Kaffeemaschine entkalken: der ultimative Ratgeber

Im Leben jedes Besitzers eines Kaffeevollautomaten oder auch nur einer simplen Kaffeemaschine kommt irgendwann einmal der Punkt, an dem das Gerät seine Arbeit verweigert oder zumindest heftig nach „Kaffeemaschine entkalken“ verlangt.

Kaffeemaschine entklaken

Im Leben jedes Besitzers eines Kaffeevollautomaten oder auch nur einer simplen Kaffeemaschine kommt irgendwann einmal der Punkt, an dem das Gerät seine Arbeit verweigert oder zumindest heftig nach „Kaffeemaschine entkalken“ verlangt.

Reinigungstabletten

Und ja, bei vielen Geräten, gerade aus der Filter-Ecke, ist es ziemlich einfach, diese Aufforderung zu ignorieren oder zu umgehen. Und so eine Runde Entkalken ist manchmal ziemlich aufwendig und mit Unsicherheiten verbunden:

  • Wie oft muss ich die Kaffeemaschine entkalken?
  • Was passiert, wenn ich es nicht tue?
  • Welcher Entkalker ist die richtige Wahl?
  • Muss es immer der Original-Entkalker des Herstellers sein?
  • Sind die Werkseinstellungen der Maschinen nicht etwas übertrieben?

In diesem Ratgeber werde ich alle typischen Fragen rund um das Entkalken eurer Maschinen beantworten und euch ein paar Tipps mit auf den Weg geben, wie ihr euren Geräten ein möglichst langes Leben und euch einen möglichst langen Kaffeegenuss schenkt. Denn die Maschinen verlangen nach der Entkalkerei nicht ohne Grund.

Warum muss ich die Kaffeemaschine entkalken?

Wie wichtig das Thema Entkalken für alle Geräte, die mit Wasser in Berührung kommen, ist, seht ihr schon an meinen zahlreichen Artikeln, in denen Kalk in irgendeiner Weise eine Rolle spielt:

Der Brita Wasserfilter – Marktführer in Sachen Wasserfilterung – sorgt vor allem in Großstädten dafür, dass eure Maschinen weitaus langsamer verkalken, als wenn ihr ungefiltertes Wasser benutzt. Ähnliche Aussagen mache ich im Artikel 10 Dinge, die du beim Kauf eines Kaffeevollautomaten beachten musst.

Allerdings stelle ich auch die Frage, Ist ein Wasserfilter für einen Kaffeevollautomaten nötig? und komme zu der Überzeugung, dass es erstens auf die Art des Wasserfilters und zweitens auf die Region, in der ihr lebt, ankommt.

In eine ähnliche Richtung geht der Artikel zum Thema Kalkfilter im Wasserkocher – manche Versionen sind relativ durchdacht, viele allerdings nur Augenwischerei oder im Endeffekt wirkungslos.

Aber allein schon die Fülle dieser Artikel beweist, dass Kalk als Verbindung aus Calcium und Magnesium bei deutschem Leitungswasser eine nicht zu unterschätzende Tatsache ist.

Außer in Sachsen und im Saarland müsst ihr euch darum immer Gedanken machen.

Reinigungstabletten und Entkalker für Kaffeevollautomaten

Je höher der Anteil dieser Verbindungen im Wasser, desto größer ist der Härtegrad. Nun kommt aus den deutschen Rohren zum größten Teil Wasser, das deutlich über 9° deutsche Härte (dH) misst. 16 ° dH sind Durchschnitt, in den großen Städten kratzen wir regelmäßig an der 20er-Marke.

Über die Verbindung von Wasserhärte und Kaffeegeschmack wollen wir uns an dieser Stelle nicht unterhalten, denn das diskutiere ich ausführlich in allen Artikeln, die sich mit dem Kalkfilter in seinen tausend Varianten beschäftigen.

