Siemens EQ.6 oder EQ.9 Kaffeevollautomat: Welche Maschine ist im Vergleich am besten?

Ich bin Arne Preuß und kämpfe für mehr hochwertigen Kaffee.

Objektiv betrachtet gibt es keinen Grund, auf einen „modernen“ Kaffeevollautomaten zu setzen. Wenn er Bohnen gleichmäßig mahlt, sauber extrahiert und mit der richtigen Temperatur (und vielleicht etwas Milch) in die Tassen bugsiert, kann der Automat ruhig uralt oder ein offensichtliches Auslaufmodell sein.

Objektiv betrachtet gibt es keinen Grund, auf einen „modernen“ Kaffeevollautomaten zu setzen. Wenn er Bohnen gleichmäßig mahlt, sauber extrahiert und mit der richtigen Temperatur (und vielleicht etwas Milch) in die Tassen bugsiert, kann der Automat ruhig uralt oder ein offensichtliches Auslaufmodell sein.

Die meisten Hersteller sehen das natürlich anders. Sie wollen euch weismachen, dass ihr das brandneueste Gerät braucht, um angesagte Getränke, noch besseren Milchschaum und espressigeren Espresso zu machen.

Doch weil ein Kaffeevollautomat immer ein Kaffeevollautomat ist, habe ich diesen Vergleichsratgeber zu zwei beliebten Siemens Kaffeevollautomaten aktualisiert:

Sowohl der Siemens EQ.6 als auch der Siemens EQ.9 stehen seit „Ewigkeiten“ in den Regalen, werden von euch intensiv begutachtet und immer wieder gekauft – obwohl es längst modernere Geräte gibt.

Die Einstellbarkeit und Funktionsvielfalt des Siemens EQ.9 Kaffeevollautomat ist unübertroffen. Allerdings werdet ihr die meisten Funktionen im Alltag kaum nutzen. Der EQ.9 s500 plus connect ist dennoch eine Empfehlung. Braucht ihr weniger, ist der Siemens EQ 6 plus s700 extraKlasse eine genauso funktionelle Alternative.

In der EQ9-Reihe ist diese Funktion Standard, in der EQ.6-Serie ist sie ein Feature der „Extraklasse“. Da diese „besonderen“ Maschinen derzeit sehr günstig sind, könnt ihr hier also am meisten profitieren.

Der Hersteller doktert an diesen Serien nicht rum, stellt sie teilweise nicht mehr her und scheint auch ansonsten das Interesse an Kaffee auf Knopfdruck zu verlieren. Das ist nur mein Eindruck, für euch und diesen „Test“ aber ein Segen:

Beide Serien bieten ausgesprochene Qualität, machen sehr guten Kaffee und Espresso und überzeugen mit einem leisen Mahlwerk – im Falle des EQ.9 sogar mit dem leisesten Mahlwerk im gesamten Kaffeevollautomaten Test.

Während sich an der Qualität teilweise auf Barista-Niveau nix ändert, sind die Preise auf rasanter Talfahrt. Schon deshalb lohnt es sich, aktuelle Informationen zu den verfügbaren Vollautomaten zu sammeln.

Denn egal, wie alt Siemens-Geräte im Vergleich zu modernen Maschinen wirken – sie sind und bleiben Spitzenklasse.

Bester Kaffee für Siemens EQ.9 und EQ.6

Coffeeness Kaffee für Vollautomaten Siemens EQ.9 und EQ.6

Wir haben einen Kaffee extra für Kaffeevollautomaten entwickelt. Er ist hervorragend geeignet für alle Getränke aus dem Siemens EQ.9 und EQ6. Das haben wir selbst getestet. So gelingen Espresso, schwarzer Kaffee und Latte Macchiato. Hier geht es zu unserem Shop für unseren Kaffeevollautomaten Kaffee.

Denn mit altem und schlechtem Kaffee bringen auch die besten Einstellungen nichts. Nur wer oben was Gutes reinkippt, bekommt unten was Gutes raus!

Kaffee für Vollautomaten by Coffeeness

Kaffee entwickelt für den Vollautomaten

Bester Kaffee für den Siemens EQ9 und EQ6.

