Black-Eye-Coffee: Der ultimative Koffein-Kick

Manchmal reicht ein einfacher Filterkaffee nicht aus. Selbst ein doppelter Espresso kann euch unter Umständen nicht den Kick geben, den ihr für euren Arbeitstag oder die Lernsession braucht. Wie gut, dass jemand den Black-Eye-Coffee erfunden hat, der beide Kicks zur ultimativen Koffeinspritze vereint.

Manchmal reicht ein einfacher Filterkaffee nicht aus. Selbst ein doppelter Espresso kann euch unter Umständen nicht den Kick geben, den ihr für euren Arbeitstag oder die Lernsession braucht. Wie gut, dass jemand den Black-Eye-Coffee erfunden hat, der beide Kicks zur ultimativen Koffeinspritze vereint.

Es klingt erst einmal ein bisschen abenteuerlich, einen Kaffee aus dem Handfilter oder der French Press zusätzlich mit einem doppelten Espresso zu pimpen. Wenn ihr aber auf gute Zutaten achtet und bei der Zubereitung ein wenig Sorgfalt walten lasst, ist der Black-Eye-Coffee nicht nur stark, sondern auch unheimlich lecker.

Barista Arne testet den LatteGo Espresso

Ganz wichtig: Kommt nicht in die Versuchung, den Kaffee mit Milch oder Süßungsmitteln abzumildern. Trinkt ihn pur und geil! Denn dann können beide Kaffeevarianten ihre jeweiligen Vorteile ausspielen, die weit über den Koffeingehalt hinaus gehen. Ich zeige euch, wie das geht.

Was ist Black-Eye-Coffee?

Die Kombination aus einem Filter- bzw. Drip Coffee und zwei Shots Espresso trägt wohl ihren Namen, weil sie euch wie mit einem Faustschlag ins Gesicht wach macht. Eingedeutscht hieße das Ganze also „Blaues Auge Kaffee“.

Andere Quellen sagen, dass das wortwörtliche „Black Eye“ auf der Crema entsteht, wenn man Espresso und Kaffee zusammen kippt. Ich mag aber die Faust-aufs-Auge-Erklärung lieber.

Der Black Eye ist das nächste Level des Red-Eye-Coffee, der nur mit einem Shot Espresso auskommt. Und wer immer noch nicht genug hat, lässt sich einen Dead-Eye-Coffee bzw. Green-Eye-Coffee mit drei Shots schmecken.

Die Namensgebung weist schon darauf hin, dass wir es hier mit einer amerikanischen Erfindung zu tun haben. Wer als erster auf die Idee kam, konnte ich bisher nicht herausfinden, allerdings taucht der Name Starbucks in diesem Zusammenhang immer wieder auf.

Wer auch immer dafür verantwortlich ist, scheint jedenfalls einen Nerv getroffen zu haben. Denn auch in immer mehr Kaffeevollautomaten ist der Black Eye als vorprogrammiertes Getränk an Bord. Das gilt zum Beispiel für die „Familienkiste“Melitta Caffeo Barista TS Smart.

Das ergibt marketingtechnisch Sinn, weil man mit den drei Eye-Varianten drei vorprogrammierte Getränke mehr in das Programm-Heftchen schreiben kann. Und beim Melitta-Modell sind zwei Bohnenkammern an Bord, damit ihr die unterschiedlichen Kaffees, die für den Black Eye sinnvoll sind, auch beziehen könnt. Zumindest in der Theorie.

Denn ihr werdet schon ein wenig verkaspert, weil es bei den Eye-Getränken um das besondere Zusammenspiel eines FILTER- oder PRESS-Kaffees und eines „echten“ Espresso geht. Beides kann euch ein Vollautomat nicht liefern. Ihr bezieht vielmehr einen Americano oder Caffè Lungo plus KVA-Espresso. Doch wenigstens der Koffein-Kick stimmt auch in dieser Kombination.

Wie bereitet man Black-Eye-Coffee zu?

Zunächst einmal geht bei einem Black Eye nichts ohne die Siebträgermaschine. Ich benutze entweder meine elegante La Pavoni Professional Espressomaschine oder greife seit neuestem zu meiner Bezzera-Espressomaschine. Eine gute Kaffeemühle ist dabei ebenso unerlässlich.

