DeLonghi PrimaDonna Kaffeevollautomaten im Test: Mehr Diva geht nicht, oder?

DeLonghi PrimaDonna Kaffeevollautomaten im Test: Mehr Diva geht nicht, oder? Ergebnis
Veröffentlichungsdat um: 25. Oktober 2018 von 0

Unser liebster Hersteller günstiger Vollautomaten ist ja nicht gerade für seine eindeutig abgrenzbaren Produktlinien bekannt. Denn wer kann schon auf Anhieb sagen, was der Unterschied zwischen der DeLonghi ECAM 23.420 und der DeLonghi ESAM 2900 sein soll?

In Sachen kryptische und unübersichtliche Gerätebezeichnung ist keiner so gut im Kaffeevollautomaten Test wie die Italiener.

Latte Macchiato aus der PrimaDonna

Doch in der PrimaDonna-Reihe – oder sagen wir besser Kohorte – haben sie es jetzt vollends übertrieben. Unter dem Suchbegriff „PrimaDonna“ findet ihr bei Amazon aktuell ganze zehn unterschiedliche Geräte mit wiederum kryptischen Zusätzen. Glaubt ihr nicht?

Schaut mal her:

Noch Fragen? Oh ja! Und zwar eine ganze Menge! In diesem Testbericht soll es zunächst darum gehen, wie sich die einzelnen PrimaDonna-Modelle unterscheiden und ob man sie irgendwie im Kopf sortieren könnte.

Außerdem habe ich für euch den DeLonghi PrimaDonna Class ECAM 556.75.MS Kaffeevollautomat getestet, der als aktuellstes Modell gelten kann (könnte).

Zum DeLonghi PrimaDonna Class Test habe ich euch auch mal wieder ein Video gedreht.

Bei all diesen Verwirrungen bin ich auch auf eure Hilfe angewiesen: Welche der obigen PrimaDonna-Maschinen besitzt ihr? Welche speziellen Eigenschaften schätzt ihr daran? Was nervt euch? Was habe ich in meiner Betrachtung vergessen? Schreibt unbedingt gerne einen Kommentar!

Die DeLonghi PrimaDonna Reihe in der Übersicht

Wenn ihr glaubt, dass euch die typischen DeLonghi-Kürzel ESAM und ECAM weiterhelfen, habt ihr euch leider geschnitten. Es gab mal eine Gerätezeit, da waren die ECAM-Modelle die günstigere Variante. Das hat sich aber seit einigen Jahren erledigt.

Grundsätzlich sind ECAM-Modelle laut findiger Kaffeeforen-User aber immer noch die kleineren und kompakteren Geräte. Das hat aber keine Auswirkungen auf den Preis! Auch in meinen Praxistests könnte ich nicht pauschal sagen, welche grundsätzliche Reihe die bessere Wahl ist. Hier steht das Ergebnis so etwa Fifty-Fifty.

Mmpf. Wenden wir uns also den Zahlenkolonnen zu. Hier lässt sich erst einmal sagen: je höher die ersten beiden Ziffern, desto moderner und/oder funktionsreicher die Maschine (im jeweiligen Direktvergleich). Darum ist zum Beispiel eine DeLonghi PrimaDonna Exclusive ESAM 6900 auch teurer als eine DeLonghi PrimaDonna ESAM 6600.

Aber auch das stimmt wieder nur bedingt, weshalb wir uns letztendlich den ganzen Zusatzbegriffen wie „Exclusive“, „Elite“, „Avant“ und letztendlich „Class“ widmen müssen.

Wenigstens beim Zahlenende und den folgenden Buchstaben herrscht keine Verwirrung: Dies sind nur Codes für das Oberflächenmaterial und die Farbe. „B“ ist „Black“, „M“ steht für Metall usw.

Zurück zu den „Unterkategorien“. Ich habe mal bei DeLonghi selbst einen Produktvergleich zwischen der PrimaDonna Elite Experience ECAM 656.85.MS, der PrimaDonna Exclusive ESAM 6900.M und der PrimaDonna Class ECAM 556.75.MS angestellt. Dabei kamen folgende Optionen und Eigenschaften heraus.

