Der Bosch TWK8613P Wasserkocher Styline im Test

Der Bosch TWK8613P Wasserkocher Styline im Test Ergebnis
Veröffentlichungsdat um: 5. Februar 2017 von 5

Letztes Update: 05.02.2017: Falls ihr euch schon durch meinen anderen Kandidaten im Wasserkocher Test 2017 durchgearbeitet habt, dürftet ihr festgestellt haben, dass ich an jedem Gerät irgendetwas Grundsätzliches auszusetzen habe – wird zu heiß, kocht zu langsam, riecht komisch …

Wer jetzt glaubt, ich wäre zu überkritisch in einer Produktkategorie, die soooo wichtig nun auch wieder nicht ist, wird von meinem Testbericht zum Bosch TWK8613P Wasserkocher Styline vielleicht überrascht sein.

Der Bosch TWK8613P Wasserkocher Styline

Der beste Wasserkocher im Test.

Denn dieses tausendfach in Tests hochgelobte Gerät hat sich die Lorbeeren tatsächlich verdient und entspricht fast meiner Idealvorstellung eines Wasserkochers (mehr dazu im Ratgeber). Fast, wohlgemerkt.

Hier findet ihr den Bosch Styline Wasserkocher auf www.amazon.de.

So habe ich getestet

Bei allen Wasserkocher Tests habe ich mich mit einem Küchenthermometer von Habor sowie einem Arendo Stromzählergerät bewaffnet. Schließlich kommt es bei Wasserkochern vorrangig darauf an, wie heiß das Wasser wird, wie lange es dauert und was dabei verbraucht wird.

Die Wasserkocher mit Temperatureinstellung sind keine Ausnahme, müssen sich aber noch zusätzlich einer zweiten Messreihe stellen, bei der ich als Schnittmenge für alle drei Geräte im Test 70 Grad Celsius angesetzt habe.

Ansonsten galten für den Bosch TWK8613P Wasserkocher Styline wiederum meine üblichen Testbedingungen:

  • Ausgangstemperatur des Wassers: rund 19 Grad Celsius.
  • Füll- und Kochmenge: 1 Liter.
  • Festhalten der Kochzeit mit der Stoppuhr.
  • Leistungs- und Stromverbrauchsprüfung über den Stromzähler.
  • Messen der Wassertemperatur direkt nach dem Kochen und nach einer Minute Standzeit mit offenem Deckel.

Der Vergleich aller Geräte hat bisher gezeigt, dass die alte Faustformel, nach der Wasser nach einer Minute Standzeit in etwa die ideale Temperatur für viele Zubereitungsmethoden erreicht, durchaus gilt. Ein Wasserkocher mit Temperatureinstellung will euch dies noch leichter machen. Das schafft aber auch der Bosch Styline nur bedingt.

Der erste Eindruck

Bosch steht für gute deutsche Wertarbeit und anständige Geräte ohne viel Schnickschnack. Und schon beim Auspacken muss ich dieser Einschätzung recht geben.

Kein anderer 360-Grad-Sockel steht auf Anhieb so solide auf der Arbeitsfläche wie jener des Bosch Styline. An der Front befinden sich eindeutige Knöpfe, mit denen ihr die Temperatur hoch und runter stellen oder sogar das Wasser warmhalten könnt.

Bosch Wasserkocher mit Verpackung

Während ich bei Kaffee und Tee eigentlich immer etwas gegen warmhalten habe, finde ich das bei Wasser absolut cool, denn Nachschenken wird so viel leichter.

Die Temperaturskala reicht von 70 bis 100 Grad in Zehnerschritten. Der Camry CR 1242 und auch der Aicok Edelstahlkocher mit Temperatureinstellung (noch ein Test) haben beide sofort Strom gezogen, als ich den Sockel über den Stromzähler an die Steckdose angeschlossen habe.

Die Einstellung der Temperatur

Der Bosch Styline tut dies nicht. Das beweist mir, dass es in dieser Gerätekategorie offensichtlich nicht notwendig ist. Stellt sich natürlich die Frage, warum die anderen Kocher das nicht hinbekommen haben.