Uns geht es hier eher darum, was Kalk auf Dauer mit eurem Vollautomaten oder eurer Kaffeemaschine macht.

Die Auswirkungen im Kleinformat seht ihr schon, wenn ihr einfach einmal einen Blick in euren Wasserkocher nach x-Durchgängen werft. Auf der Heizplatte am Boden zeichnen sich nach und nach weiße Flecken ab, die immer mehr und immer hartnäckiger werden. Das ist Kalk.

Wird Wasser gekocht oder verdunstet, bleiben die Calcium-Magnesiumverbindungen als fester Stoff zurück und setzen sich besonders an allen Teilen fest, durch die heißes Wasser fließt bzw. die mit heißem Wasser in Berührung kommen.

Dabei ist das Trägermaterial bzw. dessen Wärmeleitfähigkeit meist ein wichtiger Katalysator, weshalb ihr auf dem Edelstahlboden des Wasserkochers meist schon nach dem ersten Kochdurchgang Kalk seht.

In einem Vollautomaten dauert das Verkalken aufgrund der Materialien zwar wesentlich länger. Doch dafür gibt es dafür mehr als eine Gelegenheit, schließlich muss das Wasser aus dem Wassertank zur Brühgruppe und durch den Kaffepuck zum Auslass und von dort in die Tasse.

Reinigung Behälter

Weil es dafür einen gewissen Wasserdruck braucht und die Automaten keine Schrankwand-Ausmaße haben sollen, sind die Schläuche und Schächte sehr dünn, stark gewunden und von außen kaum zu erreichen.

Das Problem: Jedes Mal, wenn Wasser oder Kaffee durch dieses filigrane Kapillarsystem an Schläuchen und Schächten läuft und anschließend trocknet, bleibt ein wenig Kalk zurück.

Der haftet zwar nicht so stark wie auf dem Wasserkocherboden, doch diese Rückstände summieren sich – je nach Wasserhärte oder Vorfilterung mal schneller, mal langsamer.

Das führt zu mehreren (möglichen) Effekten:

  1.  Die Ablagerungen können so dick werden, dass sie die Röhrchen und Leitungen verstopfen.
  2. Bei jedem Durchfluss nimmt der Kaffee bzw. das Wasser etwas vom abgelagerten Kalk mit und kippt ihn euch in die Tasse.
  3. Kalk lagert sich auch auf Hitze-Elementen und Sensoren etc. ab, die Maschine verbraucht mehr Energie und könnte kaputt gehen.

Nun ist der dritte Effekt meist so etwas wie das Worst Case Szenario, denn vorher kriegt ihr auf jeden Fall den zweiten Effekt mit. Der Kaffee hat dann eine kreidige/alkalische Note oder schmeckt einfach falsch.

Und ein noch deutlicheres Zeichen für zu viel Kalk in der Maschine ist eine besonders instabile bzw. nicht vorhandene Crema auf eurem KVA-Espresso.

Sobald ihr dieses Zeichen bemerkt, ist auf jeden Fall Kaffeemaschine entkalken angesagt. Denn dann ist die Verstopfung der Leitung meist auch nicht mehr weit. Weil ihr das Innenleben der Maschinen mal nicht eben durchfeudeln könnt, muss also das Entkalker-Programm ran.

Melitta Caffeo Barista Reinigung Schlauch

Wichtiger „Nebeneffekt“: Bei jedem Entkalkungsdurchlauf holt ihr auch gleich noch Kaffeereste aus der Maschine, die für den zweiten Todesstoß jeder Maschine verantwortlich sind: Schimmelbildung.

Auch wenn ich mich in diesem Artikel hauptsächlich auf Vollautomaten beziehe, gilt das Gleiche natürlich auch für Filtermaschinen. Die sind allerdings nicht ganz so empfindlich, weil die Wasser-Druck-Technik darin nicht ganz so filigran und verfrickelt ist.