DeLonghi PrimaDonna Elite (Experience)

Die wichtigsten Eigenschaften der Elite-Modelle von DeLonghi lauten im Schnelldurchlauf:

EintragWert
NameDeLonghi PrimaDonna Elite ECAM 656.55.MS
Display3,5 Zoll TFT-Farbdisplay
Bedienung8 Sensor-Touch-Direktwahltasten
Benutzerprofile6
Kapazität Bohnenbehälter
400 g
Kapazität Wassertank
2,0 l
Pumpendruck19 bar
2-TassenfunktionJa
Milchschaumsystemintegriert
Mahlwerk13-stufiges Kegelmahlwerk aus Edelstahl
BesonderheitenBeheizte Tassenabstellfläche und -Beleuchtung, Doppio+
Gewicht11,9 kg
Maße37,5 x 26 x 48 cm

Die Experience-Variante der Elite hat noch einmal einen größeren Display und ein paar mehr Sonderfunktionen. Der DeLonghi PrimaDonna Elite ECAM 656.55.MS Kaffeevollautomat kostet bei Amazon momentan um die 1.500 Euro. Ist also für DeLonghi ein echter Wucher.

Damit ist aber auch diese PrimaDonna-Variante ein Beweis für das, was uns die Marketing-Tante auf der IFA 2017 erzählt hat: DeLonghi will weg vom Einsteiger-Image und hin zum hochpreisigen Kunden.

DeLonghi PrimaDonna Exclusive

Hier die gleichen Faktoren wie bei der „Elite“ für die „Exklusive“ im Schnelldurchlauf:

EintragWert
NameDeLonghi PrimaDonna Exclusive ESAM 6900.M
Display4,6 Zoll TFT-Farbdisplay
Bedienung /Getränkevorauswahl
6 Direktwahltasten
Benutzerprofile6
Kapazität Bohnenbehälter in g
250
Kapazität Wassertank in l
1,4
Pumpendruck in bar
15
2-Tassenfunktion
Ja
Milchschaumsystemintegriert
Mahlwerk13-stufiges Kegelmahlwerk aus Edelstahl
Besonderheiten“Schneller Dampf“ mit zweitem Thermoblock, extrahoher Tassenauslauf, Thermomilchbehälter, beheizte Tassenabstellfläche
Gewicht in kg14
Maße in cm
28,5 x 42,0 x 40,5

Ihr seht sofort, dass der DeLonghi PrimaDonna Exclusive ESAM 6900.M für rund 1.000 Euro bei Amazon auf eine etwas reduzierte Leistung in den Kernfunktionen von Kaffeevollautomaten setzt. Dafür hat er aber alles an Bord, was der moderne Haushalt so toll findet: riesen Display, hoher Auslauf, kompakte Maße.

DeLonghi PrimaDonna S EVO

Wenn ich die Systematik von DeLonghi richtig durchschaut habe, steht das „S“ bei der PrimaDonna EVO für „Small“. Und auch auf der Unternehmensseite ist die Rede von einem „kompakten Vollautomaten mit hochwertigem Edelstahlgehäuse“. Die kalten Fakten sehen so aus:

EintragWert
NameDeLonghi PrimaDonna S EVO ECAM 510.55.M
DisplayLCD-Display
Bedienung /GetränkevorauswahlTouch
Benutzerprofile2
Kapazität Bohnenbehälter in g250
Kapazität Wassertank in l1,8
Pumpendruck in bar
19
2-TassenfunktionJa
Milchschaumsystemintegriert
Mahlwerk13-stufiges Kegelmahlwerk aus Edelstahl
BesonderheitenFrontal herausnehmbarer Wassertank, Tassenheizung & Beleuchtung, hoher Auslauf
Gewicht in kg11,5
Maße in cm23,8 x 47 x 35

Kompakt, zumindest in der Grundfläche, ist die S EVO auf jeden Fall. Auch mit ihren Features wirkt sie so, als wäre sie ein modernes Update für den Qualitäts- aber nicht Spielerei-verliebten Haushalt.

Mit „gerade einmal“ rund 800 Euro bei Amazon ist die DeLonghi PrimaDonna S EVO sogar ein echter Schnapper unter den italienischen KVA-Diven.

