Die Zassenhaus Kaffee – und Espressomühle Quito im Test

Die Zassenhaus Kaffee – und Espressomühle Quito im Test Ergebnis

Die Mühlen-Experten von Zassenhaus gibt es schon seit 1867 und auch bei Coffeeness war das Unternehmen aus Solingen schon mehrfach im Kaffeemühlen Test vertreten.

Dabei ist mir aufgefallen: Während die Marke in Sachen manuelle Kaffeemühlen sehr überzeugen kann, ist sie bei der elektrischen Variante eher Durchschnitt. Das ist keine Beurteilung, nur eine Tatsache, die auch die Zassenhaus Quito Kaffee-/Espressomühle bestätigt.

Das manuelle Modell ist überaus hochwertig und liefert gerade im feinen Espresso-Mahlgrad wirklich tiptop Ergebnisse, von denen sich manch anderes Modell eine Scheibe abschneiden kann. Dafür müsst ihr aber einiges mehr hinblättern und die ein oder andere Mini-Macke akzeptieren.

Ich habe diese Mühle (wie ihr auch auf den Fotos seht) mit dem wirklich leckeren Costa Rica Finca Las Lajas Perla Negra Natural Kaffee von Tres Cabezas getestet. Dieser Single Origin mit schmelzigem Frucht- und Yogurette-Charakter ist Bestandteil meines jüngsten Kaffee Adventskalender Tests gewesen und ich bin inzwischen ein echter Fan der Berliner Rösterei Tres Cabezas. Hier könnt ihr die Mühle auf www.amazon.de kaufen.

Sehr feiner Kaffee

Aber zurück zur Mühle: Die hat den leckeren Style des Kaffees perfekt herausgearbeitet ohne mit ewiger Kurbelei den Spaß am Mahlen zu killen. Lasst uns genauer hinschauen!

Datenblatt

EINTRAGWERT
ModellnameZassenhaus Quito Kaffeemühle
ProduktkategorieManuelle Kaffeemühle
MahlwerktypKegelmahlwerk
MahlwerkmaterialEdelstahl
Hauptmaterial MühleEdelstahl/Glas
Mahlgradstufenstufenlos
Größe Bohnenbehälter42 g
Füllmenge Auffangbehälterk.A.
Extras25 Jahre Herstellergarantie auf das Mahlwerk
ExtrasAbschaltautomatik
Maße14,6 x 8,9 x 24,1 cm
Gewicht499 Gramm
Preis (Preis zum Kaufzeitpunkt)79.95 € (69,89 Euro)

Der erste Eindruck

Schon das relativ hohe Gewicht der Zassenhaus Quito zeigt, dass diese Mühle aus dem teureren Segment lieber klotzt als kleckert. Das halbe Kilo kommt durch einen sehr robusten und hochwertigen Edelstahlkorpus und den dickwandigen Auffangbehälter aus Glas zustande.

Das allein deutet schon darauf hin, dass die Mühle eher für Zuhause als unterwegs gedacht ist. Bewiesen wird diese These durch die Tatsache, dass ihr zwar den handschmeichelnden Holzknauf, nicht aber die Kurbel an sich abnehmen könnt.

Laut Hersteller soll die Mühle praktisch alle gängigen Zubereitungsmethoden abdecken:

Schon beim ersten Ausprobieren nervt jedoch der durchsichtige Plastikdeckel, den ihr auf den Bohnenbehälter aufsetzt. Zwar hat er eine bestimmte Arretierungsposition, sonst verkantet die Kurbel. Aber so richtig fest sitzt der Deckel nicht und sollte auch beim Mahlen immer festgehalten werden.

Mit 6 x 7 Gramm Kaffeebohnen (so der Hersteller) ist die Füllmenge absolut in Ordnung für die meisten Zubereitungsarten, auch wenn ihr eine Liter-French Press damit nicht in einem Rutsch vollkriegt. Dafür ist aber der Auffangbehälter, zu dem es keine Mengenangabe gibt, geräumig genug, um fast die ganzen 42 Gramm Bohnen aufzunehmen.

Das Handgefühl ist beim ersten Eindruck dennoch insgesamt hervorragend. Ihr spürt einfach, dass ihr hier Qualität in der Hand habt. Das möchte man bei einem Preis von rund 70 Euro auch verlangen dürfen, aber wir wissen alle, dass dies nicht immer zwingend erfüllt wird.

