Pfefferminztee – Was gibt’s dazu schon zu sagen? Eine Menge!

Lassen wir heute den Kaffee mal Kaffee sein und unterhalten wir uns lieber über ein Heißgetränk, das wirklich jeder von uns schon einmal getrunken hat: den Pfefferminztee. Sei es als echter Tee oder als Teebeutelstaub für ein paar Cent. Dass ich ihm einen ganzen Artikel widme, hat natürlich einen Grund:

Frischer Pfefferminztee

Lassen wir heute den Kaffee mal Kaffee sein und unterhalten wir uns lieber über ein Heißgetränk, das wirklich jeder von uns schon einmal getrunken hat: den Pfefferminztee. Sei es als echter Tee oder als Teebeutelstaub für ein paar Cent. Dass ich ihm einen ganzen Artikel widme, hat natürlich einen Grund:

Frischer Pfefferminztee gehört inzwischen zur Grundausstattung jeder anständigen Kaffeebar, die auch Nicht-Kaffeetrinker anziehen will. Frischer Pfefferminztee ist außerdem überaus gesund, erfrischend, wärmend, lecker, stammt definitiv nicht aus dem Beutel und kann weitaus mehr, als man ihm zutrauen möchte.

Lasst uns also einmal hinter die grüne Fassade schauen, entdecken wir, wie viele unterschiedliche Minztees es überhaupt gibt und finden wir heraus, wie ein perfekter Minztee zubereitet wird. Einfach Wasser drauf und fertig? Kann man machen, ist dann halt nur Mist.

Ich Experte hatte für die Fotos gerade nur getrockneten Minztee zur Hand. Geht auch ist aber nicht so schön! 

Pfefferminze, Minze und die Sache mit dem Menthol – Warum ist Pfefferminztee gesund?

Wenn ihr beim nächsten Cafébesuch mal so richtig klugscheißern (und euch Feinde machen) wollt, fragt ihr den Kellner oder Barista vor der Bestellung, welche Minzsorte in ihrem Pfefferminztee steckt. Ich bin relativ sicher, dass ihr in ratlose Gesichter guckt oder ein episches Augenrollen erntet.

Denn eigentlich sind Minze und Pfefferminze zwei verschiedene paar Schuhe. Naja, nicht ganz: Alle Pflanzen dieser Art sind Minzen (Mentha), die Pfefferminze ist eine Unterart, die aus verschiedenen Minz-Kreuzungen entstanden ist. Ungefähr 30 Arten Minzen sind weltweit verbreitet., manchmal ist auch von weniger die Rede.

Pfefferminztee aus der Kanne

Diese Arten unterscheiden sich nicht nur nach dem Aussehen, sondern auch nach dem Geschmack. Das erklärt auch, warum Kaugummis mit Minzgeschmack in zig Sorten erhältlich sind: Denn etwa Peppermint und Spearmint sind ebenfalls zwei völlig unterschiedliche paar Schuhe.

Die berühmte Spearmint, oder Grüne Minze, erkennt ihr am gesägten, relativ breiten Blatt, das zum Ende wie ein Speer zusammenläuft. Beißt ihr in dieses Blatt, habt ihr zwar ein eindeutigen Minzgeschmack, doch ist dieser nicht ganz so frisch, nicht ganz so intensiv wie bei der Pfefferminze.

Die hat nämlich die höchste Konzentration an Menthol, der Stoff, aus dem Heilpraktiker-Träume sind. Menthol hilft gegen Kopfschmerzen, soll Verdauungsbeschwerden lindern, entwickelt auf der Haut wohltuende Wärme und wird bei Erkältungen eingesetzt.

Nur bei Halsschmerzen oder ähnlichen Beschwerden ist Menthol eine sehr schlechte Idee, weil es die Schleimhäute reizt und zu zusätzlichen Austrocknungen führen kann. Mehr dazu gibt’s bei der Apotheken Umschau.

Das Schöne am Menthol und damit auch am Pfefferminztee: Hitze macht dem ätherischen Öl nichts aus, viel eher entfaltet es so mit der Wärme eine noch wohltuendere Wirkung für Magen und Darm.

Ihr könntet auch mit Pfefferminztee inhalieren, allerdings kann euch das ätherische Öl wirklich sehr schnell die Tränen in die Augen treiben. Glaubt mir, ich habe schon einmal eine ganze Wohnung für einige Stunden unbewohnbar gemacht, als ich dachte „viel Menthol hilft viel“.

Gleichzeitig vermutet man, dass Menthol Kälterezeptoren auf der Haut und in der Mundschleimhaut verkaspert und so dafür sorgt, dass ihr euch selbst bei heißesten Temperaturen sofort erfrischt fühlt, wenn ihr einen Pfefferminztee trinkt.

Das Blöde am Menthol aus Geschmackssicht: Je mehr davon enthalten ist, desto weniger Chancen haben andere Aromen, sich dagegen durchzusetzen. Darum lügt auch jeder, der behauptet, dass die Pfefferminze perfekt für den Mojito oder als Begleiter für Süßes ist.

