Jura Kaffeevollautomaten: Aktuelle Modelle, Vergleich und Tipps 2021

Ich bin Arne Preuß und kämpfe für mehr hochwertigen Kaffee.

Bis vor Kurzem rollte ich in meinem Kaffeevollautomaten Test beim Stichwort „Jura“ immer mit den Augen. Die Schweizer waren mir zu hochnäsig, zu hochpreisig und dafür nicht besonders genug.

Bis vor Kurzem rollte ich in meinem Kaffeevollautomaten Test beim Stichwort „Jura“ immer mit den Augen. Die Schweizer waren mir zu hochnäsig, zu hochpreisig und dafür nicht besonders genug.

Doch mit jedem neuen Kaffeeautomaten, den ich für euch untersuche, werde ich immer mehr zum Fan. Jura Kaffeevollautomaten liefern den besten Espresso und Kaffee, den automatische Kaffeemaschinen derzeit produzieren können.

Der Jura Z8 hatte in meinem Test in dieser Hinsicht vorgelegt. Der Jura Z6 hat nachgezogen. Der Giga 6 ebenfalls.

Das heißt zwar immer noch nicht, dass mir das Preis-Leistungs-Verhältnis gefällt. Schnäppchen gibt es hier einfach nicht. Auch wird ein Jura-Gerät sicher niemals einen Sieg für die beste Reinigungsfunktion abräumen. Denn eine nicht ausbaubare Brüheinheit ist und bleibt ein Hygieneproblem. 

Meine persönliche Jura-Hitliste umfasst derzeit folgende Geräte:

  1. Jura Z8
  2. Jura Z6
  3. Jura Giga 6
  4. Jura E8
  5. Jura A1

Die aktuelle Geräteauswahl der Schweizer liefert den besten Kaffee aus Vollautomaten. Egal, mit welchen Kaffeesorten bzw. Kaffeebohnen. Das macht die Schweizer zu einem echten Qualitätslieferanten, auch wenn das in vielerlei Hinsicht viel kostet.

Jura macht den besseren Kaffee, Nivona hat die bessere Reinigung, integrierte Milchbehälter und etwas mehr fürs Geld. Großartig sind beide Marken.

Wegen der fest verbauten Brühgruppe muss man einen Jura Kaffeevollautomat zwar nicht öfter, dafür aber gründlicher warten als andere Maschinen. Reparieren geht nur mit professioneller Unterstützung.

Dennoch gibt es verschiedene Jura Kaffeevollautomaten, die von mir eine klare Kaufempfehlung erhalten. Ob sie den Preisvergleich nun bestehen oder nicht.

Was macht einen Jura Kaffeevollautomat aus?

Wer derart starke Preise für seine Kaffeemaschinen verlangt, muss nicht nur die besten Funktionen, ein tolles Design und kompromisslose Qualität bei Material und Zubereitung abliefern. Die Exklusivität muss sich im gesamten Vertriebskonzept widerspiegeln. In diesem Selbstverständnis sind sich Jura und Nivona einig. 

Anders als Nivona konzentriert sich Jura jedoch nicht auf den stationären Einzelhandel mit ausgesuchten Partnern, sondern wählt als „Fachhändler“ zum Beispiel auch Media Markt. Jura meidet aber auch Amazon wie die Pest. 

Ein wichtiger Faktor praktisch aller Jura Kaffeevollautomaten ist ihre Preisstabilität. Das Modell Jura E8 habe ich für rund 1.000 Euro gekauft (2/21), der Preis hat sich seitdem nur unwesentlich nach unten orientiert. Das können wir auch als Qualität interpretieren:

Jura E8 Kaffeevollautomat Test Latte Macchiato

Ob neustes Modell, „uralter“ Klassiker oder Einsteigermodell: Viele Jura Kaffeevollautomaten sind echte Arbeitstiere. Viele der Kaffeemaschinen sind bei euch schon jahrelang im Einsatz, liefern konstant guten Espresso und machen auch jenseits der Garantie kaum Probleme.

