Le Creuset Kaffeebereiter im Test: Steinzeug French Press statt Glas? Inkl. Anleitung

Moin! Ich bin Arne. Nach einigen Jahren als Barista habe ich mich einer Mission verschrieben: mehr guten Kaffee unter die Leute zu bringen. Dafür stellen mein Team und ich eine breite Wissensbasis zum Thema Kaffee für euch bereit.

Wie wir testen | Unser Team

Kanne aus Glas, Griff und Deckel aus Kunststoff – so sieht eine typische French Press aus. Aber ganz sicher ist sie nicht Kirschrot und auch nicht aus Steinzeug. Es sei denn, der Hersteller heißt Le Creuset.

Kanne aus Glas, Griff und Deckel aus Kunststoff – so sieht eine typische French Press aus. Aber ganz sicher ist sie nicht Kirschrot und auch nicht aus Steinzeug. Es sei denn, der Hersteller heißt Le Creuset.

Die Marke der gusseisernen Schmortöpfe landet normalerweise auf meinem Radar, wenn es um Eintöpfe und Weihnachtsbraten geht. Und meinen Kaffee bereite ich natürlich nicht stundenlang im Ofen zu. 

Aber das will der Le Creuset Kaffeebereiter auch gar nicht. Die Coffee Press hält sich an die klassische French Press Zubereitung und das funktioniert erstaunlich gut. Ob sich die High-End-Kaffeekanne lohnt, hab ich für euch getestet. 

Le Creuset French Press Testbericht: Was kann der Kaffeebereiter?

Auch wenn dieser Kaffeebereiter es versuchen würde, er kann seine Herkunft schlecht leugnen. Die typische glänzende Oberfläche, die Form und die bunten Farben entsprechen dem Design-Code der Marke.

Ich hab mich für meine French Press für die Variante in Kirschrot entschieden, weil ich eine Pfanne im gleichen Ton habe. Es gibt sie aber in 15 verschiedenen Optionen von Grün bis Lila. Davon findet ihr auf Amazon immerhin 13 Farben:

  • Kirschrot (Testmodell)

  • Azure

  • Bamboo Green

  • Schwarz glänzend

  • Schwarz matt

  • Coastal Blue

  • Deep Teal

  • Ofenrot

  • Flint

  • Meringue

  • Nectar

  • Shell Pink

  • Karibik

Le Creuset Kaffeebereiter Colors

Weniger Auswahl habt ihr hingegen beim Fassungsvermögen. 1 Liter und das wars, Le Creuset fackelt nicht lange. Ich halte das für eine sinnvolle Größe für eine French Press. Allerdings solltet ihr die Kanne immer voll machen und komplett verbrauchen.

Alles andere ergibt komischen Kaffee, weil die Mengenverhältnisse bei der Zubereitung nicht stimmen. Und stehen lassen solltet ihr frisch gebrühten Kaffee auch nicht, weil das Aroma durch die Bitterstoffe verloren geht. Vom Wiederaufwärmen fange ich gar nicht erst an.

Verarbeitung & Material: Keramik, Steinzeug oder Steingut?

Die Verarbeitung der French Press ist hervorragend. Was anderes hätte ich allerdings von Le Creuset und zu diesem Preis auch nicht erwartet. Die Marke tut sich damit auch selbst einen Gefallen, schließlich gibt es 5 Jahre Garantie.

Einen Pluspunkt bekommt die Le Creuset French Press von mir sofort: kein Plastik weit und breit!

Die Kaffeekanne ist aus massivem Steinzeug und mit mehr als einem Kilogramm deutlich schwerer, als jede andere French Press in meinem Test. Der Bodum Kaffeebereiter mit seiner Kanne aus Glas und die ECOOE French Press aus Edelstahl kommen da nur knapp auf die Hälfte.

Weil es immer wieder Verwirrung gibt, ein kurzer Ausflug in Materialkunde: Steinzeug und Steingut gehören beide zu Keramik. Steinzeug ist aber die dichtere und robustere Variante, die bei höheren Temperaturen gebrannt wird. Dabei wird eine Glasur aufgetragen, die für die glänzende und bunte Beschichtung sorgt.

Le Creuset Kaffeebereiter In Use

Als Material für eine French Press hat Steinzeug verschiedene Vor- und Nachteile:

VORTEILE

  • Sieht schick aus & ist hochwertig
  • Relativ bruchfest (im Vergleich zu Glas)
  • Sehr guter Wärmespeicher

NACHTEILE

  • Ziemlich schwer
  • Preisintensiv

Ihr könnt die Kanne sogar bis 260 Grad in den Ofen stellen. Wer das mag, kann so seine French Press vor der Zubereitung vorheizen. 

Ich fand es lange Zeit besser, wenn ich den Kaffee bei der Zubereitung sehen kann. Allerdings überzeugen mich bruchfeste Materialien nach einigen zerschmissenen Kannen immer mehr, weil nicht ständig Ersatzteile ranmüssen.

