DeLonghi PrimaDonna Soul Kaffeevollautomat: Realitätscheck für die Oberklasse

Ich bin Arne Preuß und kämpfe für mehr hochwertigen Kaffee.

Ich erzähle euch nichts Neues: Aus gegebenen Gründen mussten wir uns den üblichen IFA-Messezirkus in diesem Jahr abschminken. Das heißt aber nicht, dass die geplanten Neuvorstellungen in Sachen Kaffeevollautomaten und Kaffee ebenfalls ins Wasser fallen mussten.

DeLonghi PrimaDonna Soul

Ich erzähle euch nichts Neues: Aus gegebenen Gründen mussten wir uns den üblichen IFA-Messezirkus in diesem Jahr abschminken. Das heißt aber nicht, dass die geplanten Neuvorstellungen in Sachen Kaffeevollautomaten und Kaffee ebenfalls ins Wasser fallen mussten.

DeLonghi lud mich jüngst zur digitalen „Küchenparty“ und stellte bei Kaffee und Cremant die neue PrimaDonna Soul vor – ein Kaffeevollautomat der Oberklasse, der die PrimaDonna-Serie um vier Varianten ergänzen soll.

Kurze Einordnung: DeLonghi PrimaDonna Kaffeevollautomaten sind sehr hochwertig, für ihre Klasse angenehm kompakt, einfach zu bedienen und leise. Espresso und Milchschaum sind tatsächlich erste Sahne und reichen nahe an Ergebnisse aus unserem Espressomaschinen-Test 2021 heran.

Doch es gibt bereits zehn Kaffeevollautomaten unter dem PrimaDonna-Label. Darum dürfen wir fragen, was die neue „Soul-Machine“ dermaßen besonders macht, dass gleich eine virtuelle Küchenparty geschmissen wird.

In meinem Test hat sich herausgestellt, dass eine Party vielleicht etwas übertrieben war. Doch die Soul ergibt als neueste Ergänzung zu Automatenreihe und Marke mehr als Sinn. Sie bringt nämlich die wichtigsten Features der (zurecht) gehypten DeLonghi Maestosa auf den Boden der (Preis-) Tatsachen.

Die gesparten Euros würde ich in anständige Kaffeebohnen anlegen. Denn auch die tollsten Luxusmodelle können aus „Abfall“ kein Edelgetränk zaubern. In Vollautomaten funktionieren schonende, dunkle Röstungen mit kräftigen Aromen sehr gut.

Darum habe ich meinen eigenen Coffeeness-Kaffee mit Schoko-Karamell-Note kreiert, die sich in den Maschinen voll entfaltet. Die optimalen Soul-Einstellungen für die fair gehandelte Bohne vom Farmer aus Brasilien habe ich euch aufgeschrieben.

Einen ersten audiovisuellen Überblick verschafft ihr euch am besten in meinem YouTube-Kanal und mit dem „Übersichtsvideo“ zum PrimaDonna Soul Kaffeeautomat.

Erster Eindruck & Preisvergleich: Wie PrimaDonna ist die Soul?

Wenn sich die Marketingabteilung dafür entschuldigt, dass die neue Kaffeemaschine mal wieder eine komische Typenbezeichnung trägt, ist eigentlich alles zum Thema Kundenverwirrung gesagt.

DeLonghi ist totaler Fan davon, seine Modellreihen vollzurümpeln. Und ich glaube, die PrimaDonna-Serie ist hier am schlimmsten unterwegs. Es gibt die PrimaDonna S Evo und die ECAM 656.55.MS PrimaDonna Elite. Dazwischen tummeln sich die PrimaDonna Deluxe oder die PrimaDonna 6900 …

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Die taufrische PrimaDonna Soul reiht sich jedoch nicht einfach nahtlos in dieses Durcheinander ein – auch wenn sie ab Ende September gleich in vier Varianten auf dem Markt ist. Diese vier Modelle, von denen ich die ECAM 610.55.SB am Wickel hatte, schlagen vielmehr eine Brücke.