Ich habe jedoch festgestellt, dass diese Hochwertigkeit von der Serie abhängt. Diese heißen bei Jura „Linien“ und sind wesentlich einfacher nummeriert als zum Beispiel die kryptischen DeLonghi Kaffeevollautomaten

Die Einstiegsklasse (A-Linie mit Modellen wie A9, A1 usw.) liegt bei Jura sichtbar über 500 Euro. Andere Hersteller sagen dazu Mittelklasse. Dafür erhaltet ihr aber auch ein herausragend hochwertiges Design. Der Kaffee ist sehr gut, lässt aber noch Luft nach oben.

In der Z-Serie oder bei den Giga-Modellen werden Espresso und Milchschaum jedoch herausragend. Das Mahlergebnis ist exzellent, die Einstellungen sind hervorragend, selbst der Flat White ist in einigen Geräten plötzlich gar nicht mehr so abwegig.

Jura Z10 Kaffeevollautomat Flat White Bezug

Aber wir reden dabei eben auch von Beträgen weit jenseits von 1.000 Euro. Da stellt sich schon die Frage, ob die Vorteile der Maschinen das Angebot wirklich rechtfertigen. Ganz sicher bin ich mir da immer noch nicht.

Zudem kann ich (bisher) nicht über die fest verbaute Brühgruppe hinwegsehen. Egal, wie gut der Geschmack auch ist. Zur umfassenden Pflege gehört für mich, dass ihr die Brüheinheit herausnehmen und das Gerät gründlich von innen reinigen könnt.

Zwar bieten Jura Kaffeevollautomaten ein anständiges Reinigungsprogramm und zahlreiche automatische Lösungen zum Brühgruppe reinigen. Doch das schraubt den Wasserverbrauch nach oben, erhöht den Bedarf an Reinigungstabletten und Entkalkungen – UND LIEßE SICH EINFACHER LÖSEN.

Sorry fürs Brüllen. Doch ich verstehe einfach nicht, warum der Hersteller so auf diese „Macke“ abfährt. 

Allerdings möchte ich mich nicht mehr nur auf meine Erfahrungen und Annahmen verlassen. Deswegen habe ich einen Langzeittest gestartet: Ich benutze einen Jura Kaffeevollautomat ein Jahr lang und baue ihn danach vollständig auseinander. Dann werden wir ja sehen, wie es in der Brühkammer wirklich aussieht.

Vorteile & Nachteile von Jura Kaffeevollautomaten

Kaffeevollautomaten von Jura halten sich bei Pro- und Contra-Argumenten im Vergleich scheinbar oft die Waage. Das gilt aber nur, wenn wir den üblichen Preis-Filter verwenden und dazu auf andere Marken verweisen. Für sich genommen sprechen die Schweizer Kaffeemaschinen absolut für sich:

Vorteile 

  • Jura Kaffeevollautomaten legen Wert auf eine hochwertige Optik in Farben wie Platin oder Chrom. 
  • Die Verarbeitung glänzt mit Langlebigkeit und hervorragender Haptik, selbst wenn als Materialien nur Alu und Kunststoff eingesetzt werden.
  • Das Mahlergebnis aus Kegel- oder Scheibenmahlwerk überzeugt praktisch immer. Die meisten Versionen haben inzwischen ein stufenloses Mahlwerk für eure Bohnen!
  • Hauseigene Verfahren wie der Puls-Extraktionsprozess (P.E.P.) oder das Intelligent-Water-System (I.W.S.) optimieren die Zubereitung (auch wenn keiner weiß, wie).
  • Kundenlieblinge wie individuelle Kaffee-Profile, One-Touch-Funktion oder Extra-Shot sind hier oft Standard.
  • Die wichtigsten Faktoren (Temperatur, Pulvermenge, Aromastufen, Kaffeestärke etc.) sind stets einstellbar, auch in der Einstiegsklasse.
  • Ideen wie die „Feinschaumtechnologie“ sind bei Jura nicht nur Marketing – sie funktionieren.
  • Die Bedienung ist praktisch immer sehr einfach und intuitiv – ob per Touchscreen oder Smartphone.
  • Bis auf den milchlosen Jura A1 arbeiten alle Geräte mit einem automatisierten Milchschaumsystem (Cappuccinatore). Dampflanze ist hier verpönt.
  • Das Entkalkungsprogramm und die Reinigungsprogramme sind sehr durchdacht – müssen sie auch sein.
  • Die Lebensdauer ist auch bei intensiver Nutzung hoch