Ausnahmen sind Kaffeemaschine mit Mahlwerk, die einem Vollautomaten gar nicht so unähnlich sind. Doch die Filter-Kollegen sagen euch meist nicht, dass sie entkalkt werden wollen. Die Vollautomaten hingegen schon.

Wie funktionieren Entkalkungs-Programme im Kaffeevollautomaten?

Aus dem Stand fällt mir kein aktueller Kaffeevollautomat ein, der kein Entkalkerprogramm hat. Das wäre auch widersinnig, schließlich betonen die Hersteller immer wieder, dass die Gerätegarantie erlischt, wenn ihr nicht ordentlich entkalkt.

Auch wenn sich Zeitaufwand und Programmdurchführung von Gerät zu Gerät unterscheiden können, funktionieren alle Entkalkerprogramme gleich: Nach x Durchgängen/Bezügen verlangt die Maschine einen Durchlauf.

Dabei wirken die Entkalkerprogramme zwar, als würden sie mitdenken, doch das tun sie nicht. Vielmehr handelt es sich um eine Vorgabe des Herstellers, die er in die Maschine einprogrammiert hat.

Allerdings sind die meisten Vorgaben ziemlich gut gewählt und berechnen mit ein, dass Kalk auf dem deutschen Markt ein großes Thema ist. Zusätzlich habt ihr bei allen guten Geräten die Möglichkeit, den Bezug X zu verstellen, bzw. an eure tatsächliche Wasserhärte anzupassen.

Etwa die gerade vorgestellte Saeco Xelsis bringt dafür einen Teststreifen mit, mit dem ihr die Wasserhärte eurer Rohrperle bestimmen könnt. Üblicherweise reicht die Test- bzw. Einstellskala von 1 (weich) bis 4 (sehr hart) und die Voreinstellung der Maschine steht beim Wert 3.

Nun stellt sich die Frage, ob ihr das Intervall enger regeln solltet, auch wenn der Teststreifen ebenfalls 3 zeigt.

Ich sage mal so: Sollte der Vollautomat keinen (guten) Wasserfilter mitbringen, halte ich das für eine Ermessensfrage. Hat er einen am Start, ist Stufe 3 bei Testwert 3 völlig ausreichend. Dann meckert so eine Maschine etwa einmal im Monat im normalen Haushalt nach Entkalken.

Seid ihr euch komplett unsicher, könnt ihr euch bei eurem regionalen Wasserversorger problemlos informieren, wie schlimm es um die Wasserhärte oder den Kalk steht.

Melitta Varianza Reinigung

Wie wichtig Entkalken ist, zeigt sich schon daran, dass selbst sehr günstige Geräte nicht nur das entsprechende Programm, sondern auch einen Teststreifen und verstellbare Intervalle mitbringen.

Zum Beispiel die DeLonghi ECAM 22.110.B hat beides im Angebot. Sollte also ein Gerät nicht wenigstens bei den Intervallen verstellbar sein, könnt ihr es euch eigentlich sparen – vor allem, wenn ihr in Großstädten lebt.

Die Länge des Entkalkungsvorgangs ist nicht gleich: Bei der Jura E8 beispielsweise rödelt das Gerät ganze 40 Minuten laut Betriebsanleitung, bei der neuen Miele CM 5500 müsst ihr laut Betriebsanleitung nur etwa 15 Minuten investieren.

Da bei Jura praktisch immer alles fest verbaut ist, halte ich diesen Zeitaufwand auch für wichtig, da die Maschine auch solche Bauteile, die ihr sonst öfter von Hand von Rückständen befreit, durchspülen muss. Siehe Brühgruppe.

Miele CM 7 Reinigungstabletten

Für diese Zeitangaben gibt es leider keine Abkürzungen. Es ist zwingend, dass ihr das Programm vollständig durchlaufen lasst und alle einzelnen Schritte, die euch Display oder Tastenblinken vorgeben, durchführt.

