Der Arendo milkloud Milchaufschäumer 300777 im Test

Der Arendo milkloud Milchaufschäumer 300777 im Test Ergebnis
Veröffentlichungsdat um: 26. August 2017 von 2

Wer mal einen Blick in das aktuelle Angebot an Milchaufschäumern (und anderen Convenience-Geräten) wirft, könnte schon den Eindruck gewinnen, dass die Vereinsamung unserer Gesellschaft langsam salonfähig wird.

Da wimmelt es nur so von Mini-Geräten, die für Singles in ihren Single-Küchen gerade ausreichen, doch aufgeben müssen, sobald dieser einsame Single einmal Gäste hat. In diese Kategorie gehört auch der Arendo Milkloud 300777.

Ihn würde ich in die Subkategorie ultrakompakte Milchaufschäumer einordnen, zu denen beispielsweise auch der ansonsten tolle Senseo Milk Twister oder der eher mittelmäßige Nespresso Aeroccino 3 gehören.

Das Tolle an diesen Geräten: Sie nehmen kaum Platz weg. Das Blöde: Sie fassen wirklich nur eine lächerliche Menge Milch, die oft nicht einmal für einen anständigen Cappuccino ausreicht. Wenn dieses Näpfchen aber wenigstens perfekt durchgeschäumt ist, drücke ich gerne mal beide Augen zu.

Das ist beim Arendo Milkloud (nein, da fehlt kein C!) leider nicht ganz der Fall und ich finde trotz guter Voraussetzungen, dass ihr etwa mit dem Clatronic 263125 MS 3326 wesentlich besser fahrt. Warum, erfahrt ihr im Test.

Dieses Gerät habe ich übrigens ausgesucht, weil mich eine Leserin in einem Kommentar um einen Test gebeten hat. Ihr seht also: Eure Wünsche sind mir gerne Befehl!

Arendo Milkloud im Test

Der erste Eindruck

Preislich reißt sich der Arendo Milkloud mit seinen aktuell Preis (siehe www.amazon.de) wirklich am Riemen, wenn man bedenkt, dass etwa der Senseo rund 20 Euro mehr, der Aeroccino sogar fast freche 50 Euro mehr kostet.

Ansonsten besteht äußerlich kaum ein Unterschied bei den Geräten. Auch der Arendo ist ein Induktionsschäumer, bei dem das Heizelement direkt in den Korpus eingebaut ist. Dieser Korpus fühlt sich angenehm hochwertig, griffig und schwer an.

Der Sockel allerdings, der den Stromfluss sicherstellen soll, ist in meinen Augen zu klein, leicht und wackelig. Zwar ist der Aufbau insgesamt stabil, vor allem, wenn der Korpus auf dem Sockel steht. Aber wegrutschen kann der Standfuß trotzdem.

Sehr nett finde ich, dass Arendo euch beide Rühreinheiten (also fürs Erhitzen und Schäumen) gleich noch einmal als Ersatzteil mitliefert. Denn diese fipsigen Teile verschwinden ja gerne einmal.

Die beiden Funktionstasten sind selbsterklärend. Einmal heiß, einmal kalt, fertig ist der Lack. Wenn ihr die Milch nur erwärmen wollt, drückt ihr die Heißtaste länger.

Die Innenskala arbeitet mit Piktogrammen für die Rühreinheit, was sich ziemlich schnell erschließt. Doch leider sind die Mengen zum Schäumen und Erwärmen schlichtweg nicht der Rede wert: 100 ml Schaum, also bitte! Bei voller Ladung reicht das gerade einmal für ein kleines Cappuccino Glas.

Da war der Senseo mit seinen 120 ml schon fast ausladend, wobei ihr hier aber auch ein wenig mehr Größe und Breite einkalkulieren müsstet. Irgendwas ist bekanntlich immer. 200 ml zum Erwärmen beim Arendo machen auch nicht gerade die ganze Familie glücklich. Aber das ist nun einmal das Problem aller Mini-Schäumer.

