Rommelsbacher Kaffeemühle EKM 200 im Test

Ich bin Arne Preuß und kämpfe für mehr hochwertigen Kaffee.

Das musst du dir auf der Zunge zergehen lassen: eine elektrische Kaffeemühle mit Scheibenmahlwerk unter 50 Euro. Das klingt nach einem Widerspruch.

Rommelsbacher Kaffeemühle EKM 200 Test

Das musst du dir auf der Zunge zergehen lassen: eine elektrische Kaffeemühle mit Scheibenmahlwerk unter 50 Euro. Das klingt nach einem Widerspruch.

Schließlich lasse ich mich in einem Artikel zum Thema Kaffeemühlen nicht umsonst lang und breit über den Wert eines ordentlichen Geräts aus.

Darum war ich neugierig, was die Rommelsbacher EKM 200 tatsächlich leisten kann. Die kompakte Mühle steht aktuell ganz oben auf der Amazon Bestsellerliste. Hat sie diesen Platz verdient? Ich sage mal so: Da kann man nicht meckern. Zu viel erwarten aber auch nicht.

Der erste Eindruck

Kunststoff, so weit das Auge reicht: Was Anderes habe ich bei einem Gerät um die 50 Euro auch nicht erwartet. Trotzdem haben es die Bayern von Rommelsbacher geschafft, die Mühle durchaus solide zu bauen.

Rommelsbacher Kaffeemühle EKM 200 Barista Test

Sie ist zwar nicht besonders schwer, steht aber fest auf dem Untergrund und besitzt ein rundes Design – was schon einmal darauf hindeutet, dass sie relativ leicht zu säubern sein sollte.

Was mir als erstes auffällt, sind die großen Rädchen und Einstellknöpfe, bei denen sich die Macher eindeutig auf ein Laien-Publikum eingestellt haben: Statt ausschließlich kryptischer Zahlen enthält die Mahlgradeinstellung Richtungspfeile und klare Ansagen.

Auch den Drehknopf an der Front kannst du nun wirklich nicht übersehen. Die Skala musste ich erst einmal abchecken. Laut Bedienungsanleitung handelt es sich nicht um Sekundenangaben, sondern um Tassenportionen – noch so ein Hinweis auf das anvisierte Publikum.

Laut Küchenwaage entspricht eine Tassenportion um die 20 Gramm, was in etwa der Mindestmenge für die meisten Kaffeezubereitungsmethoden (im Gegensatz zur Espressobereitung) entspricht.

Als (optisches) Gegengewicht zum Bohnenbehälter mit 250 Gramm Füllmenge verfügt die Front über einen großen Auffangbehälter für das Kaffeemehl. Der hat einen Deckel, was ich grundsätzlich ziemlich gut finde – Stichwort Aromenschonung.

Rommelsbacher Kaffeemühle EKM 200 Seite

Allerdings verführt das dazu, fertig gemahlenes Pulver länger aufzubewahren – als Vorrat und so. Wie schrecklich ich das finde, weißt du spätestens, wenn ihr meine Fragen und Antworten zum Thema Kaffee durchgelesen habt.

Aus diesen ganzen Faktoren kannst du für die Rommelsbacher schon im Vorfeld einige Schlüsse ziehen:

  • Die Rommelsbacher EKM 200 ist ein ausgesprochenes Einsteigergerät.
  • Sie ist für gröberes Kaffeemehl für Zubereitungsmethoden wie French Press, Handfilter und Co. gedacht. (Darum auch der große Auffangbehälter).
  • Sie nimmt dir viel Einstellarbeit ab, du musst allerdings darauf vertrauen, dass die Maschine bei der Kaffeemenge weiß, was sie tut.
  • Die Fertigung aus Kunststoff weist darauf hin, dass sich das Gerät statisch aufladen könnte und somit viel Kaffee auf dem Weg in den Behälter hängen bleibt.

Das Mahlwerk

Hier sammelt die Rommelsbacher zwei dicke Pluspunkte: Scheibenmahlwerk! Aus Stahl! Diese Kombi halte ich für die beste Idee bei Kaffeemühlen, denn das robuste Material hält meist länger als die vielbesungene Keramik und Scheibenmahlwerke sind sowieso top.

Näheres dazu verrate ich dir in meinen Artikel zu Kaffeemühlen.

Doch stellt sich natürlich die Frage, warum ich in jenem Artikel ausschließlich Maschinen weit über 50 Euro empfehle und nicht einfach bei einem Schnäppchen wie der Rommelsbacher bleibe.

Die Antwort verbirgt sich im Detail: Entscheidend für den perfekten Mahlgrad und ein homogenes Ergebnis sind der Durchmesser und der Aufbau der Scheiben sowie die Verstellbarkeit zueinander.

Da muss die Rommelsbacher EKM 200 unweigerlich Abstriche machen, denn das Mahlwerk ist erstens recht winzig, zweitens nicht stufenlos einstellbar und hat drittens nicht so viel Power wie die hochwertigen Geräte.

Außerdem sind die nicht versenkten Schrauben (wie im Foto zu sehen) eher hinderlich für ein wirklich gleichmäßiges Ergebnis.

Zusätzlich lässt sich das Rädchen für den Mahlgrad schwer drehen. Sobald Kaffeepulver im Mahlwerk verbleibt, kann es sich sogar mal verkanten – und du musst direkt in das Mahlwerk greifen, um es zu verstellen.

Du kannst 9 Hauptstufen einstellen und diese noch einmal mit jeweils 7 Unterstufen nachjustieren. Insgesamt 63 Mahlgrade sind allerdings recht ordentlich und erlauben dir auf jeden Fall, verschiedene Zubereitungsmethoden zu bedienen.