Denn sonst könnte Entkalker in der Maschine bleiben. Oder ihr löst einen Fehler aus, der dafür sorgt, dass sich die Maschine total verweigert.

Welcher Entkalker zum Kaffeemaschine entkalken?

Hier kommen wir zum Punkt, der euch stets am meisten umtreibt. Denn die Hersteller empfehlen einen ganz bestimmten Entkalker aus der eigenen Hause und werden nicht müde zu betonen, dass NUR dieser die Maschine sauber bekommt und funktionstüchtig hält.

Auf der anderen Seite gibt es genug Blogs und Artikel, die Hausmittel empfehlen oder sagen, dass es auch Entkalker von Drittanbieter sein dürfen oder die Produkte untereinander austauschbar sind.

Wie so oft liegt die Wahrheit genau zwischen diesen Polen. Grundsätzlich habe ich dazu folgende Meinung:

  1. Ja, die ORIGINAL-Produkte mit ORIGINAL-Zwang laut Hersteller sind Geldmacherei!
  2.  Ergo: Drittprodukte funktionieren auch!
  3. Allerdings sind die Angaben der Hersteller gute Wegweiser!
  4. Bei Hausmitteln ist Vorsicht geboten!

An dieser Stelle vielleicht ein Hinweis, den man immer schnell im Überangebot an Reinigungs- und Wartungsprodukten für Maschinen und Vollautomaten vergisst:

Es gibt Reiniger und es gibt Entkalker. Beide haben eine andere Formulierung und sollten nicht verwechselt werden. Reiniger sind hauptsächlich für Rückstände auf Kaffeebasis da, die als organische Substanz mit weniger „Hafteigenschaften“ anders entfernt werden.

Beim Entkalken kommt es darauf an, die Magnesium-Calcium-Verbindung aufzulösen und abzutransportieren. Dafür sind grundsätzlich alle Arten von Säuren geeignet, allerdings haben wir es hier mit Lebensmitteln zu tun, für die nur bestimmte Versionen infrage kommen. Dazu gleich.

Zunächst einmal sollten wir klären, warum es so viele verschiedene Flüssigentkalker, Tabletten oder Pulver gibt, die mitgeliefert bzw. empfohlen werden.

Die Darreichungsform des Entkalkers ist schon einmal nicht unerheblich, denn es kann passieren, dass eine Maschine aufgrund ihrer Bauweise und Sensoren etwa mit den Partikeln einer Tablette nicht klarkommt. Das würde wiederum bedeuten, dass Entkalkerreste in der Maschine bleiben oder diese kaputt geht.

Darauf bezieht sich in hohem Maße auch die immer wieder zu findende Warnung zum Garantieverlust bei falschem Entkalker.

Darum Tipp 1:

Sagt der Hersteller Tablette, Flüssigkeit oder Pulver, dann nehmt am besten auch Tablette, Flüssigkeit oder Pulver.

Viel wichtiger ist allerdings, welche Zutaten in den Entkalkern enthalten sind. Am verbreitetsten sind lebensmittelechte Säuren auf Zitronen- oder Milchsäurebasis, es gibt auch Versionen mit Natriumcarbonat, Sulfamidsäure oder sogar Essigsäure.

Aber Achtung: Essigsäure solltet ihr von Anfang an meiden!

Diese ist zwar super, um Kalk zu entfernen, aber leider so aggressiv, dass sie auch die Schläuche, Bauteile aus Metall und andere Kunststoffteile auf Dauer angreift und so eure Maschine nach und nach dem unvermeidlichen Ende entgegenbringt.

Man könnte jetzt ein Schelm sein und den Herstellern, die Essigsäure empfehlen, unterstellen, dass sie euch möglichst schnell wieder eine neue Maschine verkaufen wollen … Darum findet ihr reine Essigsäure-Formulierungen auch meist „zufällig“ bei günstigen Einsteigermodellen.