Nachteile

  • Preislich liegen die Geräte immer über dem Marktdurchschnitt (selbst bei gleichwertiger Ausstattung). „Günstig kaufen“ ist hier also im Grunde nicht.
  • Das Zubehör-Paket ergibt meist nur wenig Sinn (kein Behälter für die Milch, stattdessen WLAN-Adapter usw.).
  • Wartung und Reparatur können wegen der fest verbauten Brühgruppe teuer und kompliziert werden.

In den vergangenen Jahren hat Jura eine Qualitätsoffensive gestartet und die Produktlinien entrümpelt. Denn heute gibt es weit weniger Nullnummern als früher.

Jura Impressa C60 Kaffeevollautomat im Test

Ich hatte zum Beispiel die Jura Impressa C60 am Wickel und war damals mehr als enttäuscht. Das habe ich auch in meinem YouTube Video „Jura Impressa C60 Testbericht“ zum Ausdruck gebracht. Solche Totalausfälle gibt es heute nur noch selten.

Ihr habt mir viele Kommentare zu Jura Kaffeevollautomaten hinterlassen, die zusammengenommen außerdem folgende wichtige Erkenntnisse liefern, die eure individuelle Bewertung und Kaufentscheidung beeinflussen sollten:

  1. Weil die Maschinen Kaffee- und Milchauslauf häufig spülen, verbrauchen sie sehr viel Wasser. Der Betrieb ist also langfristig teurer als mit anderen Geräten. 
  2. Der Milchschaum ist für viele Nutzer häufig zu kalt. Das kann ich allerdings nicht bestätigen – zumindest nicht für Z6, Z8 oder Giga 6.
  3. Bastler haben festgestellt, dass die fest verbaute Brühgruppe wegen der vielen Spülungen oft reinlicher ist als eine halbgereinigte Maschine mit entnehmbarer Brühgruppe. Wie ich schon sagte – wir werden sehen!
  4. Kaffeevollautomaten von Jura sind „geschlossener“ konstruiert. Es fällt nicht so viel Kaffeepulver in irgendwelche Ritzen.
  5. Schimmel in der Maschine ist dennoch ein häufig genanntes Problem. Auch, wenn ihr viel mit Heißwasser spült.

Diese Aussagen lasse ich größtenteils so stehen, da sie in meinen Augen kein Jura-spezifisches Problem sind (bis auf die Brühgruppen-Thematik). Auch bei Siemens Kaffeevollautomaten höre ich zum Beispiel öfter, dass der Milchschaum zu kalt ist.

Und die Frage, was es nun mit der Sauberkeit wirklich auf sich hat, werden wir in einigen Monaten endgültig geklärt haben!

Tophits für eure Bohnen: Die wichtigsten Jura Kaffeevollautomaten im Überblick

Kaffeevollautomaten von Jura lassen sich einfach sortieren: Je weiter hinten im Alphabet der Buchstabe, desto umfangreicher die Kaffeespezialitäten, die Funktionen und der Preis. Superlativ-Maschinen wie „Giga“ spielen in der gastronomischen Liga.

Jura Giga 6 Kaffeevollautomat Arne gluecklich

Bringt ein Jura-Gerät einen zweistelligen Zahlencode mit, handelt es sich meist um eine etwas modifizierte Version der Hauptlinie. Ich bin jedoch noch nicht ganz durchgestiegen, ob diese Änderungen üppiger oder bescheidener ausfallen. Darum bin ich mir auch nicht sicher, was zum Beispiel den Jura WE 8 besonders macht. 