Für Latte Macchiato

Espresso, schwarzer Kaffee

Schokoladig

Frisch geröstet

Zum Coffeeness Shop

Das sind die richtigen Einstellungen für unseren Kaffee mit dem Siemens EQ.9 oder EQ.6:

  • Das Mahlwerk mahlt sehr fein – die niedrigste Stufe ist optimal für Espresso
  • Achtung! Bitte nur bei laufendem Mahlwerk verstellen!
  • Den Espresso stelle ich mit 25 ml ein und die Kaffeestärke auf die höchste Stufe.
  • Hinweis: Es dauert 1–2 Getränke, bis die neuen Einstellungen greifen.

Diese Geräte lohnen sich: Welcher EQ.9 oder EQ.6 Kaffeevollautomat ist der beste?

Am schnellsten trefft ihr eure Auswahl, wenn ihr Bezeichnungen wie connect, s300, Plus oder Extraklasse erst einmal ignoriert. Diese Zuschreibungen werden teilweise für beide Klassen verwendet und verwirren nur. Generell gilt:

  1. Der Funktionsumfang steigt mit zunehmender s-Nummerierung (s300, s500, s700)
  2. Alles unter s300 ist wirklich alt
  3. Plus markiert die derzeit aktuellsten Geräteversionen
  4. ExtraKlasse weist auf Zusatzfeatures, die „normale“ Automaten der gleichen Klasse nicht haben. Das war früher ein Grund für einen Preisunterschied, macht heute kaum noch etwas aus
  5. Connect verweist auf eine mögliche App-Anbindung

Mit den Modellnummern kommt ihr besser ans Ziel, weil sie bei allen Siemens-Angeboten angegeben werden und sowohl die Reihen als auch die Versionen voneinander abgrenzen. Als Ausgangspunkt solltet ihr die Herstellerübersicht nehmen.

Bei Amazon sind viele Siemens Kaffeevollautomaten nur noch als Drittanbieter-Modell erhältlich, auf der Herstellerseite findet ihr direkte Links zu Händlern, die das gewünschte Gerät noch im Angebot haben.

In der kleineren EQ.6-Reihe stehen derzeit offiziell folgende Varianten zur Auswahl:

Zusätzlich habe ich in einigen Onlineshops noch diese Varianten entdeckt, die aber von Siemens selbst nicht mehr aufgeführt werden:

  • Siemens EQ 6 plus s100 (Modellnummer TE651209RW)
  • Siemens EQ 6 plus s300 (Modellnummer TE653501DE)
  • Siemens EQ 6 plus s500 (Modellnummer TE655503DE)
  • Siemens EQ.6 plus extraKlasse Braun (Modellnummer TE653F08DE)
Siemens EQ6 Latte Macchiato Arne

In der umfangreichen EQ.9-Serie wird es schon ein bisschen vielfältiger:

  • Siemens EQ.9 plus connect s700 extraKlasse (TI957FX5DE)
  • Siemens EQ.9 plus connect s700 Edelstahl (TI9578X1DE)
  • Siemens EQ.9 plus connect s700 Silber (TI9575X7DE)
  • Siemens EQ.9 plus connect s500 Edelstahl (von mir getestet, TI9558X1DE)
  • Siemens EQ.9 plus s500 Schwarz extraKlasse (TI955F09DE)
  • Siemens EQ.9 s300 Schwarz (TI923509DE oder TI903509DE)

Auch hier findet ihr mitunter noch einen s100 in Schwarz oder bekommt aus irgendwelchen Quellen einen s500 in Edelstahl mit der Modellnummer TI9555X1DE angeboten.

Für den s700 mit doppeltem Bohnenbehälter und Zweifach-Mahlwerk wird manchmal eine ältere Variante mit der Nummer TI9575X1DE oder TI957FX1DE aufgeführt, die aber definitiv nicht mehr supported wird.