DeLonghi PrimaDonna Class

Bevor ich euch den intensiven Test abliefere, will ich noch einmal die zentralen Werte der PrimaDonna Class zum Vergleich stellen:

EintragWert
NameDeLonghi PrimaDonna Class ECAM 556.75.MS
Display3,5 Zoll TFT-Farbdisplay
Bedienung /Getränkevorauswahl
6 Direktwahltasten
Benutzerprofile3
Kapazität Bohnenbehälter in g
360
Kapazität Wassertank in l
2
Pumpendruck in bar
19
2-TassenfunktionJa
Milchschaumsystemintegriert
Mahlwerk13-stufiges Kegelmahlwerk aus Edelstahl
Besonderheiten
extra (!) Heißwasserdüse, extrahoher Auslauf, Tassenwärmer, Tassenbeleuchtung, Wassertank nach vorne entnehmbar
Gewicht in kg
11,9
Maße in cm
26 x 46,9 x 36,1

Halten wir erst einmal folgende Erkenntnisse für die Class fest:

  • Sie ist das neueste Modell der PrimaDonna-Reihe von DeLonghi
  • Sie ist mit rund 1.100 Euro bei Amazon eine recht hochwertige (bzw. teure) Maschine unter den Kompakten
  • Sie zeigt sehr deutlich, wie schwierig es für die Hersteller ist, die Kundenansprüche zu erfassen.

Denn in der Class haben wir im kompakten Gehäuse nun wieder ein kleineres Display, verzichten auf Dinge wie die fertig montierte Heißwasserdüse und legen beim Druck und dem Wassertank im Gegensatz zum Vorgänger Exclusive wieder eine Schippe drauf.

Delonghi Primadonna im Test von Barista Arne

Alle anderen Maschinen, die ich hier nicht explizit genannt habe, gehören (zumindest aus der Sicht von DeLonghi) schon zum alten Eisen. Sie sind bei Amazon zwar verfügbar, werden aber auf der Unternehmensseite schon nicht mehr beworben.

Das gilt für den „nackten“ PrimaDonna (ohne Namenszusatz) in allen Modellvarianten sowie für die Avant-Reihe in allen Varianten.

Mit diesen ganzen Fakten im Hinterkopf bin ich auf eine Eselsbrücke gekommen, wie ihr euch die Geräte-Evolution der PrimaDonna merken könnten:

Die Elite verlangt exklusive Klasse

Hammer, oder?! Seid ihr jetzt schon schlauer? Immer noch nicht? Dann lasst uns doch den Test der DeLonghi PrimaDonna Class ECAM 556.75.MS angucken!

DeLonghi PrimaDonna Class ECAM 556.75.MS Kaffeevollautomat im Test

Was ich unheimlich spannend und fast schon frech finde, sind die enormen Preisunterschiede, die es allein in der DeLonghi PrimaDonna Class-Serie gibt. Es kann natürlich sein, dass dies ein spezifisches Angebot von Amazon ist.

Aber der Preisunterschied zwischen der weißen Kunststoff- und der silbernen Edelstahlvariante, die wir bestellt haben, beträgt nun einmal stramme 400 Euro!

Die Tassenwärmer Platte wird wirklich heiss

Wie kommt das zustande? Fakt ist, dass die DeLonghi PrimaDonna Class ECAM 556.75.MS (mit Edelstahl) auf dem Papier die gleichen Funktionen wie die weiße De’Longhi PrimaDonna Class ECAM 556.55.W hat. Zu den wichtigsten Funktionen und Eigenschaften gehören dabei:

  • Kompakt dank vorwärts montierten Wassertanks und Milchschaumsystem
  • Großes Farb-Display mit Touchtasten und zusätzlicher Coffee Link App
  • 13-stufiges Kegelmahlwerk aus Edelstahl
  • 3-stufig einstellbares Latte Crema System
  • Individuell programmierbare Milchschaum-Kaffee-Getränke
  • 6 Kaffeeprofile und 3 Benutzerprofile (+1 Gastprofil)
  • Anclipbare Heiswasserdüse (spart ebenfalls Platz)
  • Wirklich heißer Tassenwärmer

Heiss Wasser Anschluss

Der Unterschied zwischen Metall und Kunststoff zeigt sich meist erst im Dauerlauf, nicht im Sprint: Edelstahl hält einfach länger und sorgt dafür, dass der Kaffeevollautomat bei richtiger Benutzung und Reinigung durchaus Dekaden durchhalten kann.

Daher rechnet sich die Mehrinvestition in Edelstahl meist erst nach einigen Jahren, was man aber Kunden nur sehr schwer verkaufen kann – insbesondere bei so großen Preissprüngen. Doch wenn ihr nicht nach wenigen Jahren intensiver Nutzung gleich wieder 800 bis 1.000 Euro auf den Tisch packen wollt, seid ihr bei Edelstahl schlichtweg an der besseren Adresse.