Jura ist zudem eine der wenigen Marken, die nicht ständig mit irgendwelchen „neuen“ Geräten auf den Markt kommen, um aktuell zu wirken und die Kauflust zu steigern. Ich finde diese Einstellung gut. Man könnte fast von „Nachhaltigkeit“ sprechen.

Inzwischen habe ich mir aus praktisch jeder Linie ein oder mehrere Modelle vorgenommen und habe klare Favoriten gefunden. Dabei zeigt sich einmal mehr, dass ein Jura Kaffeevollautomat immer dann am besten ist, wenn er gar nicht erst versucht, günstig oder „massentauglich“ zu sein. Was ich damit meine, sehen wir am besten an der A-Linie.

Jura A1: Überheblicher Purismus für Singles

Keiner guckt mehr schräg, wenn ein Kaffeevollautomat ohne Milchaufschäumer antritt. Darum ist der Jura A1 an sich auch eine gute Entscheidung, wenn ihr kein Milchsystem benötigt und weniger Geld als für „richtige“ Vollautomaten ausgeben wollt.

In meinem Test hat der A1 mit seinem edlen Purismus in Piano White oder Piano Black, der hochwertigen Verarbeitung, der Bedienung und dem Aroma des Espresso überzeugt. Das Mahlergebnis ist korrekt, Kaffeemenge, Extraktionszeit und Pumpendruck stimmen.

Den Professional Aroma-Grinder könnt ihr stufenlos einstellen, den Extraktionsprozess könnt ihr so ausreichend beeinflussen. Weil ein Milchtank fehlt, ist der A1 außerdem klein, schmal und trotzdem eindrucksvoll. Sein einziges Problem ist im Grunde sein Preisschild. 

Jura A1 Kaffeevollautomat Espressobezug

Zwar hat er neben Espresso und Kaffee auch noch eine Ristretto-Taste. Die ergibt aber wenig Sinn und täuscht nicht darüber hinweg, dass ihr zum Beispiel beim Melitta Caffeo Solo, dem Nachfolger Melitta Purista oder dem von mir weniger geliebten Tchibo Esperto Caffè wesentlich weniger für etwa die gleiche Leistung bezahlen müsst.

Der Jura-Nimbus reicht meines Erachtens nicht aus, um diese puristische Single-Maschine von der Konkurrenz abzuheben. Alle anderen sind nämlich auch schick und gut. Sie sind zwar nicht Piano White oder Piano Black. Doch Farben waren eben noch nie ausschlaggebend für eine anständige Bewertung.

Die E-Reihe: Bloß nicht zu modern!

Bevor ich mich in die Z-Serie verguckt habe, war der Jura E8 einer der ersten Schweizer, der mich von seiner Qualität überzeugen konnte. Die E-Reihe zählt hier zur Mittelklasse und ruft Preise um 1.000 Euro auf. Das ist für diese Marke schon fast ein Schnapper. Oft lest ihr die Bezeichnung „Jura 15084 E8“ für den Automaten in Dark Inox (also Schiefergrau).

Dank P.E.P-Extraktionsprozess, I.W.S-Wasserkontrolle und den sinnvollen Einstellmöglichkeiten kommt ein sehr guter Espresso aus dem Kaffeeauslauf. Auch Cappuccino, Milchkaffee und Latte Macchiato können begeistern. 

Hier steuert ihr alles klassisch über Knöpfe und Display. Das Mahlwerk ist zwar stufenlos, es gibt aber keine dezidierten Benutzerprofile und überhaupt wirkt alles ein bisschen Oldschool. Doch das ist der Vorteil dieser Kaffeemaschinen: Sie machen die Zubereitung schön unkompliziert!

Jura E8 Display

Das Mahlwerk arbeitet zudem überzeugend leise, während wir uns damit arrangieren müssen, dass die 2-Tassenfunktion nicht für Milchgetränke gilt. 

Solltet ihr nicht auf die virtuelle Programmierung eurer Kaffeespezialitäten verzichten wollen, gibt es in dieser Serie mit der Variante  auch ein Modell mit App, „Künstlicher Intelligenz“ und einem sehr nerdigen Grundkonzept. 