Ähnlich problematisch kann auch Zitronensäure sein. Auch hier ist die Entkalkerwirkung ziemlich gut, nur hinterlässt diese Säure, wenn sie in zu heißem Wasser durchgespült wird, wiederum selbst Ablagerungen, die durch eine chemische Reaktion entstehen. Blöd.

Solltet ihr also merken, dass eure Maschine nicht lauwarm, sondern heiß spült, ist auch reine Zitronensäure Mist.

Dagegen könnte ihr zwar etwas tun, wenn eure Maschine es zulässt, dass ihr die Wassertemperatur herunterregelt. Doch das ist erstens nicht immer der Fall und zweitens auch ziemlich umständlich.

Ziemlich klasse ist hingegen Milchsäure, die genau den richtigen Mix zwischen aggressiv zu Ablagerungen und sanft zur Maschine findet. Außerdem ist sie sehr umweltfreundlich und in hochgradig lebensmittelecht.

Häufig lest ihr zusätzlich zur Säure auch Natriumcarbonat auf der Entkalkerverpackung. Viele kennen diese Verbindung als Natron, das in ziemlich vielen Bereichen im Haushalt eingesetzt werden kann.

Natron ist allerdings kein Entkalker, sondern in Entkalkern ein Puffermittel, das die Aggressivität der Säure zurücknehmen soll.

Dann ist es auch okay, wenn Zitronen- oder Essigsäure als weitere Zutat genannt wird, auch wenn andere Verbindungen von Natur aus sanfter wären.

Allerdings hat das Natriumcarbonat zusätzlich den Vorteil, dass es sich um andere Ablagerungen ebenso gut kümmert und zum Beispiel hartnäckige Kaffeereste quasi abschmirgelt.

Kaffeemaschine entklaken

Dennoch, ein Produkt, dass nur aus Natron oder einem ähnliche -at-Produkt besteht, ist ein Reiniger, kein Entkalker.

Oft wird auch Amidosulfonsäure empfohlen, was schwer auszusprechen ist, dafür aber ziemlich fix und gründlich entkalkt. Sie ist geruchs- und geschmacksneutral, muss aber zwingend gut aus der Maschine gespült werden. Auch kommen alte Alu-Bestandteile damit nicht besonders gut klar.

Sulfamidsäure ist ein anderer Name für die gleiche Substanz, die mit zu den besten Entkalkern gehört.

Sobald ihr diese Unterschiede einmal verstanden habt und um die jeweilige Wirkung wisst, ist es eigentlich völlig egal, ob ihr nun einen Markenentkalker oder lieber eine Dritt-Variante im Rieseneimer kauft.

Gerade Amidosulfonsäure gibt es sehr günstig in großen Verpackungen und es gibt keinen Grund, den Herstellern zwingend noch mehr Geld vor die Füße zu werfen.

Wie gehe ich beim Entkalken vor

Das Doofe an No Name-Produkten ist leider, dass die Packung meist nicht verrät, welches Mischverhältnis für eure spezielle Kaffeemaschine richtig ist.

Denn ähnlich wie mit der unterschiedlichen Eignung für Pulver, Tablette oder Flüssigentkalker sieht es bei der Konzentration aus: Jeder Hersteller kocht gerne ein eigenes Süppchen. Allerdings nur an der Oberfläche. Ein Entkalker muss immer verdünnt angewendet werden und es gelten in etwa folgende Faustformeln:

  • Flüssigentkalker: 125 ml auf 500 ml Wasser
  • Tablette: 1 bis 2 Stck. pro 500 ml Wasser
  • Pulver: 10 bis 20 g pro 500 ml Wasser

Das Entkalken selbst funktioniert ebenfalls nach dem gleichen Schema F:

  • 1 bis 2 volle Tankladungen für den Entkalkvorgang
  • 1 bis 2 volle Tankladungen für das Nachspülen
  • 1 bis 2 Kaffeebezüge nach dem Reinigen, um wieder „Betriebsfähigkeit“ herzustellen

Ich persönlich gehöre zu den Leuten, die Betriebsanleitungen gern verbasseln oder gar keine Lust haben, diese zu studieren. Und einen guten Vollautomaten erkennt ihr in meinen Augen auch daran, dass er euch sehr intuitiv durch den Entkalkervorgang führt.