Delonghi Primadonna gute Verarbeitung

Darum bestellen wir im Kaffeevollautomaten Test bei mehreren verfügbaren Varianten auch immer das Edelstahl-Modell.

Inbetriebnahme und Einstellmöglichkeiten

Bei der ersten Inbetriebnahme kann es passieren, dass euch die PrimaDonna Class ein wenig verwirrt. Schaltet ihr nämlich den an der Rückseite gelegenen Hauptschalter an, erwacht das Display zum Leben, bevor es wieder erlischt. So richtig betriebsbereit ist der Kaffeevollautomat erst beim Druck auf den Betriebsschalter an der Oberfläche.

Delonghi Primadonna Hauptschalter

Primadonna Einschalter

Ist dies erst einmal verstanden, könnt ihr euch für das Einstellen der DeLonghi PrimaDonna Class den Blick in die Betriebsanleitung sparen. Die Class ist mit dem großen Display, den Direktwahltasten und der einfachen Menüführung praktisch selbsterklärend.

Nur beim Mahlgrad müsst ihr wie immer erst einmal das Einstellrädchen im Bohnenfach bemühen, und es am besten auf 1,5 (von 13) stellen. Das hat sich bei dieser Maschine als beste Einstellung für leckeren Espresso herauskristallisiert.

Primadonna Einstellung des Mahlgrads

Die Voreinstellungen für die Getränke sind recht ordentlich, auch wenn ich beim Espresso wie immer noch einmal ein wenig an der Menge (nach unten) korrigiert habe.

Diese ganzen Einstellungen und Vorlieben könnt ihr hier in drei Benutzerprofilen und einem Gastprofil ablegen. Die Benutzerprofile haben sich für Kaffeevollautomaten übrigens zu dem gemausert, was die Megapixel bei Digitalkameras sind:

Die Hersteller überschlagen sich im höher, schneller, weiter – in der Realität braucht ihr diese aberwitzigen Zahlen aber nie. Daher finde ich die Formel „3+1“ bei der DeLonghi PrimaDonna Class nicht nur ausreichend, sondern auch im Sinne des Verbrauchers gedacht.

Primadonna App Steuerung

Alle Einstellungen, die ihr an der Maschine vornehmen könnt, lassen sich (bis auf den Mahlgrad) auch über die DeLonghi Coffee App steuern. Die Benutzeroberfläche ist ebenfalls sehr intuitiv und aufgeräumt, doch habe ich festgestellt, dass die Bluetooth Verbindung zwischen Gerät und Smartphone sehr kurzsichtig ist. Mehr als drei Meter konnte ich mich nicht entfernen.

Primadonna App Getränkeauswahl

Aber Bluetooth ist immer auch eine Frage der Umgebungsfaktoren, die die Qualität der Verbindung beeinflussen können. Bei mir in der Showküche sind die Bedingungen also wenig ideal.

Das anklickbare Milchschaumsystem lässt sich am Einstellrad über drei Stufen verändern – also grob, mittel, fein. Wie praktisch bei allen Vollautomaten ist die Einstellung „fein“ meist eine gut gemeinte Idee, die besten Ergebnisse erzielt ihr aber in der mittleren Variante.

Primadonna Milchschaum einstellen

Das Mahlwerk

In den aktuellen DeLonghi PrimaDonna Kaffeevollautomaten ist überall ein Kegelmahlwerk aus Edelstahl mit insgesamt 13 (Halb-)Stufen verbaut. Viele von euch fragen sich immer, ob Edelstahl der Keramik die bessere Wahl ist, und warum Scheiben mehr gehypt werden als Kegel.

Primadonna und ihr Mahlwerk

Auf diese Frage gibt es keine pauschale Antwort. Und wenn ich ehrlich sein soll, ist sie auch fast egal. Grundsätzlich habe ich folgende Überzeugungen und Tipps:

  • Kegelmahlwerke sind kompakter und daher oft in den kleineren Kaffeevollautomaten zu finden
  • Scheibenmahlwerke können noch einen Hauch gleichmäßiger und feiner mahlen, was aber voraussetzt, dass der Kaffeevollautomat mit einem so feinen Kaffeemehl auch zurecht kommt
  • Edelstahl mag zwar etwas lauter als Keramik sein, doch bei der Hitzeentwicklung gibt es nur selten die spürbaren Unterschiede, die euch die Hersteller weismachen wollen.
  • Edelstahl ist aber weniger anfällig für Steinchen oder andere Blockade-Möglichkeiten, auch wenn Keramik etwas geschmacksneutraler ist.

