Jura E8 EB Test 2021: Kaffeevollautomat mit Dauergültigkeit und kleinen Updates

Ich bin Arne Preuß und kämpfe für mehr hochwertigen Kaffee.

Der Jura E8 war der erste Schweizer Vertreter, der meine Meinung über Jura Kaffeevollautomaten geändert hat. Kaffee, Espresso und vor allem der Milchschaum gelangen in dieser Maschine so gut, dass ich fast die fest verbaute Brühgruppe und das hochnäsige Marketing vergessen konnte. Fast.

Der Jura E8 war der erste Schweizer Vertreter, der meine Meinung über Jura Kaffeevollautomaten geändert hat. Kaffee, Espresso und vor allem der Milchschaum gelangen in dieser Maschine so gut, dass ich fast die fest verbaute Brühgruppe und das hochnäsige Marketing vergessen konnte. Fast.

Seitdem sind vier Jahre vergangen und Jura hat seinem „erfolgreichsten Vollautomaten-Modell“ eine neue Geräte-Generation gegönnt.

Das trifft sich: Wir hatten aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen unsere „alte“ E8 entsorgt und daher die Gelegenheit genutzt, uns den „neuen“ Jura E8 EB Vollautomat in Piano Black nochmal mit meinen kräftigen Coffeeness-Kaffeebohnen für Vollautomaten anzuschauen.

Die wichtigste Frage lautet natürlich, ob sich ein Upgrade lohnt, was wirklich neu ist und wie sich das Oberklasse-Modell im Vergleich mit anderen Geräten aus dem Kaffeevollautomaten Test schlägt.

Extrem guter Espresso und Milchschaum

Jura E8 EB

Ein gelungenes und schlaues Gerät mit durchdachtem Reinigungssystem.

Sehr hochwertige Verarbeitung

Toller Espresso und Milchschaum

Intuitive Benutzerführung

In neuer Version noch mehr Einstellmöglichkeiten

Keine zwei Milchgetränke gleichzeitig

Der Jura E8 EB Kaffeevollautomat: Was ist neu?

Kategorie
Eintrag
TestmodellJura E8
Brühgruppe herausnehmbarNein
GehäusematerialAluminium
Verfügbare Farben/DesignsPlatin, Chrom, Schwarz, Weiß, Anthrazit
MilchschaumsystemAutomatisch (Schlauch)
DisplayJa
AppJa
BenutzerprofileJein (individuelle Kaffeerezepte)
Wassertank1,9 l
Minimale Auslaufhöhe6,5 cm
Maximale Auslaufhöhe15,7 cm
MahlwerkKegelmahlwerk Edelstahl
Mahlgrade5 Stufen
Bohnenfach280 g
Elektronisches MahlwerkNein
KaffeepulverfachJa
KannenfunktionNein
Kaffeegetränke auf Knopfdruck17 (Ristretto, Espresso, Kaffee,
Cappuccino, Espresso macchiato,
Latte macchiato, Flat White,
Heißwasser, Milchportion)
Kaffeestärke einstellbarJa (10 Stufen)
Temperatur Kaffee einstellbarJa (3 Stufen)
Temperatur Milchschaum einstellbarNein
2-Tassen-FunktionJa (keine Milchgetränke)
HeißwasserfunktionJa
Heiße-Milch-FunktionJa
Nur Milchschaum beziehenJa
WasserfiltereinsatzJa
Gewicht9,6 kg
Maße (Höhe x Breite x Tiefe)35,1 x 28,0 x 44,6 cm
Extras/SonstigesApp-Anbindung, Tassenbeleuchtung

Wenn wir uns die neueste Auflage der E8-Kaffeemaschine anschauen (Modelljahr 2020), wirkt sie auf den ersten Blick mit den Versionen aus 2018 und 2019 identisch.

Schon aus Gewohnheit habe ich die aktuelle Auflage (mit Zusatz EB) für rund 900 Euro in Piano Black bestellt, ihr erhaltet sie aber auch in Moonlight Silver, Piano White, Chrome und Dark Innox – also der üblichen Jura-Farbpalette. Ich bin gespannt, was der Kaffeevollautomat am Black Friday kostet.

Ich konnte bei den Einstellungen, der Reinigung und beim Zubereiten mit der Neuauflage erst einmal keine Unterschiede feststellen.