„Künstliche Intelligenz“ heißt hier, dass sich die am häufigsten benutzten Kaffee-Voreinstellungen automatisch auf der „Startseite“ des Touchscreen arrangieren. Das ist in den höheren Klassen übrigens normal, beim ENA 8 aber ein starkes Verkaufsargument.

Die E-Linie ist generell sehr beständig. Gibt es Neuheiten, sind die Unterschiede zu den jeweiligen Vorgängern übersichtlich. Um euch einen Überblick zu geben, habe ich die aktuellen Versionen nebeneinander gestellt:

 E6E60E8E80
2 Getränke gleichzeitigkeine Milchgetränkekeine Milchgetränkekeine Milchgetränkekeine Milchgetränke
Voreingestellte Kaffeegetränke
11151515
Individuelle Kaffeeprofile771212
MahlwerkKegelmahlwerk aus EdelstahlKegelmahlwerk aus EdelstahlKegelmahlwerk aus EdelstahlKegelmahlwerk aus Edelstahl
Mahlstufen„Mehrstufig“StufenlosStufenlos„Mehrstufig“
Kaffeestärke Stufen8888
Kaffeetemperatur Stufen2222
Brühtemperatur Stufen2222
DisplayTFTTFTTFTTFT
KombiauslaufNeinNeinJaNein
Wassertank in l1,91,91,91,9
Bohnenbehälter in g280280280280
Maße in cm28 x 35,1 x 43,928 x 35,1 x 43,928 x 35,1 x 43,928 x 35,1 x 43,9

Inzwischen wissen wir außerdem, dass ein „mehrstufiger“ Mahlgrad nicht unbedingt mega viel heißt. Die Range eines Jura Kaffeevollautomaten entspricht ungefähr einem 6-stufigen Standard-Mahlwerk.Den ENA 8 habe ich außen vor gelassen, weil er eine eigene Subkategorie bildet. Die Preisstaffelung richtet sich nach Details wie dem Kombiauslauf (für Milchschaum ohne Tassen-Gerücke) oder Leuchteffekten an der Ausgabe. 

Jura Z6 & Z8: Liefert die Z-Serie heimliche Testsieger?

Alle Preissensiblen sollten bei der Z-Reihe weggucken. Der Jura Z8 kostet um die 2.300 Euro, der „bescheidenere“ Jura Z6 momentan genauso viel wie der Z10 in Aluminium White.

Bei so viel Geld muss man automatischen Kaffee schon sehr lieben, oder? Der Preistester in mir will das bestätigen. Aber der Barista in mir sieht das ein wenig anders: Es gibt einen guten Grund, warum ich ein Testvideo „Jura Z8 im Test | Bester Kaffeevollautomat auf dem Markt?“ genannt habe: 

Der feine Milchschaum ist herausragend, der schwarze Kaffee hat mir noch nie so gut geschmeckt. Alle Funktionen sind leicht verständlich und ergeben Sinn, das Ganze ist ein ausnehmend luxuriöses Produkterlebnis. Das gilt für alle Z-Vertreter!

Lediglich die App nervt ein wenig, aber sie hat ja weder mit dem Mahlwerk noch dem perfekten Pumpendruck noch mit der Reinigung oder dem Vollautomaten an sich etwas zu tun. Die Z-Reihe von Jura ist purer, übertriebener Luxus, der sich für seine Opulenz nicht entschuldigt und sie theoretisch auch nicht rechtfertigen muss. 

Der Z6 und der Z8 sind sich mal wieder recht ähnlich. Sie besitzen einen Kombiauslauf, mehr als 20 vorprogrammierte Kaffeegetränke sowie feinteilig einstellbare Zubereitungsparameter. Der Z8 kann allerdings Milchschaum und Kaffee gleichzeitig zubereiten – zwei Heizblöcken sei Dank. 

Damit werden Cappuccino und Latte Macchiato noch besser komponiert, auch wenn Laien das im Grunde nicht mitbekommen. Euren Kaffeebohnen kann jedenfalls kaum etwas Besseres passieren!

