Die Mahlkönig Vario Home V3 Kaffeemühle im Test

Die Mahlkönig Vario Home V3 Kaffeemühle im Test Ergebnis

Letztes Update: 04.01.2017: Mahlkönig Vario Home V3 – Manchem Profi unter euch ist die Firma Mahlkönig aus Hamburg vielleicht ein Begriff als Hersteller gewerblicher Kaffeemühlen im oberen Preissegment.

Wer wissen will, wie sich ein Gerät weit jenseits der tausend Euro macht, kann meinen Test zur Mahlkönig ProM Espressomühle lesen.

Hochwertige Verarbeitung
Mahlkönig Vario Home V3

Eine Kaffeemühle die sehr gut zu bedienen ist.

Mahlkönig bringt neben den Luxusschlitten aber auch weitaus erschwinglichere Heimvarianten heraus. Dazu gehört die elektrische Kaffeemühle Mahlkönig Vario Home V3. Für die Differenz könnt ihr bessere Kaffeebohnen kaufen.

Und die ist – wer hätte das gedacht – weitaus besser als der Kollege aus der Oberklasse.

Vielleicht lasse ich mich ein bisschen vom relativ annehmbaren Preis blenden. Oder von der Tatsache, dass die Mühle nicht mal halb so kompliziert wie die ProM ist. Aber damit hätten wir schon zwei wichtige Faktoren für eine gute elektrische Kaffeemühle abgehakt, oder?

Bei Coffee Circle gibt es die Vario Home V3 übrigens gerade für 399€, der Vergleich mit www.amazon.de lohnt sich also auf jeden Fall.

Auch andere Bedingungen für eine elektrische Kaffeemühle, der ich meine Sterne gern freiwillig gebe, kann die Vario erfüllen. Welche das sind und wie die Mittelklasse-Mühle abschneidet, erfährst du in diesem Test.

Der erste Eindruck

Die Mahlkönig Vario Home V3 sieht im Grunde genauso aus, wie man sich eine elektrische Kaffeemühle vorstellt:

  • Auf rund 40 Höhenzentimetern bringt sie einen Bohnenbehälter für etwa 200 Gramm Bohnen unter.
  • Die Bedienung erfolgt über verschiedene Knöpfe und Schieberegler, die überaus handlich und übersichtlich an der Front angebracht sind.
  • Die rechte Skala regelt den Mahlgrad grob, die linke Skala arbeitet sich im Mini-Bereich an den perfekten Mahlgrad heran.
  • Diese Feineinstellung sorgt dafür, dass du mehr als 200 verschiedene Grade einstellen kannst, was ziemlich nah an der Bezeichnung „stufenlos“ ist.
  • Gleichzeitig sorgt diese Beschriftung aber auch dafür, dass du deinen Mahlgrad später problemlos wiederfindest, wenn du zwischendurch mal wissen willst, ob „3F“ besser für deinen Espresso ist als „2A“.
  • Überall dort, wo es wichtig ist, besteht die Vario Home aus Edelstahl und die Chancen stehen gut, dass die statische Aufladung keine Rolle spielen sollte.
  • Du kannst deinen Kaffee direkt in den Siebträger oder in den dazugehörigen Kaffeebehälter mahlen.

Mahlkönig Vario Test

Damit sollte klar sein, dass die Hario Home eine Allround-Maschine ist, die sowohl Filterkaffee als auch Espresso hinbekommt.

Unter der Haube steckt ein Scheibenmahlwerk aus Keramik, von dem ich mir grundsätzlich sowieso gute Ergebnisse erwarte (Wir reden hier immerhin von einer Mahlkönig!)

Die Vario ist ziemlich beliebt und nicht immer auf Lager. Bei Amazon bekommst du sie aktuell für rund 424 Euro, was zwar kein Schnäppchen ist, in etwa aber meinen Preisvorstellungen von einer guten Heimmühle entspricht.

Mahlkönig Vario Bohnenbehälter

Dafür bekommst du eine Grind-on-Demand Mühle, die du so programmieren kannst, dass sie immer exakt die richtige (und gleiche) Kaffeemenge frisch zubereitet und außerdem einen ziemlich exakt einstellbaren Timer mitbringt.