Das hat jedoch viele von euch auf den Plan gerufen, die unter meiner Video-Review sehr viele hilfreiche Kommentare und Bewertungen hinterlassen haben. Demnach bringt die Jura E8 EB folgende neue Features mit:

  1. Das Mahlwerk ist mit der Jura S8 und der Jura Z10 baugleich (also den Maschinen der Oberklasse)
  2. Die Brühgruppe ist ebenfalls identisch mit den Oberklasse-Modellen
  3. Ihr könnt alle Kaffeespezialitäten zubereiten, die auch in der Z10 zu haben sind (bis auf den „Cold Brew“)
  4. Brühgruppe und Schläuche werden vorgeheizt, um eine bessere Brühtemperatur der Getränke zu erzielen
  5. Bypass-Wasser: Ihr könnt pro Zubereitung extra Wasser beziehen, das nicht durch die Brühgruppe muss. Dadurch lässt sich hervorragender Americano selbst herstellen.
  6. Das Display hat nochmals ein optisches Upgrade bekommen, die Menüführung wird jetzt stärker von künstlicher Intelligenz unterstützt.
Jura E8 Kaffeevollautomat mit Kaffee

Wenn ich eure Bewertungen so betrachte, scheint vor allem die Bypass-Wasser-Funktion für das größte Aufsehen zu sorgen. Das finde ich interessant, weil ich nicht gedacht hätte, dass dieses Detail den Ausschlag beim Kaffeevollautomaten-Kauf geben könnte.

Für mich ist es wichtig(er), dass sich der Preis für diese Jura-Maschine und das gesamte Funktionsangebot inzwischen besser anfühlt als vor einigen Jahren. Ihr bekommt wirklich etwas geboten und müsst dafür genüsslich unter 1.000 Euro zahlen. Ein super Deal.

Allerdings bleibe ich gleichzeitig dabei, dass es keinen Grund gibt, eure alte E8 gegen eine neue Jura E8 EB einzutauschen. Solltet ihr ein älteres Modell im Supersonderangebot finden, ist auch das eine gute Wahl. Darum führe ich auch noch einmal alle Varianten für euch einzeln auf.

Welchen E8 Kaffeevollautomaten kaufen? Die Versionen im Vergleich

Modelle puzzeln nervt – und das kann sich für die Hersteller rächen. Ist jeder Kaffeevollautomat in zig Versionen erhältlich, sieht keiner mehr durch und entscheidet sich am Ende ganz gegen dieses Gerät.

Als ich meinen ersten Testbericht im Jahr 2017 verfasst habe, gab es den E8 in zwei Modellvarianten, bei denen sich nicht nur die Farbausführungen (Chrom oder Platin) unterschieden. Auch das Milchschaumsystem, die Reinigung und der Preis waren jeweils anders gelagert.

Seitdem gab es mehrfach E8-Neuauflagen, siehe die neueste Generation. Ob sich das Milchsystem, die Funktionen und die Bedienung wirklich dermaßen unterscheiden, können wir diskutieren. In jedem Fall gilt seitdem:

  • Moderneres Display mit breiteren Tasten und individueller Anordnung der Symbole – ab jetzt auch mit „Künstlicher Intelligenz“
  • 17 vorprogrammierte Kaffeesorten (statt „nur“ 15)
  • Einheitliches Milchsystem (Cappuccinatore mit Feinschaumdüse)
  • 3-stufig einstellbare Wassertemperatur (statt nur 2)
  • 10 Einstellungen für die Kaffeestärke (statt „nur“ 8)
  • Anbindung an die App und „Wi-Fi ready“ über separates Smart Connect Modul via Bluetooth
  • Extra Shot Funktion

Das sind ordentliche Verbesserungen, auch wenn keine die essenziellen Fähigkeiten der Maschine verändert. Die bleiben immer gleich – siehe Mahlwerk, One-Touch-Zubereitung oder Filterpatrone und „Intelligent Water System“ für den Wassertank.

Während Jura selbst keine Jahreszahlen zu seinen aktuellen E8 Kaffeevollautomaten angibt, ist das Netz voll mit Maschinen, die euch mit Angaben von 2015 bis 2019 und 2020 durcheinander bringen. Ich richte mich nach diesen Angaben, weil sei euch bei der Onlinesuche praktisch überall vor die Nase gesetzt werden und euch bei der Bewertung helfen können.

