Der Nespresso Aeroccino 3 Milchaufschäumer im Test

Der Nespresso Aeroccino 3 Milchaufschäumer im Test Ergebnis

Letztes Update: 08.03.2017: Viele von euch haben mich auf meinen Milchaufschäumer Test 2016 angesprochen und mich gefragt, ob ich die etwas dünne Datenlage nicht mit neuen Geräten erweitern könnte. Kann ich! Mach ich! Denn perfekt geschäumte Milch steht bei vielen von euch (und auch bei mir) hoch im Kurs.

In diesem Test geht es um den Nespresso Aeroccino 3 Milchaufschäumer. Dass ich von Nespresso an sich wenig halte, dürfte jedem klar sein, der mein Motto kennt: Wer Kaspelkaffee trinkt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren. Und dabei bleibe ich auch.

Senseo Milchaufschäumer

Super Milchschaum, schön klein und leise im Betrieb.

Das ist natürlich kein Grund, dem automatischen Milchaufschäumer aus dem gleichen Hause nicht wenigstens eine Chance zu geben. Grundsätzlich ist der Nespresso Aeroccino 3 auch kein schlechtes Gerät. Grundsätzlich, wohlgemerkt.

Allerdings muss er sich dem direkten Konkurrenten Senseo Milk Twister geschlagen geben und hält einfach nicht das, was sein enormer Preis verspricht.

Diese beiden Geräte zähle ich übrigens in eine neue, eigene Kategorie: automatische Kompakt-Milchaufschäumer, die theoretisch auch Platz in einem Koffer finden würden. Ob sie das müssen, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Der erste Eindruck

So schnell kann‘s gehen: Ich habe den Nespresso Aeroccino 3 am 3. Februar 2017 bei Amazon bestellt und dafür 94,95 Euro gezahlt. Aktuell kostet er nur noch 88,89 Euro. Wobei „nur“ relativ ist.

Denn der kleine Schwarze ist damit immer noch das teuerste Gerät im gesamten Milchaufschäumer Test. Und die Frage ist berechtigt: Was kriege ich dafür?

Nespresso und der Milchschaum

Für knapp 100 Euro erhaltet ihr einen ziemlich kompakten Zylinder mit geriffelter Oberfläche und einem sehr angenehmen Gewicht. Betrieben wird er über einen kleinen, standsicheren Sockel, sodass der Aeroccino ein bisschen wie ein Mini-Wasserkocher aussieht.

Das Aufschäumen funktioniert per Induktion, mehr zu dieser Technik erfahrt ihr im Überblicksartikel zu Milchaufschäumern. Wichtigstes Utensil dafür ist der kleine Spulenaufsatz, den ihr in den kleinen Aufschäumbehälter des Aeroccino setzen müsst.

Apropos „echt klein“: Das scheint beim Aeroccino das wichtigste Designmerkmal zu sein. Dadurch nimmt das Gerät zwar kaum Platz weg und soll vermutlich eine ebenso kompakte Nespresso-Kaffeemaschine perfekt ergänzen. Aber dafür fast 100 Euro? Na, ich weiß nicht.

Mit der Verpackung

ersatzteil

Die Vorbereitung

Im ersten Schritt habe ich wie immer alle Teile gereinigt und gut abgetrocknet, damit Produktionsrückstände und Staub aus den milchführenden Teilen verschwinden.

Normalerweise bringen automatische Milchaufschäumer einen geriffelten Aufsatz zum Schäumen und einen glatten Aufsatz zum Milcherhitzen mit. Darum habe ich den Aeroccino fast kaputt gemacht, weil ich den mitgelieferten Aufsatz auseinanderfummeln wollte.

Aber offensichtlich soll er so wie er ist auf den Knubbel im Milchbehälter aufgesetzt werden. Gut, so sinkt die Gefahr, dass ihr ein Teil verbummelt.

Der Milchbehälter ist rundum offensichtlich sehr hochwertig beschichtet, allerdings größentechnisch kaum der Rede wert: Mit 120 ml Milch kriegt ihr gerade mal einen anständigen Cappuccino zustande.
Nespresso rät in der Betriebsanleitung zu

„gekühlte[r], fettarme[r] Milch“,

womit ich grundsätzlich einverstanden bin, wobei ich aber doch lieber zu einer vollfetten 3,9% Milch greife. Denn mehr Fett heißt mehr Geschmack und mehr Cremigkeit.

