Porlex Mini Handkaffeemühle im Test

Porlex Mini Handkaffeemühle im Test Ergebnis

In der Reihe „Tolle Geräte für super definierte Armmuskeln“ (auch Handkaffeemühlen genannt) widme ich mich in diesem Test der Winzig-Version einer meiner Lieblingsmodelle: der Porlex Mini Handkaffeemühle. So unscheinbar und fipsig die Mühle aus Edelstahl wirkt, so überzeugend sind die Ergebnisse.

Kleine Handkaffeemühle
Porlex Mini

Sehr schön aber auch sehr klein

Ich werde zwar meiner Commandante bestimmt nicht untreu, aber alle Einsteiger in die Wunderwelt der frisch gebrühten Kaffees aus ebenso frisch gemahlenen Bohnen werden die Porlex bestimmt zu schätzen lernen.

Bevor ich dir in allen Einzelheiten von dieser Mühle vorschwärme, kurz mein Eindruck: Die Mini-Mühle schafft mega Ergebnisse, macht aber ihrem Namen wirklich alle Ehre.

Der erste Eindruck

Wenn du dir die (alte) Verpackung der Porlex Mini anschaust, würdest du vermutlich auch nicht auf die Idee kommen, dass hier echte Qualität im Karton steckt – Japan-Kitsch as Japan-Kitsch can be. Das haben sie inzwischen aber geändert, wie ich gesehen habe.

Doch schon das Gewicht und ein erster Blick auf alle Einzelteile verraten dir, dass Porlex gut daran getan hat, den Verpackungsdesigner zu feuern, dem Produktdesigner aber auf jeden Fall eine Gehaltserhöhung verpassen sollte.

Porlex Mini Handkaffeemühle

Die Mühle ist zwar nicht viel größer als ein Pfefferstreuer, aber genau das sollen Handkaffeemühlen, die du mit auf Reisen nimmst, auch nicht sein. Alle Anschlüsse stimmen, die Kurbel sitzt leichtgängig, doch fest auf der Mühlenoberseite und fässt sich prima an.

Ein kleiner Makel: Wenn du zu aufgeregt kurbelst, dreht sich der Auffangbehälter ganz leicht im Gegensinn mit. Das kannst du aber durch die gute Griffigkeit problemlos abstellen.

Porlex Mini Handkaffeemühle Test TeileIm Inneren wartet ein edles Keramikmahlwerk auf seinen Einsatz, das sicher vom praktisch unkaputtbaren Edelstahlgehäuse umschlossen wird. Ziemlich cool ist auch die Halteschlaufe an der umlaufenden Kunststoffmanschette (für den Grip), in die du die Kurbel stecken kannst.

Du merkst: Ich bin ein bisschen verknallt in das Produktdesign. Das bekommst du aktuell bei Amazon für recht günstige 47 Euro. Damit ist die Porlex Mini zwar etwas teurer als der Spitzenreiter Hario Skerton, aber auch wesentlich robuster – Stichwort: Glasbehälter.

Der Erfolg der Kult-Mühle zeigt sich übrigens daran, dass sie direkt auf der Herstellerseite komplett ausverkauft ist. Ein Zufall? Ganz bestimmt nicht.

Fassen wir also kurz zusammen:

  • robustes Edelstahlgehäuse.
  • gute Verarbeitung.
  • Keramikmahlwerk.
  • annehmbarer Preis.
  • kompakte Maße.

Beim letzten Punkt muss ich ein kleines Aber hinterher schieben, denn wenn die Japaner Mini sagen, meinen sie das auch. Du erhältst allerhöchstens 30 Gramm Kaffeemehl, was mehr als knapp bemessen ist – zumindest für dich und deinen Reisebegleiter. Für Solo-Backpacker reicht’s aber.

Auf der anderen Seite kann ich bestätigen, was viele Rezensenten und Profi über die kompakte Mühle sagen: Sie passt ohne Kurbel tatsächlich perfekt in die AeroPress – und schon hast du wieder mehr Platz im Rucksack.

Das Mahlwerk

In meinem ausführlichen Artikel zum Thema Kaffeemühlen und in den zahlreichen Tests habe ich dir schon mehrfach erklärt, dass es beim Thema Mahlwerk im besten Fall immer auf die Entscheidung Keramik oder Stahl hinausläuft.

Die Porlex setzt auf Keramik im konischen Mahlwerk und damit auf ein Material, das recht widerstandsfähig ist, kaum Hitze speichert und das Aroma der Bohnen würdigt. Noch viel wichtiger ist aber, dass du das Mahlwerk von Hand ziemlich leicht verstellen kannst.

Dazu musst du nur an einem kleinen Rädchen am unteren Ende des Mahlwerkkopfes drehen und fertig. Die Einstellung ist zwar nicht stufenlos, jedoch ausreichend für alle typische Zubereitungsmethoden auf Reisen – wer schleppt schon eine Handhebelmaschine mit?

Mahlwerk

Wie ich bereits erwähnte, dreht sich die Kurbel regelmäßig und angenehm, was darauf hindeutet, dass im Gegensatz zum Vorgängermodell nicht nur die Aufhängung verbessert wurde. Auch das Mahlwerk scheint hervorragend austariert und sauber verarbeitet.