Hier wird Qualitaet geboten

Für euer sauer verdientes Geld bekommt ihr mit der Zassenhaus Quito aber auf jeden Fall einiges geboten:

  • hochwertiges Design
  • schlanke Optik mit hübschen Vintage-Details
  • Robustes Edelstahl
  • gute Mahlmenge
  • Sehr gute Haptik
  • Brauchbare Handhabung

Das Mahlwerk

Wie auch bei der jüngst von mir getesteten Grönenberg Kaffeemühle setzt die Zassenhaus Kaffeemühle Quito mit ihrem Kegelmahlwerk darauf, dass ihr von allein herausfindet, welcher Mahlgrad passt.

Es gibt an der einfach einstellbaren Drehmutter (siehe Fotos) nämlich keine Erklärung. Die Bedienungsanleitung ist da schon ein wenig gesprächiger und erklärt euch das grundsätzliche Vorgehen bzw. die Technik eines solchen Mahlwerks:

Das Mahlwerk

Je geringer der Abstand zwischen den beiden Formen des Kegelmahlwerks ist, desto feiner wird das Kaffeepulver gemahlen. Ihr stellt den Mahlgrad feiner, wenn ihr die Mutter im Uhrzeigersinn dreht und stellt ihn gröber, wenn ihr andersherum dreht.

Das stufenlose Mahlwerk kennt pro Umdrehung 12 Einraststufen. Ihr müsst diese nicht „treffen“, sie sollen euch nur helfen, eine bestimmte Position zu finden und diese zu halten.

Bei der Quito wurde laut Hersteller mit Absicht auf Edelstahl statt auf Keramik fürs Mahlwerk gesetzt, weil Porzellan die Kaffeebohnen „eher reiben und quetschen“ würde als Edelstahl. Das harte Material hingegen soll scharf und schneidend sein und so das Aroma besser in den „körnigen Kaffeepartikeln“ einkapseln.

Diese Sätze solltet ihr mit etwas Vorsicht genießen, denn keines der beiden Materialien ist per se besser. Ich bin aber ein Fan von Edelstahlmahlwerken, weil sie robuster als die Keramikkollegen sind – auch wenn sie zum Beispiel schneller warm werden als diese.

Richtig nett finde ich die Hilfestellung von Zassenhaus in der Betriebsanleitung, wie ihr das Mahlwerk erst einmal einspielt: Ihr fangt mit einem relativ groben Mahlgrad an und sollt laut Hersteller ein paar Körner Reis mahlen. Anschließend stellt ihr das Mahlwerk feiner (etwa 6 Rastpunkte zurück) und jagt die schon gemahlenen Körner noch einmal durch.

Insgesamt würde ich dieses Vorgehen unterstützen, rate euch aber lieber zu günstigeren Kaffeebohnen als Einstiegszutat.

Denn beim Reis müsstet ihr anschließend erst einmal alle Bestandteile super-minutiös reinigen, um die Reisbestandteile aus dem Kaffee fern zu halten. Und dann wäre das Aufwärm-Mahlen ja komplett für den Hintern.

Der Mahlvorgang

Der Knackpunkt jeder Handkaffeemühle ist meist das Zusammenspiel von Kurbel, Mahlwerk und Grip am Korpus. Und dies ist zumindest in Sachen Kurbel-Komfort bei der Zassenhaus Quito nicht ganz so gut gelungen.

Ihr findet nur mühsam in den richtigen Kurbelrhythmus, zumal euch der Deckel gern einmal ins Gehege kommt. Und ich finde, die Kurbel könnte im Verhältnis zum Korpus noch einen Hauch länger sein.

Die Kurbel koennte etwas laenger sein

Wenn ihr aber erst einmal in Schwung seid, zeigt die Quito, was sie kann. Normalerweise dauert es immer ziemlich lang, bis ihr feines Espresso- oder sogar noch feineres Mokkapulver fertig gekurbelt habt. Schließlich müssen die Bohnen durch die minimal mögliche Öffnung.