Ansonsten ist der Nespresso Aeroccino 3 praktisch sofort betriebsbereit und ihr könnt ihn theoretisch genauso leicht anwenden wie einen Wasserkocher.

Die Anwendung

Milch rein, durchsichtiger Deckel drauf, einmal kurz auf den Knopf drücken, los geht’s. Der Aeroccino 3 ist wirklich easy zu bedienen. Wollt ihr die Milch nur erhitzen, müsst ihr länger auf den Knopf drücken.

Im Gegensatz zu so manchem Kollegen macht der Aeroccino im Betrieb so gut wie gar keine Geräusche. Dass er läuft, seht ihr an der Signalleuchte und der sich drehenden Milch.

Hier gewinnt der Aeroccino gegenüber seinem Senseo-Konkurrenten, der ziemlich laut unterwegs war. Nach etwa zwei Minuten schaltet sich der Aeroccino ab und ihr könnt den Deckel abnehmen.

Nur ein Knopf

Induktion und Schaum

Das Ergebnis

Der fertige Milchschaum ist ok, aber nicht überragend. Bis auf ein paar kleine Löcher ist er sehr feinporig, aber für meinen Geschmack etwas zu fest. Wenn ihr ihn kurz stehen lasst, kriegt er fast Badeschaumkonsistenz – nur ohne die Löcher.

Beim Umkippen (was mit dem kompakten Behälter super geht), habe ich außerdem festgestellt, dass die Milch nicht durchgeschäumt ist und der Milchsee für so einen kleinen Behälter viel zu üppig ausfällt.

Hier kann ich nur wieder auf den Senseo Milk Twister verweisen, dessen Milchschaum im Vergleich (und auch für sich genommen) ein perfekter Traum ist.

Ich habe außerdem mal kurz nachgemessen: Der Milchschaum ist rund 69 Grad Celsius heiß, was mir persönlich einen Tick zu kalt ist aber dennoch einer guten Trinktemperatur entspricht.
Außerhalb der Wertung: Was kann der Nespresso Aeroccino 3 noch?

Wie sieht der Schaum aus

Der Schaum auf dem Löffel

Die meisten automatischen Milchaufschäumer können Milch schäumen oder einfach erhitzen, einige haben sogar eine Kaltschäumfunktion (die aber meist Blödsinn ist).

Der Nespresso kann zusätzlich 240 ml Milch erwärmen, was ebenfalls für eine heiße Schokolade o.ä. reicht. Ihr findet also auch hier kaum eine Begründung für den exorbitanten Preis.

Übrigens gilt hier, was ich immer wieder für alle Milchschäumer sage: Bei pflanzlichen Milchalternativen kommt es in Sachen Schäumfähigkeit nur darauf an, ob der Drink ein gutes Verhältnis von Fetten und Eiweißen mitbringt:

  • Soja, Hafer und Dinkel gehen prima bis gut.
  • Alle Nussmilchvarianten, Reis und Kokos sind eher mau.

Die Reinigung

Weil der Milchbehälter direkt in das Gerät integriert ist, könnt ihr den Schäumer natürlich nicht in die Spülmaschine stecken. Allerdings hat der kleine, beschichtete Behälter den Vorteil, dass ihr ihn problemlos mit der Hand sauber bekommt.

Die gute Beschichtung zahlt sich aus, denn schon beim Abspülen wird der Milchschäumer fast perfekt sauber. Nur müsst ihr ein bisschen achtgeben, dass die Kontaktstellen zum Sockel, bzw. der Betriebsknopf nicht mit Wasser in Berührung kommen.
Den Siebaufsatz müsst ihr ein bisschen genauer reinigen, weil sich im vertrackten Aufbau durchaus Milchreste ansammeln können. Aber ansonsten vergebe ich volle Punkte für die Reinigung.Barista Arne trinkt sein heiße Milch

Mein Fazit: Für wen eignet sich der automatische Milchaufschäumer Nespresso Aeroccino 3?