Grundsätzlich jedoch wirkt der Arendo Milkloud hochwertig und für seinen Preis durchaus angemessen. Nach meinem eher enttäuschenden Test des Arendo Primewater Wasserkochers war das doch schon einmal ein Pluspunkt!

Unterseite

Die beiden Knöpfe

Deckel mit Aufschäumer-Ersatzteil

Innenseite und Beschichtung

EintragWert
GerätenameArendo milkloud 300777
Maximale Schäummenge
100 ml
Maximale Füllmenge200 ml
Schäumdauer60 bis 120 s
Milchtemperatur63,4 ° Celsius
Kaltschäumen
Milch erhitzen
Sonderfunktionen laut Hersteller-

Die Vorbereitung

Wie bei allen Milchaufschäumern im Test ist eine erste Grundreinigung immer eine gute Idee, um Staub, Produktionsrückstände oder anderen Mumpitz aus dem Gerät zu entfernen.

Und genauso gut ist die Idee, dass ihr immer vollfette Wiesenmilch oder eine schön fette pflanzliche Alternative zum Schäumen nehmt.

Fürs Schäumen müsst ihr immer den geriffelten Einsatz verwenden, der glatte ist nur zum Rühren da. Aber ansonsten braucht ihr hier nichts weiter tun. Wie gesagt, der Arendo Milkloud funktioniert super einfach und selbsterklärend.

Die Anwendung

Klare Faustregel: Milchschäumen ist (außer an der Siebträgermaschine) eigentlich eine sehr stille Angelegenheit und ein guter Schäumer hält beim Arbeiten gefälligst die Klappe. Das tut auch der Arendo, der sich nur durch ein sehr sanftes Brummen bemerkbar macht.

Erfreulich ist, wie fix die Sache geht. Nach einer Minute (bei nicht kühlschrankkalter Milch!) ist er fertig, für die sehr kalte Variante benötigt er auch nur rund zwei Minuten. Das möchte man bei so wenig Füllmenge zwar auch erwarten können, aber nicht jedes Gerät kommt da mit.

Der Korpus wird außen zwar warm, ist aber von jeglicher Verbrennungsgefahr weit entfernt. Umgießen funktioniert hier übrigens nicht so gut, da der runde Rand leider keine Tülle o.ä. mitbringt.

Im Betrieb

Die Milch wird geschäumt

Das Ergebnis

Wie gesagt: Wenn die Mini-Menge perfekt ist, habe ich nichts gegen die kleinen Schäumer. Der Arendo hat mich jedoch nicht ganz überzeugt. Was durchgeschäumt wurde, war sehr feinporig, cremig und konnte sich sehen lassen. Allerdings war der Milchsee, der nicht geschäumt wurde, für diese Füllmenge doch zu groß.

Die Temperatur des Ganzen ist ebenfalls mehr als suboptimal. 63,4 Grad Celsius sind für jeden Normal-Geschmack zu kalt und beim manuellen Milchschäumen wäre damit noch nicht einmal die richtige Temperatur für die Milch erreicht!

Dieser Wert galt übrigens schon für die Nicht-Kühlschrank-Milch, ihr könnt also kaum was dagegen unternehmen.

Außerhalb der Wertung: Was kann der Arendo milkloud Milchaufschäumer 300777 noch?

Die drei Standardfunktionen Heißschäumen, Kaltschäumen und Erwärmen sind auch hier vorhanden, ergeben aber bei den ohnehin schon niedrigen Temperaturen und der kleinen Menge in meinen Augen nicht mehr Sinn.

Ihr könntet bei heißer Schokolade und Co. mit ein wenig Heißwasser zum Anlösen des Pulvers noch nachhelfen, aber dann wird’s auch nicht mehr wirklich schaumig.

So oder so bleibt der Arendo Milkloud ein ausgesprochenes Spezialgerät, das vielleicht im Singlehaushalt mit wenig Anspruch und geringer Nutzungsintensität gut wegkommt. Doch woanders? Ich glaube weniger.