Siemens EQ9 Kaffeevollautomat mit Arne

Um euch nicht vollends ins Ziffernchaos zu stürzen, dampfen wir diese Modellauswahl auf eine Tabelle zusammen:

 Siemens EQ.6Siemens EQ.9
Empfehlung verfügbares ModellEQ 6 plus extraKlasseEQ.9 plus connect s500
ModellnummernTE657F09DE (Schwarz)
TE657F03DE (Edelstahl)
TI9558X1DE (Edelstahl)
UVP1.499 Euro2.149 Euro
Tatsächlicher Preis (Durchschnitt)1.000 Euro1.400 Euro
Vorteile gegenüber
anderen Modellen
der Reihe
· Mehr vorprogrammiert
Getränke
· Milchbehälter aus Edelstahl inklusive
· Beleuchtung
· Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis
· Beste Gehäusequalität
· Hervorragend im Test

Unterschiede, Gemeinsamkeiten, Qualität: EQ.9 & EQ.6 im Vergleich

Mit meinem Modellnummer-Dropping und der abschließenden Tabelle können wir uns viele Zwischenschritte und Siemens Vollautomaten-Varianten sparen.

Denn ich bin derzeit davon überzeugt, dass ihr in der jeweiligen Klasse mit meinen Maschinen-Empfehlungen am besten fahrt. Nicht nur, was den Preis betrifft, sondern auch, wenn es um den Funktionsumfang geht.

Genauso bin ich davon überzeugt, dass es eigentlich wurscht ist, ob es nun ein EQ.6 oder ein EQ.9 werden soll. Ihr müsst nur überlegen, welche Modellausrichtung euch wichtiger ist:

  • Siemens EQ.6 setzt auf höchste Verarbeitungsqualität und gute automatische Ergebnisse
  • Siemens EQ.9 setzt auf höchste Funktionsvielfalt und individuelle Anpassungsmöglichkeiten

Beide Serien gehören zu Oberklassemodellen, auch wenn der EQ.9 noch einmal in einer anderen Liga spielt. Wollen wir EQ.9 und EQ.6 gemeinsam von anderen Konkurrenten abgrenzen, ist auch das eindeutig:

  1. Leises (wirklich leises!) Scheibenmahlwerk aus Keramik
  2. Nur wenige Mahlgrade, aber sehr feines und homogenes Mahlergebnis
  3. Recht kompakter Milchschaum mit „klassischer“ Qualität
  4. Bedienung mit Druckknöpfen und buntem Display statt Touch
  5. Sehr viel Edelstahl (je nach Modellvariante)
  6. Für Oberklasseautomaten recht kompakt (gerade EQ.9)
  7. Aktuell sehr deutlicher Preisverfall, super Schnäppchen möglich

Wenn ihr es genauer wissen wollt, ordne ich die Siemens-Serien folgendermaßen ein:

Siemens hat eine ähnliche Zielgruppe wie Jura Kaffeevollautomaten und Miele Kaffeevollautomaten. Also distinguierte Personen, die an automatischer Unterstützung interessiert und technisch halbwegs versiert sind, aber bitte nicht zu kompliziert zu Cappuccino und Co kommen wollen.

Jura Automaten sind ein Ausbund an Funktionalität, aber auch preisintensiver. Von der nicht entnehmbaren Brühgruppe ganz zu schweigen. Ein Miele Kaffeevollautomat überzeugt mit überragender Optik, ist aber nicht ganz funktionsverliebt wie ein Siemens Kaffeevollautomat der Oberklasse.

Preislich und funktionell ähneln Siemens-Modelle inzwischen stark Melitta Kaffeevollautomaten, auch wenn der hochwertige Eindruck Siemens dreimal besser gelingt als den knubbeligen Melitta-Modellen mit viel Plastik.

Melitta Barista TS Smart Kaffeevollautomat mit Kaffeegetraenken

Siemens und DeLonghi Kaffeevollautomaten konnte man noch nie vergleichen – und das klappt immer noch nicht.

Siemens wirkt wie old money (mit einem entsprechenden Selbstverständnis und einer etwas in die Jahre gekommenen Technik), während DeLonghi der neureiche Emporkömmling mit hoher Funktionalität aber niedrigerem Qualitätsverständnis ist.

Größe, Haptik, Optik

Wir wissen, dass Aussehen Geschmackssache ist. Aber dass sowohl der EQ.9 als auch der EQ.6 die Küche optisch bereichern, liegt auf der Hand.

Ob ihr dabei silbrig glänzende Edelstahloptik, echtes Metall oder dunkles Schwarz mit unterschiedlichen Oberflächen bevorzugt, ist eine Ermessensfrage. Selbst die Kunststoffversionen fühlen sich robust und hochwertig an.