 

Dieses Gerät wird von Jura gefeatured und gehört zur aktuellen Generation. Weiß ist normalerweise keine Farbe für Kaffeevollautomaten. Schließlich sieht man darauf jeden kleinen Klecks Kaffee sofort und noch deutlicher als auf anderen Oberflächen. 

Aber Jura ist nach meinem Dafürhalten der einzige Hersteller, der euch diese „abgefahrene“ Farbalternative überhaupt anbietet – und zwar über alle Klassen hinweg. Vielleicht liegt es am relativ geringen Interesse an dieser Nuance, dass ihr diese Variante bereits für rund 950 Euro bei Saturn und Co kaufen könnt.

Ebenfalls aktuell und ebenfalls eine günstigere Farbwahl: Ich bin mir ziemlich sicher, dass Jura die Farbe Schwarz als Plebejer-Look interpretiert. Denn mit rund 880 Euro ist der schwarze E8 günstiger als alle anderen aktuellen Versionen.

Klar, schließlich hat jeder andere Wald- und Wiesenhersteller auch schwarze Geräte im Angebot und alle (brauchbaren) Einsteigerautomaten um 300 Euro sind sowieso kaum in einer anderen Tönung erhältlich. Das mag langweilig sein, aber auf Schwarz sieht man eben auch nicht sofort jeden Kaffeefleck.

Ich glaube, dass dieser glänzend-silbrige Kaffeevollautomat zu den beliebtesten E8-Modellen gehört. Er wird mir nämlich auch dann untergejubelt, wenn ich ihn gerade überhaupt nicht suche. 

Und ja, er spiegelt schön. Aber irgendjemand muss den Mist auch putzen. Darum solltet ihr euch schon fragen, ob er euch zum Beispiel rund 1.070 Euro bei Media Markt wert ist.

Diese Variante scheint zu den „Auslaufmodellen“ der aktuellen Jura E8 EB-Reihe zu gehören, weil sie etwa bei Media Markt nur rund 930 Euro kostet. Bei Otto findet ihr es für rund 1.000 Euro. Ob euch das matte Silber gefällt, entscheidet ihr selbst. Aus technischer Sicht wäre es eines der aktuell besten E8-Schnäppchen.

Sobald ihr den Schwurbelbegriff „Dark Inox“ hört, stecken Jura Kaffeevollautomaten dahinter. Die Farbe könnte man auch als Anthrazit bezeichnen – und sie gehört zweifelsfrei zu den Kundenlieblingen. Wenn ihr darauf setzen wollt, kostet euch das bei Media Markt und Co rund 950 Euro.

Diese etwas ältere Variante in Platin (die übrigens verdächtig nach Moonlight Silver aussieht) scheint ein Schnellschuss gewesen zu sein. Ich finde sie noch für rund 1.000 Euro bei Dritt- und Auslaufhändlern.

Das Besondere an dieser Version war das Touch-Display, das sich jedoch offensichtlich in dieser Reihe nicht durchsetzen konnte. Dafür wurde nämlich an den Kaffeespezialitäten gespart (wer macht denn sowas?!).

Achtung, hierbei handelt es sich um eine „geschrumpfte“ Auflage der aktuellen Serie. Der E 80 hat „nur“ 15 Kaffeespezialitäten, ein buntes Display mit den altbekannten Knubbel-Tasten und lässt euch die Temperatur nur 2-stufig, die Kaffeestärke nur 8-stufig programmieren.

Das sind mehr als ordentliche technische Daten und für sich genommen sind die rund 900 Euro (zum Beispiel bei Otto) in Ordnung.

Schauen wir jedoch auf die „echten“ Kaffeevollautomaten der Serie, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis nur halb so gut. Vor allem, wenn wir bedenken, welchen Imagefaktor Piano Black bei Jura hat.

Dies ist eine ältere (Farb-) Ausführung, die aus schon mehrfach genannten Gründen keine wirkliche Daseinsberechtigung mehr hat und nur noch aus Drittquellen zu beziehen ist. Sparen wir uns also genauso wie alle weiteren Altmodelle!