KategorieEintrag
TestmodellDeLonghi PrimaDonna Soul
Brühgruppe herausnehmbarJa
GehäusematerialKunststoff/Edelstahl matt
Verfügbare Farben/DesignsSilber/Schwarz
MilchschaumsystemAutomatisch (LatteCrema System)
DisplayJa (Touch)
AppJa
BenutzerprofileJa (4 Profile)
Wassertank2,2 l
Maximale Auslaufhöhe14,0 cm
MahlwerkScheibenmahlwerk Edelstahl
MahlgradeStufenlos (+ Adaptiv)
Bohnenfach500 g
Elektronisches MahlwerkJa
KaffeepulverfachJa
KannenfunktionJa
Kaffeegetränke auf Knopfdruck18
Kaffeestärke einstellbarJa (5 Stufen)
Temperatur Kaffee einstellbarJa (4 Stufen)
Temperatur Milchschaum einstellbarNein
2-Tassen-FunktionJa (keine Milchgetränke)
HeißwasserfunktionJa
Heiße-Milch-FunktionJa
Nur Milchschaum beziehenJa
WasserfiltereinsatzJa (wird mitgeliefert)
Lautstärke (selbst gemessen)72,8 dB
Gewicht12,2 kg
Maße (Höhe x Breite x Tiefe)39,0 x 26,2 x 48,5 cm
Extras/SonstigesLong Coffee

Im Herzen besitzen sie die gleichen Features wie alle anderen PrimaDonna-Automaten:

  • Sehr großes Angebot an Einstellungen und Funktionen
  • Einstellbares „LatteCrema“-System für Milchschaum
  • Sleeker, hochwertiger Look – allerdings mit recht viel Kunststoff
  • Sehr guter Espresso, Cappuccino und Latte Macchiato in der Tasse
  • Großzügiges Display mit einer Variante von „Touch“

Stellen wir jedoch die Soul neben die anderen PrimaDonnas, müssen wir auch das Luxusmodell Maestosa daneben stellen. Denn die soulige Neuentwicklung schließt zur Luxusklasse auf:

  • Elektronisch einstellbares, stufenloses Mahlwerk
  • Display ähnlich modern wie bei der Maestosa
  • Starker Bezug zur Coffee Link App
  • „Bean Adapt Technologie“

Während ihr für diese vier Punkte bei der Maestosa mal eben über 2.000 Euro auf den Tisch packen müsst, sind es bei der neuen Soul „nur“ knapp über 1.200 Euro bei Markteinführung.

Das ist zwar immer noch ein Haufen Geld, bewegt aber unter Garantie mehr Leute zum Kauf als die aberwitzige Maestosa. Und ich glaube, genau darum geht es DeLonghi.

Einstellungen & Funktionen: Top bei Mahlwerk, Quark beim (angeblichen) Alleinstellungsmerkmal

Die „Bean Adapt Technologie“ ist DeLonghi superwichtig, weil ihr die Maschine damit (ausschließlich per App) automatisch an den Röstgrad eurer Kaffeebohnen anpassen könnt.

DeLonghi PrimaDonna Soul Kaffeevollautomat Roestskala

In der Theorie klingt das super, weil nicht jeder Kaffeekönner seine Kaffeemühle noch einmal nachjustiert, wenn die Bohnen heller oder dunkler werden.

Das Dumme ist nur, dass die Soul dabei den Mahlgrad nicht verstellt. Obwohl sie das elektronisch und damit per App kann. Zumindest in meinem Test mit unterschiedlichen Espressi-Einstellungen wurden ausschließlich Temperatur und Kaffeestärke angepasst.

Ja, diese Faktoren holen mehr oder weniger aus einem Kaffee raus. Aber ich predige euch nicht ohne Grund, dass das Mahlwerk eure erste Adresse ist, wenn der Kaffee nicht euren Vorstellungen entspricht.