Die feinen Nuancen zwischen beiden Materialien und Bauweisen sind in meinen Augen daher eher eine Profiangelegenheit. Ich habe im Video den DeLonghi PrimaDonna Class mit dem Siemens Kaffeevollautomat EQ6 verglichen, der mit seinem Keramikscheibenmahlwerk zu den leisesten Vertretern der KVA-Zunft gehört.

In der Audiospur des Videos sind die Unterschiede bei der Lautstärke zwar deutlich zu hören. Aber wenn ihr direkt neben den Maschinen steht, ist diese Differenz dann doch nicht so riesig. Wichtig ist vielmehr, dass der DeLonghi PrimaDonna Class trotz seines „rumpeligeren“ Mahlwerks sehr angenehm klingt und in keiner Weise die Kreischqualitäten hat, die wir schon bei so manch anderem DeLonghi-Produkt gehört haben.

Primadonna Lautstärke

Der Espresso und Milchschaumbezug

Wie ich schon erwähnte, lassen sich der Espressobezug und die Milchschaumqualität am DeLonghi PrimaDonna Class hervorragend und intuitiv einstellen. Ihr könnt die Milch- und Kaffeemenge im „Edit“-Modus individuell festlegen.

Wichtig ist nur, dass die Maschine je nach Produkt eine Mindestmenge an Milchschaum und/oder Espresso produzieren muss, bevor ihr die Einstellung speichern dürft. Das ist eine technische Angelegenheit, die die Maschine sauber und laufsicher halten soll.

Primadonna Auslaufhöhe

Der Auslauf lässt sich übrigens sehr gut verstellen und liegt mit einer maximalen Höhe von 14,2 cm locker über dem Ikea-Glas-Standard. Die Mindesthöhe von 8,4 cm ist auch noch sehr verträglich, damit der Espresso nicht einfach aus großer Höhe in die Tasse sprotzelt.

Apropos Sprotzeln: Die DeLonghi PrimaDonna Class zeichnet sich auch in der Zubereitung durch eine extreme Laufruhe und sorgfältige Ausgabe der Produkte in die Tasse oder das Glas aus. Hier spritzt und rumpelt nichts.

Für den Test habe ich einen recht dunkel gerösteten Espresso gewählt, dessen stärkeres Aromaprofil mit einer guten Ausprägung in der Tasse gelandet ist.

Tatsächlich hat der KVA-Espresso aus dem DeLonghi PrimaDonna Class fast wie ein echter Espresso aus dem Siebträger geschmeckt!

Espresso aus der Primadonna

Espresso aus der Primadonna und Barista Arne probiert

Auch die Temperatur der Milch und des Kaffees waren in Ordnung. Die Schichtung im Latte Macchiato ist für einen Vollautomaten ebenfalls sehr brauchbar.

Latte aus der Delonghi

Die Kernaufgaben eines Kaffeevollautomaten beherrscht die Class also mit Bravour. Und wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich das nicht erwartet.

Der Kaffee aus der PrimaDonna bei der IFA 2017 war schrecklich und verschleierte demnach durch eine miese Bohnenwahl das eigentliche Potential der Maschine. Die falsche Bohnenwahl hat auch die IFA 2018 bestimmt – und zwar nicht nur bei DeLonghi.

Die Reinigung

Ich mag es immer, wenn euch ein Automat daran erinnert, dass ihr ihn regelmäßig reinigen müsst, um lange Freude daran zu haben. Der DeLonghi PrimaDonna Class Kaffeevollautomat weigert sich obendrein, einen weiteren Milchschaumbezug auszulösen, wenn ihr nicht zwischendurch eine (automatische) Spülung durchführt. Klasse!

Reinigung Milchbehälter

Das verführt zwar dazu, die Milch einfach in den Behälter nachzukippen, aber davon kann ich wie immer nur abraten! Kippt das Ding nicht voll, sondern füllt nur so viel ein, wie ihr braucht. Ist der Behälter leer, macht ihr ihn vor dem Nachfüllen erst einmal fix sauber. Das kostet euch nur wenige Minuten, bringt aber eine volle Hygienepunktzahl.

Milchbehälter mit Schlauch

Ansonsten lassen sich alle wichtigen zu reinigenden Bestandteile der PrimaDonna hervorragend und einfach entnehmen – am besten täglich! Insbesondere der nach vorne entnehmbare Wassertank lässt euch nun keine Ausrede mehr, warum ihr ihn nach dem Tageseinsatz nicht reinigen solltet.