Ein guter Kompromiss ist aus meiner Sicht Edelstahl. Der ist leichter und garantiert unkaputtbar. Für meine Coffeeness French Press, die hier natürlich außerhalb der Wertung liegt, hab ich mich deswegen dafür entschieden. 

Geschmack & Aroma: Klassischer Kaffee aus der French Press

Wenn wir über das Kaffeearoma sprechen, geht es weniger um den Kaffee aus dem Le Creuset Kaffeebereiter, sondern um French Press Kaffee allgemein. Der wird im Full-Immersion-Verfahren zubereitet, wie zum Beispiel auch mit der Aero Press.

Dabei zieht das Pulver im Wasser, sodass Aromastoffe und Kaffeeöle aus den Bohnen in den Kaffee übergehen. Der ist dadurch stark, aromatisch, gerade heraus und ihr spürt noch ein paar Kaffeepartikel auf der Zunge.

Damit das klappt, sind zwei Punkte wichtig: die Zubereitung und der Kaffeefilter in der French Press. Der besteht aus einem Träger, einem groben und einem feinen Metallfilter. Die müssen stabil verbaut sein und schlüssig mit dem Rand der Kanne abschließen.

le creuset kaffeebereiter sieb

Für den Le Creuset Filter kann ich beide Kriterien bestätigen. Der Kaffeesatz bleibt beim Stempeln dort, wo er hingehört – am Kannenboden. Und es kommen weniger Kaffeepartikel in die Tasse, wodurch es auch weniger Pelz auf der Zunge gibt.

Anleitung: Kaffeezubereitung mit dem Le Creuset Kaffeebereiter

Auch wenn die Le Creuset French Press optisch aus der Reihe tanzt, funktioniert die Anleitung für das Kaffeekochen genauso einfach, wie bei anderen Kaffeebereitern:

  1. Kaffeebohnen mahlen: Immer frisch und immer mittelgrob (in der Kaffeemühle meist Stufe 8 bis 10). Mahlt ihr zu fein, werden zu viele Aromastoffe extrahiert, es wird bitter und der Filter lässt sich schwer herunterdrücken. Mit zu grobem Pulver bietet ihr der Extraktion nicht genug Oberfläche und der Kaffee wird fade.

  2. Kaffeepulver dosieren: Für mich persönlich sind 55 Gramm Kaffee die ideale Menge für die 1000-ml-Kanne. Wenn ihr es stärker wollt, könnt ihr auch auf 65 Gramm hochgehen. Alles darüber hinaus erschlägt euch vermutlich, darunter gibt’s Plörre. 

  3. Wasser kochen: Hier ist vor allem die Temperatur entscheidend. Damit ihr den Kaffee nicht verbrennt, sollte die bei 95 bis 96 Grad liegen. Wenn ihr kein Thermometer habt, wartet nach dem Siedepunkt einfach 90 Sekunden, dann seid ihr dem Wert nah genug.

  4. Aufgießen & rühren: Gießt die Kanne zur Hälfte auf und rührt dann mit einem Löffel einmal gründlich um. Dann kommt das restliche Wasser rein, Deckel drauf und ihr könnt den Kaffee ziehen lassen. 

  5. Ziehzeit: Ich empfehle euch 3,5 bis 4 Minuten – bei feinerem Pulver und für milderen Kaffee eher weniger, bei grobem Mahlgrad oder für stärkeren Kaffee könnt ihr die 4 Minuten voll ausreizen.

  6. Stempel drücken: Drückt den Filter über den Deckelknopf langsam und gleichmäßig nach unten. Bei zu schnellem Gedrücke kann die Kaffeepampe sonst schnell mal über Bord gehen.

Sobald der Kaffee fertig ist, solltet ihr direkt einschenken und los trinken. Auch wenn das Steinzeug einen Thermoeffekt hat, hilft euch der nur insofern, als der Kaffee nach dem Ziehen noch schön heiß ist.

Bleibt die Flüssigkeit auf dem Kaffeesatz sitzen, wird das Kaffeepulver weiter extrahiert und der Kaffee wird je nach Bohne bitter oder sauer. Er muss also schnellstmöglich raus aus der Kanne. 

Ist euch ein Liter zu viel auf einmal, habt ihr zwei Möglichkeiten:

  • In eine Thermoskanne umfüllen (bitte nur im Notfall machen, denn Kaffee wird durchs Herumstehen nicht besser) 

  • Eine kleinere French Press Kanne für weniger Tassen kaufen

Beim Fassungsvermögen bietet euch Le Creuset keine Alternativen. Wenn ihr eine kleinere Kanne sucht, müsst ihr euch bei anderen Herstellern umschauen. Bodum Kaffeebereiter, die Bialetti French Press und auch meine Coffeeness Kanne gibt es schon ab 300 Milliliter. 

