Elephantbeans im Test | Silichio Kaffee aus Äthiopien

Elephantbeans im Test | Silichio Kaffee aus Äthiopien Ergebnis
Veröffentlichungsdat um: 14. Oktober 2017 von 1

Ich fange am 1. Oktober an diesen Test zu schreiben. Am „Tag des Kaffees„. Gerade stelle ich fest, dass ich mir für diesen Artikel zwei Wochen Zeit gelassen habe. Guter Kaffee braucht eben manchmal ein wenig länger.

Auf Coffeeness habe ich mit dem Testen von Kaffeebohnen und Espressobohnen angefangen. Das war Anfang 2008. Deswegen sind Kaffee-Tests für mich immer noch was besonderes.

Normalerweise werde ich von Anfragen für Kaffee-Tests überschwemmt. In diesem Fall war ich aber proaktiv und habe Kaffee-Röster sowie Feld-, Wald- und Wiesen-Geographen Jörg angeschrieben. Vor einigen Wochen habe ich auch schon ein Interview mit Jörg über den Direkthandel von Kaffee geführt. Ich fand es sehr interessant!

Test und Glaubwürdigkeit

Wie immer war auch dieser Test keine Blindverkostung und wir haben keine wissenschaftlichen Gold-Standards eingehalten. Ich persönlich finde auch, dass Kaffee einfach Geschmacksache ist. Zumindest ab einer gewissen Qualität. Wer meinem Geschmack und meiner Meinung vertraut, darf diesen Test aber gerne ernst nehmen.

Mir wurde dieser Kaffee und einige Espressos von Jörg zum Testen zur Verfügung gestellt. Das könnte meine Objektivität beeinflussen. Wer Coffeeness kennt, weiß aber, dass ich auch bei Proben kein Blatt vor den Mund nehme und diese auch mal zerpflücke.

Kaffeebohnen im Test

Silichio Kaffee aus Äthiopien im Test

Wie hälst du es mit der Säure? Die Frage möchten die meisten Röster ihren Gästen, die Kaffeebohnen kaufen wollen, stellen. Die Frage, die vielleicht auf etwas weniger Widerstand stößt ist aber: Was trinkt ihr bisher? Kauft ihr im Supermarkt? Denn Geschmack ist nicht nur Geschmacksache, sondern auch eine Frage der Kalibrierung.

Das bedeutet in dem Fall, wir mögen, woran wir gewöhnt sind. Wollen wir unseren Konsum grundlegend verändern, müssen wir unsere Zungen an neue Geschmäcker gewöhnen.

Wer seit Jahren recht dunkel geröstete Kaffees trinkt, der wird diese mögen. Wer aus Berlin kommt und neben einer dieser Hipster-Schenken wohnt, braucht das „ich beiße in eine Zitrone Augenkneifen“ bei dem Genuss jedes Espressos.

Bei Filterkaffee segele ich auch auf der Fruchtwelle und freue mich über viel Säure. Deswegen habe ich mir den Silichio (Äthiopien) von den Filterkaffees von Elephantbeans zum Vorstellen ausgesucht.

Die Bohnen sehen schon sehr gut aus – tolles Bohnenbild. Aber bei so gutem Kaffee möchte ich nicht viel Zeit mit Oberflächlichkeiten verschwenden.

Kaffeebohnen-Test und Bohnenbild

Silichio aus dem Handfilter

Kaffee aus dem Handfilter ist für mich eine Bank! Hier habe ich mit einem Hario Kupfer-Filterhalter gearbeitet. Ist der besser als einer aus Porzellan? Nein, aber ich finde, er sieht einfach sehr gut aus.

Handfilter Kaffeebohnen im Test

Für mich ist der Silichio ein Kaffee, der einfach sehr gut in den Spätsommer passt. Ich denke an eine Fahrradtour bei klarer Luft durchs Alte Land. Saftige Äpfel hängen an den Bäumen und ziehen diese fast zu Boden.

Auch die Säure dieses Kaffees könnt ihr euch so vorstellen. Es prickelt auf den Zungenaußenseiten, als wenn ihr in einen sauren Apfel beißt. Wie beim Apfel braucht die Zunge und das Gehirn einen kleinen Moment, um zu erkennen, dass dort auch eine schöne Süße steckt. Bei Kaffees, die das Gehirn zum Nachdenken anregen, spricht man von hoher Komplexität.

Der Körper diese Kaffees passt wunderbar, ist aber ein wenig zu leicht für mein Spätsommer-Bild.