Und weil „Einfach“ einfach besser ist, waren die Mahlkönige auch gleich noch so nett, dir drei individuelle Tasten auf der Front zu reservieren, die du jeweils mit der perfekten Mahlzeit für deine drei liebsten Zubereitungsmethoden belegen kannst – Espresso, French Press, Filter.

Ziehen wir also kurz ein Zwischenfazit:

  • Die Vario erlaubt die perfekte Balance zwischen Barista-Spielereien und Bevormundung.
  • Sie ist übersichtlich und kommt auf dem Bedienfeld auf den Punkt – „dieser Knopf macht das“.
  • Außerdem werden nicht 5.000 Funktionen auf einen Knopf gelegt.
  • Mit 200 Gramm Bohnen kannst du schon einmal deine ganze Kaffeerunde verköstigen.
  • Sie ist weder zu groß, noch zu klein, weder zu schwer, noch zu leicht.

Die Optik finde ich weniger gelungen und im schlechtesten Sinne des Wortes altbacken. Den Augenmenschen unter euch wird es vermutlich nicht anders gehen. Aber gut, oberflächlich sollten wir bei Mühlen nun wirklich nicht sein.

Das Mahlwerk

Das Scheibenmahlwerk aus Keramik in der Vario V3 bringt folgende Spezifikationen mit:

  • 200 Stufen in Keramik.
  • Durchmesser Scheiben: 54 mm.
  • Drehzahl: 1000 U/min.
  • Tagesleistung: rund 50 doppelte Espresso Shots.

Auch wenn man beide Geräte nicht wirklich vergleichen kann, will ich dir zum Vergleich kurz nochmal die Werte der Mahlkönig ProM Espresso zeigen:

  • Stufenlos aus Stahl.
  • Durchmesser Scheiben: 65 mm.
  • Drehzahl: 1650 U/min.
  • Tagesleistung: rund 150 doppelte Espresso Shots.

Hier siehst du ganz gut, was der größte Unterschied zwischen den Preisklassen ist: Das Mahlwerk ist bei den günstigeren Versionen etwas kleiner und langsamer, was ein wenig auf Kosten des Aromas gehen kann.

Denn je länger das Mahlwerk nuddelt, desto mehr Hitze kann sich entwickeln. Das soll bei der Vario V3 durch das Material Keramik ausgeglichen werden, das Hitze kaum speichert. Ich persönlich würde aber hochwertiges Stahl bevorzugen, weil es am Ende des Tages doch um einiges robuster ist.

Keramikmahlwerke stehen jedoch zurecht bei allen hoch im Kurs, die homogene Mahlergebnisse bei einer möglichst niedrigen Geräuschkulisse wünschen. Und diesen Wunsch erfüllt ihnen die Mahlkönig V3 gern.

Die Mahlkönig Vario Home V3 im Einsatz

Es hätte mich ganz schön gewundert, wenn die Mahlkönig Vario Home V3 bei den Ergebnissen viel schlechter abschneiden würde als die ProM. Tut sie auch nicht.

Klümpchenfrei, homogen, so fein, wie du willst – das Kaffeemehl macht schon beim Anblick Lust auf die Zubereitung.

Was ich wirklich erwähnenswert finde, ist aber die Einfachheit, mit der du zu deinem Ergebnis kommst. Denn besser als diese Mühle lässt sich die Konkurrenz aus der Mittelklasse (und der Oberklasse – *hüstel* ProM *hüstel*) kaum einstellen.

Ich habe mir den Spaß gemacht, und das Ding ohne Betriebsanleitung nur aufgrund der angegebenen Zahlen und Beschriftungen programmiert. Und das hat ziemlich gut geklappt.

Auch wenn niemand das Prädikat „Plug & Play“ für Mühlen verwendet, fände ich es hier angebracht.

Ich hatte übrigens recht mit meiner Vermutung zur statischen Aufladung: Die ist erfreulich gering und ich weiß aus Erfahrung, dass das Vorgängermodell dabei noch ein wenig geschlampt hatte. Hier war nämlich wesentlich mehr Kunststoff verbaut.