Wenig Schaum und zu kalte Milch

Wenig dünner Schaum

Die Reinigung

Wenn die Heizeinheit im Sockel steckt, müsst ihr beim Putzen natürlich aufpassen. Der untere Teil des Korpus sollte also immer trocken bleiben! Die kleine Füllkammer mit guter Beschichtung ist aber ruckzuck sauber und es bleiben auch keine Reste, wenn ihr von Hand schrubbt.

Dem Sockel passiert im Allgemeinen sowieso nichts. Wenn ihr wollt, könnt ihr den Deckel sicher problemlos in die Spülmaschine stellen, im Normalbetrieb kriegt er jedoch sowieso nichts ab. Schließlich läuft das Gerät sehr ruhig. Reinigungstechnisch gibt’s also nichts zu meckern.

Mein Fazit: Für wen eignet sich der Arendo milkloud Milchaufschäumer 300777?

So langsam habe ich den Eindruck, dass die Firma Arendo eher so ein Halbe-Sachen-Macher ist. Die Geräte aus vielen Kategorien sind in ihren Ansätzen sehr gut, entsprechen dem Zeitgeist und den Standards etc.

Sobald man sie dann testet, stimmt damit immer irgendwas nicht. Im Falle des Arendo milkloud Milchaufschäumers 300777 ist die Pro- und Contra-Liste ziemlich ausgewogen:

Vorteile

  • Sehr kompakt
  • Ansprechendes Design
  • Annehmbarer Preis
  • Leichte Bedienung
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Rühreinheiten als Ersatzteile schon dabei
  • Leise
  • Leicht zu reinigen

Nachteile

  • Sehr geringe Füllmenge
  • Milch nicht durchgeschäumt
  • Viel zu kalt

Rein mengentechnisch gibt es natürlich weniger Contra- als Pro-Punkte. Aber diese drei Punkte sind eigentlich alles, worauf es in dieser Kategorie ankommen sollte! Das macht den Arendo zwar nicht vollkommen unbrauchbar, wirft aber Zweifel auf.

Angesichts seines Preises ist er definitiv besser als der Aeroccino, beim Schäumergebnis würde in dieser Klasse jedoch eher zum Senseo Milk Twister raten. Und momentan bin ich insgesamt sowieso vom Clatronic 263125 MS 3326 wesentlich begeisterter.

Senseo Milchaufschäumer

Super Milchschaum, schön klein und leise im Betrieb.

Nun könnte man sicher auch die gesamte Ultra-Kompaktklasse der Milchschäumer infrage stellen. Schließlich sind sie an sich so brauchbar wie Kapselmaschinen (für die sie auch entwickelt wurden). Aber das führt in meinen Augen zu weit und ist vielleicht nicht sinnvoll, schließlich gibt es doch genügend Haushalte, die wirklich nur ab und zu mal ein Schäumchen schlagen wollen.

Wie seht ihr das? Fragen oder Einwände? Kommentare gefallen uns immer!

2 Kommentare
  • Frank Menzel
    29 Oktober, 2017

    Lieber Arne,
    vielen Dank für deine “Testreihe” von Milchaufschäumern. Aus der Praxis für die Praxis könnte man sagen. Ins besondere dein Hinweis zu den anderen Testinstitutionen und deren Testkriterien fand ich eine gute Anmerkung.

    Ich habe deine Testseite erst gefunden nachdem ich bei Amazon zwei Milchaufschäumer bestellt hatte. Da mir der Arendo von der Optik baugleich mit dem bestellten Grundig MF 5260 erscheint, werde ich den wohl ungeöffnet zurück gehen lassen.
    Das zweite Gerät, war der von dir getestete Clatronic. Der wird dann wahrscheinlich bleiben dürfen.

    Danke und Gruß aus Berlin
    Frank

  • Maria-Luise Hinteregger
    30 Juli, 2018

    Lieber Arne! Danke für die ausführliche Testbeschreibung. Habe den getesteten Aufschäumer und bin zu diesem Preis sehr zufrieden. Auch die Größe ist für meine Küche ideal (2Personen). Habe nun den Arendo 302740 gefunden. Das Fassungsvermögen ist um 40ml grösser. Hast Du damit auch schon Erfahrung? Liebe Grüße Maria-Luise

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