Die Maße von EQ.6 und EQ.9 sind fast identisch. Der einzig sichtbare Unterschied: Der EQ.9 ist um 3,6 Zentimeter breiter. In der Höhe (38,2) und Tiefe (47) liegen die Unterschiede im Millimeterbereich.

Die rund 30 Zentimeter Breite sind für Geräte mit diesem Leistungsumfang okay und zu erwarten. Zusätzlich müsst ihr Platz einplanen, um beim EQ.6 einen Behälter für die Milch daneben stellen zu können, beim EQ.9 solltet ihr den integrierten Milchbehälter nach links abziehen können.

Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis

Soll es auf jeden Fall ein Siemens-Gerät werden, dürften die Preisunterschiede eure nächste große Hürde bei der Auswahl sein. Tatsache ist: Es wird hier zwar immer günstiger, so richtig günstig aber nicht. Oberklasse bleibt nun einmal Oberklasse.

Dennoch: Der EQ.6 plus extraKlasse kostet derzeit rund 500 Euro weniger als veranschlagt, der EQ.9 sogar fast 800 Euro. Man könnte also meinen, dass der 9er gewinnt.

Auf funktioneller Ebene ist das richtig. All die Einstellmöglichkeiten, programmierbaren Kaffee-Varianten und die Anbindung an die App sind ihr Preisschild mehr als wert. Der Barista in euch könnte sich anständig austoben.

Doch sind wir mal ehrlich: Barista und Kaffeevollautomat widersprechen sich ein wenig. Im Alltag werdet ihr einmal alles für einen Latte Macchiato einstellen und dann nur noch auf den Knopf drücken wollen.

Siemens EQ6 Kaffeevollautomat Arnes kritischer Blick auf den Latte Macchiato

Die meisten Parameter, die der EQ.9 an Bord hat, werdet ihr im Alltag nicht benutzen – nicht einmal, wenn ihr total spielfreudig seid. Oder was sagt ihr zu 15 Kaffeestärken?

Während zwei Bohnenkammern (und Mahlwerke) wie beim EQ.9 s700 vielleicht noch öfter zum Einsatz kommen, ist bei den Getränken oder der Temperatur von Milchschaum und Co schnell Schluss.

Schon aus diesem Grund geht meine Empfehlung an den EQ.6. In der „Extraklasse“-Variante, die ihr nicht mehr extra zahlen müsst, hat er alles an Bord, was ihr für einen perfekten Alltag mit Espresso, Cappuccino oder Latte Macchiato braucht. Inklusive beleuchteten Tassen.

Das leiseste Mahlwerk

Zahlen lügen nicht: Der Siemens EQ.6 plus s700 hat in meinem Test eine Lautstärke von maximal 66,8 Dezibel erreicht. Beim EQ.9 sind es unübertroffene 59,6 Dezibel.

Siemens EQ9 Kaffeevollautomat Mahlgrad Einstellen

Es gab und gibt keinen leiseren Kaffeevollautomaten. Viele haben es versucht, alle sind bisher gescheitert. Darüber hinaus schaffen es die Scheiben aus Keramik, eure Kaffeebohnen sehr fein und gleichmäßig zu mahlen, auch wenn ihr nur vergleichsweise wenige Stufen zur Verfügung habt.

Das Witzige dabei ist: Das 6er-Modell hat 11 Stufen an Bord, das Funktionsmonster EQ.9 aber nur sechs. Doch die Mahlergebnisse sind recht ähnlich. Bei der 9er-Variante habt ihr allerdings noch viele weitere Stellschrauben zur Optimierung an Bord.

Weil die Lautstärke für die meisten von euch so überaus wichtig ist, geht dieser Punkt eindeutig an den EQ.9 – auch wenn der EQ.6 ganz knapp dahinter steht.

Was bereits anklang: Wollt ihr mehrere Kaffeesorten „parallel“ zubereiten, habt ihr dazu im EQ.9 s700 die perfekte Gelegenheit: Hier gibt es zwei Bohnenbehälter, die in zwei getrennte Mahlwerke und dann in dieselbe Brüheinheit münden. Das kostet euch rund 1.700 Euro (bei einem UVP von rund 2.700 Euro).

