Martermühle Kaffee Test: Ein Hoch auf den Kompromiss!

Ich bin Arne Preuß und kämpfe für mehr hochwertigen Kaffee.

Ich bin sicherlich nicht der einzige Kaffee-Enthusiast, der an der Kaffeetafel regelmäßig auf Unverständnis stößt. Denn als waschechter Third-Wave-Blogger bin ich ein Fan blumiger, fruchtiger Röstungen, die den Gaumen an eine Mischung aus Tee und Kaffee erinnern.

Martermühle Kaffeebohnen Test

Ich bin sicherlich nicht der einzige Kaffee-Enthusiast, der an der Kaffeetafel regelmäßig auf Unverständnis stößt. Denn als waschechter Third-Wave-Blogger bin ich ein Fan blumiger, fruchtiger Röstungen, die den Gaumen an eine Mischung aus Tee und Kaffee erinnern.

Mit genau solchen Mischungen kann ich aber viele Besucher, Familienmitglieder und Freunde jagen. Die nennen die Frucht „sauer“ und fragen sich, was ich ihnen da wieder vorsetzen will. Diese Kaffeemeute lechzt nach kräftigeren Röstungen, in denen Kaffee mit Großbuchstaben geschrieben wird. Schoko- und Nussnoten werden gern genommen und mit Karamell und Süße abgerundet.

Was also tun? Umerziehung und Missionieren bringt in diesem Fall nichts. Ich möchte aber auch nicht jedes Mal drölfzig unterschiedliche Chemex oder Handfilter mit unterschiedlichen Bohnen ansetzen.

Die Lösung lautet: Kompromiss-Röstungen! Diese Kaffeebohnen verbinden meine Third-Wave-Vorlieben mit den kräftigeren Kaffeenuancen, die anderen schmecken. Frucht und Blumen schummeln sich an den tiefen Schokoladennoten vorbei und am Ende sitzen alle zufrieden am Tisch.

Ich weiß nicht, ob es die Martermühle Kaffeerösterei aus Aßling in Bayern genau darauf angelegt hat. Doch die drei Kaffeeröstungen, die ich für euch getestet habe, schaffen allesamt diesen spannenden Spagat.

Mal dominiert der eine Charakter, mal der andere. Doch die Stoßrichtung ist sowohl beim Colombia Kaffee als auch beim Kaffee Aßlinger Mischung und dem Guatemala Kaffee immer gleich: Hier ist für jeden Geschmack was dabei. Klingt abgedroschen, ist aber so.

Die Jungs von Martermühle haben mir das Kaffee Probierpaket mit den drei Mischungen zu je 250 Gramm zugeschickt, das wir aber dennoch selbst bezahlt haben.

Die Martermühle Kaffees im Überblick

Ich begrüße es immer, wenn sich ein Röster die Mühe macht, seine Kaffees grundsätzlich in einfache Geschmackskategorien zu unterteilen. Das erleichtert die Auswahl für Probierneulinge, die erst später an der Herkunft auch den grundsätzlichen Charakter einordnen können.

Der Kaffee Colombia und der Kaffee Guatemala laufen beide unter der Überschrift „kräftig“, was ich sofort so unterschreibe. Die Aßlinger Mischung als Signature Coffee ist unter „mittelkräftig“ zu finden und vereint sehr viele Herkunftsländer.

Martermühle Probierpaket

Mir ist beim Recherchieren im Onlineshop des Rösters aufgefallen, dass die beiden Herren überhaupt auf Lala-Geschwafel verzichten und ihre Seite mit viel Wissen für den Endverbraucher ausgestattet haben.

Ihr erhaltet sowohl Kaffee- als auch Espressobohnen, auch ein recht breites Bio-Sortiment ist vorhanden. In Sachen Fair Trade und Direkthandel geben sie an, dass sie „viele Kaffees bis zur Kaffeeplantage zurückverfolgen“ können. Ob das nun bedeutet, dass alle Kaffees aus dieser Direktbeziehung stammen, kann ich daraus nicht ablesen.

