Latte Macchiato aus dem Vollautomaten

Es gibt eine Menge guter Gründe für einen Kaffeevollautomaten: Der Kaffee ist per Knopfdruck immer schnell und frisch zubereitet, die Handhabung ist bequem, oft genug selbsterklärend, zumindest aber nach kurzer Zeit zu verstehen, der Wunschkaffee kann individuell eingestellt werden, mitunter lassen sich für noch mehr Komfort sogar Kaffeeprofile speichern, und der Vollautomat versorgt Puristen und Latte-Fans gleichermaßen.

Zwar können Minimalisten ihren Espresso oder Kaffee auch manuell mit einer Espressomaschine oder einer French Press zubereiten. Wenn es aber ein Cappuccino oder Latte Macchiato sein soll und ihr nicht gerade Hobby-Baristas seid, ist ein Kaffeevollautomat für Zuhause eine lohnenswerte Investition.

How To Latte Macchiato

Dank Technik und immer weiter sinkenden Preisen für professionelle Kaffeevollautomaten, könnt ihr euren Latte Macchiato mit vielen unterschiedlichen Methoden zubereiten:
ganz oldschool von Hand, semi-maschinell mit einer manuell zu bedienenden Schaumlanze an eurem Vollautomaten oder per One-Touch-One-Cup-Knopfdruckfunktion bei den ausfeilteren Modellen.
Für einen besseren Überblick habe ich euch die verschiedenen Wege, an einen Latte zu kommen, zusammengefasst.

Handgemachter Latte Macchiato

Einen guten Latte Macchiato zu machen, gehört zum Einmaleins eines jeden Baristas. Der Original-Macchiato besteht aus einem etwa 50:50-Verhältnis von Espresso und Milch. Wobei Italiener den Milchanteil gerne auch mal verringern bzw. zu etwa 40% durch Sahne ersetzen. Grundsätzlich solltet ihr bei der Zubereitung eines Latte Macchiato von Hand Folgendes beachten:

Ihr schäumt die Milch schön cremig auf, am besten ohne zu viele Blasen zu verursachen. Dann gebt ihr diesen Milchschaum unter schnellen, kreisenden Bewegungen in ein Glas. Dadurch verhindert ihr, dass die Milch sich schon beim Einschütten vom Schaum absetzt. Das soll sie nämlich erst, wenn sie im Glas sitzt, damit der Schaum eine möglichst dichte Schicht bilden kann.

Während ihr darauf wartet, dass das passiert, bereitet ihr den Espresso zu. Am besten bezieht ihr den ebenfalls lieber in ein Kännchen, damit ihr ihn nachher gezielter ausgießen könnt. Ist der Espresso fertig, gießt ihr ihn langsam und vorsichtig in den Milchschaum. Am besten gelingt euch das, wenn ihr versucht, ihn nur auf eine einzige Stelle zu gießen.

Damit schafft ihr es nämlich, dass der Espresso gezielt in die Milch fließt, einen tollen Farbverlauf erzeugt und sich unter der Schaumkrone verteilt.

Maschineller Latte Macchiato

Bequemer und zeitsparender ist natürlich die Zubereitung eines Latte Macchiato im Kaffeevollautomaten. Aber auch hier gibt es Unterschiede. Manche Vollautomaten sind nämlich nur mit einem System ausgestattet, bei dem ihr selbst noch Hand anlegen müsst. Bei anderen müsst ihr immerhin nur noch die Tasse umstellen. Und einige Modelle bereiten euch den Latte Macchiato vollautomatisch zu.

Latte Macchiato Kaffeevollautomat Siemens

Die unterschiedliche Ausstattung ist meist eine Preisfrage. Als Faustregel könnte man sagen, dass ihr noch umso mehr selbst machen müsst, je weniger ein Kaffeevollautomat für Latte Macchiato kostet. Es ist also euch überlassen, ob euch Komfort oder Preisersparnis wichtiger sind. Damit ihr einen besseren Eindruck bekommt, habe ich euch ein paar Beispiele aus meinen vergangenen Testobjekten herausgesucht.

Latte Macchiato aus dem De’Longhi ECAM 22.110 B

Der Vollautomat ECAM 22.110 von De’Longhi ist ein gutes Beispiel für eine günstige Variante, die für Milchkaffee-Getränke nur eine manuell zu bedienende Lanze bereithält. Das heißt für euch, ihr bekommt von De’Longhi einen anständigen Espresso gekocht, um den Milchschaum für einen Latte Macchiato müsst ihr euch aber selbst kümmern.

Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis
DeLonghi Magnifica

Klein, robust und gut zu reinigen

Dazu lasst ihr den ECAM zunächst aufheizen, nehmt währenddessen ein extra Gefäß und gebt die gewünschte Menge Milch hinein. Wenn die Dampfdüse bereit ist, haltet eure Milch darunter, tunkt dabei die Lanze nur bis maximal zur Markierung ein. Jetzt könnt ihr unter kreisenden Bewegungen den heißen Dampf in die Milch strömen lassen.