Silichio Kaffeebohnen Test

Ein Kaffee mit dieser schönen Säure ist besonders gut mit Käse kombinierbar. Darüber habe ich auch schon einen Artikel veröffentlicht: Die Kombination von Kaffee und Käse.

Silichio aus der AeroPress

Ich habe ein gespaltenes Verhältnis zur AeroPress. Ich finde sie klasse, weil sie tollen Kaffee macht. Außerdem ist sie leicht und robust. Allerdings gefällt mir die Haptik nicht und sie besteht komplett aus Kunstoff.

Kaffeebohnen Silichio im Test

Deswegen nutze ich zuhause lieber den Handfilter. Aber ein Vergleich ist immer sehr interessant. Auch in diesem Fall war das Ergebnis spannend. Die Säure habe ich als leichter und klarer empfunden. Auch der Geruch wurde noch ein wenig feiner und floraler.

Der Körper hingegen war ähnlich voll. Auf jeden Fall handelt es sich beim Silichio um einen Kaffee, der sehr gut in der AeroPress zubereitet werden kann.

Aus der Aeropress

Silichio als Cold Drip

Silichio Kaffee aus dem Dripster

Jetzt wird es richtig interessant und ich schwenke meinen kalten Kaffee gerade noch in der Hand. So macht Kaffee einfach Spaß.

Ich habe den Kaffee aus Äthiopien im Dripster zubereitet. In dem Fall ohne Eiswürfel. Das Ergebnis ist ein Kaffee, der auch ein guter Whisky sein könnte. Extrem komplex und intensiv. Die Aromen steigen einem beim Schmecken sofort in die Nebenhöhlen und füllen alles aus. Bei einer Blindverkostung wäre ich mir nicht sicher, ob jeder auf Kaffee kommen würde.

Wir haben hier eine Mischung aus Aromen: schwarzer Tee mit einer tollen Säure. Etwas holzig (nicht muffig) im positiven Sinne und das erklärt auch die Whisky-Assoziation.

Auch die Auswirkungen auf meine Stimmung sind spannend. Ich bekomme Lust auf eine gute Zigarre und einen tiefen Ohrensessel.

Wer mehr über Cold Drip erfahren möchte, kann hier gerne weiterlesen: Cold Brew Coffee.

Silichio aus dem Kaffeevollautmat

Hier muss ich alle Kaffeevollautomaten Nutzer enttäuschen. Das geht nicht gut! Dieser Kaffee ist im Handfilter deutlich besser aufgehoben. Im Vollautomat neigt er dazu sauer zu werden. Aber ich habe auch einige Espressos von Elephantbeans getestet und von denen funktionieren viele sehr gut im Kaffeevollautomaten.

Besonders gut hat mir der „Café Bob-o-Link“ aus Brasilien gefallen.

Espresso aus Brasilien im Vollautomat

Ein richtig schöner zugänglicher Espresso mit Aromen von Schokolade und einem vollen weichen Körper. Für alle, die einen richtig kräftigen Espresso wollen aber die falsche Wahl. Für alle, die wenig Säure und Schokolade wollen, ein Traum!

Fazit Elephantbeans

Ich kann spätestens jetzt sagen, dass Jörg sich nicht nur gut mit dem Direkthandel von Kaffee auskennt, sondern auch richtig guten Kaffee und Espresso produziert. Für diesen Test habe ich mir den Silichio ausgesucht. Einfach, weil es ein Kaffee ist, der genau meinem Geschmack entspricht. Aber testet euch lieber durch und sucht euren eigenen Favoriten.

Ihr macht mit keiner Kaffeebohne aus dem Sortiment etwas falsch. Den Shop findet ihr hier.

Fazit des Tests

Habt ihr auch schon Kaffeebohnen oder Espresso von Elephantbeans probiert? Wenn ja, welche und wie hat er euch gefallen? Ich bin gespannt, welche Kaffeesorten ihr am besten findet.

1 Kommentar
  • -W-
    6 Januar, 2018

    Hallo!
    Ich habe direkt bei Elephant Beans bestellt nachdem ich Deine Bewertung gelesen habe. Allerdings eine andere Sorte.
    Der Geschmack ist gut, aber das Röstbild leider ungleichmäßig und die Bohnen sind teilweise kaputt und variieren stark in der Größe. Für wen am Ende der Geschmack zählt kann mit Elephant Beans, denke ich, schon glücklich werden. Wer sich aber auch an schönen Bohnen erfreut muss wohl auf andere Röstereien umschwenken.

Ich freue mich über deinen Kommentar

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