Das Preisniveau übersteigt die 30 Euro pro Kilogramm nie, es sei denn, ihr wollt handgefertigte Kaffeepads für die Padmaschine kaufen. Diesen Fauxpas will ich mal durchgehen lassen.

Kaffee Colombia

EintragWert
RösterMartermühle Kaffeerösterei
NameKaffee Colombia
Bohne100 % Arabica
HerkunftslandKolumbien
HerkunftsortCiudad Bolivar, Antioquia
HandelswegExporteur
VarietätCaturra, Bourbon, Castillo
ErnteverfahrenHandgepflückt
AufbereitungGewaschen
TrocknungSonne und Maschine
ZubereitungsempfehlungHandfilter, French Press, Karlsbader Kanne, Siebträger, Vollautomat
Füllmenge bei Testpaket250 g
Preis pro kg in Euro25,96

Was ich mit Allround- oder Kompromiss-Kaffee meine, seht ihr allein schon an der Zubereitungsempfehlung. Es gibt eigentlich nichts, was der Kaffee Colombia nicht kann. Ich habe den Kaffee der Einfachheit halber mit dem Handfilter aufgebrüht und dabei folgende Spezifikationen eingehalten:

  • Ungefähr 6 g Kaffee pro 100 ml
  • Mahlgrad mittelfein
  • Papierfilter vorher ausspülen
  • Kurze Blooming-Phase (Mehl leicht angießen)
  • Wasser in kreisenden Bewegungen aufgießen

Bohnenbild

Bis auf ein paar kleine Patzer, die ich unter „Naturprodukt-Ausfallerscheinungen“ verbuche, ist das Bohnenbild überaus sauber und gleichmäßig. Die Arabica-Bohnen haben eine sehr dunkle Farbe, sind allerdings meilenweit von der totgerösteten Industrieschattierung entfernt.

Kolumbien Kaffeebohnen Test

Geruch

Beim Öffnen des aluminiumfreien Beutels wird euch schon beim ersten Schnüffeln klar, dass der Kaffee sehr spannend ist. Der erste Eindruck ist marmeladig, also angenehm süß und fruchtig. Dabei ist eine Hauptnote Orange, Beeren haben auch einen Auftritt. Kakaonoten schieben das Ganze dann aber ziemlich schnell in die kräftigere Richtung. Überhaupt ist der Duft angenehm rund, bei jedem Dufttest zeigt sich eine andere Nuance.

Geschmack und Säure

Kaffeebohnen aus Kolumbien

Auf die Idee mit dem „Kompromiss-Kaffee“ bin ich beim ersten Schluck des Kaffee Colombia gekommen. Denn diese Röstung steht auf einem sehr frischen Grundgerüst, das manchen Fan kräftiger Röstungen sicher überrascht, aber nicht abstößt.

Über dieser Frische und angenehmen Säure liegt aber der eindeutige Charakter eines Kaffees im „Oldschool-Style“, der sich schokoladig-nussig und mit angenehmer Bitterkeit im Mund breitmacht. Allerdings schafft er das hervorragend ohne fiese Bitterstoffe oder dem Gefühl einer verbrannten Rumpelröstung.

Körper & Mundgefühl

Das Spiel von Schwere und Frische bewahrt den Kaffee Colombia davor, allzu körperreich und belastend im Mund zu liegen. Dadurch ergibt sich ein sehr samtig-elegantes Mundgefühl, das mir ausnehmend gut gefällt. Auch hier wird wieder der Kompromiss deutlich: nicht zu stark, nicht zu schwach, funktioniert für alle Gaumen.

Abgang und Nachhall

Wie es sich für kräftigere Röstungen gehört, habt ihr länger etwas vom Kolumbianer. Er brennt sich zwar nicht ins Gedächtnis, ist aber auch nicht sofort verschwunden. Es mag an seiner zweigesichtigen Stilistik liegen, dass es sich nicht ganz so

sehr in meinem Hirn einnistet.

Für wen ist der Kaffee Colombia geeignet?