Bester Kaffee für den Jura Z6

Coffeeness Kaffee für Vollautomaten Bester Kaffee für den Jura Z6

Wir haben einen Kaffee extra für Kaffeevollautomaten entwickelt – auch für alle Getränke aus dem Jura Z6. Wir haben getestet: Espresso, schwarzer Kaffee und Latte Macchiato erhalten eine volle, süße Schoko-Note. Hier geht es zu unserem Shop.

Auf den Kaffee kommt es an: Kippt ihr oben was Gutes rein, kommt unten was Gutes raus!

Kaffee für Vollautomaten by Coffeeness

Kaffee entwickelt für den Vollautomaten

Bester Kaffee für den Jura Z6.

Für Latte Macchiato

Espresso, schwarzer Kaffee

Schokoladig-nussig

Frisch geröstet

Zum Coffeeness Shop

Das sind die richtigen Einstellungen für unseren Kaffee mit dem Jura Z6: 

Stellt das Mahlwerk auf eine feine Stufe kurz über dem feinsten Anschlag (das Gerät lässt sich stufenlos justieren).

Achtung: Bitte immer nur bei laufendem Mahlwerk verstellen und hier checken!

Bei Kaffeestärke und Füllmenge könnt ihr sehr viel experimentieren. 35 ml pro Espresso und eine mittlere Kaffeestärke (5 von 10) sind eine gute Ausgangsbasis

Jura Giga: Völlig übertrieben & deswegen so gut

Ich gebe zu, dass ich den Jura Giga 6 zu meinem Vergnügen bestellt und getestet habe. Denn das 3.000-Euro-Monster ist selbst für den erlesensten Geschmack dann doch etwas übertrieben.

Jura Giga 6 Latte Macchiato Arne

Er tanzt auf der Grenze zwischen Consumer- und Gastro-Gerät und bietet eine unglaubliche Menge an Funktionen. Der Claris Smart Wasserfilter ist gleich im Doppelpack am Start, auch gibt es eine Menge sinnloses Zubehör. Nur der Milchbehälter für den Cappuccinatore fehlt (mal wieder).

So oder so bin ich jedoch vom Kaffeemaschinen-Goliath schwer begeistert. Er muss den Vergleich nicht mal halbwegs scheuen und macht grandiosen Kaffee. Die Bedienung ist super (vor allem am TFT-Display und nicht per App!), der Kaffeeauslauf kann in der Höhe und der Breite verstellt werden.

Den Mahlgrad findet ihr nicht nur stufenlos, es gibt sogar zwei unabhängige, elektronisch steuerbare Mahlwerke. Die Verarbeitung ist grandios, sogar der Flat White schmeckt auf Knopfdruck *fast* wie aus Espressomaschinen.

Alles super, alles toll. Aber seien wir ehrlich: Wer sich diesen Kaffeevollautomaten unbedingt in die Küche stellen muss, würzt seinen Kakao auch mit Platin. Die „Auslaufversion“ Giga 5 ist übrigens auch nicht günstiger. Sorry.

Aber dieser Jura Kaffeevollautomat demonstriert dennoch, was wir von modernen Kaffeemaschinen erwarten können. Darum ist der Testbericht auch so aufschlussreich.

Sonstige Jura Kaffeevollautomaten: Lohnt der Vergleich?

Steht ein Jura Kaffeevollautomat in diesem Kapitel, heißt das nicht, dass ich ihm zukünftig nicht vielleicht doch noch eine Chance gebe. Ich sehe nur keinen Grund für den Test.

So hat etwa die D-Reihe mit Jura D4 und Jura D6 bzw. D60 bei mir bisher keinen Eindruck hinterlassen. Wenn wir den A1 außen vor lassen, handelt es sich um die tatsächliche Einstiegsklasse bei Jura. Ihr erhaltet „nur“ ein Textdisplay und ein Cappuccinatore-System, die Steuerung erfolgt über Drehknöpfe. 