Coffeeness French Press CTA

Weil viele von euch immer wieder fragen: Ja, mit einer French Press könnt ihr auch Tee zubereiten. Dann solltet ihr sie allerdings auch nur dafür und nicht für Kaffee nutzen, damit es kein Geschmacks-Kreuzzüchten gibt. Von Le Creuset gibt es übrigens auch noch eine Teekanne mit Siebeinsatz aus Steinzeug.

Der richtige Kaffee: Die Bohnen können sich nicht verstecken

Zur richtigen Zubereitung gehören immer auch die Kaffeebohnen. Und ihr wisst, dass ich da keine Kompromisse mache. Kaffeepulver aus dem Supermarkt gehört weder in eine French Press, noch in irgendeine andere Kaffeemaschine.

Nehmt ganze Bohnen, die möglichst frisch geröstet und fair gehandelt sind. Denn für French Press Kaffee ist wichtig: Ihr bekommt genau, was die Bohne zu bieten hat. Hier gibt es keine Papierfilter, die Aromen abmildern oder Bitterstoffe entfernen.

Schokonoten tendieren schnell in Richtung bitter und Fruchtnoten zeigen sich eher sauer. Ich empfehle euch eine Omniroast-Mischung, die irgendwo dazwischen landet.

Ich hab für meinen French Press Test meine Coffeness Bohnen verwendet und das hat gut geklappt. Nehmt lieber etwas weniger Kaffeepulver – also die 55 statt der 65 Gramm, da sie für Kaffeevollautomaten entwickelt sind.

Kaffee für Vollautomaten by Coffeeness

Kaffee entwickelt für den Vollautomaten

Mein Kaffee eignet sich bestens für alle Getränke aus dem Vollautomat.

Täglich frisch geröstet

Schokoladiges Aroma

Fair gehandelt

Für Espresso, Kaffee & Milchgetränke

Mehr erfahren

Reinigung & auseinanderbauen: Mit Spülmaschine & Bastelanleitung

Eine French Press muss nach jeder Nutzung gründlich gereinigt werden. Immerhin sind sämtliche Teile immer direkt mit Kaffeeölen und Co in Kontakt. Sonst wird es hygienetechnisch echt bedenklich und es schmeckt auch nicht mehr.

Mit dem Le Creuset Kaffeebereiter könnt ihr euch an die typischen French-Press-Reinigungsschritte halten:

  1. Kaffeesatz in den Müll entleeren, damit ihr den Ausguss nicht verstopft

  2. Filter in 3 Teile auseinanderbauen

  3. Alle Teil inkl. Kanne in die Spülmaschine oder von Hand spülen

  4. Gründlich trocknen lassen

  5. Filter wieder zusammenbauen

Für den Filter gilt die unten gezeigte Reihenfolge: erst die Basis, dann das feine und zum Schluss das grobe Sieb. Schraubt alles fest zusammen, damit der Stempel auch weiterhin die Kaffeekrümel im Griff behält.

le creuset kaffeebereiter stempel

Fazit: Meine Erfahrungen mit dem Kaffeebereiter der Marke Le Creuset

Wer sich einen Kaffeebereiter von Le Creuset in die Küche stellt, hat sich ansonsten wahrscheinlich schon viele Wünsche im Leben erfüllt. Denn seien wir mal ehrlich: von wirklich brauchen können wir hier nicht sprechen.

Aber, wenn euch der Thermoeffekt das Geld wert ist und euch das Gewicht nicht stört, bekommt ihr eine einwandfreie High-End French Press. Wenn euch das Steinzeug doch nicht ganz überzeugen kann, ist die Bodum French Press aus Borosilikatglas meiner Meinung nach die beste Alternative.

Wie steht ihr generell zu Le Creuset, ist euch die Marke ihren Preis wert? Oder habt ihr den Kaffeebereiter sogar schon ausprobiert? Teilt eure Eindrücke in den Kommentaren mit mir!

Aktualisiert: 4. Mai 2024
Dein Kaffee-Experte
Team Image
Arne Preuss

Moin! Ich bin Arne. Nach einigen Jahren als Barista habe ich mich einer Mission verschrieben: mehr guten Kaffee unter die Leute zu bringen. Dafür stellen mein Team und ich eine breite Wissensbasis zum Thema Kaffee für euch bereit.

Mehr über Arne Preuss

Moin! Ich bin Arne. Nach einigen Jahren als Barista habe ich mich einer Mission verschrieben: mehr guten Kaffee unter die Leute zu bringen. Dafür stellen mein Team und ich eine breite Wissensbasis zum Thema Kaffee für euch bereit.

Mehr über Arne Preuss

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest

5
Neueste
Älteste
Inline Feedbacks
View all comments
Inhaltsverzeichnis