Bester Kaffee & Espresso

Der Barista in mir erkennt definitive Unterschiede beim Espresso aus den beiden Kaffeevollautomaten. Der normale Kaffeetrinker in mir eher nicht. Beide Varianten tun alles dafür, dass ihr bei Geschmack, Aroma und Crema mehr als zufrieden seid.

Das exzellente Mahlwerk sorgt in beiden Fällen für eine Körnung, die sehr nahe an die Ergebnisse aus einer feinen Espressomühle für den Siebträger heranreicht. Das optimiert die Extraktion und damit auch den Geschmack, die Crema wird ansprechender.

Allerdings hat der EQ.9 durch den Barista Mode mehr Möglichkeiten an Bord, noch einmal individuell an den wichtigsten Stellschrauben Temperatur, Kaffeepulvermenge und auch Füllmenge zu drehen. Gerade die Füllmenge ist beim EQ.6 mit nur drei ungenauen Einstellungen etwas dumm gelöst. Beim EQ.9 arbeitet ihr in den sinnvollen Milliliter-Stufen.

Geht es um Kaffee im Sinne von „Tasse Kaffee“, sind beide Vollautomaten einmal mehr gehobener Durchschnitt. Gegen Handfilter oder Filterkaffeemaschine kommen sie nicht an, der Kaffee ist für meinen Geschmack zu dünn.

Siemens EQ9 Kaffeevollautomat schwarzer Kaffee beziehen

Das wird mit der heißgeliebten Kannenfunktion noch einmal deutlicher. Dann habt ihr nur viele Tassen voller sehr viel dünnem Kaffee.

Darum lautet die Empfehlung auch in diesem Fall: Macht euch statt Kaffee auf Knopfdruck lieber einen Americano und streckt den Espresso nach der optimalen Extraktion am besten mit extra Wasser.

Bester Milchschaum

Siemens EQ9 Kaffeevollautomat Milchschaum zubereiten

Ein Barista wird weder vom EQ.6-Milchschaum noch von der EQ.9-Variante wirklich begeistert sein. Auch der Normalotrinker wird „Fehler“ erkennen.

Das höherpreisige Modell liefert im Test zwar die feineren und homogeneren Ergebnisse, doch „modern“ schäumen beide nicht.

Man sieht sowohl dem Cappuccino als auch dem Latte Macchiato an, dass sie es mit den Feinheiten von Schichtung und Fließfreudigkeit bei Milchschaum nicht ganz so genau nehmen.

Gerade beim EQ.6 wirken die Getränke im Test fast identisch – wenn auch in unterschiedlichen Größen.

Beim EQ.9 habt ihr jedoch die Gelegenheit, das Mischverhältnis von Kaffee und Milch stufenlos zu regeln. Zudem könnt ihr entscheiden, ob ihr lieber nur den Milchschlauch in ein Gefäß eurer Wahl hängen wollt, oder ob ihr das integrierte Milchsystem verwenden möchtet.

Siemens EQ9 Kaffeevollautomat Latte Macchiato

Dafür macht euch der EQ.6 die Reinigung angenehm einfach: Ihr könnt den Milchschlauch in einer Verankerung in der Abtropfschale zwischenparken und dann per Dampfstoß zwischenreinigen.

Das spart Platz, ist hygienisch und sieht gut aus. Zur kompletten Reinigung könnt ihr den Schlauch genauso einfach vom Automaten trennen und ausspülen wie etwa den Wassertank.

Der Milchbehälter des EQ.9 steckt auf der linken Seite im Gerät, nimmt wenig Platz weg und ist kaum zu sehen. Weil er ein bisschen herausragt, könnt ihr ihn bequem abziehen und in den Kühlschrank stellen.

Die Reinigung ist hier natürlich etwas aufwändiger als bei einem bloßen Schlauch. Aber der Milchbehälter darf in die Spülmaschine.

Was heißt das unterm Strich? Solange die Bohnen richtig verarbeitet und zubereitet werden, kann ich auch hervorragend mit oldschooligem Schaum leben.

Insgesamt tendiere ich hier zum EQ.9 – schon allein, weil die Temperatur insgesamt etwas höher liegt. Wir wissen, wie wichtig euch das ist.

Die einfachste Bedienung

Eine App sollte kein Kaufargument für einen Kaffeevollautomat sein. Was die Maschine nicht mechanisch hinbekommt, wird sie virtuell auch nicht schaffen. Allerdings bin ich ein riesiger Fan der HomeConnect-App des Siemens EQ.9.