Das stellt die Quito mal eben zur Debatte und ist gerade in den feinsten Einstellungen wirklich ultraschnell. Dabei macht sie zwar ein bisschen mehr Radau, aber das ist bei einem Edelstahlmahlwerk normal.

Wie ihr hoffentlich auf den Fotos seht, sind die feinen und sehr feinen Mahlgrade ein homogener Traum. Das Pulver ist wirklich super gleichmäßig und der leckere Duft des Perla Negra Natural verbreitet sich auch sofort.

Tolles Mahlergebnis

Sobald es etwas gröber werden soll, zeigt die Quinto ein paar kleine Unregelmäßigkeiten, die angesichts der Gleichmäßigkeit der anderen Mahlstufen zwar nicht sonderlich aus dem Rahmen, aber definitiv ins Auge fallen.

Die ganzen Bohnen habe ich mit auf den Teller gepackt, damit ihr den Unterschied besser einschätzen könnt.

Sobald ihr der Handkaffeemühle also gezeigt habt, wer der Boss ist, belohnt sie euch mit wirklich tollem Kaffeemehl, das auch noch wesentlich fixer und damit ohne nennenswerte Hitzeentwicklung im neutralen Glasbehälter ankommt.

Wenn ihr besonderen Wert auf besonders gut aufgeschlüsselte Kaffeearomen legt, könnt ihr hier also kaum etwas falsch machen.

Die Reinigung

Wie ihr auf den Bildern seht, könnt ihr die Zassenhaus Quito hervorragend in ihre Einzelteile zerlegen und reinigen. Alles, was nicht Edelstahl ist, darf in die Spülmaschine.

Gut finde ich den Gedanken, dass die wichtige Feder für das Mahlwerk nicht einzeln angebracht wird, sondern in die Positiv-Form des Mahlwerks integriert ist. So könnt ihr dieses wichtige Teil wenigstens nicht verbummeln.

Mein Fazit: Für wen ist die Zassenhaus Handkaffeemühle Quito geeignet?

Bei der Zassenhaus Handkaffeemühle Quito überwiegen die Vorteile in jedem Fall himmelhoch die Nachteile.

  • Kompakt
  • schick
  • sehr robust
  • hervorragende Mahlergebnisse in feinen Einstellungen
  • sehr schnelles Mahlen
  • aromaschonendes Mahlen
  • 25 Garantie auf das Mahlwerk
  • Gute Reinigung

Als Gegenargumente könnte man den Preis und die kleinen Macken in der Handhabung anführen.

Der Preis ist aber in meinen Augen gerade wegen der Geschwindigkeit und der Mahlergebnisse sehr gerechtfertigt. Er reicht fast (fast!) an die Eigenschaften meiner geliebten Commandante heran. Und die kostet mal eben dreimal so viel.

Die Macken in der Handhabung sind lässlich, ihr müsst euch nur mit dieser Mühle ein bisschen eingrooven. Aber wofür und für wen ist die Mühle als ziemliches Heimgerät denn nun eigentlich gedacht?

Eingrooven und dann klappt das

Ganz klar: Für alle, die täglich einen anderen Kaffee trinken wollen und sich zum Beispiel durch die verschiedensten Filtermischungen einer Rösterei testen.

Ich habe die Zassenhaus Quito auch für den Adventskalender Test genutzt und finde das ideal, weil ich dann nicht jedes Mal meine große Mühle komplett leerräumen muss, um eine Portion Kaffeebohnen zu mahlen.

Ich würde aber nicht empfehlen, eine solche Handmühle täglich mal in Espresso-Einstellung und mal in Filter-Einstellung zu benutzen. Dazu ist es ohne Hilfestellung und Gewöhnung zu schwierig, den perfekten Mahlgrad wiederzufinden.

Aber eine Woche Espressomischungen und eine Woche Filtermischungen testen sich damit hervorragend. Und wenn ihr euch eine große Kaffeemühle sowieso sparen wollt, weil sich das für euch nicht lohnt, seid ihr mit der Quinto Zassenhaus auch perfekt unterwegs.

Also: Alle Liebhaber von Abwechslung und kleinen Portionen werden von dieser manuellen Kaffeemühle ganz sicher nicht enttäuscht.

Falls ich euch noch weiterhelfen kann, schreibt mir einen Kommentar!