Für alle, die sich nicht immer festlegen wollen! Auf den ersten Blick finde ich, dass der Kaffee Colombia immer dann auf die Kaffeetafel kommen sollte, wenn ihr etwas zu feiern habt. Er hat sehr viel Charakter, der sich auch gegen fette Sahnetorten durchzusetzen weiß.

Kaffee Guatemala

EintragWert
RösterMartermühle Kaffeerösterei
NameKaffee Guatemala
Bohne100 % Arabica
HerkunftslandGuatemala
HerkunftsortVerschiedene Regionen, Fraijanes, Atitlan
HandelswegKooperative mit Exportlizenz
VarietätCaturra, Bourbon, Pacamaras,Tipica
ErnteverfahrenHandgepflückt
AufbereitungGewaschen
TrocknungSonne, Maschine
ZubereitungsempfehlungHandfilter, French Press, Karlsbader Kanne, Siebträger, Vollautomat
Füllmenge bei Testpaket250 g
Preis pro kg in Euro25,96

Beim zweiten kräftigen Martermühle Kaffee bin ich nicht ganz sicher, ob ich ihn so richtig mag. Als investigativer Blogger habe ich jedoch meine Kompromiss-Theorie im Feld überprüft und Bekannte schlürfen lassen, von denen ich weiß, dass sie auf kräftige Mischungen mit „echtem Kaffeegeschmack“ stehen.

Guatemala Kaffeebohne Test

Wie erwartet, waren sie vom Kaffee Guatemala schwer begeistert. Und zwar so sehr, dass die Röstung bei ihnen gleich im Warenkorb gelandet ist. Zur Zubereitung habe ich dieFrench Press benutzt, weil besagte Freunde dieses Equipment immer benutzen. Dabei gilt:

  • Ungefähr 6 g Kaffee pro 100 ml
  • Mahlgrad mittel bis grob
  • „Ziehzeit“ vor dem Runterdrücken der Kanne rund 3 Minuten

Bohnenbild

Von den drei Röstungen hat der Martermühle Kaffee Guatemala das unruhigste Bohnenbild. Hier wechseln sich verschiedene Schattierungen recht deutlich ab. Davon abgesehen sind Bruch oder große Unregelmäßigkeiten kein Thema.

Geruch

Kam beim Kolumbianer zuerst die Frucht in der Nase an, ist dies beim Kaffee Guatemala andersherum. Hier gibt es klare Ansagen von Kakao, gefolgt von dunkler Nuss und ansprechender Süße. Ich habe jedoch darunter auch einen leisen Hauch von roten Beeren erschnüffelt. Diese waren sehr versteckt unter Gewürznoten, die teilweise schon fast grün-holzigen Charakter hatten. Damit hat der Kaffee Guatemala auf jeden Fall im Geruch schon vorweggegriffen, dass kräftig hier ernst gemeint ist.

Geschmack und Säure

Ich war darauf vorbereitet, einen sehr schweren Kaffee zu trinken, wurde dann aber doch mit etwas Frische im Munde überrascht. Dennoch gibt es keinen Zweifel daran, dass hier Kaffeetrinker der Dunkelröstung-Kategorie angesprochen werden sollen.

Das macht aber nichts, weil es dem Geschmack definitiv nicht an Ausgewogenheit fehlt, auch wenn mich persönlich die fruchtige Frische beim Kolumbianer mehr angesprochen hat.

Übrigens habe ich das Ganze dann noch der Einfachheit halber auch einmal mit dem Handfilter probiert. Hier kam die Frucht eindeutiger heraus. Sie hatte jedoch nicht den gleichen eleganten Charakter wie beim Kolumbianer, sondern versuchte sich mit Macht, gegen die dunkle Fülle durchzusetzen.

Da sich beide Geschmacksnuancen aber auch in unterschiedlichen Zubereitungsmethoden sehr gekonnt zueinander positionieren, ist der Guatemala von handwerklicher Seite wirklich gelungen.