Das klappt auch ohne Display. Etwa der Philips HD8829 blinkt immer an der entsprechenden Taste, die ihr als nächstes drücken müsst.

Viele Kaffeemaschinen im Test und Vergleich

Leider gibt es bisher keine Maschine, die ihr beim Entkalken nicht betreuen müsst. Denn das Wasser muss öfter nachgefüllt werden, der Auffangbehälter muss ausgeleert werden.

Grundsätzlich rate ich euch dazu, zum Entkalken zwei zusätzliche Behälter bereitzustellen – einmal mit frischem Leitungswasser als schnellen Nachschub für den Tank, wenn es nötig wird; einmal eine Schüssel zum Drunterstellen.

Denn es wäre unfassbar nervig, ständig den Wassertank abbauen und neu befüllen zu müssen und alle zwei Minuten die Abtropfschale zu lehren.

Aber: Vor dem Spülvorgang ist es zwingend notwendig, dass ihr den Wassertank doch noch einmal abnehmt und gründlich ausspült, bevor ihr ihn befüllt!

Ich habe auch noch einen Pro-Tipp: Bei den meisten Maschinen läuft der Vorgang nur, wenn Abtropfschale und vordere Abdeckung eingesetzt sind. Aber meistens sind die Abtropfschalen so schmal, dass die Auffangschüssel Gefahr läuft, runter zu kippen, wenn sie voll ist.

Zieht darum den Auslass der Maschine komplett nach unten und klemmt die Schüssel dahinter. Ich habe dafür eine bestimmte Schüssel aus recht leichtem, biegsamen Plastik, die so gut verkantet, dass sie ruhig volllaufen kann, ohne dass die Schüssel von der Abtropfschale runterkippt.

Außerdem ist es absolut wichtig, dass ihr erst einmal die Abtropfschale und den Satzbehälter leert, bevor ihr entkalkt. Ergibt ja auch Sinn, sonst putzt ihr doppelt.

Bei vielen Geräten, zum Beispiel der Saeco Xelsis-Reihe, müsst ihr vor dem Entkalken auch noch den Wasserfilter entfernen. Das ist eine prima Gelegenheit, um gleich mal zu prüfen, ob der auch erneuert/gereinigt werden sollte.

Es bringt indes nichts, vorbeugend immer gleich die große Menge Entkalker zu nutzen. Denn wenn kein Kalk da ist, kann man ihn auch nicht entfernen. Darum rate ich, wenn ihr euch an die Intervalle haltet, immer nur zur Mindestmenge an Entkalker.

Netterweise geben euch die Hersteller ein paar Tipps mit, wie ihr ihre Maschinen noch besser, genauer und sauberer entkalken könnt, falls ihr die Betriebsanleitung einmal wirklich nicht mehr findet oder ihr das Blinken an den Tasten nicht nachvollziehen könnt:

Der Hersteller Jura behauptet, dass mit dem Claris-Filter das Entkalken der Maschinen überflüssig werden soll. Da bleibe ich skeptisch und verweise euch auf die Anleitungsseite des Herstellers zum Nachlesen der jeweiligen Entkalkerprogramme – die es in den Maschinen trotzdem gibt.

Wer Routine beim Kaffeemaschine entkalken entwickelt, hat mehr davon

Xelsis im Barista Test

Es dürfte deutlich geworden sein, dass Entkalken (leider) ein Muss ist, solange noch niemand völlig kalkfreies Leitungswasser entwickelt hat. Und auch ich rolle immer mit den Augen, wenn die Vollautomaten anfangen, damit zu nerven.