Auch hierbei handelt es sich um eine ältere Farbausführung, die ich euch nicht empfehlen würde. Sie hat die alte Ausstattung und ruft zudem einen völlig unrealistischen Preis auf. 

Es kann natürlich sein, dass hier irgendwer mit irgendwelchen Zahlen und Farben um sich wirft, die gar nicht von Jura selbst für die Kaffeevollautomaten ausgegeben wurden.

Diesen Kaffeevollautomaten führe ich der Vollständigkeit halber auf, auch wenn er nicht mehr aus seriösen Quellen zu beziehen ist. Die Altersangabe macht deutlich, dass wir es hier noch mit einer der beiden Varianten mit unterschiedlichem Milchschaumsystem zu tun haben. 

Hier wurde sogar noch offiziell mit dem Kategoriename „Impressa“ um sich geworfen, der damals für alle Serien zu gelten schien.

Inbetriebnahme & Gerät einstellen: Anmachen, zubereiten, freuen!

Ob nun Piano Black, Weiß, Chrom oder sonst was: Jura bekommt es wirklich hin, selbst Kunststoff wie ein Edelmetall wirken zu lassen. Der Vollautomat kommt erstklassig verarbeitet aus der Verpackung und sieht – natürlich – superedel und „teuer“ (im besten Sinne) aus.

Selbst an solche Details wie eine wertige Verarbeitung der Klappe am Wassertank denken die Schweizer. Da tut der Preis oft nicht mehr ganz so weh.

Jura E8 Wasserbehaelter

Euren Milchschaum bezieht ihr hier über die sogenannte „Profi-Feinschaumdüse“ (G2) am Milchsystem HP3. Oder simpel: über einen Cappuccinatore-Schlauch. Darauf sitzt übrigens der spezielle Milchauslauf CX3. Diese Elemente könnt ihr bei Bedarf als Ersatzteile günstig kaufen.

Ich sage es schonmal an dieser Stelle: Zwei Tassen gleichzeitig ist damit nicht möglich. Zumindest nicht bei Milchkaffee oder allen anderen Dingen mit Milchschaum. Denn das Cappuccinatore-Prinzip geht hier über einen zweiten Auslauf, der nur eine Düse besitzt.

Davon abgesehen sitzt und blinkt hier alles genau so, wie es soll. Schon beim ersten Einstellen merkt ihr gleich, dass ihr für die Bedienung kein Diplom braucht. Und ich glaube, das „neue“ Bedienkonzept hat dies noch einfacher gemacht.

Display

Das offensichtlichste Upgrade zwischen „alter“ und „neuer“ Version ist das Bedienpanel. Aus den schmalen, erhabenen Knöpfen sind breite, flache Bedienknöpfe geworden, die ihr auch mit wenig genauem Zielen trefft.

Das Display ist jetzt aufgeräumter, intuitiver, heller, bunter und anpassungsfreudiger. Bei solchen Kontrasten erkennt ihr wesentlich besser, wie weit euer Espresso ist oder ob ihr die Extra Shot Funktion verwendet.

Das macht es euch auch leichter, eure Vorlieben für Espresso, Cappuccino und Co einzustellen und zu speichern. Außerdem erkennt der Automat, welche Kaffeespezialitäten euch besonders wichtig sind und stellt sie direkt auf dem Startbildschirm dar.

Ist euch das immer noch zu nervig, könnt ihr es euch mit der Jura App auf der Couch bequem machen und dort alles einstellen. Diese Anbindung bestand in meinem ersten Test noch nicht. Ich finde die App okay, aber nicht allzu überragend. Da ist die Melitta-Variante intuitiver.

Mahlwerk

Auch wenn fünf Stufen auf dem Mahlwerk-Rädchen angezeigt sind, fühlt sich der Vollautomat verdächtig stufenlos an. Das kennen wir bereits von sehr vielen Konkurrenten – und es stört uns natürlich kein bisschen.

Jura E8 Kaffeevollautomat Mahlwerk

Der „Professional Aroma Grinder“ lässt sich nicht wie üblich über ein Rädchen im Bohnenbehälter verstellen, sondern befindet sich unter einer extra Serviceklappe neben dem Fach für Kaffeepulver. Das finde ich elegant gelöst.

Für ein Edelstahl-Mahlwerk ist der E8 angenehm leise, auch wenn er im hauseigenen Lautstärkevergleich zum Beispiel gegen den Jura Z10 verliert.