La Pavoni Professional expresso

Nun hat nicht jeder eine Siebträgermaschine zu Hause stehen. Deshalb ist es durchaus legitim, den „Espresso“ entweder aus dem Vollautomaten oder noch einfacher aus der Herdkanne zu beziehen. Das verändert zwar das Geschmacksprofil etwas, aber es kommt ja noch auf die zweite Komponente an:

Hier gibt es kein Wenn und Aber – es muss ein echter „Kaffee“ sein. Welche Version ihr wählt, ist fast egal. Ich liebe den Handfilter, weil er mir die portionsweise Zubereitung einfach macht und in Sachen Zeitaufwand perfekt auf die Arbeitsschritte des Black Eye abgestimmt ist. Außerdem zaubert diese Methode spannende Nuancen hervor.

Das gilt auch für die Chemex, Dripper und andere Pour-Over-Methoden. Ursprünglich habe ich immer einen French-Press-Coffee für meine Black-Eye-Rezepte verwendet. Davon bin ich (rein geschmacklich) etwas abgekommen.

Zwar passt diese Full-Immersion-Methode perfekt zur Kraft, die ihr aus dem Black Eye prügeln wollt. Aber ich finde das Zusammenspiel feinerer Nuancen aus dem Pour-Over-Segment mit dem eindeutigen Druck, den ein Espresso macht, viel spannender.

Wenn ihr euch für euer Equipment entschieden habt, gibt es zwei Varianten, wie ihr Black-Eye-Coffee zubereiten könnt:

  1. Kaffee auf Espresso: Hierbei vermischen sich beide Getränke hervorragend und ergeben sozusagen ein neues drittes Getränk.
  2. Espresso auf Kaffee: Je nach Zubereitung erhaltet ihr die Crema des Espresso und baut Kaffeeschichten. So schmeckt jeder Schluck anders.

In beiden Fällen ist es wichtig, dass ihr die Kaffees sofort nach der Zubereitung miteinander vereint. Damit verhindert ihr, dass der Espresso kalt wird und eine unangenehme Bitternote entsteht.

Wenn euch das zu heiß ist, könnt ihr natürlich auch einen Iced-Black-Eye-Coffee produzieren. Hier würde ich ein bisschen tricksen und auf den „echten“ Espresso verzichten, dafür aber auf Full Immersion mit der doppelten Menge Kaffee in der French Press setzen. Das Ganze kippt ihr dann über Eis. Kalter Espresso ist einfach Brrrr.

Welcher Kaffee und Espresso für Black-Eye-Coffee?

Es liegt nahe, für einen starken Koffein-Kick auch auf extra dunkle Röstungen zu setzen – sowohl bei den Kaffeebohnen als auch beim Espresso. Das finde ich nicht nur unheimlich langweilig, sondern auch etwas zu kurz gedacht.

Generell gilt, dass dunklere Röststufen zu einem geringeren Koffeingehalt führen. Aber das können wir bei einem doppelten, konzentrierten Espresso und der schieren Menge an Filterkaffee sowieso vernachlässigen.

Ich persönlich stehe auf helle Röstungen (Light Roast) mit ihren klaren Frucht- und Zitrusnoten sowie einer ausgeprägten Säure als Filterkaffee. Wenn ihr das mit einem ausbalancierten Espresso aus der mittleren Range (Medium Roast) verbindet, entstehen sehr spannende Geschmackserlebnisse.

Im anderen Extrem wäre zum Beispiel ein gelungener reiner Robusta-Espresso mit einem sehr schokoladigen, wenig bitterstofflastigen Kaffee ein Erlebnis. Aber wegen des hohen Koffeingehalts von Robustabohnen kann ich bei dieser Kombi für nichts mehr garantieren 😉.

Eine gute Ausgangsbasis für einen „modernen“ Black-Eye-Coffee, der euch auch noch herausfordert, sind die Äthiopier. Lasst doch mal einen Yirgacheffe und einen Sidamo gegeneinander antreten. Solltet ihr davon gar nicht begeistert sein, ist guter Kaffee aus Brasilien – sowohl als Filterkaffee als auch als Espresso – eine sichere Bank.

Habt ihr den Black-Eye-Coffee schon einmal ausprobiert und eigene Hammer-Kombinationen entdeckt? Teilt das mit mir und hinterlasst einen Kommentar!

2 Kommentare

    Arne

    Das müsste ich testen 🙂 aber der Zucker (den ich beim Kaffee nicht mit einrühre) macht sicher auch einiges aus. Bekommt am das in Deutschland überhaupt?

    Danke für den Kommentar und viele Grüße,
    Arne

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    Na ob das ans gute alte Lipovitan D heran reicht? 😀

    Antworten

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