Nespresso fragt: „What else? Ich antworte: „Anything!“ Der Nespresso Aeroccino 3 ist sehr hochwertig verarbeitet und hat auch ansonsten eine gute Pro-Liste:

  • sehr kompakt
  • sehr leise
  • leicht zu bedienen
  • leicht zu reinigen (von Hand)
  • optisch ansprechend
Senseo Milchaufschäumer

Super Milchschaum, schön klein und leise im Betrieb.

Aber weder der (mittel-)gute Milchschaum, noch die Mini-Füllmenge von 120 ml sind auch nur ansatzweise eine Begründung dafür, warum der Milchschäumer so viel kostet. Ich nehme mal an, Nespresso muss immer noch das Honorar für George Clooney abbezahlen.

Aber Spaß beiseite: Ihr könnt ihn kaufen, aber könnt es genauso gut lassen. Denn in der neuen Kategorie automatische Kompakt-Milchaufschäumer heißt der Testsieger momentan Senseo Milk Twister.

4 Kommentare
  • Bruno
    20 Oktober, 2017

    Wenn du 3 Sekunden auf den Knopf beim Aeroccino 3 drückst, erzeugt er Milchschaum ohne dabei zu erhitzen, also kalten Milchschaum. Das kommt in dem Test nicht vor und sollte ergänzt werden.

  • Kristin
    20 November, 2017

    Da ich diesen Aufschäumer immer noch auf Arbeit (bzw. bisher) genutzt hatte, muss ich doch auch mal etwas noch zu sagen 🙂

    Den Aufsatz kann man wirklich auseinander bauen – so ergibt sich eine Möglichkeit für Milchschaum (z.B. für Latte oder Cappu) und eine Möglichkeit für einen Mix (wie ich finde) aus Milchkaffee und Latte. Dazu die Milch bis zur oberen Max-Markierung füllen und nur den Runden Aufsatz nutzen.

    Die “Kalt-Funktion” bietet sich für einen kalten Kakao an und ist auch sehr lecker 🙂

    Mein Kaufgrund damals war (leider) der Kauf der Kapselmaschine, auch wenn ich mir damit jetzt Kopfschüttel einfange. Für Arbeit war das ausreichend – ein bis maximal zwei Getränke damit zuzubereiten am Tag.
    Umgestiegen bin ich dann trotzdem wieder auf eine Pad-Maschine, dem Aluminum und der Auswahl der Getränke geschuldet, aber auch mit dem Hintergrund, dass alle anderen Zubereitungsarten auf Dauer einfach nervig sind, wenn Wasserstelle und Müll und Abwaschen einfach sehr weit vom Büro entfernt sind und man nicht immer alles in einer Waschschüssel über den Flur tragen mag. Würde nur noch mehr dem Klischee im öffentlichen Dienst Salz in die Wunde streuen 😉

    Liebe Grüße 🙂

  • Jennifer C.
    29 November, 2017

    Hallo,

    ich finde den Test echt sehr unfair und schlecht gemacht. Sehr voreingenommen und viele falsche Aussagen. Werbung für den vermeintlichen “Testsieger” von Senseo kann man auch anders machen.
    Da hat jemand auf jeden Fall seine Hausaufgaben nicht gemacht.

    1. gibt es den Aufschäumer direkt bei Nespresso zum UVP(!) in Höhe von 70 Euro
    2. viel Barista nutzen 1,5 % H-Milch mit höchstens 5 Grad Celsius
    3. reicht eine Portion für einen Latte Macchiato

    Liebe Grüße

  • Sascha
    11 März, 2018

    Vor einem Test mal in das Handbuch zu gucken würde Euch wirklich gut tun. Auch bei Euren Videos, wo Ihr Pad- und Kapselsysteme nicht unterscheiden könnt … Recherche ist so einfach.

    Klar kann man zu Nestle geteilter Meinung sein. Aber zu dem Kaffee aus den Alukapseln sind Eure Aussagen einfach total überzogen. Und genau diese Einstellung kommt auch bei den Milchschaumtests mit durch. Schade.

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