Gaggia Accademia Test 2022: Ein Kaffeevollautomat-Klassiker mit Update-Bonus

Ich bin Arne Preuß und kämpfe für mehr hochwertigen Kaffee.

Geht es um Kaffee, gehöre ich zu den Schnellmerkern. Normalerweise. Ihr habt euch deswegen zu Recht beschwert, dass die italienische Marke Gaggia bislang keine Rolle in meinem Kaffeevollautomat Test spielte. 

Geht es um Kaffee, gehöre ich zu den Schnellmerkern. Normalerweise. Ihr habt euch deswegen zu Recht beschwert, dass die italienische Marke Gaggia bislang keine Rolle in meinem Kaffeevollautomat Test spielte. 

Kann es wirklich sein, dass ein Kaffeevollautomat wie der Gaggia Accademia schon seit 2010 auf dem Markt ist und meine Kaffeeküche noch nie von innen gesehen hat? 

Nachdem das Premium-Gerät nun auch noch ein sehenswertes Update bekommen hat, gibt’s für mich keine Ausreden mehr. Bevor ich mich jedoch im Praxistest an die Espressotassen wage, schaue ich mir schonmal für euch an, was der Accademia in Sachen Ausstattung und Einstellmöglichkeiten drauf hat.

Was ich außerdem spannend an der Maschine finde: Mit einem UVP von rund 1.800 Euro schließt der Gaggia eine Lücke in der Preisklasse zwischen 1.000 und 2.000 Euro, in der meiner Meinung nach bisher nicht viel passierte. Muss ich meine Meinung revidieren? 

Überblick: Mit Design-Können & Material-Auswahl in die Oberklasse

Bis jetzt waren alle Gaggia Kaffeevollautomaten in meinem Test eher ein klassisch-moderner Stilmix. Auch den Accademia kannte ich mit dem typischen, funktional durchdachten, aber leicht antiquiert wirkenden Display inklusive Tasten. Mit dem neuen Modell hat sich das grundlegend geändert! 

Aus dem Karton schaut mir eine Version entgegen, die eher nach James Bond als nach Kaffeekränzchen bei Tante Emma aussieht.

Mit dem Accademia katapultiert sich Gaggia optisch in die Oberklasse:

  • Edelstahlfront mit schwarzer, verspiegelter Glas-Optik
  • Abtropfblech & Edelstahl-Gehäuse mit Anti-Touch-Beschichtung
  • 5-Zoll-Farbdisplay inklusive Touch-Funktion & Rotary-Knopf

Richtig fancy wird es dann noch dank der roten „Signature-Line“. Vielleicht ein Detail, dass kein Mensch wirklich braucht, aber mir als Benutzer trotzdem ein bewunderndes „Hah“ entlockt.

Auch wenn Gaggia für Qualität steht, brauchen auch diese Vollautomaten hin und wieder mal Hilfe vom Kundendienst. Zeigt euer Gaggia Fehler wie z.B. „E05“ an, dann könnt ihr in Deutschland die LEITE GmbH kontaktieren.

Funktionen & Einstellungen: Premium-Ausstattung trifft individuellen Caffè

Wenn ich ein Premium-Gerät teste, dann setze ich Features wie ein Mahlwerk aus Keramik und zahlreiche Einstellmöglichkeiten für verschiedene Kaffeespezialitäten voraus. Der Gaggia Accademia hat in dieser Hinsicht einige Funktionen zu bieten, die ich auch schon von anderen Gaggia-Modellen kenne: 

  • Optiaroma für Espresso (Pulvermenge in 5 Stufen variierbar)
  • Keramikmahlwerk inkl. 8 Mahlgrad-Stufen
  • Automatische Reinigung 
  • Herausnehmbare Brühgruppe
  • Standby-Abschaltautomatik
  • Bohnenbehälter (350 Gramm) & Wassertank (1,6 Liter)

Dazu kommt noch ein aktiver Tassenwärmer, der sogar mit einem Timer ausgestattet ist, sodass euch morgens warme Tassen erwarten.

Die Frage, die euch und mich aber eigentlich interessiert, ist doch: Welche Kaffee-Getränke könnt ihr damit zubereiten? An dieser Stelle wird das Update des Gaggia Accademia besonders deutlich. 

