Siemens EQ.700 Integral Test 2021: Neuer Kaffeevollautomat in der Tradition des Siemens EQ.6

Ich bin Arne Preuß und kämpfe für mehr hochwertigen Kaffee.

Nachdem wir uns eine lange mit immer denselben Siemens Kaffeevollautomaten langweilen mussten, hat der Münchner Konzern pünktlich zum Beginn des aktuellen Weihnachtsgeschäfts ein brandneues Gerät auf den Markt geworfen.

Nachdem wir uns eine lange mit immer denselben Siemens Kaffeevollautomaten langweilen mussten, hat der Münchner Konzern pünktlich zum Beginn des aktuellen Weihnachtsgeschäfts ein brandneues Gerät auf den Markt geworfen.

Der Siemens EQ.700 integral etabliert sich schon auf den ersten Blick als Zwischenserie zwischen dem Siemens EQ.6 und dem Siemens EQ. 9. Nur eben in modern. Die Aktualisierungen sind ebenso deutlich und schlagen sich auch im Geschmack eurer Getränke nieder.

Zum Zeitpunkt dieses Testberichts könnt ihr ihn auf Amazon für knapp 1.900 Euro kaufen – was für dieses Gerät definitiv nicht günstig oder angemessen ist. Im Vergleich zu anderen Maschinen aus meinem Kaffeevollautomaten Test halte ich eher um die 1.300 Euro für realistisch.

Doch generell bekommt ihr dank hochwertiger Verarbeitung und einem sehr gut bedienbaren Full-Touch-Display Espresso, Cappuccino und Latte Macchiato mit schönem Aroma, einer tollen Crema und angenehmer Sämigkeit. Meine Kaffeebohnen für Vollautomaten helfen natürlich auch.

Der Siemens EQ.700 im Überblick: Die Top-Marke bleibt sich treu

KategorieEintrag
TestmodellSiemens EQ.700 Integral
Brühgruppe herausnehmbarJa
GehäusematerialEdelstahl
Verfügbare Farben/DesignsEdelstahl, Schwarz
MilchschaumsystemAutomatisch (Integriert)
DisplayJa
AppJa
BenutzerprofilJa (bis 30 Profile)
Wassertank2,4 l
Minimale Auslaufhöhe-
Maximale Auslaufhöhe14,0 cm
MahlwerkScheibenmahlwerk Keramik
MahlgradeStufenlos
Bohnenfach350 g
Elektronisches MahlwerkNein
KaffeepulverfachNein
KannenfunktionNein
Kaffeegetränke auf KnopfdruckBis zu 30 Getränke
Kaffeestärke einstellbarJa (3 Stufen)
Temperatur Kaffee einstellbarJa
Temperatur Milchschaum einstellbarNein
2-Tassen-FunktionJa
HeißwasserfunktionJa
Heiße-Milch-FunktionJa
Nur Milchschaum beziehenNein
WasserfiltereinsatzJa
Lautstärke (selbst gemessen)-
Gewicht10,6 kg
Maße (Höhe x Breite x Tiefe)38,0 x 35,2 x 46,7 cm

Vom Keramikmahlwerk bis zum generellen Edelstahl-Look aus Kunststoff steht der EQ.700 ohne Abstriche in der Tradition von Siemens EQ.6 und EQ.9. Allerdings erkennen wir gerade am 5 Zoll (ca. 13 cm) TFT-Farbdisplay mit Touch- und Slide-Funktion (Coffeeselect Display) sofort, dass sich der EQ.700 als modernster Kaffeevollautomat des Konzerns positionieren will. 

Wie auch den anderen EQs lässt es sich Siemens nicht nehmen, euch direkt mit verschiedenen Kaffeevollautomaten-Varianten zu verwirren, die sich in Kleinigkeiten unterscheiden. Neben den Feinheiten gibt es jedoch zwei klar abgrenzbare Versionen:

  • Der Siemens EQ.700 classic besitzt einen Cappuccinatore 
  • Der EQ.700 integral besitzt einen integrierten Milchbehälter (von uns getestet)
Siemens EQ.700 Arne schaut kritisch dem Milchbezug zu

Darüber hinaus bietet euch die Seriennummer TQ707DF5 (integral in Dark Inox) die von Siemens bekannten extraKlasse-Features, die in diesem Fall auf drei Zusatzfunktionen hinauslaufen:

  • Aktive Tassenvorwärmung
  • Kannenfunktion
  • Extra Adapter für den Bezug von Milch direkt aus dem Karton

Dieses Trio ist nicht lebensnotwendig, aber beliebt. Der UVP von fast 2.000 Euro für einen Siemens EQ.700 Extraklasse ist momentan identisch mit der klassenlosen Variante im Edelstahl-Look (TQ707D03). Für die abgespeckte Version mit Schlauch (TP707D06) werden rund 1.700 Euro aufgerufen.

