Der Nespresso Aeroccino 3 Milchaufschäumer im Test

Ich bin Arne Preuß und kämpfe für mehr hochwertigen Kaffee.

Viele von euch haben mich auf meinen Milchaufschäumer Test 2016 angesprochen und mich gefragt, ob ich die etwas dünne Datenlage nicht mit neuen Geräten erweitern könnte. Kann ich! Mach ich! Denn perfekt geschäumte Milch steht bei vielen von euch (und auch bei mir) hoch im Kurs.

Nespresso Milchaufschäumer Test

Viele von euch haben mich auf meinen Milchaufschäumer Test 2016 angesprochen und mich gefragt, ob ich die etwas dünne Datenlage nicht mit neuen Geräten erweitern könnte. Kann ich! Mach ich! Denn perfekt geschäumte Milch steht bei vielen von euch (und auch bei mir) hoch im Kurs.

In diesem Test geht es um den Nespresso Aeroccino 3 Milchaufschäumer. Dass ich von Nespresso an sich wenig halte, dürfte jedem klar sein, der mein Motto kennt: Wer Kaspelkaffee trinkt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren. Und dabei bleibe ich auch.

Das ist natürlich kein Grund, dem automatischen Milchaufschäumer aus dem gleichen Hause nicht wenigstens eine Chance zu geben. Grundsätzlich ist der Nespresso Aeroccino 3 auch kein schlechtes Gerät. Grundsätzlich, wohlgemerkt.

Allerdings muss er sich dem direkten Konkurrenten Senseo Milk Twister geschlagen geben und hält einfach nicht das, was sein enormer Preis verspricht.

Diese beiden Geräte zähle ich übrigens in eine neue, eigene Kategorie: automatische Kompakt-Milchaufschäumer, die theoretisch auch Platz in einem Koffer finden würden. Ob sie das müssen, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Der erste Eindruck

So schnell kann‘s gehen: Ich habe den Nespresso Aeroccino 3 am 3. Februar 2017 bei Amazon bestellt und dafür 94,95 Euro gezahlt. Aktuell kostet er nur noch 88,89 Euro. Wobei „nur“ relativ ist.

Denn der kleine Schwarze ist damit immer noch das teuerste Gerät im gesamten Milchaufschäumer Test. Und die Frage ist berechtigt: Was kriege ich dafür?

Nespresso Aeroccino 3 Milchaufschaeumer

Für knapp 100 Euro erhaltet ihr einen ziemlich kompakten Zylinder mit geriffelter Oberfläche und einem sehr angenehmen Gewicht. Betrieben wird er über einen kleinen, standsicheren Sockel, sodass der Aeroccino ein bisschen wie ein Mini-Wasserkocher aussieht.

Das Aufschäumen funktioniert per Induktion, mehr zu dieser Technik erfahrt ihr im Überblicksartikel zu Milchaufschäumern. Wichtigstes Utensil dafür ist der kleine Spulenaufsatz, den ihr in den kleinen Aufschäumbehälter des Aeroccino setzen müsst.

Apropos „echt klein“: Das scheint beim Aeroccino das wichtigste Designmerkmal zu sein. Dadurch nimmt das Gerät zwar kaum Platz weg und soll vermutlich eine ebenso kompakte Nespresso-Kaffeemaschine perfekt ergänzen. Aber dafür fast 100 Euro? Na, ich weiß nicht.

Die Vorbereitung

Im ersten Schritt habe ich wie immer alle Teile gereinigt und gut abgetrocknet, damit Produktionsrückstände und Staub aus den milchführenden Teilen verschwinden.

Normalerweise bringen automatische Milchaufschäumer einen geriffelten Aufsatz zum Schäumen und einen glatten Aufsatz zum Milcherhitzen mit. Darum habe ich den Aeroccino fast kaputt gemacht, weil ich den mitgelieferten Aufsatz auseinanderfummeln wollte.

Aber offensichtlich soll er so wie er ist auf den Knubbel im Milchbehälter aufgesetzt werden. Gut, so sinkt die Gefahr, dass ihr ein Teil verbummelt.

Der Milchbehälter ist rundum offensichtlich sehr hochwertig beschichtet, allerdings größentechnisch kaum der Rede wert: Mit 120 ml Milch kriegt ihr gerade mal einen anständigen Cappuccino zustande.
Nespresso rät in der Betriebsanleitung zu

„gekühlte[r], fettarme[r] Milch“,

womit ich grundsätzlich einverstanden bin, wobei ich aber doch lieber zu einer vollfetten 3,9% Milch greife. Denn mehr Fett heißt mehr Geschmack und mehr Cremigkeit.