Die Brühgruppe, die Abtropfschale und der Tresterbehälter gehören ebenso zum täglichen Programm und sind hier selbsterklärend ein- und ausbaubar.

Delonghi Primadonna Schale

Übrigens fällt euch spätestens beim Blick in den Tresterbehälter auf, wie schön trocken und kompakt die Kaffeepucks sind. Das ist immer ein Zeichen für eine wohl durchdachte, gut funktionierende Maschine, die Wert auf exzellenten Kaffee legt.

Kaffee Puck aud dem Trester-Behälter

Außerdem könnt ihr davon ausgehen, dass sich so weniger Schmodder in den Schläuchen und Windungen der Maschine absetzt. Das heißt aber nicht, dass ihr hier weniger putzen müsst! Das heißt es nie!

Noch ein Wort zur App

Interessanterweise hat auf der IFA 2018 keiner mehr groß was von seinen Apps gefaselt, die die Vollautomaten-Hersteller noch 2017 wie Sauerbier angepriesen haben. Auch bei DeLonghi fiel das Wörtchen „Coffee Link App“ nur in einem Nebensatz.

Ich glaube, das liegt an einer Erkenntnis, die Saeco schon im vergangenen Jahr gefunden hat und die mir beim Test der DeLonghi PrimaDonna Class ebenfalls deutlich auffiel:

Wenn das Display – wie hier – groß, durchdacht, übersichtlich und selbsterklärend durchs Menü führt, gibt es für die App eigentlich keinen Daseinsgrund mehr. Die Tasse muss ja immer noch per Hand unter den Auslauf geschoben werden.

Sehr großes TFT Display

Darum frage ich mich, warum Apps ausgerechnet bei solchen Maschinen zum Einsatz kommen, wenn sie bei Geräten völlig ohne Display doch besser aufgehoben wären. Warten wir mal ab, was die IFA 2019 dazu sagen wird.

Eine „Technikspielerei“ ist bei der DeLonghi PrimaDonna Class allerdings dumm gelöst:

Wenn Ihr den Hauptstecker zieht bzw. den Hauptschalter ausstellt, dann werden eure mühsam zusammengeklöppelten Benutzerprofile gelöscht.

Das beweist zumindest, dass die Vollautomaten dann doch nicht in den nächsten Jahren eine Maschinenrevolution starten. Sie sind einfach zu blöd.

Die DeLonghi PrimaDonna Class im Fazit

Insgesamt ist der DeLonghi PrimaDonna Class Kaffeevollautomat eine rundum gelungene Angelegenheit. Besonders gut gefallen mir folgende Punkte:

  • Guter Milchschaum, guter Espresso, gute Reinigung
  • Gute Getränketemperatur über 60 Grad Celsius
  • Milchbehälter und Wassertank an der Vorderseite der Maschine
  • Sehr einfach und intuitiv einstell- und bedienbar
  • Sehr laufruhig – ob beim Mahlen, Zubereiten oder Schäumen
  • Mega guter Tassenwärmer (!) – das gab es noch nie!
  • Robuste und durchdachte Fertigung mit Fokus auf relativer Kompaktheit

Barista Arne mit Latte aus dem Primadonna

Der Milchbehälter ist zwar sehr platzsparend, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass er jenes Teil ist, welches bei Putzmuffeln am schnellsten vergammelt. Aber das ist nur ein Detail, dass die Hygienefans unter euch getrost ignorieren können.

Was stört mich? Das hier:

  • Krasse Preisunterschiede zwischen den einzelnen Oberflächenmaterialien
  • Durch den Turbo-Tassenwärmer werden die Bohnen leicht angewärmt
  • Der Wassertank und die Bohnenkammer sind ein wenig zu groß und verführen zum Bevorraten (was wir nicht tun sollten)

Diese drei Faktoren sind aber lässlich genug, sodass ich dem DeLonghi PrimaDonna Class Kaffeevollautomaten eine sehr hohe Punktzahl ausspreche.

Barista Arne und der Delonghi Primadonna

Jetzt seid ihr gefragt: Wie sieht es bei den anderen (aktuellen) DeLonghi PrimaDonna-Modellen aus? Was gibt es da zu wissen, was nervt, was freut? Sind sie besser oder schlechter als mein Eindruck von der Class? Diskutiert mit!

Nicht so schüchtern. Ich freue mich von dir zu hören.

Ich freue mich über deinen Kommentar

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