Körper & Mundgefühl

Kaffeebohnen aus Guatemala

Mir fehlte es beim Körper und Mundgefühl trotz des ausgewogenen Aromas etwas an der Balance, die beim Kolumbianer so viel Spaß gemacht hat. Das Ganze ist etwas zu „in your face“ und betont seinen dunklen Kaffeecharakter zu sehr. Das heißt aber auch, dass wir uns hier meilenweit vom vorsichtigen Stolzieren typischer Hellröstungen befinden. Wenn ihr den Guatemala trinkt, dann merkt ihr auch, dass ihr ihn trinkt.

Samtig, präsent und sehr mundfühlend ist er allemal. Mir fiel gerade in dieser Hinsicht sofort auf, dass sich der Guatemala hervorragend mit Milchbegleitung machen dürfte. Unter diesen Gesichtspunkten ist klar, warum meine Bekannten dieser Röstung den Vorzug gegeben haben.

Abgang und Nachhall

Spätestens im Nachgeschmack hat mir der Kaffee Guatemala dann doch noch richtig Spaß gemacht. Denn dieser ist sehr köstlich, hat Noten von Schokobons und eine angenehme Süße. Schon deshalb habe ich mir zwischen den Schlucken viel Zeit gelassen, weil dieser Nachhall in meinen Augen die eigentliche Stärke des Kaffee Guatemala ist.

Für wen ist der Martermühle Kaffee Guatemala geeignet?

Für alle, die es dunkel mögen, aber keinen Bock auf platten Industriekrempel haben. Ich finde die Balance zwischen frischer Eleganz und klarer Kaffee-Positionierung auch hier gelungen, obwohl ich glaube, dass der Guatemala unter diesen drei Röstungen eher ein „Liebhaberstück“ sein könnte – entweder man mag ihn, oder nicht.

Aßlinger Mischung

EintragWert
RösterMartermühle Kaffeerösterei
NameAßlinger Mischung
Bohne100 % Arabica
HerkunftslandKolumbien, Costa Rica, Guatemala, Brasilien, Athiopien
HerkunftsortVerschiedene Regionen
HandelswegUnterschiedlich
VarietätKeine Angaben
ErnteverfahrenHandgepflückt (bis auf Brasilien)
AufbereitungNass (Brasilien trocken)
TrocknungKeine Angaben
ZubereitungsempfehlungHandfilter, French Press, Karlsbader Kanne, Siebträger, Vollautomat
Füllmenge bei Testpaket250 g
Preis pro kg in Euro23,96

Jede kleine Fachrösterei von Rang bietet eine eigene Signature Mischung an. Bei Martermühle ist dies die Aßlinger Mischung, die nach dem Unternehmensstandort benannt ist. Es gibt sie als Espresso oder Kaffee, wobei ich im Probierpaket den Kaffee getrunken habe.

Signature Mischungen sind meist so etwas wie der Lackmus-Test für die kompositorischen Fähigkeiten der Röster. Schließlich können sie sich hier nicht hinter den Besonderheiten einer bestimmten Bohne oder Herkunft verstecken. Sie müssen beweisen, dass sie einen ganz eigenen Stil etablieren können, der ihr Handwerk auszeichnet.

Martermühle Kaffeebohnen Test

Das geht oftmals mächtig schief. Dann werden die Signatures zu etwas Beliebigem, das so schmeckt, wie der Datenzettel aussieht: Wie eine unentschiedene Mischung aus den Bohnen, die gerade zur Verfügung standen.

Bei der Aßlinger Mischung als „mittelkräftiges“ Angebot müsst ihr euch diese Sorgen nicht machen. Sie ist weder so frisch wie der Columbia, noch so kräftig wie der Guatemala. Sie fährt vielmehr einen Stil, der mir immer mehr ans Geschmacksherz wächst.

Bei diesem mittelkräftigen Modell habe ich erneut zum Handfilter gegriffen, weil mit dem Sidamo aus Äthiopien ein klar süßer Kaffee im Spiel ist, dem ich aber seine ebenso charakteristischen Zitrusaromen aus dem Leib kitzeln wollte. Ich kann es einfach nicht lassen. Die Voraussetzungen und Parameter sind wiederum die gleichen.