Am Wasserkocher selbst fällt mir als erstes auf, wie riesig er ist. Das hat allerdings nichts mit der Füllmenge zu tun, die nur bis 1,5 Liter geht. Vielleicht wurde hier mehr Technik verbaut, keine Ahnung. Auf jeden müsst ihr damit leben, dass der Bosch Styline immer ins Auge fällt.

Dennoch ist das Gewicht überaus angenehm und trotz seines nach unten offenen Griffs (was ich im Testbericht zum Severin WK 3364 bemängelt hatte) liegt der Bosch Styline sicher in der Hand.

bosch_wasserkocher

Außen besteht der Kocher aus einer großen Portion Kunststoff, die oben von Edelstahl abgelöst wird. Darum bin ich davon ausgegangen, dass der Kocher auch im Inneren mit Edelstahl überzeugen wird und der Kunststoff nur als Isolierung dient.

Nix is: Der Kocher besteht innen vollständig aus Kunststoff und endet in der obligatorischen Heizplatte aus Edelstahl. Wie ihr wisst, ist Kunststoff für mich eigentlich ein No-Go und viele andere Wasserkocher sind deshalb durchgefallen.

Beim Bosch Styline wird aber immer wieder von Ökotest und Co. versichert, dass dieser Kunststoff frei von löslichen Schadstoffen ist. Ich bin gewillt, das erst einmal zu glauben, doch ein Fan werde ich davon sicher nicht.

Die Füllskala befindet sich unter dem Griff (Punktabzug), ist aber wenigstens beidseitig und weist eine Mindestfüllmenge von 0,25 Liter aus. Das ist perfekt und einzigartig in meiner Stichprobe. Ihr könnt also problemlos ganz wenig Wasser kochen, ohne dass der Bosch TWK8613P Wasserkocher Styline rumzickt.

Die Skala

Noch eine schöne Überraschung hält der Deckel bereit. Dieser öffnet sich über einen Druck auf den riesigen Deckelknopf, der zwar besser auf dem Griff aufgehoben wäre, um eine perfekte Einhand-Bedienung zu ermöglichen.

bosch_oeffnung

Doch geht er so sanft und vorsichtig auf, als hätte der Styline extra einen Butler zum Deckelaufmachen engagiert. Über Wasserspritzer müsst ihr euch hier also keine Gedanken machen.

Der Sockel kann auch was

Der Kalkfilter ist ebenfalls in Ordnung, auch der Ausgießer ist gut geformt. Es wundert also nicht, dass sich die Pro- und Contra-Liste zum ersten Eindruck fast wie meine Checkliste für den idealen Wasserkocher liest:

Vorteile

  • 360 Grad Sockel mit exzellentem Stand.
  • gutes Gewicht.
  • gute Verarbeitung.
  • angenehmes Handling.
  • gute, breite Öffnung.
  • gut geformter Ausgießer.
  • flaches Heizelement.
  • Einhand-Bedienung (fast) möglich.
  • Bedienknöpfe selbsterklärend.
  • zieht nicht permanent Strom.
  • geringste Mindestfüllmenge im Test.
  • beidseitige Füllskala.
  • sehr sanft öffnender Deckel.
  • Kalkfilter.

Nachteile

  • ziemlich riesig.
  • innen aus Kunststoff (Testberichte hin oder her).
  • Preis.

Mit rund 63 Euro bei Amazon ist der Bosch Styline Wasserkocher das teuerste Gerät im Test und fällt damit für viele sicherlich flach. Ich will gar nicht dagegen argumentieren, muss aber dagegenhalten, dass euch zumindest auf den ersten Blick dafür auch einiges geboten wird.

Der Bosch TWK8613P Wasserkocher Styline im Einsatz

Während ich beim Camry CR 1242 die ganze Testreihe nochmal machen musste, weil der Kocher von allein nur auf 50 Grad geheizt hat, war der Bosch Styline innerhalb von Sekunden einsatzbereit und hat das einzig Logische getan: Gleich auf 100 Grad gearbeitet.

Während des Kochens leuchten die einzelnen Ziffernangaben auf dem Sockel nacheinander rot auf, sodass ihr immer ungefähr wisst, wie weit der Kocher ist. Richtig praktisch: Sobald der Styline fertig ist, ertönt ein Tonsignal und der Wasserkocher schaltet von allein ab.