Porlex Mini Handkaffeemühle Hebel

Griff

Die Porlex Mini im Einsatz

Was soll ich lange herumreden: Die Porlex Mini Handkaffeemühle macht einfach klasse Kaffeemehl. In jeder Einstellung und mit einem überschaubaren Kurbel-Aufwand. Den kriegst du dank der Gummimanschette in jeder Position in den Griff (wie dir mein Foto eindrucksvoll zeigt).
Nach ein paar Umdrehungen hatte ich ein wirklich homogenes Kaffeemehl in der Hand, das nur ein paar Klümpchen aufwies. Falls du dich fragst: Ja, so mitgenommen sehen Hände aus, die jeden Tag damit beschäftigt sind, das beste Kaffee-Equipment der Welt auszuprobieren.

Mahlgut fein im Test

Porlex Mini Mahlgrad

Die Porlex schafft auch die Espresso-Disziplin, die interessanterweise fast alle Handkaffeemühlen hinbekommen. Diese schwächeln sonst eher im groben Bereich, was ich für den kleinen Stahlbolzen jedoch nicht bestätigen kann. Auch hier gelingt die Körnung fast perfekt.

Porlex Mini Mahlen

Porlex Mini drehen Handarbeit

Die Reinigung

Ich muss an dieser Stelle noch mal einen Gruß an meinen Helden, den Porlex-Produktdesigner schicken. Der hat sich nämlich auch in Sachen Reinigung mächtig ins Zeug gelegt.

Theoretisch kannst du die Mühle komplett auseinandernehmen und so komplett mühelos von Kaffeemehl befreien.

Ich sage theoretisch, weil ich finde, dass die Chancen, unterwegs ein wichtiges Bauteil zu verbummeln oder zu vergessen, wie du sie wieder zusammensetzt, durchaus gegeben sind.

Darum lautet mein Rat: Bevor du auf Reisen gehst, übe, wie du deine Handkaffeemühle zu putzen hast!

Falls du dich übrigens dafür interessierst, was für mich alles in den Rucksack eines Globetrotter-Kaffeefans gehört, kannst du dir hier mein Video zum Thema Kaffee-Equipment für Backpacker angucken.
Mein Fazit: Für wen ist die Porlex Mini Handkaffeemühle geeignet?

Wie du dir sicher denken kannst, wird mein Fazit in etwa „Top-Tipp“ oder „Kaufempfehlung“ oder „Geschenkidee für alle deine Lieben“ lauten. Wenn ich genauer werden sollte, wäre die Porlex Mini Handkaffeemühle etwas für alle, die

  • frisch gemahlene Kaffeebohnen ohne Stromanschluss.
  • gute Mahlergebnisse in vielen Mahlgraden.
  • hochwertige Materialien und ein top Mahlwerk.
  • tolle Handhabung.
  • gründliche und einfache Reinigung.
  • annehmbarer Preis.
  • kompakte Maße.
  • clevere Details wie Gummimanschette mit Kurbel-Halterung suchen.

Nur, wer mit einer Anwendung mehr als ein Tässchen Kaffee zaubern will, wird mit der Porlex Mini vermutlich nicht ganz so glücklich. Darum: Punktabzug!

Für den größeren Kaffeebedarf hätte ich aus dem Stand aber eine Alternative parat, die etwas größer ist, aus demselben Hause stammt und alle Eigenschaften der Mini mitbringt:

Kleine Handkaffeemühle
Porlex Mini

Sehr schön aber auch sehr klein

Die Porlex Tall, die ich natürlich ebenfalls getestet habe, schafft es, den Mini-Makel des kleinen Bruders auszuräumen und beweist, dass kleine Handmühlen zum günstigen Preis durchaus ohne Abstriche zu haben sind.

Hast du schon Erfahrungen mit dem Kult-Kurbler namens Porlex Mini? Dann freue ich mich auf einen Kommentar. Natürlich kannst du mich gern noch nach weiteren Details zu diesem und anderen Tests fragen.

2 Kommentare
  • Sabine
    30 Januar, 2017

    Hallo, vielen Dank für die ausführlichen Beschreibungen und Empfehlungen! Welche Einstellung würdest du bei der Porlex Mini für die Zubereitung im Espresso-Kännchen empfehlen?
    Danke!

  • Martin
    22 August, 2017

    Hi Arne,

    vielen Dank für Deine Tests!
    Nun habe ich gerade im Online-Handel aktuelle Produktbilder gesehen und bin etwas traurig, dass die Verbindung zwischen Kurbel und Mühlenwelle anstelle der Sechskantverbindung nun etwas einfacher als Schlitz gestaltet ist. Natürlich spart man so auch Herstellungskosten, aber ich vermute, dass die Verbindung damit etwas mehr Spiel bekommt und möglicherweise auch leichter verschleißen wird. Nicht umsonst ´findet man im Maschinenbau eher Sechskant- als einfache Schlitzschrauben…

    Viele Grüße,
    Martin

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