Mahlkönig Vario Einstellen

Mahlkönig Vario Einstellen Zeit

Mahlkönig Vario Einstellen Zeit II

Die Reinigung

Zum Thema Reinigung von Kaffeemühlen habe ich mich bereits lang und breit ausgelassen und kann nur immer wieder betonen, wie wichtig das ist. Eine (elektrische) Mühle, die du weder leicht per Hand noch mit den entsprechenden Reinigungsmitteln sauber kriegst, ist einfach sinnlos.

Darüber brauchst du dir bei der Mahlkönig Vario Home V3 aber keine Sorgen machen, denn du kommt überall mit Pinsel und Tuch ran, wo es nötig ist und kannst ansonsten die Reinigungsbohnen durchs Mahlwerk jagen.

Mahlkönig Vario Siebträger

Noch ein Wörtchen zu einer ganz besonderen Mahlkönig-Macke: Es könnte dir passieren, dass dir schon vor dem ersten Einsatz ein wenig Kaffeemehl entgegen rieselt. Das heißt aber nicht, dass dir ein gebrauchtes Gerät untergeschoben wurde.

Mahlkönig rühmt sich in der Gebrauchsanleitung nämlich mit folgendem Vorgehen:

bei MAHLKÖNIG wird im Gegensatz zu anderen Herstellern auf jeder Mühle, die unser Werk verlässt, eine Probevermahlung vorgenommen, um eine optimale Vermahlung gewährleisten zu können. Daher sind Mahlgutrückstände im Mahlwerk möglich!

Das ist grundsätzlich durchaus löblich. Wenn ich mir jetzt allerdings vorstelle, wie selbst so ein kleiner Rückstand gemütlich im Karton vor sich hinranzt, bis die Maschine verkauft und verschickt wird …

Es ergibt also Sinn, wenn du das Ding vor dem ersten Einsatz noch einmal richtig gründlich säuberst.

Mein Fazit: Für wen ist die Mahlkönig Vario Home V3 geeignet?

Es kostet mich keine Überwindung, der Mahlkönig Vario Home V3 die (fast) volle Punktzahl zu verpassen, denn die Pro-Argumente sind zahlreich und sprechen für sich:

  • viele Einstellungsmöglichkeiten.
  • sehr gute Mahlergebnisse.
  • hochwertige Verarbeitung.
  • sehr übersichtlich und leicht zu bedienen.
  • leicht zu reinigen.
  • annehmbarer Preis.

Wer guten Kaffee trinken will, sollte in meinen Augen auch etwa 400 Euro in seine Mühle stecken, sonst könntest du dir den Aufwand, eine teure Espressomaschine oder anderes Equipment anzuschaffen, genauso gut sparen.

Hochwertige Verarbeitung
Mahlkönig Vario Home V3

Eine Kaffeemühle die sehr gut zu bedienen ist.

Die Mühle macht den Kaffee genauso wie die Bohne!

Ein bisschen Abzug gebe ich dafür, dass ich die Mahlkönig Vario Home V3 schlichtweg potthässlich finde und nicht so richtig Lust darauf habe, sie neben meine La Pavoni oder meine Silvia zu stellen. Alle Ästheten unter euch werden mich sicher verstehen.

Bei Coffee Circle gibt es die Vario Home V3 übrigens gerade für 399€ der Vergleich mit www.amazon.de lohnt sich also auf jeden Fall. Hast du noch Fragen zur Mahlkönig V3 oder kannst selbst aus deiner Erfahrung mit dieser Mittelklassemaschine berichten? Dann freue ich mich auf einen Kommentar!

6 Kommentare
  • Dennis
    19 Februar, 2017

    Hallo Arne,

    Danke für den tollen Testbericht! Kleine Anmerkung, was evtl. den Preisunterschied und das gute Ergebnis im Vergleich zur ProM etwas ins richtigere Licht rückt: Die Mühle ist baugleich mit der Baratza Vario und wird nur in Europa als Mahlkönig Vario verkauft 😉 Ist wohl aus einer Zusammenarbeit der beiden Firmen entstanden.