Die Minz Blätter

Denn je nach Anwendung sind wirklich bessere Kräuter gewachsen. Ein paar Beispiele:

  • Wer einen kräftigen aber ausgewogenen Mojito liebt, ist bei der sogenannten Mojito-Minze, der Mentha Nemorosa, viel besser aufgehoben. Sie wird (natürlich!) auch Hemingway-Minze genannt. Auch die Spearmint ist in Ordnung, obwohl es hier schon einen etwas mächtigeren Rum und viel mehr Zucker braucht.
  • Sogenannte Fruchtminzen sind perfekt für Desserts, Eis, fruchtig inspirierte Eiskaffees etc. Sie tragen meist den Namen, nach dem sie riechen. Zitronen-Minze (Mentha gentilis var. Citrata) hat eine sehr feine Zitrusnote, die Erdbeer-Minze (Mentha species) … dreimal dürft ihr raten. Ananas, Apfel und Banane gibt es auch.
  • Yeah, es gibt auch Schokoladen Minze! Die Mentha x piperita „Chocolate“ schmeckt wie die feine englische Art und kann damit auch in der Kaffeecocktail-Küche überzeugen.

Bio Pfefferminztee

Für richtig leckeren Tee auf Minzbasis ist die Hardcore-Pfefferminze aber durchaus eine gute Idee. Wer es jedoch milder mag, sollte sich einmal einen Aufguss mit marokkanischer Minze (Mentha spicata „Marokko“) bzw. Nana-Minze gönnen.

Sie ist fast genauso vordergründig wie die Pfefferminze, aber nicht ganz so „in your face“, wenn es um den Mentholgehalt geht. Außerdem kommen ihr eine etwas zitrische sowie eine süße Komponente ins Spiel, die geschmacklich richtig viel Spaß machen.

Die Wirtschaftsvereinigung Kräuter- und Früchtetee (Was es nicht alles gibt!) hat noch ein paar mehr der vielen, vielen Minzsorten in einem übersichtlichen Artikel erklärt.

Ihr müsst jetzt natürlich keine Botaniker werden und Blattformen studieren, um die einzelnen Minzen auseinander zu halten. Es reicht beim Einkauf schon, ein Blatt etwas anzurubbeln und mal eine Nase zu nehmen. Sollte es am Minzgeruch fehlen, würde ich eine andere Sorte für Minztee empfehlen.

Auch die Händler haben nicht immer eine Ahnung, also lasst euch nicht unbedingt von Beschriftungen oder vollmundigen Versprechungen blenden.

Ein kleiner Entscheidungskompass: Je kleiner und runder die Blätter, je heller die Farbe der Pflanze, desto wahrscheinlicher ist es, dass ihr es hier mit einer jener Minzen zu tun habt, die eher für ihre fruchtigen, niedlichen Aromen bekannt sind. Große, dunkle, gezackte Blätter, die sich fest anfühlen und eher länglich sind, deuten schon auf mehr Menthol hin.

Applaus für die Minze: Pfefferminztee zubereiten

Es dürfte außer Frage stehen, dass ein Pfefferminzteebeutel in etwa so viel mit echtem Pfefferminztee zu hat wie Kapselkaffee mit echten Kaffeebohnen.

Die getrockneten und geschredderten Minzschnipsel im Beutel mögen zwar noch einiges an Menthol enthalten, aber der Rest der Aromen und guten Inhaltsstoffe hat sich längst vom Acker gemacht. Und ein frischer Pfefferminztee ist so lecker und einfach gemacht!

Ihr könntet einfach ein paar Stängel Pfefferminze direkt ins Glas geben, Wasser im Wasserkocher heiß machen und die Stängel übergießen. Wundert euch dann jedoch nicht, dass der Tee ein bisschen lahm ist.

Der wichtigste Zwischenschritt ist der „Applaus für die Minze“:

  • Zupft die Blätter möglichst im Ganzen vom Stängel ab und legt sie in eure Handfläche.
  • Klatscht nun ein paar Mal mit der anderen Hand auf die Blätter – am besten in kurzen, kräftigen Bewegungen.

Dadurch werden die ätherischen Öle aus den Fasern befreit, ohne dass ihr das aromatische Grundgerüst verändert oder die Hälfte der Öle in den Handflächen verreibt.

Das ist übrigens auch der Grund, warum Barkeeper, die die Minze für einen Mojito mit dem Stößel zermatschen, vermoppt gehören. Ätherische Öle wollen zärtlich behandelt werden und ganze Blätter machen eben auch den Look aus!

Bei Ziehzeit und Wassertemperatur für den Tee müsst ihr zwar nicht unbedingt Laborbedingungen herstellen, allerdings sorgt das ebenso dafür, dass ihr das Beste aus der Heilpflanze herausholt. Ganz wichtig: Lasst das Wasser unbedingt auf rund 80 Grad Celsius abkühlen, bevor ihr die Blätter übergießt.