Siemens EQ9 Kaffeevollautomat Bedienung

Sie erleichtert euch nicht nur die Einstellung und Auswahl von Funktionen, die auch der Automat besitzt. Sie erweitert die Funktionalität erheblich.

Hier gibt es schnuckelige Spielereien für den Barista in euch, ihr könnt die Wasserhärte einstellen und Kaffee aus aller Herren Länder entdecken. Ohne Smartphone oder Tablet geht es jedoch genauso einfach und bequem.

Beim EQ.6 ist es etwas unpraktisch, dass die physischen Tasten nicht da sind, wo sich auf dem Display etwas tut. Außerdem ist das Display vergleichsweise klein. Schlimm ist das nicht, ihr werdet euch schnell an die Bedienung gewöhnen. Doch ihr müsst etwas umdenken.

Das größere und schickere Display des EQ.9 hat hier mehr zu bieten. Wie bei Kaffeevollautomaten dieser Preisklasse zu erwarten ist, sind alle wichtigen Parameter einstellbar:

  • Wassertemperatur
  • Wassermenge
  • Kaffeemenge
  • Milchmenge
  • Mahlgrad

Der EQ.6 setzt dabei größtenteils auf weniger, aber eindeutigere Drei-Schritt-Skalen. Das ist ein klares Plus für alle, die keine Lust darauf haben, ihren Espresso bis ins kleinste Atom zu regulieren.

Wenn ihr euch beim EQ.6 reingefuchst habt, gibt es praktisch keine Unterschiede mehr in der Bedienung, auch wenn euch der EQ.9 mehr Wahlmöglichkeiten aus Tasten, Drehrad, App und Display lässt. Die Frage lautet jedoch wieder: Braucht ihr das wirklich?

Die sauberste Reinigung

Über Sinn und Unsinn eines Filters im Wassertank haben wir schon so oft philosophiert, dass es sofort auffällt, wenn er in einem Lieferumfang fehlt. Mein EQ.6 hatte keinen Wasserfilter an Bord, er konnte nur nachgerüstet werden.

Neuere Modelle sowie die Extraklasse liefern ihn aber mit. Das Flaggschiff EQ.9 sowieso. Hier gibt es also kaum Unterschiede.

Die Brühgruppe beider Geräte ist komplett anders aufgebaut. Die Brüheinheit des EQ.6 ist auch in vielen Miele Kaffeevollautomaten zu finden, die Brühgruppe des EQ.9 war bei Erscheinen eine Neuentwicklung. Sie sitzt tiefer im Herzen der Maschine – vermutlich, um unter zwei Mahlwerke im s700 zu passen.

Das macht für die Reinigung erst einmal keinen Unterschied. Ihr könnt die Brühgruppe herausnehmen, unter fließendem Wasser säubern und wieder einsetzen. Wie immer. Ihr könnt alle anderen beweglichen Teile größtenteils in die Spülmaschine geben. Wie immer.

Die automatischen Reinigungsprogramme sind beim EQ.9 noch eifriger als beim EQ.6. Das nervt manche, weil die Auffangschale wegen der Spülerei öfter geleert werden muss. Ja, und? Eine saubere Maschine, in der auch nicht ein Fitzel Milch oder Kaffeebohnen übrig bleibt, ist super. Immer.

Siemens EQ.9 oder EQ.6: Wer gewinnt den Modellvergleich?

Wenn wir von der Frage ausgehen, welche Funktionen in einem Kaffeevollautomaten wirklich genutzt werden, ist der Siemens EQ.9 in jeder Hinsicht Luxus, Spielerei und ganz schön übertrieben. Der Siemens EQ.6 ist dagegen eine langlebige, „vernünftige“ Oberklassewahl – die allerdings schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat.

Diese wahrgenommenen Alterserscheinungen hat der EQ.9 nicht. Und wenn wir uns den Preisverfall aller Siemens Kaffeevollautomaten anschauen, könnt ihr im Grunde selbst mit der Super-Luxus-Ausführung eines EQ.9 ein echtes Schnäppchen machen.

Wer ist für euch Sieger? Lasst es mit in den Kommentaren wissen!

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