Ansonsten ist der Nespresso Aeroccino 3 praktisch sofort betriebsbereit und ihr könnt ihn theoretisch genauso leicht anwenden wie einen Wasserkocher.

Die Anwendung

Milch rein, durchsichtiger Deckel drauf, einmal kurz auf den Knopf drücken, los geht’s. Der Aeroccino 3 ist wirklich easy zu bedienen. Wollt ihr die Milch nur erhitzen, müsst ihr länger auf den Knopf drücken.

Im Gegensatz zu so manchem Kollegen macht der Aeroccino im Betrieb so gut wie gar keine Geräusche. Dass er läuft, seht ihr an der Signalleuchte und der sich drehenden Milch.

Hier gewinnt der Aeroccino gegenüber seinem Senseo-Konkurrenten, der ziemlich laut unterwegs war. Nach etwa zwei Minuten schaltet sich der Aeroccino ab und ihr könnt den Deckel abnehmen

Das Ergebnis

Der fertige Milchschaum ist ok, aber nicht überragend. Bis auf ein paar kleine Löcher ist er sehr feinporig, aber für meinen Geschmack etwas zu fest. Wenn ihr ihn kurz stehen lasst, kriegt er fast Badeschaumkonsistenz – nur ohne die Löcher.

Beim Umkippen (was mit dem kompakten Behälter super geht), habe ich außerdem festgestellt, dass die Milch nicht durchgeschäumt ist und der Milchsee für so einen kleinen Behälter viel zu üppig ausfällt.

Hier kann ich nur wieder auf den Senseo Milk Twister verweisen, dessen Milchschaum im Vergleich (und auch für sich genommen) ein perfekter Traum ist.

Ich habe außerdem mal kurz nachgemessen: Der Milchschaum ist rund 69 Grad Celsius heiß, was mir persönlich einen Tick zu kalt ist aber dennoch einer guten Trinktemperatur entspricht.
Außerhalb der Wertung: Was kann der Nespresso Aeroccino 3 noch?

Die meisten automatischen Milchaufschäumer können Milch schäumen oder einfach erhitzen, einige haben sogar eine Kaltschäumfunktion (die aber meist Blödsinn ist).

Der Nespresso kann zusätzlich 240 ml Milch erwärmen, was ebenfalls für eine heiße Schokolade o.ä. reicht. Ihr findet also auch hier kaum eine Begründung für den exorbitanten Preis.

Übrigens gilt hier, was ich immer wieder für alle Milchschäumer sage: Bei pflanzlichen Milchalternativen kommt es in Sachen Schäumfähigkeit nur darauf an, ob der Drink ein gutes Verhältnis von Fetten und Eiweißen mitbringt:

  • Soja, Hafer und Dinkel gehen prima bis gut.
  • Alle Nussmilchvarianten, Reis und Kokos sind eher mau.

Die Reinigung

Weil der Milchbehälter direkt in das Gerät integriert ist, könnt ihr den Schäumer natürlich nicht in die Spülmaschine stecken. Allerdings hat der kleine, beschichtete Behälter den Vorteil, dass ihr ihn problemlos mit der Hand sauber bekommt.

Nespresso Aeroccino 3 Milchaufschaeumer Geschmackstest

Die gute Beschichtung zahlt sich aus, denn schon beim Abspülen wird der Milchschäumer fast perfekt sauber. Nur müsst ihr ein bisschen achtgeben, dass die Kontaktstellen zum Sockel, bzw. der Betriebsknopf nicht mit Wasser in Berührung kommen.
Den Siebaufsatz müsst ihr ein bisschen genauer reinigen, weil sich im vertrackten Aufbau durchaus Milchreste ansammeln können. Aber ansonsten vergebe ich volle Punkte für die Reinigung.

Mein Fazit: Für wen eignet sich der automatische Milchaufschäumer Nespresso Aeroccino 3?

Nespresso fragt: „What else? Ich antworte: „Anything!“ Der Nespresso Aeroccino 3 ist sehr hochwertig verarbeitet und hat auch ansonsten eine gute Pro-Liste:

  • sehr kompakt
  • sehr leise
  • leicht zu bedienen
  • leicht zu reinigen (von Hand)
  • optisch ansprechend

Aber weder der (mittel-)gute Milchschaum, noch die Mini-Füllmenge von 120 ml sind auch nur ansatzweise eine Begründung dafür, warum der Milchschäumer so viel kostet. Ich nehme mal an, Nespresso muss immer noch das Honorar für George Clooney abbezahlen.

Aber Spaß beiseite: Ihr könnt ihn kaufen, aber könnt es genauso gut lassen. Denn in der neuen Kategorie automatische Kompakt-Milchaufschäumer heißt der Testsieger momentan Senseo Milk Twister.

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