    Lg,

    Dennis

  • Heidrun
    6 März, 2017

    Hallo Arne,
    Deine “Kaffee-Aufklärungsseite” ist klasse und ich stöbere immer wieder darin. Auch war dein Bericht Teil meiner Entscheidung die Vario über coffee circle zu kaufen. Ganz so schlecht sieht sie doch gar nicht aus
    Die erste Kaffeesorte,direkt eingeflogen aus Peru, lief super durch. Ich mahle den Kaffee direkt in den sieb meiner bialetti. Der nächste Kaffee, auch sehr hochwertig, hier bleibt sehr viel an der Mühle , also an der Führung, das ärgert mich. Auf was muss ich achten oder einfach weiter ausprobieren? Ansonsten freue ich mich über meine Mühle!!!!!
    Grüße Heidrun

  • Jürgen
    24 August, 2017

    Hallo Arno,
    ich schaue mich nach einer guten (preisgünstigen) Kaffeemühle um.
    Hänge im Moment bei der Mahlkönig Vario Home und der Baratza sette fest.
    Hier bei der Mahlkönig finde ich nichts zum Todraum. Wie ist der bei dieser Mühle. Bei der Baratza schreiben einige, dass sie nicht fein genug einstellbar ist.
    Kannst du mir was dazu sagen.
    Lieben Dank im Voraus

    Jürgen

  • Tim Mattern
    11 Dezember, 2017

    Hallo Arne,

    was hältst du von der Varia als Mühle für French Press-Kaffee?
    Kann sie so grob mahlen? Da gibt es online doch sehr geteilte Meinungen zu.
    Ich suche an und für sich nach einer Mühle,
    mit der ich grundsätzlich noch French Press
    aber die auch für die Anschaffung einer Espresso-Maschine,
    fein und auch gleichmäßig mit genügend Abstufungen Mahlen kann.
    So dass ich auch mit Filterhaltern ohne doppelten Boden spaß haben werde…
    Ich weiß ich suche die eierlegende Wollmilchsau 😉 aber man will was man will und bin auch bereit so bis 450 € auszugeben…
    Würde tendenziell eher Abstriche bei der French Press Qualität machen,
    weil ich für die im Zweifelsfall auch mit der Hand mahlen würde…
    So das wäre es erstmal, glaube ich

    Grüße aus Hamburg

    Tim

  • Thomas Fischer
    13 Dezember, 2017

    Hallo Arne,
    ich habe diese Kaffeemühle (Vario Home V3). Die Qualität ist unbestritten. Das Rumsauen mit dem Siebträger schon sehr nervig ( Kaffeemehl über im gesamten Umkreis der Mühle auf der Arbeitsplatte verteilt). Allerdings kriege ich den Mahlgrad nicht so richtig hin. Entweder schöne Crema und homogenen Puck mit allerdings viel zu viel Pulver ( im Einer bei Einstellung von 12-13 sec. entspricht ja bei ca. 1,6 g/pro sec. einer viel zu großen Pulvermenge und meilenweit entfernt von den üblichen 7-9g), was zum Ergebnis hat das ich den Espresso zu stark und tendenziell bitter empfinde. Einstellung an der Mühle stelle ich im Makrobereich auf 2 und im Mikrobereich variiere ich zwischen G bis K um eine tamperfähige Menge hinzubekommen. Vielleicht kannst Du mir noch ein paar Tips/Einstellungstips geben um auf die gewünschten 7-9g zu kommen ohne das das Sieb halb leer oder ich entsprechend viel mehr Mehl ins Sieb bringe. Meine Maschine ist übrigens eine ECM Meschanika V Slim.
    Lieben Dank im Voraus
    Thomas

  • Paul
    6 Januar, 2018

    „bei MAHLKÖNIG wird im Gegensatz zu anderen Herstellern auf jeder Mühle, die unser Werk verlässt, eine Probevermahlung vorgenommen, um eine optimale Vermahlung gewährleisten zu können. Daher sind Mahlgutrückstände im Mahlwerk möglich!“

    das ist doch bei fast allen KVAs so. Da empfiehlt es sich immer ein paar Kaffees erst mal für den Ausguss zu brühen.

    Lelit und Eureka haben auch Mehlreste im Karton und einen entsprechenden Beilagzettel im Bohnenbehälter.

    MfG Paul

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