Bohnenbild

Den Aßlinger Kaffee erkennt ihr schon an der etwas helleren Farbe der Bohnen. Auf den Fotos sieht man das leider nicht so gut – im Tageslicht sofort. Auch hier gab es nichts zu meckern, die Röstung war regelmäßig, sauber und bruchfrei.

Geruch

Die Haselnuss dominiert den Duft der Aßlinger Mischung und wird von den schon fast erwartbaren Schokonoten begleitet. Allerdings sind die Aromen beim Schnüffeln wesentlich hintergründiger und leichter als bei den anderen Kaffees. Wollte ich es fies sagen, wären sie schwach. Aber ich glaube, dass es hier wirklich darum geht, feiner ans Werk zu gehen.

Geschmack und Säure

Die Aßlinger Mischung mag im Duft nicht ganz eindeutig sein, doch im Geschmack geht sie ihre Aufgabe mit einer klaren Tendenz an: Hallöchen, Yogurette-Style! Diese Geschmackskomposition aus milchiger Sahnigkeit und Fülle, Beerenaromen und Schokonoten ist mir in den vergangenen zwei Jahren sehr häufig begegnet.

Ich würde sogar behaupten, dass sie der Inbegriff eines handwerklich guten Kompromiss-Kaffees ist. Denn je nach Zubereitung und Geschmacksgedächtnis schmeckt jeder Schluck etwas anders und alle kommen am Ende auf ihre Kosten.

Aßlinger Mischung im Kaffeebohnen Test

Die Aßlinger Mischung wurde 2012 von der Deutschen Röstergilde mit Gold prämiert. Und diese Einschätzung finde ich grundsätzlich richtig. Mich stört nur ein wenig, dass der Yogurette-Style hier wie ein Frühlingshauch daher kommt, es also etwas an kräftigen Farben missen lässt.

Seine milde Ausprägung und die vorsichtige Frische sind etwas zu Wischiwaschi, um Kaffee-Fans wirklich zu überzeugen. Auf der anderen Seite freuen sich die Dunkelröstung-Fans sicher wieder über die Fülle und dunkle Würze, an der es hier nicht fehlt.

Das „Problem“ dabei ist, dass ich erst vor Kurzem so richtige Yogurette-Kracher trinken durfte. Und dagegen wirkt der Aßlinger Kaffee etwas blass. Für sich genommen heißt das aber nicht, dass ich dem Kaffee ob seiner Vielseitigkeit nicht doch sehr viel abgewinnen kann.

Körper & Mundgefühl

Auch bei der Aßlinger Mischung ist die Balance wieder so gut gelungen wie beim Kaffee Columbia. Das Mundgefühl wird weder von den Säure-Rezeptoren, noch von den Bitterstoff-Rezeptoren dominiert. Es ist gefällig, ohne wirklich umfassend zu sein.

Die Milde, von der in der Eigendarstellung die Rede ist, kann dieser Signature Coffee absolut zu seinem Vorteil ausspielen. Er geht euch beim Trinken einfach nicht auf die Nerven und fühlt sich wie ein gut gekämmter Hausgast mit Manieren an.

Abgang und Nachhall

Im direkten Vergleich der drei Röstungen ist die Aßlinger Mischung diejenige, die den geringsten bzw. kürzesten Eindruck hinterlässt. Und ich bin der Ansicht, das ist Absicht. Ein niedlich-gefälliger Kaffee soll euch ja nicht bei jedem Schluck umhauen, sondern euch mit seinen leichten Noten beim Trinken erfreuen und dann eures Weges schicken.

Für wen ist der Martermühle Kaffee Aßlinger Mischung geeignet?