Das ursprüngliche Gerät konnte nur sieben Varianten auf Knopfdruck zubereiten – und damit weniger als z.B. der günstigere Gaggia Cadorna Prestige! Aber der Hersteller hat nachgelegt, sodass euch jetzt ganze 19 Optionen zur Verfügung stehen:

 

Espresso, Espresso Lungo, Ristretto, Caffè, Americano

Cortado, Macchiatone, Melange, Cappuccino normal & XL, Flat White, Café au Lait, Caffélatte, Latte Macchiato, Latte Caldo

Heißwasser mit 80°C (für grünen Tee) & 90°C (für schwarzen Tee), heiße Milch, Milchschaum

Bei der Menüauswahl stellt sich mir die Frage: Brauche ich das alles? Woran erkenne ich in der Tasse den Unterschied zwischen einem Melange und einem Cappuccino? Ich bin gespannt darauf, wie das Unternehmen die einzelnen Programmpunkte in der Praxis umsetzt. 

Spannend wird auch, wie der Gaggia Accademia die Kaffeearomen aus meinen Kaffeebohnen für Vollautomaten extrahiert. In jedem Fall haben die Italiener dafür gesorgt, dass ihr euren Kaffee bis auf den einzelnen Tropfen personalisieren und die Getränke in vier Nutzerprofilen speichern könnt:

  • Espresso Plus System (Aroma, Körper & Crema einstellen)
  • Temperatur in 3 Stufen einstellbar
  • Variierbare Menge für Kaffee & Milch
  • Vorbrühfunktion in 3 Stufen einzustellen
  • Milchschaum in 4 Stufen variieren

Milchschaum: Integrierter Milchbehälter & manueller Milchaufschäumer

So individuell wie die Getränke-Auswahl beim Gaggia Accademia ist auch die Milchzubereitung. Die meisten Kaffeeautomaten kommen entweder ganz ohne, mit einer Schaumlanze oder einem Milchsystem daher. Der Accademia bietet euch direkt beides auf einmal! 

So könnt ihr es euch zu Hause entweder bequem machen oder selbst ein bisschen Barista spielen. Schauen wir uns die schaumigen Optionen nochmal im Detail an:

 

Im Zubehör des Accademia findet ihr einen 600-Milliliter-Milchbehälter, den ihr schlauchlos in das Gerät einsetzen könnt. Damit setzt Gaggia auf das gleiche Milchsystem wie auch der Philips LatteGo oder der Saeco Picobarista. Was mich nicht wundert, da Gaggia schließlich zu Saeco und diese Marke wiederum zu Philips gehört. Praktisch ist und bleibt das ganze trotzdem, da ihr den Behälter z.B. einfach in den Kühlschrank stellen könnt.

Laut Mauricio taugt ein Latte Macchiato aus dem Kaffeeautomaten nur dann was, wenn er eine Schaumhaube von mindestens drei Fingern Höhe produziert. Der Accademia lässt euch allerdings ganz einfach die Wahl, sodass ihr aus vier Stufen selbst auswählen könnt, wie viel Milchschaum ihr wollt.

Wollt ihr euch an Latte-Art probieren, könnt ihr auch ganz auf die automatischen Schaum-Optionen verzichten und Milch einfach selbst via Dampflanze aufschäumen.

Ein weiteres praktisches Milch-Feature ist das Schnell-Spülprogramm auf Knopfdruck. Laut Gaggia könnt ihr damit das Milchsystem nach jedem Getränk zwischen reinigen, ohne den Milchbehälter zu entfernen. Ich bin gespannt, wie sich das Feature in der Praxis macht.

Im Vergleich: Welche Gaggia ist die Beste?

Ein Funfact für alle Kaffee-Nerds unter euch: Gaggia hat in den 30er Jahren das Prinzip der modernen Espresso-Maschine erfunden! Seitdem haben die Italiener sich nicht mit neuen Modellen zurückgehalten, sodass das Sortiment relativ umfangreich ist.