Darum bin ich mir auch nicht ganz sicher, was uns DeLonghi mit der Adaptiererei sagen will. Es kann natürlich sein, dass ich die Funktion einfach nicht richtig kapiert oder genutzt habe. Da bin ich auf eure Erfahrungen gespannt.

Davon abgesehen ist die App eine feine Sache. Vor allem, weil ihr damit am bequemsten Zugriff auf das Mahlwerk und dessen elektronische und stufenlose Einstellung habt.

Dieses Feature ist für mich die eigentliche Stärke dieses Vollautomaten! Noch zu Beginn des vergangenen Jahres war es unmöglich, den Mahlgrad automatisch per Drehregler am Handy oder Display zu verstellen. Wir reden also von einem völlig neuen „Maschinenzeitalter“.

Wie schon bei Vorgängermodellen wie der PrimaDonna Class könnt ihr hier außerdem jeden Fitzel an eurem Cappuccino, Long Coffee oder Espresso kleinteilig einstellen. Die Füllmenge lässt sich sogar stufenlos regeln. Was das betrifft, ist der Neuigkeitswert zwar gering, das ändert aber nichts an der hohen Leistungsfähigkeit.

Espresso & Milchschaum: Gold rein, Gold raus

Es wäre ein ziemliches Unding, wenn ausgerechnet der DeLonghi PrimaDonna Soul Kaffeevollautomat meinen aktuellen Lieblingskaffee verhunzt. Ich trinke zurzeit meine eigene Coffeeness-Bohne für Vollautomaten. Ein bisschen stolz bin ich schon, das Aroma harmoniert mit jedem Getränk aus der Soul.

Bester Kaffee für den DeLonghi PrimaDonna Soul

Coffeeness Kaffee für Vollautomaten DeLonghi PrimaDonna Soul

Wir haben einen Kaffee extra für Kaffeevollautomaten entwickelt. Er ist hervorragend geeignet für alle Getränke aus dem DeLonghi PrimaDonna Soul. Das haben wir selbst getestet. So gelingt der Espresso, schwarzer Kaffee und Latte Macchiato. Hier geht es zu unserem Shop für unseren Kaffeevollautomaten Kaffee.

Denn mit altem und schlechtem Kaffee bringen auch die besten Einstellungen nichts. Nur wer oben was Gutes reinkippt, bekommt auch unten was Gutes raus!

Kaffee für Vollautomaten by Coffeeness

Kaffee entwickelt für den Vollautomaten

Bester Kaffee für den DeLonghi PrimaDonna Soul.

Für Latte Macchiato

Espresso, schwarzer Kaffee

Schokoladig

Frisch geröstet

Zum Coffeeness Shop

Das sind die richtigen Einstellungen für unseren Kaffee mit dem DeLonghi PrimaDonna Soul:

  • Er lässt sich gut und fein einstellen. Trotz Bean Adapt Technologie müsst ihr laut meinen Erfahrungen den Mahlgrad manuell per App auf eine der feinsten Mahlgrade einstellen. Teilt mir doch gerne mal mit, ob das bei euch mit dem Mahlwerk funktioniert.
  • Wenn der Espresso nicht mehr läuft, sondern nur tropft, muss wieder etwas gröber gestellt werden. Ich nutze beim PrimaDonna Soul einen Mahlgrad zwischen 1 und 3.
  • Es kann aber immer 1-2 Getränke dauern, bis die neuen Einstellung richtig zu schmecken sind.

Die Temperatur ist hervorragend, die Crema schön dicht und der Körper facettenreich.

Bei der Zubereitung ist mir aufgefallen, dass die Maschine noch eine weitere Besonderheit aufweisen kann, von der DeLonghi aber nicht redet: Selbst mit sauber justierten Zubereitungsparametern laufen die Getränke und der Milchschaum sehr fix in die Tasse.

Was normalerweise ein Nachteil ist, weil wir von Unterextraktion ausgehen müssen, ist hier einfach ein kluges Funktionsprinzip. Denn Geschmack, Aussehen und Konsistenz stimmen.