Das macht ihr so lange, bis euer Schaum die richtige Konsistenz hat. Dann gebt ihn in ein entsprechendes Glas – denkt dabei wieder an das vorsichtige, aber zügige Rühren eures Schaumes. Jetzt fehlt noch der Espresso.

Achtung: Da ihr aus dem Kaffeevollautomaten den Espresso über zwei Ausläufe bezieht, kann es sein, dass ihr den oben beschriebenen Farbverlauf und die Schichten nicht so gut hinbekommt, wie bei der komplett händischen Zubereitung von Latte Macchiato. Das könnt ihr umgehen, in dem ihr nicht direkt das Glas mit dem Milchschaum unter den Auslauf stellt. Bezieht stattdessen den Espresso zunächst auch in ein gesondertes Gefäß und gießt ihn dann erst in die Milch.

Wenn euch die Optik nicht so wichtig ist, könnt ihr den Espresso natürlich direkt in die Milch beziehen. Denkt aber beim ECAM 22.110 an die recht knapp bemessene Auslaufhöhe. Es passt nicht jedes Glas darunter. Probiert das am besten vorher schon aus.

Die nächste Evolutionsstufe der Schaumlanze

Da er mittlerweile offiziell auf dem Markt ist, möchte ich an dieser Stelle noch den Siemens EQ 3 einschieben. Er verfügt, wie der Krups EA9010, über ein In-Cup-Schaumsystem. Das heißt, ihr könnt die Milch direkt in euer Glas geben, aus dem ihr die Latte trinken wollt. Der EQ 3 hat dazu passend eine automatische Schaumlanze.

Stellt also euer Glas unter den Auslauf, positioniert die Schaumlanze und schon kann’s losgehen. Besonders praktisch ist beim EQ 3, dass die Schaumlanze zwischen den beiden Kaffeeausläufen positioniert ist. Damit braucht ihr euer Glas nicht von A nach B tragen, sondern habt direkt über einen Arbeitsweg einen leckeren Latte Macchiato mit dem Kaffeevollautomaten gezaubert.

Bald mache ich zu dem Siemens EQ 3 auch noch ein eigenes Video.

Milchschaum per Cappuccinatore

Die Ausstattung mit einem Cappuccinatore ist so eine Art Zwischenlösung. Der Milchschaumbezug funktioniert damit zwar automatischer als mit einer manuellen Lanze. Er ist aber immer noch manueller als bei einer integrierten Milchschaum-Vollautomatik. Wobei der mechanische Vorgang natürlich gleich dem beim vollautomatischen Milchbezug ist. Nur, dass ihr hier ein Gefäß mit Milch „von extern“ bereitstellen müsst.

Der Cappuccinatore übernimmt dafür das Aufschäumen für euren Latte Macchiato aus dem Vollautomaten. Es gibt verschiedene Modelle mit einem solchen, integrierten Cappuccinatore. Ich habe seinerzeit den Jura Impressa C60 getestet. Nicht nur, dass die Maße dieses Kaffeevollautomaten zur Zubereitung eines Latte Macchiato beinahe zu sparsam ausfallen. Auch der Milchschaum selbst war alles andere als das Nonplusultra.

Dennoch will ich das System als solches nicht verteufeln. Nur, wenn ihr euch für einen Vollautomaten mit integriertem Cappuccinatore entscheidet, dann lasst die Finger vom Jura Impressa. Falls nicht, habe ich euch zumindest hiermit gewarnt.

Die grundlegende Funktion ist bei all diesen Systemen gleich. Ihr stellt ein Gefäß mit Milch zur Verfügung. Jetzt stöpselt ihr den mitgelieferten Schlauch an den Automaten und legt das andere Ende in die Milch. Stellt ein Glas unter den Milchschaumauslauf. Nach dem Aufheizen saugt der Vollautomat die Milch an und schäumt sie auf. Den Schaum gibt der Cappuccinatore dann in euer bereitgestelltes Glas. Danach stellt ihr das Glas unter den Auslauf für den Kaffee, et voilà.

Der vollautomatische Milchschaum

Für einen komplett automatischen Latte Macchiato müsst ihr ein bisschen tiefer in die Tasche greifen. Aber wenn ihr viel Milchkaffee trinkt, als Barista absolut talentfrei seid oder es schlichtweg einfach und bequem mögt, lohnt sich das. Euch steht eine große Auswahl an Kaffeevollautomaten für einen Latte Macchiato per Knopfdruck zur Verfügung. Ich war besonders mit dem Modell Saeco Moltio zufrieden.