Jeder Kaffeefan mit Anspruch wird dennoch zu Recht bemängeln, dass die Mühle keine Einstellungsmöglichkeiten bei der Kaffeemenge erlaubt. Behältst du die Zielgruppe im Hinterkopf, ist dieser Faktor aber ein Pluspunkt, denn für Otto Normaltrinker ist zunächst nur ein verstellbarer Mahlgrad wichtig.

Ich habe gelesen, dass man die Mühle auch überlisten kann und einfach den Start-Stop-Knopf zwischendurch drückt, um so die Mahl-Zeit und -Menge zu verkürzen. Der Trick ist an sich gar nicht so dumm, allerdings stehen dabei die Chancen gut, dass du den (günstigen) Motor killst. Darum: Lass es lieber!

Fassen wir kurz zusammen:

  • Hochwertiges Scheibenmahlwerk aus Stahl.
  • Eindeutige Einstellmöglichkeiten.
  • Feinjustierung möglich.
  • Weniger Leistung als hochpreisige Mühlen.
  • Mahlwerk verkantet relativ leicht.
  • Keine Einstellungsmöglichkeit für die Kaffeemenge (pro Portion).

Die Rommelsbacher EKM 200 im Einsatz

Von einem Scheibenmahlwerk kannst du theoretisch erwarten, dass es relativ leise vor sich hinrumpelt – etwa im Gegensatz zum billigen Schlagmahlwerk.

Rommelsbacher Kaffeemühle EKM 200 Mahlgrad

Die Rommelsbacher hält dieses Versprechen: Sie ist wesentlich leiser als ihre Schlagkollegen im gleichen Preissegment. Allerdings auch nicht so leise, dass eine entspannte Unterhaltung beim Mahlen möglich wäre.

Ich habe mich einmal durch verschiedene Mahlgrade und Mahlmengen probiert und muss sagen, dass das Ergebnis recht zufriedenstellend ist:

  • Das Kaffeemehl ist in jeder Einstellung recht gleichmäßig – perfekt ist es nicht.
  • Besonders in den feinsten Einstellungen bleibt recht viel Mehl im Mahlwerk zurück.
  • Für die größte Kaffeemenge (12 Tassen) braucht die Maschine recht lange und muss danach erst einmal ein paar Minuten ruhen (wie es auch in der Anleitung steht).
  • Der Motor läuft also schnell warm, was für das Kaffeearoma natürlich nachteilig ist.

Diese Ergebnisse bestärken mich in meiner Ansicht, dass die Rommelsbacher EKM 200 eher für den gelegentlichen Gebrauch gedacht ist und bei Kunden gut ankommt, die ein paar Abstriche bei der Kaffeemehlqualität nicht so eng sehen.

Die Reinigung

Eine Kaffeemühle, die du nicht mindestens bis zum Mahlwerk auseinandernehmen kannst, ist in meinen Augen Schrott. Denn gerade in den feinen Rillen sollte kein Kaffee zurückbleiben. Der wird nämlich schnell ranzig.

Rommelsbacher Kaffeemühle EKM 200 Behaelter

Die Rommelsbacher bringt einen feinen Reinigungspinsel mit und erlaubt dir auch, das Mahlwerk (bzw. den Mahlstempel) heraus zu nehmen. Dann musst du allerdings ein bisschen fummeln, wenn du Kaffee aus dem Schacht entfernen willst.

Den Auffangbehälter samt Deckel kannst du in die Spülmaschine stellen, beim Rest ist eher Handarbeit angesagt. Alles in allem ist die Reinigung jedoch kein Problem. Da recht viel Kaffeepulver in den Ecken und Kanten zurückbleibt, solltest du das auf jeden Fall öfter tun.

Mein Fazit: Für wen ist die Rommelsbacher EKM 200 gedacht?

Reden wir nicht lange um den heißen Brei: Wenn du einen günstigen Einstieg in die Welt der Kaffeemühlen suchst, machst du mit der Rommelsbacher EKM 200 kaum etwas falsch.

Sie ist für alle gedacht, die ab und zu Kaffee trinken, noch nicht so viel über Mahlgrad und -zeit wissen und das Aroma frisch gebrühten Kaffees (zum Beispiel aus der French Press) lieben.

Wer lieber Espresso aus dem Siebträger trinkt, oft und gern mahlt und verschiedene Einstellungen ausprobiert, für den ist die Rommelsbacher allerdings nichts. Dazu hat sie einfach nicht genug Power und kommt außerdem schnell an ihre Grenzen.

Der Bestsellerplatz bei Amazon ist aber durchaus berechtigt, wenn du dir die Pro-Liste anguckst:

  • sehr günstiger Preis.
  • recht robuste Verarbeitung.
  • 63 Mahlgradeinstellungen.
  • für gröberes Kaffeemehl.
  • Scheibenmahlwerk aus Stahl.
  • relativ leichte Reinigung.
  • relativ leise.

Auch die Gegenargumente will ich noch einmal kurz im Überblick aufführen:

  • beschränkte Leistungsfähigkeit.
  • statische Aufladung.
  • Scheibenmahlwerk auf Einstiegsniveau.
  • Mahleinstellung neigt zum Verkanten.
  • Leichte Unregelmäßigkeiten im Mahlergebnis.
  • keine Einstellmöglichkeiten für die Portionsmenge.

Für alle, die auch bereit sind etwas mehr auszugeben, zwei Tipps von mir:

Hast du schon Erfahrung mit der Rommelsbacher EKM 200? Dann hinterlasse mir gern einen Kommentar!

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