Schalter im Sockel

Der viele Kunststoff hat sich in einem Neugeräte-Geruch beim Kochen bemerkbar gemacht, der aber nicht penetrant oder zu stechend war. Ums erstmalige Auskochen kommt ihr aber dennoch nicht herum.

Und die technischen Werte? Die sahen so aus:

  • Einer Nennleistung von maximal (!!!!) 2.400 Watt steht ein reeller Wert von 2.090 Watt gegenüber.
  • Nach dem Kochen liegt die Wassertemperatur bei 99,7 Grad Celsius.
  • Nach einer Minute sind es 95,3 Grad Celsius.
  • Zum Kochen brauchte der Styline 3.05 Minuten.
  • Dabei hat er 0,104 kWh verbraucht.
  • Zusätzlich habe ich den Kocher vollständig auskühlen lassen und noch einmal 70 Grad eingestellt. Die tatsächliche Temperatur betrug 73,2 Grad Celsius.

Die Werte aller getesteten Geräte findet ihr im Vergleich im Ratgeber-Text: Wasserkocher Test

Aus diesen Werten könnt ihr viele positive Punkte für den Bosch Wasserkocher Styline ableiten:

  • In Sachen Kochzeit und Verbrauch reicht er fast an den technischen Klassenprimus WMF BUENO (hier geht’s zum Test) heran, wird aber dank der Kunststoffummantelung nicht so heiß – wenn überhaupt, wird sie angenehm warm.
  • Bosch ist der einzige Hersteller im Test, der sowohl auf der Amazon Produktseite, als auch auf der Packung offensiv damit umgeht, dass die Wattzahlen immer nur maximal mögliche Angaben sind. Dadurch werden Verbraucher in meinen Augen nicht getäuscht. Nehmen wir die von Bosch angegebene realistische Spanne von 2.000 bis 2.4000 Watt als Bewertungsgrundlage, gewinnt der Styline auch hier.
  • Die solide Performance in Sachen Temperaturtreue ist ein weiteres Argument für diesen Kocher. ABER: Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, warum ich diese Funktion jemals brauchen sollte. Da nutze ich lieber das Warmhalten.

Also noch einmal in kurz und knapp:

  • Nennleistung entspricht der tatsächlichen Leistung.
  • sehr gute Performance.
  • sehr gute Temperaturtreue.
  • sinnvolle Voreinstellungen.
  • leichte Bedienbarkeit.
  • Selbstabschaltung mit Tonsignal.
  • gut sichtbare Beleuchtung.
  • sehr gute Isolierung.
  • gutes Ausgießen.

So viele positive Aspekte standen bei meiner Testauswahl noch nie zur Debatte – und auch der alleinige Minuspunkt zeigt deutlich, warum der Bosch Styline ständig so hoch gelobt wird.

Die Reinigung

Wo eine große Öffnung auf einen weit öffnenden Deckel trifft, stehen alle Zeichen auf leichte Reinigung des Wasserkochers. Der Styline hat mir dabei null Probleme gemacht und auch ihr werdet damit sicher klarkommen.

Auf dem Edelstahlboden waren schon nach dem ersten Kochen kleine, hartnäckige Kalkrückstände zu sehen, was leider bei fast allen Kochern – gleich welcher Preiskategorie – der Fall ist.

Mein Fazit: Was taugt der Bosch TWK8613P Wasserkocher Styline?

Beim Bosch TWK8613P Wasserkocher Styline stehen eigentlich alle Zeichen auf Gesamtsieger im Wasserkocher Test 2017. Denn die ewig lange Liste der positiven Faktoren liest sich zusammengefasst so:

  • Top Performance.
  • Top Sicherheit.
  • Top Komfort.
  • Top Handling.
  • Top Reinigung.

Demgegenüber stehen jedoch zwei wichtige Argumente: der Preis und der Kunststoff. Nennt mich übervorsichtig und pingelig, aber Kunststoff und Wasserkocher passen einfach nicht zusammen.