Auch hier sage ich: DeLonghi sollte diesen Punkt in den Vordergrund spielen – das ist viel greifbarer als irgendwelche adaptiven Kaffeebohnen!

Sind Cappuccino und Kaffee das Beste, was je aus einer Brühgruppe in meine Tasse gelaufen ist? Nein. Sind sie extrem gut und ihrer Preisklasse angemessen? Auf jeden Fall!

Der Milchschaum aus dem „LatteCrema“-System lässt sich einmal mehr in drei Konsistenzstufen anpassen und läuft ausgesprochen leise durch. Das Mahlwerk der Kaffeemaschine ist zwar nicht superlaut, fällt aber gegen den Schäumer geräuschtechnisch schon etwas aus dem Rahmen.

Das ist mir jedoch egal, da der Kaffeevollautomat in Funktion, Bedienung und Tassenergebnis auf jeden Fall Gold produziert.

Die Reinigung: Langweilig super

Die Reinigungsfähigkeit einer Maschine ist für euch stets einer der wichtigsten Punkte. Gut so. Schließlich wollt ihr nicht stundenlang die Düsen putzen oder dabei zugucken müssen, wie die Brühgruppe verschimmelt.

In dieser Hinsicht könnt ihr die DeLonghi PrimaDonna Soul vollkommen beruhigt kaufen, weil sie alle Reinigungsprogramme und Spülfunktionen an Bord hat, die man von einem hochwertigen Kaffeevollautomaten erwarten darf.

Die Reinigung ist so langweilig super, dass ich dazu nicht viele Worte verlieren muss. Sie meldet sich sogar, wenn es Zeit ist, den Behälter mit der Milch zurück in den Kühlschrank zu befördern, weil sie schon zu lange draußen steht.

DeLonghi PrimaDonna Soul: Ein Kaffeevollautomat, der sich lohnt

Günstig geht anders, der großartigste Vollautomat der Welt ist es auch nicht – aber ich bin auf Anhieb Fan des DeLonghi PrimaDonna Soul. Als alltagstauglichere Variante der Maestosa und als modernere Version der PrimaDonna Class kann die Soul-Maschine ihre Existenz problemlos rechtfertigen.

Luxus-Technik in der Oberklasse.

DeLonghi PrimaDonna Soul

Innovationen im „vernünftigen“ Format.

Elektronisches Scheibenmahlwerk

Intuitive Bedienung

Viele (stufenlose) Einstellmöglichkeiten

Sehr guter Espresso und Milchschaum

Flotte Zubereitung

Display etwas fipsig

Merkwürdige „Adapt Bean Technologie“

Das elektronisch verstellbare Mahlwerk ist für mich der wesentliche Punkt. App und Adapt-Technologie sind schön, aber hauen mich nicht vom Hocker.

Kleine Nebenbemerkung: Sehr viele Hersteller haben bereits versucht, irgendeine Form von automatischer Adaptivität in ihre Maschinen zu bauen. Siemens hat dabei genauso wenig überzeugt wie Jura.

DeLonghi PrimaDonna Soul Kaffeevollautomat Display

In meinem Kaffeevollautomaten Test hat mir niemand einen echten Grund geliefert, dass diese angeblichen Super-Einstellungen bessere Ergebnisse liefern, als wenn der Benutzer mit ein wenig Geduld selber nachjustiert.

Das können wir jedoch getrost ignorieren und uns lieber darauf konzentrieren, dass DeLonghi ein Top-Gerät für die Oberklasse entwickelt hat, das im Vergleich erneut ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.

Jura ist übrigens auf denselben Trichter gekommen und bietet mit der S-Klasse eine günstigere Version des Jura Z8, die ebenfalls ein elektronisches Scheibenmahlwerk mitbringt. Der UVP liegt jedoch einmal mehr weit über DeLonghi. Dass es zum Oberklasse-Duell in meiner Testküche kommen wird, dürfte klar sein!

Jetzt seid ihr gefragt: Spannende Neuentwicklung oder doch nur ein weiteres Gerät für Kaffee – Was haltet ihr von der Soul?

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