Für den Alltag! Dieser Kaffee bietet euch unterschiedliche Geschmacksnoten an, auf die ihr euch weder einlassen noch trainieren müsst. Das mag für experimentierfreudige Menschen auf der Suche nach der nächsten Knaller-Röstung zu wenig sein, doch ist genau richtig für den täglichen Konsumenten. Zubereitungsmethode der Wahl finden, ausführen, trinken, freuen, weiter geht’s …

Fazit zum Martermühle Kaffee Test

Mein erstes Kompliment an die Martermühle Kaffeerösterei betrifft ihre Fähigkeit zur Komposition. Ziemlich häufig wirken Probierpakete wie ein platter Versuch, möglichst einen bestimmten Geschmack zu pushen oder besondere Röstungen an den Mann zu bringen. Häufig sitzt ihr aber auch davor und fragt euch, wo jetzt eigentlich der Unterschied zwischen den Kaffees sein soll.

In diesem Kaffee Probierpaket sind jedoch drei wunderbar unterschiedliche Varianten vertreten, die dennoch einem roten Faden folgen. Dieser rote Faden lautet „Kaffee für alle Geschmäcker“, ohne dabei in Beliebigkeit zu versinken.

Die Martermühle zeigt, was möglich ist, wenn man die Ecken und Kanten bestimmter Kaffee-Provenienzen abschleift und darunter einen stilvollen Konsens findet. Ich persönlich fand den Kaffee Colombia am besten, weil er diese vorwitzige Frische ins Spiel gebracht hat und dennoch keinen Augenblick vergessen hat, dass er ein kräftiger Kaffee ist.

Alle Kaffees von der Martermühle im Test

Genauso schön finde ich, dass sich ausnahmslos alle drei Kaffees für das Spielen mit unterschiedlichen Zubereitungsmethoden eignen, die jeweils neue Facetten eröffnen. Auch das ist nicht immer selbstverständlich.

Das Preisniveau ist trotz der ausgesuchten Handwerkskunst überaus gefällig und die Klarheit der Website hilft jedem dabei, sich für neuen Kaffee zu begeistern.

Kleines Manko ist, dass die Tüten nicht wiederverschließbar sind und auch kein Röstdatum aufgedruckt ist. Ihr müsst euch also mit dem MHD begnügen und zurückrechnen. In meinem Probeset-Fall müssen wir vom MHD 08.07.2020 um 18 Monate zurückgehen und kämen damit bei einem Röstdatum im Dezember 2018 an.

Dafür erhaltet ihr aluminiumfreie Tüten, die eine wesentlich geringere Umweltsauerei sind.

Kurz und gut kann ich euch nur empfehlen, der Martermühle eine Chance zu geben. Denn der nächste Kaffeenachmittag mit der Familie kommt. Und dann spart ihr euch Diskussionen und verzogene Gesichter.

2 Kommentare

    Hi Arne,

    Erst einmal vielen Dank für deine tollen Artikel, Tests und Empfehlungen. Das alles hat mir sehr bei der „Einarbeitung“ in die Thematik Kaffee/ Espresso geholfen 🙂

    Jetzt habe ich noch eine Frage:
    In dem Artikel empfielst du Kaffeebohnen für eine Siebträgermaschine. Bisher dachte ich immer das macht keinen Sinn da eine Siebträgermaschine eine reine Espressomaschine ist und man deshalb auch Espressobohnen benutzen sollte. Denn diese sind ja extra so geröstet dass die Inhalsstoffe optimal extrahiert werden können. Auch dass es eine gut schmeckende „Allround-Mischung“ für alle Zubereitungsarten gibt ist mir entsprechend nicht so ganz klar.

    Hab das Probierpaket jetzt auch bestellt und werde eine Geschmacksprobe durchführen. Trotzdem würde ich es gerne auch noch verstehen.

    Würde mich über ein Feedback freuen.

    Viele Grüse,
    Der Matze

    Antworten
    Arne

    Hallo Matze,

    danke für die netten Worte :)! Ja, da geben wir dir Recht. Für eine Siebträgermaschine solltest du am besten nur Espresso-Bohnen benutzen und auch nur Getränke mit Espresso-Basis zubereiten. Die „Allround-Mischung“ ist relativ. Die perfekte gibt es nämlich nicht. Bzw. kommt das wohl auch auf den individuellen Geschmack an ;). Liebe Grüße Team Coffeeness

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