Auch das Ausgießen geht gut

Wenn wir davon ausgehen, dass Ökotest recht hat, wiegt das Kunststoff-Argument vielleicht nicht mehr ganz so schwer – lässt sich aber nicht wegdiskutieren.

Der Bosch TWK8613P Wasserkocher Styline

Der beste Wasserkocher im Test.

Auch über 60 Euro sind für einen Wasserkocher kein Pappenstiel. Allerdings bekommt ihr dafür bei diesem Bosch Gerät wirklich etwas geboten.

Die Konkurrenz in der Kategorie Wasserkocher mit Temperatureinstellung lässt er jedenfalls meilenweit hinter sich und ist auch ein solider Kandidat für den Gesamtsieg. Letztendlich müsst ihr wissen, wie ihr zu Plastik steht und ob euch euer Wasser ein Gerät für 60 Euro wert ist.

Hier finde ihr den Bosch Styline Wasserkocher auf www.amazon.de.

Sehr salomonisch, oder? Habt ihr etwas zu ergänzen, zu widersprechen oder eigene Erfahrungen mit dem Bosch TWK8613P Wasserkocher Styline? Dann hinterlasst mir gerne einen Kommentar!

5 Kommentare
  • Irmgard Mohr
    18 Mai, 2017

    Hallo Arne,
    Du hast ja fast alle erdenklichen Punkte geprüft und besprochen. Eine klitzekleine Info fehlt mir aber noch: Wir wollen uns einen anderen Wasserkocher anschaffen, weil unser derzeitiger so laut ist, dass er ziemlich nervt (z.B. versteht man die Nachrichten im Radio nicht mehr , wenn man ihre Lautstärke nicht deutlich hochdreht). Wie sieht es mit der Geräuschentwicklung beim Wasserkochen bei diesem Gerät aus?
    Vielen Dank für Deine Antwort!

  • Arne
    19 Mai, 2017

    Das hätten wir mal vergleichen sollen! Der steht bei uns in der Küche und ich finde ihn leise. Ich müsste das nachmessen aber ich glaube er war auch einer der leisesten im Test. Viele Grüße, Arne

  • Astrid Kienapfel
    28 Juni, 2017

    Hallo Arne,
    bei der Suche nach einem neuen Wasserkocher bin ich auf deine Seite gestoßen – mit großer Begeisterung – und hätte mich schon fast für den Bosch Styline entschieden, wenn da nicht die Sache mit dem Kunststoff wäre…… Bei weiteren Recherchen habe ich dann das neue Modell von Bosch entdeckt – den TWK 7203 -komplett aus Edelstahl und nach meiner Erkenntis mit nahezu identischen Funktionen. Leider gibt es zu diesem Modell noch keine Testergebnisse deshalb meine Frage an dich, ob du mir diesbezüglich näheres sagen bzw. raten kannst.
    Über deine Antwort würde ich mich sehr freuen, liebe Grüße, Astrid

  • Martin Jarosch
    13 November, 2017

    Hallo Arne,

    es geht mir wie Astrid: fast hätte ich ihn gekauft, aber dann bin ich eben durch Astrid auf den “Edelstahl-Bosch” TWK 7203 aufmerksam geworden. Das klingt ja alles sehr interessant… Wie wär’s mit einem kleinen Test zur Vorweihnachtszeit vom Profi ?

    Liebe Grüße

    Martin

  • Sven Seidler
    24 August, 2018

    Hallo,

    an alle, die sich für den TWK7203 interessieren: Die Basisstation beginnt mit dem Anschluss an das Stromnetz Geräusche zu erzeugen. Offenbar wird auch hier direkt mit dem Einstecken Strom verbraucht, ohne dass die Kanne auch nur in der Nähe ist.
    Für mich war das ein No-Go, da ich es morgens gerne still in der Küche habe und nicht bei einem Zischeln und Zirpen sitzen möchte. Wahrscheinlich ein billiges Netzteil in der Elektronik der Basisstation.
    Ansonsten sieht das Gerät schön aus und wird auch sonst gut funktionieren. Nur – bei mir – es scheitert schon am erwarteten Status Quo: Zu dem abgerufenen Preis erwarte ich Spitzentechnik und nicht so etwas.

    Grüßle
    Sven

Ich freue mich über deinen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.