Zum Glück hat die Marke dabei auf verständlichere Modellbezeichnungen gesetzt, als ihre Nachbarn aus Treviso – die DeLonghi Kaffeevollautomaten sind schließlich berühmt für ihre kryptischen Gerätenummern.

Welcher Gaggia jedoch der beste ist, ist meiner Meinung nach nicht die richtige Frage. Stattdessen solltet ihr überlegen, welcher der richtige für eure Ansprüche ist. Seit ihr euch beim Accademia noch nicht ganz sicher, zeige ich euch ein paar Modelle im Vergleich.

Gaggia Babila

Gaggia Babila Uebersicht mit Arne

Vom Edelstahl-Gehäuse bis zum Espresso Plus System und Milchsystem plus Milchlanze haben der Accademia und der Gaggia Babila viele gleiche Features zu bieten. Das Display kann allerdings nicht mit dem neuen Modell mithalten und insgesamt habt ihr acht Getränke weniger zur Auswahl. 

Gaggia Classic

Gaggia Classic

Die Gaggia New Classic ist eine klassische Siebträgermaschine mit Dampflanze.

Gaggia Brera

Als Espresso-Fans könnt ihr das Milchsystem auch weglassen und einen Blick auf den Gaggia Naviglio oder den Gaggia Brera werfen. Beide haben einen Pannarello mit Dampffunktion. Während der Naviglio eine (hochwertige) Plastikbude ist, setzt der Brera auf Edelstahl.

Gaggia Cadorna Plus

Gaggia Cadorna Prestige Ueberblick mit Arne

Die Cadorna-Linie von Gaggia steht für Mittelklasse-Vollautomaten, die sich – je nach Ausstattung – in Richtung Oberklasse orientieren. Alle Modelle setzen auf ein TFT-Farbdisplay mit Drucktasten und haben ganze zehn Mahlgrad-Einstellungen zu bieten. 

Während der Cadorna Plus nur bis zu sechs Getränke in petto hat, kommt der Gaggia Cadorna Prestige im Test auf bis zu zwölf Varianten. Alles weniger luxuriös als der Accademia, dafür sind die Vollautomaten aber auch im Preis günstiger.

Gaggia Magenta Prestige

Gaggia Magenta Milk

Mit den Magenta-Automaten positioniert sich Gaggia sowohl vom Preis als auch der Ausstattung her ganz klar in der Mittelklasse. Während der Gaggia Magenta Milk im Test seine Qualitäten als solider Vollautomat für Cappuccino-Einsteiger beweist, geht der Magenta Prestige noch einen Schritt weiter.

Das Modell hat genauso wie der Accademia eine integrierte Milchkaraffe und bietet bis zu 12 Getränke-Optionen. Bei allen Magenta-Automaten setzt Gaggia ebenfalls auf ein modernes Touch-Display. 

Sucht ihr die goldene Mitte zwischen Magenta und Cadorna Prestige? Dann orientiert euch in Richtung Gaggia Anima Prestige. Das Modell ist ein guter Kompromiss zwischen den beiden Produktlinien und erst seit kurzem auf dem europäischen Markt erhältlich.

Fazit: Ein Vollautomat mit fancy Features im Innovations-Modus

Wenn eine hohe Funktionalität und qualitative Verarbeitung ein echtes Update bekommen, dann kann dabei eigentlich nur was Gutes herauskommen. Ob der Gaggia Accademia seine Qualitäten am Kaffeeauslauf beweist, wird sich in meinem Praxistest zeigen.

Wie auch bei allen anderes Gaggia-Geräten bin ich besonders gespannt darauf, ob der Accademia seinen UVP von rund 1.800 Euro bei Händlern wie Amazon im Preis-Leistungs-Verhältnis rechtfertigen kann.

Vor allem, wenn es an den Milchschaum geht, muss sich der Accademia mit wesentlich günstigeren Modellen wie dem Philips LatteGo 3200 aus meinem Kaffeevollautomat Test 2022 messen – schließlich sind die Milchsysteme quasi Geschwister. Wer das Rennen gewinnt, verrate ich euch in Kürze!

Hattet ihr schon Gelegenheit, den neuen Gaggia Accademia zu testen? Verratet mir in den Kommentaren, was euch an dem Modell besonders interessiert!

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