Aber wenigstens könnt ihr euch jetzt teure Reiniger sparen und eine regelmäßige Routine entwickeln. Denn sobald ihr den Dreh raushabt, ist auch dieser notwendige Schritt nicht mehr ganz so nervig.

Habt ihr noch Fragen oder Ergänzungen? Welche Entkalker nehmt ihr für welche Maschine? Lasst es uns alle in den Kommentaren wissen!

2 Kommentare

    habe eher eine Frage zu den Angaben der Hersteller diverser Kaffeeautomaten, gibt es einen Zähler in den Maschinen von wegen Entkalkvorgängen. In den unterlagen heisst es immer wieder wenn sie nicht entkalken erlischt die Garantie, spass beiseite meine Saeco stieg irgendwann aus und lies gar kein entkalken zu laut Beschreibung. Delonhi hab ich nun und irgendwann geht halt die rote Lampe an und blinkt bis ich endlich zeit gefunden hab zur Entkalkung. Die eigentliche frage ist wodurch wird ein eventueller Garantieanspruch abgelehnt. Und ist der Vorgang auch bei geringster Wasserhärte sprich Talsperrenwasser genauso oft nötig wie früher 12 gdh oder sagt die maschine ich sogmal 100 Tassen gekocht es wird mal wieder nötig. Ok also 2 Fragen wie stellt der Hersteller fest ob ich die Garantie Vorraussetzungen erfüllt habe und stimmen die vorgaben der Kaffeemaschine zum entkalken. danke für eine eventuelle Antwort.

    Antworten

    Ich hatte noch einen Restbestand von 2x Flüssigentkalker der Marke „durgol“, damals beim Saturn für je ca. 6 ,- Euro gekauft. Fand ich damals schon nicht billig und hatte auchnoch andere Kaffeemaschinen.
    Die flüssige Plürre hatte meines wissens kein MHD und war demzufolge schon ein paar Jährchen alt.
    Und ich dachte vor ein paar Tagen, kannst du ja wieder mal entkalken. Kaffee Maschine eine Melitta Aroma Signature Deluxe.
    Wasserbehälter voll gemacht, dann den Inhalt dieses Fläschchen eingefüllt. Nebenbei eine weiße (!) Filtertüte im Durchlauf gesteckt.

    Die Glaskanne kann man dabei leider nicht durch eine Schüssel o.ä. ersetzen, dann geht unten der Zapfen zum durchfließen des Wasser in die Glaskanne nicht auf. Der Geruch beim arbeiten war dabei leicht nach verfaulter Eier.
    Beim ersten Durchlauf dieses Gebräus, verfärbte sich anfangs die weiße Filtertüte mindestens zu einem Drittel unten schwarz, was man dann auch nicht mehr ausspülen konnte.
    Das ganze hab ich am selben Tag 4x wiederholt, weil beim Durchlaufen des Wassers durch die Maschine hin zur Kanne mir weiterhin noch ein eigenartiger Geruch von diesem Flüssigentkalker nasal entgegen trat.

    Am nächsten Tag schmeckte mir der Kaffee noch mit einem Beigeschmack dieses Füssigentkalker und spülte deshalb nochmals 3x mit Wasser durch.
    Danach wurde mir leicht schlecht, ich nahm dann Magentropfen. Ob es sich hierbei um Nebenwirkungen dieses „durgol“ Entkalkers handelte kann ich nicht eindeutig sagen. Abend war wieder alles oK.
    Die eine Flasche an Restbestand die bei mir noch übrig geblieben war, entsorgte ich alsbald.
    Vorher nutzte ich ganz einfachen Zitronenreiniger von dm , der Marke „Heitmann“. Da gab es nie Probleme.
    Den Sinn und Zweck dieser teuren Spezial Entkalker konnte mir allerdings bisher noch keiner erklären.
    Dass eine weiße Filtertüte sich dermaßen schwarz einfärbt durch einen flüssigen Entkalker ist für mich auch nicht normal.

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