Aber ihr merkt, wie hochwertig das Gehäuse verarbeitet und wie gut die Teile isoliert sind. Stellt das Mahlwerk eher auf einen mittelfeinen Mahlgrad (2 von 5), damit kommt Jura am besten klar.

Füllmenge, Temperatur & Kaffeestärke

Für Espresso steht euch eine individuelle Füllmengen-Range zwischen 15 und 80 Milliliter zur Verfügung. Außerdem erhaltet ihr bei der neuesten Generation zwei Kaffeestärken-Stufen und eine Temperatur-Stufe mehr.

Mehr Einstellmöglichkeiten sind immer gut, auch wenn es nach meiner Ansicht kaum noch einen Unterschied macht, ob ihr nun achtfach oder zehnfach an der Kaffeepulvermenge drehen könnt. Ich habe mich für Stufe 7 von 10 entschieden.

Ich habe mich mit mir selbst auf ungefähr die Mitte geeinigt und die Füllmenge auf rund 35 Milliliter für den Einzel-Shot Espresso justiert. Die Brühtemperatur für den Espresso habe ich auf Werkseinstellung belassen, beim Kaffee bin ich in Richtung niedrig gegangen.

Die Füllmenge für den Kaffee habe ich unterdessen erneut auf 120 Milliliter gestellt – mein Standard. Wenn ihr etwas an einem grundsätzlichen Rezept ändern wollt, müsst ihr die Taste zum gerade angezeigten Kaffee nur zwei Sekunden gedrückt halten und kommt direkt ins Einstellungsmenü. 

Darum gibt es hier keine Benutzerprofile in dem Sinne – es ist ultraeinfach, die Parameter der Zubereitung vor- und wieder zurückzustellen, zu speichern oder beim nächsten Bezug zurückspringen zu lassen.

Espresso & Kaffee: Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft

Wie wir genau wissen, ist Jura ein Fan behämmerter Marketing-Schwurbeleien. Nichtsdestotrotz muss ich unumwunden zugeben, dass der „Puls-Extraktionsprozess“ (P.E.P.) seinen Job sauber erledigt.

Es handelt sich um ein pulsierendes Verfahren, bei dem das Wasser in Schüben über den Kaffee in der Brühgruppe gegeben wird. Damit wird die generell gröbere Mahlung der Kaffeebohnen im Kaffeevollautomaten etwas ausgeglichen, um einen vollen Espresso zu erhalten, der möglichst nah an den Siebträger herankommt.

Das gelang dem E8 schon in seiner ersten Auflage, das gelingt ihm immer noch. Meine Coffeeness-Bohnen (in der Variante kräftig) werden zu einem vollmundigen, Crema-lastigen Getränk, in dem die Schokolade die Hauptrolle spielt – zusammen mit feinen Nussuntertönen.

Auch wenn ich inzwischen von mehreren Vollautomaten ein solch gutes Ergebnis gewohnt bin, muss ich doch immer noch festhalten, welche Überraschung dieser Geschmack im ersten Testdurchlauf war.

Jura E8 Kaffeevollautomat Crema

Das war auch der Grund, warum ich mein Meinungsruder zu Jura Kaffeevollautomaten herumgerissen habe und sie jetzt in einer Tour für Testsieger bei Geschmack und Extraktion halte.

Der E8 hat zwar noch nicht dieselbe „Erweckungsqualität“ wie der schon erwähnte Z10 oder der Jura Z8. Aber es reichte für einen massiven Bewertungssprung.

Wenn ihr Kaffee wollt, müsst ihr nicht viel mehr machen als für den Espresso. Da die maximale Füllmenge generell niedrig angesetzt ist, darf hier nach den Grundeinstellungen alles so bleiben, wie es ist.

Ich habe für euch nachgemessen: Der Espresso hat eine sehr ordentliche Temperatur von rund 76 Grad Celsius, der Kaffee bringt trotz niedrigerer Einstellung sogar 78 Grad Celsius mit. Der Puls-Extraktionsprozess und das Extraheizen der Bauteile vor dem Bezug bringen also wirklich etwas.