Damit der Latte Macchiato aus diesem Vollautomaten gelingt, braucht ihr lediglich die Milch in den dafür vorgesehenen Behälter zu geben. Den Rest erledigt Saeco für euch. Der Automat saugt den richtigen Anteil Milch an und schäumt ihn auf. Dann gibt er ihn in euer Glas und switcht automatisch zur Kaffeebereitung. Somit müsst ihr weder euer Glas umstellen, noch händisch Milch umschütten und kriegt dennoch einen leckeren Latte Macchiato.

Lediglich ums Saubermachen kommt ihr auch bei so einem Latte auf Knopfdruck nicht herum.

Latte Macchiato Kaffeevollautomat

Welche Variante ist für den Geschmack besser?

Widmen wir uns abschließend noch einen Augenblick lang der Geschmacksfrage. Die wichtigsten Faktoren – Kaffeequalität und Milch – könnt ihr bei allen Systemen selbst beeinflussen. Die Intensität des Espressos für euren Latte Macchiato ebenfalls. Das bedeutet auch, dass sich das System nicht auf den Geschmack ableiten lässt.

Was bei der autonomen Zubereitung eines Latte Macchiato durch den Vollautomaten ein Vorteil ist: Meist ist der Espresso aromatischer. Viele Maschinen der unteren und mittleren Preisklasse haben Probleme, die Bohnen fein genug zu mahlen. Oder die Brühzeit ist auffällig kurz. Das funktioniert bei höherpreisigen Modellen etwas besser.

Gründe für eine vollautomatische Latte-Macchiato-Zubereitung

Der hauptsächliche Vorteil eines Latte Macchiato auf Knopfdruck liegt sicher in der Zeitersparnis. Wenn ihr euch morgens vor der Arbeit nicht noch als Barista versuchen wollt, ist so ein vollautomatisches System die richtige Wahl.
Oft schmeckt schon der Espresso von Kaffeevollautomaten mit integrierter Latte-Zubereitung besser. Das hat unweigerlich auch Auswirkungen auf den Geschmack eines Latte Macchiato aus dem Vollautomaten.
Ihr braucht keine Vorkenntnisse oder besonderen Talente, um schönen Schaum hinzubekommen.
Ihr spart Geschirr.

Latte Macchiato Miele Vollautomat

Gründe für die semi-automatische Variante

Wenn ihr nur wenig Milchkaffee trinkt oder vor allem Gäste damit bewirtet, reicht so ein System locker aus. Ist der Milchbezug nur hin und wieder im Einsatz, könnt ihr den Latte Macchiato mit der Halbautomatik immer noch schnell genug servieren. Auch hierfür braucht ihr keine große Geduld oder Fertigkeit.

Gründe für die manuelle Zubereitung

  • Ihr könnt Konsistenz und Menge des Milchschaums selbst beeinflussen.
  • Bei der händischen Bedienung könnt ihr den Barista in euch ausleben.
  • Die Vollautomaten mit manueller Latte-Funktion sind in der Anschaffung günstiger.

Jetzt seid ihr dran: Welcher Latte-Macchiato-Vollautomat ist euer Favorit? Oder verweigert ihr euch der Knopfdruck-Variante komplett und bevorzugt echte Handarbeit? Lasst mich und die anderen Leser mit einem Kommentar gern an euren Erfahrungen teilhaben …

1 Kommentar
  • Alex
    29 December, 2016

    Hallo Arne,

    mich würde interessieren ob es große Geschmacksunterschiede vonn einer ECAM 22110B zu den hoch preisigen Modellen gibt. Wie du ja selbst mal geschrieben hast, schafft es kein VA einen wirklich guten Cappuccino zuzubereiten. Mit so einem manuellem System dieser günstigen Delonghi wäre man ja viel dynamischer aaals mit den teuren Geräten.
    Hatte mal eine Primadonna 6600 und war nicht so zufrieden. Maschine war häufig defekt und der Reinigungsaufwand war bei Milchgetränken höher als bei meiner ESAM 3000B, weswegen ich jetzt wirklich am überlegen bin mir die ECAM zu holen.
    Du schreibst zwar das mit der Maschine mit etwass Übung gute Ergebnisse gelingen. Aber schmeckt ein Cappuccino oder Latte Macchiato aus einer Siemens EQ9 oder Saeco Molito jetzt wirklich besser, oder zahlt man eben nur für das Design und den Komfort, wie es mir deine Tests vermittelt haben?
    Hatte zuletzt die Gelegenheit im Geschäft einen Espresso aus einer EQ6 zu trinken, schmeckte gar nicht, viel zu bitter. Vermutlich aber falsche Bohnen, oder falsch eingestellt, darauf sollte man schon achten wenn man diese Maschinen bewerben möchte…

Ich freue mich über deinen Kommentar

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