Der Mia MilkTwister im Test

Der Mia MilkTwister im Test Ergebnis

Als unabhängiger Tester und Blogger finde ich es immer wieder wichtig, euch darauf hinzuweisen, dass ihr ein angeblich gutes „Testurteil“ oder einen „Testsieg“ irgendwelcher Testinstanzen IMMER hinterfragen solltet.

Und ein gutes Beispiel dafür ist der Mia MilkTwister. Wer ist denn bitte Mia? Ganz genau, ich habe auch keine Ahnung. Aber angeblich hat die Zeitschrift „Haus & Garten Test“ für das Gerät das Testurteil „gut“ abgegeben, wie auf der Amazonseite auch groß zu lesen ist.

Erst beim genaueren Hinsehen zeigt sich, dass dieses Urteil eigentlich nur auf eine „einfache Reinigung“ und eine schnelle Milchschaumproduktion abzielt. Zur Schaumqualität wird nichts gesagt. Beim „ETM Testmagazin Urteil“ (Nochmal: Wer?) weiß man schon gar nicht, worauf das „Gut“ abzielt.

Mal ganz abgesehen davon, dass die Testinstanzen nicht gerade die gleiche Reputation wie die Stiftung Warentest haben, sind die Urteile zwar nicht unbedingt falsch, erwecken aber einen überaus falschen Eindruck. Denn die Milchschaumqualität aus dem Mia-Mixer lässt an allen Ecken und Ende zu wünschen übrig.

Vielleicht versucht der Hersteller deswegen, euch mit einer zusätzlichen Packung Kakao pro Gerät zu bestechen. Der ist nämlich wirklich lecker. Aber schauen wir genauer hin.

Bessere Alternativen findet ihr in dieser Übersicht: Milchaufschäumer Test.

Der erste Eindruck

Das Vorbild des Mia MilkTwisters lässt sich schon am Namen ablesen: Hier sollte wohl etwas von der Reputation des Senseo Milk Twisters aufgegriffen werden. Auch die Mia-Version ist kompakt gearbeitet und das Heizelement ist im Korpus eingearbeitet.

Mia Milk Twister

Jedoch gibt es hier zusätzlich einen Griff (gut), das Ganze wirkt etwas leichter und weniger hochwertig (schlecht) und insgesamt etwas weniger edel. Beide Maschinchen haben sich darauf verlegt, ihren Rührstab im Deckel einzubauen, wovon ich eigentlich kein Fan bin.

Denn der Stab kann durchaus abbrechen und dann war es das mit dem Milchschäumer. Der Mia-Stab scheint auf den ersten Blick aber ein winziges bisschen stabiler verbaut. Das mag daran liegen, dass der Senseo-Stab mehr Spiel zum Schäumen haben soll. Wir werden sehen.

Der Sockel des Mia Twisters ist angenehm stabil und ihr könnt den Korpus problemlos darauf platzieren. Nur der blöde Klick-Deckel ist eine echte Fummelei und muss schon gekonnt abgenommen und aufgesetzt werden.

Mit 160 ml Milchschäummenge ist der Mia MilkTwister geräumiger als der Senseo Freund (120 ml), die 40 ml machen schon in Haushalten mit zwei Personen in meinen Augen durchaus einen Unterschied.

Preislich liegen die beiden Twister auch nicht allzu weit auseinander. Ich habe ihn am 8. Juli 2017 gekauft. Für 44,95€. Den aktuellen Preis bei Amazon könnt ihr hier checken. Das Mia-Gerät liegt absolut in der typischen Preisrange für diese Produktklasse.

Es gibt nur eine Funktionstaste, die ihr je nach gewünschter Funktion mehrmals drücken müsst. Insgesamt ist der erste Eindruck bei Mia sicherlich brauchbar. Vor allem die Handlichkeit und der Griff sind erfreulich, die Stabilität stimmt auch und die Funktionsweise scheint so schwierig nicht so sein.

Dafür ist hier ein bisschen viel Billig-Kunststoff am Start und dass sich der Rührstab im Deckel befindet, halte ich auch bei diesem Twister für einen eher schlechten Einfall. Da dieser jedoch bei Senseo so sensationelle Ergebnisse gebracht hat, war ich erst einmal gespannt.

EintragWert
Gerätename(Mia) MilkTwister
Maximale Schäummenge
160 ml
Maximale Füllmenge260 ml
Schäumdauer90 bis 150 s
Milchtemperatur62,9 ° Celsius
Kaltschäumen
Milch erhitzen
Sonderfunktionen laut HerstellerInklusive Kakaopulver

Die Vorbereitung

Vorsäubern war hier zwar nicht unbedingt nötig, aber grundsätzlich rate ich euch immer dazu. Die Betriebsanleitung des Mia spricht zwar von fettarmer Milch, aber das solltet ihr für perfekten Milchschaum natürlich wieder einmal ignorieren. Fett marsch!

Falls ihr rühren wollt, müsst ihr hier übrigens den gesamten Quirlaufsatz abnehmen, sodass nur noch der Stiel mit dem kleinen Quirl übrigbleibt.

Der Fuss

Die Kanne von unten

Der Milchschäumer

 

Die Anwendung

Schon im Arendo Milkloud Test habe ich festgehalten: Ordentliche Milchaufschäumer arbeiten leise! Das Memo ist aber offensichtlich bei Mia nicht angekommen, denn der MilkTwister rödelt ganz schön laut vor sich hin.