Bester Kaffee für den Jura E8

Coffeeness Kaffee für Vollautomaten Bester Kaffee für den Jura E8

Wir haben einen Kaffee extra für Kaffeevollautomaten entwickelt – auch für alle Getränke aus dem Jura E8. Wir haben getestet: Espresso, schwarzer Kaffee, Cappuccino und Latte Macchiato erhalten eine intensive Schoko-Note. Hier geht es zu unserem Shop.

Auf den Kaffee kommt es an: Kippt ihr oben was Gutes rein, kommt unten was Gutes raus!

Kaffee für Vollautomaten by Coffeeness

Kaffee entwickelt für den Vollautomaten

Bester Kaffee für den Jura E8.

Für Latte Macchiato

Espresso, schwarzer Kaffee

Schokoladig-nussig

Frisch geröstet

Zum Coffeeness Shop

Das sind die richtigen Einstellungen für unseren Kaffee mit dem Jura E8: 

  • Den Mahlgrad auf die nicht ganz feinste Stufe stellen (ca. 2 von 5).
  • Achtung: Bitte immer nur bei laufendem Mahlwerk verstellen!
  • Ihr habt keine Probleme, das Gerät auf 25 ml für einen Single-Espresso zu justieren.
  • Die Kaffeestärke ist Experimentiersache, ihr habt zehnfach Gelegenheit. Fangt mit der goldenen Mitte an.

Milchschaum: Top in der Zubereitung, Verwirrung in der Ausführung

Wenn die Milchschaumdüse wenigstens zwei Tassenbreiten vom üblichen Kaffeeauslauf entfernt ist, heißt das offensichtlich, dass ihr eure Tassen rücken müsst, um Latte oder einen Flat White zu beziehen. Richtig?

Falsch! Zumindest beim E8. Das Milchsystem hat eine Doppelfunktion und lässt auch den Kaffee direkt mit ins Glas. 

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Geht es nur mir so, oder verlangt das ein ziemliches Umdenken? Wir rücken hier vorher und nicht zwischendurch. Ob das nun gut oder schlecht ist, weiß ich nicht. Im neuen Test-Video habe ich in dieser Hinsicht jedenfalls gepennt. Jura-Besitzer sind da geschulter.

Doch es zeigt sich auch im neuen Testdurchlauf, dass der Milchschaum wirklich so großartig und fein wird, wie es die Düsenbezeichnung verspricht. Auch das hat dazu beigetragen, dass Jura zu einer meiner Lieblingsmarken im hochpreisigen Segment geworden ist.

Ich würde sogar behaupten, dass der Milchschaum im aktuellen Piano-Black-E8 noch besser wird als in meinem Vorgänger vor vier Jahren.

Dazu trägt auch bei, dass sich die Maschine einmal mehr mit Liebe zum Detail hervortut. Beim Bezug eines Latte Macchiato wartet der E8 nach der Ausgabe von Milchschaum rund 30 Sekunden, damit sich der Schaum setzen kann. Erst dann kommt der Espresso. Ihr könnt diese Pause sogar einstellen.

Allerdings macht die Einzeldüse auch direkt klar, dass ihr keine zwei Milchgetränke gleichzeitig beziehen könnt. Das finde ich in diesem Preissegment schon wieder ein wenig knauserig. Es wirkt so, als soll diese Bauweise die Kaffeemaschine besonders machen, ohne dass es dafür einen wirklich guten Grund gibt.

Wir sollten auch über die Macke reden, den Bezug von Milchschaum nicht in Milliliter, sondern in Sekunden anzugeben. Darüber rege ich mich inzwischen bei vielen Jura-Vollautomaten auf. Was soll ich mir unter einer Sekunde Milchschaum vorstellen???

Für meinen Test habe ich den Cappuccino erstens auf weniger heiß und zweitens auf rund 20 Sekunden Milchschaum eingestellt.

Beim Latte Macchiato habe ich es mit 38 Sekunden zunächst übertrieben, bis ich bei 28 Sekunden gerade noch genug Tassenhöhe für den Espresso übrig hatte. Aber ich kann euch immer noch nicht sagen, was das in Mengen heißt.

Die Temperaturen waren mit 63 Grad Celsius für den Cappuccino und 66 Grad Celsius für den Latte übrigens alles andere als zu kalt – ähnlich wie beim schwarzen Kaffee.

