haben getestet: Espresso, schwarzer Kaffee und Latte Macchiato erhalten eine volle, süße Schoko-Note. Hier geht es zu unserem Shop.

Auf den Kaffee kommt es an: Kippt ihr oben was Gutes rein, kommt unten was Gutes raus!

Kaffee für Vollautomaten by Coffeeness

Kaffee entwickelt für den Vollautomaten

Bester Kaffee für den Nivona CafeRomatica NICR 970.

Für Latte Macchiato

Espresso, schwarzer Kaffee

Schokoladig-nussig

Frisch geröstet

Zum Coffeeness Shop

Das sind die richtigen Einstellungen für unseren Kaffee mit dem Nivona CafeRomatica NICR 970: 

  • Stellt das Mahlwerk auf eine feine Stufe (aber nicht ganz fein).
  • Achtung: Bitte immer nur bei laufendem Mahlwerk verstellen.
  • Bei Stärke und Füllmenge könnt ihr viel experimentieren.
  • 30 ml, die Constant-Funktion und eine eher leichte Kaffeestärke (2 bis 3 von 5) gelingen am besten. 

Milchschaum: Wenn das Meckern hohe Niveaus erreicht

Nivona CafeRomatica 970 Kaffeevollautomat Milchschaumbezug

Spätestens bei Cappuccino und Latte drängt sich der Vergleich zwischen Jura und Nivona förmlich auf. Am Ergebnis aus dem OneTouch Spumatore Milchaufschäumer des Nivona CafeRomatica 970 meckern wir auf einem Milch-Niveau, das sonst nur Geräte wie der Jura Z10 erreichen.

Der Nivona-Milchschaum ist an sich feinporig, wohltemperiert und gelungen. Selbst in der höchstmöglichen Mengeneinstellung wird das große Ikeaglas allerdings nicht ganz voll. Statt Mauricios geliebter Drei-Finger-Schicht werden es hier nur zwei.

Eine schöne Idee ist der „Cappuccino Connaisseur“. Damit könnt ihr einstellen, ob erst der Milchschaum und dann der Kaffee in die Tasse kommt, oder ob der Kaffeevollautomat die korrekte Reihenfolge einhalten soll. 

Zudem handelt es sich um einen echten OneTouch Spumatore, der zwei Milchgetränke gleichzeitig hinbekommt. Nochmal zum Duell: Das ist bei einem Jura-Modell seltener der Fall!

Der Milchbehälter-Deckel liegt nur lose auf. Warum auch immer. Passt also beim Verschieben und Anheben auf!

Reinigung: So sieht ein Vorbild-Kaffeeautomat aus!

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Nivona ist generell in eine gründliche Reinigung vernarrt und kommuniziert diesen Fakt laut. Zahlreiche Pflegeprogramme, Automatiken und Modi sorgen dafür, dass eure Maschine immer blitzblank ist.

  • Leicht herausnehmbare Brüheinheit – Check. 
  • Claris Frischwasserfilter – Check. 
  • Sauberes Durchspülen von Milchschlauch und Ventil über Klick-Mechanismus in der Abtropfschale – Check. 
  • Füllstandüberwachung für alle entleerbaren Einheiten – Check.

Abtropfschale und Tresterbehälter sind ausgesprochen geräumig. Das passt nicht nur zum großen Wassertank mit Wasserfilter. Es spart auch häufiges Zwischenleeren. Schon deshalb passt der Nivona CafeRomatica 970 zum Beispiel auch in Teeküchen oder Geschäftsräume.

Beim Entkalken oder dem Einsatz von Reinigungstabletten lässt euch der NICR 970 ebenfalls nie im Stich. Der Wassertank (mit farbigen LED) hat dazu eine angenehme Form, liegt also zum Säubern, Befüllen oder Auswischen hervorragend in der Hand.

Vergesst den Milchaufschäumer beim Säubern nicht, ignoriert das Pulverfach und achtet immer darauf, was die Anzeige der Maschine oder die App auf dem Smartphone gerade von euch will. Mehr müsst ihr hier fast nicht tun.

Fazit zum Nivona CafeRomatica 970 Kaffeevollautomat: Ein unterschätzter Titan

Ich habe schon oft gesagt, dass sich Nivona Kaffeevollautomaten mit ihrer elitären Vertriebslogik ins Bein schießen. 

Überzeugt mit hoher Qualität

Nivona NICR 970

Ein unterschätzter Kaffeevollautomat!

Überaus hochwertige Verarbeitung

Sehr gute Touchbedienung

Viele Einstellmöglichkeiten

Sehr guter Espresso

Mehr als guter Milchschaum

App extrem verbesserungswürdig

Wenn wir die App und die Spielereien auf der Anzeige abziehen, ist der Nivona CafeRomatica 970 ein großartiges Stück Technik, das sich im Kaffeevollautomaten Test 2023 selbstbewusst neben Konkurrenten von Jura, Miele oder DeLonghi stellen kann.

Das weiß nur keiner, der es nicht weiß. 

Preis und Leistung passen gut zusammen. Die Betonung von einfacher Bedienung, extrem hochwertiger Verarbeitung, sinnvollen Pre Select-Einstellmöglichkeiten und gründlicher Reinigung gibt es in diesem Zusammenspiel nur bei Nivona.

Auch das Design bietet eine willkommene Abwechslung und macht Nivona zu einer schicken Wahl für repräsentative Bereiche. Sucht ihr einen Vollautomaten fürs Büro, solltet ihr meinen Testbericht zum Nivona NICR 1040 genauer anschauen. Ist euch der Preis für den 970 zu hoch, schaut mal beim Nivona NICR 825 oder beim Einsteiger NICR 520 vorbei.

Kaufen oder nicht? Ich bin auf eure Einschätzung zum NICR 970 gespannt – und natürlich auf eure Erfahrungen mit Nivona. Hinterlasst mir gerne zahlreiche Kommentare!

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