Zwar hat die Maschine keine Jumbojet-Qualitäten, aber man kann sie schon deutlich durch die Tür hören. Im Reigen der flüsterleisen Kollegen fällt das ziemlich unangenehm auf.

Aber ansonsten ist der Schäumer je nach Milchtemperatur nach spätestens 150 Sekunden durch, was bei dieser Milchmenge absolut in Ordnung ist. Durch den praktischen Griff und eine Tüllenform lässt sich die fertige Milch sehr gut und bequem umkippen – und das kann Mia besser als Senseo.

Wie gut wird der Milchschaum?

Das Ergebnis

Was Mia leider so gar nicht kann, ist Milchschaum. Insgesamt ist das Ergebnis extrem flüssig und hat dennoch keine Latte Art-Qualitäten. Außerdem ist mir aufgefallen, dass der Schaum extrem schnell auseinander „brizzelt“, sobald heiße Flüssigkeit wie Kaffee oder Espresso ins Spiel kommen.

Das macht sich bei einem Latte natürlich ziemlich blöd und auch einen cremigen Cappuccino kriegt ihr damit nicht hin. Es mag daran liegen, dass der fertige Schaum mit seinen 62,9 Grad Celsius sogar noch die Brrrr-Brühe des Arendo Milkloud unterbietet.

An meiner Milchart hat es nicht gelegen. Ich habe zur Sicherheit vollfette Milch und Hafermilch geschäumt. Beide zu kalt, beide fallen praktisch sofort auseinander, beide sind viel zu flüssig.

Spätestens hier fragt man sich, ob die Testinstanzen bei ihrer Testerei nur auf technische Werte geguckt haben, oder ob sie tatsächlich auch mal Milch geschäumt haben. Denn „Gut“ ist das ganz sicher nicht.

Schlechter Milchschaum

Zu wenig Milchschaum und längst nicht heiss genug

Nicht überzeugt

Außerhalb der Wertung: Was kann der (Mia) MilkTwister noch?

Auch Mia bringt die drei Standardfunktionen Heißschäumen, Kaltschäumen und Erwärmen mit und will damit seine Kompetenzen erweitern. Da aber schon das normale Schäumergebnis enttäuscht, wüsste ich nicht, warum ihr auf die anderen Funktionen setzen solltet.

Das Kakao-Gimmick fand ich eine nette Geste, zumal es sich hier um ein reines Naturprodukt ohne Zuckerzusatz handelt. Ihr könnt also auch Schokolade im Mia machen. Oder ihr nehmt die Zutat lieber für was anderes und lasst den MilkTwister stehen. Besser is(s) das.

Die Reinigung

Die einzige Falle im Faktor Reinigung besteht darin, dass ihr aus Versehen den Rührstab am Deckel abbrecht. Das hatte ich auch schon beim Senseo Milk Twister bemängelt. Der Rest der Säuberung klappt aber auch hier ohne Probleme, solange ihr darauf achtet, den Korpus nicht unter Wasser zu tauchen.

Die Windungen des Quirls gehen leicht sauber, solange ihr direkt nach dem Schäumen damit loslegt. Sonst backen auch hier ein paar Rückstände fest, die ihr darauf nicht haben wollt.

Die Reinigung eines Milchaufschäumers

Mein Fazit: Für wen eignet sich der (Mia) MilkTwister Milchaufschäumer?

Dass ich den Markennamen Mia ständig in Klammern schreibe liegt daran, dass euch vor dem Kauf keiner verrät, wer das Ding hergestellt hat. Bei Amazon zeichnet sich nur ein sehr merkwürdiger Anbieter dafür verantwortlich, der was von „Exklusiv auf Amazon.de -zusammengestellt durch weg-ist-weg.“ faselt.

Schlechtester Milchaufschäumer im Test

So fragwürdig wie die Herkunft sind auch die großen Testsiege, die entweder gekauft oder unter den völlig falschen Voraussetzungen erzielt wurden. Denn zum Milchschäumen mit Anspruch reicht dieses Gerät nun wirklich nicht aus:

  • Die Milch wird nicht richtig durchgeschäumt.
  • Das Ergebnis ist löchrig und zerfällt praktisch sofort.
  • Das Ergebnis ist viel zu kalt.

Konnte man das beim Arendo Milkloud noch verknusen, weil wenigstens der Schaum, der entstand, brauchbar war, ist das Ergebnis hier einfach mangelhaft. Und da hilft es auch nichts, dass der Mia ansonsten kein schlechtes Gerät ist. Mir fällt nur nicht ein, wofür.

Ich wüsste schlichtweg nicht, warum ihr hier Kompromisse eingehen solltet, denn für den Preis kriegt ihr viele andere Geräte, die wesentlich besser sind und nicht aus so fragwürdigen Quellen stammen. Mal abgesehen davon, dass sie die Marktschreierei mit irgendwelchen Testurteilen nicht nötig haben.

Lasst euch also nicht von Kakao und anderem Schnickschnack blenden und greift lieber zu unseren echten Testsiegern im Milchschäumer Test 2017! Noch Fragen? Dann her mit den Kommentaren!

Nicht so schüchtern. Ich freue mich von dir zu hören.

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