Das ist eine Hausnummer, die zumindest in Sachen Funktionsumfang gerechtfertigt wirkt: 

  • 30 vorprogrammierte Kaffeespezialitäten (Maschine plus Home Connect App mit Siemens Coffeeworld)
  • 30 individuelle Nutzerprofile
  • AromaDouble Shot: zwei Portionen Bohnen für starke Kaffee-Einstellungen
  • AromaSelect: drei Aroma-Profile (mild, ausgewogen, markant)
  • Milchmenge einstellbar (nicht stufenlos)
  • Mahlwerk aus Keramik (Mahlgrad stufenlos)
  • Reihenfolge Milch und Kaffee einstellbar
  • One-Touch-DoubleCup für zwei Tassen gleichzeitig
  • Pause zwischen Milchschaum und Kaffee bei Latte Macchiato einstellbar

Ein Pulverfach für gemahlenen Kaffee gibt es nicht (Bravo!), dafür einen seitlich installierten Wassertank. Dieser ist geeignet für Brita und bringt den passenden Brita Intenza Wasserfilter gleich mit.

Trotz Top-Features ist dieser Kaffeevollautomat für meinen Geschmack dennoch zu teuer. Schon allein aufgrund der Tatsache, dass er außen nur nach Edelstahl aussieht und zum Beispiel kein elektronisches Mahlwerk besitzt, wie wir es etwa beim DeLonghi PrimaDonna Soul für nur rund 1.300 Euro erhalten.

EQ.700 einstellen: Modernes One-Touch-Prinzip mit Einschränkungen

An vielen Stellen wird deutlich, dass sich Siemens nicht ausschließlich mit Kaffee beschäftigt, sondern im ganzen Haushalt vertreten sein will. Bei den Einstellungen zeigt sich der EQ.700 nämlich wesentlich „querschnittiger“ als manch anderer Vollautomat.

Sowohl in der App als auch am Display habt ihr für alle Kaffee- und Milchspezialitäten nur eine begrenzte Auswahl in Sachen Füllmenge, Brühtemperatur, Kaffeestärke usw. Beim Espresso sind etwa nur 35, 40 oder 50 Milliliter möglich, beim Kaffee geht es in 20er-Schritten von 80 bis 140 Milliliter.

Siemens EQ.700 Display Espresso einstellen

Mit der Aroma-Funktion (mild, ausgewogen, kräftig) ist die automatische Kaffeepulvermenge pro Bezug gemeint, die sich – nicht nur bei dieser Kaffeemaschine – jedoch noch nie wirklich profilieren konnte. Ausgewogen ist als goldene Mitte eigentlich immer die beste Wahl.

Das Mahlwerk lässt sich stufenlos austarieren. Wie es sich für einen hochwertigen Kaffeevollautomaten gehört, hat auch der EQ.700 keine Schwierigkeiten mit der feinsten Stufe.

Die interessanteste Frage bei der Marke Siemens ist natürlich, wie laut oder leise die Keramikscheibe rotiert. Auch in dieser Hinsicht ist der EQ.700 perfekt in seiner Serienfolge positioniert: Er ist etwas leiser als der Siemens EQ.6 Series 700 oder der Klassiker Siemens EQ.6 plus, jedoch noch längst nicht so Testsieger-mäßig leise wie der Siemens EQ.9.

Wichtig ist außerdem, dass ihr von der Responsivität des viel beworbenen Displays nicht allzu viel erwartet. Vom leichten Touch & Slide eines Smartphones ist auch dieser neue Kaffeeautomat weit entfernt. Bequemer als mit Knöpfchen und klassischem Stellrad ist die Bedienung trotzdem.

Espresso, Kaffee & Milchschaum: Durchdachter Brühvorgang, schöne Ergebnisse in der Tasse

Mit der Latte-Reihenfolge und der (begrenzt) einstellbaren Menge an Espresso, Milch und Milchschaum habt ihr viele Möglichkeiten, individuelle Getränke zu bauen. Auch an der letztendlichen Qualität in der Tasse gibt es an keiner Stelle etwas zu meckern.