Zu viel Hitze bekommt den Aromen und Ölen hier genauso schlecht wie dem Kaffee bei den verschiedensten Zubereitungsmethoden.

Bei der Ziehzeit könnt ihr jedoch ruhig eine Schippe draufpacken und die Blätter etwa 10 Minuten im Wasser lassen. Erst dann haben die Blätter wirklich alles gegeben und sollten dann entfernt werden. Sonst kommen sehr „grüne“ Bitterstoffe ins Spiel, die schmecken, als hättet ihr an einem Stängel Brennnessel geleckt.

Pfefferminztee getrocknet oder frisch

Danach könnt ihr den Minztee natürlich noch pimpen. Besonders beliebt ist frischer (!) Ingwer als Teebegleiter, weil er das Wellness-Level gefühlt noch einmal um 1000% erhöht. Außerdem ist Ingwer ausnehmend bakterienfeindlich und bringt noch einen ganzen Haufen weitere gute Eigenschaften mit.

Beim Thema Süße bin ich wie immer etwas gespalten: Erst voll den gesunden Drink zubereiten und dann zehn Kilo Zucker hinterher kippen ist in meinen Augen einfach sinnlos. Und ich finde persönlich auch nicht, das Minztee, ob nun Pfefferminz oder nicht, unbedingt Zucker braucht.

Wer dem nicht zustimmt, kann sich mit Honig, Kokosblütenzucker oder vielleicht sogar einem Blättchen Amacha-Buddha Tee, dem selbstsüßenden Tee, behelfen. Der ist zwar recht preisintensiv, aber überaus natürlich.

Auch ein Spritzer Limettensaft macht sich im Minztee hervorragend, weil das Ganze dann einen Geschmack von „Hot Mojito“ oder so ähnlich erhält. In jedem Fall gilt: Lasst den Industriekram links liegen und setzt lieber auf frische, natürliche Sachen. Das fetzt einfach mehr.

Frische Minze aufbewahren

Frische Minze für (Pfeffer-)minztee gibt es im Handel im Topf oder als Bund – vor allem beim Gemüsehändler. Leider verlieren die geschnittenen Stängel meist schon nach einem Tag ohne richtige Aufbewahrung viel von ihrem Aroma, trocknen aus oder werden matschig.

Darum solltet ihr euch immer die Mühe machen, und die Stängel (nicht die einzelnen Blätter!) entsprechend aufbewahren:

  • Richtig nasses Küchentuch in eine Tupperdose legen.
  • Stängel darauf ausbreiten.
  • Zweites Küchentuch (ebenfalls sehr nass!) obendrauf.
  • Deckel zu.
  • Ab in den Kühlschrank.

Wenn ihr ab und zu das Wasser nachfüllt, könnten Stängel theoretisch auch drei Wochen im Kühlschrank überleben. Das klappt aber nur, wenn sie direkt nach dem Ernten so eingepackt werden. Doch ihr könnt davon ausgehen, dass die verkaufte Minze schon länger unterwegs ist. Ein, zwei Tage könnt ihr dennoch herausholen!

Minze im Topf ist eine feine Sache, allerdings gehen die Pflanzen, gerade, wenn ihr sie im Supermarkttopf gekauft habt, ziemlich schnell ein, wenn sie abgeerntet werden. Minze kann aber wie blöde treiben, wenn ihr die Pflanze vorsichtig in einen großen Topf mit frischer Erde umsetzt und dann immer anständig gießt. So gibt’s laufend Minze satt!

Es soll auch klappen, wenn man einen simplen Minzstängel ins Wasser stellt und ein paar Wochen darauf wartet, dass er Wurzeln treibt. Dann einpflanzen, pflegen und wiederum über Minze freuen. Das ist mir aber zu langwierig und mein grüner Daumen ist eher nicht so ausgeprägt. Also gehe ich die Abkürzung über die Supermarktminze.

Und noch ein Tipp bzw. eine Sache, die mich maßlos aufregt: In vielen Supermärkten werden drei oder vier Minzestängel in Plastikschalen mit Plastikfolie drumherum verkauft. Zum gepfefferten Preis natürlich.

Was soll das? Lasst euch diesen Mist nicht andrehen, denn Minze im Riesenbund ist normalerweise überhaupt nicht teuer!

Minze? Geht immer!

Was haben wir heute gelernt? Minze ist nicht gleich Minze, Minz-Applaus ist offensichtlich auch ein Ding und wir alle könnten uns mit einem guten Glas Pfefferminztee ruhig öfter einmal etwas Gutes können – und zwar nicht nur, wenn wir krank sind oder unser Magen grimmig drauf ist.

Wenn ihr möchtet, widme ich mich demnächst noch mehr Heilpflanzen oder Kaffeealternativen, Heißgetränke-Trends abseits des Koffeins und weiteren Tipps rund um eigentlich bekannte Getränke. Habt ihr einen Wunsch oder eine Anregung? Dann hinterlasst mir gerne einen Kommentar!

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