Das kostet euch dann zwischen 550 und 750 Euro. Der Preisunterschied ergibt sich aus den vorprogrammierten Getränken und der Oberflächengestaltung. Die Preise sind sicherlich okay, aber in diesem Bereich stellt sich die Frage Jura oder DeLonghi gar nicht: Die Italiener liefern euch mehr für weniger Geld.

DeLonghi Dinamica Kaffeevollautomat Uebersicht mit Arne

Solltet ihr irgendwo Jura-Kaffeemaschinen mit Bezeichnungen wie C60, C5, C65, C70 usw. sehen, handelt es sich garantiert nicht um die neueste Jura-Neuheit. Im Gegenteil: Die C-Serie ist hornalt und hatte mich im Jura Impressa C60 Test schwer enttäuscht.

Auch Modelle wie Jura J6, J9 (Impressa), F8, F50 oder S9 (Impressa) sind nur gebraucht erhältlich und nicht weiter interessant.

Vom Mitläufer zur Marke der Innovationen? Jura Kaffeevollautomaten & die Konkurrenz

Gerade diesen Abschnitt musste ich nach der neuen Runde an Jura-Kaffeemaschinen in meinem Kaffeevollautomaten Test 2021 nochmal dringend überarbeiten. Denn im Vergleich prescht der Schweizer Hersteller momentan mächtig voran.

Dabei geht die Marke zusehends eigene Wege. Früher ging es hier hauptsächlich ums Image, den Look mit „Platin“ oder Chrom und die Rolle als Snob. Davon ließ sich meines Erachtens auch die Stiftung Warentest schon immer blenden.

Jura VS Delonghi Arne

Doch inzwischen dreht sich hier alles um perfekten Kaffee aus jeder Kaffeesorte sowie um eine perfekte Konsistenz der Milch. Auch die Lebensdauer ist sicher nicht ohne. 

Zwar müsst ihr für diese Topleistungen und die hervorragende Zubereitung im Vergleich immer mehr Geld auf den Tisch packen. Doch was könnte bei Vollautomaten wichtiger sein als die Kaffeequalität?

Diese Veränderungen sind schon deswegen spannend, weil etwa der Konkurrent Miele genauso hochnäsig ist, ebenfalls ein super Design bietet und dennoch nicht ganz so teuer ist. Aber Miele ist aktuell nicht dermaßen präsent wie Jura. 

Ein Jura Kaffeevollautomat wird zudem häufig in einem Atemzug mit Nivona Geräten genannt. Die Nürnberger schlagen in dieselbe Kerbe, auch wenn sie sich vorrangig auf die einfache Bedienung und eine top Reinigung konzentrieren. 

Nivona Kaffeevollautomat Arne zeigt auf Espresso

Doch auch Nivona hat gegenüber Jura ein Sichtbarkeitsproblem, welches allerdings hausgemacht ist. Die Espresso-Ergebnisse hauen mich im Vergleich nicht ganz so vom Hocker – obwohl die Unterschiede in den Tassen auf Kleinigkeiten beruhen, die eher einem Barista auffallen.

Der Sex-Appeal der Schweizer gegenüber Marken wie DeLonghi oder Siemens lässt sich allerdings sehr einfach erklären: 

Selbst bei den hochpreisigsten Modellen wie der Innovation DeLonghi Maestosa oder auch dem Siemens EQ.9 schwingt immer eine Orientierung am preisbewussten Kunden mit. Wer DeLonghi oder Siemens kauft, will dafür ordentlich Leistung kassieren – gern auch über dem Durchschnitt. 

Ein Jura Kaffeevollautomat verlässt sich stärker auf den Luxus-Aspekt. Mit fast jedem neuen Test komme ich immer mehr zu der Ansicht, dass ich damit immer besser zurechtkomme. Denn was hier in den Tassen landet, hat Testsieger-Potenzial. 

„Dumm“ ist nur, dass mein Vergleich die Geräte immer auf mehreren Ebenen bewertet – vom Angebot über die Handhabung bis zur Reinigung. Und da muss ein Jura Kaffeevollautomat doch oft passen. Oder nicht? Eure Kommentare sind gefragt!

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