5 Kommentare
  • Peter Mertens
    26 November, 2017

    Toller Bericht, aber leider steht das ein wenig im Kontrast zu den doch recht vielen negativen Bewertungen bzgl. der Qualität/Haltbarkeit in den betreffenden Amazon Rezensionen….

  • Meike
    26 November, 2017

    Hallo Peter, vielleicht kann ich dir dazu etwas sagen:

    ich habe die Mühle selbst seit ca. einem halben Jahr und jetzt zwar nicht täglich in Gebrauch, aber gerade im Sommer viel für Cold Brew verwendet oder für Filterkaffee (Espressofeines Mahlen habe ich bislang nicht probiert, da bislang ein Vollautomat die Espressoherstellung übernahm). Die Mühle war auch mit im Campingurlaub und ist da in einer Kiste auch ein bisschen hin und her geflogen.

    Meine einzige Beanstandung: der Magnet, der den Holzhandknauf hält, hat sich bei mir gelöst – nichts, was ich nicht mit einem Tropfen Sekundenkleber wieder hinbekommen hätte.

    Was Leute bei Amazon zum Teil mit den Geräten veranstalten, frage ich mich häufiger. Ich kann mir vorstellen, dass das Gewinde innen bricht (wie ich in einer Rezension kürzlich gelesen habe), wenn man mit Gewalt versucht, das Gläschen festzuschrauben. Wenn man das mit Gefühl erst dann einschraubt, wenn es gerade in der Führung sitzt, geht das so leicht, dass ich keine Sorge habe, dass es bei mir brechen könnte.

    Aufgrund der zum Teil längeren Abstände zwischen der jeweiligen Benutzung hab ich die Mühle übrigens auch eigentlich jedes Mal nach der Nutzung auseinander gebaut und komplett gereinigt und danach wieder zusammen gesetzt.

    Lieber Arne,
    danke für deinen Test, dann werde ich demnächst auch mal versuchen, Espresso damit zu mahlen, bisher hatte ich dazu noch keine Lust und habe deshalb auf das Ergebnis deiner Versuche gewartet 🙂

    Viele Grüße,
    Meike

  • Jens Kornau
    13 Januar, 2018

    Hallo Arne,

    zuerst einmal vielen Dank für die ausführlichen Testberichte auf Ihrer Seite und bei Youtube. Aktuell erleichtern Sie mir nämlich den Umstieg auf ein Siebträgersystem. Würden Sie, bei einer täglichen Trinkmenge von durchschnittlich drei Tassen Espresso, die vorgestellte Mühle mit einem Siebträger (z.B. Rancilio Silvia) kombinieren und sich die Anschaffung einer elektrischen Mühle sparen?

    Liebe Grüße

  • Hendrik
    12 Februar, 2018

    Dazu, wie die Mühle “an die Eigenschaften meiner geliebten Commandante” heranreicht, hätte man gern mehr Details gewusst.

  • Lulu
    25 Februar, 2018

    Hallo Arne,
    Dein Beitrag mach mir ja wieder Lust die Zassenhaus doch nochmal zu kaufen. Leider gehöre ich zu denjenigen, bei denen das Gewinde innen gebrochen ist. Und leider auch gleich bei zwei Mühlen hintereinander. Und leider auch nach relativ kurzer Nutzzeit – viellleicht 1/2 bis 3/4 Jahr. In der Regel habe ich 1-2x am tag die Mühle genutzt für eine Kanne Espresso. Dazu muß ich sagen, daß ich sehr pfleglich mit der Mühle umgegangen bin und auch das Glas nie mit Gewalt reingedreht habe. Was ich da womöglich falsch mache erschließt sich mir nicht. Derzeit habe ich eine Rhinowares Mühle mit Keramikmahlwerk, die meiner alten Zassenhaus in vielem nachsteht. Für unseren Campingurlaub ist sie sicher besser, da die Kurbel abnehmbar ist. Leider ist das Mahlen deutlich aufwendiger, da einiges langsamer.
    Ich frage mich, warum das Gewinde bei der guten Zassenhaus nicht aus Metall ist, das würde einiges vereinfachen. Soweit ich gesehen habe, ist es bei der der Commandante ebenfalls aus Kunststoff??

Ich freue mich über deinen Kommentar

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