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Obwohl die Schaummenge im Vergleich zu anderen Kaffeevollautomaten für Latte Macchiato ein wenig übersichtlicher ist, sind Konsistenz und Cremigkeit wirklich erstklassig. Der „klassische“ Espresso (aus meinen helleren Bohnen) hat eine klar schokoladige Note.

Allerdings habe ich bei dieser Maschine festgestellt, dass ihr mit meinen kräftig gerösteten Kaffeebohnen geschmacklich besser unterwegs sein dürftet. Dann passt das Kaffee-Milch-Verhältnis besser.

Haben andere Siemens Kaffeevollautomaten in der Vergangenheit immer wieder mit zu kalten Getränken für Ärger gesorgt, dürftet ihr diese Probleme bei der Neuauflage nicht mehr haben. Schon gar nicht, wenn ihr die Tassenheizung nutzt.

Bester Kaffee für den Siemens EQ.700

Coffeeness Kaffee für Vollautomaten Bester Kaffee für den Siemens EQ.700

Wir haben einen Kaffee extra für Kaffeevollautomaten entwickelt – auch für alle Getränke aus dem Siemens EQ.700. Wir haben getestet: Espresso, schwarzer Kaffee und Cappuccino erhalten eine dichte Schoko-Note. Hier geht es zu unserem Shop.

Auf den Kaffee kommt es an: Kippt ihr oben was Gutes rein, kommt unten was Gutes raus!

Kaffee für Vollautomaten by Coffeeness

Kaffee entwickelt für den Vollautomaten

Bester Kaffee für den Siemens EQ.700.

Für Latte Macchiato

Espresso, schwarzer Kaffee

Schokoladig-nussig

Frisch geröstet

Zum Coffeeness Shop

Das sind die richtigen Einstellungen für unseren Kaffee mit dem Siemens EQ.700: 

  • Stellt das Mahlwerk auf die feinste Stufe
  • Achtung: Bitte immer nur bei laufendem Mahlwerk verstellen
  • Bezieht einen Espresso mit 40 ml, einen Kaffee mit 120 ml
  • Stellt die Kaffeestärke auf Ausgewogen

Reinigung: Automatisch überzeugend, manuell mitgedacht

Der seitlich montierte Wassertank mit integriertem Wasserfilter ist für mich eines jener Features, an denen sich echtes Mitdenken ablesen lässt. Darüber hinaus könnt ihr sogar den Deckel komplett abnehmen, um den Wassertank bequemer zu reinigen und zu befüllen.

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Ansonsten bietet die Maschine wenig (automatische) Neuerungen – das hat Siemens bei der Reinigung sowieso nicht nötig. Verlasst euch auf Funktionen wie die Dampfreinigung von Kaffeeauslauf und Milchdüse (Automilk-Clean), benutzt die automatische Spülung nach jedem Bezug und hört auf das, was euch die Anzeigen in Sachen Reinigung befehlen.

Ein eingesauter Kaffeevollautomat von Siemens ist eigentlich unmöglich. Es sei denn, ihr vergesst, regelmäßig die Brühgruppe zu entnehmen und ignoriert alles, was ich euch seit Jahren predige.

Der Siemens EQ.700 Kaffeevollautomat: Keine Offenbarung, aber schön modern

Ist der Siemens EQ.700 integral Kaffeevollautomat wirklich neu oder nicht? Ja, er ist neu.

Vor allem bei der Bedienung und dem Funktionsumfang bringt er frischen Wind ins Universum der Siemens Kaffeevollautomaten. Auch Kaffee und Schaum wirken zeitgemäßer und geschmacklich überzeugender als vieles aus einem Siemens EQ.6 und manches aus dem Siemens EQ.9.

Sind das schlagende Argumente für den Kauf? Ja und Nein.

Wenn euch der 700er anspricht, solltet ihr noch etwas warten. Der aktuelle Preis bei Amazon und sonst wo ist einfach zu hoch. Zumal es die anderen Siemens-Geräte inzwischen sehr günstig gibt – was sie natürlich nicht schlechter macht.

Auch im Vergleich mit anderen Geräten im Kaffeevollautomaten Test sticht der neue Siemens-Wurf vorrangig wegen des Preises heraus. Eine Offenbarung ist er nicht. Aber damit hatte die Marke sowieso noch nie was am Hut. 

Wie seht ihr das?

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