Reinigung: Die richtigen Faktoren im Blick

Zumindest bei der Reinigung stört der Abstand zwischen Kaffeeauslauf und Milch-Latte-Auslauf überhaupt nicht mehr. Denn Jura hält im Lieferumfang einen speziellen Doppelbehälter bereit, den ihr bequem auf die Abtropfschale und passgenau unter beide Düsen stellen könnt.

Jura E8 Doppelbehaelter

Dieser Becher kommt euch nicht nur beim Reinigen, sondern auch beim Entkalken und jeder größeren Wartungsaktion zugute.

Diese erledigt ihr entweder automatisch oder per Knopfdruck – und auf jeden Fall gründlich. Wenn ihr dem E8 nicht Einhalt gebietet bzw. andere Intervalle programmiert, spült er sich dumm und dusselig.

Da ihr den Wassertank nebst Wasserfilter easy nach vorne entnehmen könnt, ist das nicht weiter tragisch. Nur die Abtropfschale wird etwas schneller voll. Aber wir wissen, warum Jura so akribisch spült: Die fest verbaute Brühgruppe muss irgendwie geputzt werden.

Wie ich schon in vielen anderen Tests festgehalten habe, jammer ich nicht mehr diffus über mögliche Probleme wie Schimmel und Bakterien, sondern schaue einfach selbst nach: 

In rund einem Jahr werde ich die Jura A1 komplett auseinanderbauen, die ich derzeit praktisch täglich zu Testzwecken benutze, nach Bedienungsanleitung reinige und mit empfohlenem Wasserfilter und Reinigungstabletten pflege.

Dann sehen wir, ob Jura (und Krups) mit seiner Herangehensweise ans Bauen und Reinigen recht behalten wird. Bis dahin vertrauen wir dem Hersteller in Sachen Reinigung und freuen uns darüber, dass alles so gut funktioniert.

Falls es euch übrigens interessiert: Die gründliche Reinigung (nach ungefähr 80 Getränken) dauert rund 20 Minuten ohne Abkürzungen, für das Entkalken solltet ihr rund 40 Minuten einplanen.

Hier habe ich bereits den Schritt einkalkuliert, dass ihr die Schaumdüse feinteilig zerlegen und sehr ordentlich von Hand reinigen könnt.

Fazit zum Jura E8 EB Kaffeevollautomat: Schnäppchen mit Luxus-Appeal

Wenn wir Jura Kaffeevollautomaten ein Schnäppchen nennen, geschieht das meist mit ein bisschen Ironie. Auch wenn Geräte wie der Jura E8 im Preisvergleich günstiger werden, bleiben sie doch eine Oberklasse-Anschaffung.

Extrem guter Espresso und Milchschaum

Jura E8 EB

Ein gelungenes und schlaues Gerät mit durchdachtem Reinigungssystem.

Sehr hochwertige Verarbeitung

Toller Espresso und Milchschaum

Intuitive Benutzerführung

In neuer Version noch mehr Einstellmöglichkeiten

Keine zwei Milchgetränke gleichzeitig

Dennoch muss ich sagen, dass die Angebote zum aktuellen Jura E8 EB immer attraktiver werden und die Ironie schwindet. Während ich für andere Marken und Geräte im Kaffeevollautomaten Test oft dazu rate, euch die älteren Ausgaben anzuschauen, rate ich beim E8 unbedingt zu einem Modell von 2019 oder 2020.

Auch wenn die Upgrades am Ende nur mäßig ins Gewicht fallen, sind sie entscheidende Komponenten, die den Preis verträglicher, die Maschine moderner und die Zubereitung noch besser machen. Haben oder nicht haben? Hier heißt es eindeutig haben!

Davon abgesehen wird dieser Kaffeevollautomat zu Recht so hochgelobt. Ich stimme sogar mal mit der Stiftung Warentest (von 2016) überein. 

Er unterstreicht Juras Bekenntnis zu exzellentem Kaffee, Cappuccino und Co, hat ausreichendes Zubehör und nimmt das System Kaffee auf Knopfdruck mit einer sehr intuitiven Bedienung ernst.

Meine Empfehlung erhält dieser Kaffeevollautomat auch weiterhin. Und eure? Eure Erfahrungen mit diesem „Klassiker“ helfen allen weiter – hinterlasst gern weiter fleißige Kommentare!

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